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Full text of "Die Schöne Literatur - Beilage zum Literarischen Zentralblatt 14.1913"

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AM3o 


I 45 





Die fhöne Literatur. 


Beilage zum Literariſ chen Zentralblatt 


für Deutſchland. 


Herausgegeben 


von 


Ednard BRarncike. 


14. Jahrgang. 


Fey 
Ednard Avenariuns 


1913. 


91878 


APso 
— 


iſ eilage“.) 
(Die Jahrgänge J und II erſchienen unter dem Titel „Literariſches Zentralblatt für Deutſchland. Beilag 


Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig. 


Alphabetiihe Berzeichniife. 


A. 
er J., a Kinder des Bornd. Cine Befinbe- 


Abba, G. C., Blcordi Garibaldini. 299. 
—, Eitrattl, e profili. 115. 


al net ‚ Der Bahnmwäcter. 109 
Moolf, ©., Iric) von Hutten. Schaufpiel. 259. 
Ahorn, R., en Ein Seeroman. 837. 


Albers, B., an Klippen und Miffe. 280 
AeNanbrorvieg, ., Benus Bulgivaga. Tragitomöbie. 


Andre, M. E., Ein Kartenhaus. Alltagd-Komdbie. 
mweite Aufl. 207. 

Anker⸗Larſen, J. Baltor Nemos — — Ro⸗ 
man. Überjegung von %. Anberd 

Upel, B., Gertrud. Tragödie eines — 488. 

Aſam, $., Füllborn fommerlider Nächte. 489. 


Atherton, G., Julia France and her Times. 217. 
Atlas, M., Titan. 396. 
Auernpeimer, R., Das Baar nad) der Mode. Lufl- 
el 
Außerer, Al., al die Gründerin von Karthago. 
Tragdbie. 


B. 


Vab, J., Nebenrollen. 449. 

Bach, O., Ein Seelſucher. 
rechten. 452. 

Baeſecke, 


Der Roman eines Auf⸗ 


G., Seelenwanderungen. 289. 
Bahr, & Das Prinzip. Luftipiel. 10. 
Bate, E., Echmere Zeiten. Schidfale eines deutſchen 
Wändens in —— 369. 
Roman. 73. 
|, Weibertreu. Lu piel. 2837. 
wammer!. Ein Schubert-Roman. 


Baflewig, G. von, Beterheng Mondfahrt. Ein 
Märdyenipiel. 13. 

Bataille, D., Das gtoße Werl. Drama. 875. 

—, Les Flambeaux. Drama. 14. 

— M. L., Die Kinder des Benies. Roman. 


— — Von Lenz und Liebe. Gedichte. 209. 

Benelli, Das Mahl der Spötter (La cena delle 
beffe). "Pramatiiches Gedicht, deutih von 9. 
Barth. 318. 

Bennett, A., Anna of the five towns. 827. 

—, The Matador of the five towns and other 
stories. = 

Benson, E. 

Benzinger, € on Sünfsie Balladen und Romanzen. 


Be B., Der Seefall. Roman. 78. 


Bergener, D., Die —— Fre 225. 
Bergh, J., Ra & dem Unfrieden. en 
Roman, aus dem Schwebifchen überlent u 
v. end. Bearb. von Eh. Kraus. 
Berkow, K., Lyriſche Phantaſien. — 
Berner, 8. „ge en der Jahre. Gedichte. 80. 361. 
Banner delheid Rolands S al. Roman. 
Bernfiein, D8., Das Geheimnis. Schaufpiel. 877. 
—, Le et. Drama. 188. 
—, Rad) — . Komödie. 184. 
Berta, ° 1a morte dell’ Ego. 115. 
Beyer, 8 i "ah Der Kampf mit dem Tode. Eine 


phantaftiiche. Mytheniymphonie. 848. 
Benerlein, Zr. U., Frauen. Schaufpiel. 118. 
See nenn B., Meine Seligleiten. Ein Brälus 


Birinäfi, Rodion Rastolnitow. Tragödie. 186. 
Birt, R., — Macbeth. Ein Beitrag zur 
—— des Traueripield. 398. 
: a ve 5 Ongenbact — — 
agen e au vom 
Oberrhein. 


Bidrnfon, Bi., Legenden. Deutid) von N. Hoher 
und H. nn @umppenberg. 198. 
Bleibtreu, 8 „„Divel mwadere Helden. Ein fatirlicher 


— 
, Geißjicte eines jungen Yreibeitähelden. 


Sum 

Bod, U., Die Oberwälder. Roman. 

Bodmann, €. v., Die heimliche Krone. Eraüöbie. 11. 

Böhme, M., Ehri ftine Zmmerien. Roman. 374. 

m meißen Kleide. Roman. 121. 

—X ng, M., Lotte von Brobergen. Geſchichte einer 
Liebe in "Briefen aus der Werther- Zeit. Rad) 
Originalen herausgegeben. 869. 

Boettger-Sent, D., Auf der Sude nad) Lit. Boefie 
und Brofa. 439. 

Bojer, * Marie Walewska. Schauſpiel. 401. 

Dan ‚ Spizzero! Die Geihicdhte einer Jugend. 

Bose, W., Alchermittwoh. Drama. 129. 

, Hounifche Duette. 280. 

Boutet, Fr. Mr. Barfin & Eo. Skizzen, Schnurren 
und Grotesten. Nberf. von M. Döring. Aus 
gewählt von U. R. Meyer. 341. 

Bracco, R., Il perfetto Amore. Drama. 299. 

Brahvogel, U., Sebichte. 861. 

Brahm, DO ‚ Kunbgebungen zu feinem @ebenten. 449. 

—, ritiſche Schriften über Drama und Theater. 
dob. von P. Schlenther. 449. 

arm F. — Zelle der Gerechtigkeit. Drei No⸗ 
vellen. 

ne Br H., Heinrich) IV, König von Yrankreidı. 

ama. 6. 
—, Vier Großmächte. Smtrigenipiel. 6. 

—, Rouſſeau als Freiwerber. Lufijpiei. 6. 

—, Der zone ums Redit. Bauernlomdbie. 6. 


Brandt, R., Ballaven. 262. 

Sue, "v., Die von Wildtberg. Drama. 488. 
rieux, La femme seule. uftipiel. ; 

ha 8., Die Erwedung der Maria Carmen. 
Homan. 44. 


Broder, %., Eajus von Derbe, ber Befährte bes 
"Baulus. Ein Bild vom Kämpfen und Werden 
in der en Chriftenheit. 201. 

Bronner Baterland. KBollsdrama. 177. 
anne ®., Bon Geftern und Heute. Ein 
mãärkiſches Geſchichten⸗ und Skizzenbuch. 289. 

Budd, Ch., Chinese Poems. 327. 

Bulde, R., Der Kampf des Sanbrichters Kummacher. 
Roman. 273. 

Buol, M. v., EChriftophoru2. GEraählung aus dem 
Tiroler Boltsleben. 124. 

Burg, B., Sünower in der Leipziger Bölterichlacht. 


oman. 148, 
e biegen oder breiien? BRoman. 148. 


€. 


Cacciatore, O., Dir par Sruß! Hiftortiher Roman 
aus —— Elia 8. 321. 
us Meine erften Gedichte. 209. 
riſt, J. Scaufpielerleben im 18. Jahrhundert. 1. 
Chriſtaller, v8, Zichter im Strom. Erzählungen und 


Begenden. ö 
— — faite a Marie. Ein Myſte⸗ 


Claudel, P., 

rium. 13 
BR OR: Geiftliches Spiel in einem Bor- 
 fpiet und vier Ereignifien. Deutlich von F. Hegner. 


—8 S., Des Kampfes wert. Roman. 128. 
Clefeld, E., Der philofophierende Bagabund. Lebens 
beichte eines Wanberfomöbianten. 1. 
sm g., Der Niager vom a 
beri. aus dem Engl. von ẽ. W. 
Pe ®., Les Roses Rouges. Buftfpiet, 402. 
Erotffant, €, Das Weib. Dichtungen. 298. 
Croker, B. M., The Serpent’s Tooth. 88. 
Efotor, F. — Letzte Spiele. Tragtilomdbdie. 


Roman. 
ünter. 341, 


186. 


| — M., Gedichte. 


1. Die im Jahrgang 1913 befprodhenen Werte. 


2. 


Dalmer, 9., Der — des Peter Anſelm Bergets 
huber. Roman. 

Damm, D., ee er 

Danödfen, 8, Marufhla. Roman. 121. 

Davis, R. H., The man who oould not lose. 327 

Delbrüd, R., Dein auf ewig! Seelengeichichte eines 
jungen Mädchens. 855. 

Deledda, G. Heimmeh. Roman. berf. von G. %. 
v. Bincenti. 341. 
—, Liebe. Roman. ai cz dem Stalienlihen 

von G. ——— 1. 
Dencker, W. Geſammelte Bebichte. 280 
Diederich, B., ‚ Peingeiftn Urfula. Ein Weihnadjts- 


N 

Diers, an von Werth und ihre Enlel. 229. 

Eee M. von, Kindesreht. Eine Erzählung aus 
der Großftabt und vom BDorfe. 121. 

Donnayg, M., Les Eclaireuses. Suftipiel. 68. 


ae J., JZm Kampf um bie Rorbmarfl. Erzählung. 


Dose C., The lost world. 265. 

Dramaturgie, Deutihe. Hab. von W. von Scholz. 
3.90. Kieiſts, — Immermanns und 
— — —— 

A Frau bes ER Schau. 


Sande 2 — Marquiſe von Pompadour. Roman. 


E. 


880. 
, Ziterariiches Deilert. 171. 
eben g. van, Sifius und Sidertus. Deutiche Aus 
gabe von R. Monie. I. Teil: Die Eltern. 64. 
Ehrencron-Kidde, U., Mieze Monbergs große Tage. 
Nberf. aus dem Dänifchen von %. Lestien. 194. 
Ehrler, H., — an ein Mäbchen. 80. 
Eifenlohr, M . Des deutichen "Arbeiter Herz⸗ 
und Hammerichläge. 159. 
Eloefler, 9., Aus der großen Beit bes beutichen 
Theaters. 1. 
Engel, &., = beitere Refibenz. Komödie. 438. 
Engelhard, Garten der Bdttinnen. Sm Sieben 
Lauben. —2 des Herzens auf dem Wege 


zum — 
Engelhardt, —— Balladenharfe. 209. 
Enking, O., —2— Tedebus, der Wandersmann. 
Ein ‚Roman, 
Ertl, ee acbentlices Bilderbuch. Zweite Yolge. 
an und heitere Geichichten. 807. 
Ettlinger, 8., Dad Beichwerdebud)., Komdbie. 360. 
—, Marquis Bonvivant. 381. 
Eulenberg, 8., Das Geheimmittel (Banfanabum). 
Ein ruͤhrendes Luſtſpiel. 191. 
Die Welt will betrogen werden. Die Geſchwiſter. 
Sie Wunderfur. Drei Einalter. 95. 
Ewald, %., Aus en grüßt die Rofe lieb . 
ea Sebigttud, 439 
‚, rau Ingeborgs Liebesgarten. Roman. 


F. 


abri de Yabris, R., Die Wachholderleute. Roman. 4. 
art, R., Baul kon unb bie neuflafiiihen ®e- 
im Drama. 85. 
—, ab db. Korrodi, Das poetliche Züri. Minia- 
turen aus dem 18. Jahrhundert. 128. 
Halte, ©., Die Stadt mit ben goldenen Türmen. 
Die Geiciihte meines Lebens. 17. 


rinelli, a) Seyfie. 814. 
henratt, & ———— Schoͤnhaar. Ein nordiſches 
Schauſpiel. 


Feberer, O., Ei Seſto. Eine Erzählung aus ben 
Abruggen. 


IV 


Beftihrift zur Gröffnung bes neuen Königlichen 
Schaufpielhaufes in Dresden. 3583. , 
Beuerlein, %. L. (Franz Fenners), Elſelille. Hiſto⸗ 
riſches Drama aus Dänemarks Vergangenheit. 111. 
Fey, N. Hinter Pflügen. Bilder der Sehnſucht und 

a 210. 

od, ©., Seefahrt ift not! Roman. 185. 
oritreuter, 9., Gedichte. 380. 

sranl, E. ‚Die Schulten vom Brint. 
tant, 3., Bianiften. Roman. 121. 
reimarl, H., Der Meifterr. Roman. 477. 
reitag, B., Gelammelte Gedichte. 198. 

tenfien, &., Sönte Erihfen. Drama. 48. 

tey, U., Die Jungfer von Wattenmwil. Hiftorifcher 
Schmweigerroman. 105. 

rey, W., Das zweite Leben. Craählung. 355. 
riedemann, ®., Bendelichlag.e Roman. 477. 
tiedrich, 9., Der goldene Schein. Roman aus dem 
20. Jahrhundert. 185. 

—, ®eltwanderung. Gedichte. 280. 

* „Th. Der arme Fiſcher. Erzählung. 154. 


Roman. 43. 


ries, K., Lieb und Leben. Gedichte. 460. 
berg, L. v., Das Landhaus am Roſenberg. 452. 
uchs, H., Katharina von Medici, ein Rengiſſance⸗ 


ſchauſpiel. 208. 


G. 


Galsworthy, J., Justice and other Plays. 327. 
—, Kampf. Scaufpiel. Überfegt von %. E. W. 
reund. 177. 434. 

—, The Inn of Tranquillity. 265. 

Gaudy, U. Yreiin v., Lebendhöhen. Neue Balladen 
und Lieder. 198. 

Gamwad-Schumader, D. A., Eine türliihe Ehe in 
Briefen. 369. 

Gebhardt, Zl., Das BRedit aufs Baterland. (Ein 
Roman aus den Tagen der Franzofenzeit. 321. 

Bee — Winzerfeſt. Ein griechiſches Scherz⸗ 
piel. 4. 

—, Der frembling. Dramatiſche Dichtung. 174. 

Geißler, M., Das hohe Licht. Roman. 205. 

—, ührer burd) die beutiche Literatur bes 20. Yahr- 
hunderte. 249. 

—, Aufiah von R. Bernreiter. 425. 

Genaft, Ed., Aus Weimars Haffifher und nudı- 
Hafliicher Zeit. Grinnerungen eines alten Schau- 
fpielers. 1. 

Gerard, D., The City of Enticement. 242. 

Gerndt, A., Um Lebensiwege. Gedichte. 485. 

Gibbon, P., The Adventures of Miss Gregory. 327. 

Girarbelli, T., Wandernde Seele. Gedichte. 380. 

Slaſenapp, ©. Fr., Siegfried Wagner und feine 
Kunft. Neue yolge I: Schwarzichwanenreid. 
Gefammelte Auffäge über das bramatifche Schaffen 
Siegfried Wagners. 488. 

Slüd, L., Steden und Stab. Roman. 229. 

Glyn, E., Halcyone. 265. 

Gobineau, Graf U., Amadis. Deuticd, von M. ©. 

——— Des Amabis Erftes Buch: Könige- 
er. . 

—, The Renaissance. Translated from the French 
byP. V.Cohn, edited by O. Levy. 464. 

—, Die Renaiffance. Hiftortiche Szenen. Deutich 
von 2. Schemann. Wusgabe letter Hand. 468. 

— —, Deutid) von U. Luntomsli. 464. 

— —, Deutid) von H. Floerke. 464. 

— —, mit einer führung von 9. 9. Ewers. 
Deutid, von Maria Emers aus’m Weerth. 464. 

Godnial, L., Lieder vom Leben. 210. 

— C., Soldaten⸗, Kriegs⸗ und Wanderlieder. 

SEbßmann, M., Die Kinder Gottes. Trauerſpiel. 129. 

Gdtt, E., er Biß. Drama. 11. 

Göttinger J——— auf das Jahr 1912. Hob. 

61. 


von 9. Undenbolb. 

— ſt., Das weiſe Jungfräulein. Novellen. 

Goll, L., Im bitteren Menſchenland. Nachgelaſſene 
Gedichte. geb. von 3. 3. Schüß. 80. 

Gomoll, &. ®., Träume und Fahrten. Der para» 
diefiiche Garten. 3. Aufl. 262. 

Gondlad, E., Maria von Magdala. Aus ber Zeit 
GEhrifti erzählt. 201. 

Gontidyarom, %., Die Schludht. Roman in vier 
Zeilen. (Gelammelte Werke, Band 3/4.) 64. 

Gorm, 8., Bäpftin Johanna. Erzählung. 409. 

Gottberg, D. v., Bon Radern, Kaiferlicher Minifter- 
refident. Roman. 185. 

Stabein, B., Der Wille zum Leben. Roman. 273. 

Graedener, —3 Utz Urbach. Ein Bauernfries. 255. 

Srazie, M. E. delle, Die Wunder der Seele. 454. 

Graziella, TH., Verftedte Wahrheiten. Eine Samm- 
lung fatiriiher SFabeln. 31. 

Gregori, F. Maskenkunſte. Betrachtungen und 
heraterfiten. 393. 

Greinz, R., Gertraud Sonnweber. Roman. 285. 


term zeoten Adler. Luftige Tiroler Gefchichten. 


Großauer, 3. 8., Aus mein’ Gartl. Dichtungen in 
oberöfterreihiiher Mundart. 240. 
Grünewald, A., Die Gezeiten der Seele. 361. 
Grumblom, 8. von, Heibelieder. Gedichte. 439. 
Günther, U., Die Heilige und ihr Narr. 369. 
Günzel, %. 8., Eortez und die Azteken. Kultur 
geihichtlicher Roman. 321. 
@umppenberg, 9. von, Schauen und Sinnen. 308. 





— Regiſter. — 
H. 


Häbler, R. G. Judas Iſcharioth. Drama. 1386. 

Häcker, C., Schulzens Sommerfriſchler. Thüringer 
Dorfgeſchichte. 121. 

Hämetgeſang. Erſtes Jahrbuch. Bund ſchleſiſcher und 
mähriſcher Mundartdichter. Hab. von E.W. Rodjo- 
wanski. 402. 

Halbe, M., Freiheit. Ein Schauſpiel von 1812. 379. 

Halbert, A., Die Sängerin hinter dem Vorhang. Ein 
Großſtadtroman. 185. 

Handel⸗Mazetti, E. v. Brüderlein und Schweſterlein. 
Ein Wiener Roman. 869. 

—, Johanna Schwertner. Roman. L. Bd. 2335. 

Hango, H., Ruh' und Unruh'. 268. 

Hanoum, K. (Frau Maria v. Hobe), Macboulé, die 
——— Schauſpiel nach einer alten Legende. 
15 


Harder, A., Der blonde Schopf und ſeine Freier. 
Roman. 3869. 

ea &., Scyirin und Gertraude. Ein Scherzipiel. 
416. 


Harlar, V., Batreind SIrrfahrt. Novelle aus Nlt« 
flandern. 201. 

Hart, 9., Das Haus der Titanen. 395. 

re, W., dthr.v. Anima Candida. Dichtungen. 
41 


—, Herbert. Ein Gedicht. 293. 

—, Noel. Ein dramatiiches Gedicht. 155. 

Hartmann, 8. (Andreas Off), Katharina die Biveite. 
Schauſpiel. 296. 

Hartwig, &. (Emmy Kveppel), Willft Du Dein Herz 
mir jchenten. Roman. 148. 

Halienteufel, E., Unter Kameraden. Schaufpiel. 207. 

Hatvany, 2., Die Berühmten. Schaufpiel. 261. 

Haukland, A., Eli vom Schwarzwaſſer. Deutſch von 
2. Bolf. 195. 

Hauptmann, E., Die armfeligen Beienbinder. Altes 
Märdien. 414. 

—, Die lange Jule. Drama. 457. 

Hauptmann, &., Keitfpiel in deutichen NReimen. 
Zur Erinnerung an den Geift der reiheitstriege 
der ir 1813 bis 1815. Wufgeführt bei ber 

abrhundertfeier in Breslau 1913. 234. 
BenDel, dr., zur Wiederlehr des 100. Geburtätages. 


—, GSämtlihe Werke. Bollftändige Wusgabe. Hpb. 
von 9. Krumm. 474. 

Heer, 3.6., Gedichte. 361. 

geheilt M.S©., Drei Märchen. 154. 

Heibenftam, 8. von, Gedichte. Zn einer Auswahl 
übertragen von $%. Gtieve. 193. 

Heinrich, Th. (Tölte), Das Frübftüd beim Minifter. 
Komödie. 178. 

Heiſeler, 9 Beter und Alezej. Tragödie. 95. 

* 280. 


Held, H. Brautmeſſe. 
Hellftröm, G., Kutſcher. Roman. überfegung aus 
138. 


bem Schwebilchen von U. Berend. 
Seltai, E., Die Mobiftin. Komöbie. 
Senietmamn, K., Auf dem Frantenfteine. Roman. 
Sentichel, 9. 4., Kurzer Sommer. @ebichte. 486. 
Henzen, ®., Gedichte. 460. 
Herbert, M., Die Schidfalsftabt. Roman. 4. 
Herbener, 9., Sonnenopfer. Ein Lied. 155. 
Hermann, ©., Yettchen Gebert. Schaufpiel. 191. 
Herrmann, E.%., Das Gottes Kind. Ein Weih- 
nadjt8ipiel, das der Sternfinger beginnt und bie 
drei tyreudigen fjchließen. Nad) alten deutichen 
Bolköipielen und Liedern. 482. 
Herrmann, H., Quellen. a Gedanten und 


Betrachtungen. 3. Aufl. 15. 
©erzoa, R., Wir fterben nicht. Lieder und Balladen. 


Helle, H., Aus Indien. Aufzeichnungen von einer 
indifchen Reife. 277. 

Heubner, R., Juliane Rodor. Roman aus der Zeit 
der niederländiſchen Renaiſſance. 321. 

Hewlett, M. Die Chronik der Königin Maria Stuart 
‚oder Die Tragödie der ſechs Jahte. 487. 

Hichens, R. The Londoners. 265. 

Hildebrand, &., Rund um den Kreuzturm. Roman 
aus den Dresdner Maitagen 1849. 409. 

Hildebrandt, H., Planeten. Dichtungen. 418. 

Hinnerl, D., Ehriam und Genofien. Komödie. 129. 

Hinrichs, A. Frithiof. Ein Sagenfpiel. 298. 

Hirichfeld, ©., Mberwinder. Drama. 488. 

Hirichfeld, 2., Das find Beiten!.. Stizzen. 806. 

Somnetier, &., Die Heiratsjagd. Humoriftifcher Ro- 
man. ; 

Hoechſtetter, S. Das Herz. Nrabedlen. 2. 

Höder, B. D., Kleine Mama. 396. 

Höfer, I. von, Friedl Liebesmelodie. Roman. 4. 

Hochler, M., Um eine Geele. Roman. 109. 

Hörlyk, L. Meta Hauch. Roman. Dberfeßung aus dem 
Schwediſchen von PR. Klaiber. 283. 

Solch KI., Weh dir, daß bu ein Entel bift. Roman. 


Hofmann, E., ’3 Wienes Komtefferl. Roman. 4. 

Hohlbaum, R., Der ervige Lenztampf. Ein Studenten. 
buch aus alter und neuer Zeit. 171. 

Holf, $t., Gerhart Hauptmann. His life and his work 
1862—1912. 442, 

a G., Stapellauf. Hamburgifcher Roman. 185. 
olm, 8., Marys großes nn Zuftipiel. 27. 

Holz, U., Sonnenfinfternis. Tragdbie.: 389. 

—, 50. Geburtötag. 169. 





Holzamer, ®., Barifer ählungen. 151. 

—, Benbelichläge. Geichichten und Legenden. 151. 

Holzer, R., Gute Mütter. Komödie. 288. 

Horand, F.M., Alte Schuld. Drama. 6. 

—, Cejare Monti, Feldhbauptmann von Gavona. 
Traueripiel. 6. 

Sud), R., Der große Krieg in Deutichland. I. und 
II. 8b. 324. 

—, Gedichte. 8. Aufl. 15. 

Hüant, E., Spiele bes Eros. 280. 
angenDergen, U., Die Bauern vom Steig. Roman. 

—, Die Stille der Yelder. Neue Gedichte. 439. 

, Sinterm Pflug. VBerje eines Bauern. 5. Aufl. 

1 


Huna, %., Monna Beatrice. Ein Liebesroman aus 
bem alten Benebig. 409. 

Hutten, Baroneß von, Sharrow. 32. 

Qutten, M. £. Srelin v., Die Stärkere. Roman. A. 


3. 


Ipel, ®., Heimat und Fremde. Gedichte. 460. 
Fo, B., Der Landflörzer. Roman. 73. 
—, Die Brüder Moor. Eine FZugendgeichichte. 355. 


Jacobs⸗Monty, Deutihe Cchaufpiellunft. Beug- 
niife zur Bühnengefchichte Haffifcher Rollen. 449. 

ZJacobien, %., Jm Rofengarten. — 452. 

Jacobfohn, S., Das Jahr der Bühne. II. Band: 
1912/13. 358. 

Jahrbuch, LXyrifches (1912). 262. 

Zalobfohn, ©., Das Jahr der Bühne. 41. 

Jane, 3. T., Brinz Teerjade. Marine-Roman. Deut- 
ſche —2** von 5. Baumann. 887. 

Tanitihel, M., Luftige Ehen. Eine Gefchichte. 4. 

Senien, 9., Jm Wandern der Tage. Gedichte. 485. 

Senien, ®., Auf dem Beftenftein. Ein biftorlicher 
Roman. 126. 

Jenjen, T., Mona Rob. Roman aus dem heutigen 
land. 487. 

Ieste-Choindli, Die legten Römer. Hiftorlicher Ro- 
man aus der Beit Theodofius des Großen. 409. 

Foachim, &., Der neue Gott. Novellen. 412. 

Törg, B., Getrönte Stunden. Dichtungen. 51. ”' 

——— J., Lourdes. UÜUberſetzung aus dem Dä⸗ 
niſchen von H. Gräfin Holſtein⸗Ledreborg. 341. 

Jünger, N., J. C. Rathmann & Sohn. Ham⸗ 
burger Roman. 409. 

Jürgenſen, Fo Die große Expedition. Ein Kongo⸗ 
roman. Abertragung von H. Kiy. 188. 

Jung, F., Das Trottelbuch. 307. 


Kaboth, — Aus meinem Waldverſteck. 806. 
—, Die Sonnenburg. Ein Roman aus dem Mittel⸗ 
alter. 201. 
Kahlenberg, H. v., Sunde. 229. 
— — Briefe an feine Eltern. Hab. von 
. Eloeſſer. 41. 
Kaiſer, P., Für Freiheit und Vaterland. Ein drama⸗ 
tiſches Feſtſpiel. 296. 
Kalkoff, P., Perilla oder die Erſtürmung NRoms. 
Schauſpiel. 367. 
Kalkowsta, E., Die Oktave. 380. 
Kamm, H., ———— zwei Seelen. ®erfe. 439. 
$ampf, %., Nina (»Le desire). Schaufpiel. 76. 
Kann, A., Stimmungen. 485. 
— E. Frhr. v. Ein Sohn der Wälder. Noman. 
5. 
Kapp, J., Arthur Schnitzler. 66. 


Karlweis, M., Der Herrenmenſch. Komddie. 401. 


—, Der Zauberlehrling. Erzählung. 148. 
Keim, F. Geſammelte Werke. 456. 
Kellermann, B., Der Tunnel. 228. 
Kernſtock, O., Tageweiſen. Gedichte. 210. 


Keſſer, H., Lukas Langkofler. Das Verbrechen der 
Elife Weitler. Zwei Erzählungen. 151. 

Keyferlingt, Gräfin, Gedichte. 179. 

—, Märdyen. 206. 

Kinvdramen, neuere. 188. 281. 

Kirchberg, F., Das Baterunfer eines Landpfarrers. 
Lieberzyflus. 485. 

Kirftein, B.U., Sein Junge. Roman. 477. 

Kafiiker, illuftrierte, des deutichen Theaters. Nach 
Inszenierungen von May Reinhardt. 1) Hamlet; 
2) Sommernaditätraum; 3) Romeo und Julie; 
4) und 5) König Heinrich IV, 1. und 2. Teil. 893. 

Klaud, R., Liebesfünden. Cine dalmatiniihhe Sage. 
Lyrifch-epiiche Dichtung. 293. 

— — A., Im Banne des Schreckeenkaiſers. 


Enodt, K. E. Vom „Bruder Tod“. Gedichte. 200. ! 

Knoop, G. O., Die Hochmögenden. Roman. 228. 

Koblitz g, Im blauen Abend. Gebidhte. 460. 

Körner, 3H., Werke. (Tempelverlag.) 474. 

Kohl, U. v., Der Weg durch die Nacht. zung: 
Aberiegung aus dem Däniihen von MW. Mann. 


Koppen, 2., Bubi. 25. 
Krafinsfi, S., Die ungöttlihe Komödie. Zum 100. 
—— des Verfaſſers überſetzt und eingeleitet 
e 


von M. Bienenftod. 383. 
Krauel, B., Das Erbe der Väter. 108. 
—, Unrub im Herzen. üblung. 78. 


Kraus, @., Leben und Liebe. 280. 


— Regiſter. — 


V 





Kraus, ei Pro domo et mundo. ar 


Kraufe, A. Yr., Hlammenfturm. 428 
— ch Im Strome ber Grtoßftabtwellen. Ein 
agebu 


an — —— 9. Schwartz, Die Hochzeit des Mozart. 


rempl, J., Auen Löbn griffn. Humoriſtiſche Proſa⸗ 
bilder aus dem Bollsleben in oberöfterreichiicher 
__Vembart, 240. 
,„ Hoamatg’läut’. Dichtungen in oberöfterreichiicher 
Mundart. 240. 
Kreiten, & Leben, Sünde und GSehnfucht. 308. 
Kreser, M., Söhne ihrer Bäter. 273. 
Krobath, K., Schallsfahrt. Luſtige Geichichten aus 
Kämten. : 
Krogh, R., Ubertine.. Roman. 283. 
Kroſſa, — Mutter. Schauſpiel. 260. 
ſüchler, K., Die goldene — Quftipiel. 398. 
Kyber, M., Unter Tieren. 206. 


2. 


‚ Der Fuhrmann des Todes. aͤhlu 
enegung aus dem Schwediſchen von ihn. 


288. 
Landbau, B., um ne Miniaturen. 41. 
Sanböberger, U „, 2u, die Kolotte. Berliner Roman. 


er Berie. 485. 

Zange, S., Yrau Majad Race. Komödie. 482. 

Larſen, ẽæ, Der ſpringende Punkt. Aberſetzung von 
O. Klepetar und %. Jacob-Andere. 194. 

Zauff, I., Der große König. Zur eier ded 200- 
jährigen Geburtstages % ebriche des Großen tn 
Szene gelegt und herausgegeben von G.von 
Hülfen. Mufil von Yriedrid) d. Gr. 132. 

Lavedan, H., Servir. Dranıa. 79. 

Le Fort, = Freiin v., Lieder und Legenden. 380. 

, Rufitalliche Kinder — 454. 

Lehner, R. g., und A. Bernhard, Drachenbrut. Spiel 


in drei Zeilen. 129. 
Leidfried, R., Einfame Geelen. Reimbucdh eines 
Dberf. von 


Einfiedlerd. 80. 

Zemonnier, E., Der Heine Razarener. 
8. Comeliud. (Ausgewählte Werte, 5. 8b.) 341. 

Lestien, %., Der Semmelmildtanz. 454. 

Xevita, 3., Der König von Juba. 98. 

, Die Frau im Traum. 293. 

— B., . ftillen Stunden, 2. Aufl. 308. 

gihey, ©., Im Flur. Sieben Novellen. 412. 

Lie, F., Maifa ons. Roman. Neue Ausgabe. Über- 
fegt von MR. Janenſch. 64. 

gieblein, ©., Der legte feines Geichlehhts. Die Ge- 
re einer Jugend. Mberjegung von B. Klaiber. 


4. bis 8. Bd. 


ae 


A ERLEON, D.v., Gelammelte Werte. 


Lilienfein, H., Der Tyramnı. Drama. 61. 

Lingens, ®., Der Tor und andere Dichtungen. 485. 

Siffaner. &., 1813. Ein Zyflus. 460. 

Köns, 9., Das zweite Geliht. Roman. 

göme, 8, Reue deutiche Brettllieder aka): 
Ernites umb, Deitered. 210. 

Köwenftein, M. Graf zu, Her! Herl Landsknechts⸗ 
und Reiterlieber. 209. 

— Im Sold Frau Wventiurens. 209. 

— J., When God laughs and other Stories. 327. 

Lopez, S Der häßliche Ferante. Komödie. Deutſch 
von Ö. Eifenihig. 484. 

Rotting, E., Bor den Toren. Rovelle. 121. 

Lucka, E., Winiand. Rovellen und Legenden. 151. 

Ludwig, M., Das Reid. Roman. 837. 

Ludwig, — zum 100. Geburtstag. 57. 

nn ‚ Der Weg zur Vollendung. Traueriptel. 


sahen, J Lieder eines Suchenden. 209. 
‚ Bührer der Menſchheit? Roman. 73. 
Sub ®. nbreas Hofer. Drama. 296. 


M. 


Maartens, M., Eve. 2432. 
Wagemitt, ®., Der Deutichritter. Dra 
Maberno, A , Das Haus am Slmmer Eine  seihiäte 
aus un Wiener Walde. 
Ba Boefie ht Herberge. Ein 
ee ana 


— F., Das Riegerfeß. Aleinſtadtgeſchichten. 


Maeterlind, ®@., Marie-Magdeleine. Drama. 240. 

Mannstörth, g. M., Bhantafie und oem. Eine Aus 
wahl von Gedichten und Liedern. 198. 

Mareih, K., Stille Stunden. 159. 

9.8., Meine Schule. 308. 

Mason, A. E. W., ze Turnstile. 265. 

Mc und Morik, D er freie Horft. YBurlesle Satire. 


Maxwell, W.B., In ootton wool. 
Meer eimb, 2. v. (Margarete Gräfin: v. Bünau), Der 


Me derkoog. Roman. 478. 
un ie — Aus dem Werdegang eines Lebenden. 
e e 
Meidell, ‚Anno Boleyn. Drema. 897. 
Betiel-deh, — Novellen. 859. 
imer, €. 


chwere Weg. 808. 
—, Im Sch auen der Dinge. 808. 


em, M., An Lebenzfluten, im Tatenfturm. 179. 
Men, A , Die heilige Kümmernid. Roman. 148. 

Merten, 2 M., Mitternaditsionne. @edichte. 192. 
ag ſt. Ruffiiche Geichichten und andere. 292. 
ws ., Bon Sommernadt und Flieder.Gedidhte. 


— K. — Das Labyrinth. 808. 
Michaelis, K., Zend Himmelreihh und andere Er- 
sählungen, Nbertragung aus dem Däniſchen von 
y 


—, Treu wie Gold. Aus dem Däniihen. 194. 

Michel, R., Das legte Weinen. Novellen. 151. 

Moeräberger, %.R., Baftor Verden. Heideroman. 4. 

Molndr, %., De Märchen vom Wolf. Ein Spiel. 29. 

—, Lliom. Eine Borftadtlegende in jieben Bildern. 
Deutich von U. Bolgar. 134. 

Moto, W.v. Umg Menihentum. Gin Schiller 
Roman. Eriter Teil. 201. 

—, Im Titanenltampf. Ein Sciller-Roman. Zweiter 
Teil. 409. 

Ir F., The Narrow Escape of Lady Hardwell. 


Moore, G., Spring Days. 265. 
Mud), 9., Denten und Schauen. 308. 
wei Tage vor Damaskus. Ein Drama in er- 

„ lender tyorm. 321. 

Mühlau, 9.v., Das Käbchen. Roman. 121. 
Müller, Yr., Die andere Hälfte. GStigzen. 289. 
Müller, H., Der reizgende Adrian. Quftipiel. 459. 
—, Gelinnung. Ein heiteres Terzett. 455. 
Münd, B.G., Wendel, der Bub und ber Burid. 

Ein Bud von Krieg, Liebe und Wanbderluft. 321. 
Münd, W., Der Schneider von Breslau und andere 

Geſchichten. 289. 
la Frhr. B. v. Das Br im Harniſch. 

Neue Balladen und Lieber. 

Münzer, 8., Mein eriter Hund. eine Geichichte von 

Ares und Eros. 257. 

Mufenalmanad), Göttinger, auf das Jahr 1912. 

Sob. von H. Undenbold. 361. 


N. 


— a g. Schr. v., Spiel und Gegen- 

piel. 

Rafiauer, € Gewäjſſer. Ein Literaturſcherz. 489. 

Nathhauſen, 2. 2 Affäre. Luftipiel. erj. von 
J. Joſephſon. 

—, Danas Ben ® ein Idyll. 457. 
—, Hinter Mauern. Schauſpiel. 47. 

Nemo, N Was das leben sang: 454. 

Neuratd, K., Das Domgut. 

a 4, Die Küfte der —X Novellen. un 

— ng aus dem Däniihhen von 9. 

Niccodemt, D., Der Reiherbufd. Schaufpie. — 
ſche — von P. Block. 

Nieſe, Ch., Die Alten und die Jung — 

Nöotzold, G., Kuhlbröckle. Gedichte und — 
in erzgebirgifcher Mundart. 408. 

ZEN, H., Brücdte und Blüten, 2. Band. 80. 

aM . de, Die fieben Schelme von Großlichtheim. 


Korbfichm, 8., Bürger. Geichichten aus einer Stabt 
im hoben Rorden. Neriebing aus dem Schwebi- 
fhen von WM. Yranzos. 98. 


D. 
Dehler, R., Bmwifhen Tod und Leben. — 418. 
Ohorn, di, Einddpfarre. BaanpıE 8. 
Olden, Roman. 


= Eimer. 
Omantoroöty, 3., Rofen im Reif. ein Bud) Berie. 
upleha, &. Schr. v., Der zweite Schuß. Roman. 


DOppel, U., Gedichte. 51. 

Orczy, Baroness, A True Woman. 3217. 

—, Meadowsweet. 827. 

Osbourne, L., The kingdoms of the world. 33. 


P. 


Pain, B., — without tears. 327. 
Palmarinl, M ‚ Quando non morremo. 
Barler, € : 8, "Sie beiben Däufer am ort Ro» 


velle. 
Saul, E., "Rai Friedrich. Es iſt eine Luft zu leben. 


Bere, 8. Seine erfte Frau. 396. 
Bee 5* on 
ae dig de Myale, 8 „A.M.D 154. 
fte Ernte. Bebihte, 192 
Bein, nr "Deutiäe Dramaturgie. Ron Leſſing bis 


Behoß, er SR Ewige und die Stunde. Gebidte. 
Bleunbter, H., Mein Himmele. Neue Dichtungen. 


Bhilinpe, &H. 2., Mutter und Kind. Roman. Überf. 

von ©. Fuhrmann-Baulfen. 841. 
Philipe, F. C. and A. R. T., Man and Woman. 33. 
Eine Tragödie. 296. 


Viechottta E., er Moristen. 
Blattenielner, R. ‚Dr. Beter Rojenger. Eine Bolle- 
Poeck, W. Örenzer. Roman. 225. 


Bollal-Rabala, U., Srühlingsblüten, Fruͤhlingsreif. 


Gedichte. 2 
Breleutäner, L., "Bon Tiefen zu Höh'n. Gedichte. 


Presber, R., Der Tag von Damaslıs. Humoriftifche 
Rovellen. 171. 
Bravouiperätl, &t., Das Geriht. Roman. 477. 

Pucc Le ‚La Viottola. 299. 


Bult, €, Jahr. Ein Beröbud. 210. 
Buttlamer, g.20., Spiele des Lebend. Roman. 273. 


N, 


Raabe, W., Sämtlihe Werte. Grite — Bd. 1: 
Sperlingdga fe und Bungerpaftor. 
—— Der Wölfinnen Aufruhr. Ein REN 


Raff, B. Der Hindling vom Arlberg. Roman. 257. 
Rasmuflen, E., Was Frauen ernten. Roman aus 
dem mobernen Stalien. AUBEREBUNG aus dem 
Däntiihen von 2%. Wolf. 
Bl — Stella. on — 
Gh., Ich hatt einen Kameraden. Roman. 121. 
Kaufe, U., Das Bud) des Traumes. 262. 
Reid Die Ahnenreife. Roman. 477. 
— 8, Ernte aus ber Wahlau. Gedichte. 209. 


Reinhart, oe grüene Ghlee. Neui Liedli ab 
em — 
Neis, A., Aus — Wanderprotokollen. 806. 


Rema, €, Der Alltag des Lebens. Ein Eheroman. 4. 


Reß, R., "Amo Holz und feine Tünftleriiche, melt- 
hulturelle Bedeutung. 9. 
Reymont, WB. ©., Die polniidyen Bauern. Über- 


feßung von %. 8. d'Ardeſchah. 

Rheinhardt, E. A., Stunden und S idfale. 861. 

Richter, %., Kornblum und mölbe fen. SHeitere 
und ernfte Dichtungen. 210. 

Nittland, HI. (Elifabeth Heinroth), Fenfeits der Mauer. 
Roman. 121. 

Nittner, TH., Ich Tenne Sie. Novellen. 151. 

Robitet, Die beiden Wolisberg. Ein öfterreichiicher 
Offisiersroman. Nadı dem engliihen der Frau 
Emily v. Laßomsta frei bearbeitet. 148. 

Roda Roda und G. Mepyrint, Die Sklavin aus Rho- 
dus. ALuftipiel. 18. 

Roffan, 9., Der Bea zur Sonne. Novellen. 171. 

Rogge, M., Auf den Wegen bes Lebens. Ballaben. 


Roldan, 8., Kain. Ein Roman. 481. 
—, Wellende Roſen. Eine Novelle. 481. 
Bovien, M., Das europäifche Konzert. Luftipiel. 458. 
Rofenger, B ‚ Heimgärtners Tagebud). 198. 
‚ Mein Lieb. 210. 
Rofenberg, M., Des Lebens und des Werdensd Zug. 
Gedichte. 159. 
—, Rottlänber, Afritantiche Kriegslieder. 209. 
Routbier, u. 8., Der Eenturlo. Roman aus der 
eit des Mefliad. ms Deutiche übertragen von 
. 3. Wienande. 874. 
Auederer, 3, Die Morgenröte.. Eine Komdbdie 
aus dem Nahre 1848. 114. 
Sun! D.M., Der Pfarrer von Sretich. Erzaͤhlung. 
Räte 9., Gedichte. 80. 
Rung, D., Die Geheimlammer. Roman. Über: 
feßung aus bem Däniihen. 64. 
—— 487. 


— die lange Nacht. 
Ein Schauſpiel. 6. 


Runge, F., Jud Süß. 


©. 


Sagen ber nt 192. 
Safheim, U — — Gedichte. 210. 
Salburg, €. Graf Dynaſten und Stände. 8. Bd.: 


Reaktion. 325. 
—, Junge Herren. Satiren und Stubien. 369. 


Salm, E&., Aus hohen Sommertagen. in neues 
Bersbud). 812. 

Sanini, O., Iol 115. 

Saniont, R., Barzivel. Roman. 98. 

Santi, U. de, Die Tränenfaat. Roman. Dbertta- 
gung —— dem Stalieniihen. 66. 

— H., Der Eroberer. Schauſpiel. 111. 

Satow, L Ddie heilige Erde. Ein Hausbudh für freie 
Menichen. 262. 

Stapinelli, E. E., Lebensfreude. Roman. 185. 


Schade, M., Königin Lutife.. Sechs Bilder aus 
Breußens großer Beit. 296. 
Schäfer, M., Dreiviertelmelt. Versſatiren. 51. 
Schaffner, 3., Die Heilige. Ein Opferipiel. 287. 
Schamann, E., Die Narren. Roman. 225. 
Scharfenftein, H., Aus dem Tagebuche einer beut- 
ſchen — n. 1. : 
Shawalier, ., Neue Serie (1908—1912). 861. 
Schamaller, "€, Der Etifettierte. Grotesle. 348. 
Moderne Ritter. Drama. 348. — 
Scheerbatt, P., * aroße Licht. 289. aa 
Schellenberg, &. 2, Aus meiner Stille. 80. 188. 
—— L., Empfinbfame Menden. Novellen. 


—— %., Daß Lieb ber Barzen. Roman. 452. 
—, Laſalle. Ein Leben für Freiheit und Liebe. 
Geichichtlicher — 

| 9., Gedichte. 
mibt, 2., Das Buch — Frau. Luffſpiel. 78. 


VI 


degiiter. — 





mibt, Mar, Mandfelder Skiggen. Dichtung und 
ahrbeit aus der alten Grafichaft. 412. 


Schmidtbonn, W., Der verlorene Sohn. Ein Le 
gendenipiel. 433. 

Schnack, Br era, uralter Tag. 

Schnisler, U., PBrofeilor Bernhardi. ———— 9. 
dnherr, , Der Sonnwendtag. Drama. (Voll⸗ 


ſtändige Reuͤſchaffung 1912.) 207. 
Schoepp, M., Sktepp uhn Strunn. Roman. 4. 
— P., Um die Wartburg. 126. 
Schroll, M. E., Julia Lornau. Roman. 285. 
Schrott⸗ Fiechi, 8. Der Bauernprofellor. Roman. 43. 
Schüler, G., Mitten in der Brandung. Gedichte. 209. 
Shulenburg, B. v.d., Die zehn Latholiichen Novellen. 


Shulie, R., ee 418. 
mwanıpe, E., Ein Liebestraum. Novelle in Ge⸗ 
an 298. 

SODEN Eden 2 N., Sch Novellen. 151. 

ee . &., Frau Lenen3 Scheidung Ein 
Iuftiger Roman. 225. 

—, Schjlefien. Gin Buch Balladen. 209. 

Segeller von —— D., Platz der Indbduſtrie! 
oman. 

Sekles, B., mb 8. Martin, Der Zwerg und bie 
Infantin. Zanzipiel. 376. 

Sforze, G., e G. Gallavresi, Carteggio di A. Man- 
zoni. 115. 

Shaw, 3., Androflus und der Löwe. Märchenipiel. 


Deu fh von ©. Trebitidh. 481. 
—, Blanco Rodnet3 Erwedung. Eine melodrama- 
tifche Predigt. Deutih von ©. Trebitih. 49. 
—, Pygmalion. Luſtſpiel. Deutſch von ©. Tre- 


bitſch. 417. 
Aberſetzung aus dem Däniſchen 


Sick, J. M., ma. 
von P. Klaiber. 98. 
Der Gedichte und a 


GSiegert, H., Staapilzle. 
fHichten in eragebirgiiher Mundart 29. Heft. 

GSigurjonsfon, Ioh., Berg-Eijvind und fein Weib. 
Schauspiel. Mberf. von A. %. Cohn. 29. 

Simons⸗Meß, J. A., Kailerliche Hoheit. Xuftipiel. 
Aus dem Holländiihen überjegt u. für die deutiche 
Bühne en von E. DOtten und R. Lothar. 175. 

Siwertz, ©., Die Alten. Novellen. ÜMberfegung aus 
bem Schwediſchen von M. Franzos. 88. 

——— Gyldholm. Eine Bandarbeitergeidhich 

Stjoldborg, 5, Gyldholm. Eine Landarbeiter- 


geihichte. 487. 
—, Sara. Die Gefchichte einer eben EDECIeBUNG 
262. 


aus dem anne von 2. Helbt. 

si E Gedichte, 3. Auflage. 

Sörenſen, C 5. „Die Fahrt der Jomsburg. Überſetzt 
von J. Anders. 98. 

Sohnrey, H., Düwels. 

Sommer, L., Schtillvergniegt. Gedichte und Er⸗ 
zählungen in Pfälzer Mundart. 402. 

Somner, %., Das Rololo-Bult und Anderes. 289. 

Sonnentdein, 9., Geufe Finfam von unterwegs. 15. 

Soyla, D., Daß Herbarium der Ehre. Roman. 44. 

Speidel, 2., Schaufpieler. (Schriften, 4. 8b.) 41. 

Sperling-Piastowsli, &., Das Unbefiegte in uns! 
——— 


Bauerndrama. 50. 


Stad), %. v., Missa poetica. 380. 

Stahl, E. 2., Das altdeutiche Ofterfpiel. 348. 

Start, 8., Sonn Lifa. Roman. 148. 
Stegemann, 9., Die Himmelspadher. Roman. 452. 
Steinitzer, H "Sie Tragödie des IH. Roman. 98. 
Stern, U., Di Ausgeftoßenen. HRoman. 44. 


Gtilgebauer, E., Das verlorene Paradies. Roman. 
431 


Stjernftedt, 8. M., Der binlende Eros. Novellen 
und SNazen. Überfebung von R. Sternberg. 288. 

Stodert-Reynert, D. v., Und fie gingen in ihr König 
reih ... Roman. 25. 

Pose „K., ——— Poſthorn. Etwas für Hell⸗ 

rig 

Straßer-Reidenn, 9., Bon der Bühne des Lebens. 
Lieder und Gedichte 0. 

Straß, R., Siebeätrant. 

—, Seine engliiche Frau. Roman. 387. 

Str eißler, $., Das Radium als Ehetifter. 
und Oborinal. Zwei Rovellen. 355. 


Roman. 73. 
Ddorigen 


Ahre, Die. 139. 284. 

Baperland, Das. 18. 85. 53. 67. 83. 99. 116. 
160. 180. 196. 220. 244. 268. 284. 301. 814. 
348. 864. 384. 404. 442. 467. 489. 

Brenner, Der. 18. 36. 53. 67. 88. 99. 116. 
180. 196. 220. 244. 285. 301. 814. 404. 
489. 

Brüde, Die. 116. 

Bud für Mlle. 18. 83. 160. 314. 882. 405. 

Bücherei Maiandros. 14. 84. 

Bücherwurm, Der. 116. 140, 

Bühne und Welt. 19. 86. 53. 67. 84. 100. 
161. 180. 196. 220. 244. 269. 285. 301. 


384. 
—— TEHENER, Der deutſche. 67. 


aron. 
nit. 196. 220. 286. 


139. 
332. 


140. 
443, 


160. 
467. 


116. 
314. 


140. 
832. 


Strindberg, U, Die Kronbraut. 
Nberiegt von E. Schering. 434. 
—, Baria. Ein Att. 238. 


— Novellen. 487. 


Strobl, D., ze a zum König Bremysl. 
Eine — Geſchichte. 257. 
Sturm, 9., Friedrih Wilheln Weber. Bu feinem 


100. ®eburtdtage (26. Dezember 1913). 478. 
Sudermann, D., Der gute Ruf. Schaufpiel. 62. 
SUUDER U., Die Mühle im falten Yrund. Roman. 


—, om Wegrsrand. Novellen. 454. 

Sutro, U., Dorothus Rettung. Schaufpiel. Ülber- 
fest von 6. g. Schwarz. 326. 

Sünge, I. M., Der Held des Weiterlande. (The 
Playboy of the Western World.) Komödie. über 
tragung von Ch. H. Fiiher und Gil Bara. 379. 

Swietochowski, A., Aſpaſia. Drama. Aus dem 


Polniſchen ent von Fr. Kurpierz. 383. 
Szende DArday, DO. v., Roft. Roman. 25. 


T. 


Theater⸗Adreßbuch, ande. Hab. vom Deuticdhen 
Bühnenverein. Jahrgang 1913/14. 449. 
Theater-Alnıanad), an SFahraang. 1913. 
Hab. von der Senoftenicaft Deutidyer Bühnen- 

angehöriger. 41. 
en auf das Jahr 1914. 25. (Jubiläums-)Yahrg. 


Hab. von U. 

Rundt und 3 Landeberg. 41. 

Theaterkunft, Moderne. Geleitworte. 393. 

Thenau, H. &., TDämmernde Welten. Gedichte. 178. 
—, Harzesz auber. Moetiiche Reifebilder. 178. 

Thom, U., Lindeleid. Crzählung. 206. 

Thoma, R, Das GSäuglingsheim. KBurleste. 

—, Die Sippe. 481. 

Thurston, T.. The Apple of Eden. 327. 

—, a 217. 

Tieg, W., 1813. Ein vaterländifchesiyeftipiel. 112. 

Ar 9., Das Frühftüd beim Minifter. Komödie. 


Zolftoi, 8 Der lebende Leihnam. Zwölf Bilder 
nad ve Aufführung im Deutichen Theater zu 


Berlin. 393. 
Zravers, %., Quzerner Abendllänge. Gedichte. 361. 


Thealerlalender auf das Jahr 1918. 


114. 


Traversi, G. A., La Civetta. 299. 
Trebitih, ©., Ein Wutterfohn. Schaufpiel. 157. 
Treu, W., Deutfhes Gemütsleben. Lieder und 


Sprüde in ber Hütte. 1. Gedichtbüchlein. 82. 
—, Blumeniträuße. 2. Gebidhtbücdhlein. 82. 
—, Göttlidhe Komödie und Teufelsiput. 3. Gedicht- 
büchlein. 82. 
—, Theodericdh ber rose: ein @otenjang. 60. 
Zrommershaulen, ‚ Zwei Helden. 428. 
Tropper, U., Die Lieder bes Waldfees. 380. 
Trotſche, — Söhne der Scholle. 396. 


Troylus, A. v., Das letzte Glück. Roman. 337. 
u. 
Uellenberg, E., Drei Ringe. 


Ausgewählte Gedichte 
aus den Jahren 1900-1912. 51. 


Uhde, ®W., Anno Dreizehn. 428. 
Uhden, 8., Der neue Umtsridhter. 109. 
Urhull, Baron ®. v., Der Sang von Efofirto. 293. 
—, Raulafiihe Novellen. 151. 
B. 
Vachell, H. A., Blinde Down. 242. 
Vallazza, K., Jm goldenen Licht. Gedichte. 210. 
Ku ae Frau von vierzig Jahren. Schau⸗ 
piel. 7. 
Viebig, Cl., Das Eiſen im Feuer. Roman. 148. 


Virginia, J. Das bunte Band. 880. 
Vogt, M., An ſchwarzen Waſſern. 454. 
Vollert, ., Sonja. Roman. 337, 


2. Beitihhriften. 


Daheim. 19. 36. 58. 67. 84. 100. 116. 140. 161. 180. 
196. 220. 244. 269. 285. 301. 8315. 332. 348. 365. 
384. 405. 420. 443. 4167. 490. 

Deutich-Ofterreid. 36. 68. 84. 140. 161. 180. 

Deutich- Ofterreich, Das literarifche. 161, f. Ehronit 

Dramatil, Moderne. 68. 117. 385. 

(Echo, Das literarifche. 19. 36. 53. 68. 84. 100. 117. 
140. 161. 180. 196. 221. 269. 285. 301. 315. 332. 
349. 365. 385. 405. 420. 467. 490. 

Edart. 19. 68. 117. 140. 197. 245. 285. 315. 349. 
405. 443. 490. 

sriedeng-Warte, Die. 19. 37. 68. 100. 117. 

Greif, Der. 385. 443. 

Grenzboten. 19. 37. 54. 88. 84. 100. 117. 140. 161. 
181. 197. 231. 245. 269. 285. 301. 315. 333. 349. 
365. 885. 405. 480. 443. 467. 490. 


Märchenipiel. 


I 


Bon Ichwäbiicher Scholle. — für ſchwäbiſche 
—— und Kunſt 1914. 

Borit, M. v. (&. Doriet), Die Befenntniffe einer 
en rau. 64. 

Voß, O., Bwilchen Sinnenglüd und GSeelenfrieben. 
Gedichte und Überiegungen. 159. 


W. 


W., G. v. Sagen der Muſelmänner. 182. 

Wachsmuth, — Es waren zwei Königskinder. 

a Daud un Dümel. Dichtung. 

agner, D., Das dunfle Tor. Roman. 75. 
dhier, 9., Die Spinne. Schaufpiel. 180. 

Balheim' A., Emil Ertl. Gein Leben und feine 
Werle. Eine Studie. 268. 

Walloth⸗Muſeum, — — von E. G. Chri⸗ 
ſtaller. Bd. J und II 

Walter, R., Traute Bieberiente. Komödie. 898. 

Walter, ®., Geftalten und Stunden. 280. 

Warned, E., Der Morgen graut. Drama. 130. 

Watanna, O., Japaniſche Nachtigall. Aberſetzt von 
%. Qumbe. 374. 

Ber B., Fenn Kaß. Der Roman eines Erlöften. 

Beben, Sriedr. Wilh., zum 100. Geburtstag. 473. 

Wed, ©., Jahrhundertfeier. 280. 

Wedelind, %., Lulu. Traueripiel. 

Wegener, 8 Chriſtophh Hartmann. Roman. 46. 

Weirand, KH. W., Bilder vom Wege. 262. 

Weiler, E., Die Buchenfaat. Dramatifches Gedicht. 
343. 

Weiß, S., Nosmis Liebe. 439. 

Wells, H. G., Marriage. 327. 

Wendel, ®., Gedichte. 210. 

Wendel, ®W., Romanzen und Lieber. 

Wenz, R., Tante Regina. 273. 

Werfel, %-, Wir find. Neue Gedichte. 

Wertheimer, B., Schwert und Spindel. 
fpiel. 136. 

Widenburg, 4. Graf, 
(Ute und neue.) 209. 

Widmann, %. B., Ausgewählte Yeuilletons. 
von M. Widmann. 145. 

Wiegand, E. Fr., Marignano. 
drama. 583. 

Wiegershaus, Fr., Segel im Winde. 80. 

Wigand, K., Vaſun. Schwank. 6. 

Wildenbruch, E. v., Geſammelte Werke. Hab. von 
B. Kigmann. Ymweite Reihe: Dramen, 7. 8b. 474. 

Wildgans, U., Die Sonette an ad. 460. 

—, In Emigleit Amen. . .! Ein Gerichtsftüd. 238. 

Williamson, C. N. and A. M., The Guests of Her- 
cules. 217. 

—, The Heather Moon. 327. 

Willmeann, %. E., Bu Otto Ludwigs 100. Geburts- 
tage (11. Yebr. 1913). 57. 

Winterholler, Fr., Späne der Schwärze. (Lyriſche 
Gebilde.) 361. 


409. 
293. 


236. 


210. 


264. 
Schau⸗ 


Fünfzig Wiener Gedichte. 


Hab. 
Ein Schweizer Bolts» 


em ibn Der Baidın. Erzählungen aus bem 
rient 
Wittlomwsty, E., Bom andern Ufer. Dichtungen. 418. 


Wohlbrüd, D. Aus den Memoiren ber Brinzeifin 
Arnulf. 229. 
wel, &., Hannelen, ein Buch der Armut und Arbeit. 


Boll. J. F., —— Aus zehn Dresdener Schau- 
ipieljahren. 3 


8. 


Bahn, — Was das Leben zerbricht. 289. 
ierſch, W. Eiſen. Schaut iel. 49. 
Tiere $. + Die helle Nadıt. Ein Bühnengedicht. 


giatnit, %. I., Reue Lieder. Ausgewählte Gedichte. 


ver. 8 „Sehnſucht und Erfüllung. 289. 
unnini, 6 Stelle d’Argento. 299. 


Hammer. 20. 87. 54. 68. 84. 100. 117. 141. 161. 
181. 197. 221. 269. 285. 301. 315. 349. 365. 405. 
443. 467. 490. 

Heimat. 20. 68. 84. 117. 162. 197. 221. 301. 815. 
349. 420. 490. 

Hochland. 69. 100. 141. 162. 197. 221. 286. 302. 333, 
349. 421. 443. 490. 

Borigont. 162. 

Kompaß, Der. 162. 802. 

Land, Dad. 20. 85. 141. 221. 333. 444. 490. 

Licht und Schatten. 20.37. 54. 69. 85. 101. 117.162, 
181. 197. 221. 245. 269. 286. 302. 315. 888. 349. 
365. 385. 405. 421. 444. 467. 491. 

März. 316. 333. 349. 365. 385. 405. 444. 468. 491. 

Militär-Wocenblatt. 20. 37. 54. 69. 85. 101. 117. 
141. 163. 181. 197. 222. 245. 269. 286. 302. 316. 
383. 350. 365. 385. 406. 444. 491. 





Mitteilungen aus dem Quidborn. 


—, Belhagen und Klafings. 
286. 316. 350. 386. 445. 
Niederrhein, Der. 38. 
Rord und Süb. 
866. 386. 445. 
ft und Weft. 334. 
Bommerland, lnier. 


PBrovinztheater, Das. 21. 69. 


Duidborn, j. Mitteilungen aus dem Quidborn. 
38. 69. 142. 163. 198. 246. 302. 


Revue, Deutiche. 
334. 366. 386. 445. 492. 

Rundihau, Deutiche. 
287. 316. 850. 386. 445. 


Saturn. 86. 142. 163. 198. 246. 366. 446. 


Adlersfeld-Balleftrem, E. v., Der Braut- 
ſchmuck a Whnfrau und andere No» 


vellen 
—* ranadfiiche, Breisverteilung. 


cu, E., Klein⸗ECiſen. Drama. 40. 

Aimanach, hgb. von der Redaktion von 
Velhagen E Klaſings Monatsheften 
(1914). 336. 

Andrejew, L., Jekaterina Iwanowna. 
Drama. 24. 

Annunzio, 8.0’, Eifen. Drama. 336. 


mn Fu „Gertraud Germailen. Drama. 


Kan z8 —— der Balkankadett. Er⸗ 
zählung. 

"oe, 7 2. Harfußele, bed. von €. 
olbe 


Bleiheint bon Bucdhenberg. Hab. 
don E. Wolbe. 108. 

—, Zojeph im Schnee. Hob. von €. 
__Wolbe, 183. 
‚ Werte, hab. von U. Bettelheim. 
 Boltsausgabe. 119. 

Auernheimer, R., Das Baar ber Mode. 
Zuftipiel. 40. 

— und 8. Feld, Das dumme Glüd. 
Zuftf.iel. 422. 


Bärmann, J. R., Kivatern. En Buren- 
fpill in Rimeln, rutgewen von 9. K. A. 


üger. 470. 
Bahr, 8., Zofefine. LUuftipiel. 248. 
—, ht antom. Komödie. 868. 496. 


DSH, %r., Burg Weibertreu. Luftipiel. 


— R. H. Vom ſterbenden Rokolo. 
Novellen. 494. 
Delermis, &. v., Die Sunamitin. Drama. 


Dalai, D., Das große Werl. Drama. 


— M., Der Wächter. Drama. 304. 
Br R., Die deutichen Bollabücder. 


Bergftröm, H., und U. Larien, Schmwar- 
zer Beter. Quftipiel. 304. 407. 

Bernt und Tidhintel, Neuere Dichter für 
die ftudierende Jugend. 87fg. 

Bertram, E., und E. Traut, Das Tebige 
Regiment. Luftipiel. 852. 

SHE F. A., Frauen. Schauſpiel. 


Bibfiotget der Untergeltung, unb . 
Willens, 18. Jabra. ; A . Bd. 144 


7 “ 2. 


— —, 13.3). 8335. 

—, 14. Jahrg., 1. ®d. 8835. 

— —, 2.und 3.80. 422. 

Btbliothet wertvoller Erzählungen, bob. 
von Hellinghaug, 13. bie 15. Bd. 422. 

Bülderbüder, Baterländifche, Hab. von 
Kopde, 8. Bd.: VBigmard. 119. 

Blunt, 9. Fr., Klaus Weileld Heimtlehr. 
Einalter. 495. 

Boedel, %., Detlev von Lilieneron. Er- 
innerungen und Urteile, 2. Aufl. 586. 

Böhlau, H., Gudrun. 448. 

—, Ratömäbdelgeihichten, 15. Aufl. 72. 

Börne, Werte, Hab. von 2. Geiger, 6. und 
us (Goldene Klaifiler- ihliothet.) 

— — * Glück des Hauſes. 

uſtſpie 

ojer, J., ae Walewska. Schauſpiel. 


8 
Boldt, = Bmang. Schaufpiel. 496. 
an .’ Die Schübbürger. Schmwant. 


— H., Der alte Berns. 469. 
— Sn Seine Ihwerfte Rolle. Ein- 


—*5— —F HEN Nberjegt 


69. 141. 445. 

Monatöhefte, Süddeutiche. 21. 87. 69. 85. 141. 181. 
197. 245. 286. 316. 350. 421. 445. 491. 

85. 101. 142. 198. 245. 


69. 85. 101. 142. 181. 222. 286. 315. 


118. 816. 366. 386. 406. 492. 


383. 70. 101. 181. 198. 270. 


— Regiſter. 


Scene, Die. 866. 


Schaubühne, Die. 270. 


492. 


468. 492. 
Tribüne, Die kritiiche. 


Türmer. 
446. 


Aber Land und Meer. 


Sonntagsbeilage zur Voſſ. Zeitung. 21. 88. 54. 70. 
86. 101. 118. 1493. 163. 182. 198. 2232. 246. 271. 
287. 303. 334. 850. 866. 336. 406. 


Sonntagsblatt, Qutenbergs illuftriertes. 
70. 101. 118. 1428. 163. 182. 198. 223. 246. 271. 
287. 803. 316. 834. 350. 366. 387. 406. 421. 446. 


21. 38. 54. 
142, 164. 182. 198. 222. 246. 271. 287. 303. 317. 
350. 867. 887. 406. 421. 446. 492. | 


Bollswart, Deuticher. 

21. 39. 

247. 271. 287. 808. 317. 885. 351. 867. 
887. 406. 421. 446. 468. 492, 

Wedruf, Der. 

22. 39. 55. 71. 86. 102. 118. 148. 164. 182. 
199. 223. 247. 271. 287. 303. 317. 885. 851. 867. 
387. 406. 446. 493. 

Wort, Das freie. 
164. 182. 199. 223. 247. 287. 804. 885. 851. 867. 


Wage. 


421. 446. 468. Woche. 


21. 88. 54. 


199. 223. 


VII 





387. 
54. 70. 86. 102. 118. 143. 164. 182. 


148. 164. 199. 


22. 39. 55. 71. 86. 102. 118. 143. 


387. 407. 447. 468. 493. 


21. 38. eit im Bild. 
70. 86. 102. 168. 222. 246. 308. 317. 834. 


164. 18 
70. 86. 102. 118. 


3. Mitteilungen. 


Braceo, R., Die Heine Quelle. Scau- 
piel. 166. 200. 
Brandt, R., Theodor Fontane. 422. 


Brandt und Schönthan, Adam im rad. 
Komödie. 104. 

Bratt, U., und MW. Wajfermann, Der 
Mann auf der Schaukel. Xujtipiel. 40. 

Braun, W., Kinder der Gropftadt. Schau⸗ 


ſpiel. 184. 

Brentano, %., und U. Loleicd), Be Ba Bu. 
Schwank. 56. 

Briefe der Frau Rat. Auswahl. 1. Reihe 
(Zenien-Bücher). 469. 

Brieug, E., Die armen frauen. Schau» 
fpiel. 352. 


Brod, M., Abichied von der Bühne. 
Luftipiel. 389. 
Sun der Mütter, hgb. von Schliepköter. 


Bud — J., Burſchen heraus! Bunte 
Bilder aus dem deutſchen Studenten⸗ 
leben. 447. 

Bunde Hoh., Schande. 


Büchner &., Dantons Tod, bearb. von 


448, 
—, ae. Ein NRovellen-Yragment. 469. 
—, Dramatiihe Werte, hab. von R. 


Drama. 


Franz. 22. 
—, ®o ae. 448. 
Burt, Nachbarskinder und andere 


Booclien und Skagen. 

Bufie, E&., Der dantbare deilige und an. 
dere Novellen. 72. 

Buß, G., Aus der Blütezeit der GSilhou«- 
ette. "469. 

Ealderon, Jeder hüte fein Geheimnis, 
überjegt von 9. Werner. 408. 

—, Richter von Balamea. 408. 

Carli, A. und C., Die Schweſter Sr. Ma⸗ 


jeftät. Luftipiel. 288. 

Ehriften, U., Als cr heimlehrte. Er- 
zählung. 103. 

Claudel, P. Verkündigung. Drama. 224. 


Gorray, Ö., Der gnengefähete. Sahr- 
bud) für 1918. 104 

Dauthendey, M., Die Untergangsftunde 
der Titante. Epos. 144. 

DEIN, E., Beter Rojegner. Biographie. 


Dichter der Befreiungstriege, Auswahl, 
hab. von R. Windel, 4. Hufl. 272. 
Dichterbionraphien, 17. 8d.: Wieland, 
von E. Werler. 72. 

Dinter, A, Das ciierne Kreuz. KBolle- 
ftüd. 272. 424. 

—, Der Dämon. Schaufpiel. 56. 

Doehler, &., Lyriiche Ernte. 248. 

Dörmann, %., Damenmwahl. 24. 

Donatello. Scdymant. 88. 

Doftojewsti, Die Brüder Karamafom. 
Deutid von %. Blei. 166. 

Dürr, M., VBöllerfrühling, Drama. 224. 

Dunder V., und H. Gaus, Die kleine 
dohelt. Luſijpiel 24. 390. 

Ebner⸗Eſchenbach, Saar, Widmann, Er⸗ 
zählungen, hob. von J. Lackner. 28. 

Eckardt⸗Bücher, 8. Bd.: Bongardt, Der 
alte Berns. 469. 

Eeden, Fr. van, Lioba. Drama. 424. 

El Correl, Lachende Erben und andere 
Novellen. 165. 

Elfter, U., Törin Eveline. Komödie. 120. 

— ob. Deutiche Meilterprofa. 72. 

Engel, Die heitere Reſidenz. Luſt⸗ 


ſpiel. — 

Engelhard, K., Liebe. Tod. Zwei Ein⸗ 
akter. 184. 

— Dm. Mereihtomsfi und 
Schulze & Co. 288. 

Esmann, G., Premiete, Komödie. Deutic 


von Zautenfad. 88. 
eig, d., Der Held vom Wald. Drama. 


Ettlinger, K., Das Beſchwerdebuch. 
Komödie. 304. 


——— H., Anna Walewska. Drama. 


—, ainde Drama. 890. 
—, SFarus und Dädalus. Feitipiel. 804. 

—, Der Krieg. Einalter. 318. 

—, Riurt von der Sreith. Trauerjpiel. 
22. 

—, Beitwende. Schaufpiel. 352. 408. 

Evers, B. Zr., u. Metterhaufen, Fräulein 
Direktor. Xujtipiel. 88. 336. 

Ewald, #., Streijlidyter. Ein EESIENE 
bud). über]. von H. Key. 447. 

Ewers, 9. Das Wundermäddjen von 
Berlin. Drama. 184. 

Eyth, M., Beruistragif. Aus dem 
Taſchenbuch eines Ingenieurs. Hab. 
von C. Neumann. 447. 

Yabra, E., Das goldene Kalb. Schau- 
fpiel. Deutidy von &. Hartung. 288. 

Fahrenkrog, B. Wölund. Drama. 804. 

Yarlufari, E., Die Subura, überjeßt von 
D. Barth. 386. 

BANEREOISHHUNG, Literariiche Breife. 


Sauft Dottor Johann, älteſtes deutſches 
EUDDENIBEN bearb. von B. Braan. 


—* J. H., Geſammelte Dichtungen. 


—, —— 144. 
En X., Die eivige Angft. Luftipiel. 184. 
eitipiel, Hohbentwieler. 272. 
Seitipiele, 7.%8d., Gefammelt u. hgb. von 
G. R. Kruſe. 1533 
gidit L., Die Reiſe nach Tripstrill. 
Erählung. 9. Aufl. 288. 
Sicher, K., Märchen für Jung und Alt. 


3 fg. 
— L., Erwacht. Drama. 272. 
—3 , Klaus von Bigmard. Tragdble. 
gölber, & "Der Charlatan. Schauſpiel. 


gontene ‚Breis. 471. 

ortunatug, hgb. von R. Benz. 104. 

Francçois, L. v. Eine Formalität. Er 
zählung. 103, 

Brands, K. E., Der Hiob von Unterad). 


Srenfien, G., Jöm Uhl. Illuſtrierte Aus⸗ 
gabe zum 50. Geburtstage des Dich⸗ 


ters. 388. 

—, Sönle fen. Drama. 496. 

in Schulausgaben. 283. 199. 
tiedmann«Frederidyg, Die weiße Weite. 
Schmwant. 407. 

—, Müllerd. Schwant. 8390. 408. 

Fritzſchler, G. Graf Günther Katier- 
wahl und Tod. Drama. 318. 

Sul, D., Katharina von Medici. Drama. 


—— „Juſtiz. Drama. 428. 
—, Der He ne Tragilomd- 
die. 72. 390. 


Sanghofer, 2., Der Willen zum Leben. 
Drama. 40. 
Se A., Das Wingerfeft. Scherzipiel. 


Geißler, %.%., Das Wächterlied. Volls⸗ 
ftüd. 423. 

Geigler, M., Führer dur I beutiche 
Literatur des 20. ahrh. 

Gerbidon, M., Milliarbäre. Jomddie. 
Deutſch von E. Oeſterheld. 390. 407. 

Gerſtäcker, Fr., Aus Blockhaus und Ur⸗ 
wald. Fünf Erzählungen, bgb. von 
%. O. Schintel. 494. 

Gobineau, Graf, Alerander. Tragdbie. 
Deutih von 2. Schemann. 71. 

Goethe, Der Triumph der Empfind⸗ 


famteit. (Mbbrud der Ausgabe 1787.) Dane D., Rärriiche 


39. 55. 71. 87. 102. 118. 148, 


eitung, Zlluftrierte. 22. 39. 55. 71. 87.108.119. 148. 
3. 199. 223. 247. 271. 2837. 804. 817. 885. 
851. 367. 387. 407. 421. 447. 498. 
Zeitung f. Lit., Kunft und Wiljenichaft. 

148, 182, 287. 304. 885. 367. 407. 447. 498. 


22. 89. 71. 
®oethes — bgb. von Ed. von der 
Hellen. 6. Bd. 
Volks⸗ 
Golz, E. und A., Die ee Ehebrecherin. 
Komödie. 408. 
Nberi. von R. Raf- 
fayg. 469. 
Grabein, B., Wildwajfer. Novelle. 388, 
Greif, Der. Monatsichrift. 165. 
freunde (1913). 494. 


— Werke, hab: —— vᷣb. Engel, 
ausgabe. 468. 

—, Briefe der Frau Rat an ihren Sohn. 
1. Reihe. (KZenien-WBücer.) 469. 
Schwank. 390. 472 

Gorsleben, R. J. v., Der Raftaquär. 

Gourmont, R.de, Der alte König. 
Märchentragödie. 

Grabbe, Werke, hab. von Sp. Wuladi⸗ 
dinovie. 851. 

— Schulausgaben kaſſiſcherWerke. 
10 

Greiner, L., Arbaces und Panthea. 471. 

Greinz, R., Zaihenbudy für Bücher⸗ 

Greyerz, O. v., Im Röſeligarte. Aus⸗ 
gabe mit Begleitung von Klavier und 


Gitarre. se 

Grigoromitih, D.W., Die Schule der 
Baftfreundichaft. Rovelle. N Nderf. von 
Eorded. 338 


Örillparzer, F., "Das kauinene Bließ. Hab. 
von K. Berger. 2; 

—, Des Meeres 3: der Liebe Wellen. 
Hob. von N. Keller. 87. 

—, Xibuffa. Hub. von G. Gurme. 88. 
—, Sappho. Hub. von U. Berndt. 87. 

Srimm, Kinder- und Hausmärchen, hab. 
von — v. d. Leyen. 108. 

Groller, B., Sporigeſchichten. 272. 

Guitry, S., "Ser Kampf um bie Feftung. 
Luitipiel. 248. 

Bustow, Die Ritter vom Geifte, hab. 
von R. Genſel. (Goldene taffiter- 
Bibliothek.) 39. 

Hajod, U., Die Alten und die Jungen. 


Tunnel 390. 

Halbe, M., Breiheit. Schaufpiel. 818. 

en $r., Die Marsipanliefe. Hogb. von 
Belohoubet. 272. 

Hardt, €. Gdirin und Gertraude. 
Drama. 104. 272. 

Hartl-Mitiug, Der ewige Jungg’iell. 
Poſſe. 352. 


Hartwig, Th., Aus Märchenlanben. 23. 
Haßkerl, H., Abgerũftet. Luſtſpiel. 66. 
Sauptmann,@,, Der Bogen des DOdpyffeus. 
Drama. 448. 
—, Der weiße Helland. Drama. 818. 
—, Die Weber. Drama. 389. 
, Dre für die SJahrhundertfeier. 
e Barfival. Erzählung. 448. 
Hauptmann, D., Da Fräulein vom 


Globus. Auftipiel. 166. 
Helptmann, 8., Die lange Jule. Drama. 


Hehbel, dr., Ugnes Bernauer, Zrauer- 


fpiel, hab. von U. Neumann. 199. 
u. Rubin und andere. Novellen. 
—, Genoveva. 165. 166. 
—, Maria Magdalena. Hob.von A. 
Bebhme. 88 


—, Berte, hab. von %. Binternagel. 469. 
Hebbetfiftung. 120. 
Heinrid, T., Das BEanEdg beim Mi- 
nie Komöddie. 1866 
Luftf iel. 407. 


Heller, 2, — 
Auswahl, hab. von R. 


Herders Briefe. 
Latzke. 199. 

Herrmann, E. A., Das Gottes-⸗Kind. 
Krippenipiel. 471. 

Seyie, B., Blaudereien eines 
Freundespaares. ahlung. 861. 
et. Luftipiel. 


vo 


— Negifter — 





Sodhftetter, &., D-Zug-Geidyichten. 188. 

Döder, 8. D., Der Taugenidytd. Er 
nn 470. 

DSoefer, w., Aus den Erzählungen eines 
alıen Zambours. 72. 

— gt., großes Herz. Komö⸗ 

Holz, U., eonnenfinfternie: Drama. 336. 

Homers Odyſſee, überſetzt von W. Jor- 
dan, 3. Aujl. 40. 

Horſt u. Lippichütz, Fräulein Chef. Luſt⸗ 
piel. 4980. 

Sorten, H., Das Meer iſt das Leben. Ein 
Unteroſſiziersgejchick, 3. Aufl. 388. 
—, Itarusſiug. Ein Offigziersgeſchick, 

2. Aujl. 388. 

Hugo, B., Notre⸗Dame von Paris, überj. 
von F. Krottentamp. 447. 

Hume, O., Eine Unterſuchung über den 
meniglıdjen Beritand. Üverj. von X. 
Eisler. 23. 

—— — Der Eheforſcher. Luſt⸗ 
ſPpiel. 47 

Im Yöfeligarte, Sammlung fchmweisz. 
Boltslieder, hob. von O. v. Greyerz, 
QAusgave ntit wegleitung von Klavier 
und wWitarre, von 8. Bohdnenplujt. 448. 

Immermann, 8., Wunayyaufen. Sgb. 
von X. Vesper. 288. 

—, Dberhof. Hab. von W. Deetjen. 87. 

Faden, 9. 8. ısror. d., Theodor Körner. 
Erinnerungen. 318. 

Yalopy, W., und 9. Werner, Wir gehen 
nad Tegerniee. Xuyipiel. 423. 

Ienten, 9. Schatten des Schladjt- 
felves. Homann. Mberj.von Fr.v. 
KRanel. 23, 

Soeben, W., Sigfridſage, Volksausgabe. 

87. 


Jungnickel, M., Der Himmelsſchneider. 
varchenſpiei. 469. 

Kahn, »., Der Ring. Komödie. 471. 

Kaıfer, B., Für Freiheit und Vaterland. 
eiriptel. 408. 

Kalender: Wilhelm - Raabe » Kalender 
(1914), hab. von liter. 494. 

— Gceifel-salender auf das Jahr 1914. 
2 Jayrg., hab. von WE. A. Hammer. 


Kampf, 2., Nina. Schaufpiel. 40. 

Kaſtner, V. A., Das Urbild des Iſcha⸗ 
rioth. Drama. 472, 

Keller, G., Der grüne Heinrih. Neu- 
drud der eriten Jaliung. 448. 

Kempner-Hodjitadt, U., Die im Schatten 
leven. Linatter- Bytlus. 224. 248. 

Kiehne, Ö —— deutſcher Dichtun⸗ 
gen. 

Kintel, 6. * Hito der Schüß, hab. von 
M. Mendbheim. 71. 

Kinoautoren, Verband öfterreichifcher. 
224. 


PART DO DLDEFE —— Börne, 
Werte, 6.u.7. 

—: Grabbed ee — 

—: Guzkow, an vom @eifte. 39. 

Klaußmann, DO ‚Bum Großen Stlaven- 
See. Kine Reifeerzählung aus FKa- 
nada. 494. 

Kleift, 9. v., Hermanngidjladht. 104. 
—, Das Kätchen von Heilbronn. Hab. 
Don G. Klee. 87. 
—, Robert Suislard. 390. 
—, Der zerbrocdhene Krug. 

Wuladinovic. 87. 

Knoblaud), E., Der Zaun. Komödie. 318. 

Knodt, K. E., Wir find die Sehnfudt. 
Liederleie. 56. 

Kobell, %.v., Gedichte in oberbayrifcher 
as Ausgewählt von Fr.&und» 
a 

, Gedichte in pfälziiher Munbert. 
„Auswahl, hab. von $. Bundlad). 447. 


Sob. von 


Konrad, T., Der falfche Herkules. Yujte 
fpiel. 4. 
Koppen, R., 


Bubi, — für 
88 


große Leute, 3. Aufl 

—, —— Erzählungen. 388. 
Kopbe, W., Bismard. 119. 
Rraogt, U. Schöne Menichen. Schwant. 
Beach, 8., Hochgeboren. Luſtſpiel⸗ 

fhwant. 368 


Kralit, R.v., Merlin. Drama. 818. 

Krauß, R., Die Srau: Ernites und Lu⸗ 
ftiges, we ifes und Zörichtes, Süßes 
und Bitteres, aus den geiftigen Schaß- 
fammern aller Beiten und Böller ent- 
wendet. 470. 

Kreb3, ©., Auguft Daniel von Binzer 
oder Das Ende der Romantil. 119. 

Kriminalfälle, Berühmte, bob. von M. 
Mendheim. 7. mbar: Die Mönche von 
Czenſtochau. 72. 

Kruſe, G. R., geffiplele. 7.98. 188. 

Küdler, R., "Sie goldene Lode. Luft. 
jplel. 368. 


Kuno, Die Venediltiner. Drama. 144. 

Kyier, 9., Die Erziehung zur Liebe. Ko- 
möpdie. 336. 

Lagerlöf, ©., Das Mädchen von Etor- 
myr. Märdenipiel. 184. 
—, Herm Urnes Geheimnis. 184. 

—, Unficdhtbare Bande, überjeßt von P. 


Klaiber. (Amelangs Berlag.) 87. 
Zangeniheidt, %., Crlom. Drama. 
144. 166. 


J——— der Jugend, Nr. 21 bis 28. 
470 


Lee, H. Grüne Oftern. Schaufpiel. 40. 

egal, E., Zatare. Schauipiel. 56. 352. 

Leift, A., Armenilche Dichter, 2. Aufl. 56. 
Xengyel, W., Tante Rofa. Luftipiel. 448. 

geoncavallo, R., Bajazzo. Wrläuterun« 

en 

— Briefe für den Schulgebraud), 
ausgewählt von WM. Xapte. 23. 

Een, R.v., Die Erben, Komöbie. 


—, Weifter Gottfried. Drama. 471. 
gen Ch., Wlt-Rürmmberg. Schauipiel. 


Sienbarb, Fr., 
— 

— Der Tyrann. Drama. 119. 
nn ©., oe häßlihe Ferante. Luft» 
piel x 


Der Spielmann. Roman, 


Zorenz, ws Kublieb der Chrift. Drama. 
304. 

einen S., Kaiſer und Kanzler. 
Schauſpiel. 72. 88. 


Ludwig, O., Aus dem Wegen in die 
Ztraufe. (YUmelangs Berlag.) 87. 
—, Das Fräulein von Scuderi. Schaue 
ipiel. 224. 

—, Hanne rei, Luiftipiel, 
E. Ludwig. 38. 104. 
—, Zorgauer Heide. Drama. 104.390. 
Märcdjen der Weltliteratur, beb. von Fr. 
v.d. Leyen und P. Zaunert. 103. 
Märchen feit Grimm, Deutiche, hab. von 

P. Baunert. 103. 

PMagnusjen, Seine einzige Yrau. Luft- 

ipiel. 390. 


bearb. von 


Me D., Die große Liebe. Schauifpiel. 


— P. und B., Weltkinder. 
Uberſ. von O. Sigall. 388. 

Markus, St., Bathieba. Drama. 56. 

—, Votiphar. Tragödie. 56. 

Marriot, &., Kinderichidfale. 
und Skizzen. 447. 

Mauprey, W., Les vices de Paris. Pa- 
riſer Sittenftüd. 304. 

Mayer, 3., Heimtehr. Cinalter. 

—, Benbetta. Sweialter. 471. 

Mees, ©., Sailerliche Hoheit. Luftipiel. 
Für bie deutfhe Bühne bearbeitet 
von &. Dtten und R. Lothar. 184. 

REDEN: H., Anna Boleyn. Drama. 200. 
389 

Mendheim, M., Sommerliebdden. 272. 

Mereichtorsti, D. 288. 

Merhard, M., Deutſche Trilogie. 166. 

Merter, E., Wieland. Biographie. 72. 

Meyerfeld, M., Robert UAnftey. 24. 

Meyers alafſitet⸗·Ausgaben: Hebbels 

erte, hab. von Zinkernagel. 469. 

Migerta, 9., Das Glüd der Häßlichen 
und andere Sagen und Satiren. 388. 

Miftral, Yr., Lepte Ernte. Gedidite. 
Überi. von Fr. Steinig. 469. 

Mörike, Ed., Ergählungen und Märchen, 
a von K. ®veppinger. 272. 

Moliere, Der Bürger ald Edelmann. 
berf. von U. Cornelius. 23. 

Molnar, %., Das Märchen vom Wolf. 
Komödie. 24. 

—, Liliom. Drama. 

Molo, ®.v., Der — ver Menid)- 
heit. Scyillervrama. 851. 

Mozart, Die ED ENE Erläuterungen, 
bgb. von Ghop. 336. 

Mü Ba er Th., —— hab. von M. 

endheim. 56. 


Muͤller, K., Um — Drama. 304. 


Novellen 


471. 


Müller von Königswinter, W., Das 
Haus der Brentano. 422. 
Miller-Eberharbt, W., Die Turbine. 


Tragödie. 448. 
Mundartdichter Ofterreichd, NReichabund. 


352. 
Wundhah, Dr. Berlehrte Welt. Schwant. 


—— C., Hein Lohmann und Kon⸗ 
ſorten. Lufipiel. 496. 


Muſäus, Vollsmärchen. Hab. von P. 
Baunert. 108. 

ER 9., Die Affäre. Luftipiel. 

—, Danas — 


—, ——— hat Recht. ——— 428. 
— ne Traum, Drama. 438. 


Neal, M., und M. Ferner, Der mübe 
Theodor. Schwant. 408. 

— und %. Bidel, Das blaue Wunder. 
Quftipiel. 56. 

Nithad-Stahn, W., Weltherr. Drama. 


120. 
2 O 
— N Seilig ft das Leben. 


Drama. 
Bes Fr. — Drama. 


Osten. R., Kriegszeit. Drama. 304. 
Oftmarlenverein, Deuticher, Breisaus- 
fhreiden (Dftmarlenroman). 471. 
DOverbed, R., Kümmelblättchen. Quft- 

fpiel. 72. 
Dverves, „Biquebub?“ Drama. 119. 
Overmweg, R., Kümmelblätthen. Auft- 
fpiel. 272. 
Oxford German Series: Grillparzer, 
Libuffa, Hab. von G. Gurme. 88. 
Balten, R., Der Schufterfranzi. Rolls 


— 386. 
Paſztor, A AInnozent. Komödbie. ee 
8 


Baul, 3. Kolitiiches Bermädtnis. 
von D. Krell. 469. 
Alain; Gedichte. Hab. von U. Rauſch. 
Bohlmann, H., Erifa. Schaufpiel. 8390. 
Boppe, Th., Schweitern. Drama. 422. 
Botapento, 3.R., Im Bfarramt. No- 
velle, überfeßt von H. Röhl. 272. 
PBreisausichreiben des deutihen Oſt⸗ 
marfenvereind. 471. 
— ber „Wodje": Tirol. 407. 
Breisverteilung der franzöftichen Alfa 
__bemie. 247. 
, Kontane-Breis. 421. 
— der Kleift-Etiftung. 448. 
Brellwig, &., Die Tat. Batriotiiches 
Yeitipiel. 424. 
Bresber, R., Auge um Auge. Ginalter- 
Zyflus. 40. 
Quickborn⸗Buͤcher, 1. Bo.: Fehrs, Holſten⸗ 
art. 144. 
—— (1914), hab. von Elſter. 


ih, Der Verſchwender. 
märchen. 390. 
Reclams uͤniverſal⸗Bibliother, Nr. 5468 
bie 5474. 56. 
—, Nr. 5481 bis 5490. 
—, Nr. 5491 bis 5500. 
—, Rr. 5504 bis 5510. 
—, Nr. 5511 bis 5516. 
—, Nr. 5524 bis 5530. 
—, Nr. 5564 bis 5570. 
—, Nr. 5584 bis 5590. 
—, Nr. 5592 bis 5600. 


.‚ Halbmonb und Kreuz. Drama. 


Lager. 


Bauber- 


23. 

71. 

1083. 
165. 
183. 
272. 
336. 
ar 


—, Nr. 5601 bis 5608. 

Rebharbt, B., Traum Ki Freiland. 
Scyauipiel. 0. 

Reichsbund deutſcher Mundartdichter 
STE: 852. 

Renner Altefte. Drama. 495. 


Roda oe und &. Meyrint, Hufz Billa 
Huſz, — 368. 
ne ., Yünf Frankfurter. Luftipiel. 


Roofen, M., Das europälihe Konzert. 
Drama. “48, 


Roſegger, H. L., Peter Lenz unb ans 
bere Gere — 165. 

Roſen, R ahrheit. Drama. 471. 

Rofenberger, €, 1+1=8 und andere 
Geſchichten. 71. 

Roſtand, Ed. Der Götterhain. Panto⸗ 
mimenbdichtung. 24. 

Rothſchild, H. Eröfus. Drama. 166. 


Rückert, er Der Leipziger Jahrmarkt. 
Lufijpi el, hgb. von G. Schenk. 368. 
Saalwächter, M., Schattenbilder zu 

Fr. Rückerts fünf Märlein. 49. 
Caldern, Th.v., Das Margaretenbudh, 

26. Aufl. mit luftr. 388. 
Sanbberg, A., Seidene Strümpfe. Luft- 

ipiel. Über. von Z. Zofephion. 184. 
——— H., Der Eroberer. Schaufpiel. 


— R., Die Anſtandsviſite. Luſt⸗ 
ſpiel. 20. 

ae U Große 

Schäfer, M., Der 
fpiel. 104. 120. 

Schanz, %., Aus den alten Sauber- 
bronnen. Mär en. 470. 

Scarrelmann, , Großmutters Haus 
und andere Erzählungen. 470. 

— H., Der neue Shylock. Schau⸗ 
piel 

Scheffel⸗ Kalender auf dad Jahr 1914. 
2 Yahrg., bob. von W. U. Hammer. 


Schelling, F. W. J. v., Uber da Ber- 
hältnis ber bübenden Künfte zur Ratur. 


rauen. 470. 
ürgerprinz. Luſt⸗ 


Schiller, Die Räuber. Für die Bühne 
bearb. von R. Weinmann. 447. 

Schlegel, $r.v., Die brei erften ®or- 
lefungen über die Philoſophie des 
Lebens. 469. 

Schlieptöter, Das Buch der Mutter. 494. 
Sdymidt, 2., Ehriftiane. Ein Spiel aus 
der Woethezeit. 804. 472. 
Schnitzler, A., Komteſſe Mizzi. 

die. 368. 
—, tiebelei. Schaujpiel. 368. 
Schönherr, &., Aus ſchwerer Zeit. Drama. 


—, „Die Trentwalder. Komödie. 390. 


— F. v. und R. Presber, Die 
Buppenllinik. —X 304. 

— ar Der Retter in der Rot. Luftipiel. 
4 


Scholz’ a 470. 

Scholz, W. v., as⸗ Liebe. Schau- 
ipiel. 104. 166 

—, Der Jude von Konftlanz. Trauer- 
fpiel. 423. 

—— Fr., Graf Götßen. Schau⸗ 
pie 

Schuch⸗Mankie wicz, M. v. Karneval. Ein 
Letzter. Faſt eine Märtyrerin. Drei 
Novellen. 469. 

Schwarg, D., und®. Mathern, „777: 10“ 
Schwant. 72. 

— H., Hans Beinharts Abenteuer. 
18: 


Shateipeare, Julius Gäfer, nad) der 
Scylegel- Tiedicdyen Mberjegung für die 
Bühne u von X. Weber. 108. 

Shaw, 3., Yanny’s erjtes Stüd. Ko- 
mödie. 1u4 

, Bygmalion. Zuftipiel. 408. 

Shirley, A. und ©.v. Zug, Eine Köni- 
ein ohne Krone. Schaujpiel. 368. 

Signe, JZ.M., Der Held von Wefterland. 
Komödpie, überjept von Eh. H. Fifcher 
und Gil Bara. 368. 

Siguriondion, F., Berg-Eypind und fein 
Weib. Schaufpiei. 119. 200. 

Söhngen, E., Heldentod. Drama. 120. 

Sopholled’ Tragddien, überjegt von 
— Donner, neu hab. von P. Vrandt. 


Sonta, Goldzauber. Komödie. 424. 
Spiero, H., Deutihe Lyrik feit 1850. 
_ Muswahl. 8. 
—— Wege. Die Richter. 
get, Kovellen. 469. 
Stein, A., Königin Zuije. 6. Aufl.. 318. 
EN d, Batrioten. Einalter-ZyUus. 


Stein. 2.8., und 2. Heller, Die Ahnen- 
galerie. Luftipiel. 23. 

Stein, W., Biedermeier. Luftipiel. 186. 

Steindorff, U. Brau Kardinal. Tra- 


gödie. 389. 
— C., Der Snob. Komödie. 


8. 
Eon M., Abdias, Hab. von R. Lapke. 


—, Der Hageftolz. Der Hohmwald. Hab. 
von WR. Laple. 199. 

—, Heidedorf. Weihnadtsabend. (Ame- 
langs Berlag.) 72. 

—, RKRallitein, hab. von WR. Lable. 272. 

Strauß, R., Mesalliance. Komödie. 166. 

Strindberg, A., Meifter Dlaf. Schau- 
ſpiel. Uberſ. von Brauſewetter. 165. 
Sturm, H. 448. 

Sudermann, H., Der gute Ruf. Schau⸗ 


ſpiel. 40. 390 
des Claudianm. 


—, Die Loboefãnge 
Drama. 358. 

Suttner, B. v., Ku⸗i⸗kuk. Novelle. 272. 

Tamms, M., Verboten und andere No—⸗ 
vellen. 103. 

Taſchenbuch für Bücherfreunde 1918, 
hab. von R. Greinz. 494. 

—— Fr., Die Amazonen. Luſtſpiel. 


—8 — A., Die Lühßowerin. Drama. 


Komö⸗ 


Thoma, 8., Die Sippe. Drama. 351. 

zirol ın Wort und Bild. 407. 

Zolftoi, 2, Der lebende Xeıchnam. 
Drama. 


Torn, T. v., vrinzeß Bummelchen und 
a Humoresten. 23. 

Treu, W., Eichenruhmeskranz, den beut- 
ſchen Manen aus großer "Belt gewun- 
den. 247. 

Unruh, F. v., Prinz Louis Ferdinand. 
Tragödie. 272. 

Vaka, D., Harem, Bilbder aus dem türki⸗ 
gen Frauenleben. Aberſ. von M. Pils. 


Vara, S., Die Frau vor 40 Jahren. 
S aufpiel. 862. 
Be und Klafings Almanad) (1914) 


— Regifter — 


IX 





Verband Öfterreihiiher Kinvautoren. | Wahl, %., und %. = Jurinel, Winkel⸗ 


224. zug. Schwant. 
BOLHD EDER Deutiche, hab. von R. Benz, | Walter, E., Der euch Weg. Drama. 
5. Bd.: Fortunatus. 104. Deuti 'von B. Dolph. 318. 
Boltslieder, Sammlung ichweizeriier: | Walter, R., Jın Zurm. Tragödie. 56.272. 
Im Röfeligarte hab: von D. Greyerz, | Wedelind, %., Büdfe der Banbora. 
Ausgabe mit Bes eitung von Klavier Drama. 88. 
und Gitarre, beforgt von &. Bohnen- | —, Leidenfchaften. Dranıa. 818. 


Wengefährte, Der, Jahrbuch für 1913. 
bed. von S. Corray. 104. 
Marinedireftor. Drama. 


bluft. 448. 
Volksliederſammlung in Oſterreich. 372. 


a Si Die Generalprobe. Xujt- —— — W., 

pie 18. 

Badyamuth, W., Weimar um 1800. 469, a g., Der Schwur. Bollsichau- 

Wackenroder, ®. d., Hergensdergießungen fpiel. 56. 
eines funftliebenden Klofterbrubers. Wiegand, R. Der Korſe. Tragddie. 
Phantaſien über die Kunſt für Freunde Wiener, O., Eugen von as 
der Runft. Hab. von E. v. Mein. 272.| Biographie. 470. 


Wilbrandt⸗Baudius, U., Theatererinne- 
rungen. 184. 

Wilde, R., und RR. Wurmfeld, Ehe⸗ 
quartett. 2uftfpiel. 184. 

ch R., Dichter der Befreiungstriege, 

4. Aufl. 272. 

Wolff, M., Diebeztuß. Der Sänger der 
Marfeillaife. Der Vermittler. (Ein- 
olterzyflus.) 104. 

Wolzogen, &.v., König Karl. 407. 

Zenien-Bücher, Nr. 81 bis 42. 469. 

Bahn, E., Verena Stadler, hab. von €. 
Jenny. 9. 

Bambaldi, ©. Eine 


Bergangenbeltt. 
Schauſpiel. 
166. 183. 


Denijch von M. Wulff. 


Baunert, Deutihe Märchen fett Grimm. 


iin: Der Greif, Monatsicdhriit, 
bob. von K. Rosner und Ed. von der 
Dellen. 165. 389. 


—, Deutiher KBoltsiwart, hgb. von ®. 
Krügel. 388. 
Bilferen, B., Die Helle Nacht. Drama. 
n, 9., Die drei Brüder von Danıas- 
tus. Luftipiel. 72. 
en Fa Mo- 


Bitelmann, €, Radie 
mentaufnahmen, 4. Aufl. 

Bobeltis, %.v., Wil und Wiebte. Luſt⸗ 

fpiel. 300. = 

108, 


| 8oder, ®., Die Zaft. Drama. 


4. Buch. und Kunfthandlungen, deren Berlagswerfe im redalttionellen Teile 
beiprodhen worden find. 


Abel in Leipzig⸗Seutzſch. 164. logau jr. tn Hamburg. 185. (2.) 

Adermann in Leipzig. 51. ann in Leipzig. 6?. 

Adler- Verlag in Ber 73. Grafjer in Annaberg. 402. (2.) 

Mbria-Berlag in Wien. 75. Grethiein & Go. in Leipzig. 273. 
n in Bonn. 78. 341. 418. 321. (2.) 

Aichendorff in Münfter. 874. ®reve in Münfter. 298. 

Baden in Köln a.Rh. «. (3.) 43. (2.) | Srote in Berlin. 17. 474. 


Grunow in Leipzig. 191. 225. 229. 
Sünther & Sohn in Berlin. 41. 449. 
Qutenberg-Berlag in Berlin. 179. 
gene in Leipzig. 10. 15. 348. 
Dahn in Leipzig. 179. 
Hallyone-Berlag in Salgburg. 159. 
zn. Sad)s-Berlag in München. 186. 


69. 124. 308. 409. 
Bard in Berlin. 11. 
Bed in München. 289. (2.) 
Behrend in Wiesbaden. 260. 
Beutner in Mittelehrenbad. 129. 
Boll & PBidardt in Berlin. 4. 159. 337. 
Bondy in Berlin. 81. 154. 
Bong & Co. in Berlin. 126. 452. 478. 


Bonnter in Leipzig u. Stodholm. 98. (2.) Hate in Göttingen. 861. 
Vorngräber in Berlin. 380. 398. 477. | Heims in Leipzig. 477. 
Brandftetter in Leipzig. 209. Heinemann in London. 464. 


Heik in Straßburg. 210. 281. 
Heller & Eo. in Wien. 155. 293. 361. 418. 
H lie & Beder in Leipzig. 126. 474. 


Braumöüller in Wien. 121. 148. 
Braun & Schneider in Münden. 210. 
Brebdin in Dresden. 82. ($.) 


Breitlopf & Härtel in Leipzig. 454. 488. | Hillmann in Leipzig. 861. 
Brüdner in Breslau. 305, Hirih in Leipzig. 193. 
Bruns in Minden. 255. Dirt, %., in Breslau. 280. 
Kallwey in München. 393. Sinftorff in Wismar. 409. 
Kajflirer in Berlin. 64. 293. 431. Hoepli in Mailand. 116. 


Hoffmann in Stuttgart. 313. 
Huber & Go. in Frauenfeld. 145. 
Smiel-Berlag in Leipzig. 95. 8324. 
Jacobi & Co. in Mladıen. 485. 
Zante in Berlin. 73. 225. 
Yanlien in Hamburg. 93. 288. 


Glaudius-Berlag in Wandsbed. 210. 
Soncordiain Berlin. 25.93. 229. 477.(2.) 
Softenoble in Jena. 121. 262. 355. 
Gotta Nadıf. in Stuttgart. 4. 62. 73. 

105. 109. 111. 337. (2.) 361. 454. 463. 
Greug in Magdeburg. 412. 


Gurtius in Berlin. 296. SFanus-Berlag in München. 185. 280 
Deiphin-Berlag in Münden. 409. (3.) 
Dender in Berlin. 280. Zunder in Berlin. 64. 148. 195. 273 
DENE in Sena. 43. 308. (2.) 383. 341. 369. 374. 439. 486. 
Kabigich in Würzburg. 808. 

Dieterich (Weiher) in Leipzig. 93. Kaljer in Hannover. 130. 
Dieshoed in Bofjum. 73. Kauffmann in Frankfurt aM. 6. 
Dörffling & Yranle in Leipzig. 296. Kayfer in Kaiferslautern. 402. 
Douglas in Münden. 207. | Kiepenheuer in Weimar. 80. 
Dreßler kr . ——— 308. | Hiehöeim & Co. in Matnz. 109. 201. 
Dürr in 2 = Ippig 412. 289. 341. 
Dunder, U., in Weimar. 249. ı Kloß in Magdeburg. 428. 
Edarbt in Leipzio 80. 2098. 280. 301. Knepler in Wien. 380. 

880. 485. Köjel in ftempten. 255. 369. 380. 


Kravant in Wien. 340. 
Ktrommer in Freudenthal. 402. 
Kühtmann in Dresden. 4. 
Kunjtanftalten, Vereinigte, in München. 
80. 148. 293. 460. 
Lampart & Go. in Augsburg. 209. 
Zangen in Münden. 31. 44. 75. 80. 
97.98. (2.) 114. 121. 288. (2.) 337. 341. 
(2.) 879. 


Eifenjtein in Leipzig und Wien. 293. 

eliiher Nacf. in Leipzig. 273. 369. 

Elsner in Berlin. 2883. 

Erdgeiſt⸗ eg in Leipzig. 209. 361. 
439. 460. (2.) 

Ereſio in Magliafo. 111. 

Eulik in Liifa. 209. 

Eupel in Sondershaufen. 6. (2.) 


Hilde: © K., Berlin-Friedenau. 210. 


er, — in Berlin. 194. 228. 234. Langewieſche⸗Brandt in München. 1. 
Lehmann in Berlin. 393. 418. 449. 
gefiel ® Co. in Berlin. 25. 80. 93. | Lehmann in Zweibriden. 293. 
121. 148. 151. (2.) 185. (2.) 201. 209. | Lehner in Klofterneuburg. 129. 


Lefeverlag in SORGEN. 296. 
Lug in Stuttgart. (3.) 
ı Manz in en 485. 
Martini & Grüttefien in Elberfeld. 460. 


225. 273. 289. 341. 380. (2.) 395. 396. 
428. 452, 

nn & Eo. in Berlin. 4. 
ande in Bern. 155. 402. 


teptag in Leipzig. 155. Matthes in Leipzig. 464. 

omme in Wien. 292. Merfeburger in Leipzig. 64. 194. (3.) 
omde in London. 827. 283. 487. 

ay & Hancod in Lonbon. 442. Meyer & Zellen in Berlin. 41. 483. 


—— & Wiedling in Wien. 206. 209. | Minden in Dresden. 125. 185. 


Moeſer Nachf. in Berlin. 355. 
eree in Seipzig. 51. 873. 280. Monatshefte, Rn ne: in Ründen. 


114. 148. 257. 814. 34 


‘ . . . 
nn nn nn UI nn 
| 000 


—— in Halle a. S. 201. 289. (2.) 
Müller, &., in München. 194. 209. 225. 


237.261. 308. 331. 858. 860. 361. 879. | Steinba 


487. 
Müller & Rentic in Münden. 
MRünter in Halle. 6. (2.) 
Mupe in Leipzig. 80. 460. 
NRahr & Zunk in Münden. 171. 
Riederjahfen-Berlag in Bremen. 
Deiterheld & Go. in Berlin. 41. 
853. 897. 438. 449. (2.) 
Ohle in Düffeldorf. 343. 
Oldenbourg in Berlin. 182. 
Drell Füpli in Zürich. 111. 151. 478. 
Baetel, Gebr., in Berlin. 109. 369. 
Bandora-Berlag in Leipzig. 259. 439. 
(2.) 454. 485. 
Peters in Magdeburg. 380. 
Bfadfinder- Berlag in Münden. 
Bierfon in Dresden. 6. 60. 210. 
PBirngruber in Linz. 240. (2.) 241. 
Breßverein, Katholifcher, in Linz. 
Prochasla in Zeichen. 25. 210. 
Buccini & Eo. in Bürich. 299. 
QDuintieri in Matland. 347. 
Rabinomwi in neipaig: 69. 289. 41, 
Raider & Co. in Zürich. 488. 
Reinhardt in Bafel. 59. 
Reinhardt in Münden. 262. 
Reiß in Berlin. 41. 64. (2.) 98. 121. 
194. 353. 
Neigner in Dresden. 4. (2.) 25. 121. 
169. 185. 201. 2310. 226. 257. 262. 278, 
(2.) 289. 298, 325. 337. 358. 369. (2.) 
374. 396. 
— — (Federn) in Paris. 


Rentſch in Münden. 1. 398. 
Nippel in Hagen i.W. 46. 
NRofenbaum in Wien. 305. 
Rowohlt in Leipzig. 13. 457. 
Nütten & Loening in Sranffurt a.M. 
44. 64. 126. 151. (2.) 193. (2.) 206. 
255, 325. 369. 454. 487. (3.) 
Runge in Berlin. 151. 

Sale! in Heilbronn. 125. 821. 


Sarafin in Leipzig. 356. 
Saturn-Berlag in Heidelberg. 
Schererverlag in Wien. 259. 
Schirmer & Wahlau in Frankfurt a. M. 
262. (3.) 

—3 — in Hamburg. 


398. 


308. 
(2.) 


369. 


241. 


441. 


129. 


126. 

midt in München. 452. 

mig in Köln. 312. (2.) 
Schriftenvertriebsanftalt in Berlin. 428. 
Schroth in Darmftadt. 278. 

Schulze & Co. in Keipzig. 


409. 
h alle: & Löffler in Berlin. 64. 201. 


Gepfet in Dresden. 

Siegigmund in Berlin. 80. 

Silvia-Berlag in Berlin. 308. 

Singer in Straßburg. 25. 159. 192. (4.) 
209. 225. 439. 

Societä nazionale in Zurin. 
299. (4.) 

Sonne, Die, in Dresben. 

Sphinz-Berlag in Leipzig. 


121. 229. 478. 


115. (3.) 


321. 
280. 439. 


| 
| 


— 


Staackmann in Leipzig. 75. 126. 138, 
1561. 206. 207. 210. 225. (2.) 267. 268. 
313. 321. 395. 412. 439. 460. 

in München. 296. 

GSteintopf in Stuttgart. 88.109. 206.869. 

Stiftungsverlag in Potsdam. 201. 

Strade in Warnsborf. 210. 

Stiferott in Berlin. 159. 

Tändler in Berlin. 341. 

Tauchnig,B., in Leipzig. 32. (2.) 38. (4. 
217.(4. )220. 242.(3.) 265. (7.)827.(11. 

Tempel-Berlag in Potsdam. 474. 

Tempöty in Wien. 155. 

Zhiele in Halle a. ©. 80. 

Tiefenbady in Leipzig. 8. 

Troemer in Yreiburg i.B. 51. 

Trowisih & Sohn in Verlin. 25. 

; Zrübnter in Straßburg. 463. 464. (8.) 

| Tuöfulum-erlag in eipzig. 178. (2.) 

Rein & Go. in Berlin. 396. 428. 
Angleid in Leipzig. 321. 

nion in Stuttgart. 148. 

Berein der Bücherfreunde in Berlin. 

124. 321. 452. 

Berlag Die Urbeit in Wien. 207. 

—, e in Wien. 
151. (3.) 238. 

— — Leſezirkels Hottingen in Zürich, 

— für Fe Kunft und Mufil in Leipzig. 

— — Literar. EEE 210, 

— —— Deutſche, in Stuttgart. 

—, Deutſche, Concordia, in Berlin. 25. 
98, 229. 477, (2.) 

— Reform in Wien. 209. (4.) 

Berlagdburcau, Modernes, in Zerlin u. 

Leipzig (C. Wigand). 6. 26. 80. 120. 

130. 148. (2.) 154. 171. 206. (2.) 305. 

383. 412. 452. 

Bits, N ——— in Berlin. 

Bolger in Beipsla,. en 121. 837. 486. 

Vollmar in Leipzig. 262. 

Volld- und Fugendichriften-Werlag in 

Leipzig. 428. 

Bolfapereind-Berfag in M.⸗Gladbach. 


159. 
Wagner in Innsbrud. 210. (2.) 343. 
Wagner in Lemgo. 6. 
Weber in Baden-Baden. 361. 
BWeitermann & Co. in New Vorl. 861. 
Wiegandt & Grieben in Berlin. 78. 
Wigand, GC. in Berlin, f. Berlags- 
bureau. 

in Leipzig. 193. 


Wigand, G., 


Bindelmann & Sohn in Berlin. 412. 


inter in Heidelberg. 454. 
Wolf in Leipzig. 264. 
Wunderlich in Leipzig. 32. 


Zenien-Berlag in Leipzig. 835. 44. 66. 
80. 129. 171. 280. (2.) 296. 305. (2.) 
343. (4.) 380. 412. 418. (2.) 460. 474. 
net in Magdeburg. 485. 

wißler in Wolfenbüttel, 225. 229. 409. 

430. 4831. (2.) 439. (2.) 452. 486. (2.) 
Im GSelbftverlage erichienen: 15. 193. 
209. 210. 280. 296. 361. 383. 393. A1B. 
454. 


31314 


Die ſchöne 


Beilage zum Literariſchen Zentralblatt 
für Deutſchland. 


Merausgeber Arof. Dr. Ed. Rarnıke in Leipzig, Kaifer Wilhelmftraie 3 


Verlegt von Ednard Avumartins in Keipjig, Roffirae 5/7 


Ir. 1. 


Literatur. 


o.« 
® 


en .. 








Erſcheint vierzehntäglich. 


*1. Jannar 1913. — 


Preis halbjährlich 3 Mark. 





nn 


Inhalt. 

Menere Literatur über Pramaturgie und Büfnenkunf (11: Genaft, Aus 
Weimars Laffifher und nadkiafjiiher Zeit, Erinnerungen eines alten Scan: 
fpielere. Slefeld, Berphilofoptierende Bagabund, Kebenebrichte eines Wander- 
fomödianten. Scharfen ftein, Aus dem Tagebuch) einer deutfhen Schaufptelerin. 


Shrift, Scaufpielerleben im 18. Jahrhundert. Eloeffer, Aus der großen { 


Zeit des deutfchen Theaters. 

Moderne J————— und Frauener 
der Großſtadtwellen. Janitſchek, Lu 
ftadt. Fabride Fabrié, Die Wachholderleute. Parker, Die deiden Häuſer 
am Markt. Hofmann, 's Wiener — Freiin v. Hutten, Die 
Stärkere. Msersberger, Paſtor Verden. öfer, Friedls Liebeemelodie. 
Schoepp, Skepp uhn Etruun. Rema, De tag des ?ebene. 


äßfungen (4): Kraufe, Im Etrome ' 
ige Ehen. Herbert, Die Edidfals- s 





 Pramen (6): Runge, Iud Süß. Horand, Cefare Monti, Feldhauptımann von 
Savona; Derf., Alte Scahutd. Wigand, Bafun. Brandes, Heinrich IV, 
König von Franireich Derf., Bier Großmägite: Derf., Rouffean als rei. 
werber: Derf., Der Kampf um's echt. 

‘ Yranfführungen. und Erkauffüßrungen (4): Ohorn, Die Einödpfarre. 
Schnitzher, Profeſſor Bernhatrdi. Bahr, Das a Diederid, Prin- 
deifin u dv. Bodpmann. Die heimliche Krone. Gött, Yortunatas Biß. 

* ———— Mondfahrt. Noda Roda und eyrin?, Die 
bodus. Biro, Ter Raubritter. Bataille, Les Flambeaux. 

— & (15): Huch, Gedichte, 3, Auflage. Herrmann, Quellen, 3. Auflage. 

onnenſchein, Geuſe Einfam von unterweg®. 

Werfhiedenes (17): Halte, Die Etadt mit den goldenen Türmen, die Geihidhte 
meins Lebens. Zeitfriften (1%). Mitteilungen (23). 


— — ** 


Baſſewi 
Ehlavin aus 


| 





e. &. Das Bein ann: Yabride Fabris, 


Bab Das Prinii 10.) alte, ©., Die hr mit den 
Bali fewis Petercens rue (13.) enaft, E. Aus Weimars un 
—— i ie ambeaux. (14 Bödtt, E. Fortunatas Biß. 


erbert, 
errmann, 8. Quellen. 


Beten 92. 


Hofmann. €, 


Biro,?2, "Der Raubritter. (13.) 

Bodmann, €. v., Die heimliche Krone. (11) 
Brandes, Es Der Kampf um's Recht. (7.) 
—, Heinrich v. König von Frankreich. (7.) 

—, Rouſſean als Freiwerber. (7.) 

Bier aha (7.) Sav 7.) 
if. —, Alte Shut. 





C ir Shanfpielerichen im 18. Iahrb. (3.) 

Clefeld, 5 De Be. ——— (2.) — — 

Diede rich. ‚ Brinzeffin Urfula. (10.) ‚mM. . Freiin v., Die EStärk 
Zloeffer, Aus der großen Bet bentfejen Thentert, (3.) — ek, M., Luſtige Chen. A 


t.. Die arklitenehn. 
riedls —S (5.) 


8 Wiener Komtefferl. 15.) 
var) 5 M., Sefare Monti, elbhauptnann von 


(7.) 
Gedichte. 3., vermehrte —— (15.) 


Die Wachholderleute. (4.)| Kraufe, B., Im — Ber (4.) 
bar ZLürmen. (17.) — er, in Paſt — — (5.) 
—— Zeit. (1.) Oborn, Die inödpfarre. 
Barker, Die beiden Kaufe am Markt. (6.) 
ema, e pe Alltag des ebene. 15.) 


(1. N 
’ Roda Roda und ©. Meyrint, Die Sllavin aus 


3. Auflage. (16.) 


5 an Bernhardi. (9.) 
Schoepp, nn "Etepy uhn GStrunn. (5.) 
Sonnenigein, Geuſe aka von unterwegs. (16.) 


2 Wigand, K. Baſun. 





NReuere Literatur über Aramaturgie und 
Bühnenkunſt. 


J. 


Genaſt, Eduard, Aus Weimars klaſſiſcher und nachklaſſiſcher 
Erinnerungen eined alten Schaufpielere. Stuttgart, 1910. 
Lußz. (374 ©. AM 6. 


Clefeld, Ernſt, *— —— * aD: 
eined Wanderkomödianten. Ebd., 1912. (331 ©. 8. 
geb. #4 6, 50. 

Scharfenjtein, Helın:, Aus dem Tagebudhe einer en Shan: 
fpielerin. Edd., 1912. (393 ©. 8.) #4 6; geb. 


Shiß, Sofeph Anton, Schaufpielerleben im 18. — undert. 
1912. Lungewiefhe-Brandt. (336 ©. Kl. 8.) 
eit des dentichen Theaters, 


#4 1, 80; geb. 4 3 
ee 
©. 8. 8) Kart. 4 2, DO. 


Eloefler, Artur, And Pa gro 
Münden, 1912. Rentich. 

Sn der befannten en bon Robert Zub 
finden fid drei Bände, die aus den reifen der Bühnen- 
leute ftammen und jehr unterjchiedlichen Wert befiben. Eine 
zweifellos fehr bedeutende Veröffentlihung find Genafts 
Erinnerungen aus Weimard Haffifher und nadflaffifcher 
Beit: ein Buch, das mit Zug und Recht die gleiche Stelle 
einzunehmen berufen it, wie Edermannsd Gejprähe mit 
Goethe. Denn der Theaterdireltor Goethe wird ung bier 
in jo greifbar deutlicher und reizvoller Form vorgeftellt, 
wie e3 Feine künftlihe Nekonftruftion fpäterer Beiten auf 
®rund der Quellen vermödte. Und die Gefamtbedeutung 
diefer Memoiren liegt darin, daß Genaft wirklich etwas 
erlebt bat, eine lange Reihe von Jahren mithelfend an 

Beilage zu Nr. 1 des Lit. Zentralbl. f. Dentfhland. 1 


Rebendbeichte 
) 


b, 50; 


bedeutender Stelle gefchaffen hat und mit allen führenden 
Perfönlichkeiten feiner Zeit in nahe Berührung gelommen 
ift. Und die vornehme Art, mit der Hier jchlicht erzählt 
wird, reiht das Buch auch unter die ftiliftiich beachtenswerten 
Werke. Wie die Zeit Goethes Hat Genaft auch den zweiten 
Höhepunkt des fünftleriichen Weimarer Lebens miterlebt und 
vermittelt ung ebenfo anfchauliche Kenntniffe aus den Tagen 
Lifzts und den Anfängen Rihard Wagners. 

Nicht auf diefer faft Haffifchen Höhe fteht die Lebens» 
beichte eines Wanderfomddianten, der fi Ernft Clefeld und 
einen philofophierenden YBagabund nennt. Schon daß hier 
alle Namen fingiert find, vaubt dem Buche den perfönfichen 
Reiz und jtellt e3 in die Neihe der bloß typischen Dar 
jtellungen. Seitlidy fängt eS gerade da an, wo Genajt auf- 
hört, in den fechziger Yahren des vorigen Yahrh.S, und bietet 
damit eine intereffante Fortführung des bei Benaft begonnenen 
Rulturgemäldes. Hier noch in der Variation, daß wir e3 
mit einem KRünftler zu tun haben, der in der Welt hin und 
her geworfen, die verjchiedeniten Schijale erlebt und damit 
zu dem feit anfäffigen Hofichaufpieler Genaft ein intereffantes 
Gegenjtüd bildet. Doch vernehmen wir zwijchen den Zeilen 
Ihon leicht diefe Kofetterie, die jo gern Memoiren eignet. 
E38 ift nicht da3 reine, naive, Fünftlerifch-menschliche Erleben 
wie bei Genaft, und wirkliche Befriedigung wird und beim 
Lefen nicht völlig zuteil. 

Wir Stehen aber vor einem NRätfel, wenn wir den dritten 
Band in die Hand befommen und dag Tagebuch einer unter 
dem Bjendonym Helene Scharfenftein fchreibenden Schau- 
ipielerin lefen. Und wenn das Buch objektiv in jeder Zeile 
echt ift, wie der Verleger auf Ungriffe Hin nachgewiefen 

2 


N 


— 


3 — 1913. MB 1. — Die [hHÖöne Literatur — 4. Januar. — 4 


hat: das Unverftändliche bleibt, wie er ein jolcdes Mach: 
wert, ein innerlich, alfo fubjektiv, derartig verlogenes Buch 
in feine Memoirenfamlung aufnehmen Tann, deren Anjehen 
fehr darunter leiden muß. Die objektiven Edhilderungen 
diejes zeitlich an die vorher beiprochenen Bücher anfnüpfenden 
Werkes find eine deutliche SUuftration zu all den Klagen 


FJ zubet das Etend der Yaeihfichen Angehörigen des Echaufpieler- 


:tonde.: ::Nlßer die" Unfeine Mit; tote dieſe Erlebniſſe dar— 
gejtellt werden, das fortwährenbe KRofettieren mit dem Elend, 
auf, Sat: Herajß: "bie unbefannte anonyme Lerfafferin ihre 
Handlıumgen zu: teihffertigen ſucht, laffen einen diefe Ver- 
öffentlihung nur mit einem gehörigen Efel aud der Hand 
legen, und mit dem Wunjch, der Herausgeber der durd) 
eineganze Reiheausgezeichneter Werke beitbefannten Memoiren 
famnlung möge fünftig auf literarifhen und Fünftlerifchen 
Wert ebenfo fehen, wie auf das aktuelle Snterejje am Stoff: 
lichen. 

Eine wahre Treude ift e3 mir gewejen, darnad) die 
Erinnerungen von Kofeph Anton CHrift zu Iefen, die Rudolf 
Schirmer zum eriten Male veröffentlicht Hat in der, ähn- 
ich den befannten „Büchern der Nofe” ausgeftatteten, volfs- 
tümliden Sammlung „Schidjal und Abenteuer”. Wie die 
meiften in diefer Sammlung erjichienenen Werfe find da 
wirffihe Lebensdofumente vergangener Jahrhunderte neu 
gewonnen worden und Tebendig gemadt. Wie der Wert 
diefes Buchs durch eine treffliche Nachbildung des von Graffs 
Meifterhand gemalten Bildes CHrift3 und eine Anzahl aus- 
gezeichneter Silhouetten bedeutender Beitgenofjfen aus dem 
legten Drittel des 18. Jahrh.3 erhöht wird, gewinnt e3 
an Bedeutung dadurd, wie Ehrift es mit aller Natürlichkeit 
verfteht, feine Erlebniffe in die Zeit und Uinmelt Hinein- 
zuftelen. Das gibt dann ein Milieu und Rulturbild erjten 
Ranges. Der niedrige Preis aller diefer Veröffentlichungen 
verdient hier beionder8 hervorgehoben zu werden, weil 
außerordentlich Gutes und Neues, dabei allgemein Intereſſantes 
geboten wird, fodaß diefe Bücher zu rechten Tulturgejchicht« 
lichen Voltsbüchern emporgehoben werden. 


Sn der von Walzel geichidt geleiteten Sammlung 
„Pandora“ Hat Artur Elveffer ein paar Brudjftüde aus 
Memoiren großer Bühnenkünftler zufammengefügt und durch 
eine jehr gut orientierende Einleitung zu einem einheitlichen 
Ganzen vereinigt, da® ein rundes Bild von der großen 
Beit des deutichen Theaters gibt und fich teilweife, aud) 
jtofflih, mit den vorher beiprochenen Werfen dedt. Wir 
hören da Brandes jprechen, Friedrich Ludwig Schmidt über 
den großen Schroeder und Edhof,; Sifland über feine 
theatralifche Laufbahn, Genaft und fchlieglid) Anfhüg über 
da8 Wiener Burgtheater. Sch jehe den Wert diejer und 
ähnlicher Werke nicht nur in der Musgrabung folch verborgener 
tulturgefhichtlicher Schäße, fondern vor allem glaube ich, 
daß unjer weiteres Publiflum, das troß de3 ungeheuren 
Theaterbetriebes diefer Tage nod) fein rechte3 Verhältnis 
zum Theater, feiner Kultur, feiner Miffion und feinen 
Ungehörigen hat, durch folde Werfe dahin fommen Fanı. 
Das Gute und piyhologiih Wichtige und Nichtige dabei 
ift, daß folche Bücher nicht mit dem Plakat der beabfichtigten 
Belehrung einhergehen, fondern in der Verkleidung des 
Sntereffanten und der fchönen Literatur fommen, die bei 
der Menge doch am meilten beliebt ift. Anziehender Leſe— 
Stoff, das ift des NRätfels Löfung! Und die ift hier gefunden. 


Franz E. Willmann. 


Moderne Srauenromane nnd Sraten- 
erzählungen. 

Krauſe, Betiv, Im Strome der —— Ein Tagebuch. 
Dreeden, 1912. Kühtmann. (167 S. 8.) 


Jaunitſchek, Maria, Luſtige — Gine ©: — 
Eliſcher Nachf. (180 ©. 8) 4 2, 50; geb. #4 


Ye M., Die Schidfalsftadt. Roman. Köln, 1912. Bachem. 
16. 8) A; geb. 5. 


— de kart R., Die SEINE 
(263 © AM 4; geh. 


Barler, * Lighty, Die — Häuſer am Markt. 
Berlin, 1912. Bol & Pidardt. (2336 8) #2, 50 


Hofmann, Elie, ’3 Wiener Komteflerl. 
Arel & Nüler. 2186. 8) 4 3; geb. 


Hutten, Marie Louife Sreiin von, Stärkere. 
1912. Bachem. (342 6. 8) 


Moersberger, Felicitad Roſe, — En ’ Ein Heideroman. 
Stuttgart, 1912. Gotta Nahf. (315 ©. A 3, 650; get. 
44,50 

Höfer, Arma von, Ben Liebesmelodie. Roman. Dresden, 
1912. Reigner. (385 ©. 8.) #5; gcb. 4 6. 


Schoepp, Meta, Stepp nhn Struns. Roman. Berlin, 1912. 
Vontane & Co. (497 ©. 8) 4 6; gb. 4 7, 50. 


Rema, Elie, Der Alltag des Lebens. Gin Ebereman. 
1912. Meißner. (387 © 8) 4 4; geb. 5. 


Die Hoffnungen, die ich auf diefe elf Bücher fette, find 
feider fehr zufammengefchrumpft. Die Kunft, der der Pritifer 
allerwege auf der Spur fein möchte, Hat fich in einen Winkel 
verfroden. Oder foll man Erzeugniffe wie da3 „Tage: 
buh* von Betty Kraufe: „Im Strome der Großftadt- 
wellen” al3 Kunftwerle anfprehen? Hat Maria Zanit- 
\chefs gefühlstohes und ftiliftifch ungepflegtes Buch „Luftige 
Ehen” ein Anrecht auf den jtolzeiten Ehrentitel, der im 
Reiche des Schönen zu vergeben ift? 

Und dennoch habe ich Feierftunden erlebt mit meinem 
Bücherftapel. Da war zuerjt die jpäte Bekanntichaft mit 
M. Herbert, der in FTatholifchen Leſerkreiſen längſt be— 
rühmten Schriftſtellerin. Es liegt für die Kunſtleiſtung 
unſtreitig die größte Gefahr in der vorherrſchend religiöſen 
und konfeſſionellen Tendenz eines Buches; da die meiſten 
Vertreter dieſer Richtung auch an der böſen Klippe zu 
ſcheitern pflegen, ſo ging ich nicht ohne Vorurteil an den 
Roman von der „Schickſalsſtadt“ heran, habe ihm aber 
entſagt voll Ergriffenheit und Freude. Ein reiches und 
reifes Werk hat die Dichterin uns geſchenkt, in dem Güte 
und Strenge ſich paaren, großzügige Weisheit mit inniger 
Frömmigkeit. Voll echten Schönheitsempfindens läßt ſie 
die geheimen Wunder und Herrlichkeiten des alten Regens— 
burg vor uns erſtehen. Eine durchgeiſtigte Stimmungs— 
fülle, ein Aufſchwung geheiligten Wollens und liebevollen 
Verſtehens ſtempelt dieſen in der Tat geradezu tendenziös 
religiöſſen Roman zum wirklichen Kunſtwerk, aus deſſen 
Schätzen auch der Ungläubige Kraft und Begeiſterung 
ſchöpfen kann. 

Es iſt nicht erſtaunlich, daß eine jo bedeutende Berfön- 
lichkeit auch unter den Schaffenden ſich offene Jüngerſchaft 
errungen hat. R. Fabri de Fabris erwähnt in ihrem 
Roman „Wachholderleute“ M. Herberts Schriften wieder 
und wieder mit einer Abſichtlichkeit, die verſtimmen könnte, 
wenn nicht der leiſe lehrhafte Zug, der durch das ganze 
Buch geht, dieſem von ſelbſt die gebührende Stellung an— 
wieſe. Ein liebenswürdiges Erzählertalent ohne eigentüm— 
liche Feinheiten oder Tiefen plaudert von den Schickſalen 
ſchlicher Menſchen, die mit Gottvertrauen und tapferem 
Fleiß ſich bis zum friedlichen Ende durchs Leben ſchlagen. 


kedis— 1912. 

3, 

Roman. Ebd., 1912. 

Novelle. 

Roman. Leipzig, 1912. 
MM. 


Roman. Köln, 


Dreöden, 


Je) -). 


5 — 1913. 31. — Die [höne Literatur — 4. Januar. — 6 


Erzählertalent ift aud Elja Lighty Barker und der 
Berfaflerin des „Wiener Komtefferl’, Elfe Hofmann, 
durchaus nicht abzufprehen. Dieje freundliche Begabung 
famt einer gewifjen Höhe allgemeiner Kultur ift einem 
wahren Heer von Schriftitellern unferer Generation eigen 
und zeitigt diefe Fülle Funftlofer Unterhaltungsleftüre, der 
man im Grunde nicht3 Schlimmeres nachfagen kann, als 
daß fie von rührender Belanglofigfeit it. Selbft Gejchmad3- 
verirrungen wie das oben erwähnte Buch der Maria Sanit- 
chef werden immer feltener. E3 ijt das Erfreulichite an 
diejen Arbeiten, daß fie zumeift innerlich rein find und von 
jener jeldjtverjtändlichen Weitherzigfeit der Anfchauungen, 
die ald Kampfpreis der Yebten Jahrzehnte fittlicher Ent- 
widlung der modernen Jugend in Fleifh und Blut über: 
gegangen find. Hierher gehört M. Lv. Huttenz Roman 
„@ie Stärkere”, die Gefchichte zweier ungleicher Schweftern 
aus altariftofratiihem Haufe; ferner das anmutige Wiener 
Büdjlein von Elfe Hofmann, da8 befonders zur Lektüre für 
unfere heranwachjenden jungen Mädchen warm empfohlen 
werden darf, und Elja Lighty Parkers „Die beiden Häufer 
am Markt”, die ein wenig jentimentale Gefchichte einer 
alten, lange verleugneten Liebe. 

Auch den nenejten Roman von Felicitas Nofe Moers- 
berger möchte ich in die gleihe Gattung verweilen, ob 
wohl hier die Problemftellung etwas tiefer geht und vor 
allem die Heidefchilderungen vom Bauber wirklicher Poefie 
umwoben find. E3 ift immerhin das bedeutendfte diefer 
Bücher und wird in der großen Gemeinde der beliebten 
Schriftitellerin Freude hervorrufen. 

Barter und bedeutjamer zugleich zeichnet Srma v. Höfer 
die Geftalt ihres Helden. Auch hier wie in „Baftor Verden“ 
begleiten wir den Lebensweg eines Scnaben und werdenden 
Mannes. Aber in „Friedl Liebesmelodie”, die fo fein wie 
ein Silberglödchen fein kurzes Leben durchzitiert, ſchwingen 
die gewaltigen Klänge des vormärzlichen Wien und der 
Revolutionstage hinein. Friedls beſcheidenes Sein rankt 
ſich wie ein ängſtliches Pflänzchen, das den Stürmen des 
Lebens nicht gewachlen ift, um den Stamm „Gefellichaft“ ; 
der jähe Umfturz reißt ihn mit zu Boden; er wird zer: 
drüdt, die Starken richten fih auf und leben fort. Es 
Tiegt etwas von ber Größe eines allgemeinen Schidjald in 
ber en Seihichte von dem armen, weichherzigen Wiener 

ind. 

Stärfer fefjelt die großzügige Eigenart Meta Schvepps3. 
Sn ihrem Roman „Sfepp uhn Strunn” entrollt fie ein 
Kulturbild von ungewöhnliher Bedeutung und überzeugt 
durch die fichere Beherrihung ihres fchwierigen Gegen- 
ftmdes: der Gejchichte und Entwidlung Helgolands und 
feiner Bewohner. Wie fie diefen gewaltigen Stoff in den 
immerhin engen Rahmen eines Romans zwingt, für eine 
Hülle Heiner Cinzelgeihide unfer Intereife erfämpft und 
doh nie den Zufammenhbang mit dem großen Ganzen ver- 
tiert, ift bewundernswert und hebt die jeit Tangem fchon 
rühmlid) bekannte Berfaflerin in die Reihe unjerer be- 
deutenditen Schriftitellerinnen. 

Zulegt möchte ich noch dem neuejten Werke von Elfe 
Rema gerecht zu werden verjuchen. Das iſt für mein Ge 
fühl Teine ganz leichte Aufgabe. ch Habe der Schrift. 
ftellerin an diejer Stelle jhon einmal harte Worte gejagt 
und bin geneigt, fie zu wiederholen, obwohl der vorliegende 
Roman einen entichiedenen FHortichritt bezeichnet. Elfe Rema 
hat tedniih in Achtung einflößender Weife gelernt; fie 
fomponiert befjer, ihr Ausdrud ijt big auf wenige Ent- 
gleifungen einfacher geworden; die Neigung zum Karikieren 
ift eingefchränft, die Wahricheinlichkeit der Erzählung da- 


durch erheblich gefteigert. Freudiger noch ift die VBorwärtds 


entwidlung in den Anfchauungen der Berfafferin zu be- 
grüßen. Die alte, erbitterte Härte, die „Frauen unter 
einander“ fo unerquidlid madte, it einer gütigen Weber: 
fegenheit und Abgeflärtheit teilweife gewichen. Uber der 
allgemeine Eindrud bleibt derjelbe: Elfa Rema erliegt der 
gewählten Form; das Mittel mordet den Bwed, ftatt ihn 
zu ftüßen und in ihrem Buch: „Der Alltag des Lebens“ 
müffen wir wieder die gleiche feltiame Unftimmigfeit be- 
dauern, daß eine fo Huge, großzügig empfindende Frau fich, 
ftatt gute Effay3 zu fchreiben, fragmürdiger Unterhaltungs- 
leftüre al3 Trägerin ihrer wertvollen Gedanken bedient. 
Charlotte Gräfin Rittberg. 


— — — — 





Aramen. 


Runge, Fritz, Jud Süß. Ein Schauſpiel Na 1 Aufsügen. Frank⸗ 
furt a. M., 1912. Kauffmann. (154 S. 8 


Horand, F. M. Ceſare Monti, ee bon — an 
fpiel in fünf Aufzügen. Halle a. €, 1912. Münter. (108 €. 8 
a ae Schuld. Drama in vier Aufzügen. Ebd., 1911. (68 ©. 5 


Wigand, Kurt, VBafun. Schwant in drei Alten. 
Hand KRindlof. Pan 1912. 
Wigand. (162 ©8) K 2. 


Brandes, Friedrich H. Heinrich IV, König von Sraufreid. Ein 
Drama in fünf Aufgügen nebft einem Borfpiele. Dresden, 1906. 
Picrfon. (191 ©. 8.) 


Derf., Bier Großmädte, aa in fünf Aufzügen. Sonderd- 
haufen, 1912. Eupel. (143 ©.8) #1, 50. 


Deri., Ronffean als Greene, 
Zemgo, 1912. Wagener. (114 ©. 8 


Derf., Der Kampf um's Ned. — in — Aufzügen. 
Sonderöhaufen, 1912. Eupel. (103 ©. 8) #4 1,50 

Die von fürjtlicher Gunft gededten ninioreräliohen 
und das fchmähliche Ende des Auden Süß Oppenheimer 
find in Württemberg lange in lebhafter Erinnerung geblieben. 
Wilhelm Hauffs Novelle gab Dtto Ludwig Anregung, fidh 
eingehend mit dem tragischen Stoffe zu beichäftigen. Die 
bevorftehende Ausgabe feines Nachlafjes wird reihe Er- 
gänzungen zu dem bis jebt allein vorliegenden erften Alte 
des „satobsftabes“ bringen. Die Verlegung der Handlung 
nad Stalien war jchwerlich ein glüdlicher Einfall Ludwigs, 
denn gerade die eigenartigen württembergiichen Verhältnifie, 
die vertragsmäßigen Rechte der Landichaft und die daraus 
ih entwidelnden politiihen und fonfeffionellen Gegenjäße 
geben diejer Günftlingsgefchichte ihr bejonderes Gepräge. 
Wird aber der Sturz ded allmädhtigen Yinanzmannes als 
die zufällige Solge einer Sntrige Hingejtellt, wie e8 im 
vorliegenden Drama gejchieht, jo gibt der Verf. felber das 
beite des Stoffes preis. Freilich Icheint e8 Runge vor allem 
auf eine Verherrlichung des Judentums anzulommen. Bei 
ihm fteht Süß in den Tagen feiner Macht dem Judentum 
gleichgiltig gegenüber, da3 allein ericheint als feine Schuld, 
bi3 er ich, von feiner adeligen Mätrefje betrogen, während 
der Vorführung eines jüdifchen Eftheripieles in das ideal 
geichilderte Töchterlein des Radbiners verliebt und unter 
dem Einfluffe diefer reinen Liebe fich moralifch fo erhebt, 
daß der zuerit von der Gemeinde Verfluchte nun unter der 
Segnung des Rabbiner als jüdischer Märtyrer ftirbt. Diefe 
Tendenz, die dem württembergiichen Bolfsempfinden natür- 
ih fo ferne wie nur möglich liegt, wird dem Werke gewiß 
viel Lob eintragen. Vom rein dramatiichen Standpunfte 
aus geurteilt, ift das lange und langweilige Stüd, jowohl 
im Profadialog der Handlung, wie in den Knittelverjen ber 
Purimsftomödie völlig mißglüdt. 


Zeichnungen von 
Modcerned Berlugdbureau Kurt 


u. in fünf Aufzügen. 


7 — 1913. M1. — Die [höne Literatur — 4. Januar. — 8 


m italienishem Renaifjancemilieu, in das Ludwig die 
württembergifchen Vorgänge von 1737/38 verfegen wollte, 
läßt Horand fein Trauerfpiel von dem Uebermenfchen 
„Selare Monti“ fich abfpielen, der in Blutdurft, Sinnlichs 
feit und Kraft an Helden der Klingerjchen Sugenddramen 
erinnert. 9. irrt jeher mit der Meinung, daß hier zum 
erftenmal „die piychoanalytifchen Forfchungen in die dDrama- 
tifche Literatur eingeführt” worden feien und Tünftig jeder 
Dramatiker „die Charaktere feiner Berfonen mehr oder weniger 
auch auf diefer Grundlage aufbauen muß”. Im Gegenteil 
ift die Art, wie der Hauptheld in Monologen feine Bosheit 
geiteht, vieux jeu. Sehr gut gelungen ift die Erpofition 
des Eingangsaftes, in den folgenden wirft eine ganz un- 
dramatische Breite, der e3 auh an Wiederholungen nicht 
fehlt, ermüdend, und es ift fein einziger Charakter, für ben 
man menfchliche Teilnahme empfindet. Manches in den 
Vorgängen diefer im legten Augenblid mißlingenden Ber- 
Ihwörung des ruchlojen ftarfen Yeldherrn gegen den nicht 
weniger fchlimmen, aber Shmächlich feigen Herzog von Savona 
ift verworren, dad Ganze läßt völlig gleichgiltig. Wielleicht 
liegt da8 bürgerliche Trauerfpiel 9.3 Begabung günftiger 
als da3 heroifche, denn menigitens fieht man in „Alter 
Schuld“ mit Spannung der Löfung entgegen, welche die 
Liebe fcheinbarer Geichwilter und der Kampf des Sohnes 
gegen den fchurkiihen Verwalter, der dad Gut und beflen 
alten Herrn in feine Gewalt befommen Hat, finden wird. 

Sr Profa find beide Stüde Horands abgefaßt, und ebenfo, 
jelbftverftändlich, ift e8 die Höchft übermütige Satire, mit der 
Wigand fih gegen die Mode der Nadtlogen und damit 
in Bujammenbang ftehender perverfer Modetorheiten ent- 
arteter Berliner Kreife richtet. „Yafun“ nennt fich die „Ber- 
einigung aller Schönen und Nadten”. Manches in bem 
Schwanfe wäre ganz luftig, wenn man nur das niederdbrüdende 
Gefühl nit empfände: foldde Erjcheinungen zunehmenden 
gefellichaftlihen Verfall3 find nicht freie Erfindungen des 
Satirifers, jondern traurige Wirklichkeit. Wedelindfche Dich- 
tungen, wie „Mine-Haha”" und „Hidalla” feiern ja in 
vollem Ernte, was Wigands Dichter Stoßfopf, der Vor: 
figende des Bafun, predigt, und es finden fih in Berlin 
und anderswo Leute, die ernit genommen fein wollen und 
Wedekind der deutichen Jugend ala Führer empfehlen. 

Bon folchen Neueften wende ich mich gerne einem Echrift- 
fteller zu, der fchon 1845 mit feiner erften Gedichtfammlung 
hervorgetreten ift, aber auch in feinen drei in diefem Sahre 
veröffentlichten Dramen noch die gleichen foliden dichterifchen 
Eigenihaften und Vorzüge bewährt, die vor jech8 Sahren 
fein Zrauerfpiel von der Ermordung Heinrichs IV durd 
Ravaillac bekundet hat. Der frühere Hofprediger und Stabt- 
pfarrer zu Büdeburg erhebt Teineswegs den Anfpruh, als 
großer Dichter zu gelten; aber jedes feiner vier vorliegenden 
Stüde habe ih mit aufrichtiger Freude (was ich Leider nur 
felten von den hier zu beiprechenden Dramen zu befennen 
vermöchte) gelefen. In Ernit und Scherz weiß der Verf. 
die Teilnahme des Lejerd dauernd fich zu gewinnen. Er 
ift wohl öfters zu abfichtlih, im Königsdrama fchroff ten- 
denziös, wenn er den päpftliden Nuntius Hipp und Kar 
als Anftifter und Leiter dt3 Meuchelmorbes Hinftellt, aber 
er belitt dramatiihe Technif. Und wenn feine Blankverfe 
au) manchmal metrifch bedenklich find und feine Sprache nicht 
eben hohen dichteriichen Flug nimmt, jo finkt fie doch auch 
nie ind Platte herab. Wer viele moderne Dramen lieft, 
hat auch gelernt, folches poetische Mittelgut, wie Brandeg’ 
Dramen aufweilen, nicht gering zu fehägen. Um beiten 
wohl ift das Sntrigenjpiel „Bier Großmächte“, in deſſen 
erften vier Alten nur die Einheit deö Ortes durch wenig 
begründetes Ub- und Bugehen erziwungen wird, durchgeführt. 


Railer Karl V, der Debizeerpapft Klemens VII und ber 
franzöfifhe Kardinal Grammont tragen als Vertreter Dreier 
Großmäcdhte bei den Berhandlungen in Bologna (1532) 
mit aller ihrer diplomatiihden Schlauheit nicht fo vollen 
diplomatifchen Erfolg davon, wie die vierte Großmadht, bie 
hingebende Sugendliebe zwiichen dem Sohne des bdeutjchen 
Neiteroberften und der Tochter des italienifchen Bodefta. Alle 
Charaltere find in ihrer Mannigfaltigfeit anſchaulich vor— 
geführt und auch Ipracdjlich gut unterfchieden. Feine Ironie 
und ferniger Humor fommen in der anziehenden Dichtung 
zu ihrem Rechte. Dagegen entbehrt in dem in einem frans- 
zöfiihen Dorfe fpielenden „Roufjeau als ?yreimerber“ Die 
Verwechelung des Seidenhändlers %. Jlufte) mit $. Ylaques) 
Noufjeau, auf der das Ganze beruht, der Wahrficheinlichkeit, 
und ijt der verfommene Edelmann, der durch die Heirat 
mit der reihen Bauerntochter feine Schulden zahlen will, 
etwas farblos geraten, die einfache Handlung zu gedehnt. 
In dem weitfälifchen Bauernftüd, in deffen zweitem Aufzuge 
die Szeniiche Vorjchrift einer „Gebirgslandihaft” überrafcht, 
führt „Der Kampf ums Recht“ faft zu tragifcher Entzweiung 
zwijchen den Nachbarn und ihren fich liebenden Kindern. Uber 
die Gefhihte von „Romeo und Aulia auf dem Dorfe“ 
nimmt bier einen verfühnlicden Ausgang entiprechend der 
liebenswürdigen heiteren Art des ftets Geihmad und Taft 
beweijenden Dramatiferd, dem man zu jolchen ausgereiften 
Srüdten feiner Muje und Altergmuße wohl acdhtungsvollft 
Glück wünſchen darf. Max Koch. 


Hranfführungen und Erfiaufführungen in Altenburg, 
Berlin, Dresden, Gera, Karlsruhe, Leipzig, Münden und 
Paris. 


Ohorn, Anton, Die Einäbpfarre. —— — in vier Altın 
Leipzig, 1912. Tiefenbach. (90 ©. 8.) 


Uraufführung im Hoftheater zu — am 13. Dezember 1912. 


Obgleih Anton Ohorn’s neue8 Drama „Die Einöd- 
pfarre” einen ftarfen, äußeren Erfolg erzielte, kann man 
doh nur eine ebenjo ftarfe Enttäufhung verzeichnen. Sm 
der Tiefe des VBolfstums wie bei Anzengruber twurzelten 
ja auch die Geftalten in Ohorn’3 früheren Dramen nidt. 
Aber diesmal Hat er den Boden der Literatur überhaupt 
verloren. Da fummt in die friedliche Stille der tirolerifchen 
Einödspfarre ein Berliner Sabrifantencehepaar. Der Dann 
hat nichts. Eiligeres zu tun, al3 des alten Pfarrers Nichte 
zu verführen und dem Liebesgirren der Frau erliegt ebenfo 
plöglich fein Neffe, ein junger Kaplan, der dann den Ber- 
führer feiner Schweiter bei Nacht und Nebel in einen Ab- 
grund ftürzt, tag3 darauf aber, als er feinen Ausweg mehr 
fieht, felbit an der gleichen Stelle den Tod fucht. Dieſe 
an fih Ihon mehr für den Kinematograph pafjende Hand- 
fung mit ihrer unfünftlerifchen und unmwahrficheinlichen Fülle 
innerli” unbegründeter Ereigniffe wird dazu rein äußerlich 
erzählt, ohne daß der geringite Verfuch zu innerer pfycho- 
Iogifcher VBerfnüpfung gemaht wird. Die einzig menjchlich 
wahr empfundene Geftalt ift der alte Einödpfarrer, der 
aber als einzige Stüße in all dem Unglüd wieder über- 
trieben verherrlicht wird. Der andauernde, faft an Dilettan- 
tismus3 erinnernde Parallelismus der Handlung raubt mit 
der Beit au) das Ssntereffe an dem Stüd, das ganz auf 
Sentimentalität eingeftellt ift, und nur diefer wie der unter 
Leitung des Intendanten Stury ftehenden, anfprechenden 
Aufführung den äußeren Erfolg verdankt. Für den ans 
wejenden Dichter war e3 kein Ehrentag. 


Franz E. Willmann. 


9 — 1913. 1. — Die [höne Literatur — 4. Januar. — 10 


Schuisler, Arthur, Profeffor VBernharbi. Komödie in fünf Alten. 
Uraufführung im Kleinen Theater zu Berlin am 28. November 1912. 


Eine Sterbende, in Euphorie, wie die Uerzte das nennen. 
Das junge Mädchen glaubt in einer Stunde aufftehen zu 
dürfen, wo fie auch ihr Bräutigam abholen wird. Da 
naht, von Lubmilla, der Krankenfchwefter, gerufen, der 
Pfarrer der Kirche zum heiligen Florian, Franz Neder, mit 
den GSterbejaframenten. Aber der Profeffor für interne 
Medizin und DVireftor des Elijabethinums, Dr. Bernhardi, 
läßt den Priefter nicht zur Sterbenden, al Arzt wie als 
Menih: man fol das Mädchen nicht aus der vielleicht 
feligften Stunde ihres Lebens reißen: ja fogar der bloße 
Anblid des Seeljorgers könnte den Tod nur beichleunigen, 
wie jchon oftmal3 vorgefommen. Dem Hält der Priefter 
entgegen, daß ohne Saframent nicht nur die Seele für ewig 
verloren gehe, jondern jelbjt im Sterben Liegende feien durch 
den Troft der Kirche wieder gefund geworden, wie jchon 
vielmals gejchehen. Und während die beiden Weltanjchau- 
ungen, wie durch Meere voneinander getrennt, noch fo 
ftreiten, ift drinnen der Tod eingetreten. ch felber kannte 
einen Arzt, der mir ein väterlicher Freund gemwejen. Und 
defjen Sohn, gleichfall8 Arzt, Tieß in der Sterbeitunde feines 
Bater3 den von der jehr frommen Mutter Herbeizitierten 
hohen geiftlihen Würdenträger und einft jehr befannten 
Politiker genau fo lange draußen warten, als bis die Auf 
löjung erfolgt war. ch jebe das hierher, nicht allein um 
das Typifche des Falles darzutun oder um zu zeigen, wie 
poetiiy Schnigler feinen bejonderen Fall mit jener Euphorie 
ausgeftattet bat, fondern vor allem aus einem andern Grunde: 
wer von den Lejern hätte da fogleih daran gedacht, daß 
derjenige, der al3 Arzt wie als Menſch (jener Sohn war 
ein Freigeift und Dichter!) dem Priefter den Eintritt ver- 
wehrt, um jeden Preis dazu noch ein Jude fein müfje? 
Wenigftend der Lejer innerhalb des Deutichen Reiches wird 
die8 Hereinziehen der Audenfrage in die von Tod und 
Sterben angefüllte und geheiligte Atmofphäre gefchmadlog 
finden. Doch die She „Komödie” Spielt ja in Defter- 
reih*), in diefem Kreislerladen von Tonfeffionellen und 
nationalen ragen, wo alle und jedes politifiert. Und fo 
ift dem Dichter die ganze Sterbeizene, die wir, obwohl fie 
binter der Bühne fich abipielt, fo ergriffen miterleben, nur 
ein Vorwand zur Aufrollung der Judenfrage und anderer, 
insbeſondere döfterreichifcher Politi. Zur Aufrollung der 
subenjrage: aber ohne daß „der Weg” dabei fonderli 
„ins Sreie” führte, wie ich von vornherein kritifch bemerken 
möcdte. Und anderer, insbefondere öfterreichiicher Politik: 
wobei der Dichter nad vier Akten durchgehaltenen Schau. 
Ipield im fünften in leichtfertigere, in Simpliziffimus- und 
beinahe Brettlftimmung umfchlägt, was er jehr nachträglich 
dann mit dem Untertitel „Komödie“, welcher aber nur auf 
den legten Akt paßt, wieder gutzumachen fuht. Dabei ift 
das Ganze voll herrlicher Einzelheiten. AU die fünfzehn 
Werzte, Profefforen, Dozenten, Affiftenten, Kandidaten, ein 
Profefjor, der UnterrichtSminifter geworden ift, und ein 
Heiner Bezirf3arzt, al die fünfzehn Medizinmänner find 
mit einzigartiger Technit unterfchieden. Und mehrere ge 
taufte wie ungetaufte Juden gelingen ihm fo wie ein paar 
Arler, worunter der Hofrat Dr. Winkler, fchlechterdings 
famod. Nur der Titelheld ift, genau wie fein Name, bei 
weitem nicht jüdifch genug geraten. Die Herausbringung 
(die Uraufführung gefhah an dem Tage und fchier in der- 
jelben Stunde, da Direktor Dr. Otto Brahm verjchied) unter 
Direktor Victor Barnomwstys Regie war eine meifterhafte 
und würde Barnomwsfys Anwartihaft auf die Nachfolge 


* wo fie verboten ift. 


Brahms reftlod und als alleinig berechtigt erwiefen haben, 
falld das noch nötig gewefen wäre. Sn einer der folgen- 
ben, wohl täglich ausverkauften Aufführungen, der auch 
Schreiber diejez beizumohnen die Ehre hatte, waren Gerhart 
Hauptmann, Georg Hirfchfeld und Karl Schönherr zugegen: 
nad) der Trauerfeier um Brahm abends bei Barnowäly. 
Heinrich Lautensack. 


Bahr, Hermann, Das Prinzip. Luftfpiel in drei Akten. 
= ORUNG im Kol. Schaufpielhaus zu Dredden am 22. Dezember 


Im zweiten Alt des neueften Bahr wird von der 
Köchin Lene Kuh ein Gugelhupf gebaden mit Streuzuder 
und Mandeln, aber der Teig wird nur zubereitet, und der 
Schaum dazu geichlagen, und wenn der Vorhang zum 
zweiten Male fällt, ift das Meifterwert der Kochkunst noch 
nit vollendet. Diefer Gugelhupf, der in der Pfanne 
fteden bleibt, ift ein Symbol für da8 ganze Stüd. Piel 
ftreuzudrige Wischen und geiftvolle Mandelferncdhen, viel 


‚eifrige und gewandte Schaumfchlägerei, aber der Teig tft 


zähe, und dag Badwerd bleibt Hitfchrig und wird fein 
Lederbifjen für Feinſchmecker. Ein bischen reichlich viel an 
Gutgläubigfeit wird dem Publitum abverlangt. Um des 
„Prinzips" der natürlichen durch feinen Zwang gehemmten 
Erziehung willen fol ein jonft ganz normales und ge 
bildete Ehepaar nicht nur nicht® dagegen haben, daß der 
fiebzehnjährige Sohn, der Iymnafiaft, eine Köchin heiratet, 
und die höhere Tochter mit einem pietiftiichen Gärtner: 
burjchen durchgeht, jondern ihnen auch noch zureden und 
zu diefem Biwed der refoluten Köchin einen Befuch in der 
gräflihen Küche machen. Die Natur ift freilich meifer als 
das Prinzip. Sie forgt dafür, daß Hans feiner Köchin 
Ion drei Tage jpäter eine Nachfolgerin in feinem Teicht 
entzündlichen Herzen gibt, und Lene ihren Oberfellner kriegt, 
indes der fromme Gärtner die entführte Quz reuevoll wieder 
abliefert. E8 ift fchade um das Problem, das wohl Stoff 
zu einer echten Komödie gäbe, hier aber nur zu Situationen 
herhalten muß, die ftart and Poflenhafte grenzen. Um 
gewiffe Szenen zu ermöglichen, die an fich ja höchft frei- 
gebig mit Streuzuder und Mandeln durchjebt find, müfjen 
die Figuren, bejonder3 die beiden Eltern, nach des Dichters 
Pfeife tanzen; von wirklichen fatirifchen Charafterbildern 
find diefe Mifchungen aus Klugheit und Efelhaftigfeit weit 
entfernt. E8 verfteht fih von jelbit, daß ein Humorift wie 
Bahr, aud) wenn er bedenklich ins Schwantmäßige abbiegt, 
immer noch genug Anmut des Geiftes, beionders in der 
Dialogführung, bietet, um nie zu langweilen. Der Schluß. 
alt allerdings ift nach den faftigen Späßen des zweiten zu 
matt und banal, und mit dem Namen eines LZuftipiel3 tut 
man dem Ganzen doch zuviel Ehre an. Die entzüdende 
Bormvollendung und Feinheit des „Konzert3” erreicht es 
bei weitem nicht. Die Aufführung unter Fifcher’3 Negie 
war glänzend, und die Aufnahme der erften beiden Afte 
höchſt lebhaft. Daß B. dankbare Rollen zu fchreiben ver« 
fteht, muß man zugeftehn. Befonders erheiterte und ver- 
blüffte Terefina Ofter, unfre junge Heroine, al3 tanzluftige, 
derbe Köchin. Alexander Pache. 


Diederih, Benno, Brinzeffin Urfale. Ein Weihnachtsmärchen in 
Sn, Akten. Leipzig, 1912. 9. Haeffel. (104 ©. Kl. 8.) Kart. 
MS. 


Uraufführung im Hoftheater zu Gera am 15. Dezember 1912. 


Der Lübeder Benno Diederich, der fi nach anfänglich 
eindringlicher Bejchäftigung mitdem franzöfischen Naturalismus 
der Dichtkunft zugewandt und aud ein fehr beachtensimwertes 
Eijaybuch über Hamburger Dichter gefchrieben Hat, debütierte 

* 


11 — 1913. 81. — Die |hÖne Literatur — 4 Januar. — 12 





mit einem jehr anfprecdenden Weihnachtsmärchen ala Bühnen» 
Dichter auf der Geraer Hofbühne.. Die Hoffnungen, die 
er als Autor der leider noch immer nicht aufgeführten Ein- 
alter „Die bed Tages nicht fommen“ ermwedt hat, werden 
durch diefe neue Dichtung mwejentlich beftärtt. „Prinzeffin 
Urfula“ fteht weit über dem Niveau des fonjt unter der Marte 
des Weihnachtsmärchend Dargebotenen und befigt hohen dichte- 
riihen Wert. Sch möchte die Dichtung am ehejten mit 
Underjens Märchen vergleichen, die ja auch im Grunde für 
Kinder um ihres tiefen Gehalts willen nicht eigentlich be- 
ftimmt find. Diederich hat fich zwar redlid) bemüht, für 
die Findlihe Faflungskraft verjtändlich zu jchreiben; aber 
ed find ganze Teile zwar poetijch wertvoll, jedoch in einer 
Diktion verfaßt, die Kindern unverständlich bleiben dürfte. 
Die Erfindungsgabe Diederichs ift jehr bedeutend und die 
abfolute Bornehmbeit ift der ficherfte Beweis für Die 
Dichteriichen Qualitäten des Werkes, das auf jeden albernen 
Spaß, wie er fonft in Weihnahtsmärdhen und Kinderftüden 
gang und gäbe ift, verzichtet. E8 ftedt viel feiner Humor 
und reihe Phantafie in der frei erfundenen Dichtung, Tomte 
gutes Charakterifierungsvermögen, und die Hauptgeitalten 
im Märchen find wirkungsvoll herausgearbeitet. Vielleicht 
hat der Dichter aber doch des Sraufigen zu viel gehäuft. Jm 
Ganzen ift e8 jedenfalls ein Werk, das den Wunfch rege werden 
läßt, auch den anderen Bühnenarbeiten eines jo von innen 
heraus fchaffenden, phantafievollen Geiftes zu begegnen. 


Franz E. Willmann. 


Bodmanı, Emanuel von, Die Mage Krone. 
Aufzügen. Berlin, 1909. „Bard. (8.) 


Uraufführung im Hoftheater zu Karldruhe am 2. Dezember 1912. 


Itagödie in fünf 


Gätt, Emil, Fortunatas Biß. 
Uraufführung im DBerein für heimatliche Kunftpflege in Karldruhe am 
10. Dezember 1912. 

In Bodmannd Trauerfpiel hat fi) Gurgin, der Neffe 
König Wachtangd von Georgien, vom Königshaufe Iosgefagt, 
da3 im DBerein mit der Staatskirche die Geifter Enechtet. 
Einneue3, höheres, durch den Adel der geläuterten Menfchenfeele 
allein verbürgtes Königtum des Wahren, Neinen und Schönen 
verkündet er, ein Reich, in dem der freie Menih „von feinem 
fremden Strahl beirrt, dem aufgegangenen eignen Stern” nad)- 
jtrebt, „two jeder, der fich folgt, ein König ift“. Bur Seite 
eines nicht durch Priefterhand verbundenen Weibes ijt ihm Er» 
füllung feiner Sehnfucht geworden. Über feinem Haupte 
ichwebt die heimliche Krone jenes Königreiches, als befien 
Prophet er eine Kleine, aber opferbereite Anhängerichaft um 
fih verjammelt hat. Sn der heiligen, reinen, ftet3 leuch- 
tenden Ylamme verehren fie das fichtbare Beichen der: in 
ihrem Innern lodernden reinen Begeifterung. Die ruhm- 
volle Beendigung eines von Prinz Dimitri, dem Thron- 
folger, frevelbaft heraufbefhtworenen Krieges durch Gurgin, 
dbejfen Heimatliebe ihn zum Verteidiger de3 Hart be- 
drängten Vaterlandes werden läßt, verfchafft dem Sieger 
nah dem Wunfche des fterbenden Wacdhtang die Krone des 
Landes. Der neue König wähnt fi) auserforen vom 
Schidjal, daß dies äußere Kennzeichen der Macht auf feinem 
Haupte „zum Reife werde, der wahr umfaßt”, was in ihm 
glüht. Eva, fein Weib, Tann nit an einen glüdlichen 
Ausgleich der Gegenjfäte zwiichen äußerem und innerem 
Königtume glauben und ftirbt. Gurgin aber fieht fich bald 
gezwungen, der realen, durch ben Kanzler mit eiferner 
onfequenz vertretenen Staatögewalt und der orthodoren 
Landeskirche Zugeltändiffe zu machen, die da3 von ihm 
erftrebte Biel in unerreichbare Ferne rüden. Er muß über 
die Leichen feiner eigenen Jünger binmwegfchreiten, big ihm 


die bittere Einfiht wird: „Ein König aus dem Neich der 
Könige kann diefen Purpur nicht am Leibe tragen, wenn 
er nicht drin eritiden will.“ Und da auch der lebte und 
treuefte feiner Anhänger ihm tot vor die Füße fällt, fteht 
er freiwillig ab vom Kampf mit den Mächten der Wirklidh- 
feit und bietet, umftrahlt vom Glanze feiner heimlichen 
Krone, das Haupt znm Todesftreihe dar, der ihn als 
Hochverräter trifft. Die Tragödie ift in ihrer zeitlofen 
Größe geeignet, der Dramatik unfrer Tage neue und beijere 
Wege zu weilen. Vorzüge und Schwächen des Werkes 
entitammen der gleichen Wurzel. Während die mit unge 
wöhnlich gepflegter Sprache vorgetragene ehrfurchtgebietende 
dee eine tieferhabene Wirkung auslöft, verhindert fie not- 
gedrungen die Entwidlung der durchweg ruhenden Charaf- 
tere. Der Held tritt vollfommen fertig vor uns. Er madıt 
nicht die geringfte Charafterwandlung durch, fondern erleidet 
nur einen äußeren Mißerfolg, der aber umfomehr die 
innere Wahrheit der von Anfang an feitgeformten dee er- 
härtet. Die Aufführung, in der Frau Ermarth und die Herren 
Lüttjohann und Baumbad) eine hohe Künftlerfchaft bezeugten, 
geftaltete fih durch die feinfinnige Regie Dr. Kronachers 
zum tünftlerifchen Erlebnis, wovon allerdings nur ein Teil 
des Bublilums etwas fpürte. Rudolf Raab. 


Die ftrebfame Vereinigung für heimatliche Runftpflege 
in Karlsruhe, melde gerade in diefen Tagen auch ein 
wertvolles Werk über die badiihe Malerei von Dr. %. U. 
Beringer veröffentlicht hat, erwarb fi mit der Urauffüh- 
rung eines nachgelafjenen Werkes von Emil Gött, dem 
feinsten Dichter, welchen das Großherzogtum in den Hundert 
Sabren feiner Eriftenz hervorgebradht hat, ein hervorragendes 
Berdbient. Man kannte diefen Breisgauer Dichter und 
Bauer, den Mar Grube einften3 mit einer Wufführung 
feiner „Berbotenen Früchte” am Berliner Königlihen Schau- 
ipielhaus für das Theater entdedte, bislang auch im eigenen 
Lande fajt nur al3 den tiefernften, dem deutſchen „Amphi⸗ 
trgon"-Dichter in mandem Zug nicht unähnlidden Ym- 
werter philoſophiſch unbeſchwerter romanifcher Liebes» 
ſchwänklein. Im Gegenſatz zu dieſen objektivierenden 
Komödien, die mehr von dem geiſtreichen Künſtler als dem 
ſeltſamen, von ſeinen eigenen Einfällen und Plänen früh 
erſchlagenen Menſchen verraten, iſt das durch die Karls— 
ruher Vereinigung unter der ſorgſamen Regie Dr. Alwin 
Kronachers aus dem Nachlaß ans Licht gebrachte Stück 
„Fortunatas Biß“ durch und durch Bekenntnisdichtung, 
eine lyriſch-dramatiſche Phantaſie von der Vereinigung des 
glückhaften Weltgewinners (auf den naturnahen Namen 
Erdmann ward er von Gött getauft) mit der von ihm und 
ſeinem Dichter im Wachen und Träumen erfchauten Weib- 
ſeele: „Dem Mädchen, das ich denke“, ſo heißt die Wid— 
mung Götts in dieſer ſeiner köſtlichen Apotheoſe der Frau 
— eine Widmung, die nie an ihre reale Adreſſe gelangt 
iſt. Obwohl im rohtechniſchen Sinne nur Fragment, iſt 
es doch dem Gehalt nach eines der geſchloſſenſten und 
durchfühlteſten Dichterwerke, die unſere Zeit gebar: mit 
ſeiner konzentrierten Geiſtigkeit gewiß nur, leider, ein 
Leckerbiſſen für nicht zu viele, aber auch noch demjenigen 
ein Gewinn, dem die perſönlichen Schickſale dieſes Kaiſer⸗ 
ſtuhler Halb- oder Viertelsbruders des Sonderlings von 
Jasnaja Poljana vielleicht gleichgültig bleiben mögen. Die 
Aufführung des erſt durch Roman Wörners ſo verdienſt— 
volle Geſamtausgabe (bei Oscar Beck in München) bekannt 
gewordenen Spieles ward auch zu einem geſellſchaftlichen 
Ereignis der badiſchen Reſidenz. Sie war vom Großherzog 
und Erbgroßherzog ſowie von ſämtlichen Miniſtern beſucht. 
Als weiterer Ehrengaſt war auch des Dichters Mutter er- 


13 — 1913. MB 1. — Die [hÖöne Literatur — 4. Januar. — 14 


fchienen, die dem Unglüdlichen eine tapfere Genoffin feiner 
nicht felten felbergeichaffenen Nöte getwefen war. 
Ernst Leopold Stahl. 


Baſſewitz, Berdt von, Peterhens Mond u Ein Märhenipiel. 
—— Rowohlt. (127 ©. 4) = 2, 50. 


Uraufführung im Alten Stadttheater zu a am 7. Dezember 1912. 


Zür Rinder ift das Befte gerade gut genug, und es ift 
deshalb mit Freuden zu begrüßen, daß ein Dichter vom 
Range wie Gerdt von Bafjewih, der feit der Uraufführung 
des „Judas“ in Leipzig zu unferen großen Hoffnungen 
zählt, daran gegangen ift, ein Märchenfpiel für die Kinder- 
welt zu jchaffen, das, ohne bloß ein Weihnachtsftüd zu fein, 
doch in der Zeit der Tefttage aufgeführt werden kann. Unter 
vem Titel „Peterchens Mondfahrt” Hat er jech® entzüdende, 
reizvoll und bildhaft gejehene Szenen zufammengefügt, die 
ein Traumerlebnis zweier Kinder darftellen. Dabei hat er 
foviel Verftändnis für den Geihmad und das Auffafiungs- 
vermögen der Findlichen Pigche bewiefen, joviel echte Märchen» 
figuren geichaffen, daß man von ihm eine weitere Bereiche 
rung der dDramatifhen Märchenliteratur erhoffen darf. Denn 
mit wenigen Wusnahmen find wir noch immer (ganz im 
Gegenſatz zu der glüdlichen Entwidlung der profaiichen 
Sugendichriftenliteratur) auf die Erzeugniffe angewiejen, die 
unter dem Namen Weihnacht3märchen recht zweifelhafte Werte 
bergen und in der Regel an Wlbernheit und unfünjtlerifcher 
Pbantafielofigfeit nichts zu wünfchen übrig lafjien. Die vor- 
zügfiche Aufführung unter Leitung de3 Dramaturgen Brina 
tam dem Werk fehr zu ftatten, zumal die beiden Kinder- 
rollen auch von Kindern gegeben wurden. 

Franz E. Willmann. 


Noda Roda und Guſtav Meyrink, Die Sklavin aus Rhodus. 
Ein Luſtſpiel in drei Akten. 


Uraufführung im Schauſpielhauſe zu München am 21. Dezember 1913. 


— Ludwig, Der Raubritter. Komödie in drei Akten. 
le 101 AODIIADTUNG in den Münchener Kammerfpielen am 23. De 


Die Berfaffer der „Sklavin aus Rhodus” fußen auf 
dem „Eunuchen” des Terenz. Ein junger Athener liebt 
eme Sklavin, die einer Hetäre gehört. Er läßt fi als 
Eunuche verkleidet in da8 Haus bringen und verführt 
dad Mädchen. Lebteres wurde, wie am Schluffe offenbar 
wird, ald Kind unter den in der Weltliteratur oft be 
bandelten romantifchen Umftänden geraubt. Da die „SHa- 
pin“ jomit freie Bürgerin von Athen, können die im Haufe 
der freien Liebe gelnüpften Bande zu legitimen werben. 
Auch in den Nebenfiguren Parafit und miles gloriosus ift 
man im ganzen den DBorlagen gefolgt. Der eigene 
fomifhe Aufpug der modernen Autoren ift nicht gerade 
überwältigend geiftvoll. Man fuchte jedoch die Szenenführung 
der modernen Schwanktechnit anzupafien, wobei natürlich 
mancherlei Bergröberungen unterlaufen. Die farbenfrode, 
die antike, mit ganz leifen Strichen karikierende, ſzeniſche Aus— 
ftattung Dlaf Gulbranfjons, die nah Reinhardihem Mufter 
zu prächtigen Reliefwirfungen ausgeftaltete Gaftmahlizene 
und das flotte, hübfche Spiel find zu loben. Ein Teil der 
Bufchauer Hatfchte, ein anderer zifchte mit gleicher Heftigfeit. 
Mein Empfinden flug mich zu feiner der Parteien. 

Biro ift, wie die anderen Magyaren, die feit ein paar 
Sahren auf den deutjchen Brettern heimisch werden, feine 
- Starte dichterifche Kraft, aber eine ausgejprochene Bühnen- 
begabung. Eine gräfliche Sippe widerftrebt der fpäten Heirat 
ihre8 Samilienhaupt? und dingt einen bürgerlichen Glüds- 
ritter, der da3 Mädchen kompromittieren fol. Biro ftellt 
mit einem gewifien Behagen feit, daß moraltiche Unbedent- 


fichleit bei den Hochgeborenen wie bei dem Niedergeborenen 
in gleicher Weife zuhaufe tft, nur ift der Emporftrebende 
viel fchlauer als feine gräflichen Auftraggeber, und fo prellt 
er alle und führt die Braut mit allen angenehmen baren 
Beigaben bein. Das reizpolle Spiel des „Raubritters“ 
macht und zuweilen geneigt, darüber hinwegzujehen, daß der 
Herr fih mit nicht reinlichen Händen fein Glüf zimmert, 
aber ein übler Nachgeihmad bleibt dDoh. Der Berfaffer 
Teint da auch gefühlt zu haben, denn er verfucht gegen 
Ende noch jo eine Urt Mohrenwäfche, die freilich nur der 
Logik des liebenden Mädchens genügen mag. 

L. G. Oberländer. 


Bataille, Henty, Les Flambeaux. Drama in drei Aufzügen. 
Uraufführung auf dem Thöätre de la Porte-Saint-Martin zu Paris 
im November 1912. 

Das bedeutendfte Bühnenereignis der diesjährigen Parifer 
Saiſon ift wohl bis jett das Drama von Henry Bataille 
»Les Flambeaux«. Unter diefem Worte find die höchften 
Leuchten des Geiftes zu verftehen, die einem gleichfam dämo- 
niihen Auffladern finnliher Affelte zum Schaden ber Wiffen- 
fchaft elend unterliegen. ALS dee liegt dem Drama das 
in Faufts befannter Klage enthaltene Problem von den zwei 
Seelen im Innern ded3 Menfchen zu Grunde, deren eine 
fih in derber Liebesluft an die Erde Hammert, während 
die andere fich gewaltfam zu den Gefilden hoher Ahnen 
emporhebt. Diejer Kampf durchzieht wehmütig das ganze 
Drama und führt auch deffen tragifche Löfung herbei. Srren 
dürften wir mohl nicht, wenn wir annehmen, daß das 
Schickſal der Familie Curie nicht ganz ohne Einfluß auf 
die Ronzeption der Handlung und der dee des Dramas 
gewejen if. Laurent Bouguet, der Direltor des Snftitut 
Claude Bernard, fteht nach jahrelangem Bufammenarbeiten 
mit feiner Gemahlin und feinem trefflihen Schüler Blondel 
an dem Punkte, wo der glänzende Traum einer hohen wiflen- 
ſchaftlichen Entdeckung fich verwirklichen fol. Der Gelehrte 
genießt jomwohl in fittlicher wie in wiffenfchaftlicher Bezie— 
Bung einen hervorragenden Auf. Sein Familienleben mit 
feiner Gemahlin bejonders gilt als ein geradezu ideales. 
Sn einer Schwachen Stunde jedoch übermannt den Gelehrten 
die Leidenfchaft zu feiner Setretärin Hedmwige, die fich innig 
zu ihrem Meifter Hingezogen fühlt. Bouguet3 Fehltritt wird 
feiner Gemahlin Hinterbraddt. Entfett leugnet er und be 
gebt die fajt unerklärliche Yeigheit, daß er feinen Lieblings- 
f&hüler Blondel, den eine aufrichtige Neigung zu Hedmwige 
zieht, von deren Unschuld verfichert. Bmwilchen Blondel und 
Hedwige findet eine Vermählung jtatt, welche erfteren zum 
glüdlihiten der Menjchen madt. In Hediwige jedoch er- 
wacht die Sehnfucht nach einer Zufammentunft mit dem nod) 
ftet8 von ihr hochverehrten Meifter. Bouguet willigt in 
diefelbe ein. Die beiden Liebenden werden von Vlondel 
überrafht. ES erfolgt eine aufregende Eiferfuchtsizene, in 
welcher Blondel voll blinder Wut die koftbaren Manuffripte 
zerftört, von denen die miljenichaftlicde Entdedung abhängt. 
Die Szene führt zu Tätlichkeiten, endlich zum Bmeitampf, 
in welchem Bouguet tödlih verwundet wird. Der Schluß 
des Dramas zeigt den mit dem Tode ringenden Gelehrten 
im Olanze idealer Verklärung. Er gebietet Hedwiges Ent- 
fernung und bittet feine Gemahlin und Blondel, über das 
Vergangene den Schleier der Vergelienheit zu breiten und 
nad Vermögen das begonnene Werk zum Biele zu führen. 
Dem großzügigen Drama läßt fich jedoch der Vorwurf innerer 
Unwahrjcheinlichfeit nicht ganz erfparen, da in dem Haupt- 
Gharakter Bouguet die ideelle Seelengröße und die nicht zu 
leugnende Tat der Unwahrheit und Yeigheit nur fchwer zu 
vereinbaren find. N. Sevenig. 


— 





15 — 1913. 1. — Die [hHöne Literatur. — 4. Januar. — 16 


— 


Huch, Ricarda, a ., vermehrte Auflage: Leipzig, 1912. 
Haeffel. (279 6 — 

Herrmann a — Gedichte, Gedanken und Betrach⸗ 
— —88 Auflage. Mannheim, 1912. Selbſwerlag. (4 S. 8.) 
42 


a “ 0, en Einfam von unterwegs, Wien, 1912- 
m. Berlag. 

- Dft fhon, wenn man einem Gedichte die höchfte Weihe 
des Lobes geben wollte, hat man ed „Soethiih” genannt. 
Dieſes ſchmückende Beiwort ann man den Gedichten Ricarda 
Hud’3 nicht erteilen; dazu fehlt ihrem Wefen der Ton der Ab- 
geflärtheit. Das Einzelne, Motiv wie Gedicht, ift noch zu ent- 
widlungsfähig, wie man e8 von der Romantik her Tennt. 
Sp Tieft fi auch diefes Buch wie beite8 Romantifergut, 
an dem die Mängel diefer Periode nicht haften. An ihnen 
ift Ricarda Huch (kein Wunder bei ihrer Kenntnis gerade 
diefer Zeit) glüdlich vorbeigefommen. Mir ift, Karoline 
v. Sünderode habe ähnliche Töne gefunden und wäre, mit 
mehr Geftaltungsfähigfeit gerüftet, am richtigften als eine 
Vorgängerin Ricarda Huch zu bezeichnen. Ein Verfenten 
in Ricarda Huchs Lyrik bedeutet ein Ausruben der Seele, 
ein völliges Einleben in eigentlich weibliches Empfinden und 
Erleben, von einem feingebildeten und feinfühligen Frauen- 
geift in Worte gebunden. Die Dichterin, über die ja ſchon 
jo Vieles gejagt worden ift, hat den großen Vorzug, fich 
abjeit8 von den Wogen der Eigenbrödler und Neutöner zu 
halten, die nur immer dem Einzelnen etwas zu jagen ver- 
mögen, und dennoch mitten drin in der Entfaltung der 
Moderne zu jchaffen und aus ihr heraus zu produzieren. 
Sie tennt jene alle genau, und es ift anziehend zu ver- 
folgen, wie fie manches ihrer Gedankengüter in fih aufge 
nommen, verarbeitet und ihm eine reine geläuterte Wieder- 
geburt gegeben hat. Um nur ein Beiſpiel zu nennen: das 
vielgewandelte Motiv der Metamorphoſe in der Erinnerung, 
wenn man es ſo nennen darf, kehrt auch bei ihr wieder. 
Mit Vorliebe haben es philoſophierende Myſtiker heran⸗ 
gezogen: Arno Holz war, im „Phantaſus“, ſieben Billion 
Jahre vor ſeiner Geburt eine Schwertlilie; Martens’ Seele 
(„Befreite Flügel”) war ein Lämmchen, das fih zum grünen 
Draden ujm. auswuchs: beidemale find bier Berrgebilde 
einer erzwungenen Phantafie aus dem Motiv geworden. 
Ricarda Huch dichtet eine „Erinnerung“ (S. 196): 

Einmal vor mandem Jahre 

War ih ein Baum am Bergesdrand, 

Und meine Birkenhaare 

Kämmte der Mond mit weißer Hand. 
Das ift wohl plaftiiche Lyrit, wie man fie auch bei guten 
Romantilern antrifft; aber fie hat ald wahres dichterifches 
Erlebnis feinen weiteren Wert: 

Fühlte nicht? im Gemüte 

Meder von Wonne noch von Leid, 

Raufchte, verweltte, blühte; 

An meinem Chatten fchlief die Zeit. 
Man fühlt deutlich den Neft der „modernen“ Schulen mit 
dem bekannten Stich ing Myjitifch- ‚Unverftänbliche, den Ricarda 
Huh noch gänzlih aus ihrer Dichtung verbannen müßte. 
Sie hat ja fo viel Befferes zu geben. Da, wo fie ji 
jelbft treu ift; wo ihre fchöpferiiche Phantafie in feelifchem 
Erleben der Dichterin Anftoß oder Bafis gefunden hai, wie 
mird der Fall Scheint in der „Melodie”, um von vielen 
Beifpielen nur eines zu greifen (S. 268): 


E3 blüht der Mond und duftet Kiliendüfte, 
Und till, ein dunkler Schmetterling der Nacht, 
Schwebt meine Seele dur die bleichen Lüfte 
Hin, wo die Sternenblume einfam wacht. 


D daß ihr filberblauer Kelch ſich ſchloͤſſe, 
Berührt von meiner Seele famtnen Flügeln, 
Damit ich Teuchtend dur den Himmel flöffe, 
Fern von der Erde träumerifchen Hügeln. 
So au in den Liedern vom Tod, mit deren Wucht und 
Herbe ih Ricarda Huh den erften Bewältigern Ddiefes 
Motiv zur Seite ftellt. So in den Krankenliedern, die 
unverlennbar eigenes Leiden wiedergeben. Hier ift eg die 
gereifte Einfachheit der Sprache, die den Leer Tieber- 
phantafien und Krankheit3ohnmacht unmittelbar und fchauernd 
mitzuerleben zwingt. Hier ift es, wo Ricarda Huch er- 
greifend ihr Willen vom Vollsdenfen verwertet (S. 233): 
Liege frank im Bette, muß die Radhıt belaufchen, 
ge durh den Wald das wilde Heer binraufchen . 
& foll fommen und cin gläfern Hifthorn tragen, 
Und auf einem weißen Röplein foll ich jagen. 
Hord, ed fchnaubt und wiehert leid und will mich Aueh: 
Klopft and Feniter faht mit feinen Silberbufen ... . 
Dft noch leuchten folde Blite durch das Dunkel erniter 
Gedichte, und Nicarda Huch weiß, wann diefe Töne zu er- 
fingen haben, um zu ergreifen. Das madt: fie wurzelt 
im Bolfstümliden, und diefe Bodenftändigfeit erhält fie ge- 
fund und unangefräntelt von des Gedantens Bläffe. Am 
liebften neben ihren Liebesreimen, die, 62 an Bahl, unter 
biefem Namen wie ein NRofenband mit fühßem Duft das 
Buch durchziehen, Ieje ich darum auch ihre Lieder, die den 
Boltsliedton ganz urjprünglih treffen. Wuf fie Läßt fich 
Heines Sa auf Uhland anwenden: Imapp, fhliht und 
wahrhaftig find fie alle, fo melodiih, daß fie zum Singen 
geradezu auffordern; und mit diefen VBorzügen tritt Ricarda 
Huh an die Seite Holzamers, Talles, Hefjes und ihrer 
Verwandten. Und aus dem Beiten, dad man in diefem 
einzigartig Schönen Buche findet, wird man Schönaicdh-Caro- 
Iotb8 Wort al8 Wahrheit empfinden: PBoefie ift tiefer 
Schmerz, ift Liebe zu Gott, ihr fällt es zu, zur Menfch- 
heit zu reden, fie größer und beffer zu machen. 

Das Büchlein Herrmanns zeigt fich jehr ungleichartig 
in Inhalt und Form: Gedichte, die, nicht gerade geihmad- 
vol, eingeteilt find in die Nubrifen „Kampf“, „Liebe”, 
„Bermifchtes” und „Auffähe”. Die Gedichte find mit Apho- 
riömen jeder Gattung in Profa vermengt. Ungleicher Bert 
entipricht auch diejer unkünftleriihen Zufammenftellung: es 
fehlt nicht an Hübfchen, gereimten und ungereimten ®e- 
danken; auch manche Aphorismen Laffen fih gut an; aber 
irgendetwas, das über den Durdhfchnitt Hinausginge, Be— 
deutung in fich trüge, ift mir nicht aufgefallen, jo fehr ich 
mich bemühte, den Grund der dritten Auflage im Büchlein 
ent zu finden. Heimereien wie Ddiefe („Rheinzauber” 

. 29): 


Komm, Mädel, fchent ein 

Den Bein vom Rhein. 

Reich mir den blinkenden Becher ufw. 
(man kann fich ze Neft fchon felbft weiterjpinnen) oder 
(„Ein Gefiht" ©. 9): 

Ich * an jüngſten Tages Abend, 

An der Gewitterfriſche mich labend. 
ſind doch wirklich Gemeinplätze gewößnfidifter Sorte, von 
denen man nicht weiß, weshalb man fie gedrudt vorgefeht 
befommt. Auch die „Aufläge” find nicht jo gehalten, daß 
ih ihrem Verf. irgendeine Begabung für erzählende oder 
gar novelliftifche Kunft zugeben könnte. Auch fie löfen mir 
das Nätjel der dritten Auflage nidt . 

Bielleicht verfteht man nicht gleich aufs erfte Lefen Hin 
den Titel von H. Sonnenfcheing Bud; ein paar DVerje 
eines der Gedichte („Dithyramb der Diftanzen“) mögen ihn 
erklären: 

„Die Welt, wo Einfam fi den Geufen nennen muß, 


17 — 1913. 1. — Die fhöne Literatur — 4. Januar. — 18 


Den Bettler: 
FH, Seufe Einfam, ih allein am Weg, 
Der Zrotter Ungefähr zur Einheit”... 
Gefichte, Erfahrungen, Ahnungen, Erkenntnifje wollen diefe 
Dichtungen fein: fo refümiert der Untertitel. Fürwahr, 
ein buntes Chaos phantaftifcher Stimmungen, revolutionärer 
Auffchreie; rebelliichh gegen alles Beftehen fich auflchnend; 
dann wieder fromme Konfeffionen, erflügelte Reflerionen, 
gedrängt in freie, kühne Rhythmen, die oft mehr chyth 
miſche Proſa find al3 gehende Verfe und Strophen. Die 
Bezeihnung „Lyrit” im eigentlihen Sinne läßt fih nur 
auf einzelne Glieder der Sammlung anwenden; „joziale* 
Lyrik drängt fich dagegen in den Vordergrund mit gequälten, 
quälenden Bildern: 
Und am Wege die gefallenen Sieger 
Deiner furchtbaren Gejege und Zahlen, 
Unerbittlicher: 
Der Allzufrühgebornen gebüdte Geftalten, 
Aller, die den Schhreden innerlicher Zerfepung 
Sn ihrer Seele haben, 
Derer, die mit dem Chaos, der Ohnmacht, 
Der Sfepfid ringen: 
Der Beriworfenen, Erniedrigten, 
Enterbten, Gegeichneten . . . 
Und fern — wo die Perfpektiven verfinfen — 
J den erſten blutigen Strahlen der Sonne: 
er Neue⸗Menſch. 
Dieſe Probe (aus dem „Weg der Brüder“, einer Vifion 
an den „Seher“ Otokar Btezina gerichtet) zwingt zum Er—⸗ 
innern an verwandte Literatur der Neuzeit, die ſtark auf 
S. gewirkt hat: Nietzſche, Mombert, „Walt Whitman, Ver—⸗ 
haeren, Maeterlinck gaben ihren Segen“ las ich in einer 
früheren Beſprechung eines anderen Buches von S. (mit 
dem ſchwülſtigen Titel: Ichgott, Maſſenrduſch und Ohn⸗ 
macht). Die Menge von Fremdwörtern beeinträchtigt die 
unmittelbare Wirkung ſo manches an ſich ſtarken und ori—⸗ 
ginellen Bildes weſentlich. Unruhvoll und glücklos, jeder 
freudigen Regung und frohen Farbe bar ſind dieſe allzu 
weit geſpannten kosmopolitiſchen Produkte. Troſtloſe Heimat— 
loſigkeit lagert ſich dde mit unheimlichen, dämmerigen 
Schwingen über ihnen: 
„Es bläſt ein Froſt, — — der Tag hat ausgelitten, 
Es kommt die Winter nacht ... es ſchneit .. es weht ... 
Avanti! ſchrei'n die Leut', — ich kriech' mit wunden Schritten 
Von Tür zu Tür, wie Einſam, der nicht gerne geht.“ 
Das klagt in einfachen Worten, was in ſo vielen „Oden“ 
unausgeſprochen liegt, wo es nur verbrämt iſt mit glieder—⸗ 
renkenden Philoſophumena, verhüllt mit den Kuliſſen eines 
grenzenverachtenden Kosmopolitismus. Ihn ſchreibt denn 
S. auch gerne aufs Schild mit großen Lettern: „In Italien“, 
„Wien“, „Capri“, „Slovakei“, „Paris“ ... Wie immer 
aber, ſo iſt auch bei dieſem wühlenden Dithyrambiker das 
einfache Wort das befreiende Element. Dankbar begrüßt 
man die wenigen Sonnenblicke unmittelbarer Herzenslyrik, 
der ſich auch S. nicht völlig verſchließt: 
„Mein Herz iſt längſt in Weltſchmerz blind, 
Zu hart für ſpröde Seligkeit, 
Ich tröſte ſo mein unmündiges Kind, 
Mein Herz, das für die Liebe blind, 
Fremdſtill für zugefügtes Leid ...“ 
Schade, daß er uns nicht mehr ſolcher Töne hat vergönnen 
wollen! K. Preisendanz. 


.- 


— — — — — — 
— a 


Verſchiedenes. 


Falke, Guſtav, Die Stadt mit den goldenen Türmen. Die Ge⸗ 
ſchichte meines Lebens. Berlin, 1912. Grote. (8.) Geb. AD. 


Die Stadt mit den goldenen Türmen ift Lübed, wo 


Buftad Falke geboren if. Die Gefchichte feines Lebens 


“zerfällt in vier Bücher. 
:bi8 zur Ronfirmation in Lübel, das zweite Lehr- nnd 





Das erfte fchildert die Kindheit 


Banderzeit als Buchhändler und Buchhandlungsgehilfe in 
Hamburg und einer thüringifchen Eleinen Stadt, dag dritte 
die Junggefellen- und Klavierlehrerzeit in Hamburg wieder, 
das vierte das Leben am eigenen Herd bi$ zur Gegenwart. 
Das ift der äußere Rahmen. Berfolgt man Guftav Falkes 
Entwillung als Iyrifhen Dichters, fo ift zu erfennen, wie 
ein urfjprünglich nicht befonderd großes Talent, das fi 
aber durch Weichheit und Schmiegfamfeit empfahl, mehr 


und mehr von Schladen fi reinigte, feiner und feiner, 


und mit der Teinheit auch ftärfer wurde, fo daß fein Träger 
jet tatjächlih als einer der ſtärkſten Lyriker die derzeitige 


' Kiteratur an feinem Teile trägt. Dagegen ftand 5.8 PBrofa 


weit zurüd, fo weit, daß ich perfünlih, al3 ich für mein 
Buch von den „Hamburger Poeten” feine Analyje zu ges 
winnen fuchte, von feiner Profa, um gegen des Dichters 
Wert nicht ungerecht zu fein, überhaupt abjah. Um fo 
mehr überrajhte mi, mit um fo herzlicherer Yreude Tas 
ich dies neue Buch. Wollwertig ftellt e3 fich feiner neuften 
und beiten Lyrift an die Seite und felten, glaube ij, hat 
man einen Künftler fich jo auf einem Gebiet, da3 urfprüng- 
fih nicht da3 feine fchien, vervollfomnınen jehen. Aus dem 
ganzen Buch weht ein Singen und Klingen heraus, eine 
leife Melodie, die, je weiter man ich Hineinlieft, immer 
ftärfer mit ihrem Zauber gefangen nimmt. Diefe Melodie 
ist ganz Balke, ift fein Stil und feine perfönliche Note; 
bier dies Projabuh ift der vollgültig erbrachte Beweis, 
daß aus dem urjprüngliden Effektifer Falke ein volllommen 
Eigener geworden if. Das Bud) fpricht 3.3 Proja mündig 
und frei und erhöht feinen Dichter, gerade wo er fo be: 
iheiden von fich denkt und Spricht, zu eigener Selbitherr- 
lichkeit. Benno Diederich. 


— ne er en a —— —— — 


Zeitſchriften. 


Das Bayerlaud. Illuſtrierte Wochenſchrift für a: Land und 
Bolt. Hob. v. %. Weiß. 24. Zahrg., Nr. 79. Münden. 

Snh.: (7/9) Hoffmann, Belgrad, Erlebniffe eincd bayerifchen 
Mudtetierd im Zürkenfeltzug 1688. — (7.) Marggraff, Wie die 
erftien Bahnhöfe Münchens entftanden. — Fridolin Solleder, Heu- 
hredeneinfall im Klofter Salvator im 3. 1749. — Edhloß Fürftened. 
— (8.) Dötar Böttinger, Ein poftalifcher Zwifchenfall in Nurnberg 
im Sabre 1865. — F. Solleder, Der verfegte Krummflab dee Abtes 
von Gotteezell. — of. Shliht, Bayeriſches Volksleben. — Hans 
Mayr, Gnadenberg. — Michael Hartig, Die Renovation ded Rat» 
baufes in Freifing im 17. Zahrh. — U. Beder, Nachricht von dem 
Aberglauben in gewifien Gegenden der Pfalz, namentlich dem Oben: 
wald. — (9) Karl Schottenloher, Ehemalige Klofterdrudereien in 
Bayern. — ©. Mader, Ein altes Hirtenfeft. — Frip Ney, Bad 
Burgbernheim, ein uraltes, faft vergeffenes Wildbad. 


Der Brenner. Halbmonatsfchrift, hab. von 2.v. Fidler. 3. Jahız., 
Heft 5. Inndbrud, Brenner: Derlag. 
Snh.: %. E Tefar, Gefellihaftlihe Monde. — Hugo Neu» 
nun Zur Würdigung Theodor Däublerd. — Defider Kofzto- 
anyi, Sm Herbft. — Dito Zoff, Hymnud. — R. Zellermapyer, 
Die Schildkröte. — 2. Frank, ©. Dallago, 8. v. Fider, Nod- 
ee — Rarifaturenfolge 53: May v. Efterle, Theodor 
äubler. 


Das Buch für Alle. Red.: Th. Freund. Jahrgang 1913, Heft 6/9. 
Etuttgart, Union. 


Snh.: (6/9.) Margarete Gräfin v. Bünau, Frauenrechtlerinnen. 
Roman. (Schl.) — Reinhold Ortmann, Vermeſſenes Spiel. Roman. 
(Fortſ.) — (G.) A. Manns, Die Bärengrube. Erzählung aus Kali 
fornien. — Artur Achleitner, Aus dem Dienſtleben der Bremſer. — 
(7.) Rich. Tobien, Spukgeſchichten. Erzählung. — Adolf Koelſch, 
Verdauung außerhalb des Körpers. — Nina Leitner, Vor dem Welken. 
— (S8/9.) Der Balkankrieg. — (8.) Aus den Befreiungekriegen. — W. 
Hille, Revolutionshochzeit. Erzählung aus der Zeit des Schreckens. 


19 — 1913. 1. — Die [höne Literatur — 4. Januar. — 20 


— 6. Prövdt, Der Efen. — (9.) Georg Hartwig (Emmy Kocppel), 
Bleib dir treu! Roman. — W. Harb, Der Mutter Briefe. — Emft 
Frand, Familie Etrohmann. — Käthe Lubomsty, Dir zuliche. 
Gefhichte einer Ehe in drei Briefen und einem Telegramm. 


Die Bücherei Maiaudros, cine Zeitfehrift von 60 zu 60 Tagen, bab. 
von H. Lautenfad, ÜR. Meyer, A. Rueft. Bud 2. Berlin, 
Wilmersdorf, Knorr. 

Snh.: Alfred Rigard Meyer und Heinrih Lautenfad, Effta- 
tifhe Wallfahrten. 


Bühne und Welt. Red.: H. Stümde. 15. Yahıg., Nr. 4/5. Leipzig, 
G. Wigand. 

Snh.: (4) Ridard M. Meyer, Gerbart!Hauptmann. — Heinr. 
Stümde, Sonnenthal Pofbumude. — Walter Zurdzinfty, Die 
Zraaddie ded Krieged. — A. Neiffer, „Artadne auf Narod”. — F. 
E. Willmann, Tbeatralia. — Ludwig Klinenberger, Bon den 
Wiener Theatern 1912/13. 3. — (4/5.) Heinrich Stümcke und Franz 
Dubitzky, Von den Berliner Theatern 1912/13. 4. — (G5.) Heinrich 
Stümcke, Nikolaus J von Montenegro als Dramatiker. — Hans v. 
Wentzel, „Buchhändler Palm“. Ein bürgerliches Schauſpiel in drei 
Akten. — P. Alfr. Merbach, Die Gerhart Hauptmann⸗Literatur. — 
Die deutſchen Dramatiker und das Filmtheater. — Rud. Regeniter, 
Das neue Stadttheater in Duisburg. 


Daheim. Red.: BP. D.Höder. 49. Jahrgang, Nr. 11/12. Leipzig, 
Velhagen & Klaſing. 

Inh.: (11.) Jung Deutſchland: Hip hiv — burra! — E. v. Hers⸗ 
feld, Kriegswache. — Fürſtenkinder. — Die Berliner Muſeumsinſel. 
— Biedermeierzeit. — Geſchenkte Scheußlichkeiten. — (11/12.) Marthe 
Renate Fiſcher, Die Blöttnertochter. Thüringiſcher Roman. (Fortſ.) — 
Anna Küchenthal, Aus meinem Schweſternleben. — (11.) Eva 
Graͤfin v. Baudiſſin, Eine Woche auf Schiern. — Alfr. Funke, 
Das Wettrennen. — Paul Weiglin, Der große König. Ein Nach—⸗ 
klang zur Friedrichsfeier. — (12.) Fritz Hoppe, Wir Deutſchen in der 
Weihnachtsſtadt. — Prinz⸗Regent Luitpold von Bayern *. — Die 
Kunſt des Blumenbindens. — Reichskanzler v. Bethmann⸗Hollweg. — 
Paul Gey, Mutter und Kind. Eine kunſtgeſchichtliche Weihnachts⸗ 
betrachtung. — Heintih Defterle, Der goldene Wagen. Eine Weih- 
nacdhtderinnerung. — F. Müller, Al® die Liedl verfchwunden war. 


Das literarifche Ehe. Hrögbr.: &. Heilborn. 15. Jahıg., Heft 6. 
Berlin, Fleifhel & Co. 

Inh.: Marie v. Bunfen, Emftv. Wildendbrud. — F. Poppen⸗- 
berg, Die Liebeöbriefe der Marquife — €. Heilborn, Aus Alt 
Berlin. — A. v. Weilen, Hieronymus Lorm in feinen Briefen. — 
Peter Hamedher, Rheinifhe Erzähler. — F. Schotthoefer, Fran⸗ 
zöfifchsdeutfh und Ballifch-pariferifh,. — Martin Brufot, DBenezo- 
lanifhe Dichtung. 


Edart. Ein deutfches Literaturblatt. Schriftl.: W. Fahrenhorft. 
7. Sabre, 2. Heft. Berlin. 
Inh: Ludwig Fränkel, Ludwig Uhland ale Dichter und Menfch 
im Lichte der Nachwelt. — Erwin Ulertnedht, Reue Erzählunge- 
tunft, 4 — Emft Lemke, Gerhart Hauptmann. — Heint. Spiero, 
Neue Lyrik. 


Die Friedend-Warte für zwifchenftaatlihe Organifation. Hgbr.: Alfr. 
H. Fried. 14. Zahıg., Heft 11. Berlin. 

Anh.: Der Krieg am Ballan. — Hand Wehberg, Zur orien» 
talifchen Frage. — R. Piloty, Pazifismus und Nationaliemus. — 
Adolf Arndold, Deutich-englifhe Berftändigungdtonferen; (30. Okt. 
bie 1. November). — A. Weftphal, Der 5. Deutfche Friedendtongreß. 
— D. Umfrid, Lebendfragen. — Ludwig Quidde, Die 17. inter 
parlamentarifche Konferenz. (Scht.) — „Aktualitäten”. — 2. Quidde, 
Deutfhe und Franzofen auf dem Genfer Kongreß. — €. de Neuf- 
ville, Franz Wirth und die Fricdendbewegung — B. dv. Suttner, 
Randgloffen zur Zeitgeihichte. 


Die Grenzboten. Hrögb. von ©. Sleinow. 71. Zahıg., Nr. 47 
und 49/50. Berlin, Berlag der Grenzboten. 
Anh.: (47) Augufi Heifenberg, Griechifch-orthodore und röm.- 
fatholifhe Kirche. — Paul Sommer, Die Sprache unferer Reiche» 
efepe. — Herbert v. Dirkfen, Südafrifanifche Eindrüde. — (47 u. 
9/60.) Rih. Knied, Karl Salzer. Ein Roman. — (49.) Baumert, 


Hemmnifje innerer Kolonifation.e — W. E. Deftering, Grimmeld 


haufen und der Simpliziusg Simplizifiimud. — Ludwig Rieß, Die 
vier Zemperamente. — Albert Scrgel, Unterm Weihnahtsbaum. — 
(60.; Bamberger, GErbichaftöfteuer und Erbrechtereform. — W. v. 
Maffow, Dichtung und Wahrheit in der Maroflofrage. — Elfe 
MWentfcher, Der heutige Stand red Leib-Serle-Problemd. 


Hammer. Parteilofe Zeitfchrift für nationales Leben. Red.: Theod- 
Fritſch. 11. SZahre., Nr. 250/51. Leipzig, Fritfch. 

Snh.: (250.) Theod. Fritfch, Die Gegen-Revolution. — Ernft 
Kämpfer, Adolf Barteld. — RK. Epo|d, Weltherrfhaftäträume oder 
Siedelunge-Politit? — Heinrih Driesmannd, Zur „Welt:-Miffion 
des Judentums“. 2. — (2561.) Warenhäufer und Umfapfteuer. — O. 
Trojahn, Theaterzuſtände. — E. Meinhold, Das Wiederaufleben 
———— Religionsbegriffe., — R.Etzold, Sommerlandarbeit für 

ebildete. 


Die Heimat. Monatsſchrift d. Vereins z. Pflege der Natur⸗u. Landes⸗ 
tunde in Schlesw.Holſtein, Hamburg u. Lübeck. 22. Ig., Nr. 12. Kiel. 
Inh.: Wiedinghardt, Nordfriefiſche Filigran⸗-Kunſt. (Mit 
Bildern) — Clara Lüdemann, Aphorismen. — Schöppa, Lübeck 
in der Chronik der nordelbiſchen Saſſen. 5. — Claſen, Redende 
Häuſer. — Reimer, Mittelholſteiniſche Kornmaße bis zum 18. Jahrh. 
— Rienau, Kriegsélied aus der Erhebungezeit. — Barfod, Beticht 
über die 22. Generalverſammlung des Vereins zur Pflege der Natur⸗ 
und Landeskunde in Schleswig-Holſtein, Hamburg, Lübeck und dem 
Fürſtentum Lübeck zu Mölln i. Lbg. am 28. Mai 1912. (Mit Bildern.) 
— Möller, Pfänderſpiele aus der Herrſchaft Pinneberg. 


Das Laud. Organ des Deutſchen Vereins für ländliche Wohlfahrte: 
und Heimatpflege. Red.:H. Sohnren. 20. Zahrg., Nr. 1/4. Berlin, 
Trowigfh & Sohn. 

Inh.: (1.) Konferenz für freie Bildungsarbeit auf dem Lande. — 
Kunftwart und ländlihe Kulturpfleg.e — Yıbr. v. d. Golg, Die 
Gründe di8 Geburtenrudganges. — H. Waldfhmidt, Die haus 
wirtfchaftliche Unterweifung der weiblichen Jugend im Oberwefterwald« 
freid. — Buffen, Aufwendungen bannoverfcher landwirtfcaftlicher 
Genoffenfhaften für die JZugendfurforge. — 2. Maas, Deutfche Klein» 
fiedlungsarbeit, indbefondere in der Oftmark im Jahre 1911. — S. 
Kirfhbaum, Der Knecht Hand. — Fr. Henze, Die Boltönamen 
der Pflanzen in Südhannover. — Fr. Sohntey, Ein Flurbegehung 
im Sabre 1817. — DB. Barg, Eprihworter und Redensarten vom 
Niederrhein. — (2.) Naft, Wie würde fi eine alkoholfreie Zukunft 
bei unferem Landvolf nad der wirtjchaftlihen und gefelligen Seite ge= 
ftaltın? — ©. Humdorff, Don den nordifhen Boltshocdhicdhulen. — 
Rembte, Falfcıe Pflege der Heimatlunft. — Asmis, Die landwirt 
ſchaftliche Arbeitsvermittlung in Deutſchland. — R. Peſchke, Joſef 
Wichner. Zum 60. Geburtstag des öſterreichiſchen Volködichtets. — 
v. Baumbach, Ländliches Feſt in Fronhauſen. — (3.) P. Heller, 
Die Raiffeiſen-Vereine im Jahre 1910. — Förſter, Beiträge zur 
Heimat⸗ und Naturſchutz-Bewegung. — E. O. Franke, Seevogelſchußz. 
— Joſef Wichner, Nur drei Enten. — L. Läßer, Die deuiſche 
Dorfdichtung im Jahre 1911. — (4. Happe, Die Krankenverſicherung 
der in der Landwirtſchaft Beichäftigten nad der Reicheverficherungd- 
ordnung. — 9. Spindler, Borweihnadhten in unjern Befchäftigunge- 
abenden. — Maaß, Die Bedeutung des bäuerlichen Mittelftandes für 
die heimifche Fleifchverforgung. — Der Minifterpräfident Dr. v. Beth: 
mannsHollweg über die innere Kolonifation. — Walter Loafe, Adolf 
Bartels ald Bortämpfer der Heimatlunft. — R. Beide, Ed war 
einmal. Zum Zubiläum der Orimmfhen Märchen. — Schreiber, Die 
Tagesipinnftube im Hanauer Cberland. 





Licht und Schatten. Wochenfhrift für Schwarzweißtunft u. Dichtun 
ee von * v. Gumppenberg. 3. Jahrg., Nr. 10/ 11. München. 
Inh.: (10. Leo Samberger⸗NRummer.) Fritz Ehrhart, Franz Hoff⸗ 
manns Tat. — H. M. Appell, Im Garten. — (11.) Paul Schle⸗ 
ſinger, An einem Grabe. 


Militaär⸗Wochenblatt. Red.: v. Frobel. 97. Jahrg., Rt. 158/ 160. 
Berlin, Mittler & Sohn. 


Snh.: (163 u. 169.) Chronologiſche Ueberſicht der Ereigniſſe vor 
100 Jahren. (Fortſ.) — (163.) Organiſation der Militärtelegraphie. — 
Aus dem Feldzuge in Rußland 1812. (Schl.) — (154 / 55.) Das Schema 
des Freifeldangriffs. — (154.) Ueber die Entftehung der Landkarten. 
— Zelifunten im Baltantrieg. — (155.) Ift Hygiama für die Soldaten- 
berpflegung zu empfehlen? — Die bevorftehende neue Heeresorganifation 
in Holland. — Ueber das Herabwerfen von Sprengtörpern aus Luft 
(hiffen und Flugzeugen. — (156/57.) Zur Sahrhundertfeier der Be 
freiungötriege. 1814. — Neues vom franzöftfchen Heere. — (156.) Flug- 
zeug und Lenkluftfhif. — (157/58.) Krieg im Frieden. — (158.) Die 
Bedeutung Adrianopeld ald Feitung. — (158/60.) Taktik der ruffifhen 
Mh — (159.) Prinz» Regent Quitpold von Bayern +. — 

ur Haubigfrage in Yrantreih. — (159/60.) Bom Baltankriege. — 
(160.) Militärtechnifhe Umfchau. Luft und Kraftfahrwefen in Frankreich. 

—, Beiheft 11/12. Inh.: Hoen Die politifche Lage Europas 
vor Beginn der Befreiungäfriege. (25 S.) — Baron v. Ardenne, 
Kriegdpoefie und Soldatenlied. (27 ©.) | 








21 — 1918. 1. — Die |höne Literatur. — 4 Januar. — 22 





Süddeutfhe Momatöhefte. Hab. v.P.R. Eofimann. 10. Zahıy. 
3. Heft. Münden. s 
Inh.: 2. ©. Scotti, Der Kreuzfahrer und die heilige Ruth. — 
Lujo Brentano, Ueber den Syndifaliömus. — H. Federer, Eifto 
e Eefto. Eine Erzählung aus den Abruzzen. — Lulu v. Strauß u. 
Zorney, Die Wiedertäufer zu Münjter. — U. ®. Züricer, 
Zamilienbricfe von Karl Stauffer-Bern. — 8. U. v. Müller, Drei 
Briefe Zreitichked an Heinrich v. Marquardfen. — D. Schöner, 2. 
Seiß, Die praftifhe Vorausbeftimmung des Gefhlehtd beim Menfchen. 
— Karl Haudhofer, Der Kaifer von Japan. — Walter Riezler, 
Muft in Hellerau. — R. Huldfhiner, Briefe von einer Weltreife. 
— 8. Flefch, Die Heildarmer und dad Krankenverfiherungsgefeg. — 
Paul Bufhing, Rot oder Gelb? — ©. Karo, Bom neuen Hellad. 


Dad en Nee Monatsfhrift für die Intereffen der Provinz- 
Theater. NRed.: D. F. Kaifer. Zahre. 1912, Nr. 15. Hannover. 


Inb.: Wantertheater. Das Geheimnis der Billigkeit. — Neben» 
regierende Frauen. — Paul Kapp, Der „Kintopp“ eine öffentliche 
Gefahr. — Suftaf Hildebrant, Das Drama Hebbeld und Jhfens. 
Ein dramaturgifch-fritifcher Brief. 


a re Ar. 48/50 3. Boff. Zeitung 1912, Nr. 612, 625, 


Inh.: (48.) Alfıed Klaar, Neued von Hieronymus Lorm. Zum 
10. Zodestage Lorme, 3. Dezember. — Wilhelmine Mohr, Moderne 
Sdeen einer alten Frau. — E. v. Strang, Die Bagdadbahn in ihrer 
Bedeutung für Politit, Handel und Weltverfehr. — (48/50.) Bor 
100 Sabren. — (49.) R. Salinger, Spealiemud und Realismus, 
Eine ertenntnidkritifche Betrachtung. — Reinhold Steig, Berliner 
Gefelihaftsbilder von 1809. Nady neu erfhloffenen Quellen. — M. 
Winterberg, Kaifer Friedrich und fein Erzieher. — (50.) Unfelm 
Schertlin, Der Kröfus der Renaiffance. — Rihard Hennig, Die 
Etellung der „wirtfchaftlihen Staatswifjenfchaften” auf den deutfchen 


Hochſchulen. 
Su a... 9.8 Illuftriertcd Sonntagsblatt. 60. Sahrg., Nr. 11/12. 
Berl 


e 

Smb.: (11/12 IM. Zanitfch et, Das Fräulein vom Dionde. Roman. 
(Fortf.) — (11) B. Friedridh, Der Merkpfahl. 
geihihte. — Der Drang nah dem Weften. — (12.) Rouife Faubel, 
Kin Weihnadhrsabenteur auf dem Meere. — 8. Lüdemann, Die Rots 
wurft des Kaifere. — Aus Montenegrod Bergen. — Napoleons 
Glücksſtern. 


Die kritiſche Tribune. 

a. und Kritit. Hgb. von ©. Flefch. 1. Jahrg, Nr. 17. Leipzig, 

hner. 

Inh.: S. Fleſch, Die Grundlage eines europäiſchen Friedens. — 
Timon, Neuerſtandene Probleme. — Alfred H. Fried, Ausnützung 
der „Erfahrungen“ der Balkankriege. — Georg Hecht, Der Literat 
und der Frieden. — F. Blei, Von der gegenwärtigen Kritik. — H. 
Gottſchalt, Das ſoziale Gewiſſen. — H. Fernau, Zur franzöſ. 
Lehrerbewegung. — B. Wels Vom Bücherſchenken und von Büchern. 


Ueber Land u. Meer. Deutſche illuſtt. Zeitung. Red.: Rud. Presber. 
656. Jahrg., 109. Bd., Nr. 11/12. Stuttgart, Deutſche Verlagsanſtalt. 
Inh.: (11/12. G. Engel, Die vier Könige. Roman. (Fortſ.) — 1 (1.) 
L. Weber, Das Märchen und einer ſeiner Maler (Franz Heine). — R. 
Deutſch, Die Verkehrsverhältniſſe im Sandſchat. — C. Schelper, 
Das Klavier. Skizze. — Max Karſtenſen, Das engliſch⸗-deutſche Pro⸗ 
blem. — Modernes Spielzeug. — (12.) Karl Bleibtreu, Die Kon— 
vention von Tauroggen. — Joſefa Metz, Ueber Märchenerzählen. — 
Manfted Kyber, Der Hampelmann. Märchen. — Centa Lukas, 
Mutter und Kind. — Dietrich Graue, Feſttage deutſcher Lebenskunſt. 
— Kinder im Winter. — Neue Charakterpuppen. 


Die Wage. Redakt.: E. V. Zenker. 15. Jahrg., Nr. 46/50. Wien, 
Stern & Steiner. 





Inh.: (46.) Deſterreich und der Balkankrieg. — St. B. Stanton, 


Selbſtbeſtimmung. — J. Vincenz, „Hämetgſang“. — K. Hjortö, 
Großmaͤchte. — (47. E. V. Zenker, Das Deutſchtum und der Krieg. 
— M. Holzer, Wanderer und Erhalter. — F. Roſenthal, Die 
Fünfzigjahrigen. — Ostar Baum, Der Schnelläufer. — (48.) E. V. 
Zenter, Ihre einzige Sorge. — Tuberkuloſe und Schule. — Or— 
dilius, Moralunterticht. — (48/49.) P. Siretean, Gerhart Haupt— 
manns Sehnſucht. — E. v. Ja niſchfeld, Der Fehler der ruſſiſchen 
Modernen. — (49.) E. V. Zenker, Parlament und Regierung. — E. 
v. Hofmannsthal, Franzöfiiche Juſtizreformen. — F. Roſenthal, 
Otto Brahm *. — (50.) Svetomir Rikolajewitſch, Serbien an der 
Adriaküſte. — Das ſogenannte Tuberkuloſenheim am Semmering. — 
Dezider Kosztolanyi, Die Karriere einer ſchlimmen Puppe. — P. 
Siretean, Gerhart Hauptmanns Brahm⸗Nekrolog. 


Kine Weihnachts— 


Halbmonatszeitung für Politik, literariſche 





Die Woche. 14. Jahrg. Nr. 48/60. Berlin, Scherl. 

Inh.: (48.) Dito v. Gottberg, Die Schrecken des Krieges. — 
Hermann Küttner, Der Balkankrieg und die freiwillige Hilfstaätigkeit. 
— Kaiſer Wilhelm II und die Marine — Der Dandy von Anno 
dazumal. — (48/50.) Rud. v. Strag, Stark wie die Mark. Roman. 
(Fortf.) — (48.) Dölar Zden-Zeller, Die Organifation von Polar 
erpeditionen. — H. Kungen, Bei einem Aitmeifter der Entomologie 
(Jean Henri Fabre),. — Arthur ©. Albrecht, Die legte Heerfchau. 
— Dla Alfen, Die weiße Mode. — 3. Baehhtner, Hefen und Hefe. 
— (49.) H. Dade, Zur Drganifation der Fleifchverforgung. — D. d. 
Gottberg, Don Krieg und Kriegägefchrei. — Yuliu® Hart, Dtto 
Brahm + — Parlamentarifher GolfMath. — W. Kolle, Die Be 
deutung von Krankheiten und Seuden für friegführende Armeen. — 
Eine amerifaniihe Operette — H. Dominit, Eiferne Brüden. — 
®. Buffe-Palma, Gendarm Apfelreis. — E. Schr. v. Wehmar, 
Ein Kapitel vom Hamfter. — 8. Lord, Das Deutihtum in Paläftina. 
— Dia Alfen, Das Beftibül. Plauderei. — (50.) %. v. Lifzt, Die 
Sefahr, Friminell zu werden. — Walter Conrad, Krieg und Börfe. 
— Berta Tefchlin, Der Hamburger „Dom“. — BWeimer, Die Er 
ziehbung der Großftadtjugend. — Bünther Thomas, Die neuen Ber 
wohner des Weißen Haufes in Wufhington. — Earl Diem, Ein Lehr 
tur? im Stilauf. — Sohannese Wilda, Gelbe Blumen. Gkizze. — 
Elfe v. Boettiher, Das Felt der Kinder. Plauderct. 


Das freie Wort. Hrögb. v. May Henning. 12. Jahrg, Rr. 18. 
dranffurt a. M., Neuer Frankfurter Verlag. 

Inh.: Mar Maurenbredher, Untirhlihe Weihnaht. — €. 
Nofler, Die Türkei und Defterreih. — Hugo Koh, Die Bewert- 
Thaftsenzyklifa. — Philalethed, Der Kulturfampf um die Schule 
im Lande der Springprozeffion. — Emft Saedel, Zur Gefhidhte der 
Entwidlungslehre. — Hang Geiger, Dad „Chriftlind”. — Mar 
Henning, Das Leid und die Religion. 


Beitung f. Lit., Kunft u. Wiff. Beilage des Hamburg. Eorrefp. Rr. 24/26. 

Snh.: (24) W. Berendfohn, Bem Stil dichterifher Kunfl. — 
Serhard Moerner, Hermann Keffer. — ©. Kuhlmann, Daud un 
Dümwel. — Vom Wandern und anderer Lribestunit. — Dtto Klein, 
Ein Brief Boded an Klopftod. — H. Kienzl, Kopebue und die Oper. 
— €. v. Monfterberg, Neue Eyrit. 





Slluftrierte Zeitung. 139. Band. Rr. 3622/23. Red.: DO. Sonne 
Reipgig, 3. 3. Weber. 

Snh.: (3622.) &. Junker, Der Tag von Springe. — Das ruffifche 
Heer. — Rudolf Rotheit, Dad neue Albanien. — Untonius Metro- 
polit von St. Petersburg. — (8622/5.) Branz Herwig, Ian von 
Werth. Roman aus dem 3Ojähr. Kriege. (Forıf.; — (3622.) 8. Figdor, 
Die franzöfifche Zrans-Sahara-Bahn. — Das neue Heim der Handele- 
tammer zu Chemnig. — Böla Lazär, Der Maler Paul Merfe v. 
E zinyei. — v. Kühlwetter, Die moderne Sciffsartillerie. — Zofeph 
Wieniawfli +. — H. Bimard, Dad Sandidat Novibazar. — L. 
Staby, Die feinften Sinne im Tierreich. — Wilhelm Baftine, 
Wafjerftrahlen. — (8623.) U. Braun, Die Pfyche des Kindes beim 
Spiel und deifen Einfluß auf die Erziehung — Albreht Wirth, 
Die Bevölkerungsverhältnifje auf dem Balkan. — Die Infel Mitylene. 
— Dtto Brabm + — Dito Leffing +. — Elfe Franten, Dftafti- 
fanifches Zarmerleben. — Der Wechjel auf dem italtenifchen Botichafter- 
poften in Berlin. — % R. Helmert, Die neueren Fortfchritte und 
orfhungen der Internationalen Erdmeffung. — Maria Gräfin von 
Ylandern. — Georg Biermann, Die Winterausftellung der Berliner 
Sezeffion. — Der Poftbahnhof in Leipzig. — Ein Künftlerjcherz der 
Renaifjancezeit (Benvenuto Eellini). — Alfonfo Capccelatıo. — Die 
Bularefter dveutfche Liedertafel. — Soh8. Bergner, Zwei merkwürdige 
tropifche Käfer. — (38624.) Karl Wendelamp, „vriede auf Erden“. 
— Paul Schubring, Weihnadren in der italienifchen Malerei des 
14. Jahrh. — Alfred JZeremias, Bethlehem, die Weihnadhteftadt. — 
E. v. Winterfeld-Warnow, Weihnadten 1812. — Moderne Hand» 
arbeiten für den Weihnahhtätifh. — Hermann Diez, Rumänien und 
der Balkanfrieg. — Erınft Mumm, Reue Wege der juriftifchen Bor. 
bildung. — Die vierte Neiheduma. — Das Mietwohnhaud der Neuzeit. 
— Bom deutfchen Rennfport 1912. — -Das 200jähr. Jubiläum der 
Et. Petri-Schule in St. Petersburg. — Helene Ehriftaller, Die 
neue Mutter. — (3625.) Theod. Henner, Ruitpold, Prinzregent von 
Bayern + — Guftav Levering, Prinzregent Zuitpold in feinen Be« 
ziebungen zur Kunft. — Arthur Acdhleitner, Prinzregent Luitpold als 
Weidmann. — Graf Du Moulin Edart, Prinzregent Ludwig von 
Bayern. — Die Nobelpreisträger von 1912. — Georg Biermann, 
Dir Maler Ernft Linnentamp. — Der Fetungstrieg der Neuzeit. — 
v. Rigler, Die Erzeugung vegetabilifher Milh. — R. Lepfius, 
Das Kaifer-WilhelmeFnftitut für Kobleforfhung in Mülheim an der 
Ruhr. — Ludwig Soldftein, Das erfte deutfche Freiluftmufeum. — 
Aler Braun, Hengelerd Monumentalgemälde im Preifinger Rathaus. 


23 — 1913. M1. — Die [hHÖdne Literatur — 4. Januar. — 24 


— Die Krippenfanmlung ded Bayrifchen Rationalmufeumd in Münden. 


— Lübecks regierender Buͤrgermeiſter Dr. Eſchenburg. — Guſtave Eiffel. 


— Die Vigiljoch⸗Bahn bei Meran. 





Mitteilungen. 


Literatur. 


Die neueften Erfcheinungen in Reclams Univerfal-Bibliothet 
erftreten fih auf die verfchiedeniten Gebiete: Uuftfpiele, Romane, Er: 


zäblungen, Kulturbilder, philofophifche Eiians und mufitaliihe Er- 
läuterungen. NRr. 5481/2: „Harem, Bilder aus dem türkifchen 
Trauenleven” von Demetra Baka (Mrd. Kenneth Brown). Uutorifierte 
Meberfepgung aus dem Englifhen von Marie Pils. Broſch. 4 0, 40, 
gebd. #0, 
drei Aufzügen von Leo Walther Stein und Ludwig Heller. Mit 
zwei Deforationgplänen. — Nr. 5484: „Brinzeß Bummelcden und 
andere Humoridfen” von Teo v. Torn. Außer der Titel-Erzählung 
noch zwölf andere: Die Reifebegleiterin; Der tote Punkt, Die rola 
Stiefelben; Das neue Gefchoß ; Der Dorfprinz; Budenzauber; Fran- 
cedcv; Der Enzian-Profeijer; Die Honigkur; Kubad Rahe, Major 
Zapd; Die Panne. — Nr. 5485: „Der Bürger ald Edelmann’, 
Luftipiel in fünf Aufgügen von Molidre. MUecberfegt von Auguft 
Cornelius. — Nr. 5486: Erläuterungen zu Meifterwerfen der Zon- 
funft. 26. Band: Nuggiero Keoncavallo, Bajazzo (Pagliacci). 
Drama in zwei Aufzügen und einem us Geſchichtlich, ſzeniſch 
und muſikaliſch analyſiert, mit zahlreichen Notenbeiſpielen von Max 
Chop. — Nr. 6487/8: „Schatten des Schlachtfeldes“, Roman von 
Hermann Jenſen. Autoriſierte Ueberſetzung aus dem Däniſchen von 
Friedrich v. Känel. Broſch. 4 0, 40, gebd. #0, 80. — Nr. 5489/%0: 
„Eine Unterfuhung äber den menfhliden Berftand” von David 
Hume. Meberfegt und mit einer Einleitung und Anmerkungen vere 
fehen von Dr. Rudolf Eisler. Brofh. „4 0, 40, gebd. «#0, 80. 

Gn „Kreytaad Echulaudgaben und Hilfebüchern für den deutichen 
Unterrit” gibt Dr. Rudolf Xapte Gotthold Ephr. Leffings Briefe, 
für den Schulgebrauch ausgewählt, heraus. Erklärende Vorbemerkungen 
und Fußnoten forgen für das Berftändnid ded Zujammenhangd und 
der Einzelheiten. Gin ziweited Bändchen enthält Erzählungen von 
Saar, Ebner-Ejchenbad, Widmann, hab. von Dr. Joſeph Lackner, 
und zwar „Zambi” von %. v. Saar, „Krambambuli” von M.v. Ebners 
Eihenbad, „Herbittage in den Berner Alpen” von 3. B. Widmann. 


Die Einleitung liefert Biograpbie und Befhreibung der Schriften der 


bier vereinigten Autoren. (Wien, 1913, Tempety; Leipzig, ©. Freytag; 
jeded Bäntchen koftet nur „4 0, 85 geb.) 


Nahträglich erfi ging und eine vomehme, ihred Dichterd würdige | 


Ausgabe zu, die Albert H. Raufch im Verlag von Schirmer & Mahlau, 
Frankfurt a. M., vor zwei Jahren veranftaltet hatte: „„Die Gebichte 
Be8 Grafen Auguft von Blaten‘ (191 ©. Gr. 8., Preid 4 4). 
Die harakteriftiiche Audwahl beruht vor allem auf der biftorifch-kriti« 
fhen Scjfamtausgabe der Werke, die im Jahre 1909 bei Heffe & Beder 
in Reipzig erfchien, beforgt von M. Koch und Pepet. Ald Einleitung 
dient ein längerer Auffag ded Herausgeberd: „Die geiftige Haltung 
Platens.“ 

Ernſt Zitelmann's „Radierungen und Momentanfnahmen“ 
kamen ſoeben in 4. Auflage beraus (München und Jipiig 1913, 
Duncker & Humblot; VIII, 134 S. 8., geb. A 3, 50). Die durch 
den Titel ſchon gut gekennzeichneten geiſtvollen Umriſſe, Gedankenſpaͤne 
und Fabeln, die 1 an erften Male erfhienen, find zu bekannt, um 
noch einer befonderen Empfehlung zu bedürfen. 

Dem Andenken des Dichters Otto v. Leirner (+ 1907) widmet 
Ihora en ihre poetiihen Erzählungen für Jung und Ait 
„Aus Märchenlanden“, aus denen wir zunädft die in Profa ge 
fhriebenen bervorbeten: Das Gcheimnis des Glüdd, Das graue Haus 
auf der Heide; Himmeldblume; Lichtelfchend Fahrt nad dem Himmel; 
Ciskönigs Braut; Anker Gyldenftjierne; Das Gejchent der Alpenfee ; 
Der Leine Mufifant und GSylve, die Elfenprinzefiin; Der König dee 
Kattegat; Die Fürftenkinder; Sage von Klintbolm; Die Scilfteidh- 
fönigin; Ragnar und DOsla; Bergtborad Befreiung; Die böfe Fee 
GSigne vom Märhenihloß; Die Ihönfte Gabe des Himmeld; Die 
Ichwerfte KAunft ; Zufufrafcha, der Sohn des Rebellen; Spanhvide, die 
Diondiheinprinzeilin; Wad Großmutter erzäblte Uußer mehreren 
fleineren find die beiden legten größeren Märchen in gereimten Stropben 
verfaßt: „Elfenzauber”, „Dtbar und Syritha“. Zartheit der Empfin- 
dung vereinigt fich in allen diefen meift im Nordland, aber aud im 
Drient fi abipielenden Schöpfungen mit Adel und Tiefe der Grfinnung. 
(Berlin-teipzig, 1912, Modernes Verlagdbureau; 128 ©. 8., Preid 2.4). 

Ein prächtiges Märhenbuh Konrad Yifcherd, das zuerft im 
Jahre 1906 unter dem Zitel „Zmergrödhen und andere Befchichten“ er- 
bien (vgl. die warm empfehlende Beiprecdhung im 8. Jahrg. [1907], 
Nr. 23, Sp. 378 d. BI.), wurde foeben vom Verlag E. F. Thiene⸗ 
mann in Gotha in zweiter, flart vermebrter Auflage ausgegeben: 


80. — Nr. 5483: ‚‚Die Ahnengalerie‘‘. Luftfpiel in 


„Märden für Jung umd Alt’ (B Bände, geb. je 2.4). Der ältere 
zeit ift jept in zwei Bünde zerlegt: „Ziergrodchen“ und „Die Gaben 
de8 Einfiedlerd“, benannt je nad der Zitelerzählung. Der dritte Band 
dagegen: „Der Wunderfhirm und andere Befchichten”, enthält fieben 
in der erften Auflage 1 nicht erjchienene Märchen und Erzählungen: 
Wunderfhirm; Das Gludsfchweindhen; Der feltfame Müpltncht; Der 
Gilvefterpring; Der goldene Kegel; Die Huge Frau; Die Sparbüchfe. 
Einfache, Mare Sprache, praftifche Lebendweisheit und ungefuhte Sym- 
bolit, fowie glüudliher Humor zeichnen dad auch äußerlich gut ausge- 
ftattete Werk aus, dad Helmut Eichrodt mit anmutigem Bilderfhmud 
verfehen bat. 


Theater. 


Ein ältered Drama Herbert Eulenberg&, dad fünfaftige Trauer: 
ipiel „Ein halber Held” erlebte in feiner neuen yallung und unter dem 
neuen Zitel „Kurt von der Kreith” im Hoftbeater zu Gera am 
10. Dezember 1912 mit ftartem Erfolge feine erfte Aufführung. Mit 
gutem Bedaht hatte man gerade dies Werk als erfted des Biters 
gewählt zu feiner Einführung bei einem ibm innerlich nod fremden 
PBublitum, da es am meiften an bekannte Borbilder anllingt. Ed atmet 
denjelben friderizianifchen Beift wie der Kleift’fche Prinz don Homburg 
und Leifingg Major von Tellbeim. Die Aenderungen beftehen in gut 
angebrachten Kürzungen im fünften Alt, der damit, an fib fcheon gegen 
den ausgezeichneten vierten etwas abflauend, an innerer Sefchloffenheit 
gewonnen bat. Bei der Aufführung erfreute wieder die außerordent- 
lihe Kraft der dramatifchen Oeftaltung, wenn aud der Held an einer 
Unentichloffenheit frankt, die der Dichter felbft ald eine Halbheit emp- 
funden und vielleicht in feiner Selbfterfenntnig im früheren Titel zum 
Ausdrud gebracht bat. Um feiner bedeutenden Borzüge willen gönnt 
man der Dichtung bald die Fürforge einer größeren Bühne, die alle in 
dem Drama vorhandenen Werte offenbar werden läßt. Die Buchaus⸗ 
* der neuen Faſſung erſcheint demnächſt im Rahmen einer vom 

erlag Ernſt Rowohlt, Leipzig, geplanten Geſamtausgabe der Eulen⸗ 
berg'ſchen Dramen. F. E.W. 

Die Uraufführung de3 dreiaftigen Schmwantes „Winfelzug‘’ von 
Tri Wahl und Jotf M. JZurinet am Stadttheater in Barmen 
(12. Dezember 1912) fand beifällige Aufnahme Das Stufen ift 
eine Satire auf einen jüdiichen Särstafveicih mit Namen „Einigkeit”, 
in dem der Diener il: ein entlafiener GSträfling, beftändige 
Spigbübereien ausführt. Un die Ehre des Bereind vor der Fürftin 
zu Kapenellenbogen zu retten, wird der Gauner obendrein noch frei» 
gefprochen. 

„Die Heine Hoheit‘, Luftfpiel von Dora Dunder und Hand 
©aud, hatte bei der Uraufführung im Stadttheater zu Magdeburg 
am 14. Dezember 1912 reichen Erfolg. 


Die „isrankfurter Kammerfpiele” brachten am 16. Dezember 1912 
im „Neuen Theater” zu Franfiurt a. M. unter anderm zwei Urauf- 
führungen. Die erfte war ein ziemlich matter Ginafter „Robert 
Anftey‘ von Mar Mevyerfeld. Der Dichter fchildert das Wieder 
fehen ded wegen jchweren Bergehend verurteilten und von der englifchen 
Gefenichaft vertriebenen, einftmald berühmten Malers Robert Anftey 
mit feinem Sohn, der ingwifchen einen andern Namen angenommen 
bat und von feinem Bater nichts mwiffen will. Man ertennt unfchwer 
Anklänge an das Schidial Oscar Wildes. Leider hat dad Stud wenig 
innere Werte. 3 bleibt zu fehr an der Oberfläche der Dinge haften 
und ergeht fih in allzu rüuhrfeligem MWortgepläticher. uch die Auf- 
führung, die fih im großen und ganzen auf anfehnlicher Höhe hielt, 
fonnte nicht viel reiten. — Das zweite Studchen war Gdmond 
Roftands einaktige Pantomimendichtung „Der Götterhain‘. Man 
denke: in die Berfammlung der Götter führt ein Automobil hinein, 
erleidet eine „Panne“, und die Götter verhelfen ihm wieder, indeß 
das Menjchenpaar durh Morpheus in Schlummer verfentt if, zu freier 
Kraftentfaltung. Den begleitenden Zert hat Qudwig Fulda, wenn aud 
fehr gefhidt, jo doch vollig unnötigerweife verdeutfht. So etwas ger 
hört unter Umftänden in eine Fajhingsvorftelung, aber nicht in die 
„Kammerfpiele”, die wahrlich ernftere Aufgaben zu erfüllen haben. 

Richard Dohse. 
ranz Molhnars Spiel in vier Bildern „Das Märden wom 

Wolf’, eine in die Form ded modernen Traumftüde gelleidete Ehe 
fomödie, hatte bei der Uraufführung im Wiener Burgtheater am 
25. Dezember 1912 eine fchr beifällige Aufnahme. 

Am gleichen Abend erfolgte im Altonaer Stadttheater die Urauf- 
führung von Felir Dörmannd Dreiafter „ Damenwahl‘, fand aber 
beim Publitum feinen Anklang. 


Leonid Andrejem vollendete ein neues Theaterftüd ‚„„Jelaterine 
Ywanowna’‘, defjen Uraufführung im Modkauer Künftlertheater ftatt- 
finden wird. 

Franz Molnärs neued Bühnenwert „‚Liltom‘, eine Borftadt- 
legende, wird im laufenden Monat gleichzeitig am Berliner Kleinen 
Theater und am Wiener Theater in der Sorefitadt in deutfher Sprade 
zur Uraufführung gelangen. 


Berantwortl. Kedalteur Prof. Dr. Eduard Zarnde in Leipzig, Kaifer-Wilhelmftrage 8. — Drud von Breittopf & Härtel in Leipzig. 


/ 





Die ſchöne 


Literatur. 


Beilage zum Literariſchen Zentralblatt 
für Deutſchland. 


Ir. 2, 


Heransgeber Prof. Dr. Ed. Zarncke in Leipzig, Raifer Wilhelmftcaße 8. 


Verlegt von Ehnard Aumartins in Keipiig, Roffiraie 5/7. 


14. Jahrg, 








Ericheint vierzehntäglich. 


>: 18. Januar 1913. 


Preis halbjährlihd 3 Mark. 





Indat 

Bioperac Kranentomens un Arautnerjäßtungen (5); v.Stodert-Mennert, 
= fie is in ihr Köniareih . zende-Därday. Roft. Hofer, 
Beh dir, dag du ein Entel bift. 'Säroil, Yulia ?ornan. Sperling» 
— Das Unbefiegte in uns! Socemftetter, Das Herz, Arabesten. 

eppHen. Bubt. 
Iramen. Braufführungen (27): Krauß und Schwarz, Die Hoczeit des 
Mozart. Holm, Marne großes Herz. LE Derg-Eijvind und 
fein Weib. Moin är, Das Märden vom Wolf. Brieux, La femme seule, 


Srartiella, Berfiedte Wahr» 


adela orismen und Werwandtes (31 
* % cn z nn Krauß, Pro domo et mundo. 


— eine ——— une „undein 


eig. 5— — (82% Baroness v. Hutten, Sharrow. Croker, 

erpent's zoom: Bennett, The Matador of the five towns and other 

—— P al ip 6, Woman. Osbourne, The kingdoms of the 
rld.. Ma weil In cotton wool. 


Werfbicdenes (35): Kar i, Baul Ernft und die nentlaffifhen Beftrebungen im 
Drama. Zeitfäriften (35). Mitteilungen (39). 


Man and 





—— — —— 0 ale S., Tas Herz. 
Bennett, A., The Matador of the five towns and | Hofer, 

stories. (ss ) olm, * marv⸗ großes Herz. 
Brieux, E., La femme seule. (31. Hutten, Baroness 
Croker, B. M., The Serpent's Tooth. es) genden. ‚ Bubi. (27.) 


En EINEN, 8., Garten ber Göttinne (32. Kr : 

Paul — und die neuflaffifden Befre: Krauß, 8. 
— im Drama. (35 

Graziella, Th. Berfiedte Wahrheiten. Eine Samm- 
[ung fatirifcher Fabeln. (32.) 


a 
rn 


jart. (27.) 
Maxwell, W.B, 


, Beh dir, daß du ein Sat bift. (26.) 
harrow. (ss) 33.) 


ö pn domo et mundo. 
und D. Ehwars, Si Hochzeit des — 


In cotton wool. 134.) 
Molrir, %.. Tab Viörden vom Wolf. (29.) 


Osbourne, L., The kingdoms of the world. (34.) 

Philips, F.C. and A. R. T., Man and Woman. (33.) 

Shroll, Dt. E., Yulia Lornau. (2. 

Sigurj onsfon, 8., N zei und fein Weib. 
Ueberſetzt von i. F. So 

Oinel — "s. as Unbefiegte in 


eynert, D.v., Und fie gingen in ihr 
Königreich . 
Szende⸗ -Därday, D. v., Roſt. (26.) 





Moderne Frauenromane 
und Sranenerzählungen. 


Stodert-Meynert, Dora v., Und fie gingen in „ a a 
Roman. Berlin, 1912. Goncordia. (322 ©. 8 , 50. 


a Diga v., Roft. Roman. Seifen, — Prohasta. 

(3 8.) 

Hofer, Klara, Weh Bir, daß du = Enkel er Roman. Berlin, 
1912. Fleifhel & Co. (229 €. 8) 4 3 


Schroll, M. E., Yulia Lornan. Roman. Batin und Leipzig, 1912. 
Modernes Berlagsbureau E. Wigand. (409 ©.8) #3. 


Syerling:Pinstowsti, Gretel, Das rer in uuß! Novellen. 
Straßburg, 1912. Einger. (119 ©. 8.) 4 2, 50. 


en en Das Herz. ee Dresten, 1913. Reiner. 
) 
rn il er Berlin, 1912. Trowipfh & Sohn. (188 ©. 8.) 


Die Tochter aus gutem Haufe ift ein beliebter Vorwurf 
in der Frauenliteratur, ihr Schidjal, ein tatenlofes Hin- 
bämmern, da ihr zu jedem Beruf die volllommene Aus- 
bildung fehlt, wird immer wieder beleuchtet, leider ohne 
mit dem befreienden Hinweis auf Abänderung jolcher Lage 
zu fchließen. Hier verfagt meiltens die Kraft der Kämpfe 
rinnen mit der Feder und jomit hat dann das Werk eigent- 
lich feinen Zwed. Solches empfindet man bei Dora vd. 
Stodert-Meynerts Roman um jo mehr, als der Roman 
fünftleriih gar nichts bietet; er ift in der Form, in der 
Kompofition und im Stil [hwadh und anfangs zu breit an- 
gelegt, dann wieder zu rafch abgebrochen, aus einem jaloppen 
und oft, milde gejagt, naturaliftiihen Ton in eine Romantit 
hinübergetragen, die etwas komisch if. Wir haben dod) 
ſolche Phantaſien jchon überwunden, bächte ich, die darin 
gipfeln, daß das fchöne, unfchuldig gefallene Fräulein aus 
gutem Haufe vom biederen einfachen Urbeiter gefreit wird 
und fie in Amerika ein neues Zeben begründen wollen. Das 
ift fo unedht, wie die Charakteriftit diefer jungen Dame, 
die im Unbeginn des Buches mit ihren Gejchwijtern im 
Biener „PBülcher”.(Strolh).Yargon fpricht und dann zu dem 
„ordinären“ Urbeiter, der Ohniwas heißt, jagt: „Sei bu 
jet mein König .. .” 

Beilage zu Nr. 3 des Lit. Zentralbl. f. Deutihland. 


Derjetbe Vorwurf ift bedeutend befjer behandelt von Olga 
dv. Szende-Därday, hat aber auch einen etwas roman 
tiihden und phantaftiichen Abjchluß. Shre Heldin ift natürlich 
auch wunderihön, auch au3 einem feinen Haufe, hat aud 
nicht3 gelernt und wird auch) als Gejellichafterin (zum Unters 
ihied vom Kinderfräulein) von einem reichen Verwandten 
ing Schlepptau genommen. Auch da taucht der dämonifche 
Mann auf, aber die Heldin wird durch einen Zufall gerettet, 
bis fie Doch fällt. Uber fie fällt hinauf, ein ideal denfender, 
ihöner, adeliger Mann, reiche Erbichaft und Seligkeit machen 
den Schluß. Alfo zur Löjung der bangen Frage ift nichts 
getan, aber das Buch ift ehr gut, jehr anregend gefchrieben. 
Ein Roman, wie er fein joll, fpannend, unterhaltend, 
wechlelnde Szenen, gute Geftalten, eleganter Ton. Der 
Titel ift etwas fchleierhaft, aber fchließlich ift er unanfecht- 
bar und im allgemeinen ift das Buch als anertennendwerte 
Probe einer ehr begabten Erzählerin zu oben. 

Sehr feffelnd, dabei in einer merkwürdig Inappen Art, 
deren Härte den Stoff gut Tennzeichnet, behandelt Slara 
Hofer den Gedanten der Vererbungstheorie, die mißvers 
ftanden und auf die Spite getrieben in allen Eden Ge 
fpenfter fieht und dadurch erjt alles zerftört und kranthafte 
Uebertriebenheiten fördert. Mehr oder weniger tft ein jeder 
Menich erblich belaftet, diejes Willen aber ift die fchwerfte 
Laſt. E83 gibt nicht nur Degeneration, e3 gibt eine Re- 
generation, predigt der menjchenfreundliche gräfliche Piychiater 
der Berfafferin, und ihr Buch fol in diefem Sinne erheben 
und befreien. Wenn e3 uns doch auch von den Geipenftern 
der Literatur, der ewigen Depreifion und den Quälereien 
befreien würde, die al$ Seuche geradezu graffieren. 

„Der Roman einer Pianiftin”, wie der Untertitel des 
Buches von M. E. SchrolL lautet, tjt gut gemeint, nur 
breit und mit einer verjchwenderifchen Fülle von Super 
lativen ausgeftattet. Nicht gerade tiefgehend werben die 
Zaufbahn und die Liebeserlebniffe einer reichen und jchönen 
jungen Pianiftin behandelt, zuerit fällt fie einem berechnen- 
den Wüftling faft zum Opfer, dann wird fie, nachdem fie 
den äußeren Erfolgen einer Künftlerin entfagt, das Weib 
und die verftehbende Kameradin eine® Schaufpielerd und 
findet ihr Slüd. Hier wird alfo für das ideale Weibtum 

26 


27 — 1913. M 2. — Die [höne Literatur — 18. Januar. — 23 


plädiert und gezeigt, daß nur der Mutter und Hausfrauen- 
beruf volle Befriedigung und Geltung als wirklich wertvolles 
Stied der Gefellichaft bringen Tann. Wa man gerne 
gelten läßt. 

Offenbar die Liebe ift mit dem „Unbefiegbaren” von 
Gretel Sperling-Piastomsti gemeint, aber ihre Novellen, 
die veriworren, form» und gehaltlos find, verraten noch ein 
„Unbefiegbares" in ihr, das ift: fi um jeden Preis ge- 
drudt zu fehen. Underen Bwed Hat das Büchlein nicht, 
und fo fann man aud) weiter nicht3 darüber jagen. 

Sophie Hoedhftetter jtelt ein Dugend Skizzen und 
Sragmente um einen Titel: „Das Herz”, und nennt fie 
„Arabesten um die Erijtenz des George Rojentreuß“. Ulle 
Hohadtung vor ihrem Können, ihr Stil ift fünftleriich reif, 
ihre Sprache edel, aber diejfe Art des WBuches ift gewollt 
fremdartig und gerade dem Wejen der fonft Mar und ge- 
Ihloffen Erzählenden nicht entiprechend. Das Ganze, wenn 
auch manche Einzelheit fehr gut ift, zerfällt, der Zujanmen- 
bang ift loder, Leine Linie ergibt fih und feine fo not: 
wendige Steigerung, und jchlieglih muß man offen gejtehen, 
daß man an Lellingd Fabel von der Nachtigall und der 
Lerche erinnert wird, wo die Nachtigall die Frage ftellt: 
„Steigft du deshalb fo hoch um zu fingen, Damit die Menfchen 
dein Lied nicht verjtehen?“ 

Bor einigen ahren tauchte ein Liebes Buch auf bon 
einer Schriftitellerin, deren Bücher fonft ausgefprochen 
männliche Züge tragen, „Mein Junge und ich“ von Meta 
Scoepp und jeitdem ift man diefer mütterlich frohen Srau 
erjt recht gut, denn folde Bücher find eine Herzensfreude. 
Diejem prächtigen Buche ähnlich ift Luife Roppens Kinder- 
geihichte vom Bubi. Dean erlebt fie vielleicht in jedem 
Haus, fie ift gar nicht fenfationell, aber fie ift das, was 
wir nach all dem überladenen, allzu tiefgründig fein wollen. 
den an moderner Literatur erfehnen, wie einen Trunt frifches 
Duellwaffer. Gottlob, daß auch noch immer folche Bücher 
geichrieben werden, um ihr 208 braucht es einem nicht bange 





zu werden. Ella Triebnigg. 
Aramen. 

Hranfführungen in Frankfurt a M., Münden, Wien 
und PBarig. 


Krauß, Ingo, und Dito Schwark, Die Hodjzeit des Mozart. 
Boiteftük in drei Alten. 


na im Ehaufpicihaus zu Franffurt a. M. am 29. Dezember 


Holm, Korfiz, Marys großes Herz. Ruftipiel in drei Alten. 
— im „Neuen Theater“ zu Frankfurt a. M. am 5. Januar 


Nach dem anhaltenden, faſt ſtürmiſchen Beifall des Publi—⸗ 
kums zu urteilen, müßte ein Erfolg feſtzuſtellen ſein. „Er— 
laubt iſt, was gefällt.“ Und ſollte es nicht der großen 
Schicht der naiven Theaterbeſucher gefallen, wenn ſich ein 
Kaiſer (Joſeph II), leutſelig und gut, ein böfer Graf (Arco), 
ein intriguierender Leibkammerdiener, ein väterlich wohl⸗ 
wollender Fürſt (Kaunitz), vier berühmte Komponiſten auf 
einmal (Mozart, Gluck, Haydn und Beethoven), ein König 
im Reich der Schauſpielkunſt (Friedrich Ludwig Schröder), 
ein herzig ſchwätzendes Schwabenmädchen (Anna Marie, 
Mozarts „Bäsle“) und ein paar derb komiſche Figuren auf 
der Bühne ein Stelldichein geben, um Szenen darzuſtellen 
voll rührender Naivetät und Sentimentalität? Gewiß, die 
heimiſchen Frankfurter Autoren Dr. Ingo Krauß und Dr. 
Otto Schwartz haben ſich redlich gemüht, alles Anekdoten⸗ 


hafte und Theaterwirkſame aus Mozarts Leben zuſammen⸗ 
zubringen und „gefällig“ zu ſein in der Form. Aber ein 
„ZVolksftül”, wie wird brauchen, ift es nicht geworden, 
dazu Herrjcht zuviel Marlitt-Heimburg’scher Geift, zupiel 
Süßlichkeit und Aührjeligkeit und allzu did aufgetragener 
Patriotismus vor. Man muß fih mit der Zejtitellung be- 
gnügen: ein artiges, „gefälliges" Stüd, da3 literarifch 
jedoch ohne fonderlichen Wert ift. Gefpielt wurde prädtig: 
Man ließ fih gern von dem Iieben, ſchwäbelnden „Bäsle“ 
(Frl. Hartmann) einlullen, man freute fih an dem audge- 
zeichnet charalterifierenden Kammerdiener (Herr Obemar). 
Herr Lengbah war ein präcdtiger, junger Mozart, Herr 
Bauer gab dem Kaifer, was des Raifers ift, Herr Jangien 
ftellte einen mufitbegeifterten Gärtnerburfchen vol Frifche 
und Natürlichkeit auf die Bühne, und auch die vielen übrigen 
Darjteller taten ihre Schuldigfeit. Wie gejagt, e8 war ein 
Publitumserfolg.e Nur die Kritit hatte wieder einmal die 
nicht angenehme Pflicht, fich hiermit in Gegenfab zu fehen 
und eine Niete zu konftatieren. 

Man hat manches Nüßliche und viel Unnübes über das 
jogenannte „gefährliche Alter” der Frau gejagt und ge- 
Ichrieben. Korfiz Holm wendet da® Problem ganz und 
gar Yujtipielartig und ftellt eine reife Frau auf die Bühne, 
ihön, welterfahren und liebebebürftig. Da der Gatte viel- 
beichäftigt, bieder und vertrauengjelig ift, find ihre außer- 
ehelichen Streifzüge ein Leichtes. Schließlich jedoch muß 
auch fie einjehen, daß fie auf die Dauer feinen jugendlichen 
Liebhaber mehr zu feileln vermag, und fie übernimmt mit 
der gleichen Grazie und Weberlegenheit, mit der fie ihre 
vielen Liebesaffären erledigt, die Rolle der Mutter und 
Großmutter. Die beiden Kinder, der Gatte, ein General 
alter Schule ald Schwiegervater der Tochter,. alles ift ent- 
züdt über ihren Entihluß, und auch der einft vorüber: 
gehend geliebte, aber bald beitändig getäufchte alternde 
Hausfreund (übrigens eine bejonders gut gezeichnete Type) 
wird, nach einer fomifchen Eiferfuchtsizene, von der Wands 
[ung der Dinge angenehm überrafcht fein und reumütig 
zurüdfehren. Der Gegenftand ift ohne Zweifel Heikel; aber 
der Dichter Fennt fih aus auf der Bühne und legt das 
Schwergewicht auf einen flüffigen, witigen, ja mitunter geift« 
reichen Dialog, der denn auch bewirkte, daß man bes etwas 
flauen und allzu lIangjam erponierenden eriten Aftes nicht 
überdrüffig wurde, daß man dem am beiten gelungenen 
zweiten Aft lebhaft Beifall zollte und fich endlich die etwas 
garzu jchnell erfolgende Löfung im dritten Alt gefallen Tieß. 
Ym großen und ganzen Tann aljo, troß des Dtangeld an 
eigentliher Handlung, aber dank dem amüjanten Plauders 
ton, ein Erfolg Eonjtatiert werden, fo daB auch der an- 
wejende Dichter fich mehrfach zeigen fonnte. Ein beträcdht- 
liher Teil des Beifalld muß allerdings auch auf Rechnung 
der ganz vorzüglichen Aufführung gefegt werden, die wieder 
einmal zeigte, daß dad Enfemble des „Neuen Theaters" 
prächtig eingejpielt ift und über bedeutende Einzelfräfte ver- 
fügt. Raum je wird der Dichter eine befjere Vertreterin 
für die Titelrolle finden wie unfere Frau Marietta Olly, 
die ihre nicht leichte Aufgabe reftlo8 zu löfen verjtand und 
eine ©eftalt von vollendeter Grazie, berechnender Klugheit 
und verführerifcher Gewandtheit jhuf. Sie ftand fo ganz 
und gar im Mittelpunft, daß man die andern Perfonen, 
die übrigens vielfach, wie 3. B. die beiden Kinder, ziemlich 
farblos gehalten find, faft vergaß. Unb doch waren aud 
bier alle Darjteller am rechten Plate: Herr Senius in der 
ihm jtet2 gut liegenden Rolle des Echwerendters, Herr 
Schwarke in der leicht zu Webertreibungen verleitenden, 
aber mit feinem Gefchmad durchgeführten Figur des „ewigen“ 
Hausfreundes, Herr Großmann als biebderer Gatte, Herr 


29 — 1913. 382. — Die |[höne Literatur — 18. Januar. — 30 


Heding als forjcher General, Herr Gräb in einer pracht- 
voll durchgeführten Charge. Die Regie (Herr Dr. Pfeiffer) 
fieß nicht? zu mwünfhen übrig und Hatte auch für einen 
fehr ftimmungsvollen äußeren Rahmen Sorge getragen. 
Richard Dohse. 


Sigurjonsfon, Job., Berg-Eijvind und fein Weib. Echaufpiel 
in vier Akten. Autorificrte Uchrriegung von Alfons Fedor Cohn. 


Deutiche Uraufführung im gl. Refivenztheater zu Mündın am 28. Des 
jemfer 1912. 

Aus dem Targen Boden Y3lands fproßten feit alten 
Tagen unvergängliche Blüten der Dichtung. Zu der Epit 
und Lyrik gejellt fi erit in den lebten Dezennien das Drama. 
&3 darf fomit nicht wunder nehmen, daß dad Werf des 
jungen Nordländers Sigurjongjon neben dramatifchen Ent- 
ladungen epifhe Züge aufweilt. Die erften beiden Akte 
rechtfertigten die durch den großen Kopenhagener Erfolg 
genährten Erwartungen; fie feilelten durch die padend ges 
zeichnete Ummelt diefes und jtammverwandten und doc fo 
fernen Völfchens auf dem Eiland des Nordens, wo die 
Natur noch eine eindringlichere Sprache redet und alte 
Sagen no in die Gegenwart hineinjpielen. Am dritten 
Alte aber, ald Halla ihr Kind tötet, da breitete fich eine 
Kluft des Empfindens zwifhen dem Ysland der Bühne und 
dem Sfüdlicheren Europäertum der BZufchauer aus und fo 
wirkte der „weiße Tod“ des Schlußaftes mehr als Peiniger, 
denn al3 verfühnendes Element. Die junge, vermwitwete 
Hofbeliterin liebt ihren Knecht, ja als ihm Verhaftung droht, 
da er einft aus Not geitohlen, was, wie wir erfahren, im 
Island de3 18. Jahrhunderts barbarijch beitraft wurde, 
flieht fie mit ihm in die fchaurige Eindde der Bergwelt, 
wo Schnee und Eis, Hunger und taufend andere Gefahren 
ihr Leben ftet3 bedrohen. Ahr erites Kind bat Halla in 
einem Winter ded Hungerns getötet, da fie e3 nicht leiden 
fehen Zonnte, und ihr zweites (Hier find wir Zeuge!) wirft 
fie in den raufchenden Wafjerfall in einem Augenblid, da 
ihnen Verhaftung droht, der fie fich noch durch einen Dolch 
ftoß des Mannes zu entziehen vermögen. Dieje fich blih- 
fchnell abfpielenden Affelthandlungen waren e3, die die 
Sympathiefäden zwijchen Bühne und Bufchauerraum zer- 
reißen. Im 16. Sabre ihres Berglebend finden wir die 
beiden in einer Hütte, die der Schneefturm feit Wochen 
umtobt, alle Vorräte find aufgebraudt, innen droht der 
Hungerdtod, außen ein Grab in Schnee und Eid. Mit 
hoher dichterifcher Kraft zeigt der Verf., wie felbft Ddiefe 
tiefe Liebe der beiden durch die Verzweiflung erjchüttert 
wird. Diefer auch gedanklich und philofophiich fchöne Akt 
fand leider ein fchon ermüdetes Publitum vor. Halla ftürzt 
in den Schneefturm, in dem aud) der fie fuchende Gatte 
den Tod findet. Hatte die Bühne dafür geforgt, ung bie 
herbe Schönheit der isländifchen Bergwelt eindringlich vor 
Augen zu führen, jo boten Frau Swoboda und Steinrüd 
blutvolle Geftaltungen diejer nervenharten, leidenschaftlichen 
Bilingernadhlommen, in deren Zeichnung ©. fraglos dichte. 
riichen @eift erwieien hat. L. G. Oberlaender. 


Molusr, Franz, Dad Märchen vom Wolf. Ein Spiel in vier 
Bildern. 


Deutſche Uraufführung im k. k. Hofburgtheater zu Wien am 23. De— 
zember 1912. 

Wenn die Literatur wirklich der Ausdruck, der Abglanz 
des geiftigen und gemütlichen Charakters uud Zuſtandes 
ber jeweiligen Epoche ift, jo wird man einft, und gewiß 
nit mit Unredt, aus dem Schrifttum unfrer Beit ben 
Schluß auf ein „nervdjes Beitalter” ziehen müflen. Un- 
zählig find die Werke, befonders auf dramatifchem Gebiete, 


in denen da8 für die Seelenfunde fo wichtige Gebiet des 
Nervenlebend zur Darftelung gebracht wird, und dabet find 
e3 gerade die bedauerndswerten Befiger Eranfer, überreizter 
Nerven, die von den Dichtern mit Vorliebe und in allen 
möglichen Ubarten zum Mittelpunfte ihrer Schöpfungen ge 
macht werben. Auch Dr. Eugen Flelemen, eine der Haupt- 
figuren von Franz Molnärs „Märchen vom Wolf”, ge 
hört in diefe Menichenklaffe.. Er ift von geradezu Frank: 
after Eiferfucht auf feine Liebreizende Gattin Yilma erfüllt. 
Obzwar fie das Mufterbild einer braven, tugendhaften Frau 
ift und er mit ihr fchon mehrere Jahre in font glüdlicher, 
findergefegneten Ehe lebt, fieht er, der fie leidenschaftlich 
ftebt, fi) aber der fchönen, geiltvollen rau nicht würdig 
hält, überall da8 Gefpenft des bedrohten ehelichen Glüdes. 
Er plagt fie unaufgörlid mit Eiferjuchtsizenen und möchte 
fie am liebften von der ganzen Welt abichließen, ohne zu 
begreifen, daß gerade fein unfinniges und ungerechtes Ver 
halten die in der Seele des gequälten Weibes etwa jchlum- 
mernden NRegungen zu weden am geeignetiten wäre. Da 
erfcheint auf der Bildfläche Georg Szab6, einer ihrer Hof- 
macher und Bewerber aus der Mädchenzeit. Dr. Kelemen 
ihöpft jogleich Verdacht, als diefer bei einer zufälligen Be— 
gegnung im Reftaurant feine Frau grüßt, und raft in zügel- 
Iofer Eiferfudt. Er beruhigt fich erit, ald ihm Vılma zu 
Haufe den Abjchieböbrief zeigt, den Szab6 vor fieben Jahren 
an fie gefchrieben Hatte. Darin erklärt der abgemwiejene 
Bewerber mit großen Worten, er werde, troßden fie ihn 
jegt nicht liebe, noch einmal fommen, fei e8 al8 ruhmbededter 
Soldat oder als ein einflußreidher Staatdmann oder als 
FKünftler von Weltruf oder audh nur ald armer Diener 
in ihrem Haufe, und dann Hoffe er, fie doch noch zu ges 
winnen. Bilma jchläft, von dem Auftritt mit ihrem Manne 
erichöpft, ein, und nun fieht fie fich im Traume auf der 
Sopirde einer Gräfin, die fie noch heute befuchen will. Hier 
begegnet fie jenem Manne in allen genannten vier Ges 
ftalten und fühlt fich jedesmal zu ihm auf das mächtigfte 
hingeriſſen, wa zulegt einen ungeheuren öffentlichen Sfandal 
hervorruft. Diejes Traumbild wird auf der Szene in aus 
führlicher und draftiicher Weife dargeftellt. Endlich) erwacht 
Bilma und bald darauf tritt der wirkliche Georg Szab6 
vor fie und entpuppt fi) al8 ein gänzlich unbedeutender, 
reizlojer Menfch, der in allem das Gegenteil von feinen im 
Traum erfhienenen Sdealbildern ift und den fie fchließlich 
unter Rüdgabe jenes Briefes endgültig verabichiedet. „Das 
Märden vom Wolf”, da® Dr. Kelemen allabendlich feinem 
Sohne Peterl vor dem Einihlafen erzählt und daS feine 
Angftgefühle gegenüber den feinem einzigen Lämmchen, dem 
geliebten Weibe, drohenden Gefahren verfinnbildlicht, wird 
jest wohl nicht mehr erzählt werden, und man darf Hoffen, 
daß Dr. Kelemen künftighin feine Nerven feiter im Zaum 
halten und feine Gattin nicht mehr mit grundlojem Verdacdhte 
martern werde. Alfo ein Traumftüd, das aber an dem 
inneren Gebrechen leidet, daß der Traum der Frau ganz 
überflüffig und amwedlos erfcheint. Viel eher würde man be- 
greifen, wenn der Mann durch einen Traum zum Bemwußt- 
fein feines törichten Vorgehens gelangte. Aber wie würde 
der magere Inhalt des Stüdes ohne das die Hälfte feiner 
Beitdauer ausfüllende Traumbild zufammenjchrumpfen! Und 
wie glänzend und virtuog ift diefes von dem über alle 
Fünfte und Geheimniffe der erfolgreichen Theatermache wie 
faum ein zweiter verfügenden Dichter ausgeftaltet! Die 
dem Traumleben entiprechenden, etwas grotesfen und fich 
felbit Ieife Tarikierenden Vorgänge und Reden find köftlich 
und nur etwas zu lange ausgedehnt. Weberhaupt funkelt 
es in dem Stüde nur fo von Geilt und Witz. Die äußerft 
beifällige Aufnahme der Neuheit ift daher um fo begreif- 


31 — 1913. %2 — Die [höne Literatur — 13. Januar. — 32 


Iiher, als die Darftellung (Herr Baulfen gab den über 
nervöfen Ehemann, Frl. Marberg die gequälte Gattin und 
Herr Treßler die fünffache Rolle des Szab6) auf der Höchften 
Stufe der Vollendung fich bewegte. Carl Seefeld 


Brieng, Eugene, La femme senle. Luftipiel in drei Aufzügen. 
Uraufführung am Theätre du Gymnase zu Paris im Dezember 1912. 


Das dreiaktige Luftipiel »La femme seule« gehört zu der 
Gattung von Theaterjtüden, in welchen, wie in dem bereits 
hier beiprochenen Thefendrama von demjelben erf. »La 
robe rouge«, die Bühne zum Katheder wird. Star ein- 
feitig behanbelt Brieur das Schidjal der ohne männliche 
Stüge in dem Kampf ums Dafein einzig auf fich geftellten 
Srau. Sn ben »Annales politiques et litt6raires« erklärt 
Thouvenin fehr richtig den Grundgedanken des Luftipiels 
durh einen Ausipruh von E. Lamy, daß die Frau im 
gleichgeitellten Wettbewerb mit dem egoiftiihen Manne zu 
der Rolle des römischen Servus publicus herabfinten werde, 
der keinen befonderen Herrn gehabt, fondern nur den Staat, 
d. 5. jedermann, und der deshalb weder Mitleid, noch Ges 
rechtigkeit, noch Befreiung finden konnte. Die Heldin Therefe, 
eine mitgiftlofe Waife, verläßt die Verwandten, bei denen 
fie aufgenommen worden, da Iebtere felbft ihr Vermögen 
eingebüßt haben. Sie faßt den in ihrer Umgebung als ein 
abenteuerlihes Unternehmen erjcheinenden Beichluß, ihre 
Eriftenz auf eigene Arbeit zu gründen. Der Plan, ihr 
Schriftjtellertalent in einer Revue zu verwerten, fcheitert an 
der Sinnlichkeit ihred Direftord, welcher von ihr ald Preis 
der Annahme ihrer Mitarbeiterfchaft das Opfer der Ehre 
fordert. Im Kampf für lestere bewahrt fie nur ihre Treue 
zu ihrem Verlobten Mens vor dem fittlihen Untergang. 
War der erite Verjuh von Therefe an der männlichen 
Sinnlichkeit gefcheitert, jo follte dem zweiten Durch den 
Egoismus des Mannes ein jähes Ende bereitet fein. &8 
gelingt ihr nämlich, eine Zahl von Wrbeiterinnen um fi) 
zu gruppieren und dur Bildung einer Genofjenichaft deren 
jelbjtändige Erijtenz zu gründen. Das edle Werk erregt 
den Neid und fchließlich den gewaltfamen Kampf der männ- 
lichen Rivalen gegen die aufblühende Genofjenfchaft, die 
Häglich zufammenfintt. Eine wirkliche Eriftenzmöglichkeit 
findet Therefe als alleinftehende rau jomit nicht, troß ihrer 
hervorragenden Anlagen des Geifted und des Gemütes. 
Eine folhe wird ihr erjt zu teil an der Seite ihres Ver—⸗ 
Iobten Rene, den bis dahin Äußere Umftände an einer Ver- 
bindung mit Therdfe verhindert hatten. 8. glaubt fomit 
ben Beweid erbradt zu haben, daß die Frau nur in ber 
Ehe durh Zufammenwirkten mit dem Manne eine Yrucht 
ihrer auch innerlich noch fo verdienftuollen Arbeit zu er- 
warten habe, während die alleinftehende, auf fich felber ge- 
ftellte durch die Sinnlichkeit und den Egoismus des Mannes 
zu Orunde gehe. Wohl mag das Schidfal jo mander Frau 
geeignet fein, die Theorie von B. zu rechtfertigen, während 
jo mandes glänzende Beifpiel von dem Erfolg weiblicher 
Tätigkeit in unferm modernen Bejellfchaftöleben ihr geradezu 


widerſpricht. N. Sevenig. 


Saheln, Aphorisuien und Mermandtes. 


Graziella, Thea, Berftedte Wahrheiten. Cine ——— ſatiriſcher 
Fabeln. Berlin, 1912. Bondy. (111 ©. 8.) 


Kraus, Karl, Pro domo et mundo. — a Langen. 
178 ©. 8) #4 2, 50 


Engelhard, Karl, Garten der Göttinnen. In fieben Lauben. Gr« 
bebungen des Herzend auf dem Wege zum Wefen. Leipzig, 1912. 
Bunderlid. (162 ©. 8) #2. 

Beim Genuß ber fatirifchen Fabeln Thea Graziellas, 
und von einem folden darf man hier reden, mußte ich 
wiederholt lebhaft an bie trefflichen Parabeln der meisheitg- 
reihen Marie v. Ebner-Eichenbah denken. Der lebens 
gefunde, vornehme, fchlihte und dabei tiefleuchtende Sinn, 
der in den lebteren waltet, gibt auch den einem verwandten 
Gebiete angehörenden Schöpfungen Thea Graziellas das 
Hauptgepräge. Unter den 51 Yabeln des vorliegenden Bandes 
findet fich feine, die man miffen möchte. Der weitaus größte 
Teil derjelben ift mit bedeutendem Gehalt erfüllt und äußerft 
fnapp und padend gejtaltet. Nur die Ueberichriften fünnten 
zuweilen ipezieller , ternficherer fein. Srreführend ericheint 
mir 3. 3. der Titel „Sm Wechiel der Zeiten“. Bur beut- 
fihen Kennzeichnung des Buches gebe ich ‚sel ber fürzeften 


Stüde: 
Mittel zum Hiwed. 

Ein Pudel jah einft — dreſſierten Hund im Zirkus 
ſeine Künſte ausführen. 

„Ach!“, dachte er neidiſch, „wer weiß, was ich alles 
könnte, wenn ich ſo viel Prügel bekommen hätte, wie der!“ 
Der Gelehrte. 

Ein Sperlingspaar hatte ſein Neſt dicht an dem Fenſter 
eines Studierzimmers und ſah dort einen Gelehrten eifrig 
bei ſeinen Büchern ſitzen. 

„Merkwürdige Kreatur!“, zwitſcherte der Spatz ſeiner 
Frau ins Ohr, „ſitzt von früh bis ſpät und ftarrt vor fidh 
hin, ſtatt wie andere Menſchen in der Welt herumzulaufen!“ 

„Störe ihn nicht!“, piepſte die Spätzin geheimnisvoll zur 
Antwort, „ich glaube — er brütet!“ 

Ohne Uebertreibung hat man Karl Kraus, den Heraus—⸗ 
geber und Hauptmitarbeiter der geiſtreichen Wiener „Fackel“, 
deſſen „Ausgewählte Schriften“ zurzeit in vier Bänden vor: 
liegen, wegen feiner rüdficht3lofen, immer im legten Grunde 
bohrenden Denkkraft mit Niebiche in Parallele geftellt. In 
»Pro domo et mundo« bietet er ung eine erftaunliche Fülle 
philoſophiſcher Extrakte. BZumeilen wird feine zartfühlige 
Bildkraft auf den Pfad der Geiftreichelei gelodt. Doch bleibt 
fie auch dort Stets bemunderungswert. Kraus’ Uphorismen 
möchte ich vor allem als Meijtermittel der Erziehung zur 
Dentklarheit und Ausdrudsichärfe empfehlen. 

Mehr mit der Stimme des Iyrifch empfindenden Dichters 
gerebet und mehr aus der Weihe des Herzens quellend, find 
Karl Engelhard3 Skizzen, Uphorismen und Versiprüche. 
Eine goldene Lebenz- und Menfchenliebe glüht und Ihmwärmt 
in ihnen. Der urgermaniihe Sinn, den der Verf. bereits 
in zahlreihen Gedichten und Dramen phantafiefelig und 
wuchtig ausprägte, hat auch Hier beftimmend gewirkt. Die 
einzelnen Beiträge find oft Untnüpfungen und Umranktungen 
älterer Weisheitsfäte. Der Name Guido v. Lift? prangt 
in der Widmung und fehrt im Snhal* mehrmald wieder. 
Bet der Formulierung bed Haupttitel3 und ber fonftigen 
Aufmachung feines Werkes hätte Engelhard feinen Ylug- 
drang etwas mehr hemmen müfjen. 


Wilhelm Müller-Rüdersdorf. 





Englifch-amerikanifche Literatur. 


Hutten, Baroness von, Sharrow. 2 N Leipzig, 1912. 


Tauchnitz. (270 u. 270 Ss.8) Je #1 


Croker, B. M., The Serpent’s Tooth. Ebd, 1912. 


(320 8. 8.) 
4 1, 60 


33 — 1913. 82. — Die [höne Literatur — 18. Januar. — 34 





Bennett, Arnold, The Matador of the fire towns and other 
stories. Ebd., 1912. (858 8. 8.) .# 1, 60. 

Philips, F. C. and A. R. T., Man and Woman. Ebd., 1912. 
(264 9.8) #4 1 60. 

Osbourne, Lloyd, The kingdoms of the world. Ebd., 1912. 
(296 8. 8.) .# 1, 60. 

Maxwell, W.B., In cotton wool. 2 vols. Ebd., 1912. (294 u. 
291 S. 8) Jo .# 1, 60. 

Die amerifaniihe Schriftftellerin Baronin v. Hutten 
ftellt die Geduld von Lefern, die in einem Buche nicht bloß 
Borte fuhen, mit ihrem zweibändigen Roman »Sharrow« 
auf eine harte Probe. &3 ift, ald ob fie, von einem Ein- 
falle ausgehend, ganz planlo3 munter darauflos gefchrieven 
hätte, unbelümmert um Logif und Beitfolge der Darftellung 
und nur von dem Beitreben geleitet, eine ihr mwünfcheng» 
werte gewifje Seitenanzahl zu erzielen. E83 foll das merk: 
würdige Oberhaupt eines uralten Wdelsgejchlechtes gejdjil- 
dert werden, der mit zäher Leidenschaft an feinem Stamm: 
fie Sharrow Hängt, ein häßlicher alter Mann, voll 
Bunderlichkeiten und abjtoßender Charaftereigenichaften, 
defien äußeres und inneres Wejen fich nicht in feinem direkten 
Nachkommen, fondern in feinem Großneffen miderjpiegelt, 
auf den auch nach vielen Wechfelfällen das Erbe doch über 
geht. Diele Wechjelfälle find oft förmlich bei Haaren herbei- 
gezogen und machen den Eindrud, als ob fie der Verfaflerin 
wirklich erjt beim Schreiben in den Sinn gelommen wären. 
Eine and Pathologijche ftreifende Eigentümlichkeit ift dag 
Verhältnis der Verfafjerin zum Begriff „Häßlichkeit”. Ihre 
Helden zeichnen fi durch Häßlichleit aus, fie fieht überall 
Häßliches und es wäre überhaupt intereffant, feitzuftellen, 
wie oft fie in dem Werke das Wort »ugly< mit Bezug auf 
Menjhen und Dinge verwendet. 

Auh Mrs. Erofer ermüdet durch viel überflüffiges 
und inhalt3leered Gerede. »The serpent’s tooth« (der 
Name wurde einer S. 306 zitierten Stelle aus „König 
Lear” entnommen) ift die Gejchichte eines jungen, fchönen 
Mädchens, das auf Betreiben ihrer böjen Tante mit Auf: 
opferung ihrer Jugendliebe einen jehr reichen älteren Lebe- 
mann heiratet. Diejer wird der jungen Frau balb übers 
drüffig und behandelt fie roh und Lieblos. Sie flüchtet 
unter heimlicher Mitnahme ihres Kindes Cara und lebt 
dreizehn Fahre lang verborgen in der Schweiz. Cara ift 
aber ganz dem Bater nachgeraten, herz« und lieblos und 
vol Bergnügungd- und Verfchwendungsfudht. Wie fie von 
der Eriitenz ihres reichen Vaterd Hört, fett fie fich mit ihm 
in Verbindung und entflieht in deilen Haus, wo fie nun 
die Herrin fpielt. Die Mutter vereinigt fich endlich doch 
mit dem ihr ftet3 treu gebliebenen Jugendgeliebten. Die 
Unmwahrjcheinlichleit in der DVerfettung der Umftände ift 
ebenjo groß wie die Mangelbaftigfeit der franzöfifchen und 
deutfchen Sprachtenntniffe der Verfafferin, wovon fie fort- 
während ganz ergöglidhe Proben liefert. 

Nah foldem Öden Lejefutter ift die Lektüre der nach 
dem Titel der eriten Erzählung »The matador of the five 
towns« benannten Sammlung Kleiner und meijt Iuftiger, flott 
geichriebener Geihichten von Urnold Bennett al3 mahre 
Erholung zu betrachten, obgleich der trodene Humor und 
Situationswig, der fie fennzeichnet, wohl in erster Linie 
auf den Beihmad englifcher Lejer berechnet ift. 

3 &. und URN T. Philips mahen und mit der 
jungen Zrau eines leichtlebigen Mannes (»Man and woman«) 
belfannt, die wegen einer von diejem jhon in den Ylitter- 
wochen begangenen Untreue jeden ehelichen Verkehr mit ihm 
abbricht und einen ernften Flirt mit einem auch außerhalb 
bes Theaterd jenjationell wirkenden, glänzenden Künftler 
beginnt. Durch die Ränfe einer alten, fteinreichen Jüdin, 


die den Schaufpieler für fi gewinnen will, fieht fich diefer, 
der vor dem finanziellen Zufammenbruche fteht und von 
jener geliebten $rau mit feiner ernjten Werbung abgemiefen 
wurde, gezwungen, zur Rettung aus der Notlage fchlieklich 
doch der Millionärin die Hand zum Bunde zu reichen, worauf 
auch das veruneinigte Ehepaar fich endlich in Liebe mwieder- 
findet. Das Buch Lieft fi) ganz angenehm; doch werben 
darin faft nur oberflächliche Geſellſchaftsmenſchen vorgeführt, 
die fein tieferes Intereffe in und auszulöfen vermögen. 

Grundverichieden von den bisher beiprochenen Büchern 
ift des Amerifaner3 Lloyd Osbourne Roman »The king- 
doms of the world«. Eine phantaftifche, abenteuerliche Er» 
zählung, die vielfach an die Sherlod Holmes-Geihichten 
erinnert. Uber bei all ihrer Fraffen Unwahrfcheinlichkeit ift 
fte doch fo gut und jpannend und mit fo viel echtem Humor 
und ftellenweife tiefer Menjchentenntnis gefchrieben, daß man 
da8 Buh mit wahrem Vergnügen von Unfang bi zu 
Ende lieft. 

Der ftet3 zunehmende Egoismus ift eines der Grund» 
übel der modernen Gefellfchaft. Er ermöglicht es dem auch 
nur mit mäßigen Mitteln Ausgeftatteten, alle Bürden und 
Berantwortlichfeiten des Lebens auf Andere zu übertragen 
und, gleihjam in Baummolle (»In cotton wool«) gewidelt, 
den unjanften Stößen und Gefahren eines tätigen Lebens 
auszumweichen. Dadurch geht aber das Beite im Menichen 
zugrunde und zurüd bleibt nur eine leere Schale. Das 
ift ungefähr die Gedantenreihe und Lehre, die uns W. 8. 
Maxwell an dem Lebenslaufe feines von Haus aus mit 
vielen äußeren und inneren VBorzügen ausgeftatteten Helden 
Leonard Ealcroft veranfhaulichen will. E3 ift der durd- 
jchnittlide Lebenslauf eines mohlhabenden Mannes, ber, 
etwa mit Wusnahme zweier nicht glüdlih verlaufender 
Liebesverhältnifje, durchaus Feine außerordentlichen oder be 
fonders aufregenden Ereigniffe und Schidjale mit fich führt. 
Über diejes Lebensbild ift mit folcher Naturtreue und dabei 
doch fo feiner Kunft entworfen, die Schilderung zeugt von 
jo ungewöhnlidem pigchologiihen Scharfhlid, fo großer 
Welt: und Menjchenkenntnis und zugleich grundgütiger, mit 
allem menjchlihen Leid mitfühlender Gefinnung, daß das 
Wert in der engliihen Romanliteratur einen ſehr hohen 
Nang verdient und jedenfall auf das vorteilhafteite von 
den üblichen Mbenteurer- oder verwäflerten Familien⸗ 
geſchichten abſticht. Ob es aber dem Berf. gelungen ift, 
die Nichtigkeit feiner Theje gerade an dem Beifpiele feines 
NRomanhelden zu ermweifen, da8 möchte ich auf das ernft- 
lichite bezweifeln. Denn Lenny, jo wird diefer gewöhnlich 
in Freundegfreifen genannt, erjcheint nit nur im Beginne 
der Erzählung jchlechterdingd als Meifter des Altruismus 
(er opfert ja zur allgemeinen Bewunderung einen großen 
Teil der Jugendjahre feinem kranken, mürriihen Vater auf), 
fondern er gibt auch im weiteren Verlauf des Lebens fo 
viele Proben Hilfsbereiter Gefinnung und mitleidsvollen 
Herzens und er wird bei all feiner Vorliebe für bequemes 
Wohlleben und bei allen fonjtigen Schwächen als fo lieben3- 
würdig, allen, die mit ihm verkehren, jympathiich gefchildert, 
au macht fein ganzes Gehaben, fein ganzes Fühlen und 
Denken einen fo durchaus normalen Eindrud, daß e3 fchwer 
begreiflich erjcheint, warum ihn der Verf. nad und nad 
in jo traurige Vereinfamfeit geraten, und jchon gar nicht, 
warum er ihn ein fo fchredliches Ende nehmen läßt. Daß 
Egoismus, und fei er auch weit fchlimmerer Art al3 der 
barmlofe Lennys, in Wahnfinn enden muß, tft doch eine 
mit allen täglichen Erfahrungen allzu jehr im Widerjprucd 
ftehende Entwidelung und Strafe. Sieht man doch gerade 
im Gegenteil, daß Menfchen egoiftifcher Urt fich eines recht 
ungeftörten Wohlbefindens erfreuen, wovon der Verf. juft 


35 — 1913. 32. — Die [höne Literatur — 18. Januar. — 36 


bei feinen Landsleuten, die bezüglich jener Eigenichaft fi 
eines berechtigten Nufes erfreuen, den überzeugenditen Bes 
weis finden muß. Man jpricht nicht umfonst vom gejunden 
Egoismus und muß leider beobachten, fo fehr man von 
höherem Gefichtspunft aus das Gegenteil wünjchen möchte, 
daß gerade diejenigen, Die feiner entbehren, im Kampfe ums 
Dajein in der Negel Kläglich fcheitern. Carl Seefeld. 





Rerfichiedenes, 


Faesi, Robert, Paul Ernst und die neuklassischen Bestrebungen 
im Drama. Leipzig, 1913. Xenien-Verlag. (15698. 8.) .# 2. 
Der Berfaffer der Tragödie „Ddylieus und Nauſikaa“ 
fest fi in feinem Buche in äußerft geiftvoller und fein ab- 
wägender Weife mit der theoretijch und praftich verkündeten 
Runftauffafjung Baul Ernfi3 auseinander. Wenn er aud 
die Vornehmheit und den hohen Ernit feines Fünjtlerifchen 
Wollens durchaus anerkennt, jo überfieht er Doch aud) anderer- 
feit3 nicht die Gefahr der blutlojen Abitraktion, die bei der 
von Ernst geforderten und in feinen Dramen verwirklichten 
ftrengen Stiltunft innmer nahe liegt. So fagt er fehr gut 
bei der Beiprehung von Ernft3 Luftipielen, denen er die 
Hauptmannjhen vergleichend gegenüberjtellt: „Die Gefahr 
der realiftifchen Art liegt in der Trübung durch Nebentöne, 
die bis zum Mißton führen können, und zur Mikjtimmung, 
die ber neueren, daß die reinen Töne uns auf die Länge 
nicht genügend befchäftigen fönnen. E3 ift doch die Frage, 
ob wir nicht einen bitteren Nebengeihmad um des kräftigeren 
Trankes willen vorziehen. Dlan gebe ung von beiden Arten 
das Beite" (S. 37). Diefer lete Gedante fehrt in ver 
Ichiedenen Fafjungen oft wieder. Taefi tritt eben für einen 
vernünftigen Kompromiß zwischen farbenfräftigem Realismus 
und wirklichfeitäfremder, bewußt rein intelleftuell wirfender 
Stilkunft ein. Ein gänzlicher Verzicht auf Beitkolorit wie 
3. 8. in Ernfts „Ninon de Lenclos“ erjcheint ihm bedenf- 
ih: wenn Ernft Rihard Wagner vorwerfe, daß er über 
den Mitteln den Zwed vergeffe, fo könne man ihm den um- 
getehrten Vorwurf machen: er lege gar zu wenig Wert auf 
finnlid wirkjame Düttel, um fo auffallender, al3 er das 
Bedürfnis des Zufchauers zum Keim ded Dramas made: 
fo ideale Zujhauer, wie er annehme und wünjche, gebe e3 
eben nicht. Der zweite Teil des jehr anregenden Buches 
bringt kurze Charafteriftilen der Ernit geiltesverwandten 
oder von ihm beeinflußten Dichter: Wilhelm v. Scholz, 
Samuel Lublinsfi, Emanuel v. Bodmann, Wilhelm Schmidt» 
bonn und Leo Greiner. Leider ftören einzelne Wunderlich: 
keiten des Ausdruds, wie gleich im Unfang der Börjenbericht: 
„Die Romantifer und Hebbel erleben gegenwärtig eine Hauffe“, 
oder „Doppelbodigfeit" (S. 15 u. d.), „verunmöglichen“ 
(S. 22), „Der Künjtler foutiert fi um die Herde" (©. 31) 
und eine des feinfinnigen Verfafjerd unmwürdige Neigung zu 
fremdmwortliebender Literatenipradje an manden Stellen den 
Genuß des fehr Hugen und an glüdlichen Formulierungen 
reichen Buches. Der Verf. Hat fich jedenfall durch Diele 
geiitreiche Darftellung einer der großen Maffe der Gebildeten 
fo gut wie unbefannten und doch hödjit beachtenswerten, 
ernftftrebenden Dichtergruppe ein großes Verdienit erworben. 
O. Hachtmann. 





Zeitſchriften. 


Das Bayerlaud. Illuſtrierte Wochenſchrift für Bayerns Land und 
Volk. Hgb. v. J. Weiß. 24. Jahrg., Nr. 10/14. München. 

Inh.: (10/ 11 u. 14.) Anton Hoffmann, Belgrad, Erlebniſſe eines 

bayeriſchen Musketiers im Türkenfeldzug 1688. — 10) G. Hoerner, 


Zum ae — Baul Holzhausen, 1813, Süddrutfche Difiziere 
in der ruffiihen Sefangenfhaft. — M. Hartig, Eın zweiter piälziicher 
Merian. — Derf., Das kurfürftt. pfülgiihe Schloß zu Heidelberg vor 
und nad feiner Serum 1689. — (11.) 9. Georgi, Weibnadhten 
in der Pflanzenwelt. — Laurerer, Die Ehritt- oder Weibnadhierofe. 
— 6. Hoerner, Kulturgeihichtlihed vom Lebkuchen. — H. Stein⸗ 
berger, Weihnachten am Chiemiee. — A. Buhl, Vom Weihnachts⸗ 
ſchießen im Berchtesgadener Landl. — Albaneſen und Altbayern. — 
(13.) Karl Mayr, Dem Prinzregenten Luipold zum Gedächtnis. — 
Proklamation des Prinzregenten Ludwig. — Karl v. Landmann, 
Prinzregent Ludwig von Bayern, des Königreichs Bavern Verweſer. — 
Gg. Ferchl, Prinzeſſia Ludwig von Bayern. — Prinz Rupprecht von 
Bayern. — Aus dem Privatleben des * Prinzregenten Luitpold von 
Bavern. — (13.) G. Hoerner, Kulturgeſchichtliches von der Miſtel 
(Viscum album L.). — G. S. Urff, Alte Lichter und Lampen. — 
Anna Ney⸗Kreyſelmeyer, Alte Sitten, Biäuche und Aberglauben 
aus der „Rotbenburger Landweht“. — Hane Steinberget, Lands⸗ 
but und die Burg Trausniz. — Schloß Haggn. — M. J. Lehner, 
Die Dedenturg bei Haineberg. 


Der Brenner, Halbmonateichrift, Hub. von 2. v. Fider. 3. Jahrg., 
Hefı 6. Inndorud, Brenner: Dirlag. 


Inh.: Ulrit Brendel, Paul Scheerbart. — 3. Zülg, Die 
Sharfreitagpredigt. — H. Wagner, Heddy. — E. Zilfel, Mozart 
und die Zeit. — Garl Dallago, Kleine Sämrrein. — Ludwig dv. 
Fider, Franz Kranwitter. — Karilaturenfolge 54: Mar v. Efterle, 
Franz Kranemwitter. 


Bühne und Welt. Rev.: H. Stümde. 15. Jahıy., Rr. 6. Leipzig, 
G. Wigand. 


Inh.: J. Landau, Otto Brahm +. — R. Krauß, Vom Nicht⸗ 
erkennen und von der Erkennung im Drama. —R. Adami, Mattia 
Bantiftini. — H. v. Wenpel, „Buhbändir Balm*. Ein bürgerlicdhes 
Schauſpiel in drei Atten. (<chl.) — BWulter Tu teil und Franz 
Dubdigky, Bon den Berliner Theatern 1913/13. 6. — 2. Klinen- 
berger, Bon den Wiener Theatern 1912/12. 4 — G. Shaum- 
berg, Bon den Münchener Theatern. 


Daheim. Re.: PB. D.Höder. 49. Jahrgang, Rr. 13/15. Leipzig, 
Velhagen & Klariny. 

Inh.: (13.) Prinz-Regent Quitpold und die Künftler. — Prinz- 
Regent Quitpoid im Jaydrepirt. — Die —— in St. James⸗ 
Palaſt. — W. v. Bremen, Was koöſten Kriege? — Das Kalperle. 
— 13/15.) Darthe R. Fifher, Die Blöttnertochter. Thürinyıfcher, 
Roman. (Korıf.) — Sımon, Wubammıd. — Afı. Wien, HPöıner 
ſchlittenfahrt im Rieſengebirge — H. Arnold, Jm Befpenfterfhiff. 
Eine luſtige Geſchichte. — General York und Tauroggen. Zur Erinne⸗ 
rung an den 30. Dezember 1812. — (14.) Staateſektetät v. Kiderlen⸗ 
Wächter. — Bilder aus Neu⸗-Kamerun. — Alft. Geiſer, Ausländer 
an deutſchen Hochſchulen. — Die ſpaniſchen Königekinder. — Das 
Exlibrie und drei ſeiner Meiſter. — Von der Verfaſſerin unſeres neuen 
Romans, Lene Haaſe. — (14/15.) Lene Haaſe, Die märtiſchen Lienows. 
Roman. — (14.) Liebermann v. Sonnenberg, Die eiſte Reiſe. — 
F. Endell, Von der Kunſt, Glück zu wünſchen. Plauderei. — Paul 
Rohrbach, Afrikaniſche Reiſepraxis. — (16.) Prinzeſſin Auguſt Wilheim. 
— 2. Samaifa, Der Weg zur Adria. — Dus Dentmul der Hefor- 
matoren in Bınj. — Neue Kiejfendauten in Raw Dort. — Waurice 
Maeterlind, Der blaue Bogel. Ein Mär nipid. — Walter Kıbr. 
v. Rummel, König oder PrinzoRegent? — Kurl Hagemcifter u. feine 
Kunft. — Ditto Romberg, Die Flugerfolge der Gegenwart. — St. 
Ketule v. Stradonig, Dad Königlich preußıfhe Heiuldsamt. — €. 
Hoepfner, Wilhelm Rır. — OBujtav Heid, Präpatiertes Laub. 


Dentih-Defterreih. Wohenichiift für Politik, Kunft und Kultur. 
Hıöger.: B. Samaffa. 1. Zuhra., Heft 1. Wien. 

Inh.: Stephan Milow, „DruticDefterreich” zum Geleite. — 

PB. Samaffa, Weg und Ziel. — Derf., Eröffnungsbilanz. — M. 

Hainifh, Der Geburtenrüfgang bei den Kulturvoltern. — Karl 

Peters, Deutichland und das britifhe Reih. — U. Brandt, Adolf 

Pichler über öfterreihifche "PBolitit. — M. Morold, Drei Gevädtnid- 
ausftellungen. — Th. Antropp, Wıuner Theaterzettel. 





Das literarifche Ede, Hrögbr.: &.Heilborn. 15. Zahıg., Heft 7. 
Berlin, Fleifhel & Go. 


Inh.: Hand Brandt, Unveröffentlihte Briefe von Zahariad 
Werner. — PB. Friedrih, Das neue PButhod. — Karl Streder, 
Hauptmannd Hauptirrtum ale Epiker. — 8. Kellner, Rue Ehufe 
fpeareliteratur. — Artbur Eloeffer, Schnigler und Eotn. — Edyar 
Steiger, Wedekinds Fauſt. — F. Schotthoefer, Der Standal 
der Wiſſenſchaft. 


37 — 1913. 3 2. — Die [höne Literatur — 18. Januar. — 38 


Die Yriedend-Warte für zwifchenftaatliche Organifation. Hebr.: Alfr. 
H. Fried. 14. Yahrg., Heft 12. Berlin. 

nh.: Rudotf Goldiheid, Krieg und Kultur. Die Lehren der 
Krije. — v. Bar, Der Antap des Balkankriegcd und eine wenig be- 
actete Möglichkeit, Ichwerwiegende internationale Intereffenftreitigteiten 
friedlih auezugleihen. — Rıbard Gaedfe, Dad irazit des Balkan 
Trieges. — Auftriacus, Balfankrieg und Balkantrife in ibren wirt- 
fhaftlihen Koniequenzen. — Wılhilm Lamfzus, Ein Prolog zu 
mein.m „Menichınichladhtbaus”, ein Präludium zum fommenden Krirg. 
— 9. Wehberg, Die Türkei uad Rußland vor dem Haager Schiede= 
gericht. — DBertba v. Euttner, Randglofien zur Zeirgefchichte. 


Die Grenzboten. Hröab. von ©. Gleinow. 71. Jahrg, Nr. 51/62. 
Berlin, Berlag der Grenzboten. 


SInb.: (51.) ®. v. Maifomw, Die Erneuerung de Dreitundes. 
— Seeliger, Zum Bertändnie Friedrib Chopind. — W. Stapel, 
Zur Redtfiıtigung ded Krieges. — Marimilian v. Hagen, Bismarde 
Stellung zur äußeren Mifften. Eine zeitgemäße Erinnrung. — R 
Kniee, Karl Salzer. Ein Roman. — (52.) E. itger, Amırifa am 
Bau feiner Handelöflotte. Eine Nebenwirkung der Panamakanal-Btfl. 
— Billy Andreas, Drei Könige. — Kade, Die Tairnrichterfrage. 
— BB. S häfer, Der Brief des Dichterd und dag Regent ded Rand» 
ammannd. Cine Anekdote. — Ri. Bürger, Aus der Künftlerfdait 


des ſterbenden Rokoko; F. &. Mefjerfchmidt (1732 Hi8 1783). — ©. 


Sleinow, Sahreefhlug 1912. 


Hammer. PBarteilofe Zeitfchrift für nationaled Leben. Red.: Theod 
Fritſch. 11. Jahrg, Nr. 262. Leipzig, Fritich. 

Inh.: Folgen ded Balkankrieged. — Ph. Etauff, Was ift ed 
um die Kalande-Brüder? — Der Eroberungszug der fremden Raffe. — 
Emfl Böttger, Gibt e3 eine jüdifche Rıligiond-Gefenfhaft? — Th. 
Fritih, Zur Audeinanderfcgung mit Driesmand. 


Licht und Schatten. Wocenichrift für Echwarzweißtunft u. Dichtung: 
SHgb. von H.v. Bumppenberg. 3. Jahırg., Rr. 12,14. Münden. 
Inh.: (12.) Alerander Caftell, Der Pilot. — (13.) 8. Mored, 
Daniel Zunt. — Dtio Anthes, Zeitung. — (14) 8. Edfhmid, 
Der Razo. — H. M. Appell, Das Eelbitporträt. 


Militär-Wochenblatt. Rev.: v. FJrobel. 97. Jahıg., Nr. 161/165. 
Berlin, Dimier & Sohn. 


Inh.: (161/62.) Der 20. Dezember 1812 ald Ausgangspunkt der 
preußischen Rüjtungen für den Befreiungskrieg. — (161.) Kriegfübrung 
und Wıifenichait. — (161,64.) Boenicn und die Herzigowina. — (161.) 
Ueber dad Hırabwerfen von Sprengtörpein aus Lurtfchiffen und Flug- 
ztugen. — Dänemarts Lufiwehr. — (I162.) Zentral⸗Hilfsverein der 
Deutſchen Adelsgenoſſenſchaft. — (163.) Neue Nachrichten von der fran—⸗ 

öfifhen Artillerie. — (163/64.) Dus engliihe Territerialheer im Zahre 
912. — (164.) Pastaumwın, den 28. Dizember 1812. Eın vergeijened 
®.feht. — 1165.) Ehronoloyifche Meperjicht der Ereignifje vor bundert 
Fahren. — Bom Ballanfııcg. 8. — N LA nun im franzdf. 
Heabfimanönır. — Preiefonturrenzen für den Aujtlärungedienft der 
zujfiigen Kavallerie. — Zum Zahresichluß. 

—, Beiheft Nr. 13. Inh: Georg Soldan, Die Führung in 
Koalitionetriegen. (25 €.) — Runge, Uchber dad kriegegefchichtliche 
Studium des Dffizicıd. (18 ©.) 

—, 98. Jahrg., Ar. 1/3. 

Sinb.: (1.) Jubiläen. — (1./2.) Offiziererfag und Beförderung im 
tranzöfifhen Here. — (1.) Militärhniihe Umſchau. (Fortſ.) — Die 
deutſche Nationalflugſpende. — Landwirtſchaftlicher Unterricht im Heere. 
— (2.) Zur Beurteilung der Wirkung beim gefechtemäßigen Abteilungs— 
ſchiehen. — Mahnworte an das türkiſche Offizierkorps. — (3.) Jubi⸗ 
läen 1913. — Eine neue Phaſe in der Entwicklung der Feldartillerie. 
— Betrachtungen über Geſundheitepflege des Pferdee. — Kriegführung 
und Kıiegeperpflegung. 


Süddeutſche Monatshefte. Hgb. v. P. R. Coſſmann. 10. Jahrg. 
4. Heft. Münden. 

Snb.: 3. ©. LöHl, Migner Lebendlauf. — Augufte Supper, 
Die dentendin Pferte. — U Meebold, Ein fahrenter Hintufchüler. 
— 5. Fiiber, Zu Unlande Grrädtnid — Lulu v. Strauß und 
Torney, Die Wiederräufer zu Munfter. — Lujo Brentano, Auf 
dem Wege zum Lopnminimum. — F. v. Zwergern, Ueber Wafler- 
gewinnung in Deutih- Sürweftafrita. — Anna Groijfant-Ruft, 
Ryyo. nt — Bıieie Schlinge und anderer Philofoph:n. 
Diurgeteilt von A. Zölle —R. v. Böhlmann, „Hreier Bolteitaat” 
und Auliurftaut. — Ein Buihdenfmal? —R. Huldichiner, Briefe 
ron einer Welireiſe. — H. Loſch, Menſchenbilanzen und Wanderungs— 
bilanzen. — M. J. Bonn, Ein Buͤrgerkiieg? (Irland.) — Prinz Ludwig. 


Goldenring, Der geſchwärzte Hut. Humoreske. — (14.) 
: Sein lepter Brief. Roman. — Rhea Sternberg, Der Kamerad. Nah 
‚dem Nomvegiiben. — 3. Stanjet, Was verdankt unfere Aultur den 


Der Niederrhein. Sluftrierte Wochenfchrift p Arbeit, Art und Kunft 
der nördlichen Rheinlande. Hab. von H. Bartmann. 2. Jahrg., 
Heft 11. Düffeldorf, Niederrhein-Berlag ©. m. b. 9. 


Snb.: H. Hottenrott, Herzogin Zaloba. — 8. Wiedenfeld, 
Die Errichtung des Ruhrkobleniyndifats. (Shl) — W. Schulte v. 
Brühl, Ein naffauifcher Heimatichilderer (Reo Sternberg), — Brü» 
ning, Karl der Kühne am Niederrbein. 


Deutfche Revue. Hrög. v. R. Fleifcher. 38. Jahıg. Januar 1913. 
Stuttgart, Deutihe Verlagsanftalt. 


Inb.: Zur Verhütung eines neuen Balkankrieges. Von einem ehe⸗ 
maligen Diplomaten. — Politiſche Briefe des Grafen Hugo zu Münſter 
an Edwin v. Mantcuffel aus den Sahren 1850 und 1851. — Huffein 
Dibapid, Die junge und die alte Türkei. — Defterreih-Ungarn und 
die friedliche Löfung der Balkanfragen. Bon einem öfterreich. Staatd- 
mann a. D. — Jul. Hepderboff, Unterredungen Bidmardd und de& 
Kronprinzen Frietrib Wilbelm mit Karl Zweiten. — Mar Frhr. v. 
Kübel, Ein Zell und Hunteldtündnid zwifchen dem Deutichen Reiche 
und Orfterreich-Unaarn. — H. Öranier, Prinz Heinrich von Preußen 
beim Beginne der Freibeitötriege. — I. Balifa, Ein aftronomijcer 
Roman. — v. Bamböäry, Rußland und England in Berfin. — $. 
%. Helmolt, Guftav Freytagsd Briefe an Albrecht dv. Stofh. (Fortf.) 
— Die curopäifche Diplomatie und die Erbaltung ded Friedend. — 
Germain Bapft, Das franzöfifhe Oberfommando in der Schladt bei 
Gravelott»&t. Privat. — D. Tommafini, Machiavelliftifched in der 
modernen Diplomatie und den legten politifchen GEreignifien. — 2. 
Skhiedermair, Bom Bonner Brerhovenhaud. 


Deutſche Rundſchanu. Hrög. von Julius Rodenberg. 39. Zahrg- 
Heft 4. Berlin, Gebr. Paetel. 
Snh.: E. v. Handel-Mazzetti, Stephana Schweriner. Ein 
GSteyrer Roman. IL 1. — H. Buntel, Die Dden Ealomod. — 9. 
Kurz, Wandertage in Hellas. (Ehi.) — B. Oroethuyfen, Wilhelm 


Dilthey. 1. — Karl Stählin, Montenegro. Ein Reifebrief. — Th. 


Birt, Aus einer römifchen Porträtgalerie. 1. — BP. &. Hoffmann, 
Die Orffnung der Dardancllen. — B. Schäfer, An der Paphöhe. 
Eine Anekdote. — Karl Frenzel, 1812. Der Zufammenbrud der 
Zürkei. — v. Zwehl, Benedel. — E. Shmidt, Oito Brahm. — 


& Ermatinger und ©. Cohn, No einmal „Botifried Keller und 
"das Dunderfhe Haus in Berlin“. — U. Keller, Ein Befuch beim 


Erzbiihof vom Sinai. — N. Frey, Briefe Jatob Burdnardte. 


Sonntagsbeilage Nr. 51/52 5. Boff. Zeitung 1912, Rr. 661, 661. 

Ind.: (61.) R. Fürft, Wolfgang Minzel und Ludwig Börne. — 
D. Jacoby, Edhiller und B. AR. Weber. — Frig Köhler, Weber 
erperimentelle Mithodin in ter Philotogie. — (51/52.) Bor hundert 
Sahren. — (52.) Eugen Wolbe, Schule und Welrfriceden. — Hand 


‚Betbge, Theodor Stormd Jugendiprif. 
Gutenberg's Illuſtriertes Sonntagsblatt. 60. Jahrg., Nr. 18/ 14. 


Berlin. 


Inh.: (13.) Rudolf Elcho, In der Silveſternacht. — Stefania 
H. Berg, 


Türken. — Käthe Damm, Frauen Ordenezeichen. — J. Funk, Das 


goldene Ketilein. — K. v. Jezewoti, Der Abſtecher. Humoreske. 
"Die kritifhe Tribüne. Halbmenatszeitung für Politik, Literarifche 


Kunſt und Kritik. Hgb. von S. Fleſch. 1. Jahrg., Nr. 13. Leipzig, 
Wehner. 


nb.: G. Hecht, Politik und literariſche Kunſt. — K. Nötzel, 


J 
Soziale Opfer. — Nachklänge zu den Brentano⸗Prozeſſen. — Felixr 
Feldmann, Vom VMiagdeburger Meniſtenkongreß; Politik im Lichte 


der Entwicklungelehre. — G Wirt, Der ſozialdemokratiſche Parteitag. 
— H. Fürth, Die Kongreßepidemie und die Preſſe. — WB. Lehmann, 
John Maſefield. — L. Gurlitt, Das neue Leben. — Alain, Die 
Demokratie. — B. Wele, S. Fiſcher, Verlag in Berlin. 2. — J. 
K. Ratislav, Wilhelm Holzamers Nachlaß. 


Ueber Land u. Meer. Deutſche illuſtt. Zeitung. Red.: Rud. Presber. 
65. Jahrg., 109. Bd., Nr. 13/15. Stuttgart, Deutſche Verlagsanſtalt. 
Inh.: (13/15. G. Engel, Die vier Könige. Roman. (Fortſ.) — (13.) 

G. Roloff, Das Jahr 1813. — K. Knaß, Punſch. — R. Kmunke, 
Die Beſteigung des Elgon in Uganda. — Hans Hauptmann, In 
böſen Händen. Skizze. — F. Poppenberg, Zur Kulturgeſchichte der 
Vifitenkarte. — (14.) D. Romberg, Flugiechnit im Jahre 1912. — 
Paul Haaſe, Für den Fuche. — Fr. Freden, Prinzrtegent Luitpold 
und Münden. — Rot. Heindl, Sn der Etraffolonie. — 8. Bio, 
Der Betrüger. — Mtägprtifche Holzfkulpturen im Mufeum von Gıfeh. 


— € Neumann, Xelepkonie auf unbeihräntte Entfernungen. — 


39 — 1913. 32. — Die [böne Literatur — 18. Xanuar. — 40 


(15.) B. Pieper, Eine Winterfahrt dur die Rody- Mountains zur 
Küfte des Stillen Ogeand. — P. Mablberg, Das Winterbild. — 
WB. Hammer, Winterfportlihe Gefchwindigkeiten. — Arno Zweig, 
Einsma. Studie. — I. Kehling, Norwegifhe Echneefhuhmanderung. 
— Nurolf Rother, Skihütten. 


Die Wage. Redakt.: &. DB. Zenter. 15. Jahıg., Ar. 51/52. Wien, 
Stern & Steiner. 

Inh.: €. DB. Zenker, Die Ehereihtöreform ift auf dem Wege. — 
Zuliud Ofner, Das Gefep über die Kriegsleiftungen. Rede. — 8. 
Kraufe, Die Eiienbahnen im Kriege und die Haager Friedenskonferenz. 
— % GBoldftein, Die Waffentehnit. — H. Herzfelder, Die Bater- 
fhaftsfrage in Fruntreih. — €. v. Hofmanndthbal, Die Haftung 
des Staated. — DOrbilius, Baterland. — I. 6. Madhar, Catullu. 


Die Woche. 14. Jahrg. Nr. 51/52. Berlin, Gcerl. 


Inh.: (561. H. Waderé, Prinzregent Luitpold von Bayern und 
die Kunſt. — K. Mayr, Prinzregent Ludwig von Bayern. — Brenta 
PBiame, Der Meine Reezebicl. — Mar Kreper, Legende. — (51/62.) 
NAud. Strag, Stark wie die Marl. Roman. (Fortf.) — (51.) Jaro 
Springer, Heilige Bücher. — Eva Bräfin v. Baudiffin, Beih- 
nachten im Schnee. Winterbilder aus Garmiſch⸗Partenkirchen. — Marx 
Möller, Wie der Hans heiratete. — Mia Mann, Haſe und Gans. 
Ein kulinariſcher Vergleich — (52.) W. Paszkowéeki, Zur Aus— 
länderfrage an den deutſchen Hochſchulen. — Witthöft, Dampf-⸗ und 
elettriſcher Betrieb im Großſtadiverkleht. — Ein Ball aus „Tauſend 
und einer“ Nacht. — Margot Jsbert, Zwiſchen den Jahren. — J. 
Lorm, Das Theater der Illuſionen. — Paul Parent, Das Alte 
—— .. — Ida Boy⸗Ed, Nur ein bißchen Geld. Skizze. — J 
H. Wolf, Holländiſche Pfeifen. — Hans Hyan, Silveſter. Plauderei. 


Das freie Wort. Hıögb. v. May Henning. 12. Jahrg., Rr. 19. 
Franffurt a. M., Reuer Frankfurter Verlag. 


Inh.: Mar Maurenbredher, Die Demokratie und der Krieg. — 
A. Ritter, Der Dreibund. — Karl Dieterih, Imperialidämus und 
Nationalidmus im Kampf um den Balkan. — PB. v. Hoendbrocd, 
Einige für den Beichtftuhl beflimmte Lehren des Jeſuiten Lehmkuhl. — 
Herbert Weil, Das Spyftem deö liberalen Gozialiemud. — Georg 
Kramer, Das Keid und die Religion. Eine Zufcrift. 


Zeit im Bild. 11. Zahıg., Nr. 1. Red.: 5. Bodenftedt. Münden, 
Neue Deutſche Verlagsgeſellſchaft. 

Inh.: M. Berger, Das Berliner Theater im Jahre 1912. — 
J. Hart, Richard Debmel. — Alexander v. GleichenRußwurm, 
Neujahr 1913. Ein Mahnwort. — A. Deſſauer, Davos und die 
Weißfluh (2846 Meter). — R. Huch, Talion. Roman. — F. Frekſa, 
Hugo v. Tſchudis Denkmal in München (Tſchudi⸗Gedächtnisſpende). — 
A. Strug, Geſchichte einer Bombe. Roman. — Hans Ammann, 
Vom Gold. — M. E. delle Grazie Meduſa. — A. Goldſchmidt, 
Ruſſenhymnus. 


Zeitung f. Lit. Kunſt u. Wiſſ. Beilage des Hamburg. Correſp. Nr. 26. 

Inh.: C. Becker, — Stellung an den amerikaniſchen 
Univerſitäten. — Grete Maſſé, Emil —28 — 5. Kienzl, 
Kotzebure und die Oper. 2. 


Ihluſtrierte Zeitung. 139. Band. Nr. 3626. Red.: O. Sonne. 
Leipzig, J. J. Weber. 

Inh.: George Hellrich, Internationaler Eislaufſport. — Erwin 
Jaeger, Aus der Vergangenheit des Winterſports. — G. Biermann, 
Der Großſtadtwinter in der modeinen Malerei. — Eduard Fuchs, 
Winterkarifaturen von Honors Daumier. — Stade, Welche Faktoren 
ſind für die Geſtaltung des Winterwetters in Deutſchland maßgebend? 
— Weltvpolitiſcher Ruͤckblick auf das Jabr 1912. — Ein neues Schau⸗ 
ſpiel (Die Einödpfarre) von Anton Ohorn. — Die neue Heil- und 
Pflegeanſtalt Haar bei München. — Der Aſtronom Prof. Wilhelm 
Foerſtetr. — Weihnachts⸗ und Silveſterſpeiſen. — Georg Meckbach, 
Moderne Sportausübung und Aeſthetik. 





Mitteilungen. 
Literatur. 


Reinhold Genſel läßt ſeiner Ausgabe von Gutzkows Werken in 
der „Goldenen Klaſſiter⸗Biblioſhek“ ſoeben als Ergänzung die drei— 
bändige Ausgabe von Gutzkows erſtem und berühmteſtem Zeitroman 
„Die Ritter vom Geiſte“ folgen. Er legt dem Text die erſte ge⸗ 
kürzte (6.) Auflage vom Jahre 1869 zugrunde, jedoch unter Ausmerzung 
ſo mancher Verſehen, die ſich eingeſchlichen hatten und die ſich durch 


ſorgfältiges Vergleichen mit der erſten Auflage (1800/62) feſtſtellen 
ließen. Gupfows Porreden zur erften bis fechften Auflage find mit 
abaedrudt. Im der gewohnten treffliben Einrichtung der Klaffiker- 
Bibliotbef werden ferner am Schluß reichhaltige Anmerkungen (87 ©.), 
am Anfang eine über das Werk gut orientierende Einleitung (35 ©.) 
vom Hrögbr. beigegeben. Die Faljimiles Beilage bietet den’ handfchrift« 
lichen erften Entwurf zu den „Rittern vom Geifte*. (Berlin, Deutfches 
Berlagdbaus Bong & Co.; 569; 529; 636 ©. 8., geb. in Leinwand 
6.4, in Halbfranz 9 4, in Leder „4 10, 50.) 

Wilbelm Jordan's charakteriſtiſche und ſchwungvolle Ueberſetzung 
„Homers Odyſſee“, die der Leſer immer wieder gern in die Hand 
nimmt und die ſich wie keine andere zum mündlichen Vortrag eignet, 
für den ſie von dem Meiſter des geſprochenen Worts beſtimmt iſt, 
erſchien ſoeben in 3. Auflage (7. und 8. Tauſend), die ſich als unver⸗ 
änderter Abdruck der zweiten Ausgabe (1889) darſtellt, ſamt der Ein- 
leitung über homeriſche Rhythmik und Verskunſt und den umfangreichen 
erläuternden und rechtfertigenden Anmerkungen. (Frankfutt a. M., 
Diefterweg; XXXVIIL, 525 ©. 8., brofh. 3 „4; geb. .# 4, 20.) 


Theater. 


Sn Eaffel am Hoftheater ging am 30. Dezember 1912 NRutolf 
Presbers Einakter-Zyllus ‚Ange um Ange‘ in Ezene. Die zwei 
erften Stüde behandeln den Ebebrud von der ernten, das dritte von 
der heiteren Eeite. Nur diefed hatte cinen wirfliden Erfolg. Der 
Tragiker Predber wurde nicht ausgezeichnet; er hat zu künftlih kon⸗ 
ftruiert und die Wahrfcheinlichkeit nicht genau genug abgewogen; daher 
wohl erzielte er Feine rechte Wirkung, trog des alängenden Dialond und 
trog der hervorragenden Leiftungen der Darfteller. Die Komödie das 
gegen zeigte ganz den heitern, mwigigen Dichter, wie wir ihn kennen, 
der auch mit der Waffe ded Spottd gut umzugeben verfteht. Cine 
originelle Idee hat er mit viel Humor und Gituationdtomit fo Iuftig 
geftaltet, daß das Publitum fich prachtvoll amüfierte und mit tofen- 
dem Beifall lobnte. Aller drei Stüde hatte man fib Außerfi lichevoll 
angenommen, und die Darfteller boten famt und fonders ee 


Das Hamburger Thalia-Theater bradhte am 2. Sanuar d. $. unter 
beifälliger Aufnahme die Uraufführung von Ludwig danghofer® neucm 
Drama „„Der Wille zum Leben’. 

Heımann Sudermanns vieraftiged Echaufpirl „Der gute Ruf, 
das fih in den Gejellichaftäkreifen des reichen Berliner Weftens be» 
wegt, wurde bei den gleichzeitigen Urauffübrungen im Deutfhen Schau. 
ipielhaus zu Berlin und im Münchner Schaufpielhaus am 7. Januar 
d. $. von ftarkım Beifall begleitet. 

„Klein-Eifen‘, Mittelftandedrama aus den neunziger Jahren 
in fünf Akten von Eugen Albu, wurde duch den Neuen Berein im 
Münchener Schaufvielbaufe am 8. Januar d. %. zur Uraufführung ge 
bradt. Die Probleme de8 Judentums find dem Dichter eine ticfinner- 
lihe Angelegenh:it; died fühlt man aus feiner Arbeit beraus, allein 
e8 gelang ihm nicht, feine Geftalten und überall dichterifh nahe zu 
bringen. Man freute fib an mand feiner Beobadhtung der Milieu- 
filderung, aber die gewollten tragiichen Wirkungen blieben aus, «8 
aab gefährliche Stellen, an denen cin Stimmungeumfählag drobte. Der 
Name des Dramas „Klein-Eifen” ftammt von der Brancde des Eifen- 
gefhäftes, mit denen einige Perfonen des Stückes in perfönlichen oder 
verwandtichaftlihen Bezichungen fichen. Zwei Typen ftcllt Albu auf, 
ein Streber, der, um vorwärts zu kommen, Name und femitifche Ab- 
ſtammung Icuanet, und ein junger Zräumer, der fein Judentum pros 
nonciert und zugleich ein guter Deuticher fein will. Er verblutet daran, 
dag die Welt feinen FJdealiemus verkennt, fein Brifpiel jedoch veranlaßt 
den erftgenannten, nicht aue religiöfem Gefühl, fondern aus Rafie 
empfinden feine Taufe rüdgangig zu machen. Albu fonnte mehrmals 
erfcheinen; ein voller Erfolg erblühte ihm jedoch keineswegs. 

L. G. Oberlaender. 

„Grüne Oftern‘, ein fünfattiged Schaufpicl au8 dem Befreiung. 
jahr 1813 von Heinrich Tee, erlebte am 11. Januar d. 9. die Uraufs 
führung im Kölner Schauipielbaud. 

Das Luftfviel ded W imarer Dichterd FFricdrih Thieme „Die 
Amazonen‘‘ fand bei der Uraufführung im Meininger Hoftheater nur 
in den erften Alten allfritige Zuitimmung. 

„Das Baar der Mode‘, Racul Auernheimerd neuefted Ruft- 
fpiel, gelangt am 18. Januar d. I. im Wirner Burgtheater zur Urs 
auffübrung. 

Bon Leopold Kampf, dem fürzlich verftorbenen jungen polnifchen 
Dichter, wird dad Neue Theater in Frantfurt a. M. das vieraktige 
Schauſpiel „Nina“, ſein letztes Werk, in den nächſten Wochen zur 
Uraufführung bringen. 

Das neue vieraktige Schauſpiel des Bonner Schriftſtellers Willy 
Redhardt „Traum im Freiland“ wird im Februar d. J. die 
Uraufführung erleben. 

Das dreiaktige Luſtſpiel „Der Mann auf der Schaukel“ von 
Alfred Bratt und Armin Wal fermann wurde vom Deuiſchen Volks⸗ 


„theater in Wien zur Uraufführung angenommen. 


Beraniwortl. Yedalteur Brof. Dr. Eduard Zarnde in Leipzig, Karfer-Wilheimfttaße 8. — Trud von Breitlopf & Härtel in Xeipaig. 


Die Ichöne 


Literatur. 





Beilage zum Literariſchen Zentralblatt 
für Deutſchland. 


Ar 3. 


Herausgeber Arof. Dr. Ed. Rarnıke in Leipzig, Raifer Wilhelmſtraße 8. 


Verlegt von Eduard Avcnarins in Ketprig, Roffiraie 5/7 


14. Inhra, 








— vierzehntäglich. 


> 1. Zebrnar 1913. — 


Preis halbjährlich 3 Mark. 








Haft. 
enere Literatur Aber en * und Fühnenftunfſt (41): Nener Theater⸗ 

— 24. Yabrgang, nz —— auf dae * 1013, det. von 

Rundt und he ung: Kainz. Briefe an feine Eltern, bogb. 

von Eloeſſer. —— Stau pieler. Landan, Mimen. — 

Das Jahr der Buh 
Moderne Romaune le # ant, Die Schulten vom Brint. Schrott-Fiedtl, 

Der Bauernprofeffor. 


mwedung — Maria Carmen. Soyka, Das — der Ehre. Stern, Die 
Ansgeftoßenen. Wegener, Ehrikoph Hartman 


ramen. Brauffüßrungen und ur Rat — 5 
a ee fen. . Sönke El — 5 (7) w, Blanco 
Deuns Ermedung, deutich von Zrebitih. Sohnre Düwe . 


Bevläte. © 


1): Zörg, Gelrönte Etunden. Oppel, ® „Drei- 
a lenberg, Drei Ringe, ausgewählte a hie 10 19001912. 


(5 
viertelwelt”. Lel 


dns, Das zweite Sefiht. Brintmann, Die Ex 5 Bettfäriften (68). Mitteilungen (56). 





Babeti altsverzeichnis. Löne, Tas ante A t. : — L. Schauſpieler. (42) 

atmen a Ak ee en. (45.) Ratbanler N Bint — (47.) re ‚ Die Husgefokenen. (46.) 

Srant. &.. Die Schulten vom — 4.) DOppel. U. Gerichte 5 .) Shete en: Neuer. 24. Sahrgang: 1913. Hgb. von 
renf Ien: G.. Gönke Erichſen. Schäfer, „Dreipieteimeit, (62.) er Genofſenſchaft — — —5 “a. 
atobiohn, E., Das Iahr —2 (43.) Sa liiise tl, Ganeribrofsfr 18) Thenterlalender auf das Yahr ob. v 

Yörg, $., Gefrönte Stunden. — B. Blanco Posneis ; Grwedung. Ventſch v Rundt und H. Landéber Mn. 

(Kainz. ) Ger er, e ir Briefe an feine Eltern. Hab. . Trebit (50.) Wellenberg, &., Drei Ringe. (62) 

vo 8. effen. Sohnre de Düwels. (50.) Era „ Chri Ron ——— (46.) 

— u nen. iforifhe Miniaturen. (43.)| Soyfa, , Daß Herbarium der Ehre. (45.) Zierſch, W., Eifen. (49 





Henere Literatur üher Arantnfurgie und 
OBEN: 


Nener Theater - Almanadj. u Sabre 1913. Hab. von der 
— — Due Fe aa Berlin, 1913. Günther 
obn h 


Theaterlalender auf das An — Hgb. von Artur Rundt und 
. a erg. Berlin, 1913. Oefterheld & Co. (239 ©. 
A 


Der junge Rainz. Briefe an feine Eltern. Hob. und —— 
von Artur Eloeſſer. Berlin, 1913. ©. Fiſcher. (270 S. 8.) 4 4 


Speidel, Ludwig, Schauſpieler. ne ee 4. Band. Berlin, 
1912. Meyer & Selen. (317 ©. 8 


gg za — Hiſtoriſche no Berlin, 1912. Neiß. 


akobſohn, * — Das x * Bühne. 
. —2 & u (216 ©. 8 I = 
Bon dem inhaltlich —— Abdreßbuch des Bühnen⸗ 
vereins unterſcheidet ſich auch der diesjährige Almanach der 
Bühnengenoſſenſchaft durch den größeren Druck und das 
beſſere Papier. Er bietet auch wie immer einige gute 
Porträts verſtorbener Theaterleute, diesmal von Burckhard, 
Hartmann, Schweighofer, Friedmann u. a. Die übliche 
theatraliſche Rundſchau hat auch diesmal wieder der Theater⸗ 
hiſtoriker Dr. Heinrich Stümcke geſchrieben. Dann folgen 
Abhandlungen zum Jubiläum Wagners und Hebbels von 
Dr. Felix Groß und Dr. Adolf Kohut. Intereſſe bietet 
ferner eine ſehr gute Statiſtik über Bücher zur Geſchichte 
der deutſchen Bühnen. Daran ſchließen ſich eine Reihe von 
Statiſtiken aus dem internen Theaterbetrieb, die alljährlich 
wiederkehren, und eine Menge von Adreſſen⸗ und Perſonen⸗ 
materialien an. Den Hauptbeſtandteil bildet das eigentliche 
Adreßbuch aller Theatermitglieder nach Städten und Bühnen 
alphabetiſch geordnet und durch ein Geſamt⸗Namenregifter 
brauchbar gemacht. 
In ſeinem gewohnten Biedermeiergewande erſcheint zum 
vierten Male der von Hans Landsberg und Artur Rundt 


Berlin, 1912. 


herausgegebene Theaterkalender, der ſeinen theatergeſchicht⸗ 


lichen Charakter auch diesmal wieder beibehalten — 
Beilage zu Ar. 5 deö Pit. Bentralbl. f. Deutſchland. 


Witlowski benubt die Veränderungen im Theaterleben Leip- 
zigs, um zu zeigen, wie fi) allmählich der Gedante einer 
Mebernahme der Theater in ftädtifche Regie Bahn gebrochen 
hat. Einen vollftändigen Abriß der intereffanten Münchener 
Theatergeichichte gibt Dr. Dtto Liebicher, da8 Stuttgarter 
Theaterleben jchildert in feiner Entwidlung ®. Widmann, 
Dlof Anders berichtet über das faft unbelannte isländifche 
Theater. Einen Hauptbeitandteil nehmen naturgemäß wieder 
die Borträtflizzen bedeutender Bühnenleute ein. So liefert 
Emil Claar Erinnerungen an Laube, Großmann einen bio 
graphiichen Abriß des ausgezeichneten Freiheren von Berger, 
Shering fucht das eigenartige Wefen der Eyjolt analytifch 
feftzuftelen.. Bon hbiftoriihen Perfönlichkeiten aus der 
Thenterwelt werben uns von Fr. %. Schröder Yohanna 
Ehriftiane Starke, von dem Herausgeber Landöberg Lud- 
wig Devrient und Yugufte Crelinger nahe gebradit. Da- 
zwiichen finden fi allgemeinere Abhandlungen, jo die 
Plauderei von Büller über Strieje, von Walter Fürft über 
den Schaufpieler und feinen Raum, von Berthold Viertel 
über die Dilettantin. Eine Heine Chronik und Statiftilches 
über deutjche Uraufführungen des vergangenen $ahres be- 
ichließen da3 treffliche Büchlein. 

Bon bleibendem Wert und eine der reizpollften Publi- 
fationen aus der Welt der Kulifien find die Kainz-Briefe, 
die Artur Elveffer in einer Auswahl herausgegeben, ein- 
geleitet und Tommentiert hat, Briefe, die von einer er« 
quidenden Natürlichkeit und Herzlichkeit find und zum Bilde 
des verftorbenen großen Schauspielers fajt unbedingt ge 
hören. Hier ift der Menich in feinen jungen Entwidlungs- 
jahren fo deutlich vor unferen Augen, die ganzen Erlebnifje 
treten jo plaftifch vor uns Hin, dab man den hiltoriichen 
und Titerariihen Wert folcder Selbftzeugniffe nicht hoch ge- 
nug einfchäben Tann. 

Seine Perjönlichkeit in einer fpäteren Beit tritt und neu 
entgegen in der ausgezeichneten Sammlung „Schauspieler“, Die 
Ludwig Speidels befte Arbeiten über feine zeitgenöffiichen 
großen Darfteller enthalten. Der glänzende Yeuilletonift 
und Theaterkritifer der Wiener Neuen Freien PBrefie hat 
die lange Spanne von fünf Jahrzehnten an maßgeblichiter 
Stelle feine Meinungen über Schaufpiel- und en 


43 — 1913. 3. — Die [höne Literatur — 1. Februar. — 44 





funft geäußert und dabei ganz hervorragend gut getroffene 
Porträts von Bühnenkünftlern entiworfen, die ihm in diejen 
drei Schaufpieler- Generationen entgegentraten. Er fah nod) 
die lehten Sterne aus ber Zeit Schreyvogels, wie Anjchüg, 
er bat den großen Aufftieg des Wiener Hofburgtheaters 
unter Zaube erlebt, der Sonnenthal, Baumeiſter, Lewinsky, 
die Wolter, dann Kainz und Mitterwurzer zu den Seinen 
zählen Zonnte. Dazu Tamen noch die gaftierenden Größen 
von auswärts, voran die Meininger, Tommajo Salpini, 
Sarah Bernhardt, Eoquelin u. a. Dieje alle bieten ihm 
Gelegenheit, fein tiefgründiges Wiffen, fein fiheres Erfaflen 
des Wejentlichen in einer meifterliden Stilform zu zeigen, 
die feine für den Tag gejchriebenen Kritifen zu Werten 
von dauernder Bedeutung ftempelt. 

Auf diefer Höhe der fpradhliden Kunft fteht Paul 
Zandan längit nicht, der in feinen Hiftoriichen Miniaturen 
eine Heine Geichichte der Schaufpielerkunft zu geben verjucht 
und dabei im Gegenfab zu Speidel nicht vorwiegend auf 
Erlebtem, fondern auf Erlefenem fußen muß. Seinem Werf 
fehlt daher naturgemäß die berüdende Unmittelbarfeit, die 
bie Briefe von Kainz wie die Kritilen von Speidel aus 
zeichnet; aber e3 ift ihm gelungen in feinen Qönen die 
Miniaturen feiner Lieblinge unter den darftellenden Künftlern 
zu malen. Und das feinem Werke angefügte Quellenver- 
zeichnis zeigt, daß er fleißige Studien getrieben hat, wie 
ein Maler, der Hiftoriiche Perfönlichkeiten für ein großes 
Bild porträtähnlich braudt. Der Verfuch in einer wohl: 
überlegten Anordnung in einer Reihe folder Miniaturen 
eine Geichichte der Schaufpielfunft zu geben, ift immerhin 
beachtengwert, obwohl infolge der mangelnden Verbindung 
und Vebergangsschilderungen fein abgefchloffenes Bild ent- 
jtehen Tann. 

Unter dem Titel „Das Jahr der Bühne” hat Siegfried 
Jakobſohn, der nur zu belfannte Gründer und Heraus- 
geber der „Schaubühne” eine Reihe feiner ftart perfönlich 
gefärbten Rritifen über die Bühnenneuheiten der winter: 
lihen Spielzeit 1911/12 zufammengeftellt, die ein ziemlich 
geichlofjenes Bild geben von der Bedeutung Berlind als 
Theaterftadt und die deshalb Füglih eine Art Berliner 
Dramaturgie bilden. Sie gehören zum Belten, was er 
bisher gejchrieben; das Tann man getroft jagen, wenngleich 
ih aus der jahrelangen Leftüre feines Blattes und der 
ftändigen Verfolgung feiner redaktionellen Tätigkeit in feine 
Buftändigkeit und Berufung zu dem Kritiferberuf fein rechtes 
Bertrauen habe. Schon die Reklame, die dort für Dar Rein- 
hardt gemacht wird, läßt feine Objeltivität um jo zweifel- 
hafter erfcheinen, ald er den meiner Meinung nad viel 
feineren Hauptmann» und Sbjen-Förderer Brahm wenig fchäßt. 
Was an den Rritifen befonders intereffiert, ift neben einer 
großen fpracdjlichen Gewandtheit und einer ergiebigen Breite 
der Behandlung die ftarfe perjönlihe Färbung und Die 
Ueberzeugung, die aus jeder einzelnen Kritik fpricht. So- 
lange wir nichts Beffered Haben, ift fein Buch die einzige 
Ueberficht über die mefentlicden Ereigniffe des Berliner 
Theaterlebens im vergangenen Winter. 

Franz E. Willmann. 





—e mn 


Moderne Romane. 


Frauk, Emil, Die a vom Brint. Köln, 1912. Bachem. 
(336 ©. 8.) 4 3, 80; geb. .# 4, 80. 


Schrott » Fiehtl, Hand, Der Banernprofeflor. 
ir e. 5) MA; geb. 4 6. 


Lin, Hermann, Das zweite Gefiht. Iena, 1912. Diederiche. 
RS. 8) A 3. 


Ebd., 1912. 


Brinkmann, Ludwig, Die Erwecknng der Maria Carmen. Frank⸗ 
furt a. M., 1911. Rütten & Roening. (394 ©. 8.) 4 4; geb. 5. 


Spyla, Dito, Das Herbarium der Ehre. Münden, 1912. Langen. 
(336 ©. 8.) .# 4; geb. .# 5, 50. 

Stern, Adolf, Die MRISCH BERN. Zwei Bände. 
Kenien-Berlag. (257 und e. 8) 47T; geb. 

Emil Frank zeigt fi in feinem Roman „Die Schulten 
vom Brink” als guter Kenner und ausgezeichneter Schil- 
derer bäuerliden Milieus. Im Mittelpunfte der Handlung, 
die fih in epifcher Breite entwidelt, fteht dag Schidjal des 
älteften der drei Kinder des Schulten vom Brinf. Diefer 
ältefte Dirk Twehues übernimmt des Vater? Hof und hei- 
ratet ohne Neigung die Tochter eines reihen Nachbars. 
Beim Hochzeitsmahl ericheint die Tochter eines armen Haid- 
fütters, für die er noch vor kurzer Beit Teidenjhaftlich ent- 
brannt war, und erzählt, um ihn bloßzuftellen, ihren Liebes» 
roman. Dies ift der Beginn fortgeiegten Unfriedens im 
Schultenhof. Der junge Schulte Hat Fein rechtes Ber- 
bältnis zum Haufe, gerät in Streit mit feinen Nachbarn 
und findet erft wieder den Weg zu fi und der ange 
ftammten Befitung, ald er nad) dem Tode feiner Yrau ein 
Mädchen heiratet, da3 alg Magd auf dem Schultenhofe 
feine tranfe Frau pflegte. Diefe jchlichte Handlung ift von 
den Schidjalen der anderen beiden Kinder des alten Schulten 
anmutig umrankt, jo daß das Buch den Eindrud fchöner 
Einbeitlichkeit und mohlbedadhter Ordnung Hinterläßt. Die 
Charakterfchilderung ift ficher und treffend. Manche liebe: 
voll ausgeführte Nebenfigur, wie die des jungen Hinnerf 
Wiehlamp, deutet auf des Verf. Begabung für jchmüdende 
Kleinkunft. 

Ah Schrott-Fiehtls Roman „Der Bauernprofeflor" 
zeichnet mit gewandter Feder bäuerliche Typen. Dr. Pointner, 
ein Tiroler Bauernjohn, der fih in Berlin al8 Privatdozent 
habilitierte, verbringt zwei Sabre als Leiter einer land- 
wirtichaftlihen Schule in feiner Heimat, jucht in indivi- 
dueller Methode die Söhne feiner Heimatgenoffen für bie 
Errungenschaften der Zeit auf dem Gebiete der Landwirt. 
Ihaft und Bodenkultur zu gewinnen und auch deren Väter 
allmählich den neuen Sdeen diefer Wiffenichaft und deren 
praktifcher Verwertung zuzuführen. Ein Menjch von großer 
perfönlicher Tüchtigleit hat Dr. Pointner das Glüd, von 
feinem Onkel, einem wirffiden Geheimen Rat im NRube- 
ſtande, deſſen Pflegetochter er überdies heiratet, in ausge- 
dehnteitem Maße gefördert zu werden und wird [chlieklich 
ordentlicher Univerfitätsprofeffor. Das Buch ift mit viel 
Herzendwärme und perfünlicher Teilnahme gefchrieben. 

Sn dem neuen Buche von Hermann Löns „Das zweite 
Gefiht” treffen wir den Berf. auf alten Pfaden. Er ift 
wieder der Verfünder der Schönheiten der Haide und ihrer 
Menihen. Das Buch, das fich eine Liebesgefchichte nennt, 
ift fein Roman im techniichen Sinne. Eine einzige madht- 
voll gezeichnete Perfönlichkeit beherricht Aufbau und Hand: 
lung. Alles Uebrige: Schilderung, Gliederung, Szene 
und Situation ift nur Beimwerf für die Erklärung diefer 
einzigen Geftalt.e. Der Maler Helmold Hagenrieder lebt in 
gemächlicher Behaglichkeit mit feiner Srau und den feiner 
Che entiproffenen beiden Kindern, bi er ich einer Leiden- 
Ihaft für feine Bafe Swaantje Smwantenius bewußt wird. 
Bwifchen beiden fpeichert fich gewitterfchwüle Atmojphäre 
auf, daß fie einander nicht fehen oder jpredhen fünnen, ohne 
daß die Wetter einer uneingeftanden verhaltenen Quft an: 
einander aufleuchten. Hagenrieder verzehrt fich in Leiden- 
ihaft nach feiner Verwandten, verfäumt aber in entjcheiden- 
den Momenten zu fprechden und zu handeln. Das Gewitter 
verleuchtet und verrollt. Dazwiichen fteht ein Kleines Liebes- 
idyl mit Annemielen Uhlmann, einem Mädchen aus dem 


geipzig, 1911. 
1, 


45 — 1918. M 3. — Die [höne Literatur — 1. Fehruar. — 46 





Bolle. „Zu Bildern waren ihm die Frauen im allgemeinen 
geworden; er Eonnte fie nur noch flächig fehen. Bei Annes 
mielen war das anders, die lebte um ihn; weniger fie felber, 
al3 das, defien Sinnbild fie war, als fein Volt, mit dem 
er fi eins fühlte.“ Diefe Epifode ift nicht eingeftreut, um 
die Yarbenbuntheit der Handlung zu heben oder für bie 
Geihhlehtämoral des fchöpferishen Menfchen eine Lanze zu 
brechen, jondern fcheint in ihrer fombolifchen Deutung auf 
die Ströme binzuweifen, die im Unbewußten wie unterivdifch 
gleiten und nur im Genius an bie Oberfläche der lichten 
Lebenswirklichkeit raufchen. Das Buch will daher mit Augen 
gelefen fein, die zwifchen den Zeilen wie durch Türfpalten 
in bie Werkitatt des Genius zu fpähen vermögen. 

Ludwig Brintmanns Roman hat einen Hangvollen 
Titel „Die Erwedung der Maria Carmen“. Drei Begriffe 
verbinden fich in ihm zu einer freundlichen Vorftellung. 
Ein deutiches Märchen jchlichtichöner Art drängt fih einem 
in den Sinn: Dornröschen. Der Mädchenname Maria hat 
in Zerbindung mit dem Worte Carmen einen wiegenden 
Rhythmus. Und Carmen bedeutet gar Gedicht. Dan ver- 
ſenkt fih in die Lektüre des Buches und tritt in eine ganz 
andere Welt, al3 der verführerifche Titel vorgaufelt. Das 
Märchen verwandelt fich in gegenftändliche Wirklichkeit. Maria 
Carmen ift eine Silbergrube im Diftritte Taviche des 
Staates Daraca. Statt dur eine Nofenhede muß der 
Erweder dur einen Waflerihwall dringen, der fie unter- 
ſpülte und verjchüttete, und ber Prinz, der fie aus hundert⸗ 
jährigem Schlummer erlöft, ift der ingenieur, der ihr mit 
den Handhaben moderner Technik zu Leibe rüdt. Bur 
Wiedereröffnung der Grube bildet fih eine Gejellfchaft. Mit 
erlejener Erzählerkunft berichtet B. von den Mühen und 
Kämpfen, die jene Gejellichafter auf fih nahmen, die ihre 
perfönlie Arbeitskraft für das Werk einfebten, und wie 
fie um den Lohn ihrer Mühen durch den ftillen Teilhaber, 
ihren Geldgeber, gebracht wurden, durch „den Finanzmann 
im Hintergrunde, in deflen weitausfchauenden Plänen fie 
alle nicht mehr als Schachfiguren waren, die man um eines 
Borteiles willen unbedenklich opfert“. Diefe Gejtalt, die 
fih aus muftifhem Dunkel unheilvoll in die lichte Helle der 
Handlung fchiebt, ift vielleicht die am Harften gefehene und 
aufs fchärffte umriffene. Doch auch alle anderen Berfonen 
find lebensvolle Typen. Der Berf., der fih als Berg- 
ingenieur in den Vereinigten Staaten und in Merico auf: 
hielt, \pricht überall aus eigener Anfchauung und in ge 
nauejter Kenntnis von Land und Leuten. Das Buch zeigt 
ihn als ebenfo fcharfen Beobachter wie Kormer und Werter 
feiner Beobachtungen. 

Dtto Soyka geht in feinem Roman „Das Herbarium 
der Ehre” an die Löfung eines eigenartigen Problems. 
Er erzählt die Gejchichte eines Menfchen, der fi dafür, 
dag man ihm den Glauben an Güte, Rechtichaffenheit und 
Ehrenhaftigkeit zerftörte, dadurch rächte, daß er „der Ver- 
führer einer ganzen Stadt“ wurde. In ber grotesfen Uus- 
führung eines phantaftiihen Vorwurfs Täßt Alfred Weg- 
Iehner alle, die feinen jugendlichen Zdealismus antafteten, 
an ihrem eigenen Milieu zugrunde gehen, indem er fidh 
Iheinbar in basfelbe einordnet. Diefe Dlenfchen find ge- 
wohnt, Bweddienlichkeit und Unzwedmäßigfeit jeder Sache 
nad ihrem Geldwert abzufhägen. Wlle äfthetiichen und 
etbifchen Erflärungsverfuche find nur Drapierungen ein und 
derfelben Grundtatfache, die in der Frage bafiert: Welchen 
materiellen Borteil habe ich von der Sade. Hierauf baut 
BWeglehner feinen Plan auf. Er gründet ein Banfunter- 
nehmen, das ungeachtet feiner äußeren Großzügigkeit an 
feiner inneren Unfolibität zufammenbrechen muß. Alle durch- 
bfiden die „Unforreitheit des Unternehmens, die gefchäft- 


‚widerftehenden Kräfte zu zerjeßen, zu ertöten.. . 


ı Tide FSaulheit des Planes” und beteiligen fi bennod, da 


fie darauf bauen, daB auch Weglehner nicht3 anderes ala 
Geld, al3 eigenen Vorteil gewinnen will. Das aber ift das 
Schnippden, das er ihnen fchlägt. Er will nur eines: ihre 
Ehre. Er Tauft ihnen die Ehre ab und präpariert fie für 
ein Herbarium. Mit diefem Herbarium hat e3 eine be 
fondere Bewandtinid. 3 ift eine Sammlung von Auf 
zeichnungen über da8 „Verhältnis von Geld und Seele”, 
die Seitftellung, „Daß das Geld die winzige Balterie ift, 
die al die Größen der Gefühlsmelt, Ehre, Liebe und mie 
fie jonft heißen mögen, unwiderftehlich zerfrißt und zerftört“. 
Soyfa, ein feiner Stilift und phantafievoller Erzähler, fieht 
den Problemen der Zeit Har ind Auge und foricht, unbe 
— ihre Vieldeutigkeit, nach ihrer zuſammenfaſſenden 
Einheit. 

Adolf Stern ſchildert in ſeinem Roman „Die Aus—⸗ 
geſtoßenen“ ebenfalls die Geſchichte einer planmäßig ange— 
legten Vergeltung. Nur iſt es hier unantaſtbare Rechtlich⸗ 
keit, gegen die ſich niedrige Winkelzüge richten. Oberſt— 
leutnant Hubert Vollrad hat ſich als Leutnant im Kriege 
von 1870 den Einjährigen Dr. Falkner, einen Millionen⸗ 
erben, zum Feinde gemacht, indem er ihn in ſchroffer Weiſe 
zur Erfüllung ſeiner ſoldatiſchen Pflichten nötigte, und muß 
dafür in den reichſten Jahren ſeines Lebens unter deſſen 
Feindſeligkeit leiden. Dr. Falkner iſt mit allen ihm zu 
Gebote ſtehenden Mitteln bemüht, Vollrads Lebensſtellung 
zu untergraben und ſeinen Namen zu verunglimpfen. 
hintertreibt durch Briefe mit grundloſen Verdächtigungen 
die Verlobung Vollrads mit der jungen Gräfin Waldern⸗ 
dorff, verſucht ihn durch willfährig gemachte Mittelsperſonen 
bis zu den höchſten Stellen als waghalſigen Börſenſpieler 
hinzuſtellen, erweckt durch geſchickte Einflüſterungen, ohne 
ihn je unmittelbar anzuſchuldigen, den Argwohn, daß der 
inzwiſchen zum Major im Generalſtab avancierte einer Ver—⸗ 
untreuung wichtiger kartographiſcher Dokumente fähig ſei. 
Er iſt unabläſſig beſtrebt, auch noch nach deſſen ehrenvoller 
Verabſchiedung Mißtrauen gegen ihn zu erwecken, bis es 
Vollrad gelingt, ihn zu überführen. Die Erklärung des 
Buchtitels iſt Walter Römhild, dem Träger einer Neben- 
handlung, einer der liebenswürdigſten Geſtalten des Buches, 
in den Mund gelegt: „Ich glaube nicht, daß es eine phy— 
ſiſche Krankheit gibt, die dem Uebel gleicht, von dem ich 
unſer Volk bedroht und ergriffen weiß. Als wenn ein 
Körper danach ſtrebte, alle unverdorbenen Säfte, ohne die 
er nicht beſtehen kann, ſein beſtes Mark von fih auszu- 
ſtoßen, arbeiten Machtgier, Genußgier, Hochmut und Wahn⸗ 
finn, Eitelkeit und Flachheit gemeinſam daran, alle Be 
jehe die beiten Schichten, die tüchtigiten DMenjchen einem 
frivolen, unheilvollen Spiel preisgegeben.” Der Roman 
ift da3 dichteriiche Vermächtnis des Literaturhiftoriterd Udolf 
Stern, ein Werk, das in den lebten zwei Dezennien feines 
Lebens wuchs und reifte. Leider war e3 dem Berf. nicht 
gegönnt, die lette Teile an dad Werk zu legen und e8 in 
der von ihm beabfichtigten großzügigen Yallung zum Ab» 
Ihluß zu bringen. E38 ift daher dankbar anzuerkennen, 
daß Karl Reufchel, ein Freund des Verftorbenen, al Voll 
ftreder feines legten Willens, auf Grund der nachgelaffenen 
unterfchiedlichen Yaflungen an eine Iehte Zujfammenfaflung 

ritt. Max Fleischer. 


Wegener, Hand, Chrifto artmann. Noman. Hagen i. W., 
1912. Dito Alpe —RXR ai. 


Der Pfarrer Ehriftoph Hartmann in Hans Wegeners 
Roman ftammt aus dem Urbeiterftande, ift aber durch feine. 
Heirat einer reichen Fabrifantentochter in eine Umgebung 


47 — 1913. 3. — Die [hÖdne Literatur — 1. Februar. — 48 


ausgepichter Weltleute von maffiver Selbftfucht geraten, in der 
ex feine innere Freiheit zu verlieren droht. Man mutet ihm zu, 
als Geiftliher Ländlicher Herkunft den Mühjfeligen und Be 
Iadenen die Ergebung in die Willfürherrichaft der Mächtigen 
zu prebigen. Wie ber Held des Vollsmärchens aber, der ih 
durch den Krapfenberg durchißt, findet er durch das Fkraft- 
lähmende, das beffere Selbft erftidende Genußleben den 
Weg zurüd zu feinem wahren Ich, zu feiner troß aller an- 
gefebten Schladen unverjehrten Bravheit. Er will lieber 
in Schweren Kämpfen jeine Natur fittlih Täutern, als feine 
Seele in einem äußerlich glanzvollen Leben ertöten. Er 
ringt mit dem Leibe, big e8 ihn fjegnet, gleich dem Engel 
bes Herren, da er weiß, man Tünne nicht das Hödjfte er- 
reihen, ohne das Schwerite erlitten zu haben. Er ver- 
tündet feiner Yändlichen Urbeitergemeinde die Moral der 
dienenden Liebe, der großen ftarken Liebe, die alle verbin- 
den müffe. Sein ebler Optimismus verleiht ihm den feljen- 
feſten Glauben, kein Menfchenherz fjei jo verhärtet, daß fich 
in ihm nicht dur die Wünfchelrute felbftlofer Güte und 
dur das Vorbild aufopfernder Selbitverleugnung ein Ver- 
trauen auffpüren Tieße, vermöge deilen fich alle niedrigen 
Leidenschaften in Liebe ergießen und nur Luft und Freude 
das mogende Vollswohl treiben müffen. Er warnt feine 
Pfarrkinder ebenfo nachdrüdlih vor den Menjchenfängern, 
die das Volt mit den Klapperblechen der abgetatelten fozia- 
Yiftifhen Redensarten von der &leichheitälüge betören, als 
er den Befitenden (der Verf. Spricht dafür in wenig ge 
Ihmadvoller Weife immer nur von den „Habenden“) ein- 
prägt, nicht fich fjelbft, fondern dem herrlichen Ganzen zu 
leben, ihm zu dienen und ed, wäre e3 auch nur im Fleinften 
Sereife, zu fürdern. Wegener hat e3 verftanden, uns in 
feiner fchlichten Erzählung das innere Erlebnis feines Helden 
Har darzustellen und ihn durch die Einfühlung in die er- 
fhaute Geftalt mit feinem eigenen Blute zu füllen. ber 
auch die Nebenperfonen find vortrefflid gefehen und ge- 
childert, fo ganz befonderd Hartmanns berzlofe, oberfläch- 
lihe Gemahlin Herta und ihr Gegenftüd, die Inojpenhaft 
berbe, von keinem unreinen Hauche verdunfelte, gemütstiefe, 
für ihre brachliegende Begeifterungsfähigkeit ein Biel juchende 
Margarethe, die bei aller mimofenhaften Zartheit ihres 
Sefühlslebensd in ihrer eigenen Welt eine zähe Willensfraft 
anfmweijen fan; nicht minder die gefallene Ehriftel, die jelbft 
al3 gepflüdte NRofe noch etwas vom Dufte und der frijche 
der unberührten Blüte bewahrt. Aus dem ganzen Werte 
hört man die Synterefis, die innere Stimme, die zum 
Suten und zum wahren lüde drängt. Josef Frank. 





Arumen. 


Hraufführungen und Erflanfführungen in Zrant- 
furt a. M., Hamburg, Münden und DOffenbad a. M. 


Ratbanfen, Henry, Hinter Mauern. Schaufpiel in vier Alten. 
——— im Neuen Theater zu Frankfurt a. M. am 17. Januar 


Der dänifche Schriftfteller Henry Natbanfen gibt uns 
in feinem Schaufpiel einen intereffanten Ausfchnitt aus dem 
Leben der orthodoren Juden. Der Konflikt entiteht durch 
den Gegenfag zum Chriftentum, ein Thema, das zwar nicht 
gerade originell ift, denn wir finden e8 fchon in den Stüden 
von Heijermans, Reichenbad und Schalom Ach, das aber 
mit reifer Geftaltungstraft und wohltuendem fittliden Ernit 
behandelt ift. Ein befonderes Schwergewicht hat der Dichter 
anf ‚die peinlich genaue Wusgeftaltung des Milieus, der 
fabbatlichen Feierftile, des reichen und innigen Familien⸗ 


lebens der Yuben, fowie der patriarchalifchen Stellung bes 
in allen Fragen unantaftbaren Yamilienoberhauptes gelegt. 
In dieje Stille, Hinter uralten Mauern fich abipielende Welt 
ftürmt die neue Beit in Geftalt der Tochter ded Haufe, 
die Bildung und Leben fuht, um „dem toten Meer“ zu 
entrinnen, und die auf biefem Wege einen jungen chrift- 
fihen Gelehrten kennen und lieben gelernt hat. Durch bie 
Verlobung mit Dr. Yörgen Herming, defien fchroff antijemi- 
tifcher Vater fi überdies vor Jahren den alten Levin zum 
Todfeind gemacht Hat, fcheint fich eine Kataftrophe anzu- 
bahnen. Schließlih aber weiß der Verf. doch einen ver- 
jöhnliden Ausweg zu finden, indem er die ethifche Richt. 
linie aufftellt, daß von den beiden Verlobten jeder verjuchen 
will, dem andern das zu laflen, was ihm heilig und teuer 
if. Das reine Menichentum foll die auf beiden Seiten ge 
zogenen Mauern überbrüden. Ob nun diejer ethiiche Grundſatz 
in der Wirklichkeit tatfächlid durchführbar fein wird, mag 
dahingeftellt fein. Sedenfalls ift er überzeugend und ein- 
leuchtend in dem Stüde zum Uusdrud gebradt. Ganz be- 
fonder8 aber ift anzuerkennen, daß der Dichter, ohne in 
farifierende Gegenüberftelung der einzelnen PBerjonen zu 
verfallen, in beiden Lagern Typen vol Fleifh und Blut 
geichaffen bat, daß er in liebevoller Kleinmalerei fein Beftes 
gibt, im Dialog manches gute und beherzigenswerte Wort 
prägt und geihidt an ber Klippe ber aufdringlichen Ten» 
ben; vorbeizufteuern weiß. Kurz, e3 ift ein Schaufpiel, 
das ohne Zieifel auf einer beachtenswerten Fünftlerifchen 
Höhe fteht und den großen Erfolg, der ihm befchieden war, 
und der den anwejenden Dichter mehrfach vor die Rampe 
rief, ehrlich verdient. Die Aufführung, die in der Regie, 
die Direktor Hellmer leitete, mit Recht befonders auf Die 
Herausarbeitung der Stimmungswerte Gewicht gelegt hatte, 
fam dem Dichter in jeder Weife entgegen. Alois Grof- 
mann bot al3 jüdifhes Samilienoberhaupt eine faum zu 
übertreffende einheitliche Leiftung, ebenjo Paul Gräh als 
Ihüchterner Brokurift Meier und Yenny Schaffer als Efther 
Levin. UWeberrafhend gut war au Dtto Bernftein als 
Dr. Hugo Levin. Er fpielte diefen troß feines Verftänd- 
niffes für das Neue doch in alter jüdiiher Sitte und 
Satung Befangenen mit einer wohltuend berührenden Zurüd» 
haltung. Der ewig jhwätende Jacob Levin fand in Direktor 
Reimann eine die büftere Stimmung belebende Verkürperung ; 
nur Grete Garlien als Frau Levin trug da8 der Rolle ein 
wenig anhaftende Larmoyant-Sentimentale allzu Did auf, 
und Herr Senius als Dr. Herming war nicht ganz in feinem 
Element. Die übrigen Darfteller taten ihre Schuldigfeit. 
| Richard Dohse. 


Zrenfien, Buftav, Sönte Eridfen. Drama in drei Alten. 
Uraufführung im Thalia-Theater zu Hamburg am 18. Januar 1913. 


Sm Suli 1903 feierte die Stadt Hujum das Yeft ihres 
800 jährigen Betehens, und im Mittelpunkt der feftlichen 
Beranftaltungen ftand ein Gelegenheitsdrama von Guftav 
Stenfien, defien Ruhm damald nad dem beifpiellofen 
Erfolg des „örn UHl” im Zenit ftand. Das Stüd Bieß 
das „Heimatsfeft“; e3 lag ganz in der Richtung der fon- 
ftigen been des Dichters, Hatte damals in Hufum einen 
zündenden Erfolg und war, nicht nur alö Gelegenheitsftüd, 
in der Treue feiner Stimmung und auf dem Hintergrund 
der feiernden Stadt wirklich nicht ohne Verdienft. „Sönfe 
Crihien“ ift eine neue Bearbeitung des alten „Heimats- 
feftes". Der Titelheld ift vor ber Kriegserflärung 1870/71 
nach Amerila gegangen. Die Heimat bat ihn verarmen 
Tafien, wie er meint, und fo hat er auch feine weiteren Ber- 
pflihtungen ihr gegenüber. Uber die Heimat läßt ihre 
Kinder nicht 108, auch bie ungetreuen nicht, und fo ke 


49 — 1913. 938. — Die [höne Literatur — 1. Februar. — 60 


Sönte nah 40 Sahren zurüd. Uber nun will niemand 
mehr etwas von ihm wiflen, alle weifen ihn zurüd. Der 
Abtrünnige wird zum Mörder und Brandftifter und feine 
Berzweiflung findet ihre Löfung dur den Tod. Das 
Stüd wird fchwerlich feinen Weg maden, %. ift zu jehr 
Epiler, ald daß er die Form des Dramas meiltern Tünnte. 
Das Theater war voll bejegt und bereitete dem Dichter 
und feinem ehrlichen Wollen einen ftarken Achtungserfolg. 
Zum Schluß bemühte man fih, durch endlofjes' Slatichen 
den Dichter no auf die Rampe zu ziehen. Aber 3. er 
dien nicht, auch das wieder ein Beweis feines tüchtigen 
Selbftgefühls. Benno Diederich. 


Bierfh, Walter, Eifen. Schaufpiel in drei Alten. Berlin, 1912, 
Goncorbia Deutfäe Berlagdanftalt. (6*, 90 ©. 8.) 4 1, 50. 


—— im Kgl. Reſidenztheater zu München am 12. Januar 


Shaw, Bernard, Blanco Posneis Erwelung. Eine melodrama⸗ 
tifhe Predigt. Deutfh von Siegfried Trebitfc. 


Da Urauffüßrung in den Münchener Kammerfpielen am 18. Januar 


B. Bierjch, defien Romanen wir in diefem Blatte 
günftige Beiprechungen widmen tonnten, erfcheint zum erften 
Male auf den Brettern. Er weiß fih auf dem neuen 
Boden geihidt zu bewegen und meidet die gewohnbeits- 
mäßigen Tehler des für die Bühne jchreibenden Epifers, 
ja feine dramatifche Architektur ift bisweilen etwas fachlich 
nüdtern und die Darfteller find genötigt, au$ eigenem dazu 
zu tun, damit die Geftalten Sarbe befommen. Die Heldin 
des Stüdes ift die Erbin eines induftriellen Unternehmens, 
ba8 fie Traft eigenen Geiftes zu noch ftolzerer Höhe hinauf- 
geführt. Soll nun dieje ungewöhnliche Yrau den Regungen 
ihre8 Herzens folgen und damit ihre Lebensaufgabe auf. 
geben? Soll fie, die gewohnt ijt, Herricherin zu fein, fi 
in die Botmäßigfeit eines Gemwaltmenfchen begeben? Dies 
ift fraglos ein Problem, da3 in unferen Tagen der wachien- 
den Frauenarbeit mehr al3 alademiichen Wert befitt, ein 
Konflikt, der heute in vielen Srauenberzen ausgelämpft wird. 
3.3 Handlung ruft äußerlihe Mittel zur Hilfe Der Ab⸗ 
gewiefene droht Mathildens Firma zu vernichten. Dies 
‚gelingt ihm gar bald. hr forjches gefchäftliches Drauf: 
gängertum, der Umfchwung der Konjunktur, gefügige Bant- 
direftoren find die indireften und direkten Helfer des Gewalt. 
tätigen. Nun glaubt er, fie zwingen zu fönnen, aber 
Mathilde weift ihm die Türe. Sie will lieber untergehen. 
Leider im Bwifchenafte, es ift die eine Schwäche des 
Stüdes, geht in dem brutalen PBarvenü eine Wandlung 
vor, feine gefchäftliden Maßnahmen nimmt er eilig zurüd, 
aber fie Tönnen die Folgen feiner Handlungsweife nicht 
mehr aufhalten. Die Betriebsverringerung hat eine Ur- 
beiterrevolte verurfacht, die das Kettenwerf zerftört und bei 
welcher Mathilde durch einen Steinwurf verlegt wird. So 
trifft der Zufammenbruc fie, die ftetS mütterlich für ihre 
Arbeiter jorgte, nicht nur finanziell, fondern auch feeliich, 
denn das gute Einvernehmen mit ihren Arbeitern Hatte 
Mathilde ftet3 befondere Genugtuung gewährt. Sie ver- 
Ipricht jedoch) dem reuigen Sünder, nicht allzu berb von 
ihm zu denfen, ja, fie wird fogar auf deflen Vorfchlag ein» 
gehen und die Leitung von des Generaldireftor3 humani- 
tären Ürbeiterunternehmungen, bie er nach ihrem Vorbild 
gegründet, in die Hand nehmen. So ift e3 des Dichters 
Wille, daß wir eine fpätere Vereinigung diejer beiden 
Menihhen für wahriceinlih halten. Die Hauptgeftalten 
harakterifieren fich gelegentlich felbit, ftatt daß wir ge 
zwungen werben, fie eo ipso fo und nicht ander& zu emp- 
finden. Sn den Ürbeitertypen zeigt fich der Verf. ala 


Kenner. Die Mundart, zu deren Erklärung 8. im Buche 
mancherlei Fußnoten bebarf, war auf der Bühne mehr dem 
Buchdeutich angenähert. In dem brutalen Gewaltmenichen 
hatte Steinrüd wieder eine feiner Tünftleriihen Neigung 
beionderd zufagende Rolle. Frau v. Hagen, bie Dar 
ftelerin mondaner Eleganz, fand fich überrafchend gut mit 
ber un der Eifenwerte ab. 3. wurde mehrmals 
gerufen. 

Der Aufführung von Shaws „Blanco Posnet3 Er 
wedung” folgte frenetifcher Beifall; foweit er nicht nur der 
geichicten Wiedergabe, fondern auch dem Stüde gilt, be 
finde ich mich nicht in der Lage, ihn zu teilen. Daß aud 
ein Pferdedieb weicherer, befierer Negungen fähig ift, er 
ſcheint keine piychologiiche Entdedung, hebt ihn auch mora- 
Kifch nicht genügend, als daß er den Honoratioren eines 
Neftes an der amerikanischen Kulturgrenze eine Predigt 
darüber halten müßte, daB wir insgefamt fchlechte Menſchen 
find. Bon einer „Erwedung“ fehen wir weniger, al3 von 
dem üblichen S.ichen paradogen Seifenblafenipiel. Den 
Schluß des Abendes bildete Anatole France's „Crainque⸗ 
bille“; trotz vorwiegend novelliſtiſcher Züge hatte die Schil⸗ 
derung eines geiftigearmen Proletariers, der an Polizei⸗ 
vorſchriften ſtrauchelt, packende Momente, die durch glänzen⸗ 
des Spiel gehoben wurden. L. G. Oberlaender. 


Sohbnrey, Heinrih, Dümwels. Bauerndrama in vier Alten. 
Erftaufführung in Süddeutfchland, Offendah a. M. (Bolkönorftellun 
4 Sen Mainifen Ehe n 10, a 198. : 
Heinrich Sohnrey's Bauerndrama „Dümel3", Das 
nunmehr auch feinen eg jenfeit3 des DMaind gefunden 
hat, ift ein getreuer Ausfchnitt aus dem niederfächfiichen 
Bauernleben. Die Heiraten nad Geld an Stelle des ge 
liebten Mädchens, um den Hof zu erhalten, find noch heute 
gang und gäbe; ebenjo bürften auch die Konflikte, die 
daraus entftehen, nichts Seltenes fein. S. führt durch eine 
Reihe Iebenerfülter Szenen die Bolllätnerfamilie ber 
„Düwels“ zum völligen Niedergang, weil die junge, un. 
geliebte Frau in ihrem Wejen ein wahrer Teufel, eine 
richtige „Düweliche” ift. Die Ulten, die bisher „auf der 
Leibzucht“ bei den Jungen gewejen find, werden hinaus» 
getrieben, ergeben fi dem ZTrunfe und kommen ſoweit, 
daß fie jchließlih ind Armenhaus müflen. Die Liebliche 
Marie nimmt fich das Leben, als fie fpürt, wie ihr Bauern- 
burjche fie der Verhältniffe wegen verläßt; der junge Bauer 
endlich, der ganz unter dem Drud feiner rabiaten Frau 
jteht, wird, zumal er auch noch fein geliebted Hanndhen 
immer vor Augen bat, an den Rand der Verzweiflung ge 
trieben, bis er fich fchließlih aufrafft und ein Ende mit 
Schreden macht, indem er feine Frau mit dem Beil er- 
ihlägt. Ex ftellt fich felbft dem Gericht, um feine Schuld 
zu fühnen, und mit einem ledten, lichten Uusblid in bie 
Zukunft entläßt uns der Dichter: Hannchen bleibt dem 
jungen Bauer, felbft angefichtS des Totjchlags, treu. Ein 
büfteres Gemälde, in das außer einigen gut gelungenen 
Kinderfjzenen, nur durch den alten Urmenhäusler Daniel 
Barnkote, den „Ichwarzen Daniel”, eine ganz prachtvoll 
herausgenrbeitete Geftalt, Licht falit. Um dieſes Daniel 
willen ſollte ſich ſchon allein das Stück auf der Bühne 
halten. Er begleitet die Handlung mit ſeinen derben 
Sprüchen und lebenswahren Lehren und Betrachtungen von 
Anfang bis zu Ende und bildet ſo eine Art beſtändiges 
Echo all der Geſchehniſſe. Zweifellos laſſen ſich manche 
Mängel im dramatiſchen Aufbau, in der mitunter allzu 
langſamen Entwicklung der Dinge, in der epiſchen Breite 
und garzu dick aufgetragenen Sentimentalität beſonders im 
dritten und vierten Akt, auch in der augsſchließlichen Ve⸗ 


51 — 1918. 133. — Die fhÖdne Literatur — 1. Februar. — 62 


tonung des Einzelfhidifals und des Zurüdtretens allgemein 
menschlicher Beziehungen ertennen; dann aber folgen wieder 
Szenen, an denen man feine uneingeichränfte Freude bat. 
Bor allem jedoch atmet da3 Drama Leben, echtes Leben, 
und verrät eine tiefe und gründlide Kenntnis der Ver—⸗ 
bältniffe und ein inniges Bertrautjein mit dem Charalter 
des niederfähfiihen Volles. Daher gehört freilich (das 
darf man fich nicht verbehlen) das Stüd in erfter Linie 
auf niederdeutfche Bühnen, und es ijt kaum zu verftehen, 
daß ih die Theaterleiter in Nordbeutfchland diefes kraft- 
vollen Stüdes nicht mehr annehmen wie bisher. In Mittel 
und Süddeutihand wird eine Aufführung immer großen 
Schwierigkeiten begegnen, fo auch in Offenbach, wo überdies 
noch, durch die VBerhältniffe bedingt, eine primitive Bühnen- 
aufmahung und nicht immer ftilechte Koftüme hinzulamen. 
Die Urfprünglichleit und Wurzelechtheit des Stüdes, der 
niederdeutfche @eift, den e3 atmet, bie Slangfarbe der 
Sprade, Zonnten nicht genügend zur Geltung kommen, 
trogdem fih die Darfteller anerfennenswerte Mühe gaben. 
Hervorzuheben ift bejonder8 Herr Stein, der den alten 
Daniel jehr gut herausgearbeitet hatte, Herr Janfon, der 
die nicht leichte Yigur ded jungen Düwel wirkungsvoll 
verkörperte, Frl. Leur als „Dümelfche*, Frl. Schumann in 
einer ausgezeichneten Leiftung al8 Hannden und die an« 
mutige junge Marie des Frl. Werner. Das den Saal bis 
auf den lebten Pla füllende Publitum zollte nad allen 
Alten lebhaften Beifall, jo daß ein auch unter erjchweren- 
den Umjtänden errungener, ehrlicher Erfolg Tonftatiert wer: 
den Tonnte. Richard Dohse. 





Lyrik. 


Jörg, Paul, Gekrönte Stunden. Dichtungen. Mit Bildern von 
OD gahrentrog. Leipzig, 1912. Bolger. (59 ©. ©r.8.) 4 4; 
get. HD. 

Dppel, Arnold, Gedichte. Kreiburg i. Br., 1912. Troemer. (53 ©. 
®r. 8) .4 1, 75. 


Schäfer, Morig, „‚Dreiviertelwelt”. Beröfatiren. Mit Feder 
eihnungen von Leo eur. Leipzig, 1912. Gerftenterg. (118 ©. 
8) 4 2; geb. # 3. 


Uelenberg, Emil, Drei Ringe, Ausgewählte Gedichte aus den 
zu ne Leipzig, 1912. Adermann. (172 ©. 8.) 
td. . 


Sn diejen vier untereinander ganz ungleichartigen Vers: 
büchern ftehen oft flachfte® Epigonentum und Konvenienz 
neben ftürmifchen Talentproben und moderner Nurkunft. ch 
fann die Bände nur in alphabetifher Ordnung zufammen- 
ftellen, jodaß ich mit einer verhältnismäßig guten Leiftung 
anfange, über unbedeutende fortichreite und mit einer wirt: 
fi guten ende. 

Jörg ift ein Dedname für den Wuppertaler Baul Böd- 
dinghaus. Er muß für feine Gedichte fehr viel Geld aus 
gegeben Haben. Das fchließe ich aus den Namen des Ku: 
ftrator8 und des Verlegerd. Die gelrönten Stunden find 
die lacrimae horae, deren Wiederkehr aus dem Lande der 
Wunden ftrahlt. Und zwar Handelt e3 fi um Liebes- 
gedichte an eine mwunderfüße Yrau, der fich fein ganzes 
Träumen neigt. Heinefhe Motive verbinden fich in ihnen 
mit Geibeliher und fogenannter „moderner“ Anfchauungs- 
und Ausdrudsmweife. Bon den zahlreichen gut empfundenen 
Bildern muß gejagt werden, daß fie fich nicht zur Einheit 
runden. Munter fchlägt oft ein einziger Vers das ganze 
Gedicht maufetot. Derjenige Dichter, der den Wafchzettel 
deö Berlegers geichrieben hat, ich will feinen Namen nicht 
verraten, rühmt in einer ganz unverftändlichen Begeifterung 
Zörgs eminent fihere Sormfühlung und Ahythmengeftaltung. 


Db er felbft daran glaubt? ch nicht. Aus der irdiichen 
Liebe, die $. befingt, die ihm alles gebradht und ihn doch 
zerriffen hat, mwächt geläutert eine höhere Liebe hervor, die 
Liebe, aus der die Welten wurden, aus ber ein Lebensftrom 
gewaltig in alle Ewigfeiten floß, und die donnernd ihr ewig- 
liches „Werbe!" ipricht (S. 52). Die alten Ylammen, die 
in qualvoll brünftigem Glimmen ihn erfüllten, find zum Licht 
ber Wahrheit geworden, aus dem ein neues Leben ftrömt 
und die Auferftehungsglode ertönt. Wohltuend berührt in 
diefem Buche die innere Seichlofjenheit und der finnvolle 
Aufbau. Ueber Fahrenfrogs monumentale Bilder an biefer 
Stelle zu reden, erübrigt fih. Die Meinungen fachverftän- 
diger Leute über biefe Bildfunft Staffenfher Manier find 
jebr geteilt. Man fee, fagte einer, unter die Zeichnung 
auf S. 13 das Wort „Rofenfeife” und das Plakat ift fertig. 
Die Bosheit folcher Yeußerungen geht entichieden zu weit. 

Die 42 Gedichte Arnold DOppels find ernit und leid» 
geträntt. Doch weijen fie wenig eigenes Gepräge auf. Ton 
und Gedanken gemahnen oft an befannte Vorbilder. Eine 
gewiffe Hilflofigfeit und Bläffe können fie nicht verleugnen. 
Ohne nennenswertes Gefühl für wirffamen Rhythmus, ohne 
befondere Rüdjiht auf Mare und feflelnde Gedantenfolge 
reihen fich die Verfe meift wie flatternde Schmetterlinge an- 
einander, die einen Halt fuchen, um ihre Buntheit und Linien» 
Ihönbeit zu zeigen, aber felten fchauen wir dieje Flügel in 
Ruhe oder in harmonifcher Bewegung. Ein nicht zu Ende 
geführte8 Ningen mit den bdarzuftellenden Empfindungs- 
fompleren charakterifiert D.3 Gedichte. US Probe diene 


Septembernadt. 
Im nahen Klee zirpt fingend eine Grille .. 
Kein Menfchenbaug, fein Ruf: o, ſolche Nacht, 
Als wär ein Tag gemweien, folde Stille, 
Als hätte Gott die Augen zugemadt .. 


3 fpüre feinen Schlaf: fern an den Wäldern 

Berebbt die Zeit, das Reben ruht wie Gtein; 

Be fteigt fühl aus den verwaiften Feldern, 
er große Tod fährt feine Ernte ein... 


Wir aber dauern: während rings zu Schemen 
Berblaffen Biut und Blüte, Farb’ und Frudt; 
Wir ftehn vereinfamt in dem Abfchiebnebmen 
Und tragen unfred Menfchenfhidfald Wucht. 

Morig Schäfer bringt Satiren auf die Welt, die nur 
zu Dreiviertel eine Kugel ift, und deren Menfchenherbe auch 
fein Ganzes bildet. Alles nur Erreichbare des modernen 
Lebens in Stadt, Dorf und Yamilie wird durch die Lauge 
bes Spotteö gezogen, die zur Säugung des Kindes unfähige 
Mutter, der ftet3 und befonders in feguellen Dingen neu- 
gierige Badfiich, die Liebichaften der Unfchuld vom Lande, 
die fogenannte junge Dame, die nervöje Frau, das Arbeiter: 
mäbel, die elegante Straßendirne, der hochmoderne Lebegreis 
von 20 Zahren, der blafierte Ueberjüngling, der junge Dichter, 
der Snob und andere. Wer nah den abgeichmadten 
Wibeleien ber meiften Varistshumoriften noch Gefallen an 
derartiger Koft zu finden vermag, dem fei das Vergnügen 
gern gegönnt. Er wird neben langweiligen Stellen gute 
und oft ftart gewürzten Aphorismen nahelommende Berfe 
finden. 

Ueber den Wuppertaler Lyrifer Emil Uellenberg ift 
in diefem Blatte fhon manch Iobendes Wort gejagt worden. 
Die neue Auswahlfammlung gibt Anlaß, in diefes Lob ein- 
zuftimmen. Der Schöpfer diefer Gedichte ift zweifellos ein 
Eigener, ein Talent, deilen Stimme gehört zu werben ver- 
dient. Tiefe und reizpuolle Naturempfindung, felbjitbewußte, 
gefunde und derbe Kraft zeichnen die höngedrudten Verſe 
aus. Neben zarten und ftillen Weifen tönen harte Anklagen 
aus des Dichters Mund. Der Mann fcheut fich nicht, feine 
Inorrige Perjönlichkeit unverhüllt mitten in den tobenden 


63 — 1918. 13. — Die fhöne Literatur — 1. Februar. — ba 





Kampf des Alltags zu ſtellen und ſeinem glühenden Haß 


gegen die Halbheit, Verlogenheit, Erbarmungsloſigkeit und 
das ſcheinheilige Weſen der Menſchen markigen Ausdruck zu 
verleihen. Dieſer Bekenntnismut, der ſich auf weltliche und 
geiftliche Dinge erſtreckt, und die Wärme, mit der er für 
echtes Menſchentum eintritt, nehmen den Leſer unwiderſtehlich 
gefangen. In der Ballade jedoch läßt Ue. noch den ſtraffen 
Aufbau und die bildhafte Anſchaulichkeit vermiſſen. Hier 
find ſeine Verſe zu abgehackt und zerſtückt, wodurch ja nicht 
immer der Eindruck von wuchtender Kraft erzeugt wird. 
Die Erzählung „Der Irre von Norderney“ zeigt wieder, 
in wie reicher Fülle die Natur mit ihren tauſendfältigen 
Erſcheinungen in des Dichters Seele prächtige und funkelnde 
Abbilder entſtehen läßt, zugleich aber auch, wie durch dieſe 
liebevolle Ausmalung des Beiwerks der eigentliche Stoff, 
die pſychologiſche Schilderung eines durch einen Brand des 
Elternhauſes aus ſeinem Jugendparadies getriebenen, d. h. 
wahnfinnig gewordenen Kindes, überwuchert und der Sinn 
für das Weſentliche getrübt wird. Hanns Wegener. 


— 





Zeitſchriften. 


Das BDahyerland. Illuſtrierte Wochenſchrift für Bayerns Land und 
Volk. Hgb. v. J. Weiß. 24. Jahrg., Rr. 15/16. München. 

Inh.: (15.) M. Herbert, Hungerbaͤum'. — F. Sprater, Rhein⸗ 
gönheim, Altrip. — (15/16.) Karl Fıhr. v. Hertling, Ein Beſuch 
in Münden 1785. — (15.) $. Solleder, Die fol. bayer. Hof- und 
SuliusfpitalsKellereien in Würzburg. — R. Düll, Rebdorf. — (16.) 
Alfons Steinberger, Die Wachskerze. — Rihard Paulus, Ein 
Ehönpeitäfehler der Theatinerfirhe. — M. Hader, Mundartlided. — 
B. Zils, Klofter Seefeld an der Mittenwaldbahpn. — Prinzregent 
Ludwig bei Helmfladt. — Aus dem Privatleben des + Prinzregenten 
Zuitpold von Bayern. 


Der Brenner. KHalbmonatöfchrift, Hab. von 2. v. Fider. 3. Jahrg. 
Heft 7. Inndbrud, Drenner-Berlag. 

Inh.: 8. 3. Heinrih, Chriftentum und GSerualität. — Dtto 
Pi, Der Poften. — Hugo Neugebauer, Das Leuchten ded Todes. 
— 2. € Tefar, Effays von Karl Hauer. — Ulrit Brendel, Ein 
Zraum und feine Deutung. — Karikaturenfolge 55: Mar v. Efterle, 
Maler Rudolf Rift. 


Düne und Vet. Rev.: 5. Stümde. 15. Jahrg., Nr. 7. Leipzig, 
G. Wigand. 

Inh.: F. Roſenthal, Das Theater der Rittelſtadt. — Ein Brief 
Ernft v. Wildenbruchs. — Stefan Zweig, Der verwandelte Komödiant. 
Ein Spiel aus dem deutſchen Rokoko. — Robert Adami, Modeſt 
Menzinsty. — Paul A. Merbach, Literaturgeſchichte und Literatur⸗ 
sinn — 9. Stümde und ®. Turszinfty, Don den Berliner 

beatern 1912/18. 7. 


Daheim. Red.: P. O. Höcker. 49. Jahrgang, Nr. 16/17. Leipzig, 
Belhagen & Klafing. 

Snh.: (16.) Der neue Staatäfekretär ded Auswärtigen Amts Gott- 
lieb von Jagow. — M. Balden, Der Winterfport und feine Hygiene. 
— GBeneralfeldmarfhall Graf von EShlieffen +. — GBuftav Falke 
zum 60. Geburtätag. — Die Winterausftchung der Berliner Sezeffton. 
— ©. Begener, Die Mongolei, China und Rußland. — (16/17.) 
2. Haafe, Die märkifhen Lienowe. Roman. (Fort) — (16.) 9. 
Defterie, Dazu au viele Tiere. — E. Potthoff, Schwerifce 
Bollstänze. — (16/17.) M. R. Fifcher, Die Blöttnertochter. Thürin« 
giſcher Roman. — (16.) Winterbilderr. — D. Medromw-Berden, 
Saterina Somaro. — D. Lohan, Konfulat und Bagabundentum. — 
17) D. Martin, Der Kaifer und die Flotte. — Fıbr. Dr. Martin 
von Rücker⸗Jeniſch. — Neues Berliner Porzellan. — ©. Tifchert, 
Der Goldfhag. — Der Ehef des öfterreichifch-ungarifchen Generalftabes 
Frhr. Conrad von Damme: — Der Puppenfpieler Papa Ehmid +. 
— €. Boerfhel, Dad Bild des Kaiferd. — %. Buhhorn, In 
alten Kiften. — Frhr. v. Maday, Jung-Japan, wie ed fingt und fpielt. 


Das on he Ehe. Hıögbr.: &. Heilborn. 15. Jahıg., Heft 8. 
Berlin, Fleifhel & Go. 
Snb.: D. Ewald, Henry Bergion ald Reuromantiter. — Billy 
Rath, Bom Reichd-Theatergejeg. — R. Behel, Guftav Falked Auto» 
biographien. — Borg Hermann, Otto Erid Hartlebend Briefe. — 


5. Stegemann, Frauenromane. 1. — F. Shotthoefer, De 
Kampf um „Fauft” und die jungfranzöflfche Myftit. M 


Die Grengbsten. Hrögb. von G. Cleinow. 71. Jahıg., Rr.1/2. 
Berlin, Verlag der Grenzboten. oz 
‚Inh: 1). Fleifhauer, Handle oder ftirb! Das Mittel zur 
Bekämpfung don Zeuerung und Wohnungdnst. — Walther Blod- 
Wunſchmann, Friedrich Hebbel ale Polititer. — M. v. Hagen, 
Bismardd Stellung zum Auswanderungsproblem. — Jul. R. Haar- 
haus, Ziele und Ergebniffe der Raturfchugbewegung. — W. Warſtat, 
Das Symbol im Kulturleben. — 12.) George Eleinow, Alfred v. 
KiderlensWachter. — Ric v. Garlowig-Hartigfh, Das ftilechte 
Fremdwort. — NRadir, Die Engländer in Indien. — D. Goebel, 
Der König von Sadalin. — Hahtmann, Kurt Münzer. 


Sammer. se Zeitfhrift für nationales Leben. Red.: Theod. 
Fritſch. 11. Jahrg. Rt. 2063. Leipzig, Fritf. 
Ins.: Th. Fritſch, ee — fr. Jäger, Das 
drohende Polen. — Brüning, Paris als „Lichtftadt“. — Katholifches 
und Gewerkichaftliches. 


Lit und Schatten, Bohenfhrift für Schwarzweißtunft u. Dichtung. 
Hpb. von H.v. Qumppenberg. ß, Jahrg., —* 6/16. —8 
Inh.: (15.) Otto Zoff, Der Zapfenſtreich. — Friß Müller, 
Als die Pfanne ein Kleines bekam und der Keſſel ſtarb. — (16.) E. 
G. Seeliger, Die Treue des Ombrofis. — H. M. Appell, Fedja. 


Militär - Wochenblatt. Red.: v. Frobel. 88. Jahrg., Rr. 4/8. 
Berlin, Mittler & Sohn. | 
Snb.: (4.) Seneralfeldmarfhall Graf Alfred v. Schlieffen +. Ein 
Radıruf. — (4/6.) Gneijenau bei Laon. — Gedanken über dad Kriegd- 
fpiel der Referveoffiziere. — (4.) Betradhtungen über Gefundheitepflege 
bed Pferdes. (Schi) — (5/7.) Neurd vom Tanzöfifihen heere. — (7.) 
St. Quentin und die Kavallerie. — Die Reichdfliegerftiftung und ihre 
Bedeutung für die Armee. — Beihränkte Kriegsporbereitungen. — 
Krieg und Finanzwirtfhaft in Stalien. — (8.) Ehronologifche Ueber 
fiht der Ereignifje vor 100 Jahren. (Fortf.) — Eine Munitiondfrage. 
Sin neue englifche Reglement für die Deomanıy und für berittene 
ügen. 


Gonntagöbeilage Rr. 1/2 3. Boff. Zeitung 1912, Rt. 7, 20. 

Snb.: (1) F. Poppenberg, E. Th. A. Hoffmann Quasimodo- 
genitus. — Friedendbur 8; Ein varerländiihes „Standard- Wert”. 
— Maria Lifhnewsta, Die Pflihtfortbildungsichule für Mädchen 
in Berlin. — (1/2.) Bor hundert Jahren. — (2.) ©. Ellinger, 
Uhland ald Bolititer. — A. Walde, Wie bewertet die moderne 
Biffenfhaft die Moral? — €. Loewer, Spuren von Reffingd Tra- 
gödie ded Barmherzigen Samariterd im Natban. — 3. v. Papen, 
Shmud und Geld. 


© . t en erg's Illuſtriertes Sountagsblatt. 60. Jahrg.,Rr.15/16. 

erlin. 

Inh.: (16/ 16.) Heinz Berg, Sein legter Brief. Roman. (Fortſ.) 
— (15.) Amdt Brandt, Auch du, mein Brutus! Aus dem Schwe⸗ 
diſchen von Rhea Sternberg. — Max Rheinfels, Fürſten des 
Gteinreihe. — Die Kaifer Franz Zofepp I YJubiläumg-Etiftung für 
Boltdwohnungen und Wohlfahrtseinrichtungen ın Wien. — (16.) Eugen 
Sfolani, Wieland. — Dorotbea Shumader, „Pa Skanfen”. — 
Kine Boltszählung in Indien. 


Heber Land u. Meer. Deutfche illuftr. Zeitung. Red.: Rud. Presber. 
55. Jahrg., 109. Bd., Nr. 16/17. Stuttgart, Deutfche Berlagdanftalt. 
Snh.: (16/17.) Georg Engel, Die vier Könige. Roman. (Yortf.) 
— (16.) &. Riebuhr, Berlin im Jahre 1813. — ©. Podrecca, 
Sreifräulein Minnchen. — Theodor Elemens, Lovid Korinth. — Th. 
Zell, Spuren und Fährten. — Ehriftopp Martin Wieland. — Ein 
Hausbau in fehd Stunden. — (17.) Dtto Köhler, Jrhaka, die Heimat 
des Odyffeud. — Georg Schulge-Bahlke, Ein Bejuh auf einer 
deurfhen Schiffewerft. — 3. Kehling, Auf des Feldvergd Höhen. — 
Heinz Topote, Der Heizer. Novelle. — Heinrih Rautenjad, Ei 
fpiele. — Ein Lehrkurfus für Säuglingspflege. 


Die Wage. Redakt.: E. V. enter. 16. Jahıg., Rr. 1/2. Wien, 
Stern & Gteiner. 


Inh.: (1.) €. B. Zenker, Deflerreih und Serbien. — Emil v. 
Hofmannsthal, Offener Brief an Hm. Hofrat Prof. Dr. Lammaldh, 
Mitglied ded Herrenhaufed. — (1/2.) A. Halbert, Der foziale @e- 
danke bei Friedrich Hebbel. 1) Friedrich Hebbeld Entwidlung. — (1.) 
Mar Brunner, New PHorker Eindrüde. Emigration und Verkehr. — 
(2.) €. B. Zenter, 1913. — Hans Kleinpeter, Goethe, Niepicdhe 
und das humaniſtiſche Gymnaſium. — U. Brendel, Karl Schönherr. 


v. 


65 


— 1913. M3. — Die [höne Literatur — 1. Februar. — 





Die Wade. 15. Sabıg. Nr. 1/4. Berlin, Eier. 

Snh.: (1) & Barnay, Bortragdepidemie. — 6. H. Beder, 
Die bamburgifhe Univerfitätsvorlage. — 8. Doerry, Zum Begim 
der Winterfportfaifon in St. Morig. — (1/4) R. Strag, Stark wie 
die Mark. Roman. (Fortf.) — (1.) 8. Aram, Die Amerikanerin.’ — 
D. v. Sottberg, Gold gab ih für Eifen. — 9. v. Aurid, Ein 
fürftliger Dichter (Großfürft Konflantin von Rußland). — H. Böhlau, 
Eiub. — BP. Felir, Berliner Soubretten. — 2. Klinenberger, 

inter “ dem nn — (2) 8. Atam, Dom Biftorifäpen 
Ein. — ©. Feldmann, Der Präfident. — P. v. Syezepansti, 
Die Saifon beginnt. — 3. Ottmann, Bom modernen Sanymed. — 
3. Fıhr. v. Berfhuer, „Her Ladyibip" ald Mutter. — 9.8. Hei - 
land, Kinematographiihe Steinbodjagd. — D. Frhr. v. Milttg, 
Die Meine Komtefle. Tagebuhblatt. — Hildebrandt, Reue Fall 
f&hirme und Flugzeuge. — (3.) R. Said-Ruete, Die Botichafter- 
onferenz. — D. Bafhin, Polare Kataftroppm. — M. Racbel, 
Was ift zur Rettung der Schröber-StrangErpedition zu tun? — Aus 
der kronprinzlichen Winterfrifche. — A. Winde, Regie. — I. Ieffen, 
Runftgewerblerinnen. — A. ©. Hartmann, Banderfahrten in Holland. 
— €. Baronin Mattl-Löwenfreu;, Ein Korb. Etizze — €. 
Hartenau, Deutfche Poligeipräfidenten. — 3. de Bellegrini, Die 
neuerbaute Runftbobfleighbahn in Tribera. — (4.) ®. Quandt, Erport- 
förderung und Preffe. — M. Ishert, Berfchneite Fahrt. — €. Gräfin 
v. Baudiffin, Dom Münchner Prefieball. — H. Sieveling, Biflen- 
f&haftliche Aufgaben bei Freiballonaufftiegen. — Fıhr. R. v. Behr, 
Kamtſchatka. — O. Alſen, Maskenkoſtüme. — A. Kifpert, Hennys 
Scheidung. Skizze. — P. Schleſinger, Yvette Guilbert. — A. 
Weber, Die Sänfte. 


Das freie Wort. Hrögb. v. May Henning. 12. Yahıg., Rr. 20. 
Frankfurt a. M., Neuer Frankfurter Berlag. 
Inh.: Diplomaticus, Kiderlen⸗Wächter. — Lipſienſis, Der 


Kulturblock in Sachſen. — W. Vielhaber, Zur kirchenpolitiſchen 


Lage. — Progreſano, Geburtenrückgang und Klerikalismus. — A 
Lauinger, Der Kampf um den kleinen Mann. — C. M. v. Unruh, 
Zur Syntheſe des moniſtiſchen Idealismus. — Ignatius von Loyola 
im Lichte der modernen Forſchung. — Maxr Maurenbrecher, Der 
Wille zum Leid. 


Zeit im Bild. 11. Jahrg. Nr. 2. Red.; H. Bodenſtedt. München, 
Reue Deutſche Verlagsgeſellſchaft. 

Snb.: Anna Bawlowa, die berühmte ruffifche Tänzerin. — Neujahr 
in Berlin. — €. Steiger, Dündener Theaterfiim. — R. Oroß- 
mann, Um Belin. — M. Alfieri, Ein Operntraum. — K. 
Wolterel, Bon Yena, Goethe und dem Frommannfchen Haufe — 
Rudolf Huch, Zalion. Roman. — W. Kupper, 3 
Pflanzen. — A. Strug, Geſchichte einer Bombe. Roman. — Egon 
Berg, Neue Erfolge der Fernphotographie. — A. Goldſchmidt, 
Emil Kirdorf. — P. Schleſinger, Das Motiv. 


Illuſtrierte Zeitung. Red.: O. Sonne. 139. Band. Nr. 3627 
bis 3630. Zipug J. J. Weber. 
Inh.: (3627. W. F. Brand, Die Friedenskonferenzen in London. 
— Regent oder König? — L. Stettenheim, Die ruſſiſche Gedächtnis⸗ 
kirche in Leipzig. — Fritz Drach, Das internationale Reformations⸗ 
dentmal in Genf. — W. Doenges, Rudolf Poeſchmann. — Rudolf 
Schiffel, Die Kultur der Kakteen. — Der —5 das Schattenſpiel 
der Javaner. — E. Fournier d'Albe, Das Optophon und die 
Blindheitsftage. — E. Reimoͤrdes, Neujahrsglückwünſche einſt und 
jetzt. — (3627/29.) Arthut Achleitner, Prinzregent und Jägersfrau. 
— 6627/30. Franz Herwig, Jan von Werth. Roman aus dem 
30j. Kriege. (Fortſ.) — (3628.) 3. Feuder, Das Eiferne Kreuz. — 
v. Janfon, Feldmarfhall Graf v. Schlieffen. — Das hundertjährige 
Subiläum der E. k. Sefellihaft der Mufikfreunde in Wien. — Philä. — 
9. A. Ried, Tierifche Zeitgenofien des Menfchen der älteren Stein- 
zeit. — Goethes au in Barid. — Defterreihellngarnd Wehrmacht 
zu Wafjer und zu Lande. — Franz Mirtl, Die öfterreihifch-unger. 
Kriegsmarine. — Heinrih Gloel, Eine bisher unbefannte Silhouette 
Goethed vom 3. 1776. — Das Wüftenautomobil. — (3629.) Paul 
Schüler, Lob der Rarrkeit. — E. Edel, Künftlerfefte. — D. Bie, 
Freude am Rhythmus. — C. Lahm, Gavarnis „Carnaval“. — Paul 
Scheerbart, Die magifchen Spiegel oder die JZahrmärkte der Zukunft. 
Eine europäifhe Geſchichte in acht Kapiteln. — F. Schneider, 
umoriſtiſches aus der Tierwelt. — Max Eitelberg, Moderne 
abeln. — Hübner, Der Gedanke an die Offenſive in Frankreichs 
jüngſten Rüſtungen. — Paul Matter, Chriſtoph Martin Wieland. 
— Kaiſer Wilhelm II und die Jungfraubahn. — Fıhr. v. Schlicht, 
Ziska. Fafchingserzählung. — (3680.) M. Winterberg, Eine Grenz 
fefte deutfcher Kultur (Elfaß-Rotbringen).. — Zoni Stadler. — Eric 
WBulffen, Der polizeiliche Erfennungsdienft. — Mar Grube — ®. 
Biermann, Lovid Borintd. — Rudolf Schiffel, Die Verbreitung 
der Pelztiere in Europa, Afıien und Nordamerifa. — %. Thieß, Die 
Hebfhaebahn. — Die neuen Pojtwertzeihen in Rußland. — Grete 
Mafie, Zita. — Der Dampfer „Gap Zrafalgar”. 


Aitteilungen. 


Literatur. 


Mar Mendheim veröffentlicht in Reclamd Univerfal-Bibliothet 
Ar. BA6ar74 einen willfommenen Reudrud ded zweibändigen, zuerft 
im 3. 1854 erfähienenen Romand von Theodor gge „Afraja“. 
Die Erzählung ſpielt in Norwegen, deſſen großartige Naturſchönhe iten, 
deſſen Land und Leute, Sitten und Gebräuche Mügge (1806 - 1861) 
uns Deutſchen als einer der erſten aus eigener Anſchauung vor Augen 
führte. Während im erſten Bande der ehemalige däniſche Offizier 
Marſtrand mit ſeinen Unternehmungen und neuen Bekanntſchaften in 
dem ihm bisher fremden Lande im Vordergrunde ſteht, greiſen im 
weiten Teile die rätſelhafte, faſt dänoniſch wirkende Figur des 
— Afraja, des greiſen Führers der Lappen, und ſeine  tfamen 
Blutöverwandten und Helferähelfer in das Gelchid des won habfüchtigen 
reinden gepeinigten Helden in fpannender Darftellung ein. (Leipzig, 
Philipp Reclam jun., 328 u. 448 ©. 16., geb. „#1, 40, geb. .# 2,20.) 

m zweiten Sonderheft der Monatejchrift „Zenien” gibt Dr. Frig 
Boedel unter dem Titel „Detlev von Lilieneron. Grinnerungen 
und Urteile” die zweite, vermehrte Auflage feiner feit Sahren vers 
erifenen Gelegenbeitsfhrift „Riliencron im Urteil zeitgenöffifcher Dichter“ 
(1904) heraus. Zwanzig neue Beiträge find eingereiht, darunter folde 
von &. Buffe, E. Deciey, Fr. Droop, Ni. Fiſcher, A. Luntowski, B. 
Nüttenauer, M. v. Shudh-Manticwicz und 2. Sternberg. Zwei Por- 
träts und ein fakfimilierter Brief bilden für die Freunde des Dichters eine 
angenehme Beigabe. (Leipzig, 1912, Zenien- Berlag; 167 ©.8., Preid2.4.) 

Sm Jahre 1902 erfhien bei Greiner & Pfeiffer in Stuttgart die 
„Riederlefe* von Karl Ernft Anodt „Wir find Die Schufudt”, in der 
ſowohl die buddpiftifch gefärbten Weltverneiner und die zarathuftrifchen 
Weltbejaber einerjeits, ald die chriftusgläubigen Neligiöfen unter den 
neugeitlichen deutfchen Dichtern andererjeitd gebührend hervortreten. Die 
tief ee Anthologie, melde die Sehnfuhrfänger ohne Anjebung 
des Namens heranzieht, fommt einem ausgeprägten Zuge der modernen 
Zeit entgegen, das beweift die De gewordene ne Auflage, die 
joeben mit Heinen Veränderungen ausgegeben wurde. (336 ©. 8., geb.4 4.) 

Seine Auswahl aus der Inrifchen Pocfie der Armenier in deuticher 
Uebertragung: „Armeniſche Didgter’’ veröffentliht Arthur Leiſt in 
neuer, vermehrter Ausgabe. Er berüdfichtigt ebenfowohl die Kunft: 
Iprit, als die Volksfänger und die aus dem Boltdmund gefammelten 
Boltslieder. (Berlin-Reipzig, 1912, Doderned Verlagsbureau, Curt 
Bigand; 83 ©. 8.) 


Theater. 


m Eifenaher Stadttheater ging am 17. Zanuar d. %. die Urauf: 
führung des fünfaktigen Schaufpiels „Der Dämon’ von Arthur 
Dinter unter großem Beifall in Szene. Den Helden ded Stüdes, 
Dr. Reinhard Felfendrud, führen naturwiffenfchaftlihe Studien zu der 
Erkenntnis, daß er, wenn er fich felbft und feinen Grundfägen treu 
bleiben will, auf die Ausübung des Oberlehrerberufd verzichten muß. 
An erfihütternden Seelentämpfen wird ed ihm klar, daß er dem Dämon 
in feiner Bruft folgen muß, der ihn feinen eigenen Weg zu freiem, der 
ganzen Menfhheit dienendem Schaffen geben heißt. Und fo verläßt 
er, von feinem zufammengebrochenen Bater verfluht, fein Baterbaug, 
um Shriftfteller zu werden. (Ü. N. N. 

Mit geringem Beifall brachte das Deutfhe Schaufpielhaus in 
nn 23. Zanuar d. %. die Uraufführung des vieraftigen Schau- 
ſpiels „Alt⸗NRürnberg“ von Charles Leyſt. Das Stück ſchildert die 
Kämpfe innerhalb des Nürnberger Rates im J. 1622, den Einbruch 
der Peft und eine fentimentale Xiebeögeihichte. 

Sm Stadttheater zu Frankfurt a. DO. batte Robert Walters 
Shülertragödie „Im Turm‘‘’ bei ber Uraufführung am 24. Januar 
d. 3. einen ftarfen Erfolg. 

„Graf Söten‘‘, Schaufpiel von Paul Friedrih Schröder, fand 
bei feiner Uraufführung in Eifenah am 26. Januar d. 3. eine ber 
geifterte Aufnahme. 

Das Luftfpiel „Abgeräftet” von Hugo Hapkerl erntete bei der 
Uraufführung am Stadtiheater in Thorn Anerkennung. 

„Der Schwur", ein dreiaftiged Bolksjchaufpiel aus den BVerchtes⸗ 
gadener Alpen von dem Leipziger Schriftiteller Ichanned Wendt, ge- 
ans, am 4. ebruar d. $. im Leipziger Battenberg-Theater zur Urauf- 
ührung. 

Der Schweizer Dramatiker Dr. Stefan Markus vollendete zwei 
neue Bhnenſtücke: „VBathſeba““, Drama in einem Akt, und, Potiphar“, 
Tragödie in einem Alt. Die Süricher Iheaterleitung wird beide noch 
in diefem Winter zur Uraufführung bringen. 

Das Berliner Kleine Theater nahm das Scaufpiel „„Lätare‘ 
Ka Ernft Legal, Mitglied des Wiesbadener Hoftheaters, zur Urauf 
übrung an. 

m Luftfpielhaud zu Düffeldorf wird der neue Schwan ‚Pe Pa Pu‘ 
von Frip Brentano und Arthur Lokeſch ſeine Uraufführung erleben. 

Mar Neal und Franz Cornelius Zickels dreiaktiges Yuftipiel 
„Das blaue Wunder‘ tommt demnähft im Münchner Volkstheater 
zur Uraufführung. 


Berantwertl. Redakteur Prof. Dr. Eduard Zarnde in Leipzig, Kaifer-Wilbelmftraße 8. — Drud von Dreittopf 4 Härtel in Leipgig. 





Die ſchöne 


Literatur. 


Beilage zum Literariſchen Zentralblatt 
für Deutſchland. 


Ir. A, 


Heransgeber Arof. Dr. Ed. Yarnıke in Leipzig, Raifer Wilhelmftrafe 8. 
Verlegt von Ednard Avenarins in Ketpzte, Roffieafe 5/7. 


14. Inhra, 





Erfcheint vierzehntäglich. 


> 15, Februar 1913, 


Preis Hhalbjährlih 3 Mark. 





Sußalt. 
Bu Btto Ludwigs 100. Geburtstage (11. Keßruar 1913), von Willmann. (57.) 
Gefammelte Franenerzäßlungen (59): Chriftaller, Lichterim Strom. Bram, 


Die Zelle der Gerechtigkeit. Meiſel⸗Heß, Geiſter. 
zn: (601: Tren, Theoderich der Große, ein Gotenfang. 
r 


amen. Wraufführungen (61): Lilienfein, Der Turann. Sudermann, 
it. Der freie son Donnay, Les Eclaireuses. 
asmuffen, Was Frauen 


Der gute inf. MarundMorik. 
Yeseriragungen ausländifher Erzäßler (64): 


ernten überfekt von Wolf. van Eeden, ESilius und Eiterius, deutih von 
Monje, I. Zeil: Die Eltern. Lie, Dlaifa Ions, überſetzt von Janenſch. Rung, 
Die Geheimlammer. Anter-Larfen, Paftor Nemos Heimfuhung, Üterfeßt 
von Anders. v.B orft, Die Belenntniffe einer glüdlichen Srau. Sontfharomw, 
Die Chludt. de Santi, Die Tränenfaat. 

Berfhiedenes (66): Rapp, Arthur Be Kürfchners Deutfher Literatur. 
Kalenter auf da® Jahr 1913, beb. von Klenz, 35. Jahrgang. 

Beltfgriften (6:). Mitteilungen (71). 





anne —— —— Kapp 

Anker⸗Larſen, JR.. Vaſior Nemos Heimſuchung. rn Deutſcher 
Urberfeßt von I. Andere. (65.) Ja 

Bram. 5. Die Zelle der Gerechtigkeit. (59.) gan 

Shriftaller, S.. Lichter im Strom. (59.) i 

Donnay, M., Les Eclaireuses,. (63.) 

Eeden, $. van, Silius und Sideriud. Dentih von 
NR. Monis. IL Keil: Tie Eltern. (64.) 

Gontiharow, I, Die Shluht. (65.) 


Lilienfein, 9., Der 


Mar und Morit, Der 


Run Btto Ludmigs 100. Gebnitstage. 
(11. Sebruar 1919.) 


Den „größten Fragmentariften der neueren deutjchen 
Literatur” nennt Paul Merter, der Herausgeber der 
Sätularausgabe, den Thüringer Dtto Ludwig. Und in 
diefen Worten Tiegt das tragifche Literaturfchidfal begründet, 


da3 Ferndeutichen, finnvollen Boeten, mit feinem nur um 


einen Monat jüngeren Beitgenoffen Hebbel noch immer in 
eine unzuläffige Parallele geftellt, Heiner und unbedeutender 
erscheinen ließ, als er e8 in Wirklichkeit war. Heute ijt er 
weiteren Kreifen fchon recht entfremdet, troßdem feine reifiten 
Werke wie „Die Heiterethei” oder die epilche Erzählung 
„Bwilhen Himmel und Erde” in allen voltstümlichen 
Sammlungen von Meifterwerlfen der deutfchen Literatur 
zu Haben find. Seine beiden Dramen „Die Maccabäer” 
und „Der Erbförfter”, Lebteres befonders ehedem noch ein 
vielgefpieltes Charakterjtüd, verjchwinden allmählich immer 
mehr von der deutfchen Bühne, die dem Geichmad des immer 
oberflächficher werdenden, breiteren Publifumg nur zu jehr 
Rechnung tragend, zur Erhaltung folder Meifterwerfe wenig 
genug getan hat. Friedrich Hebbel ift e3 ja ähnlich ergangen. 
Wenn er, von beiden Hundertjährigen zweifellos der Größere, 
ung heute wieder neu gewonnen ift, wird man das feinem 
Landsmann Mdolf Bartel8 und dem eben verftorbenen 
Richard M. Werner als befonderes Berdienft anrechnen müflen, 
die immer wieder unermüdlich auf die Bedeutung und gänz- 
fich verfannte, führende Stellung des Dithmarfchen Hingewiefen 
haben. Und daß er auf der Bühne immer mehr heimijch 
wird, fol u. U. Mar Marterfteig unvergefjen bleiben, der 
in muftergiltiger Interpretation des SHebbeljchen Geiltes 
feine Meisterwerke in neuer fzenifcher Form dem Volle dar- 
bot. Für Dtto Ludwig lag der Fall weit jchwieriger. Zwar 
haben anerfennenswerter Weife Friedrich Kummer in jeiner 
wertvollen „Teutichen Literaturgejchichte des 19. Jahrhdts.“ 
und wiederum Adolf Bartels in feiner durch ihren Pofiti- 
vismus bedeutenden Literaturgefchichte eingehend auf den 
Berkannten hingewiejen. Aber fo wenig wie die übertriebenen 
Hebbelfeiern werden und auch die zu Ehren Otto Ludwigs 
veranftalteten Gedentfeiern überzeugen können, daß die lauten, 
Beilage zu Nr. 7 des Lit. Zentralbl. f. Teutfchland. 57 


3, Artgur Schnisgler. (66. 


Lie, g. Date Ions. Ueberfett von Janenfch. (64. |T 
Tyrann. 161.) 

8 100. Geburtstage. (57.) 

reie Horft. (63.) 

Meifel-Heh. ©., Geifter. (60.) 


(Ludmig.) Zu Otto Ludwi 


Nasmuffen, E., Was Frauen ernten. (64.) 


(66.) 
iteratur- Kalender auf das | Nung, D., Die Geheimtammer. (64.) 
r 25 Hrögb. von Dr. H. Klenz. 35. Jahr | Santi, A, Die Tränenfaat. (66. 


) 
Sudermann, $.. Der gute Ruf. (62. 
ten, W., Zheoderich der Große, ein 
Borft, M.v. (©. Dorfet), Die 
lien Srau. 165.) 
VBillmann, %. &. Zu Otto Ludwigs 100. Geburts. 
tage. (11. Februtar 1913.) (57.) 


otenfang. (60.) 
efenntniffe einer glüd- 


dort üblichen Tobpreifungen mit der Stellung übereinftimmen, 
die heute dag deutiche Volk zu den beiden Dichtern noch 
einnimmt, zu Ludwig insbejondere. 

Sn unferer Beit mit ihrem Ringen um Ausdrudskultur, 
wie jie in verdienftvoller Weife der „Kunftwart“ feit nun 
über fünfundzwanzig Jahren gepflegt hat, in unferer Zeit, 
die noch ganz unter dem Beichen des Sammelns und Auf 
arbeitend vorhandener und neu aufgefundener Schäbe fteht, 
und in der demzufolge der Buchhandel eine völlige Wandlung 
erfahren hat, find neue Wege gefunden worden, um deutfches 
Volfsgut der Mit- und Nachwelt zu vermitteln und oft 
genug neu oder aufs Neue zu erjchließen. So Eaben fich 
Buchgewerbe und Verlagsbuchhandel vereinigt, um durch 
muftergiltige Neuausgaben, bie vorwiegend für Bücherfreunde 
beitimmt fein follen, zugleich die äußere Form zu vers 
Ihönern; und mit dieſem WUppell an den Schönheitzfinn 
verbindet fich Titerarhiftorifche Arbeit, die uns gut über- 
lieferte Tertausgaben fchaffl. Das ift der Weg, den num 
da3 Weimarer Goethe- und Schiller-Arhiv auch einfchlägt, 
indem e3 als Befiter des gelamten Nachlaffes von Dtto 
Ludwig erftmalig eine Gefamtauggabe von dem Schaffen 
des Dichters bietet, durch die wir endlich das unvollftändige 
Bild feiner Perfönlichkeit ergänzen und den ganzen Neid) 
tum eined Menfchenlebens in feiner tragifchen Größe er- 
Ihöpfend zu erfaffen vermögen. Ter anfangs genannte 
Paul Merker Hat die Oberleitung de3 großzügigen Unter- 
nehmens, das bei dem verdienten Verlag Georg Müller in 
München erjcheint und als große Hiftorischskritiiche Gefamt- 
audgabe gewertet fein will. Man fann fon jebt, wo ber 


Oefamtplan bekannt tft und zwei Bände erfchienen find, 


fagen, daß dem zu früh von ber Welt Gefchiedenen damit 
ein wahres Nationaldenfmal gefegt wird und die Hoffnung 
begründet ift, daß Dtto Ludwig wieder näher dem Bolfs- 
bewußtjein eine Art Auferftehung feiern Tann. Der an fi 
verdienftvollen erften Uusgabe von Ludwigs Werfen, bie 
Adolf Stern beforgte, war vielleicht auch infolge ihrer 
philologisch anfechtbaren Behandlung der Terte ein wirklich 
durdichlagender Erfolg nicht beichieden. 

Aus dem Studium de3 unheimlich reihen Nachlafies 
wird vor allem deutlich werden, wie in Ludwig der fchaffende 
Dichter dauernd bis zur Verzweiflung mit dem Rritifer in 

58 


59 — 1913. 44. — Die [höne Literatur — 15. Februar. — 


fih rang, wie ihn in einem fortwährenden Zirkel dad Stu- 
dium Shafefpeare’fher Dramaturgie zu neuen Entwürfen 
anregte und die dann erwachende Selbjtkritit ihm immer 
wieder die angejegte Feder aus der Hand nahm. Der 
Eigenart feines Geiftes verdanfen wir e3, daß Ddiefer ganze 
faft endlofe und almählih zu einer tragifchen Selbtver- 
zebrung führende Kampf fich in feinen Aufzeichnungen und 
fragmentarifchen Hinterlaffenjchaften abjpielt. So wird die 
Veröffentlihung diefer Schäge zu einer großen Biographie 
von erfchütternder Wirkung, die durch die ZTatjache nur 
noch eine Vertiefung erfährt, daß Ludwig ähnlich wie Schiller 
förperlich leidend war und dem Franken Leib jede Beile 
fait abringen mußte. Die Säfularausgabe, die eben zu 
rechter Beit erjcheint, wird deshalb auch den verjchiedenen 
Feiern zu Ludwigs Gedächtnis jtügend zur Seite jtehen 
und dafür forgen, daß die dort gegebenen Anregungen nicht 
aus dem Gedächtnis verjchmwinden. Bwei feiner weniger 
befannten Dramen dürften auch vielleicht wieder gewonnen 
werden, „Hand Frei”, ein Luftipiel, und das von Carl 
Bömly bühnengerecht bearbeitete Schaufpiel „Das Fräulein 
von Skubderi”, da3 eben bei DOejterheld & Eo. in Berlin 
al3 Buch erichien. Dann wäre durd) Zufammenmirfen aller 
diefer auch die unermüdliche ZTätigfeit derer belohnt, Die 
wie Bartel3 und Kummer, des Dichters Gedächtnis fchon 
zu einer Seit ehrten, wo die Allgemeinheit das rechte Ver- 
hältnis zu ihr noch nicht wiedergefunden Hatte. 
Franz E. Willmann. 





Gefammelte Sranenerzählungen, 


Chriftaller, Helene, Lichter im Strom. Craählungen und Legenten. 
Bajel, 1913. Reinhardt. (198 ©. 8) 4 2, 40; geb. „4 3, 20. 


Bram, Tranziefa, Die Zelle der Gerechtigkeit. Drei Novellen. 


Köln, 1912. Bachem. (290 ©. 8.) M 4; geb. #5 
Meifel-Heß, Grete, Geifter. Novellen. Lripzig 1912. Dr. Sally 
Rabinowig. (161 ©. 8.) 4 2, 50. 


Wer Helene Chriftallers Bücher kennt, der weiß, daß 
fie faft immer den gleichen Vorwurf behandelt, ihre Er- 
zählungen aus dem gleichen Milieu fchöpft: das wahre 
Prieftertum und die Gottfucher zu zeichnen ift ihr ftetes 
Bemühen und fie Hat fchon viel Gutes, Kennzeichnendes 
geichaffen. Auch ift ihren Schriften ein chöner Fdealismus 
eigen, und fie weiß mit piychologifchem Beingefühl manches 
dem Lejer fo zu geben, daß er den Dingen und Wefen 
näher fommen muß. In den vorliegenden kurzen Erzäh- 
lungen ftellt fie und Johann von Nepomuk fympathijch vor, 
ohne die Legende irgendwie zu verändern; weit glücdficher 
ift fie in den Fräftigen und poetifchen Bruchftüden, die Fran- 
ziskus von Alfiift und Savonarola in ihrer einander fo 
gegenjägigen Urt ald Gottesverfünder und Seelenretter zeigen. 
Die „Lichter im Strome* find fymbolifh aufzufaffen, jene 
himmelmwärts jtrebenden reinen Geifter, die über der ftumpfen, 
brutalen oder leichtfinnigen Mafje fchwebend die Ewigkeit 
beleuchten. 

Drei auf den gleichen quälenden Ton gejtimmte pfycho- 
Iogijche Novellen in einem Buche zu vereinen, ift fein glüds 
liher Gedanke und fo ift das im Dialog manchmal zu ge- 
Ihwähige Buch der Franzista Bram Feine erquidende Lite- 
ratur. Die Moral kommt dabei ja immer glänzend zum 
Durhbrud: Sünden finden ihren Richter. Aber der un- 
Ihuldige Lefer Ieidet mit,. muß durch 118 Seiten den Fehl- 
tritt einer Yrau büßen, bi8 da8 nagende Gewiljen endlich 
durch Wahnfinn betäubt wird; muß die Kofetterie der 
„IHönen Melufine” mit den neidifchen Augen ihrer Mit 


60 


ihweitern betrachten lernen, bi8 der Typhus und Herz 
Ihwäche die Rivalin bejiegen, und auch in der dritten, noch 
am beften gejchriebenen Novelle werden ihm Szenen von 
fich fteigernder unbehagliher Wirkung vorgeführt, bi8 an 
das lebte Blatt. Wenn da menigftens ein Lichtpunft wäre! 
Das Grau in Grau aber erdrüdt fchließlich jede Wirkung 
und ift unfünftlerifch in feiner Farblofigfeit. 

Ebenjo unkünftlerifh mutet aber ein Buch an, das nur 
auf Effekte abzielt. Man Tann heute die Begabung der 
Örete Meifel-Heh gewiß nicht mehr in Zweifel ziehen, 
fie fann viel, das verrät ja au ihr lebtes Buch, aber fie 
macht e3 fih oft zu feiht. Schon die Sorglofigkeit im 
Stil ift bedauerlih, gleich die erfte Skizze beginnt mit: 
„Ueber die Helgoländer Düne eilten zwei verfpätete Nach 
zügler eilig zum Unlegeplag ..." Sol faloppe Schreib. 
weije dürfte in einem Buche, defien Vorwort mit großen 
Anfprühen einjegt, nicht vorfommen und e3 dürfte auch 
nicht jein, daß man alle „NRefte” ziemlich wahllo8 unter 
einen Titel bringt, in den man viel Hineindeuteln fann. 
„Eine teutfche Rittergejchichte" 3. B. kann nicht gut als 
„Beitrag zum Wefen der pfychologiichen Skizze der Gegen- 
wart“ ‘angejehen werden, wie die Verfafferin diefe Cammı- 
lung nennt, und wir wollen hoffen, daß die in Ausficht 
geſtellte Folge dieſes Bändchens kritifcher gefichtet wird. 


Ella Triebnigg. 





Epiſches. 


Tren, Walter, Theoderich der Große, ein Gotenſaug. Dredden, 
1913. Pierſon. (321 S. 8. mit ciner Karte.) Geh. 4 4; elegant 
geh. mit Rorfchnitt #4, 80, mit Golpfchnitt 4 5. 


- Das aus 20 innerlich ftet3 zufammenhängenden Stüden 
bejtehende jehr beachtenswerte Wert hat nach Anlage und 
Sorm eine gemwifle Aehnlichkeit mit Herder Cid und ift, 
wie Diejer, in leicht dahinfließenden vierfüßigen Trochäen 
abgefaßt. Der Verf. ftellt, wie er in der Vorrede hervor- 
hebt, in jeinem „den Germanen“ gewidmeten Gedichte 
Theoderih den Großen als ein ruhmreiches Beifpiel deut- 
iger Treue, Wahrheit und Heldentums dar, indem er bie 
germanifche Heldenfage fehr gejchidt mit den Ergebniffen 
der neueren Gejchichtsforfhung, wie fie vor allem Felix 
Dahns „Könige der Germanen“ und „Prokopius von Cäfarea, 
ein Beitrag zur Hiltoriographie der Völkerwanderung” nebft 
Ludwig Schmidts „Geihichte der deutfchen Stämme bis zur 
Völferwanderung”“ darbieten. Das Buch beginnt mit dem 
Aufenthalte Theoderichd am oftrömifchen Kaiferhofe zu Byzanz 
und jchildert weiter die Königswahl in Bannonia und die 
Kämpfe von 475—484 zwiichen Theoderih und feinen 
Gegnern: Kaifer Beno, Bafilisfus und dem Gotenführer Strabo, 
um mit der Erzählung von der Verleihung der Würde eines 
römiſchen Patrizius und Reichsfeldherrn abzuſchließen. Im 
einzelnen verdienen beſonders die Schilderungen vom häus— 
lichen und kriegeriſchen Leben der Goten, ſowie die Charak— 
teriſtiken der drei Haupthelden Hildebrand, Theoderich und 
Artemidorus, eines tapferen Kriegers und jugendlich be— 
geiſterten Minneſängers, ſeines Freundes, anderſeits die 
Darſtellung des ſcharfen Gegenſatzes zwiſchen der Heuchelei 
und charakterloſen Liebedienerei am byzantiniſchen Hofe und 
ber einfachen Geradheit und Innigkeit der gotifchen Königs- 
familie, eingehende Beachtung. Jeden Deutſchen kann die 
Dichtung erinnern an die Heldentaten ſeiner großen Vor⸗ 
fahren und ihn entflammen zu unverbrüchlicher Liebe und 
Treue zu Kaiſer und Reich, wie benn gerade biefer tiefe 
ethiiche Wert des Gedichtes volfgerziehend wirken muß. 


61 


— 1913. 4. — Die [höne Literatur — 15. Februar. — 


62 





Ganz bejonders eignet fi das Bud für die allem Idealen 
jo Leicht zugängliche Jugend und daher zur Anfchaffung für 
Schulbibliothelen aller Art. Karl Löschhorn. 





Aramen. 


Mranfführungen in Dresden, München und Paris. 
Lilienfein, Heinrih, Der Tyranı. Drama in vier Alten. 
AM und im Königl. Schaufpielfaus zu Dresden am 30. Januar 


Wahrſcheinlich hat fih Lilienfein zu feiner griechiichen 
Tragödie „Ver Tyrann” durh eine Stelle in Gerhart 
Hauptmanns „Griechiſchem Frühling“ anregen Yaflen, in 
der auf die ftarfen dramatifchen Vorzüge Bingewiejen wird, 
die in der Gefchichte Perianderd von Korinth verborgen 
liegen. Periander hat in einem Unfall von Wut und Eifer: 
fuhht die geliebte Gattin Melitta mit eignen Händen er: 
würgt, weil er fie untreun glaubte. Wber fie ift fchuldlog 
wie Desdemona, und die jpäte Erkenntnis ber eignen Schuld 
peinigt den Herriher und wandelt ihn vom fonnigen Lieb» 


ling der Götter und Menfhen zum finfteren, argmöhnifchen. 


Tyrannen. Nur ein alter treuer Sklave war Beuge jener 
Mordizene, aber da3 Volk glaubt nicht, wie Periander ver- 
breiten ließ, daß Melitta fich felbit getötet, fondern bezich- 
tigt in fchleihenden Gerüchten den Tyrannen felber ber 
Blutihuld. Lylophron, das einzige Kind, das ihm Melitta 
geihentt, war vom Vater bald nach der Untat verbannt 
worden. Er ift indes zum Süngling erwachlen, und, damit 
fegt da3 Drama ein, Bertander ruft ihn zurüd aus dem 
Dunkel und der Erniedrigung, in heißer Sehnfuht nad 
Sühne und Befreiung von aller Gewifjensqual, weift ihn 
dem Volk als feinen Erben und Nachfolger und beftimmt 
ihm Aglaia zur Gattin, die Tochter des Sofikles, feines 
größten Gegners unter den Bürgern der Stadt. Aber 
zwijchen Vater und Sohn fteht der Schatten der gemordeten 
Mutter. Uglaia felber, die der Süngling erft zartfühlend 
verichmähte, da er fich die Liebe nicht gebieten Yaffen will, 
und die dann doch unverfehens fein Herz gewinnt, ftachelt 
ihn an, dem DBater, kurz vor ihrer Vermählung, bie fchid. 
falsjchwere Trage vorzulegen, auf die Periander den Tod 
gefegt: „Wie ftarb Melitta?" Wuch die Verwandten der 
Braut, Bater und Bruder, helfen den Haß aus politiichen 
Gründen [hüren. Doch die VBerihmwörung wird dem Tyrannen 
fur; vor ihrem Ausbruch durch feinen Späher entdedt. Er 
felbft entlodt dem Sohne die verhängnisvolle Frage, entwaffnet 
ihn durch wahrha't königliche Würde und ein offenes Schuld» 
befenntni3, vermag aber troß aller Demütigung nicht des 
Kindes Berzeihung zu erlangen. Da bäumt fich fein Herricher- 
ftolz auf, er beantwortet de8 Sohnes Fluch mit erneuter, 
ewiger Verbannung. Auch) die andern Verfchwörer werben 
von feiner Rache ereilt. Noch einmal, bevor Lyfophron bie 
Stadt verläßt, tritt ihm der Vater, verkleidet, am Stadttor 
im Grauen de Morgens entgegen. Bergebens bietet er 
ihm die Krone der Herrichaft und fleht in rührenden Worten 
um bes Kindes Herz. Lylophron begegnet ihm zwar für 
einen Augenblid in verzeihender Liebe, aber ihre Wege 
müflen fi trennen. QBom Scheidenden an feine Herrider- 
pfliht gemahnt, fchreitet der Tyrann, im Snnerjten ge- 
brocden, aber äußerlich ftols wie ehedem, feines Volles 
braufendem Yubelruf entgegen. Mit diefem Sühnemotiv ift 
eine Liebesepijode, in deren Mittelpunkt die Holde Sklavin 
Bhrira fteht, Ioder verwebt. Ueberall, im Aufbau wie in 
der ECharafteriftil, in Dialog und Empfindung, verrät fi 
ein geichmadvoller, vornehmer Dichtergetit, der lauten Theater: 


wirfungen aus dem Wege geht und nach Verinnerlichung 
und edler Schönheit ftrebt. Auch die Wärme des Gefühl 
und die Lauterfeit der Gedanken, die fi in einfachen, Hang» 
Ihönen, nie überfteigerten Bildern ausprägen, berührt fym- 
pathifh. Doch mangelt den Szenen eine ftraffe Gliederung, 
und die Wirkung, befonderd der erjten beiden Alte, wird 
durh allzu behagliche Nebfeligfeit gehemmt. Am kraft⸗ 
vollfter wirkt der dritte Alt, befonders die große Szene 
zwilchen Vater und Sohn ift reich an feelifcher Tiefe und 
tragifcher Wucht. Und doch fehlt der Dichtung das Lete, 
Unfagbare, das fie hinaushöbe über das Niveau der epigonen- 
haften Jambentragödie. Dan fühlt fchmerzlich, daB der ernft 
ringende Dichter dem an fidh fo dankbaren Stoff nicht völlig 
gewachfen ift und gerade dort der Gefahr der Pofe und des 
Wortihwalld erliegt, wo er am ftärkiten und unmittelbarften 
an unfere Herzen rühren müßte. So bleibt man trog aller 
Hohadtung und Anteilnahme fühl und unbezwungen. Auch 
die Sprache, fo formvollendet und gebildet fie ingt, bat 
nicht die perfünliche Farbe, den eigentümlichen Duft, der 
Sambenjtüde heute noch rechtfertigt. Den Maßftab geichicht- 
lihen Empfindens darf man nicht an diefe griehifhe Tra- 
gödie Iegen, deren modernen Nervenmenfchen die unge 
brochene antite Einfalt und Größe fehlt. Lothar Mehnert 
gab in der fchwierigen Titelrolle ein Hug und fein aus- 
gearbeitetes Bild der von Unraft und Schuld, Herrichertrog 
und Herzeleid durchwühlten Tyrannenfeele und vermied es, 
der Pofe zu verfallen. Wlerander Wierth ieh dem Lyfo- 
phron al feine ftürmifhe AJugendlichleit und Empfindungs- 
fraft. Die Regie Lewingerd Hatte für berrlihe Bühnen- 
bilder gejorgt, würde aber durch energifche Striche der 
Geſamtwirkung noch mehr nüten. Die Bufchauer gaben 
befonder8 nach dem dritten Alt dem anmwelenden Dichter 
ihre Anerkennung tund, ohne doch bei allem Anterefje wirt 
fi mitgeriffen zu werden; nur ein Meines Häuflein von 
Begeifterten feierte am Schluß den Dichter in herzlicher 
Weiſe. Alexander Pache. 


Sudermann, Hermann, Der nte Ruf. Shaufpiel in virr Alten. 
Stuttgart, 1913. Cotta Nadf. (168 ©. 8.) MH 2; geb. 2 3. 
Uraufführung im Schaufpielhaufe zu Münden am 7. Yanuar 1913. 


Max und Moris, Der freie Horft. Burleste Satire in drei Alten. 
Uraufführung durh den „Neuen Berein® im GSchuufpielhaufe zu 
Münden am 31. Sanuar 1913. 

Wie zur gleichen Stunde in Berlin fand „Der gute 
Ruf“ von Sudermann aud in München eine fehr bei- 
fällige Aufnahme, die tein Widerfpruch ftörte. Sch ftelle 
dies mit einiger Genugtuung feit, denn e3 lag fein Grund 
vor, diejen Zirtuofen der dramatifhen Technit fo fchlecht 
zu behandeln, wie e3 jeit Jahren Mode geworden. Frei⸗ 
lich fein Berliner Kurfürftendamm-Milieu feffelt nur jo lange, 
bis die Gardine fällt; S.8 Menfchen find von verblüffen- 
ber, äußerer Lebenswahrheit, aber ihre inneren Bermeg- 
gründe bleiben im Dunkeln. Sollte ich bier eine Unalyje 
von dem Herzen Frau Dorrit geben, die ihren guten Ruf 
für eine Freundin opfert, die es nicht verdient und die e8 
ihr nicht Tohnt, fo käme ich in Starke Verlegenheit. Nein, 
diefer dramatifhe Schachfpieler führt feine Figuren nicht 
die Wege der Piychologie, fondern Pfade, bie zu großen 
Szenen führen, in denen e3 wetterleuchtet, aber Immer noch 
ein Reft von Spannung verbleibt, bie big zum Schlufie 
ausreicht. Da in unferen Beiten fo viele darauflos fchreiben, 
ohne mit dem be dramatifhen Handwerf3 vertraut zu 
fein, können auch „Dichter“ Hier mandherlei lernen. Leider 
it S.8 dramatifches Spiel noch kühler geworden ala früher; 
gewiß auch fein „Graf Traft”, feine „Magda”, fein „Röds 
nig“ Teben nur im Rampenlicht, dennoch konnten wir an 


63 — 1913. 34. — Die jhöne Literatur. — 15. Februar. — 64 


ihrem Schidjal Anteil nehmen und fie ftehen noch heute 
mit einer gewillen Plajtit vor unferem geiftigen Auge, aber 
die Perfonen de3 „guten Mufes“" find nach wenigen Tagen 
Ihon verblaßt zu fchönen, eleganten Salondamen, die in 
jedem Boulevarddrama das gleiche Bürgerrecht hätten, wie 
in dem GSittenftüd des Berliner Weſtens. 

„Der freie Hort” von Mar und Morit wurde un 
zmweideutig abgelehnt, ohne Bilchen, fondern mit eifiger 
Kälte. Der „Horjt” ift eine Beitfchrift, die von allerhand 
problematifhen Naturen redigiert wird, wie man fie in 
Münden- Schwabing mit leichter Mühe findet. Diefe oft 
verwendeten Bohdmetypen find hier ohne befondere Luftig- 
feit, vielleiht mit einigen perfönlichen Malizen auf bie 
Bühne geſtellt. Wedekinds Beitungsftüd „Daha” war fchon 
langweilig, Mar und Morit haben jedoch den Rekord er- 
reicht. Neu ift nur, daß einer fih für „anders geartet“ 
ausgibt und jo den Freund mit deffen Maitreffe betrügen 
faun, ohne daß jener Verdacht Shöpft. Was unfauber ift, 
braucht freilich noch nicht komisch zu fein. Ih will „Mar 
und Mori” nicht mit Namensnennung Tompromittieren. 
Nur eind! Wir Kunftrichter können gewiß ung irren, wenn 
wir unter die „Schaffenden” gehen, aber man darf dann 
eine ftrengere Selbitfritif von uns fordern. Bei fühlerer 
Prüfung Hätten fih „Mar und Mori" darüber nicht 
täufchen dürfen, daß ihr Fe rn eine Schleuder- 
arbeit ift. . G. Oberlaender. 


Donnay, Maurice, Les Eclaireuses. Luftfpiel in drei Aufzügen. 
Uraufführung auf dem Theätre Marigny zu Paris im Januar 1913. 


Uls ein bedeutjames Zeichen der Entwidlung unferer 
heutigen Unjfchauungen zu Gunften des Seminismus wird 
vielfach hervorgehoben, daß Molieres Charakter: und Sitten- 
gemälde an MWertfchägung ftetig gewinnen, während ber 
Sarfasmus, mit dem er in den »Femmes Savantesc ıc. 
die feminijtifchen Beftrebungen, namentlich auf fchöngeiftigem 
Gebiete, einjt jo erfolgreich übergoß, im Theaterpublitum 
der Sebtzeit Teinen Widerhall, ja Fein Verjtändnis mehr 
finde. Wllerdings teilt auh Donnay nidt die Anficht 
von Molidres Spießbürger Chryfale, daß e3 für eine Frau 
genüge, »de connaitre un pourpoint d’avec un haut-de- 
chausse«. Sndejlen dürften wir wohl nicht irre geben, 
wenn wir Die dee feiner »Eclaireuses« in dem Worte 
Mortimerd fuchen, daß die „Srauenfrone” nicht im glor: 
reihen Siege des Geijtes, fondern in der felbjtvergefjenden 
Hingabe des Weibes an den Dann bejtehe. Jeanne Dureil, 
die Heldin des Lujtipiels, Ihwärmt für den Gedanken der 
Stauenrechte mit der Leidenfchaft der englifchen Suffragetten. 
Bon ihrem ungeliebten Manne hat fie die Eheicheidung er- 
langt und fih Heißblütig in den Kampf zu Ounften bes 
Feminismus gejtürzt. Einen Augenblid gewinnt die Macht 
der Sinne den Sieg über ihre Theorien, indem fie ben 
Neizen eines Freundes Le Helloy unterliegt. Das ftolze 
Unabhängigfeitsgefühl der Frauenredtlerin flammt jedoch 
wieder auf. Sie befreit fih gewaltiam aus den Banden 
der Sinne. ndeilen nur für furze Beit. Won töblicher 
Herzensvereinfamung durch den Berluft des Geliebten er- 
faßt, findet fie die Heilung im Wiederauffuchen des Ver—⸗ 
ftoßenen und in unterordnender Verbindung mit ihm. Die 
Ihmwärmerifhe Suffragette hat demnadh) das Endziel ihres 
Streben? im engen Kreife des Haufes gefunden. Dem 
Standpunkte Donnays ift meined Cradtend eine gewiſſe 
Banalität nicht ganz abzuleugnen. Sie findet Erſatz in 
der gewandten Feinheit und Natürlichkeit des geijtreichen 
Dialog3. N, Sevenig. 


— — — ———— —— nn nn ln 0. ass nm nn u nennen nn ner en e ú — een 
— 


m ls ss ass un nn nn um 





HMeherfragungen ausländifcher 
Erzähler. : 


Nasumuflen, Emil, Was Frauen ernten. Roman aus dem modernen 
Stalien. Autorifierte LED TLEDUNG aus dem Dänifhen von ur 
a Berlin-Charlettenburg, 1912. U. Junder. (480 ©. 8.) 


— Frederik van, Silius und Siderins. Deutſche Ausgabe von 
R. Monje. 1. Zeil: Die Eltern. Berlin, 1912. Schufter & 
Lorffler. (2256. 8) 4 3; geb. 4 4. 


Lie, Zonad, Maifa Yond. Noman. Neue durdgearbeitete Ausgabe. 
Ueberfept von M. ag Leipzig, 1912. Merfeburger. (226©. 8.) 
AM 2, 50; geb. 4 


NRung, Dito, Die EN Roman. 
fepung aud dem Dänifchen. Frankfurt a. M., 
%oening. (2856. 8) #4 3, 50; geb. #4, 


Anler-Larfen, 3., Baftor Nemos Heimfuhung. Roman. YAutori- 
fierte Weberjegung ven 3. Andere. Berlin, 1913. Reig. (184 €. 8.) 
M 2, 50. 

Borft, M. von (&. Dorfet), Die — einer glücklichen 
Frau. Ebd., 1913. (403 ©. 8.) 


Gontfharow, Iwan, Die Schludt. — in vier Teilen. 
nt Werke Band 3/4. Berlin, 1912. Gaffirer. (624; 736 ©. 2 


Autorifierte Ueber⸗ 
ee Nütten & 


E. Rasmuffeng neuer Roman „Was Srauen ernten“ 
ift die Sortfegung und Vollendung des vorangegangenen 
„Was Frauen wollen”. Gegen den erjten Band gehalten, 
bedeutet dDiefe8 Buch einen entichiedenen Yortichritt. Uber 
auch in der ganzen Anlage kehrt R. in diefem Roman 
wieder zurüd zu den großen piychiichen und Fünftlerifchen 
Problemen feiner erjten Werke. Jedenfalls beweiſt dies 
Bud, daß diefer Düne R. ein hervorragender Kenner, Be- 
urteiler und feinfinniger Empfinder des ihm zur zweiten 
Heimat gewordenen Italien und feiner Menfchen ift und 
fünftlerifch weit über R. Voß, in feiner Art ruhig auch 
neben dD’Annunzio gejtellt werden darf. Die technifche Ge- 
ftaltung bes Stoffes ift namentlich gegen den Schluß Hin 
meifterhaft. Ein Buch, üppig und und farg wie die Natur 
jenes Landes, feurig und berechnend wie feine Bewohner: 
und das alles geformt von der tiefer fchürfenden Fünft- 
leriichen Energie eine® Germanen. 

Wer Ihon Bücher von Eeden geleien hat, weiß, baß 
fie alle auf eine feltfam realiftifcde Myftik hin geſchaut find, 
daß fie in einer abjonderliden und doch padenden Mifchung 
Tatjächliches diefer Welt und Unerklärliches einer fremden 
Welt enthalten, beides jtark empfunden und aus Notwen- 
digem herausgeboren: ein Stüd vom Geiſte Multatulis. 
Dem vorliegenden Buch, das einer fertigen Rundung noch 
entgegenfieht, liegt die merkwürdige Lebensgeichichte der 
Eltern des Knaben Sirius zu Grunde, der man Niebjches 
Wort über die Ehe al8 Motto voranjtellen fünnte. Ein 
endgültiges Urteil über da3 Werk fan noch nicht ausge- 
fprochen werden, folange nicht die Fäden, die hier ausgeben, 
fi gefammelt haben; fo ift da8 Buch nur eine, allerdings 
jehr feine und vielverfprechende Einleitung. 

An dem Roman „Maifa ons" erzählt Lie das Schidfal 
einer Näherin, die von Haus zu Haus geht; geachtet, weil 
man fie braucht, und verachtet, weil fie zu allem Schweigen 
muß, das man ihr an Fleinen Boshaftigkeiten zufügt. Viel 
geichieht nicht, alles ift auf das Piychiiche und Milieu ge- 
ftelßft, Teider in einer etwas wenig bezeichnenden Art und 
mehr mit fchriftftellerifcher Gemwandtheit al3 bichterifcher 
Seftaltungsfrafl.e. So Hinterläßt diefe etwas Tangatmige 
Seichichte die beflemmende Erinnerung an ein alltägliches 
Schidjal, das au in der Form Ulltag geblieben ift. 

D. Nung jtellt in diefem Roman fo etwas wie Die 
Seele der Großftadt dar; aber nicht in dem Sinne, daß 


65 — 1913. A834. — Die [höne 
er und mitten bineinftellt in den lärmenden und jagenden 
Betrieb, fondern indem er das alles al3 Hintergrund, 
aber die treibenden Kräfte in einigen Perjonen bdeftil- 
liert erjheinen und im Wechfelfpiel fich betätigen läßt. Er 
gibt demnah mehr Typen als Perfönlichkeiten, Symbol 
jtatt Anfhauung, und bringt und dadurch im Grunde viel 
näher und inniger zum Bemwußtjein der Schwere feiner 
Probleme. WUlles erjcheint al wefentliche3 und nie als zu- 
jfälliges Ereignis, darin liegt die Kraft des Buches. Daß 
die technifhe Seite des Romans ftark und entichieven aus- 
gebildet ift, braucht bei NRung, einem der fähigften neueren 
däniſchen Dichter, nicht befonders erwähnt zu werden; auch 
die Uebertragung ift ausgezeichnet. 

Da3 Buh von Ankter-Larjfen „Baftor Nemos Heim- 
fugung“ ift in mehr als einer Hinficht merkwürdig. Nicht 
nur im Pigchologifchen, auch in der äußeren Gruppierung. 
Und dabei hat e8 im Grunde gar nichts, das an fich zu 
Abjonderlichfeiten reizen würde. Die inneren Konflikte 
eines Pfarrerd: das ift oft genug dagewelen; aber hier 
wird das Problem von einer faft abjoluten Seite ber an- 
gegriffen und mit anderen überrafchenden Scidjalen kom- 
biniert, daß man mit mehr al3 nur Sntereffe die Gefchichte 
Anton Nemos verfolgt. Bei aller Konftruftion Hat das 
Ganze doch eine fonderbare Belebtheit: als feien alles nur 
riefengroße Schatten von Mächten, die hinter dem Geichehen 
fteben. 

„Die Belenutniffe einer glüdlichen Frau" fchildert das 
Bud von Vorſt. E38 ift ein Durch und durch amerifanifches 
Buch, Ichlicht, wahrhaft, energiich troß allem, und aben- 
teuerlich in der Yülle der Möglichkeiten, die dem äußeren 
Leben zur Verfügung Stehen. Freilich auch etwas Tonftruiert, 
weitjchweifig, ohne eigentliche Literarische Kultur: am Iebten 
Ende überwiegen doch die materiellen Elemente. Den Inhalt 
eingehend zu erzählen hat (wie ja bei den meiften Romanen) 
feinen Sinn: es fchildert das Leben einer Frau an der 
Seite eines unftäten, aber talentierten Mannes, der, tie 
oben angedeutet, Durch allerlei Verhältniffe hindurch fich 
innerlid und vor allem auch äußerlich höher und höher 
kämpft. 

Nun iſt, faſt drei Jahre nach der Ankündigung, auch 
der dritte und letzte Rmman von Gontſcharow in der 
großen Caſſirer'ſchen Ausgabe erſchienen. 8Zwei dicke Bände. 
Merkwürdig, dieſe ruſſiſchen Romane verleugnen ihre Natio— 
nalität nicht einmal in den Dimenſionen, in denen ſie ſo 
rieſenhaft und für unſere raſche Zeit faſt etwas zu unprak— 
tiſch angelegt ſind. Aber bei der Lektüre merkt man dann, 
daß dieſe ſteppenhafte Breitſchweifigkeit dazu gehört; daß 
die Kleinmalerei bei aller epiſchen, ja (man denke an Ras—⸗ 
kolnikow) dramatiſchen Bewegtheit notwendig erſcheint und 
aus dem Charakter dieſer Bücher nicht wegzudenken iſt. 
Elf Jahre hat der Dichter an dem vorliegenden Roman 
gearbeitet und das Thema, das er im Oblomow anſchlug, 
im Raiskij weiterentwickelt. Es geht leider nicht an, hier 
näher auseinanderzuſetzen, wie dies geſchieht; aber ſoviel 
kann geſagt werden, daß wir hier eine als epiſche Geftal- 
tung wie als kulturhiſtoriſche Leiſtung gleichwertige Schöp⸗ 
fung haben, deren Studium ſicherlich lohnt. Auf dieſes 
Werk hat G., man möchte faſt ſagen bedauerlicherweiſe, kein 
neues Buch mehr geſchrieben; und es iſt ein indirektes Lob 
für ihn, und ſein nun auch in deutſcher Sprache vollſtändig 
vorliegendes geſamtes Schaffen, wenn er ſo begründet: die 
neuen Ereigniſſe und Menſchen berührten ihn zu flüchtig, 
um von ſeiner bedächtigen Kunſt ergriffen zu werden, die 
Zeit braucht, um mit ihrem Objekt zuſammenzuwachſen. 


Rolf Gustaf Haebler. 


66 


Santi, Angelo de, Die Tränenfaat. Roman. Genehmigte Ueber- 
tragung aus dem Stalicnifhen. Köln, 1912. Buchen. (366 ©. 8.) 
AA; geb. MB. 

„Die Tränenfaat“ von Angelo di Santi ift ein Be 
fehrungsroman im Geichmade ber jeligen Gräfin Hahn- 
Hahn. ES wird immer wieder in diejelbe Kerbe "gehauen 
und immer bon neuen angejtürmt gegen die Bivilehe, deren 
Anhänger als Anfarnation diabolifcher Ubfolutheit, und 
deren Widerfacher al3 blaue Lämmerſchwänzchen dargeſtellt 
werden. Weberall begegnen wir der faljchen Sentimentalität, 
ber pietiftiichen Kopfhängerei, dem gedanfenlofen Gewohn» 
heitsfirhentum, die fi uns als wahre Brömmigleit und 
Reinheit des Herzens aufreden möchten. LWeberall ftoßen 
wir auf jene aufdringliche, von der nur vornehm durch⸗ 
ihimmernden fo grundverichiedene Tendenz, die durch. ihre 
breiten, lehrhaften Reflerionen und durch ihre Unvermögen, 
Abſtraktionen in lebhafte Anſchauung umzujegen, jo un 
künſtleriſch wirkt. Die dürftige Erfindung, die kaum an⸗ 
gedeutete Charakteriſtik, die armſelige Entwicklung, die ſchlaffe 
Schürzung, die geringe Spannung, die überſtürzte Löſung 
und endlich die aller Eigenart bare Sprache laſſen kein 
tieferes Intereſſe des Leſers aufkommen. Die Perſonen des 
Romans weinen alle wie eine Dachtraufe, es ſind aber 
weniger Tränen geſunder Rührung, die aus dem Herzen 
quellen, als foldhe, die aus morfchen Tränenfifteln fidern. 
Nah dem englifchen Sprichworte verdienen übrigens ja 
Frauen, die weinen, ebenfowenig Erbarmen, wie Gänfe, die 
barfuß gehen. Yon Condorcet fagte man, er Habe mit 
Dpium auf bleiernen Blättern gefchrieben. An diefes Wort 
dachten wir beim Lejen des Buches. Josef Frank. 


Riteratur — 15. Februar. — 





Verſchiedenes. 


Kapp, Julius, Arthur Schnitzler. Leipzig, 1912. FXenien⸗Verla 
17 & 8. mit —* 2, 50; I AM 3, 50. : 
Ueußern Unlaß zu diefer ug und fein abwägenden 
Betrachtung über die bi8 heute bekannt gewordenen Dichtungen 
Schnitlers bot deflen 50. Geburtstag. Dazu gejellte fi 
die Tatjache, daß eben jebt Schniglerd poetifche Schaffens- 
kraft an einem bedeutungsvollen Wendepuntt angelommen 
iſt. Der myſtiſch-ſymboliſche Einſchlag in ſeinen letzten 
Werken, das noch immer nicht mit vollem Erfolg ge— 
krönte Ringen um die Bewältigung großer hiſtoriſcher 
Stoffe, ſein Hinneigen zu niederdrückendem Fatalismus, 
all das zeigt nach des Verf.s Anſicht den Dichter in einem 
Uebergangsſtadium, welches er überwinden muß, um zur 
„erlöſenden Klarheit“ ſich durchzuringen. Mit offenem und 
unnachſichtigem Auge für alle Schwächen entwirft Kapp das 
Bild der literariſchen Perſönlichkeit Schnitzlers. Als Er⸗ 
gänzung hierzu verweiſe ich auf den geiſtvollen und in der 
dem vorliegenden Buche angefügten Bibliographie merk— 
würdigerweiſe unerwähnt gebliebenen Aufſatz Alfr. v. Bergers 
in deſſen „Buch der Heimat“. Die ausführlichen, von 
reichen Proben begleiteten Analyſen der einzelnen Schöpfungen 
erregen beſonderes Intereſſe, weil hier auch die jetzt nicht 
mehr erreichbaren Jugendwerke, das dramatiſche Gedicht 
„Alkandis Lied“ und die novelliſtiſchen Stizzen ‚,Mein Freund 
Ypſilon“, „Amerika“, „Der Andere“, eingehend gewürdigt 
werden. Zum Nachteil des Geſamteindruckes behandelt der 
Verf. Dramatik und Epik in getrennten Abſchnitten, ſo daß 
manches wiederholt geſagt wird, da ja die Grundmotive der 
Dichtungen hier wie dort gleich ſind. Ausſtattung und 
Drucklegung verdienen Lob. Rudolf Raab. 


67 — 1913. 434. — Die [höne Literatur — 15. Februar. — 68 





Nürſchners Deutſcher Literatur⸗Kalender auf das Jahr 1913. 
Herausgegeben von Dr. Heinrih Klenz. Fünfundpreißigfter Jahr⸗ 
gang. Mit acht Bildniffen. Berlin und Leipzig, 1913. Göſchen. 
(64, 2160 ©. 8.) Geb. # 8. 


Für den rührigen Herausgeber bedeutet das Erſcheinen 
diefes Bandes eine Urt Jubiläum, denn es ift nun das 
zehnte Mal, daß ber Kalender in feiner Bearbeitung ans 
Licht tritt. Die in diefem Zeitraum bewiefene Umficht und 
Sorgfalt verdient reichliche Anerkennung, ift doch die Zahl 
der Schriftftelleer und Gelehrten, die neu Hinzugelommen 
find, außerordentlich groß gemwefen, und wird doch in dem 
Verzeichnis ihrer Namen und Werle faum Wejentliches 
vermißt. Auch die Ungaben in den übrigen Teilen des 
Buches find aufs genaueste durchgefehen, und Alles ift, Tomweit 
bies durchführbar, nach dem neueften Stand der Dinge 
verzeichnet. Sehr erfreulich ift die lebhafte Teilnahme, die 
von allen Seiten dem Unternehmen entgegengebracht wird; 
der Herausgeber kann in der Vorrede mancher Förderung 
dantend Erwähnung tun. Un wmohlgelungenen Bildern 
bringt der vorliegende Jahrgang die von Hermann Hefle, 
Kabelle Raifer, Rudolf Straf und Lulu von Strauß und 
Torney aus der Schriftitellerwelt, von Gelehrten erfcheinen 
Paul EHrlih und Wilhelm Leris, als Beitfchriften.Heraus- 
geber J. E. Frhr. v. Grotthuß, und G. Müller-Grote ala 
Verleger. 





Zeitſchriften. 


Das Bayerland. Illuſtrierte Wochenſchrift für Bayerns Land und 
Volk. Hgb. v. J. Weiß. 24. Jahrg., Nr. 17/18. München. 

Inh.: (7.) A. Steinberger, Ritter Einaug, einer pfaälziſchen 
Sage nacherzählt. — G. Schnürer, Dle Kümmernis⸗Legende von 
Neufahrn und das Bild von Eltersdorf. — G. A. Rudi, 76 Jahre 
bayer. Donau⸗Dampfſchiffahrt. — J. Schlicht, Bayeriſches Volks⸗ 
leben. — G. S. Urff, Ein alter Augsburger ——— — (17/18.) 
Sofef Weiß, Der Brand der Münchener Refidenz am 5. März 1750. 
— (18) M. Herbert, Der verfchüttete Brunnen, oberpfälgitihe Er 
zäblung. — Lauterer, Winterbeluftigungen in alter Zeit. — Georg 
Hörner, Mariä Lihtmeß im Bolksglauben und Volldbrauh. — 9. 
Rein, Drei Skifahrten im Berdhteögadener Rand. 


Der Brenner. Halbmonatsfchrift, gb. von 2.v. Fider. 3. Jahrg, 
Heft 8. Inndbrud, Brenner-Berlag. 

Inh.: Dom Wort und den Symbolen. — H. Wagner, Liebcd- 
ri. — 9. Marno, Betrachtungen über Strindberge. — Carl 
Dallago, Die Berlorenhrit der Größe. — Hand Janowitz, Ein 
tfhechifchee Novellenbuh. — Karikaturenfolge 56: Mar v. Eiterle, 
Ein Friedensdentmal für die Daljugana. 


Bühne und Welt. Red.:H. Stumde. 15. Zahız., Nr. 8. Leipzig, 
®. Wigand. 


Snh.: 3. Seuffert, Wielande Beziehungen zum Theater. — 
D. 3. Potthof, Napoleond Bühne in Mostau. Rad ruffifhen zrit- 
genöffifchen Quellen. — Stefan Zweig, Dir verwandelte Komödiant. 
Ein Spiel aus dem deutichen Rokolo. — A. Neißer, Neue „Oberon- 
Anfzgeniertungen. — H. Stümde und W. Turszinſky, Bon den 
Berliner Theatern 1912/13. 8. — Ludw. Klinenberger, Bon den 
Wiener Theatern 1912/13. 6. 


Der Deutihe Bähnen-Schriftfteller. NRed.: D. F. Kaiſer. Jahrg. 

1913, Nr. 12. Hannover-Döhren, Kaifer. 3 

Ind.: Suftaf Hildebrant, Die dramatifche Ueberprobuftion 

der Gegenwart und ihre Abhilfe (Sch!) — Mar Karl Böttcher, 
Das Freibillet. Humoresfe. 


Daheim. NRed.: P. D.Höder 49. Jahrgang, Nr. 18/19. Leipzig, 
Belhagen & Klafing. * u 
"Inh.: (18) Der Wettbewerb um dad Königliche Opernhaus in 
Berlin. — DO. Martin, Admiral v. Hollmann + — Die Defilier 
Cour. — Der neue Präfident der franzöfifhen Republit. — Das Laibl- 
Haus in Kutterling. — &. Kapner, Wilde Winter. — (18/19.) Lene 
Haafe, Die märkifhen Lienowsd. Roman. (Yortf.) — (18.) Eine ncue 
Geſchichte der Weltliteratur. — Mar Bittrih, Ehmarzwaldwinter. 


— MR. Fifher, Die Blöttnertohter. Thüringifcher Roman. (Schi. 
— ®. Hörftel, Kanoffa. — (19.) DO. Martin, Ein neuer Chef der 
Hodferflotte. — Der neue Oberbürgermsifter von Wiesbaden (Geb. 
Oberfinanzrat Dr. Carl Gläffing). — Dom alten ind neue Kammer- 
——— — Ein deutſcher Militärkapellmeiſter (Muſikdirektor Adolf 

öttge *). — Neue Eiſenbahnen in Deutſch⸗-Oſtafrika. — Deutſche 
Uraufführungen. — Bur fommenden Wehrvorlage. — Ed. Heyd, Die 
alten Kamilienfahen. — Der Humor von Adolph Schrödter. — €. 
Stier, Das Erwahen der armenifhen Kirhe. — 3. Höffner, Dito 
Ludwig. — 2. v. Ploes, Der Hahn. 


Dentfh-Defterreih. Wohenfhrift für Politit, Kunft und Kultur. 
Hrögbr.: PB. Samaffa. 1. Zadız., Heft 2. Wien. 

Inh.: Adriaticus, Völkerfcheiden in Albaniın. — D. Spann, 
Krieg und Kriegdverfiherung. — R. Geyer, Das türifhe Kalifat. 
— N Brandfh, Die ungarifhen Deutfhen und die Volkszählung 
von 1910. — R. Holzer, Die Büperin. Novelle. 


Moderne Dramatik in kritifher Beleuhtung. —F von R. Elsner. 
Heft 13/ 14. Pankow⸗ Berlin, Elsner. 4 0, 60. 


Inh.: Chriſtusdramen. (40 ©. 8.) 


Das — Echo. Hroͤgbr.: E. Heilborn. 15. Jahrg., Heft 9. 
Berlin, Fleiſchel & Co. 

Inh.: Ludw. Feuchtwanger, Dramatiſche Volkskunſt. — Felix 
Poppenberg, Die Eleganz der Antike. — W. Schumann, Ein 
Schillerroman. — M. Heimann, Eine Hebel⸗Ausgabe. — Herbert 
Stegemann, Frauenromane. 2. — Baltır v. Molo, Die Perfün- 
lihteit im Drama. — U. Eloeffer, Der neue Sudermann. 


Edart. Ein deutfches Literaturblatt. Schriftl.: W. Kahrenhorft. 
7. Zabıg., 4. Heft. Berlin. 

Inb.: Ed. Hey, Die Jugend von 1813. — H. Frand, Herbert 
Eulenberg. — U. Biefe, Erinnerungen an Heinrid Scidel. — Sell- 
mann, Riteratur und Kinematograph. — Eberhard König, Zwei 
Leuten. Dem Gedächtnis Wilhelm NRaabes. 


Die Friedens-Warte für zwifchenftaatlihe Organifation. Habr.: Alf. 

H. Fried. 15. ZYahıg., Heft 1. Berlin. : 
Ind.: Ein Brief von Andrew Garnegie. — Hand Wehberg, Ei 
Handbuch di3 ae — Die Bimwegung in den Bereinigten 
Staaten zugunften der fchiedlihen Erledigung ded Panamatanalftreits 
mit Großbritannien. — Korrefponden; aus England. — Konfirvative 
Neujahrsfreude. — G. Groſch, Der Deutfhe Bund ald Vorbild der 
Stuatenorganijation. — H. Fernau, Franfreihd Großmadtftellung 
und Kulturziele. — 3. Djferko, Pazififten der antiten Welt. — 2. 
v. Suttner, NRandgloffen zur Zeitgeihichte. 


Die Grenzboten. Hrögb. von ©. Gleinow. 71. Zabıg-, Nr. 3/b. 
Berlin, Verlag der Grenzboten. 

Snh.: (3.) Spectator, Politit und Wirtfhaftl. — ©. Ritter, 
Der ln Idealismus in der geiftigen Entwidlung Thomas Garlylce. 
— 1. vd. Batocti, Bevölkerungspolitit und Eintommenfteuer. — M. 
Larfen, Im altın Serail von Stambul. — Trip Red:-Mallec- 
jewen, Grundfäge moderner Ringinſzenierung. — G. Cleinow, 
Wünſche an Herrn v. Jagow. — (4.) K. Stählin, Die hamburgiſche 
Univerſitätsvorlage. — (J/6.) Max Linde, Deutſchland und die Er 
ſchließung Chinas. — Karl Krickeberg, Briefe aus Trebeldorf. — 
(4) Ditzel, Die Bevölkerung Europas. — Moritz Goldſtein, Das 
Grotesk. — (5.) A. Frhr. v. Woellwarth, Londoner Brief. — P. 
Cauer, Pädagogiſcher Sturm und Drang. — Ernſt Sontag, Der 
Bucketſhop. — Lu Märten, Vincent van Gogh. 


Hammer. — Zeitſchrift für nationales Leben. Red.: Theod. 
Fritſch. 11. Jahrg. Nr. 264. Leipzig, Fritſch. 

Inh.: Th. Fritſch, Erziehung und Vererbung. — L. Wilſer, 
Kreta und fein Anteil an der Kulturentwidiung. — Karl Konrad, 
Sclbe Gefahr und Theofophie. — F.Roderih, Gerhard Hauptmann, 
der Ueberfeierte, und die Aufgaben der Kunft. — H. Stegemann, 
Anatole France und die franzöflihe Revolution. 


Die Heimat. Monatöjchrift d. Vereine z. Pflege der Natur u. Landes- 
tunde in Schledw.-Holftein, Hamburg u. Lübed. 23. 3g., Nr. 1. Kiel. 

Inb.: v. Bülow, Rede auf dem Knivsbergfeft am 15. Suni 1912. 
(Mit Bilden) — Fifher, Baurar W. Fifher. (Mit Bildern) — 
Weber v. Rofentrang, Danicl Ranpau. (Mit Bildern) — An» 
drefen, Zur Seichichte der Zondernfhen Spipen. (Mit Bildern.) — 
Weyl, Rehtögefhhichtliches aus Echledwig-politein. 1.— Menfing, 
Proben aus dem Schleöwig-Holfteiniihen Wörterbuh. 1. — Meyer, 
Zänlen. — Zeffen, Das Ei ald Symbol der Auferftehung. 





69 — 1913. 3 4. — Die [höne Literatur — 15. Februar. — 70 





Hochland. Monatsfchrift für alle Gebiete ded Willend, der Literatur 
u. Kunft, rag. v. 8. Muth. 10. Jahrg. 4. Heft. Münden, Köfel. 
. Snb.: Martin Spahn, Internationale Verftändigung. — Clifabeth 
Gnaud-KRühne, Mittelftandsfragen. — 8. Linzen, Marte Schlicdhte 
toll. Roman. — E. Drerup, Homer ald Dichter. —- R. Saitſchick, 
Torf Börred. Eine Charakterfhilderung. — Zoh. Ranftl, Prar- 
Raphaelitismus in England. — 3. Braßl, Der Geburtenrüdgang. 
— Eugen Schmip, Dir Subjektividmus in der Mufil. — PB. Arcari, 
Aleffandro Danzoni nah neuen Briefen. 


Lit und Schatten. Wocenfhrift für Schwarzweißkunft u. Dichtung. 
Hgb. von H.v. Oumppenberg. 3. Jahıg., Nr. 17/18. Münden. 

SInh.: (17) Erih Kramer, Die Königin von Saba. — Arthur 
Lemberg, Eroberung. — (18.) Ulerander Eaftell, Der Rekord. 


Militär: Wochenblatt. Red.: v. Frobel. 98. Jahıg., Rr. 10/17. 
Berlin, Mittler & Sohn. 

- $nh.: (10.) General v. Zepelin + — AYubilien. — General dv. 
Shlihting und frin Lebenswerl. — Die neue Reitvorfhrift vom 
29. Juni 1912 in kritifcher Beleuchtung. — Dad neue Kadergefeg ber 
franzöfifhen Kavallerie. — Dffizieräfünffampf. (Schi) — Mit den 
Zürfen in der Front im Stabe Mahmud Muctars Pafcha. — (11/12.) 
Bor 150 Zahrın. 38) Der Fricdenefhluß zu Hubertusburg. — (11.) 
Gedanken über Ausbildung und Truppenübungen. — (12.) Das Heır 
der Bereinigten Staaten von Nortamerifa zu Ende ded Jahres 1912. I. 
— (15.) Zwei Borfchläge zur Bernihtung Deutfhlande. — Eine neue 
Turnvorſchrift. — (16.) Chronologiſche Ueberſicht der Ereigniſſe vor 
100 Jahren. (Fortſ.) — Vom Balkankriege. 9. — Telegraphen⸗ und 
Fernſprechweſen bei der Manöverleitung des Kaiſermanövers 1912. — 
„Des Britiſchen Reiches Schickſalsſtunde“. — (17.) Das Gefecht im 
bulgariſchen Reglement für die Infanterie. — Nach Preußen gerettet. 
Aus den Kriegserinnerungen eines alten Soldaten. — Der Geſund⸗ 
heitäzuftand der Armee 1909/10. 

—, Beiheft Nr. 1. Inh.: v. Janſon, Die Entwicklung Chinas. 
Vortrag. — Anderſon, Pudlitz kontra Flemming. Eine Archivſtudie. 
37 S. B.) 

Mitteilungen aus dem Quickborn. Red.: P. Wriede. 6. Jahrg. 
Rr. 2. Deu 

Inh.: Paul riede, Auguſtin Wibbelt. — Fr. Caſtelle, 
Wibbelt als Lyriker. — Neue Gedichte von Auguſtin Wibbelt. — R. 
Dohſe, Karl Wagenfeld. 


Velhagen & Klaſingé Monatshefte. Red.: H. v. Zobeltiß. 
27. Jahrg., 5. Heft. Bielefeld, Velhagen & Klafing. 
Inh.: Bernhard Kellermann, Der Tunnel. Roman. (Fortſ.) — 
H. Grevenſtett, Winterſport. — Petet Hammecher, Giovanni 
Boccaccio. — C. Bulcke, Ein fremder Hert und eine fremde junge 
Dame. Novelle. — S. Feldmann, Vom Harlekin bis zum Café 
Anglais. — F. Servaes, Dokar Zwintſcher. — Erinnerungen der 
Graͤfin A. A. Tolſtoi an Leo N. Tolſtoi. Ueberſetzt von Ad. Heß. — 
DB. v. Kohlenegg, Der Kapentifh. Roman. — B. Molden, Das 
.. am Ballhausplag. — B. Fleifcher, Der LXöffler kat einen 
raum. 


Rord und Süd. Hrögb. von 2. Stein. 36. Jahrg., Januar 1912. 
Berlin, Schottlaender. 

Snd.: E Sieper, Die deutfchenglifhe Verſtändigungskonferenz. 
— dv. BWipleben, Der Balfantrieg im Lichte der Sozialpolitil, — 
WB. Stavenhagen, Salonifid Bedeutung. — ©. Brandes, Sfan- 
dinavifcher Einflug. — &. Brunner, Eine Jdealbüfle Spinozgad. — 
Evante Arrheniud, Die Entwidlung der Naturwifjenfchaften und 
ihre Zukunft. — $. v. Hinderfin, Zur Borbeugung der Berverfität 
und Aufhebung des $ 175 Et&B. Gefchgeberifche Borfhläge — E. 
Jentſch, Orihodoxismus und Modernismus. — I. v. Pflugk— 
Harttung, Friedrich d. Or. als Förderer von Gewerbe und Handel. 
— R. Levi, Fauſt und Hieb. — Sven Hedin, Die erſten Menſchen 
und das Weltall. — J. v. Bül ow, Kunſthandel. — Hans Land, 
Alfted v. Ingelheims Lebensdrama. Roman. (Fortſ.) 


Das Brovinz-Theater. Monatdfhrift für die Intereſſen der Provinz⸗ 
Theater. Red.: D. 5. Katfer. Jahrg. 1913, Nr. 17. Hannover. 
Inh.: Wenn ih Direktor wäre... .! — Nebenregierende Frauen. 3. 

— Ben Bühnen und ihren Reiteın. — ©. Hildebrant, Dad Drama 
Hebbels und Zbfend. 3. — Karl Mar Böttcher, Der Bühnenftern. 
Sumorcäle. (Schl.) ' 


Deutfche Revne. Hrsg. v. R. Fleiſcher. 8. Jahrg. Februar 1913, 
Stuttgart, Deutſche Verlagsanſtalt. 

Inh.: Martin Spahn, Der Friedensgedanke in der Entwicklung 

des deutſchen Volkes zur Nation. — E. v. Wertheimer, Andraͤſſy 

und Bismarcks Kultuikampf. — T. Galimberti, Eine Löſung des 


orientaliſchen Problems. — Politiſche Briefe des Grafen Hugo zu 
Münſter an Edwin v. Manteuffel aus den 3. 1850/52. (Fortſ.) — F. 
Hoffmann, Zur — e. — H. F. Helmolt, Guſtav 
Freytags Briefe an Albrecht v. Stoſch. (Foriſ. — Mehmed Djavid 
Bey, Die Zukunft der türkifhen Staatöfhulden. —v. Kurnatowäti, 
England und Frankreich heute und vor 100 Sahren. — ©. Bapft, 
Das franzöfifche Oberfommando in der Schlaht bei Sravelotte-Et. 
Privat. 2. — H. Granier, Der Berliner Schaufpieldirettor Iffland 
während der Yranzofenzeit 1807/9. — Alfred Frhr. v. Overbed, 
Humanität und Vergeltung im Strafredht. — Fr. W. Frhr. v. Biffing, 
Soll und fann der Kunftbefig im Erbgang verfteuert werden? 


Heft 5. Berlin, Gebr. Paetel. 8 Jahre 


Snh.: Frhr. v. d. Golg, Der jungen Türkei Rieterlage und bie 
Möglichkeit ihrer MWiedererhebung. — GEnrica v. Handel⸗ azzetti, 
Stephana Schwertner. Ein Steyrer Roman. 3. — Paul Batlleu, 
Preußen am Scheiteweg. Die preuß. Politit im Winter 1812/13. — 
zb. Birt, Aus einer römifchen Porträtgalerie. (Shi) — B. Srocet- 
buyfen, Wilhelm Diltdpey. (Sch!) — A. Leitzmann, Beethovens 
literarifhe Bildung. — WB. v. Seidlig, Fragen der Kunftgefcichte 
in neuer Beleuhtung. — Irene Forbed-Moffe, Kremde Erde. 
Ballate in Dramenform in zwei Alten. — R. M. Meyer, Wilhelm 
und Caroline v. Humboldt. — H. Bieber, Oftaflatifche Kulturkritik, 


Sonntagsbeilage Rr. 3/4 3. Boff. Zeitung 1912, Nr. 33, 46. 
Inh.: (3.) Rudolf Fürf, Ehriftopb Martin Wieland. (Zum 
20. Sanuar 1913.) — Mar Hein, Ein Tagebuh aus der Beit des 
Großen Kurfürften. — R. M. Meyer, Der altgewordene Dichter. — 
M. Jacobi, Die erfte Aufführung der 9. Einfonie von Beethoven 
in Berlin. — (3/4.) Bor 100 Jahren. — (4.) R. Wilbrandt, Eine 
Studienfahrt durh China während der Revolution. — 3. Benrubi, 
Emile Boutrour’ Kampf um einen neuen Fdealidmud. — W. Enßlin, 
Wegzeigen von den Wanderungen der Bodenkultur. Eine Skizze. 


G berg's Illuſtriertes Sonntagsblatt. 60. Jahrg. Nr. 17/ 19. 

erlin. 

Inh.: (17/19.) Heinz Berg, Sein letzter Brief. Roman. (Fortſ.) 
— (17) Emma Kettner, Der Doppelgänger. — Mein einziger Faſt⸗ 
nachtſcherz. — (18.) Fr. Thieme, Das Verhör. Kriminalhumoreske. 
— Die Auswandererhallen der Hamburg⸗Amerika⸗Linie. — J. Ruth, 
Der Entwicklungsgang der Frauen. — Helge Helroth, Die Bürg— 
ſchaft. Aus dem Schwediſchen überſetzt von B. Sanders. — 
Kaldewey, Unfreiwilliger Humor. 


Der Tarmer. Monatoſchrift für Gemüt und Geiſt. Hrsgbr.: J. €. 
Frhr. v. Grotthuß. 16. Jahrg., H. 4. Stuttg., Greiner & Pfeiffer. 
Inh.: Fr. Lienhard, Chriſtentum und Moderne. — Eliſabeth 

Diakonoff. (Fortſ.) — Karl Bröger, Der Künſtler. — ®. Sparr- 

Hofſtedt, Dezember. — R. Boſchan, Hiftorifer und Politiker. — 

Heinrich Diefen bach, Peter Kleinholz. — M. Ritzenthaler, Die 

Albaner. — J. Stanjek, Die Rabißzwand. — O. Corbach, Ge⸗ 

burtenrũckgang und „agrariſche Heimatspolitik“ . — Das magnetiſche 

Geſeß. — Die wildgewordenen Sparer. — Die Hagia Sophia. — 

Wie alt iſt der Menſch? — R. J. Hartmann, Theophraſt von 

Hohenheim, genannt Paracelſus. — W. Thimme, Ein Weg zum kirch⸗ 

lichen Frieden. — V. Klemperer, Das Wiedererwachen der hiſtor. 

Dichtung. — H. Kienzl, Berliner Theater-Rundfchau. — Der Träger 

des „Kleiſt“⸗Preiſes. — Th. Alt, Hodler und feine Zeitgenoffen. — 

Karl Stord, Mufikerelend. — Derf., Das deutfche Opernhaus. 


Ueber Land u. Meer. zaun. ilufte. Zeitung. Red.: Rud. Presber. 
65. Yahıg., 109. Bd., Nr. 18/19. Stuttgart, Deutfche Verlagdanftalt. 
Inh.: (18/19) Genrg Engel, Die vier Könige. Roman. (Fortf.) 
— (18.) Selig Poppenberg, Im —— war der Rhythmus. Eine 
Skizze von Tanz und Tänzerinnen. — (18/19.) H. G. Wells, Der 
Mann, der Wunder wirken konnte. Deutſch von Bruno Glaſer. — (18.) 
Alfred Mayer, Ein NAltmeifter des deutfhen Humors (Adolf Ober- 
länter). — Halben, Ueber die Technik des Zielfahrend im Freiballon. 
— (19.) &. Schentling, Der Karneval im Bollöleben. — Karl Fr. 
Nowat, Bühnengefihter. — PB. H. Hartwig, Die Frau im modernen 
Porzellan. — Herftellung von Parfümd im Haufe. 


Die Wage. Redakt.: €. DB. Zenker. 16. Jahıg., Rr. 3/4. Win 
Stern & Steiner. " ’ 


Inh.: (3.) E&. DB. Zenker, Defterreihifhe Finanzfragen. 1) Die 
Staatsfhuld. — (8/4.) Der foziale Gedanke bei Friedrich Hebbel. (Schl.) 
— 8.) Ev. Hofmannsthal, Förderung der Luftihiffahrtt. — BP. 
Siretean, Rofeggerd Konfeffionen. — Heint. Schreiber, Dreißig 
Jahre Elektrotehnifher Verein. — (4) E. V. Zenter, Defterreihifche 
Geſchichtsforſchung. — E. v. Hofmannsthal, Wohnungsfürforge 
geſetze. — M. Holzer, Subjektive und objektive Kritik. 


71 — 1913. 4. — Die |[höne Literatur — 15. Februar. — 72 


Die Woche. 15. Jahrg. Nr. 5. Berlin, Scherl. 

Snh.: Julius Hart, Theaterfragen. — ®W. v. Edartöhaujen, 
Saifon. — Auftratifches Gcfrierfleifh in Deutihland. — R. Strap, 
Etart wie die Murt. Roman. (Fortf.) — Hand Hyan, Wilterer. — 
Frig Wertheimer, Die japanifhe Seideninduſtrie. — H. Oſtwald, 
Deutfch-ruffifche® Grenzleben. — Thea v. Harbou, Eine Begegnung. 
Etizze. — Wera v. Huhn, Kohlunft an Bort. 


Das freie Wort. Hrögb. v. Mary Henning. 12. Jahıg., Nr. 21. 
Frankfurt a. M., Neuer Frankfurter Derlag. 

Inh.: A. H. Fried, Die Demokratie und der Krieg. Eine Be- 
antwortung von Dr. Maurenbrecherd Ueußerungen. — Reay, Deutfche 
Macht⸗, Wirtſchafte⸗ und Kulturpolitif. — Arbiter, Quitpold, Ludwig 
und Bayern. 1. — Politicug, Der a von Straßburg. 
— Philaletded, Die Eelbfivergötterung Joſeph Sartos. — Pro⸗ 
grefano, Geburtenrüdgang und Alerifalidmud. 2. — H. Mauren» 
brecher, Die welrlihe Schule durh die Reformpädagogit. — Joh. 
Schubert, Ein grundlegende Wert über die Abjchaffung der 
Zodeöftrafe. 


Zeit im Bild. 11. Jahıg., Nr. 3/5. Red.: H. Bodenftedt. München, 
Neue Deutiche Berlagsgefellfchaft. 
Snh.: (3.) A. Geßler, Albert Welti. — Spier, Eidhedey. — 
‘ Eva Gräfin v. Baudiffin, Karneval einft und jept. — ©. Obauß, 
Prepluft und ihre Derwendung. — U. Soldfchmidt, Be 
— 2. ©. Lery, Das Parifer Cinöma. — H. Soltau, Roctumo. — 
(4) 3. Hart, Chriftoph Martin Wieland. — Ammann, Zoologifche 
Mufeen. — Colin Roß, Luchtfeuer. — 8. Bleibtreu, Der Jslam, 
Griechen und Slaven. — v. Tresckow, Mordbrenner. — A. Gold⸗ 
ſchmidt, Fürſtenberg. — (6.) Karl Graf v. Bothmer, Münchener 
Politiker. — Fr. Ss Müncener Lokale — Edgar Steiger, 
Münchener Theater. — Münchener Literaten. — Karl Arnold, Mün- 
chener Faſchingoͤbilder. 


Zeitnug f. Lit. Kunft u. Wiff. Beilage ded Hamburg. Gorrefp. Rr.1/3. 
Snp.: (1.) Frig Hoeber, F. H. Ehmde und feine Kunft. — 2- 
Ihringer, Die Tragik des Luſiſpiels. — J. Deſspoie⸗-Gennerich, 
Lia Dſi — 2) W. Hans, Biornſons Stellung zu Ibſen. — G. 
Moerner, Gedanken über Elſe Lasker⸗Schüler. — A. Brauſewetter, 
Die Religion der Klaffiter. — (B.) H. Bethge, Selma Lagerlöf. — 
€. Waiblinger, Der Gral. — Fri Hoeber, Guſtave Moreau. 


Ylluftrierte Zeitung. Red.: D. Sonne. 139. Band. Nr. 3631 
bis 3632. Leipzig, 3. 3. Weber. 


Snb.: (3631.) W. % Brand, Die Wehrfraft des britifchen Welt⸗ 
reihe. — T. Türk, Die neueften Schiffe unſerer Hochſeeflotte. — 
(8681/82.) Franzpermwig, Ian von Werth. Roman. (Fortl.) — Karnc 
valstoiletten. — (3631.) A. Droffong, Der Karneval tes 20. Zahıh. 
— Uraufführung des „Lanval“ von Pierre Maurice in Weimar. — 
Wanderungen im Rhonetal. — 8. Ettlinger, Warum Herr Drums 
berger die KRunftmaler nicht leiden fann. Fafchingehumorcste. — Harry 
Nitfch, Prinzeifin IlNa und ihr Zinnfoldat. — Das neue Fahrmaterial 
der Bahngefcllihaft Parie-Lyon-Mediterranee. — (8632.) Kommando» 
wechfel in der Hochleeflotte. — v. Rangermann, Die Afiatifhe Türki. 
— Carl Lahm, Die Sardinenfifherei in der Bretagne. — Hildegard 
Heyne, Dir Bildhauer Georg Screydgg und fein Schaffen. — Otto 
Ludwig. — €. v. DEI ERGEI DE Berberifhe und jüdische Höhlen» 
bewohner in Nordafıiita. — Willy Lange, Winter im Gurten. — 
Neumeiſter, Die Renne (Echmetterling) in Deutfchland. — Das neue 
Stuttgarter Kunſtgebäude. 





Aitteilungen. 


Literatur. 


Reiche Abwechslung bieten die neueſten Hefte der Univerſal⸗Biblio⸗ 
thek des Verlags Philipp Reclam jun. in ei, am ftärkften ift die 
Erzählungsliteratur vertreten. Nr. 5491—93: Barfüßele, — 
wälder Dorfgefchichte von Bertheld Auerbach, eingeleitet und beb. 
von Dr. Eugen Wolbe. 279 ©. 16. mit dem Bildnis dee Dichters, 
Preis 4 0, 60, in Sanzleinenband 1.4, in Lererband 4 1,75. — 
Ar. 5494: Otto der Schüß, eine rheinifche Gefchichte in zwölf Aben- 
teuern von Gottfried Kinkel, hgb. mit einer Einlcttung von Dr. Mar 
Diendheim (95 ©. 16. mit dem Bildnis des Dichters, Preid 4 0, 20, 
in Sanzleinenband 4 0, 60, in Rederband „#4 1, 26). — Nr. 5496: 
Alegander, Tragödie in fünf Aufzügen vom Grafen Hobineau, 
deutich von Rudivig Schemann. 83 ©. 16., geh. #4 0, 20. — Rr. 5496: 
Erwin Rojenberger, 1L-+-1=3 und andere Befdhichten, 95 ©. 16., 


ach. #0, 20. — Nr. 5497: Edınund Hoefer, Aus den Erzäß: 
Iungen eines alten Tambonrd. Mit einer Einleitung von Guitar 
Brendel und dım Bildnis des Verfaffere. 111 S.16., geb. .# 0, 20, 
in Ganzleinenband .# 0, 60. — Nr. 5498: Berühmte Sriminal- 
Alle, Nah Tem Neun Pitaval und andern Quellın hab. von Dr. 

. Mendbeim. 7. Bdh.: Die Mönche von Ezenftohen. Bearbeitet 
von PBolizeitommiffär Ehrenfreund (U. Zartaruga). 104 ©. 16., geh. 

‚ 20. — Nr. 5499: Dichterbiograpbien, 17. Band: Ehriftoph 
Martin Wieland, von E. Merter. 112 ©. 16. mit ded Dichters 
Bildnis, geb. „#4 0, 20. — Nr. 5500: Sul Buffe, Der dankbare 
Heilige und andere Rovellın. Mit einer Einleitung von Gotthold 
ShulzTabifhin und dem Bildnis E. Yuifed. 103 ©. 16., geh. .4 0, 20, 
in Gunzleinenband 4 0, 60. 

Des jung verftorbenen Scorg Väcdhner (gcb. 13. Oktober 1813, 
get. 1837) Dramatifhe Werke find in den leptvergangenen Jahr⸗ 
zehnten einzeln oder in Gejamtaudgaben wiederholt gedrudt worden. 
Soeben veröffentlicht Dr. Rudolf Franz im Berlag von Birt & Co., 
München, eine kritifh durchgefchene, mit Erklärungen am Schluß au®- 
geftattete Ausgabe, welche da8 Drama „Dantond Tod“, das Ruitfpiel 
„Leonce und Lena” und dad TrauerfpielrFragment „Worzed” umfaßt 
und die wir empfehlen können, befonders im Hinblid auf die Erläute- 
tungen. (232 ©. 8., Preis 1 4.) 

Prof. Eruard Engel beihräntt fi in feinem Lfebuh: „„Dentjche 
——— (Braunſchweig, 1913, G. Weſtermann; VII, 419 S. 
Gr. 8., geb. 5 ) nicht auf die Schriftſtellerwelt im engeren Sinne, 
ſondern er bietet auch Schriftſtücke und Reden der großen deutſchen 
Staatsmänner, Feldherren und Fürſten, die bei Gründung und Ent— 
wicklung des Deutſchen Reichs mitwirkten. Bei der Auswahl der Proſa— 
ſtücke legt er den Hauptwert ebenſowohl auf die muſtergültige Form, 
als auf den charakteriſtiſchen und feſſelnden Inhalt. Eine willkommene 
Beigabe find die umfangreichen Fatſimiles, Briefe Leſſings, Schillers, 
Goethes, Heinrich v. Kleiſts Katechismus der Deutſchen, Gedenkrede 
Jakob Grimms an jSchillers hundertſtem Geburtstag, Brief Bismarcks 
an den Grafen Hapfeld, Moltkes „Letzte Gedanken“. (S. 8, 3. 13 
v. u. lies: geziuc, Zeuge.) 

„Fuührer durch die deutſche Literatur des 20. Jahrhunderts“ 
betitelt ſich ein Werk, das Max Geißler im ze von Alerander 
Dunder Ende Februar erfhrinen läßt. Auf etwa 40 Bogen engften 
Satzes werden an 3000 lebinte Schriftitiller behandelt. Die Kritik 
ift unabhängig und lehnt Defadenz und Arriftentum ab. Außer dem 
künſtletiſchen Weſensbild jeded Schriftftillers bringt der „Führer durch 
die Riteratur des 20. Fahıhunderis“ lebendgefhichtlihe Angabın und 
die gefamte Bibliographie bis zu Beginn ded Jahres 1913. 

Die allbefannten, höchit anzgiehenden „„Ratdmädelgefchichten‘‘ 
don Helene Böhlau, Madame at:Rajhid Biy, kriegen in 15. Auflage 
vor (Minden i. W., Brund; 260 ©. 8, Preis 1 A, geb. MN. 
Möge der ohnehin ſchon große Leſerkreis, der an dem reizvollen Buche 
ſeine Freude hat, ſich noch immer mehr erweitern. 


Theater. 


Im Neuen Theater zu Frankfurt a. M. fand am Faſtnachtsdienstag 
die Uraufführung eined Zurf und Totoſchwankes in drei Starts 
„777: 10 von Dtto Shwarg und Earl Mathern bei audver- 
tauftem Haufe ftatt. Die Berfar haben cd verftanden, durh Ein 
flehtung guter alter Wipe, glüllih angebrahter Zitate in den Dialog 
und jüdischer Bonmots, die auf genannter Bühne ftets zugkräftig find, 
eine durhfchlagende Situationdfomik zu fharfen, wobei das audgelaffene 
Spiel der Herren Seniug, Rıimann und Öraeg und der Damen Schaffer 
und Sarlfen in den Hauptrollen, ferner die hübjche Injzenicrung und 
Ausftattung und last not least die Faftnahtöjtimmung auf der Bühne 
und im Zufchauerraum fchließlich einen flarken, anhaltınden Beifall 
beranlaßten. Richard Dohse. 

Im Lefjingtheater zu Berlin wurde Heinrich Manns Schuaufpiel 
Die große Liebe’ bei der Uraufführung am 8. Februar d. 3. im 
Shlußaft {darf abgelehnt. 

Tran Adam Beyerleind vieraltiged Shaufpiel „Frauen“ 
fand bei der Uraufführung im Hamburger Thalia-Theater am 10. Fe- 
bruar d. %. freundliche Aufnahme. 

„Kümmelblättchen‘‘, eine heitere Geichichte in drei Alten von 
Robert Dverbed, hatte bei der Uraufführung im Deutfihen Theater 
zu Hannover einen ftarfen en 

Das Luftfpiel „„Die drei Brüder von Damastns‘ von Aler- 
ander Zinn wurde vom Königliden Schaufpielhaud in Berlin zur 
Uraufführung angenommen. 

Die Neue Wiener Bühne erwarb die Tragitomötdie ded cnolifchen 
Dramatikers John Galsworthy „Der Mentenfrennd‘‘ zur deut⸗ 
fhen Uraufführung. 

Die Uraufführung ded Schaufpield ‚„„Kaifer nnd Kanzler’’ von 
Samuel Lublinski wird im Heidelberger Stadttbeater erfolgen. 








Alle Bücherfendungen erbitten wir unter ber Abrefle der Exped. 5. BL. (Roßftrake 5/7), alle Bricfe unter der des Herausgebers (Kaifer Wilgelmftrake 8). Nur foldye 
Werte können eine Beiprehung finden, Die Der led. vorgelegen Haben. Bei Korreipondenzen über Bücher bitten wir ftetö ben Namen von beren Verleger anzugeben. 


Berantwertl. Redakteur Prof. Dr. Eduard Zarnde in Leipzig, Kaifer-Wilhelmfraße 3. — Drud von Breitkopf & Härtel in Leippig. 


Die ſchöne 


Literatur. 





Beilage zum Literariſchen Zentralblatt 
für Deutſchland. 


Dr), 


Erſcheint vierzehntaͤglich. 


Aeransgeber Bxof. Dr. Ed. Zaruke in Leipzig, Kaiſer Wuhelmſtrafe 8. 


Verlogt von Eduard Avenarins in Ketyılg, Koffſtraſje 5/7. 
2 1. März, 1913. — 


14. Inhrn, 


Preis halbjährlih 3 Marf. 





Sehol. 
Per Es und —— & (73): — abend ee. au | 


Kurik (80): an „ee an ein Mädden. Boll, Im bitteren zn — 
ze von S ©Schellenderg, Uus m einer Gtille. Ro 3 

ler er) ae «Neidegg. ‚Bon der Büßne de — *“— 
er Jahre. 





erzen. — bans, Segel im Winde. Berner, Rei Gebichte. 
Wagner, Das — — PRICE » von Ei —— — 5 u and ne, : 3, Ban. a d „9 ein iin Gere. 
aufführung 6): 2a «). Unernbeimer, ren. ! em en; uße; 
Tas nen der Di. es te Due Bine a ran. ne a ee Servir. ?_ und Zeufelsipuf. Zeitfäriften (83). Wittellungen (87). 
at vondetiigen 9 altssergeiguis. | 319, 8.. ee Landftörzer. (73.) — E. L., Ans meiner Stille. (81.) 
a i R., ina (»Le ir« idt, as Bud einer 
— an 1, — Rebe er Rampt. ® * —8 m, Sitaper,s ‚Neideng, — — Tu KT (81.) 
Berg. D., Der Serfn 6.) Bin H., Ber ( tras, M., Liebestr 
Berner, Fa Neigen der a 2 —— — Sinfame Geelen. (62 2 Kren, W., Bin —5 — 
——— * — ein M , Bührer F —— — 73.) emütslebe 


@8ll, * d. Ra F Früchte 
era Sp. on 3 a Bedente * ee Funieh, En den — 
OARnatgenberger, A., Die Bon . telg. (75) I RALEr, ©.. 


Blüten. 2. (Ban. (2.)| — = Sinlar ee — ur He (82.) 


aa des Lebent. (81.) Wagner, 9. Das 
Gediqie. (82.) 


Wieneröhans, $., ne im Winde. (82.) 





Romane und Erzählungen. 
Lungwik, Hang, ieh ber —— Roman. Berlin. 1911. 
Adler Berlag. 


Si, Beul, Der Bankier — Berlin, 1010. Wiegandt 
Grieben. 360 E.8) #4, 0. 

Gira, Rudolph, —** Roman. Stutigart, 1911. Gotta 
Nachf. (404 S. 8.) Ad 


en Leo, James, — Buſſum, 1910. Dieshoeck. (222 ©. 8.) 


Krauel, Wilhelm, —— im Herzen. Erzählung. Berlin, 1912. 
Sante. (270 ©. 8 


Day, Bengt, Der er — Bonn, 1910. Ahn. (229 S. 8.) 


Ein wenig verſpätet ſei hier ein Bericht über ein paar 
Romanbücher nachgetragen. Das alte Wort vom „Spreu 
und Weizen“ gilt. auh für diefe Auswahl. leberlaffen 
wir daher die Neihenfolge der Beipredhung, da fich eine 
Ungleihung zwiihen den Büchern ohnehin Taum bietet, 
einfad dem Bufall. 

In dem Roman „Hührer der Menjcheit ?“* jchilbert 
Hans Lungmwig merkwürdige Buftände in Säugling®- 
beimen, bie ein vielleicht zu grelles Schlaglicht auf gewiſſe 
ärztliche Einrichtungen werfen. Die Erzählung ift ziemlich 
breit getreten und das Snterefie erlahmt, da die Menichen, 
bie bier handeln, zu wenig Blut, zu wenig Sörperlices 
an fich haben, als da man ihnen die inneren Kämpfe 
ohne weiteres glauben möchte. Die Wahrheit, zu melcher 
der Berf. nach etwa 400 Seiten gelangt, bringt nichts 
Reued und beiteht troß feiner guten, anerfennenswerten 
boftrinären Abfihten doch faft nur in Vorftellungen, wie 
fie die Bifton eines Dichters erzeugt. Dem Buche fehlt 
das Durchgreifende, Fefjelnde, Hortreißende. Statt deut- 
licher, dieſe Ideale glaubhaft machender menſchlichen Größen 
zeigt es nur ſchemenhafte Geſtalten, und das verwiſcht jeden 
Eindruck. 

Durch eine romantiſche Handlung und eine wunderbare, 
nur mitunter zu gewählte und gekünſtelte Schreibweiſe 
zeichnet ſich Paul Ilgs „Der Laudſtörzer“ aus. Durch 
dieſen gleichzeitigen Vorzug und Mangel bes m. 

Beilage zu Nr. 9 des Lit. Bentzaiht. f. Deutihland. 


wird allerdings oft der Eindrud des Gewollten und Un⸗ 

wirklichen hervorgerufen, wa8 ftellenweife ftörend empfunden 
wird. Uber fpradlih und ftiliftifch ift diefes Buch über- 
aus fein geartet. 

Rudolf Strap’ „Liebestrank" fpiegelt die bekannten 
Eigenſchaften des beliebten Verfafierd getreulich wieder: 
flotte, jpannende Handlung, die, immer vorwärts ftürmend, 

auh über Bebenten hinwegzuhelfen und fortzureißen ver⸗ 
— Die Kunſt des Fabulierens iſt hier alles, Technik 
bereits Handwerk, Schablone das ausſchließliche Mittel der 
Kennzeihnung. Bwilchen Berlin und DOftafrifa Spinnen fid 
die Fäden, dad alles gibt ein breites Neb für Unwahrs 
ſcheinuchkeiten der Handlung. Man merkt, daß dieſer 
Roman erklügelt und um des Buches willen geichrieben 
worden if. So wandelt ©. nun fchon die breite Heer- 
ftraße der zahlreichen, allerdings vielgelefenen Berufs⸗ 
Romancierd. Um jeiner einft viel verfprechenden Anfänge 
willen ift diefe Entwidlung zu bedauern, fo hinreißend und 
ein großen Bublilum zu Dank dieſes Bud auch geichrieben 
ein mag. 

Ein merkwürdig feinfinniges, fehr Eultiviertes Buch ift 
Leo Ballets „James“. Die Darftelung ift zwar etwas 
überhaftet, willtürlid und unnatürlid. Das ift fchabe, 
denn es ftedt Kultur, Bildung und viel menjchlider Sinn 
in diefem Roman, deſſen beſondere, für den deutſchen Ge⸗ 
ſchmack vielleicht bisweilen ein wenig abſonderliche, aber 
immer anziehende und nachdenkliche Art gefangen nimmt. 
Die dem Buche vorausgeſchickte Beſprechung meines ver⸗ 
ehrten Landsmannes Profeſſor Koſch (von der Univerſttät 
Freiburg i. Br., jetzt Czernowitzj in Ehren — kann man 
doch über den Geſchmad einer ſo vorgreifenden, verhimmeln⸗ 
den Kritik ſtreiten. Ich komme trotzdem nicht zu ſo hoher 
Wertung. Doch darüber mag die Zukunft ſtreiten. Jeden⸗ 
falls ſteht man hier einem eigenartigen, ſtarken und poetiſch 
reichen Talent gegenüber. 

Dazwiſchen wieder ein Miſchling: Wilhelm Krauels 
„Unruh im Herzen“ iſt eine unwahrſcheinliche, romantiſch⸗ 
ſentimentale, nach ſchlechten Romanrezepten gebraute Ge⸗ 
ſchichte. Trot mitunter guter Anſätze und Einzelheiten, im 

74 


75 | — 1913. 5. — Die Shöne Literatur — 1.Miu. — | 76 


ganzen fchulmäßig plump, ftellenmeife 6i8 zur Hilflofigkeit 
entblößt, leer und fchließlich einfältig. 


Bengt Bergs „Seefall” Hingegen ift wieder ein eigen- 
artiges, kulturell jehr Iehrreiches, für Liebhaber feiner völfer- 
tundlicher Kunft ungemein reizvolles Buch. Leben, Denfungs- 
weife, Gewohnheiten der noch primitiven Lappländer werden 
bier in einer felten fo unmittelbaren, bezwingenden und 
erlefenen Darjtellung gefchildert. Ein Bildungsroman in 
ber Urt wie etwa Bölfches „Liebesleben in ber Natur”, 
von einer eigenartigen, faft dichterifhen Schönheit. 


Hermann Basch. 


Hnggenberger, Alftcd, Die Bauern von Steig. 
1913. Gtaadmann. (278 © 8) #3; gb. 


Wagner, Hermann, Das dunkle Tor. Roman. Münden, 1912. 
Langen. (652 ©. 8.) #6; geb. 4 7. 


Seit ich an diefer Stelle zum erftenmal auf den Bauern- 
dichter Huggenberger hinwies, find ein paar Jahre ver- 
floffen, und er ift inzwifchen zu einer Art Literarifcher Bes 
rühmtbeit emporgeftiegen. Um fo mehr freut ed mich, fon- 
ftatieren zu Zünnen, daß er bei allem wohlverdienten Ruhm 
feiner Tieben fchlichten Urt und feinem fünjtlerifchen Ernft 
treu geblieben ift und den Ader weiter zadert, der ihm 
von Anfang an überlommen if. Das jpricht recht jchön 
und deutlich aus feinem neueften Buch. E3 nennt fich zwar 
„Roman“, aber eigentlich ift e8 mehr: Erlebnis und Did) 
tung, Beichaulidhes, Nachdenkliches, tägliche Sorgen und 
Freuden, Die von der Lebensgeichichte eines Waijenknaben 
zufammengehalten werden. Das alle8 wandert ohne viel 
Aufregung und Kompofition an und vorbei, getrieben von 
ber einfachen, aber feinen Erzählerfunft Diefes bodenftarken 
alemannifchen Bauerd. E3 Tiefe fich noch allerlei zum Lobe 
des Buches anführen, aber ich möchte eö lieber dem Lejer 
überlafjen, felber den Schönheiten dieje3 reinen und er- 
quidenden Buches nachzugehen. Er wird nicht ohne Dank 
davon jcheiden. | 


Ebenfalls vor Jahren Habe ich bier einen Roman 
„Das Lächeln Marine" angezeigt und ich freue mich 
nun de3 Verfaffers neue Buch an der gleichen Stelle be- 
iprechen zu können. Sch freue mich ganz bejonders des» 
bald, weil ich Eonftatieren kann, daß fi Hermann Wagner 
mittlerweile ftarf und fchön entwidelt hat, daß er bemüht 
war, fih und fein Talent auszubauen und reicher und 
fruchtbar werden zu laffen. Und fo ift dieje fehr feine, 
nachdenfliche und behutfame, aber auch ftarfe und gelonnte 
Knabengeihichte entftanden. Gewiß: von der moralijchen 
Seite her betrachtet, ift nicht alles angenehm und erfreulich; 
aber darüber fteht ald Beherrfhung und Bedeutung bie 
Kraft der erzähleriihen Kunft, mit der auch Unfympathijches 
geftaltet wird. E3 Liegt in der Natur der Sache, daß die 
erften Kapitel, der Klofteraufenthalt, die Tage auf dem 
Lande, eine reife und reiche Idylle, ung lieber find, und 
daß man deshalb die Biegung der Erzählung zum Abjtieg 
hin al3 einen Bruch der Linie empfindet; aber abgejehen 
von solchen Eonftruftiven Bedenken (die freilich im Piycho- 
logifchen verankert find) bleibt doch im ganzen der Eindrud 
einer fünftlerifchen und menichlihen Größe, die überall 
zwiichen ben Beilen zu fpüren if. Und das ift es, mas 
diefe Schülergefhichte über das nur Anhaltlich- Aktuelle 
hinaushebt. 


ee Reipzig, 


Rolf Gustaf Haebler. 


— 





Aranıen. 


Hranfführungen in Srankfurt a. M. Wien, und Paris. 


Kampf, Leopold, Nina (»Le desir«). Echaufpiel in vier Alten. 
A nabtung im Reuen Theater zu Frankfurt a. M. am 11. Februar 


Das vieraltige Schaufpiel „Nina” des vor kurzem ver- 
ftorbenen Dichters Leopold Kampf ift ein Verfuch, jchwere 
jeelifche Kämpfe zu fchildern, in denen drei durch Dank: 
barkeit und Liebe aneinander gefefjelte Menjchen ringen und 
unterliegen. Der Profefjor William Larfon hält Vorträge 
an einer Univerfität; unter feinen Zuhörern befindet fich 
ein junges Mädchen aus ärmlichen Verhältnifien, das er 
zu fi) beranzieht und zu feiner Frau madt. Sie ift ihm 
in 2iebe und Dankbarkeit ergeben. Wuch ein junger Bild- 
bauer, der durch den Profefior berühmt geworben ift, hängt 
mit Dankbarkeit und TFreundfchaft an ihm und wetteifert 
mit ihm in der Verehrung für Frau Nina. Zwiſchen ihr 
und dem jungen Künjtler entwidelt fih im Lauf ihrer Be- 
fanntfchaft eine immer glühender werdende Liebe, gegen die 
fie fich vergeblich wehrt. Auf einer Anjel im Süben treffen 
der Profeflor, Nina und Mario nad) kurzer Trennung wieder 
zufanımen, und bier erfolgt die enticheidende Wendung. Mario 
beftürmt Nina mit feiner Liebe; fie erliegt ihm, und der 
Profefjor ftellt den Freund vor die Alternative, daß einer 
bon ihnen weichen, d: 5. fterben muß., Die Karten jollen 
über Tod und Leben entjcheiden, und Dario zieht das 
Todeslod. CSchlieplih gibt fi) der Profeſſor mit der 
jofortigen Ubreife des Freundes zufrieden, aber diefe wird 
durh Nina vereitelt, und fo geht der Profefior freiwillig 
in den Tod und läßt feine rau dem Freunde. Schon. in 


dem Titel liegt ein Fehler des Stüdes; Nina ift nicht die 


eigentliche Heldin. Sie jhürzt den Knoten gewiffermaßen 
pajjiv und trägt aud) zur Löfung nichts bei. Der Unter- 
titel »Le desire drüdt weit befjer da8 Begehren der beiden 
Männer nad) der geliebten rau aus. Obgleich der Haupt- 
inhalt des Stüdes auf einem wahren Erlebnis des Dichters 
beruhen fol, wirfen die Vorgänge auf der Bühne in hohem 


Maße unwahriheinlid und gefucht, zugleich unerquidlich 


und peinlih. Auch die Aufführung vermochte diefe Mängel 
des Schaujpield nicht genügend zu verdeden. Frau Ilm, 
die in der Rolle der Nina gaftierte, hatte wohl manche 
feilelnde Augenblide, brachte jedoch für diefe fehr verwidelte 
drauenfeele weder im Organ noch im Spiel die nötigen 
Veinheiten mit. Auch Direktor Hellmer mußte al3 Mario 
nicht immer den richtigen Ton zu treffen, und Herr Ruenzer 
(Prof. Larfon) war Häufig allzu troden und farblos. Die 
wenn auch belanglofen, jo doch gut befehten Nebenrollen 
fonnten an dem Schidfal des Scaufpiel3 nichts ändern. 
Der Beifall galt vor allem der Beliebtheit der gaftierenden 
Künftlerin; im übrigen machte fi auch ein vernehmliches 
Bilden bemerkbar, jo daß dem Schaufpiel keine Zukunft 
borausgefagt werden Fann. Richard Dohse. 


— Raoul, Das Paar nach der Mode. Luſtſpiel in drei 
en. 


Uraufführung im ?. ft. -Hofburgtheater zu Wien am 8. Februar 1913. 


Der derzeitige Leiter des Wiener Burgtheater, Herr Hugo 
Thimig, Hat fich beifallen Iaffen, am 1. Februar d. %. als 
Bugeftändnis an die lebten Fafchingstage das Harmlos-Iuftige 
amerifanijhe Stüd „Wie man einen Mann gewinnt" zur 
Aufführung zu bringen, bezüglich deffen ich der aus Anlaß 
der Münchener Premiöre an diefer Stelle (vgl. 63. Jahrg. 
[1912], Nr. 13, Sp. 231 d. BL.) ausgefprochenen Meinung 
vollinhaltlich beipflichte. Obzwar nun die Neuheit im ganzen 
recht freundlid aufgenommen wurde und fi) das Publikum 


77 — 1913. 5. — Die [höne Literatur — 1 Mär. — 78 





nicht übel zu unterhalten jchien, wurde doch das Stüd den ' 


näcften Tag von der fogenannten maßgebenden Wiener Fritif 
in Grund und Boden gebohrt. 
wurden gehörig die Leviten gelefen und ihm vorgehalten, 


wie er dur) Aufführung joldher Stüde fich gegen die hohen. 
Veberlieferungen der berühmten Kunftftätte arg verjündige 
und diefe zur Operettenbühne, zum Zirkus herabwürdige. Nun 
find zwar diefe edlen Traditionen fchon feit Jahr und Tag. 
nicht mehr beachtet, ja mit Füßen getreten worden, indem 
gerade unter lebhafter Buftimmung und tatkräftiger Mit-. 
wirkung jener ftrengen Kritiker fajt nur mehr die erbärm-: 
Hichfte Schundware eines ganz engen, mit leßteren mehr oder 
weniger verbundenen Kreifes (Autoren außerhalb dieſes 
Kreifes werden überhaupt nicht zugelaffen!) Eingang findet, 
was nad und nad) die Flucht des einftigen geiftig und gefell- 
Ihaftlih vornehmen Stammpublifums aus dem Theater 
erfolgte : 
gründlihe Aenderung der Bufammenfegung diefes Bublis 
Dennoh dürfte man neugierig fein, 
wie fih die Kritit nach jenem recht überflüffigen Ent: 
einem SKanonenjhießen auf: 
Spaten) gegenüber einer Neuheit verhalten werde, bie, : 
wie Auernheimers Luftipiel: „Das Paar nah ber. 
in der Tat den Unwillen, die gerechte Ent: 
rüftung jedes Freundes der altehrwürdigen Hofbühne, ja. 


und die zum größten Schaden des Theaters 
Tumd bewirkt Hat. 
rüftungsausbruche (er glich 


Mode” 


überhaupt jedes Diannes von Geichmad herausfordern mußte. 


Über, fiehe da! Auf allen Wipfeln war Ruh. Man konnte 


zwar den entichiedenen Mißerfolg des Stüdes, das felbft 


von der dem Berf. jehr naheftehenden Zuhörerfchaft, nad) 
einigen im Anfang dur eine Minderheit erzmungenen 


Hervorrufen, fchließlich ausgezifcht wurde, nicht in einen 
großen Erfolg umwandeln. Uber man fpradh, wie das fo 


in diefen Kreiſen üblich ift, um die Sadhe herum: erzählte 
allerhand PBilantes aus dem Stüd und der Himmel weiß, - 
daß es an folcherlei, wofür freilich beffer ein anderer Name 
am Plate wäre, darin nicht fehlt; fchilderte eingehend die 


Toflettenpracht der Damen, die Mitwirkung eines drolligen 


Hundes, den Gefang einer Künftlerin (man benfe: eine 
fingende Hofichaufpielerin!) und erging fih vor allem in 
Zobpreifung und Bewunderung der „wibigen Einfälle” und 
„bumorvollen Satire” des „geiftreichen” Verfafferd. Woher . 
dieje plöbliche Nahficht und Sanftmut von Seite derjelben 
Keritifer, die ein paar Tage früher eine ganz unfchädliche : 
Harmlofigkeit in jo grimmiger Weife abgefchlachtet Hatten?! 
Die Erklärung ift nicht fchwer zu finden: Herr Auernheimer : 
ift Wiener Journalift und Feuilletonift, alfo einer der Shrigen. . 


Er nimmt, befonders als Feuilletonift, eine hervorragende 


Stellung ein, und wer zwiichen geiftreichelnder und geift- : 
reicher Schreibweife Feinen Unterjchied zu machen weiß und: 
wen das ftete Bewiteln aller, auch der erniteften Dinge, 

fompathifch ift, der wird in Herrn Auernheimer um jo mehr - 
einen Meifter erbliden müfjen, als diejer Schriftiteller, au 
in feinen größeren novelliftiichen Arbeiten, ftet3 etwas SYnter- - 
efjantes zu jagen weiß und zudem über ein in der Zeitungs 
welt jeltenes Maß von. Sprachgewalt und Sprachreindeit : 
Doh Herr’ Auernheimer begnügt fih nicht mit , 


verfügt. 
biefen Erfolgen: er ftrebt auch nad) dem Lorbeer der Bühne, 


bie ihm ja allerdings leichter al3 Hunderten erprobter Bühnen- - 
fhriftfteller zugänglih if. Und davon follte er wirklich . 


loflen; denn er bat jchon oft genug den Beweis ge- 
Iefert, daß ihm die Anlage zum Dramatiler gänzlich fehlt, 
faum jemal3 aber untrüglicher al3 mit feiner legten Bühnen- 
arbeit. Sie ijt nichts al3 ein in dramatiihe Yorm ger 
brachtes Feuilleton, und zwar durchaus Feines feiner beiten. 
Dramatiſche Vorgänge, eine fich fortentwidelnde Handlung 
fucht man darin vergeblich. . Herr Auernheimer gibt mit über» 


Dem Theaterleiter aber 


treibenden Zügen das. Bild einer. Che angeblich modernften 
Schlaged. Mann und Frau fehen fich über alles hinweg, 
was bisher mit den. veralteten Begriffen von Moral, Uns 
ftand u. dgl. verbunden und. geachtet wurde. Die Gejell- 
Ichaft, in die und der Verf. führt, bat Fein deal, al3 das 
des groben Sinnengenuffes, fie hat feine Sorge, al3 die 
des Geldbefites, die ja defien nötige Vorausjegung bildet. 
Das Leben diefer Leute befteht in einer unausgejehten Jagd 
nach dem Vergnügen, wobei fie fich ihre Männer und Weiber 
gegenfeitig abzufangen juhen. Ym übrigen aber, foweit 
die Börfengeichäfte fie nicht in Atem halten, verbringen fie 
ihre Zeit mit SKartenjpiel und üden Wigeleien. Nun, 
Menſchen diefer Art mögen dem Verf. oft genug in den 
Kreien, die er zu befuchen jcheint, begegnet fein. Daß aber 
die von ihm gefcilderte und einer folden Ummelt ent- 
nommene Ehe al3 die typifche moderne Ehe. anzujehen ift, 
muß auf da8 entichiedenfte beftritten werden; joweit find 
wir denn gottlob doch noch nicht fortgefchritten. Auf alle 
Fälle aber gehört ein Stüd, in dem ein durchaus frivoler, 
oft geradezu Efel erregender Ton herrfcht, nicht auf eine 
Bildungszmecde verfolgende, ernite Bühne, am wenigften auf 
die Bühne des Wiener Hofburgtheaterd, das, fo jehr und 
fo oft e8 au fchon in den Tetten Jahren entweiht wurde, 
doch feine ruhmvolle Vergangenheit nicht gänzlich mißachten 
follte. Carl Seefeld. 


Schmidt, Lothar, Das Bud) einer Fran. Luftfpiel in drei Akten. 
MAL ITOntunE im Deutfchen Boitötheater zu Wien am 14. Februar 


&3 läßt fih mit Leichtigkeit nacjweifen, daB Urauf- 
führungen Yiterariiher Werte auf Wiener Bühnen immer 
mehr abnehmen. E83 würde aber zu weit führen, wollte 
ih bier auseinanderzufegen verfucdhen, welcher Art Die 
Gründe find, welche diefe ebenfo bedauerliche wie unleug- 
bare Tatjache verjchuldet Haben. Selbit eine unferer erjten 
Wiener Bühnen, das Deutiche Volkstheater, wartet in den 
meiften Fällen die Erfolge von Berlin, Hamburg oder 
München ab, ehe es fih zur Annahme eines neuen Stüdes 
unferer bedeutenderen Schriftiteller aus eigener Wahl ent» 
Ichließt. Warum das Deutiche VBollätheater in diefer Saifon 
weniger literarifchen Ehrgeiz als fonft zeigt, ijt vielleicht 
am eheften bamit zu erklären, daß es das Glüd hatte, in 
der von Lengyel und Biro fabrizierten Komödie „Die . 
Czarin“ einen Kaffenmagneten befter Sorte zu finden. 
Wenn wir auch gerade nicht auf die Aufführung felbft ver- 
zichtet hätten, ‚um die Uraufführung des neuen Luftipiels 
„Das Buch einer Frau" von Lothar Schmidt mußte «8 
uns feineswegs zu tun fein. Die literarifchen Eigenfchaften 
diejes Werkes find keineswegs fo bedeutend, als e3 vielleicht 
auf den erften Blick ausſieht. Lothar Schmidt Hat fchon 
etliche befjere Theaterjtüde gefchrieben und am Iebhafteften 
ift uns fein jauber gearbeitetes und feflelnd zugefchnittenes 
Zuftipiel „Nur ein Traum” in Erinnerung geblieben. In 
feinem neueften Stüd madt fi ©. die Arbeit ziemlich Yeicht, 
indem er ebenfowenig Sorgfalt auf die glatte Handlung wie 
auf die Ausführung felbit legt. S. hat entjchieden eine 
ftarfe hHumoriftiiche Ader, aber er weiß gerade diesmal mit 
dem Humor nicht zu wirtfchaften und erwedt dadurch zu- 
weilen den peinlichen Eindrud eines weniger geiftvollen 
Schriftftellerd. Das Luftipiel „Das Buch einer rau” ent 
hält manche hübfche Situation und manche eigenartige Szene. 
Uber fie wird vom Berfaffer nicht genügend ausgenupt. 
Die komische Figur des Profejlors, der gleichzeitig einen 
gründlichen Kenner der weiblichen Seele und einen betrogenen 
Ehemann abgeben muß, wiederholt fich in jüngfter Zeit etwas 
zu..oft in den beutfchen Luftipielen und Komödien. Die 


79 — 1918. 5. — Die |höne Literatur — 1. Mäyg — 80 


eigentlidhe Bointe des S.ichen Luſtſpiels ſoll wahrſcheinlich 


barin liegen, daß der betrogene Ehemann ein Buch feiner 
eigenen Yrau keitifiert, ohne zu ahnen, daß es eben ein 
Bert feiner Gattin if. Sie Hat es Hinter dem Rüden 
ihres Gatten unter einem PBjeudonym geichrieben und darin 
ihre gefamten ehelichen Erlebnifje ausgeplaubert. Dant der 
vorzüglichen Kritik ihres Gatten hat fie bereit im erften 
Halbjahre mit dem Buche jechstaufend Mark verdient, die 
fie auf der Bant liegen bat. Daß der etwas tolpatidhige 
Brofeffor und Krititus, den der Berfafler überdies mit einer 
audgiebigen Kurzfichtigkeit ausgeftattet hat, in feiner eigenen 
Wohnung und fogar in feiner Gegenwart, allerdings hinter 
feinem Nüden, und dies im wahrften Sinne des Wortes, 
betrogen wird, fegt ber Untreue feiner Battin die Srone 
auf. Ein Ingenieur, der aus Bequemlichkeit im Haufe bes 
Profeffiors und nur um ein Stodwert höher wohnt, ift der 
Liebhaber der fchriftftellernden und Tiebeshungrigen Yrau, 
die ihrem allmählich doch heller jehenden Gatten alle Seiten- 
fprünge ftets geichidt auszureden verfteht.. So lange, bis 
er endli von dem Vorbandenfein der fechstaufend Mart 
erfährt, die er fi nicht zu erklären vermag. Er bringt 
biefes Geld mit dem Ingenieur in Zufammenbang, bis er 
die Aufflärung erhält. E83 folgt nunmehr die übliche Ber 
zeihung, doch wir haben keinen Grund, an die eheliche Treue 
diefer Frau zu glauben. Leider hat ber Verfafler ein bischen 
zu oberflächlich die Revanche des Profefford mit der Ange 
nieursgattin eingeflochten, denn gerade in einer diefer Szenen 
ftedt Wi. DVielleicht hätte diefes neue Stüd dem PBubli- 
fum beffer gemundet, wenn die Darftellung den Verfafler 
nicht teilweife im Stiche gelafien hätte. Jmmerbin: ein be- 
fgeidener Erfolg ift e8 geworben. Rudolf Huppert. 


Lavenen, Henry, Servir. Drama in zwei Aufzjügen. 
Nrauffübrung auf dem Theätre Sarah Bernard zu Parie im Januar 


Unter der auffallend rajch anwacdjenden Babl patrio 
tifcher Dramen auf der franzdfifchen Bühne ragt Lavedans 
Bwelalter »Servire durch einen Zug wahrhaft antiter Größe 
hervor. Die bee von der Pflicht unbedingter Hingabe an 
das Vaterland gewinnt hier eine Stärke, die unwillkürlich 
an Corneilles „Horace“ erinnert. Ein beſonderes Intereſſe 
hat 2. durch die Gegenüberftellung eines geradezu fana- 
tifchen Batriotismus und der Humanitätsidee hervorgerufen. 
Beide find in zwei Soldatentypen verkörpert; erfterer in 
dem Oberften Eulin, legtere in defien genialem Sobne, dem 
Urtillerieoffizier Pierre Eulin. Biwifchen dieje beiden Ge 
ftalten tritt die milde Gattin des Oberſt, eine Niobe, 
welcher der Krieg bereit mehrere Söhne dahingerafft hat. 
Sie neigt zu den humanitären Gefühlen ihres Sohnes. 
Durch falfde Denunziation trifft den Oberft der furchtbare 
Schlag entehrender Wbjegung. Uber er verfinkt dennoch 
nit in Untätigleit, jondern es bemäcdhtigt fich feiner viel- 
mehr eine fieberhafte geheimnisvolle Geichäftigkeit, die ihn 
feiner Yamilie entfremdet. Pierre ift ber Erfinder eines 
neuen Pulverd. UL er die furdhtbare Berftörungskraft bes- 
felben bei dem eriten Verfuch feitjtellt, da beichließt er, feine 
Erfindung felbft zu vernichten, damit fie weder bem Bruder» 
mord der Nationen, noch der Unardie diene. Als er jedoch 
am andern Tage aus feinem Laboratorium die Schriften 
entfernen will, welche die wifjenjchaftliche Formel enthalten, 
findet er diefelben nicht mehr vor. Budem ift ihm befannt, 
daß ein General des Kriegsminifteriums bei feinem Bater 
erihienen ift. Ein tief beichämender Berbadt fteigt in ihm 
anf. Sollte der geheimnisvolle Dieb fein eigener Bater 
fein, der das Geichäft eines Spions betreibt? Die inter 
nationalen VBerhältniffe wenden fich zu drohender Geitaltung. 


Ein Sohn Eulinz fällt in Maroflo im Kampf mit aufs 
rübreriiden Banden. Offenbar ift bie Emente verräteriich 
durch eine europäische Nation angezettelt worden. Die Tragil 
in der Yamilie Eulin wächft zum Höbepuntt. Der Bater 
entbällt dem Sobne das Nätjel, Das über feinem Treiben 
waltet, und erklärt mit Stolz, daß er ein Spion jei im 
Dienfte des Baterlandes. Borber Hatte er demjelben bie 
Grage geftellt, ob er im Falle eines Krieges in den völter- 
mordenden Kampf ziehen werde. Der Sohn hatte bebeu- 
tungsvoll auf die Frage gefchwiegen. Da die unglüdliche 
Niobe erfährt, daß ein weiterer Sohn dem Verrat zum 
Dpfer gefallen ift, da fehreit ihr wilder Schmerz um Nadhe. 
Auh in Bierre flammt das Vaterlandsgefühl allgewaltig 
auf und er lechzt nur mehr nad biutigem Kampf. Die 
Handlung ift überreich an pathetifchen, gewaltiam hinreißen- 
den Situationen. Wan dürfte fi jedoch fragen, ob fie 
nicht allzu fehr auf die beberrfchende Idee zugeichnitten ift. 
Auffallend mag es fernerhin erjcheinen, dab gerabe ein 
Offizier, befien Stand ftummen, aufopfernden Gehorfam vor- 
jchreibt, zum Träger der fich gegen die Pflicht auflehnenben 





Humanitätsidee gewählt worden if. N. Bevenig. 
Lyrik. 
E — —A a — ein Mäbdchen. München, 1918. 


God, Ernſt, Im bitteren Menſchenlaud. Naꝙhg 
—28 u — Franz Schüß. Berl 
0 


——— Ernſt ar Ans meiner Stille. 
iepenheuer. (64 ©. 8.) 1, 80. 
Rogee, ‚ Marcello, Auf den — des Lebend. Balladen. — 
2. Bereinigte Runftanftalten A.-@. (160 ©. 8) 4 
Straßer-Reidesg, Hand, Bon der Bühne deB Lebens. Lieder 
und Gedichte. Hale a. ©., 1912. Thiele. (144 E.8) #2. 


ee a. Russel im Winde, Leipzig, 1918. &enien- 
erlag 


m Karl, — = — Leipzig, 1912. Edardt. (89 ©. 8.) 


I Gedichte. 
I. giefgel 


Beimar, 1912. 


— Hans, Gedithte. run. 2 Modernes Berlags- 
bureau Curt Wigand. (216 ©. 8.) 


URAN, At — nud — 3. Band. Leipzig, 1918. 

Mupe. 

Beidfried, Rolf, ae Seelen. ann eines Einſiedlerẽ. 
Berlin, 1912. Giegismund. (232 €. 8) #4 2, 50. 

Man Tanın es billigermweife — verargen, daß er 
es ablehnt, Gedichtbücher zu kaufen. Wenn er den Dichter 
nicht kennt, verſteht es ſich ja von ſelbſt, aber ein gewiſſes 
Mißtrauen darüber hinaus iſt für weite Kreiſe immer 
noch begreiflich. Denn es wird gewiſſenlos leichtfinnig 
darauflos gedruckt und anerkannt, daß allmählich dieſe Un⸗ 
ſicherheit entſtehen mußte. Siliencrons zorniges Gepolter 
in feinen Briefen, obgleih er durchaus nicht al großer 
Kritiker angeiprochen werden fol, ift noch heute nad) zwanzig 
Sahren zeitgemäß und wäre oft genug vonnöten. 

Hand Heinrih Ehrlers „Lieder an ein Mädchen“ 
tragen feine Ueberfchriften und dürften e3 auch nicht. Sie 
find ein einzige Ueberquellen feiner Seele, die für eine 
furze Spanne Seit eine Gefährtin fand. Der reife Mann 
traf auf ein junges Mädchen. Er darf fie erweden und 
fie wandern miteinander in Lit und Gläd; er erfuhr eine 
Kette von Erlebniffen, die einander Reigern bis hin zum 
Sceiden. Die Gedichte find fozufagen ein Widerfpiegeln 
jeeliicher Höhepunkte, deren einer fchon wieder auf den 
andern vorausweilt nnb dabei noch an den Iehten zuräd- 


81 — 1913. 5. — Die [hdne Literatur — 1. Mir — Ä 82 





benfen Täht. Das Ganze eine Epifode, aber eine von 
denen, die ein Leben wert find. Diefe reine Gefühlstyrif, 
die und neue Bilder von ungeahnter Schlichtheit und Tiefe 
erichließt, wird feltener auch von naturfhildernden Gedichten 
unterbrochen. Doch darf der Dichter wahrlich von fich jagen: 
„und fegne alles durch ein mildes Wort”, denn vor feiner 
gläubigen Phantafie erhält die Umwelt ein neued Gewand. 
Sn leuchtender Klarheit flutet verinnerlichtes Erleben durch 
diefe ftillen Verfe mit ihrem ungezwungenen Rhythmus. 
Bon der hergebradhten Yormgebung hat &. faft nur den 
Reim übernommen. Noch möge bemerkt fein, daß ganz, 
ganz wenige Male die Melodie des Verjes nicht völlig 
einwanbsfrei if. Nur das Ohr natürlich empfindet es. 
Sei e3 dem Dichter gejagt, damit er andh dieje lebte Fein- 
heit noch erreide. Möchte fein Buch vielen bie gleiche 
Feierftunde bereiten wie mir! 

Das Werk eines Toten folgt nun in dem Reigen. Ernft 
&oIL ertrug fein Leben nicht und warf e3 Hin und wollte 
nicht beffagt fein, weil er nun fein Glüd erftritten hätte. 
Doch wir find Egoiften und Magen um diefen Züngling, 
ber ein Dichter war vor vielen anderen. SYhn erfüllte 
Sehnfuht nach dem Schönen, dem Strahlenden, dem Wunder 
der Jugend. Dies eine Lied hört er nicht auf zu fingen. 
Seine juchende Seele aber fror unter den Menſchen, denn 
er fand Tein Verhältnis zur fchaffenden Gegenwart. Aus 
feinem Leid ging feine Dichtung hervor. Kein Liebesglüd 
fonnte feine weſenloſe Sehnſucht ſtillen. Als ob das ſiei⸗ 
riſche Land, ſeine Heimat, deren berückende Kraft uns ſo 
oft ſchon geſungen worden iſt, ihn in ihren Schoß gezogen 
hätte. Die Gedichte ſtehen fern unſrer Zeit und fern einer 
Richtung, ſie wiſſen nichts von den Kämpfen des Neuen 
und laufen doch nicht bloß im Geleiſe der Alten. Alles 
Aeußere in ihnen iſt nur ein Ausdruck des Empfindens, 
Sturm und Sonnenſchein und Grabesblumen waren für 
Ernſt Goll nur das Gleichnis, ein Vergängliches im Ereignis 
ſeiner ſelbſt. 

Recht anerkennend iſt früher Ernſt Ludwig Schellen⸗ 
berg begrüßt worden. Sofern man das Wort Stimmungs⸗ 
lyrik zulaſſen will, wird man in dieſem Bereich den Dichter 
loben können. Müde Stimmungen, zuweilen etwas dunkle, 
ſchwer verſtändliche ſind es, die er immer von neuem ge— 
ſtaltet. Er bewegt ſich aber in zu engem Kreis, als daß 
er die rechte Anerkennung ſeines Talentes erfahren könnte. 
S. ſteht zu jenen, die im lyriſchen Bild das Höchfte juchen. 
Vielleicht kann man das überhaupt einen Mangel an Kraft 
nennen, einen Mangel an Handlungsfreudigfeit, der die 
Kunft und das Leben unferer Zeit merkwürdig Tennzeichnet. 
Aimmt man Hinzu, daß in den lebten Jahrzehnten unfere 
Sprade fehr weit verfeinert und ihre Bildhaftigkeit meient- 
lich bereichert worden ift, jo bleibt dem Verdienft de3 ein- 
zeinen nicht mehr allzu viel, wenn er feinen ftarken n- 
halt in feine Form zu gießen verfteht. Doch möchte ich 
den Dichter, der aus feiner Stille feine länge zu uns herüber- 
tönen läßt, nicht fchelten, weil fie eben nur ftill find. Das 
Leben nimmt verjchiedene Wege, und darum, daß fie lärmend 
find, tragen fie keinen höheren dichterifchen Keim in fid. 

Die Wege, die Marcello Rogge befchreitet, führen durch 
mancherlei Land. Und wo er hinkommt, jet ed in ben 
alten Schloßparf, nach Indien oder in einen Berliner Salon, 
findet er Stoff für ein Gedicht. Nitter- und Rheinromantik, 
Tod auf grünem Rafen, die alten Druiden, jentimentale Stüd- 
lein,?zuweilen etwas foziales Empfinden, furz dies und das 
find die Themen. Weder im Stoff, no in der Durdy 
führung zeigt fich ein neuer Gedanke. Es iſt ebenſo Durch—⸗ 
hnittsarbeit wie Straßer-Neideggs Gedichte mit dem 
noch etwas anjpruchsvolleren Titel. uf der „Bühne des 


Lebens” fpielen fich aber auch Meine Dinge ab. Ein Lieb 
auf dad Studentenband ift bloß noch beicheidene Haus- 
dihtung. Etwas fehr antiquiert ift der Verjuch „im Stalden- 
ton”, deffen Stabreime jämtlich falih find. Die gute Ge- 
finnung in den füdweltafrifanifchen Gedichten ſei anerkannt, 
aber Täme e3 darauf allein an, wäre mancher ein großer 
Didter. 

Auch Friedrih Wieger3haus, der ganz hübiche Töne 
findet, aber fchließlich jener Sntuitiongkraft des Gefühls er- 
mangelt, die über die Tatjache der Empfindung Binausgebt. 
So bleibt er dabei, Gemeinempfindungen zu umjchreiben, 
denn PBerfönliches ift in den Gedichten wenig. 

Altersdichtungen bringt Karl Berner. Gie begleiten 
fein Leben mit frohen und wehmütigen Erinnerungen, find 
aber fo wahllos bingefchüttet, daß Fein rechter Reigen 
daraus entfteht. 

Ebenfo wenig, muß man leider faft jedesmal fagen, 
haben die Gedichte Rüterg Literarifchen Wert. Breit Läuft 
der Strom der Erzählung daher, balladenhaft, doch ohne 
Kompofition und tieferen Gehalt. 3 ift jene Dilettanten- 
Iyrif, die ebenfo gut politifiert wie fih an Schauerromantit 
ergöbt. Das einzig Charakteriftiiche ift, daß die melften 
Gedichte jehr Tang find. 

Schlimmfte Dilettantenarbeit find auch die Früchte und 
Blüten Nommfens, die beffer nicht fomweit gelommen wären. 
Grammatit und insbefondere die Wortftellung ift völlig will- 
fürlih behandelt. Mit eingejchobenem „e" und ftändigen, 
ganz finnlofen Elifionen wird der Vers notdürftig zuftande 
gebradt. E3 fommet, e8 wallet, er gehet, er hat ein Ge 
mwande, traut’ fteht für trauten zc. 

Beicheidener ift der brave Einfiedler, der mit dem Unter 
titel „Reimbuch“ vorficgtigerweife auf das Wort Gedichte 
verzidtet. Ja, Liebe, die „dem Ahnungslofen Fund wird“, 
reimt auf Triebe, e3 gibt blinde Liebe, raftlofe Liebe, troft- 
Lofe Liebe, des Knaben Liebe, auch reimt „verlornes Glüd” auf 
„tehrt nie zuräd”, im Frühling blühen Vhoriythia, Krokus, 
Maiglöckchen, Veilden, Anemonen, Pfirfifh und dazu fingen 
auch verfchiedene Vögel. Gewiß wird niemand die einfame 
Seele de3 Herrn Rolf Yeidfried daran hindern, fi dar 
über zu freuen, aber bitte, nicht druden lafien. Im Ernſt, 
e8 ift berb, folcde Worte finden zu müffen, aber wenn bie 
Gedichte nicht gleich Hundertweife gedrudt würden, möchten 
wohl bier und da die wenigen befjeren allein ein freund» 
fichered Urteil erhalten. Curt Noch. 


Teen, Walter, I. Dentfches Gemätsichen. Lieder und Sprüche in der 
DE 1. sale Dresden, 1912. U. Breddin. (836. 
8) 41 


IL Olumenftränge. Mit einem Bildnid des Verfaſſers. 2. Gedicht: 
büchlein. Ebd., 1912. (84 ©. 1.8) 41. 

III. Göttliche Komödie und Teufelsiput. 
Ebd., 1912. (107 ©. 8.8) 41. 

Der Dresdener Schriftftellee Heinrich Thiele, genannt 
Walter Treu, fchon in weiten Kreifen durch feinen aus 
zehn Bändchen beftehenden Fulturgefchichtlichen Novellen- 
zuffus „Ein Landftädtchen, wie e8 weint und ladjt” und 
den Gotengefang „Iheoderich der Große“ (vgl. Lauf. Jahrg. 
Nr. 4, Sp. 60/61d. BL.) wohlbelannt, zeigt fi in den 
vorliegenden drei Eleineren Gebichtbüchlein auch wieder al3 
Shealiften, wie ihn unfere materielle Zeit ganz bejonders 
nötig Hat, indem er den Lejer aus dem Getriebe des 
haftenden Alltagslebens in die reine Sphäre der ebeliten 
Güter, wahre Religiofität, felbftbewußte Menichenwürde und 
aufopfernde Vaterlandsliebe mit Begeifterung und Innigfeit 
zu erheben weiß. Dabei jchlägt er Durchgehends einen 
Ichlichten, einfachen, ganz dem Bebürfniffe des Volles ent 


3. Gedichtbüchlein. 


83 — 1913. 35. — Die [Köne Literatur — 1. März. — 


Iprechenden Ton an; feine Dichtungen verdienen daber 
allgemeine Beachtung und die weitefte Verbreitung. 

I. enthält 81 längere und kürzere Gedichte, II. 89, eben- 
falls von fehr verfchiedenem Umfange, der erfte Teil von 
III. 22, der zweite 25. Zahlreiche Lieder und Liedchen find 
mit Reht aus des Verf.3 Gotengejang, ald feinem Haupt- 
wert, mit in die Sammlungen aufgenommen, ja ber 8. und 
9. Strauß in IL. beiteht nur aus folden. Auch aus „Ulrich 
der Tachende Philofoph”, „Prediger und Yreimaurer” u. a. 
ift manches wieder abgedrudt. 

Tief inniges, echt poetifhe® Gemüt atmen aus IL 
befonder3 die Gedichte: „Kein Süd ohne Liebe”, „Die 
Nofe”, „Heimat”, „Das Scifflein”, „Eriehnte Ruhe“, 
„Benügfamtkeit in der Hütte”, die fünf Gedichte „Glöckleins 
Geläute”, „Hulbigung und Gebet” und „Des jungen Friegers 
Abichied” (die beiden lebten aus Treus „Ein Landitädtchen, 
wie ed weint und lacht”). 

Aus II. dürften namentlich hervorzuheben fein: „&laube, 
Liebe, Hoffnung”, „Die Krone des Lebens”, „Die Frage”, 
„gum Xobe der Liebe”, „Der Liebe Macht”, „Ahorn und 
Epheurante”, „Regen, Nacht”, „Sonnenfcein, Tag”, „D, 
halte aus", „Ein Sang zum Preife des reihen Mannes“, 
„Allerjeelen”, „Zotenfeft”, „Bußtag“, „Weihnachten“, 
„Sedanten, Worte, Taten“, „Klugheit und Weisheit”, fowie 
der ganze oben erwähnte 8. und 9. Strauß und aus dem 
10. „Dem Baterlande”, „Des Sacfenvolfes Klage beim 
Tode feiner Königin Carola”, „Shafeipeare”, „Kaifer Franz 
Kofef”, „Prinz LZuitpold”. Meiftermerfe aus IH, 1. Zeil 
(Böttlihe Komödie) find vor allen die in tönenden Diftichen 
geichriebenen „ZTageszeiten und die Schwalben“, die beiden 
dem Schriften „Prediger und Freimaurer” entnommenen 
Gedichte „Das Paradies" und „Die Sünde”, „Paul 
Sleming”, aus IH, 2. Teil (Teufelsfput) „Im Banne bes 
Wahns“ und „Nach Jahren“. Karl Löschhorn. 





Zeitſchriften. 


Dad Bayerlaud. Yluftrierte Wochenſchrift für Bayerns Land und 
Volk. KEGgb. v. J. Weiß. 24. Jahrg., Rr. 19/20. Münden. 

Inh.: (19/20.) M. Herbert, Der verſchüttete Brunnen. — Joſ. 
Sähufter, Dr. Georg Friedrich Ritter v. Eichheimer (1764 —1864), 
der erfte bavyerifche Generalftabsarzt der Armee. — Aus dem Privat- 
leben des + Prinzregenten Quitpold von Bayern. — (19.) M. Franten- 
burger, Zur Beihichte der Wandteppiche ded bayer. Fürſtenhauſes 
unter Herzog Marimiliand I Regierung. — Fridolin Solleder, Der 
Epagenfrieg im Hodftift Würzburg 1746/47. — Chriflian Böhm, 
Auf Römerfpuren in der Rheinpfalz. — H. Rein!, Drei Skifahrten 
im Berchtesgadener Land. — (20.) 3. B. Kull, Die Goldfchmiede- 
und Oraveursfamilie Zeggin 1560-1710 in zn — 5. Port, 
Der Sarten des Dichter? H. Lingg. — A. Ritter, Die Heine Kalmit. 


Der Brenner. Halbmonatsfhrift, Hub. von 2. v. Fider. 3. Jadıg., 
Heft 9. Inndbrud, Brenner Berlag. 


Inh.: 8. 3. Heinrich, Karl Kraus ald Erzieher. — ©. Tratl, 
Helian. — D. Kofztolänyi, Der Unbelannte — Herm. Brod, 
Philiftrofität, Realismus, Zpealiömus der Kunfl. — €. Dallago, 
Kleine Sämereien. — 8. v. Fider, Ridtigftellung — Karikaturen: 
folge 57: Mar v. Efterle, Profeffor Bernheimer. 


Das Bud) für Alle. Red.: Th. Freund. Jahrgang1913, Heft 10/14. 
Etuttgart, Union. 

Snh.: (10/14.) Beorg Hartwig (Emmy Koeppel), Bleib dir treu! 
Roman. (Fortf.) — (10/1 
(Sht.) — (10/11.) Der Baltantrieg. 3/4. — (10.) Alfred Manng, 
Die Bagabunden. Eine wahre Weihnachtögefchichte. — Rich. Tobien, 
Drei Mahnungen. Erlebnid aus dem Balkankrieg. — (11.) Das Hche- 
(hit „Zulfan“. — Horft Bodemer, Der Raugarder. Erzählung. — 
Senny Limburg, Die Falle. Ein Märchen für Erwadiene — (12.) 
Der Regentfhaftswehfel in Bayern. — (12/14) Woldemar Urban, 
Des Wunfdes Ende. Der Roman einer Frau. — (12.) W. Granville 


z 


— Egqmidt, Nur ein Hund. Erzählung. — Adolf Start, Das Kind 


.) R. Ortmann, Vermeſſenes Spiel. Roman.— 


In 
‚(Mit Bil 


84 


it nit effen! — R. Böhme, Die erfle Patientin. Novellette. — 

3.) Bettn Rittweger, Frau Penelope. Eine Gelhihte aus alter 
Zeit. — Ma v. Shmidt, Sparen, Iparen! — Karl Schüler, Der 
Cayanga. Brafilianifhe Skizze. — (14.) &. v. Rügen, Die Raub- 
fiiher. Eine Gejhichte von der Wafferfante. — Th. v. Wittembergt, 
Können die Tiere denken? 


Die Bücherei Maiaudros, eine Zeitichrift von 60 zu 60 Lagen, bab. 
von 5. Lautenfad, A. R. Meyer, A. Rueft. Bu 3. Berlin, 
MWilmerödorf, Knorr. (38 ©. 8. mit 6 Holzfchnitten.) 


Inh.: Anſelm Ruſeſt, Apollodoros. Weber Lyrik ein Dialog. 


Bühne und Welt. Red.: H. Stümcke. 16. Jahrg. Rr. 9. Leipzig, 

. Wigand. 

Inh.: Erich Gutmacher, Der Don⸗Juan⸗Stoff im 19. Jahrh. 
— Garlod Drofte +, Carl Braun. — F. Du bitzky, Ernſte Ton⸗ 
dichter als Operettenkomponiſten. — Eliſabeth Mentzel, Neues über 
Eliſe Buͤrger. — Gg. Schaum berg, Von den Münchener Theatern. 
— L. Klinenberger, Von den Wiener Theatern 1912/13. 6. — 
5. Stümde und F. Dubigky, Bon den Berliner Theatern 1912/13. 


Daheim. Red.: P. D. Häder. 49. Jahrgang, Rr. 20/21. Leipzig, 
Velhagen & Klafing. | 

Inh.: (20.) W. v. Bremen, Kann Deutihland im Fall eines 
Krieges audgehungert werden? — Pfadfinderinnen im Schnee. — Zum 
MWiederbeginn des Krieged auf dem Balkan. — Ad. Zimmermann, 
Dur die kritifhe Zone. — Botfchafter a. D. v. Holleben +. — (20/21.) 
Lene Haafe, Die märtifhen Lienowd. Roman. (Fortf.) — H. Dalmer, 
Der Wurzer-Zonl. Roman. — (20.) Meifterwerte aus der Kafleler 
Galerie. — W. Portius, Schlaraffenland. — EC. Lund, Kohlen 
und Proviant. Plauderei. — Martin Jacobi, Friedrih d. Gr. als 
Dpernleiter. — (21.) Die Verlobung in unferem Kaiferhaufe. — Hohen- 
zolleın und BWelfen. — Die neue deutfche Botichaft in St. Peterdburg. 
Quo vadis im Kinematographentheater. — Zehn zu Sehgehn. — Die 
Shloßtirhe in Quedlinburg. — Der Begründer der erften deutfchen 
Baumſchule. — 3. Höffner, Das Buh im Gefängnide. — Paul 
Grabein, Wohlfahrtdeinrihtungen im Rubrlohlenrevier. — Fr. 
Hoppe, Der Zionidmusd und feine Erfolge im heiligen Lande. — Ed. 
Heyd, Die Nationalgerichte. Eine ulturgefhichtlihe Pottenkiekerei. 


Dentih-Defterreih. Wochenfhrift für Politit, Kunft und Kultur. 
Hıögbr.: B. Samaffa. 1. Jahıg., Heft 5. Wien. 

Snh.: Keim, Die Kriegdleiftungen der Grogmädhte zu Lande. — 
Adolf Sruf, Die wirtfhartiche Bewegung in der Aerztefhaft. — 
R. F. Kaindl, Die Karpatbendeutfchen, ihre Anfledlung und Ber- 
breitung. — A. vd. Groeling, Die öfterreichifche Petroleuminduftrie 
und Deutfchland. — D. Weber, Friedrih v. Gens. — A. Hagen« 
auer, PBlunders Shidfal. — E. Buglia, Skizzenblätter von einer 
norddeutfchen Stäbdtereife. 


Das ee Eis. Hıögbr.: &.Heilborn. 15. Jahrg., Heft 10. 
Berlin, Fleiihel & Co. 

Inh: ©. Hermann, Peter Hille. — Charlotte Lady Blenner- 
baffett, Einige Worte über die englifhe Romanliteratur. — Sigmar 
Mebring, Jungfranzöfifhe Lyril. — Franz Strunz, Alt-Wiener 
Miniaturen. — F. Gräffer, Aus „Alt-Wiener Miniaturen“. — R. 
Berger, Shiller-Scriften. — F. Schotthoefer, Der neue Donnay. 


Die Grenzboten. Hrögb. von G. Cleinow. 71. Zabıg., Nr. 6/7. 
Berlin, Berlag der Grenzboten. 


Snh.: (6.) Bamberger, Perftaatlihung ded Grund und Bodens. 
— Carl Sentih. Zu feinem 80. Beburtätag am 8. Februar. — Ehr. 
3 Rlumter, Die Berufsvormundfchaft ald Organifationdform des 
Kinderfhuped. — NReu-Kamerun. — (6/7.) Karl Krideberg, Briefe 
aus Trebeldorf. — (6.) Karl Freye, Der neue Zräger des Bolkd- 
Schillerpreifed. — Spectator, Politit und Wirtfhaft. — (7.) Wilb. 
v. Maffow, Der Präfident der franzöfifhen NRepublit. — ©. W. 
Schiele, Bon einer neuen und anderen Gozialpolitit. — Arbeiter 
als literarifche Krititer. — M. 3. Wolff, Reue Molidre-Ueberfegungen. 
— dh. Shurig, Bad ift der Krieg? 


Hammer. Parteilofe Zeitfrift für nationales Leben. Red.: Theod. 
Fritfh. 11. Jahıg., Nr. 255. Leipzig, Fritich. 


Ind: Theod. Fritfch, Die rechte Ehe. — 8. F. Wolff, Der 
Ursprung der Kultur. — Phil. Stauff, Armanentum und Schulen 


. der Alten. 


Die Heimat, Monatöfhrift d. Bereind z. Pflege der Ratur- u. Landes» 


funde in Schledw.-Holftein, Hamburg u. Lübel. 23. Ig., Nr. 2. Kiel. 
h.: M. Niffen, Zum 80. Beburtötag Karl Ludwig Jeflens. 
dern.) — Bifcher, Zwei Briefe Klaus Grothd an und über 


85 — 1913. 35. — Die |höne Literatur —1.Miy — 86 


. 





John Brinkmann. — Weyl, NRehtögefhichtlihes aus Echledwig- 


Holftein. 2) Moorleichen. (Mit Bild.) — Ferber, Kriegslieder aus 
der Erhebungszeit der Schledwig-Holfteiner. — Hoed, Gtutenfpielen. 
— Peterfen, Aus dem Ranzelberger Fremdenbud. 


Das Land. Drpan ded Deutichen Bereind für ländliche Wohlfahrtd- 
und Heimatpflege. Red.:H. Sohnrey. 20. Jahıg., Rr. 5/8. 
Zrowigih & Sohn. 

Inh.: (5.) Frhr. v. Zedlig und Neufirh, Bauernpolitit. — 
Die Herrihaft Muhrau und ihre Wohlfahrtdeinrihtungen. — Freuden- 
feld, Ein Jugendfpielbetrieb im Elfaf. — Xemble, Das preußifche 
Sparkajiengefeg und die ländlichen KAreditgenofjenfchaften. — Rihard 


Done, Job. Hinrich Fehrd. — 2. Läßer, Die deutfche Dorfdichtung . 


im Sabre 1911. — (6.) Marie Tyrol, Eine ländliche Kulturftätte in 
Oftpreußen. — Land und Lebendtunft. — D. Enkling, Fris Worm, 
der Rũgendichter. — Joh. Peter, Korbiniand Weihnahtdabend. — 
(?.) Schr. v. d. Golg-Kreigig, Mafien- und Ginzelarbeit in ber 
Bohlfahrtspflege. — H. A. Schüg, Kichtbilderabende. — 
ning, „Bon Rebtd wegen”. — (8.) Der Deutfche Bauernbund und 


die Ländliche Wohlfahrtd- und Heimatpflege. — 3. Nottrott, Unfere 


BVohifahrtseinrichtungen. — Pflug und Adergefhichten. Aus dem 
Roman Alfred Huggenbergerd „Die Bauern von Steig“. — A. 


Baygner, Die „Hıllig” auf dem Borderbundrüd. — WB. Müller, 


Brautwerbung. Aus dem Sfergebirge. 
Liigt und Schatten. Wochenihrift für Schwarzweißtunft u. Dichtung. 
a von H.v. Qumppenberg. 5 Zahız., Nr. 19,20. München. 

Snh.: (19.) Heinrich Steintger, Der fump. — H.M. Appell, 
Die Bogeliheuhe. — 120.) Nield Hoyer, Sehnfudt. 
Eroifjant-Ruft, Philemon und Baucid. 


Militär - Wochenblatt. Red.: v. Frobel. 98. Jahıg., Nr. 18/22. 


Berlin, Mittler & Sohn. 

Snh.: (18.) Sefchog oder Bajonett? — Nah Preußen gerettet. 
(Schi.; — Tornifter oder Rudfad? — (19.) Die Räumung der Feftung 
Bilau durh die Franzofen am 8. Februar 1813. — Ein Anreiz zur 
Beburtenfteigerung in Srankreih. — Korpsfchulen auf Zruppens 
Uebungsplägen. — Die Schweizer Truppenübungen 1913. — Regiment» 
abende in Berlin. — (20.) Kavalleriftiiche Erfahrungen aus dem Baltan- 
kriege. — Militärtehnifhe Umfhau: Die deuten Xuftfchiffe am 
Sapresanfang. — Sanitärstattifche Dienftausbildung. — Das italien. 
Heneralfiabewert über den Krieg 1859. — (21.) Diac Mahon und de 
Failly am Tage von Wörth. — Kavalleriftiiche Neuformationen 1813. 
— Die neuen Kavalleriedivilionen in Frankreich. — (22.) Chronologiſche 
Veberfiht der Ereigniffe vor 100 Jahren. (Fortf.) — Reued vom fran- 

öfihen Heere. — Zur Geihichte des Ballankrieged. — „Deutiche 
ten". — Regimentisabende. 


Süddeutſche Monatshefte. Hgb. v. P.R. Coſſmann. 10. Jahrg. 
5. Heft. München. 


Snh.: Anna Hilaria v. Eher, Primuls aurea. Erzählung. — 
0. ®. Züricher, SFamiliendbriefe und Gedichte von Karl Gtauffer- 
Ben. — Fr. Detter, Die Strafrcchtöreform. — Joh. Georg Lö, 
Aigner Rebındiaufe — M. I. Bonn, Der Kern ded Home Rule 
Problems. — Spectator Germanicus, Eiſenbahnſorgen in Deutſch⸗Süd⸗ 
weſtafrita. — Hans Hildebrandt, Joachim Stkopgaard. — Ulrich 


Rauſcher, Vom Berliner Theater. — Tim Klein, Chriſtoph Martin 


Wieland. — Luwig Pariſer, Richard Weltrich. 


Velhagen & Klaſings Monatshefte. Red.: H. v. Zobeltiz. 
27. Jahrg., 6. Heft. Bielefeld, Velhagen & Klafing. 

Inh.: Fritz v. Oſtini, Paul Hoecker und ſeine Schule. — B. 
Kellermann, Der Tunnel. Roman. (Fortſ.) — Walter Frhr. v. 
Rummel, Prinz⸗Regent Luitpold von Bayern. — O. Bie, Taran⸗ 
tella und Fandango. — F. Speidel, Hindurch mit Freuden. Er⸗ 
zählung. — Aus Preußens ſchwerſter Zeit. Tagebuchblätter des Fräuleins 
Philippine v. Kannewurf. — Ernſt Decſey, Walzer in der Nacht. 


— Klaus v. Rheden, Von Sonnen, Monden, Sternen, Löwen, Gold: 


blumen und anderem. Ein Ausflug in die Ordenswelt. — Otto v. 
GSottberg, Kriegsberichterſtatiung. — Viktor v. Kohlenegg, Der 
Katzentiſch. Roman. (Fortſ.) — L. Hirſchfeld, Theaterbrief aus Wien. 
— C. H. Starken, Der Vortaͤnzer. 


RNord und Süd. Hrsgb. von L. Stein. 36. Jahrg. Februar 1913. 
Berlin, Schottlaender. 


Inh.: Sultan Abdul Hamid II, Gedanken und Erinnerungen 
Tagebuchblätter, hrsgb. von Ali Vahbi Bey. — König Rikolaus J, 
Sonnenuntergang in Montenegro. Erinnerungen an den 1860 zu 
Cattaro ermordeten Fürſten Danilo, ſeinen Vorgänger. Deutſch nach⸗ 
gebildet von Axel Luͤbbe. — W. Georg, Erinnerungen an Alfred 
v. Kiderlen. — Max Roloff, Der Panisſamismus. — Lord Cour⸗ 
tene 
deutfdeen Freund. — ©. H. Perrig, Mehr Licht über die Agadir 


erlin, 


9. Kiew 


I Boccacciod Yubeljabr (1313—1913). — ©. € 


— Anna ' 





of Benwith, Nationen und Nahbarn. Ein Brief an einen. 


Krifid. — E. Sieper, Die deutichenglifche Berftändigungsfonferen;. 2 
— 5.0. Ferenczy, „Krieg dem Kriege”. — 8. Kedermann, Der 
Krieg ald Kultur und Wirtfchaftsereignid. Vorfchläge zur Begründung 
eined Zivilarhivd ded Krieges. — W. Bloch, Bom Wefen der Hritit. 
— 8. Koppin, Hellenifhes Lachen. Eine ganz unmoderne literarifhe 
Epiftel. — Sigmar Mehring, Philomelend Klagelaut. — Gräfin 2. 
Urtull, Dad Haus des Haffed. Rovellette. — Hand Land, Alfred 
von Sngelheimd Lebenddrama. Roman. (Fortf.) 


Saturn. Eine Monatsfchrift, bgb. von H. Meifter und H. Groß- 
berger. 2. Heft. Heidelberg u. Leipzig, Satumverlag. 4 0, 50. 
Snh.: 8%. Hubermann, Boheme — Ehamfort, Aneldote. — 

D. Baum, Kleiner Roman. — Paul Zeh, Berhaerend „Stunden“. 
— 2. .. ant, Wiener Romanze. — R. Benedir, In Aegppten. 
— 9. Örofberger, Die Reife in die Lunge. — Herm. Meifter, 
Bon Dichtern in Prag. 


Sonutagsbeilsge Rr. 5/6 3. Boff. Zeitung 1912, Rr. 59, 72. 
Snh.: (8.) D. F. Genfihen, Deutihlands erfled Opfer im Be 
freiungstrieg. — R. Wilbrandt, Eine Studienfahrt durh China 
während der Revolution. (Sch) —R. E. Pohoritles, Die Pfiycho- 
logie ded Mythod. — (6/6.) Bor 100 Jahren. — (6.) Alerander v. 
Bleihen-Rupwurm, Nah fechd Jahrhunderten. Ein Gedentwort 
. Bazauret, Ge- 
ügelte Worte und Halbflügler. Eine Anregung — Ernft Müller, 
Eine neue Quelle zu Shillerd „Rabale und Kiebe. — H. Stümde, 
Adelina Patti. Zu ihrem 70. Geburtstage (10. Februar 1913). 


Der Türmer, Monatsfchrift für Gemüt und Geiftl. Hrögdr.: I. €. 
Frhr. v. Örotthuß. 15. Jahrg, H. 5. Gtuttg., Greiner & Pfeiffer. 
Snh.: F. Hutter, Ein offenes Wort zu unferer tolonialen Arbeit. 
— Elifabeth Diatonoff. (Fort].) — Fri Daeder, Den Geihmad 
verderben. — F. Nonnemann, Das artige Kind. — A. M. Frey, 
Sedantenlefen? — WB. Nithad-Stahn, Die Schwierigkeit der Theo⸗ 
logie in der Gegenwart. — Müller, Da müßte ich ja Tinte ge- 
foffen haben. — Maday, Das ritterlichariftotratifche China. — Fr. 
Hornig, Heuchler unter den Tieren. — Zt eine Ler Parfifal mög. 
ih? — Kaifer Wilhelm II über feine Oymnajialzei. — WVieffer, 
Heiltunft und Philofophie. —- Karl Stord, Magiiter Elegantiae. — 
H. Kienzl, Berliner Theater-Rundihau. — Hauptmannd „Atlantis”. 
— Das Jubiläum ded Kgl. Preußifchen Generalintendanten. — Karl 
Stord, Zum Reubau des Königlichen Opernhaufes in Berlin. — M. 
a ©raf Georg v. Rofen. — 8. Stord, Unfer Opem- 
ptelplan. 


Ueber Land u. Meer. Deutfche iluftr. Zeitung. Ned.: Rud. Bresber. 
55. Jabıg., 109. Bd., Nr. 20/21. Stuttgart, Deutfche Berlagsanftalı. 
Inh.: 20/21.) Georg Engel, Die vier Könige. Roman. (Fortf.) 
— (20.) Schweizer Infantericmitrailleure — Halben, Ueber die 
Technik des Zıelfahrens im Freiballon. — Fr. Thieme, Die Ueber 
rafhung. Eıne Seihichte aus dem Leben. — Parts im Winter. — 
Hermann Muthefiugd, Die Entwürfe zum neuen Königlichen Opern- 
baue in Berlin. — (21.) Die Schwäbifge Türkei. — E. Stangen, 
Madonnentaub. — Theodor Elemens, Krieg. — Die jchwarze „Benus 
mit dem Spiegel". — B. Bölfhe, Tendaguru und der ekord der 
Saurier. — BB. Lantert, Erzentrits der bildenden Künfte. | 


Die Wange. Redakı.: E. DB. Zenter 16. Jahıg., Rt. 5/6. Wien, 
Stern & Steiner. 

Inh.: (6) €. B. Zenter, Der neue Krieg. — P. Giretean, 
Ein Arbeitöfeld für die Pagififten. — Der PBarifer „Tannpäufer*. — 
Das ne der Enfoldt. — A. Ullendorf, Eine Begegnung — 
(6.) &. B. Zenter, Kronawetter. — W. Hanauer, Die Bertigkeit 
der Uneheligen. — H. Rokotnig, „Ein Arbeitöfeld für die Bazi- 
fiten”. Eine äntgegnung. — H. Kleinpeter, Blinder Religionseifer. 
— Mar Morold, „Zanthen Rosmarin”. — Andor Gäbor, Dreißig 
Baar Schuhe. 


Das freie Wort. Hrögb. v. Mag Henning. 12. Jayıg., Rı. 22. 
Frankfurt a. M., Neuer Brantfurter DBerlag. 
Inh.: May Maurenbrecher, Realiftifche Friedensbewegung. — 

A. Ritter, Südofteuropa und das Slawentum. — Oplfaginnıng, 
Die Schule in Ungarn. 2. — ®. van Eupen, Iglesia Filipina 
Independiente. — Arbiter, Luitpold, Xudwig und Bayern. 2. — 
GEiebery Friedrichs, Die moniftifhe Religion Eınit Haeckels. — A. 
en Acgypten und die Bibel. — A. Wagner, Der Kampf. um 
die Kultur, 


Die Wade. 15. Zayıg. Rr. 6/7. Berlin, Scherl. 


Inh.: (6.) WB. Rein, Erziehung zum politifchen Urteil. — A. v. 
Aurich, Die deutiche Botſchaft in —— Balesta Gräfin 
Bethufy-Huc, Momentaufnahmen von unterwegs. — (6/7.) Rudolph 
Strag, Stark wie die Mark. Roman. ($ortf.) — (6) 5. Domini, 


87 — 1918. M 5. — Die [Höne Literatur. — 1.Migg — 88 





Umwege in der Tehnil. — U. Krenn, Bei den Mönden auf dem 
Et. Bernhard. — E. Fıhr. v. Wehmar, Der Marftall der Königin 


von Holland im Haag. — Lo Lott, Sefchehnid. Ein Zagebuchblatt. 
— 6. Thomas, Beltausftellung in Ean Franziöte. — Hlerander 
rünen Salon. — (7.) Werner 


v. Öleihen-Rußwurm, Aus dem 
N Stadt und Wald. — Hildebrandt, NRationalflug- 
pende. — Zlfe Linden, Die Mufeumdführung. — H. de Ble&des, 
Blumenfhladht in Nizza. — D. Lummer, Geipenfterfehen. — Hand 
Fechner, Wie man 
und nuais: Fahrt. Skizze. — ©. Feldmann, Die Mantilla. — 
Udo Dammer, Aegyptifhe Pflanzen. — Emft Frand, Unfere Zif: 
gäſte. Geſellſchaftsplauderei. 


Zeit im Bild. 11. Jahrg., Nr. 6/7. Red.: H. Bodenſtedt. München, 
Reue Deutſche Verlagsögeſellſchaft. 


nb.: (6.) Roda Roda eontra Steiger. — Sattler. — Adelina 
Patti. — Saſcha Schwabacher, Frankfurter Kunſtſchau. — Frit 
Behn. — Colin Roß, Lichtreklame. — Joſef Kohler, Bordighera. 
Rovelle. — A. Goldſchmidt, Wirtſchaftschauvinismus. — Rudolf 
Huch, Talion. Roman. (Fortſ.) — Andreas Strug, Geſchichte einer 
Bombe. Roman. (Fortſ.) — (7.) Julius Hart, Otio Ludwig. — H. 
Ammann, Lebensbilder aus modernen Tiergärten. — M. Berger, 
Rivieralandſchaften. — G. Ohaus, Von oſtdeutſcher Induſtrie der 
Gegenwart. — K. Bleibtren, Der Unterſchied des deutſchen und 
franzöfiſchen Soldaten. — A. Goldſchmidt, Um 1813. 


Illuſtrierte Zeituung. Red.: O. Sonne. 139. Band. Nr. 3688 
—III 


Inh.: (3633. Paul Stettiner, Die Bedeutung Königsbergs im 
Jahre 1813. — Broſe, Zur Wehrvorlage. — Die Verlobung im 
deutſchen Kaiſerhauſe. — Alfons Paquet, Das neue Gebäude der 
deutſchen Botſchaft in St. Petersburg. — Carl Junker, Trieſt, ſein 
Hafen und Auslandsverkehr. — Paul Schwarz, Aus dem Erdölgebiet 
in der Lüneburger Heide. — Georg Biermann, Hand Beat Wieland, 
cin Maler de8 Hochgebirgesd. — Balcrian Zornius, Die Sefelifchafte- 
dame der Renaifjance. — Zaetel, Die Urfchildfröte aud dem Keuper 
von Halberftadt. — Berufstöchter und Haustöchter. — (3633/34.) Käthe 
van Becker, Flammen. Skizze. — (8634.) Minifterwechfel in Japan. 
— R. Gebhard, Der ruffiihe Staat unter der Aegide der Noma- 
nowd. — Alfred Merz, Die deutfche antarktifche Erpedition und ihre 
Birkfamkeit. — Franz Herwig, Ian von Werth. Roman. (Fortf.) — 
Wolfgang Müller, Ausftelung alter Meifter der enmlun Dr. Lanz. 
— 5% Kempe, Granatfifherei im Dollart. — Guſtav 
Das Shloß in Brudfal nad feiner Wiederherftelung. — Die Ent 
dedung eines prähiftorifchen Sräberfeldes bei Omunden. — Fr. Kraus, 
Sportubertreibungen. — Paul Bejeuhr, Der Wettbewerb um den 
Kaiferpreis für den beften deutfchen Ylugzeugmotor. 


Hitteilungen. 


Literatur. 


Zum 100. Geburtötage Dito Ludwigs veranftaltete C. F. Ame⸗ 
lange Berlag, Leipzig, in der Tafjchenbipliothet für Bücherliebhaber 
einen handlichen fchmuden NReudrud der Zhüringer Dorfnovelle des 
Dichterd „Aus dem Negen in die Traufe‘' (836.8. 9. NR. Haar- 
baus hat die Ausgabe mit einer biographifchen Einleitung ausgeftattet. 
Gleichzeitig erfchienen in derfelben un zwei andere Bände: 
1) die Erzählungen Adalbert Stifters „„Heidedorf‘ und „„Weih- 
nachtsabend““, 2) ‚„‚Unfichtbare Bande’, fcch® Novellen von Selma 
Lagerlöf, aus dem Ecmwediichen überfept von Pauline Klaiber. 

Der Breid jedes Bändchend in elegantem Leinenband beträgt nur 1 .M. 
| Ina der empfehlensmwerten Sammlung „Neuere Dichter für die 
fiudierende Jugend, hab. von Dr. U. Bernt und Dr. 3. Zichintel* 
(Wien, Manz) erihienen neuerdings folgende poetifhe Werte: 1) Der 
Sberhof. Aus dem Roman „Mündhaufen“ von Karl Immer» 
mann. Mit einer Einführung über den Dichter und fein Werk, von 
Prof. Dr. Werner Deetjen. 404 ©. 8,, a: 2 4. — 2) Heintid) 
von Kleift, Der zerbrochene Krug. Mit einer Einführung über 
Entftehung, Aufbau, Handlung, Sprahe und Bühnengefchichte des 
Luftfpield, von Univ.-Dogent Dr. Sp. Butadinovic. 97 ©. 8, 
‚geb. 4 0, 75. — 3) H. 9. Kleift, Das Käthchen von Heilbronn. 

it einer Einleitung über dad Stüd von Studienrat Prof. Dr. Gott 
hold Klee. 133 ©. 8, geb. 4 0, 75. — 4) Das goldene Bliek. 
Dramatifched Gedicht in drei Abteilungen von Franz Brillparzer. 
Mit einer literargefhichtlihen Einführung von Prof. Dr. Karl Berger. 
214 ©. 8., geb. 4 1, 10. — 5) Grillparzer, Sappho, Trauer 
fpiel in fünf Aufzügen. Mit einer Einführung über Vorbedingungen, 
Problem, Entwidlung der innern Handlung und Aufbau ded Dramas, 
von Direltor Dr. U. Berndt. 96 ©. 8., geb. #0, 70. — 6) Brill: 
arzer, Ded Meeres und der Liebe Wellen. Mit einer Ein- 
eitung über Gchhichte und Gtoff deö Trauerfpield, von Oberlehrer 





ifhe fängt. — ©. v. Schöntban, Mecreöftille 


evering, 


Dr. Albreht Keller. 104 ©. 8., geb. # 0, 75. — 7 Friedrich 
Hehbel, Maria Magbalene. Mit einer Einführung über Art umd 
Entftehung, ftofflihe Orundlage, Problem, Handlung und tragiidgen 
Gehalt, Zehnit und Form ded Dramas, von Symnaflaldireftor Dr. 
Arnold Zehme. 876. 8., geb. # 0, 75. — 8) Deutfe Lyril 
feit 1850. Ausgewählt und mit einer SIT über die neueren 
Dichter y- von Dr. Heintih Spiero. ©. 8., geb. #1, 20. 

Ald Band der Oxford German Series (bgb. von Prof. Fulius 
Goebel), die für den Seminar und Privatgebraud der englifhen und 
amerilanifhen Studenten beredinet ift, veröffentlicht Prof. George 
Gurme (Chicago) forben eine fhön gedrudte Ausgabe von Franz 
Grillparzers Traueripiel „„Libuffe‘. Cine umfängliche Introdue- 
tion unterrichtet über ded Dichterd Leben und Werke, indbefondere über 
das in Rede fichende Drama und über die Geftalt der Libufja in Ge 
(hihte und Sage; zur Erläuterung dienen ferner fpradhlicke und ſach⸗ 
lihe Anmerkungen am Schluß. (Rew Dort, Orford Univerfity Preß, 
American Branch; London, Henry Frowde; CVII, 186 ©. 8. mit 
4 af. Abbildungen, geb. 3 Ehill.) 

In „Meyers u. veranftaltete Dr. Paul Brandt 
foeben eine Eritifch durchgefehene Neuausgabe von Sophokles' Tragädien 
in der rühmlicy bekannten deutfchen Ucberfegung von 3. 3.Chr. Donner 
(Leipzig und Bien, Bibliographifhes Imftitut; 498 ©. 8., in Leinen 
geb. #4 2,50). Der Hıögbr. hat nit nur fachlich orientierende Ein- 
eitungen zu den einzelnen Dramen, fondern au am Ende des Bu 
Be erläuternde Anmerkungen hinzugefügt. Der Ausgabe felbft 
ft der Zert der 7. verbefferten Auflage von Donner Ucherfekung 
(Heidelberg 1873) zu grunde gelegt; die erfte und die neunte Ausgabe 
(1839 und 1880) wurden jedoch zur DVergleichung herangezogen. 


Theater. 


Im Hoftheater zu Weimar fpielte man erfimalig am 12. Februar 
d. 3. zu Ehren Otto Ludwigs, de hundertjährigen Geburtätages ge- 
dentend, fein faft ganz im Vergefienheit geratencd Yuftfpiel „Hanne 
Frei’. Der Borftellung die Bearbeitung zu Grunde, die Pro- 
feffor Hermann Schlag, der bekannte Weimarer dramaturgifche Schrift 
fteller, vorgenommen bat und die hierbei ihre Uraufführung erlebte. 
Die drei Akte find von Dtto Ludwig in einer für die Bühne unge 
eigneten Faffung binterlaffen worden, fo da weientlihe Eingriffe nöti 
find, um eine Bühnenaufführung zu ermöglichen. Gin cchtes Kuftpie 
ift damit wicder gewonnen worden, tas fi mit Roftande „Roman- 
tifhen” im Motiv berührt. Der wefentlihe dramaturgiiche Eingriff 
befteht in der Zufammenzichung zu einer flraffen dreiaftigen Sandlung, 
bie eine gefchloffene dramatifhe Wirkung erzielt. Die in dem Wert 
dorbandenen Schönheiten, die Teizvoll poctifche Handlung, die fließen 
den Berfe, die prächtige Zeichnung der einzelnen Dienfhen und Charak- 
tere, die in dad Nürnberger Milieu des 16. Jahrhunderts geftellt And, 
fommen in ber Bearbeitung von Schlag voll zur Geltung. Seine 
gaflung ift zum Geburtötag ded Dichterd rechtzeitig erfchienen im 

ii der Dramatifhen Anftalt in Weimar. Franz E. Willmann. 

a8 Tegte der hinterlaffenen Dramen des oftpreußifhen Drama- 
titerd Samuel Lublinsti „Kaifer und Kanzler‘, das den Kampf 
des Hobenftaufen Sriedrich IL mit dem Papfte Gregor IX behamdels, 
wurde bei der Uraufführung im Heidelberger Stadttheater am 12. Februar 
d. %. dank der guten Darftellung beifällia — — 

Guſtav Esmanns neue Komödie „Premiere“, deutſch bearbeitet 
von Heinrich Lautenſack, hatte bei der Uraufführung in Frankfurt a. O. 
am 19. Februar d. J. lebhaften Beifall. 

„Die heitere Reſidenz““, Luſtſpiel in drei Akten von Georg 
Engel, erntete am 22. Februar d. J. im Deutſchen Theater zu Han- 
nover bei feiner Erftaufführung in Deutihland reihen Beifall. Das 
Iuflige Stud befhäftigt fih mit den Hofverhältniffen einer Pleinen 
Refideng: der Erbprinz, der eine Balkanprinzeifin geheiratet, Iebt in 
einer Ehe, die eigentlich keine Ehe ift. 

Am 23. Februar d. $. aan im Stadttheater zu Guben die Urauf 
führung bee Dramas „„Halbmond und Krenz‘ von O. Noléz ſtati. 

‚ „vonatello‘ betitelte fih ein dreiaktiger Schwant, den zwei 
Diener E hriftfteller unter ameritanifher Flagge in die Welt fegeln 
lafien wollten. Doch die Plumpheit der albernen Handlung Täßt es 
begreiflich erfcheinen, daß dieſes Stüd gleih nad der Uraufführung 
an der Refidenzbühne zu Wien ten verdienten Weg ind Archiv fand. 
— Bor geladenen Gäften wurde an der Rıuen Wiener Bühne Frant 
Wedekinds „Büchſe der Pandora’ geipielt, jenes Werk, dad voll 
graufamer und unmenf&hliher Stellen und eine® dichterifchen Parorys- 
mu& if, ber begreiflicherweife nicht jedermann zu gefallen vermag. 
Eine öffentliche Aufführung wäre jedenfalls ein waghalfigered Erperi- 
ment geivefen. R. H. 

‚ Bihelm Wendlands Hiftoriihed Drama „‚Marinedireltor‘ 
erzielte im Stadttheater zu Brandenburg bei der Uraufführung eine bes 
geifterte Aufnahme. Das Stüd behandelt den Konflikt nwifgen dem 
Oropen Kurfürften und Preußens erftem Marineminifter, dem Holländer 
Benjamin Raub. 

Das Ehaufpiel ‚„‚Gränlein Direktor‘ von Evers und Metter⸗ 


: haufen wird am Lübeder Stadttheater zur Uraufführung kommen. 


Berantwortl. Redaktenr Prof. Dr. Eduard Barnde in Leipzig, Kaifer-Wilhelmfiraße 8. — Drud vor Dreitlopf & Härtel in Leipyig. 


Die done 


Literatur. 





Beilage zum Literarifchen Zentralblatt 
für Deutjchland. 


Ur 1. 


Heransgeber Arof. Dr. Ed. Rarnıke in Leipzig, Baifer Wilhelmftraße 8. 


Verlegt von Ednard Avnenarius in Keipzig, Moffirake 5/7. 


14. Jahrg. 





Erjheint vierzehntäglich. 


Adolf Freys — hiſftoriſcher Damen (105): Frey, Die Iungfer ? 


von Watte 
oderne fungen — — 100): de Rora, Die fieben S 
von — 2 — uhnd — Der iüm fieben Schelm 


Hoe bier. Um eine Seele. 


> 29. März 1913. 


törichter. Rrau el, Das Erbe 
der Väter, die Gefchichte eines Bauernfohned. Achleitner, Der Bahnwäter. \ 


Preis Halbjährlih 3 Marl. 


Geſchichtliche Pramen (111): ——— Sarald Schönhaar. Feuerlein, 
—5 — ne An Pa 12): . 1813. 8 lei 
üdrungen und Erfia rungen e eyerlein, 
Frau Nuederer, Die En xom KT — 
Stafienif e Siteratur (115): Berta, La o. Sanini, Io! 
Abba, Ritratti e profili. Sforza o — — di A. Manzoni. 
Beitfäriften (116). Mitteilungen (119). 





er 
Derlein, 8* A.. Senn (113.) Nora, 
aftenrath, . Harald Schönhaar. (111.) 
eu 


Ab 
ud 
Be 
Be 
erlein, F. R., ilfelille, (111.) 


Adolf Sreys nener hiftorifcher 


Achweizerroman. 


Frey, Adolf, Die Jungfer von Wattenwil. Pure ——— 
zn Stuttgart, 1912. Cotta Nadf. (391 ©. 8) 4 5; geb. 


In dem Schweizer Novellenbuh „Unterm Firnelicht”*) 
erjchien vor zwei Jahren ald Bruchftüd aus einem unge- 
drudten Roman Adolf Freys Erzählung vom „HBweilampf 
der Damen” und wedte die größte Spannung auf das 
vollendete Ganze. Sekt tritt die Frauengeftalt, die fid) 
damald noch unter dem Namen Katherine von Grafenried 
verftedte und von deren Wejen uns nur flüchtige Sonnen- 
blige etwas zu jehen gegeben hatten, als die Berner Jungfer 
von Wattenwil and volle Licht. 

Die epiihen Scöpfungen früherer Jahre, in denen 
Adolf Frey ganz aus Eigenem heraus feine Stoffe geitalten 
fonnte, find im Stillen geblieben. Die Hiftoriichen Erzäh- 
tungen unter ihnen erjcheinen wie eine Vorbereitung auf 
das reife Werk, das er heute gibt. Nicht minder feine 
fiterarhiftorifchen Werke, unter denen zumal die Erinne 
rungen anÖottfried Keller und Bödlin, dDieBiographien Conrad 
verdinand Meyerd und des Büricher Tiermalers Rudolf 
Koller den epiichen Rünftler ahnen laffen, der aud) da Herrfcher 
bleibt, wo e3 durchaus dem Stoffe zu dienen gilt. Die 


Igrifch getönten Feitipiele 5.3 aus der Schweizer Gar 


Idhichte Tießen bisher am beiten erfennen, wie er den Geilt 
der Vergangenheit zum Reden bringen Tann; im neuen 
Roman erlaubt ihm die objektivere Kunftform, dem Stoff 
mit feiner ganzen Leuchtkraft fih Geltung verfchaffen zu 
laffen, während äußerlihd nur in den Verhältniffen und 
AUbmefjungen der befonnene Former zu erkennen ift, der 
Hinter die Sache zurüdtritt. Ueber da3 Verhältnis zwifchen 
dem Robftoff und der Geftalt, in der ihn %. Darbietet, 
habe ich Fein Urteil. Sch fehe nur, daß der Roman ein 
reifes Kunſtwerk ift, einer von den ganz wenigen hiltorifchen 
Romanen, die in den Sahren, wo die Sluten der Erichei- 
nungen fich verlaufen, unverrüdbar ihren Pla behaupten 
werden. 

Es find feine Großen diejer Erde, wie zumeift bei 5.8 
Landsmann Conrad Ferdinand Meyer, melche durch Diele 


*) Heilbronn, 1910. Eugen Saler. 


Beilage zu Nr. 13 des Lit. Zentralbl. f. Dentſchland. 100 


0.) 
Ar s Die eb & elme von Großlichtheim. ir, L., 
Nuederer, J., Die Morgenröte. (111.) 


— 9 —— Ben u. gie Sungfer von Wattenwil. (105.) een ei Ioı (11 

bs Ritratti e profili. (115.) oehler, M., Um eine Geele. (111.) &a '$. H., Dr Eroberer. (112.) 

Teltane. u, Der Bapnmanler. (110.) Krauel, En " Das Air : der Bater. Die Geſchichte — eG. Gallavresi, ggio di A. Man- 
ta, E.A. 55 La morte dell’ Ego. (115.) eines Bauernfoßnes, 116. 


) 

Das Säuglingsheim. 

‚1813. Baterländiiches Betr (112.) 
| oneE. 8. Der neue Amtsrichter. (110.) 


Blätter gehen. Die Berner Patrizierin aus der zweiten 
Hälfte des 17. Yahrh., welche die Heldin ift, Hält feinen 
von den zahllofen überall Hin verfponnenen Fäden politischer 
Sntrigue in ihren Händen, welde im siöcle de Louis 
quatorze das Geſchehen auf der Weltbühne Ienktten. Sie 
hafcht nur einmal danadh fpät im Leben, aber nur um 
fih in dem tüdifchen Gewebe hilflos zu verftriden. Gie 
fteht durchaus im Zuftändlichen, in Licht und Schatten geht 
ihr Leben an und vorbei wie eine Menjch gewordene Offen- 
barung der Seele des alten Bern und feiner verjunfenen 
Kultur. Und doch ift Katherine ein durch und durch indi- 
vidueller Menih mit ausgeprägter Perfünlichfeit und voll 
warmen roten Blutes. Spielend ift hier der Zwieſpalt 
überbrüdt, der fich für die Nefthetit Friedrich Theodor Viſchers 
in dem Begriffe des Hiftorifchen Romans durch die Erwä- 
gung auftat, daß einerfeit3 der im Vordergrund der Hand- 
Iung ftehende Held eines folchen felber nicht bedeutend fein 
bürfe, weil der Roman überhaupt das allgemein genre- 
artig Namenlofe des Privatlebend, das rein Menjchliche 
ber Berfönlichkeit zum Inhalt habe, andererjeit3 aber doc 
auh im gefchichtlihen Roman das höhere Anterefje bean- 
ipruche, das feinem bedeutenderen Gewichte nach der Bifto- 
rifche Hintergrund oder Mittelgrund verlange. Dieje Schwierig- 
feit hat 3. 8. felbjt Gottfried Keller von dem Gebiete der 
hiftorifchen Novelle, das er mit den „Büricher Novellen“ 
betrat, um bie Gefühle Viſchers zu erleben, wieder abge 
führt. Alfred Hartmann ift mit feinem gleihfalld in 
das Patriziat des alten Bern hineinführenden Revolutiong- 
roman „unfer und Bürger oder die legten Tage der alten 
Eidgenofjenihaft 1797—98* (1865), ftofflih in mehr als 
einer Hinficht ein blafjes Gegenftük zu 3.3 „Sungfer von 
Wattenwil”, an der von a fo gut erfannten Sllippe 
geicheitert wie viele andere. %. aber hat jich in die Seele 
der Zeit und ihrer Menfchen eingefühlt, ohne daß Meder 
diefen noch jener künftlerifch ein Opfer gebracht werden 
müßte; das rein Menschliche im Charakter der Heldin ge- 
langt zum Wusdrud, ohne daß der gefchichtliche Hintergrund 
im mindeiten je verdunfelt würde. 

E3 ift, als feien ſämtliche fieben Siegel der Bergangens 
heit von ©eifterhand gelöft, und ald würden die Seiten 
des dunflen Buches vor uns bel. Was ein Ausrufer als 
lebendige Beitung in den fechziger Sahren des 17. Jahrb. 


' in dem aarganifchen Kurftädtchen Baden auf der Gafie 


106 


107 


— 1913. 47. — Die [Hdne Literatur — 29. März. — 


108 





verfündet (das feingefchnittene Profil des alten David Heb 
Kelleriichen Ungebentend und feine „Badenfahrt” tauchen 
hier in unferem Gedächtnis auf), oder wie die Einrichtung 
eines altberniihen Landabelfites beichaffen ift, weiß der 
Dichter fo genau zu erzählen, wie er die feinen zeitpolitiichen 
Spiten in bem ftacheligen Diskurs einer vornehmen Gefell- 
Schaft ohne den Teifeiten Roftfled gleichjam in der Sonne 
ipielen zu Iafjen verfteht. Kaum daß fich die Iatente Tultur- 
geichichtlide Gelehrjamkeit irgendwo zwilchen den Zeilen 
bervordrängt, wie etwa bei der Beichreibung der PBeitheil- 
mittel. Wie leicht gerade das Kapitel der Belt den Dichter 
zum Schwelgen in graufigen Einzelheiten verführen kann, 
zeigen ja jchon Manzonid Promessi sposi. SFndes halte 
man neben %. bie Schilderung berfelben Beft in des Grau- 
bündnerd v. Sprecher „Familie de Saß”, und man wirb 
fehen, wo da8 befiere Mufter der Bewältigung fkultur- 
geſchichtlichen Rohftoffes liegt. 

Ich kenne vier Romane und Novellen, in welchen die 
Standeskultur des alten Berner Patriziats ſo oder ſo zum 
Gegenſtand gemacht worden iſt: Hartmanns „Junker und 
Bürger“, Paul Heyſes „Verlorener Sohn“, Jakob Freys 
(der Vater A. Freys) „Erfülltes Verſprechen“ und Joſ. 
Victor Widmanns „Patrizierin“. Das tiefſte Weſen der 
alten Berner Ariſtokratie in all ihren Stärken und Menſch⸗ 
lichkeiten deckt erſt Adolf Frey auf. 

Der Vorhang geht in die Höhe am fiebenten Wiegen- 
fefte Katherinens von Wattenwil, des lebten Spätlings aus 
uralten, regierungsfähigem Berner Geihleht. Wenn man 
die vornehmite Aufgabe des NRomans gegenüber feiner 
ſchlankeren Schweſter, der Novelle, darin erblidt, daß es 
ihm zufällt, da8 Banze eines ergreifenden Menjchenichidjalz 
von Aufgang bis Niedergang an ung vorüberzuführen, 
während die Novelle nur aus einem begrenzten Gefchehen 
heraus ung den Charakter ihrer Menfchen zeigen kann, fo 
hat 5.8 Roman jene Aufgabe gelöft, ohne auf die Vorteile 
novelliftifher Darftellungsart zu verzichten. Wir jehen das 
jeltiame Mädchen, das eine Umazone ift er daß fie einen 
Augenblid die Lieblichfte Weiblichfeit aufgibt, werben und 
wacjlen; ald dag Weib eines armen Pfarrers, der nach den 
Bitterniffen des Mädchenlebens ihre Zuflucht wurbe, zu 
ihlichter Größe fid emporrichten und in den furdhtbaren 
Stunden auf ber Wolter fich felbft treu bleiben. Erjt der 
Lebensabend gibt ihr ein wenig ungetrübtes Glüd. Denn 
diefe lebte Tochter aus dem mächtigen Patrizierhaufe 
bat zwar ben Glanz des Namen? und damit alle 
Pflichten der Edelgeborenen, aber keines ber Rechte über- 
fommen: „Sie ift eben feine Barettlitochter .... Jede ber 
regierenden Berner Familien hat eine bejtimmte Anzahl 
Sige im Rat der Stadt und Republif inne, und mit einem 
joldden Siß ift einer verjorgt fein Lebtag, e3 mag geichehen, 
was will. Nicht nötig zu jagen, daß die Töchter, die das 
Unrecht auf einen folden Sit in die Ehe mitbringen, be 
gehrt und gefucht find. Sie tragen auch, was feine andere 
darf, ein befonderes Barett, fo daß man den Vogel fchon 
von weiten... erfennt. Uber die Zungfer von Wattenwil, 
als die Füngjte von elf Kindern, gehört nicht zu ber er- 
lefjenen und befonderen Gattung." Und das, obgleich fie 
das bejte Kind ihres Vaters ift: „Und fie Hätte ein Bub’ 
werden jollen! &3 ift, wie wenn ber lebte Zunlen meines 
alten Kriegsgeiftes in fie gefahren wäre." Die an ihre 
Seichwifter fallenden Würden und Uemter finden nur ein 
Feines Menfchentum. Das Schidfal nimmt Katherinen ftet3 
mit der andern Hand, was e3 ihr mit der einen gegeben 
hatte. hr Verlöbnis mit dem Junker von Dießbach, der 
fie liebt, wird von der Obrigkeit zerbrochen, weil ber Bräu- 
tigam andersgläubig ift. Ueberall wird ihrer Berfönlichkeit 


die Luft genommen in der Heimat, ohne baf fie, das Kind 
einer engen Beit, hinaus dürfte auf elgeue — So be⸗ 
ſchattet eine tiefe Tragik ihr Leben, die nur dadurch ge— 
mildert ift, daß fie am Ende für ihren Sohn die belle 
Zukunft fchauen darf, in die fie felbft nicht bineingehen 
konnte. 

Der Dichter hebt und ſenkt den Vorhang; er lüftet ihn 
bald nad ein paar Monaten, bald nad langen Jahren 
wieber. Und ftet3 auf einem neuen Höhepunkte von Kathe- 
rinend Leben. So kommt etwas dramatifch Bildhaftes In 
den epiihen Gang, und jedes Kapitel ijt wie eine runde 
Novelle für fich, ohne daß der Faden, der die Perlenjchnur 
hält, je zerriffe. Und auch darin mahnt uns das einzelne 
Zebenslapitel an das Schaufpiel und die ihm verwandte 
echte Novelle, weldhe die Seelenvorgänge dur ein Ge- 
ichehen vor uns hinftellt, daß %. von allem inneren Gefchehen 
nicht redet, jondern die Dinge reden und bie Menfchen fich 
felbit ins rechte Licht ftellen Läßt. | 

Sie ftehen in all ihren Linien fiher da. Hier und da 
icheint uns ein Gefichtszug befannt, wie ein lebendes &e- 
ficht wohl an dies und jenes alte Gemälde einer Galerie 
erinnert: Katherine und Lucretia Planta in €. 5. Meyers 
„Senatfch”, befien Zeitalter ja 1652, wo „Die SYungfer 
von Wattenwil“ einfett, kaum verraufct ift; Pfarrer Schilpin 
und der Kandidat Pfannenftiel im „Schuß von der Kanzel”; 
der Katholit Victor von Diesbah und Wilhelm Boccarb 
im „Umulett“ jcheinen verwandt, aber jehen wir 5.3 Men- 
ihen genauer an, jo wird ihr Eigenleben übermächtig. 
Katherine fteht über allen anderen, ohne daß bdiefe ver- 
blafjien müßten. Ihr Bräutigam Bictor freilich ift ihr 
gegenüber eine allzu zarte Natur, fo daß Katherinens Liebe 
ettvad Mütterliches Hat. %. Tiebt von je foldde männlich 
wehrjamen Frauennaturen, die doch vol Weiblichkeit find 
gleich dem Mädchen von Drlsans, und hat 5. B. im Zürcher 
Geftipiel 1901 in dem Stüde „Die Frauen und Jungfrauen 
bei der Belagerung Bürih3 durch Herzog Albrecht 1292“ 
in der Heldin Willbirgis Maneh eine verwandte Figur ge- 
Ihaffen. Sede der Nebengeftalten der Wattenwilerin bat 
ihr eigenes Geficht, höchftens ihre Rivalinnen DMarguerite 
von Boncourt und Felicie von Carmintan find deutlich 
Zwillinge. 

Die landſchaftlichen Hintergründe F.s ſind von einer 
auserleſenen farbigen Kraft und Greifbarkeit. Man weiß 
aus ſeinen Gedichten,“) daß die Beſeelung der Nat ur unter 
wechſelnder Beleuchtung ſeine Stärke iſt; hier quellen ſchier 
unerſchöpflich immer neue Bilder auf. Da iſt die morgen— 
liche Waldwieſe, auf der fich der Damenzweikampf abſpielt, 
wie das ausgeführte Tonſtück zu dem knappen Motiv, das 
die Worte des alten Kottwitz in Kleiſts Prinzen von Hom⸗ 
burg am Morgen von Fehrbellin geben: 

Ein Tag, von Gott, dem hohen Herrn der Welt, 
Vemacht zu ſüßerm Ding, als I zu ſchlagen! 
Die Sonne ſchimmert roͤtlich durch die Wollen, 


Und die Gefühle flattern mit der Lerche 
Zum heitern Duft des Himmels jubelnd auf!“ 


Oder die weitgreifenden Akkorde: „Vor dem beſonnten und 
wohlig verwilderten Luginsland breitete ſich ein gewaltiger 
Landfächer aus. Zwiſchen den oben bewaldeten, unten von 
Rebgütern und Wieſen bedeckten Hügelreihen leuchteten die 
von Wegzügen und Flußläufen durchſchnittenen und mit 
Dörfern und Weilern beſetzten Talgründe auf. Dahinter 
hauchte der ſehnſüchtige Schmelz der ferneblauen Berge, und 
über dieſen ſchimmerten wie eine Lichterkette die Firne in 
den reinen Lüften. Ein faſt ſchmerzliches Verlangen befiel 
die einſame Reiterin, die Ruhe der beſonnten Hügelwarte 


*, 2. Auflage. Leipzig, 1908. H. Haeſſel. 


109 | 


— 1913. 7. — Die [höne Literatur — 29. März. — 


110 





und den fsrieden der paradiefifchen Weiten in bie wunde 

Bruf zu faugen. Doch nur einen Augenblid..." Wenn 

zuweilen 3. den Rahmen der Kompofition überwachen läßt, 

fo geigeht e3 durch da8 befeelte Landichaftsbild, für das 

er den reichften Nährboden bat. Da Iodt es ihn zum Ber: 

— zum Ausruhen um der Koſtbarkeit des Bildes ſelbſt 
n 


Und nie verweilen wir ungern mit ihm. Denn die 
Sprade 3.3 ift unverbraudt und fein Wortihah überreich 
an urwüchlig fchweizeriihem und zugleich gemein urdeutichem 
But. Er darf fein Buch „Hiftoriihen Schweizerroman“ 
nennen, ohne fürchten zu müflen, daß es nur zwifchen Rhein 
und Alpen veritanden werde. Man weiß nicht, ob feine 
Spradkunft, die eine Fülle von fchlagenden, das Wefen des 
Gegenftandes in trefflicher Plaftit fafenden Wendungen und 
Bildern erzeugt hat, zumeift angeboren oder vorwiegend das 
Ergebnis einer überlegten Kultur ift. Beide Momente müfjen 
fih wohl in die Hände gearbeitet haben. Das Schweize- 
rilige jcheint bewußt gepflegt, jomweit es hoffen darf, die 
Gemeinipradhe zu bereichern und zu Fräftigen im Gegenjak 
zu Seremiad Gotthelf, der hier das Vergängliche und das 
BIeibende nicht abzutragen wußte; im Gegenfab auch zu 


Gottfried Keller, der das Mundartliche in feinen fühlbaren 


Aeußerungen bewußt unterdrüdt, währendes fih gleihfam ihm 
zum Trog wie eine Naturkraft eindrängt und unbemwußt 
feiner Sprade Kernhaftigkeit und Schwere verleiht, während 
e3 bei Conrad Yerdinand Meyer, was Wortihah und Sahbau 
angeht, unter dem feinen und unermüdlich arbeitenden 
Meißel völlig Ichwindet. %. jchlägt eine neue Brücke 
über Rhein und Schwäbtihes Meer, and auf feine eigene 
Art, und ih bin gewiß, baß viele Darüber gehen werben. 


*) Rach Abſchluß diefer Anzeige iſt die erſte zuſammenfaſſende 
Würdigung Adolf Freys erſchienen, die auch biographiſche Rotizen 
enthält: Du Enderlin, Adolf Frey, Ein Kunfterlebnig (Züri und 
Zeipzig, 1913. Rafcher & Eo., 80 ©. 8.) Die gediegene Arbeit gibt 
cin genaues Bil» feiner poetifchen Eigenart. 

Paul Wüst. 





Moderne Erzählungen und Honellen, 


Nora, U. de, Die fieben Schelme non ERNOmEm. Leipzig, 
1913. d71 ©. 8) 4 2, 50; geb. 4 8, SO. 


Ußpen, Karl, Der nene Amtöricgter. Stuttgart, 1912. Gteintopf. 
(313 6. 8) Geb. 4 6. 


Rranel, Bithelm, Das Exbe bee Väter. Gtutigart, 1918. Cotta 
Nachf. (338 ©. 8.) 4 3, 50; geb. .E 4, 50. 

Adleituez, Arthur, Der Bahuwädhter. Berlin, 1913. Webr. Paetel. 
22 ©8) MA. 


ehler, M., Um eine Seele. Mainz, 1912. Kirchheim & Co. 
— &.8) #3, 50; geb. 4 4, 50. * 

Der dentſche Humor iſt der Quickhrunn aller Lebens⸗ 
frende, und wo der Humor ſein friſch ſprudelndes Weſen 
treibt, da laͤßt man ſich gern behaglich nieder. Ein luſtiges 
Plauderbuch nennt A. de Nora im Untertitel ſeine neueſte 
Erſcheinung. Und das mit Recht. Aber man iſt es ja 
bei ihm auch gewohnt, daß er die köoſtlichſten Perlen des 
Humors in einer glitzernden Kriſtalliſation zu Tiſch bringt 
und gern und mit Freuden nimmt man eine neue Gabe 
dieſes gefälligen Plauderers an. Sein Humor iſt urwüchſig 
nud derb, und das iſt es auch, was uns gern über den 
Mangel an kunſtleriſcher Tiefe bei ſeinen Schriften hinweg⸗ 
ſehen läßt. In ſeinem neuen Buche treffen ſich ſieben in 
die Welt hinaus verſtreute Studiengenoſſen zu einem Alder⸗ 
manndtage zefammen, und biesmal ift e3 das Heine Neſt 
Goeßlichtheim, in welchem ſich die ſieben Schelme wohl⸗ 


gemut im Herrenftübchen ber Bärenwirtin ihre Schnafen 
und Iuftigen Anekdoten erzählen. &3 jcheint uns diesmal 
aber doch, als habe N. fein Beftes und nnerftes fchon ver- 
geben; die Föftliche, treffende Pointe fehlt mancher feiner 
Anekdoten und läßt dadurch fhon zuweilen einen Wih fad 
ericheinen. Doch können wir auch aus dem neueiten Ge 
Ihente N.3 Hin und wieder für ein Stündehen Heiterkeit 
und frohe Laune fchöpfen. 

Einen feineren, auch künftlertich vertieften Humor finden 
wir in der anmutigen Erzählung „Der neue Amtsrichter”, 
dur welche wir in die einfam ftille, poefievolle Lüneburger 
Heide verfegt werden. Uhden fchaut die Natur, die Men- 
ihen, überhaupt die ganze Welt, die zwar kaum big über 
bie Grenzen der Lüneburger Heide Hinausreicht, mit den 
träumenden UAugen eines Dichters an, mit den Augen eines 
Erzähler von Gottes Gnaden. Was er geftaltet, geitaltet 
er im Banne ber Natur, im Banne feiner Heide, die ihn 
mit ihrer bezaubernden Stille liederabzwingend beeinflußt, 
und was er aus diefem Banne heraus fchreibt, das wird 
ihm troß der projaifchen Form unter der Hand zur reinften, 
Harften Poefie. Die Profa geht ganz auf in der Boefte, 
und fo wird U.3 Erzählung zum Gedicht. Jeder Gedante 
erwecdt in uns bie Sreude am Schönen, an der Schönheit 
ber Natur, an der Schönheit der Menfchhenfeele, an der 
Schönheit der Arbeit und bes Lebens. 

Während „Der neue Amtsrichter* eine Heimatsgeichichte 
ift, in welcher Lebensfommer und Herzensfrende troß Hein- 
lichen Deenfchenbosheiten und Ränken ungetrübt und in 
feligem Frieden melodiih dahinraufchen, finden wir in der 
Erzählung „Das Erbe der Väter“ eine Heimatsgeichichte, 
deren Sejamtbild mehr einen ernten Einjchlag erfahren bat. 
Seiner Lieben pommerjhen Heimat widmet Kranel in 
diefem Lebensbericht, wie der Untertitel der Erzählung 
lautet, „die Geichichte eines Bauernjohned. Wie er auf- 
wuchs, lernte und fuchte. Wie er liebte, irrte und litt. 
Und wie ihm zulegt die Gnade ward, dab er ein ftilles, 
glüdliches, ehrenfeites Leben gewann.” 8 ift eine Ge 
Ichichte voll des bitteren Zebengernftes, vol jchwerer Seelen- 
fämpfe und auch wieder voll fchlichter pommerifcher Einfalt, 
und ein tiefer Seufzer der Erleichterung entfährt der Bruſt 
des teilnehmenden Lejers, wenn Gotthilf Böberig endlich 
nah ſchwerem Ringen das Erbe feiner Väter antritt und 
Srieden und Ruhe feiner vielgewanderten Seele findet. 
Tiefinnige Liebe zur Heimat weht ung aus Ühdend wie 
auch aus Krauel3 Erzählung wohltuend entgegen; beide Er- 
zäblungen find wohlgelungene Schöpfungen herzausftrahlen- 
der Heimatkfunft. 

Wie im „Erbe der Väter” das Ringen einer jungen 
Menfchenfeele 618 zum Ergreifen des paflenden und be- 
friedigenden Lebensberufes gejchildert wird, jo läßt uns 
Adleitner in feiner Erzählung „Der Bahnwächter" einen 
tiefen Einblid tun in das freudetötende Ningen eines 
niederen Bahnangeftellten in feinem fchweren, aufreibenden 
Berufe. Wir empfinden ein veges Mitleid, wenn wir hören, 
welche übermenichlichen Anforderungen an den Bahnmwächter 
geftellt werben, der mit einem Zub im ®rabe und mit dem 
andern im Kriminal fteht, wenn wir erlennen lernen, wie 
aufreibend und mit welch ungeheurer Verantwortung feine 
Pflichten belaftet find, und wie Hein im Verhältnis dazu 
feine Rechte fich geftalten. Pflichten bat der Bahndienftler, 
große, verantwortungsvolle Pflichten, Rechte aber nicht, das 
ift der Örundgedante, der durch 4.3 vollstümliches Buch 
zieht. Und diefe Schwermut, die aus den Zeilen rührend 
berausfchhaut und doch wieder gehoben wird Durch ein fveu- 
biges, opferwilliges Uufgehen in der einmal nicht zu um 
gehenden Piliht, wenn aud das ſürmiſche Herz ſich zu⸗ 


111 


weilen auflehnt gegen den undankfbaren Beruf! Die Liebe 
zum Beruf kann fo mande Kümmernis im Keime erftiden. 
Und diefer Stoff, die Liebe zum Beruf, wird es fein, ber 
A. wieder wärmer jchreiben läßt, wärmer und frischer, wie 
man dies bei feinen erften Veröffentlihungen gewohnt war. 
Er, der in letter Beit des Schreibend müde zu fein fchien, 
der nicht mehr aus fich felbft Heraus zu können jchien, 
findet plößlich feine alte Kraft al3 hinreißender Erzähler 
wieder, und wir wollen Hoffen, daß er fih nun auf dem 
Standpuntte des gereiften Erzählertalentes behaupten wird. 
Den Kampf einer in ihrem heiligen Berufe aufgegangenen 
Lehrerin um die Seele einer ihrer Schülerinnen fchildert ber 
Ihlichte, in Briefforn gejchriebene Roman Hoehlers „Um eine 
Seele". Mit piychologiihem Verftändnis und im Reichtum 
an Welt: und Menjchenkenntnis legt er und in vornehmer 
Weiſe die Gefahren nahe, die an junge, kaum der Schule 
entlajjene Mädchen jo offen herantreten, mehr aber noch als 
das, die Mühjeligfeiten und Drangjale, die da3 Herz einer 
jungen 2ehrerin in ihrem verantwortungsreichen Berufe ent 
mutigen fönnen. Das Buch will vor allen Dingen eine 
Stüte fein für jede Lehrerin, zumal für eine Anfängerin. 
Greude am Berufe zu weden, das ift fein Biel. Ein Bud 
ift e3, an pädagogiihen Winken reich, das für jeden Geel- 
forger und für jede Lehrerin von größtem Belang fein Tann; 
ob aber auch für den Laien, da8 mag ich nicht fo ficher 
behaupten. Der Berfafler ift ein feinfinniger Menfch und 
verjteht ed auch, feinen Schriften einen bezaubernden, rein 
geiftigen Einichlag zu geben, aber die nicht allzu beliebte, 
zuweilen ermüdende Briefform und die für einen Laien, 
der ein Buch doc durchweg nur zur Unterhaltung in bie 
Hand nimmt, zu übermäßig betonte Frömmigkeit wird nicht 
allgemein Anklang finden. Carl Thelen. 





Geſchichtliche Aramen. 


Faſtenrath, Rudolf, Harald Schönhaar. Ein nordiſches Schauſpiel 
in fünf Aufzügen. Magliaſo, 1912. Eecrefio. (101 S. 8.) 43; 
geb. .# 4. 

Benerlein, Zanny 2. (Franz Fenners), Elfelille. Hiftorifches Drama 
aus Däncmarkd Vergangenheit in drei Aufzünen und einem Borfpiel. 
Mit dem Bilde der Dichterin. Züri, 1912. Dre Fügli. (80 ©. 8.) 
Geb. # 2, 50. 

Sarnetli, Dettmar — Der Eroberer. Schauſpiel in fünf 
—— Stuttgart, 1912. Cotta Nachf. (116 ©. 8) 4 2; geb. 

Wer Faſtenraths Jambengeplätſcher nicht ſelber über 
ſich ergehen ließ, dürfte es kaum für möglich halten, daß 
ein jo vedenhaftes, füßlich-minnigliches, aller Hiftorifchen 
Möglichkeit und Charakteriftif fpottendes Drama heute noch 
mit den Namen gejchichtlicher PBerfonen Mißbrauch treiben 
fann. Alles was man an Fougues altdeutihen Dichtungen 
einjteng verjpottete, fehrt hier verjtärkt wieder, alles poetifche 
dagegen, was. bei Fouque ftet3 verföhnlich wirkt, fehlt hier. 
Endloje Reden mit Wiederholungen, Edelmut und Sanft- 
mut, wie fie mit dem rüdfichtslofen norwegifchen Allein- 
berriher Harald unvereinbar find, unmotivierter Wechfel 
der Gefinnung; aber e3 verlohnt fi wirklich nicht, ein- 
zelnes aufzuzählen, wo das Ganze durch grenzenlofe Naivetät 
in Erjtaunen jeht. 

Nur wenig befler fteht e3 um die im 14. Jahrhundert 
ſpielende Liebestragödie Frau Feuerleins, deren Hinter- 
grund die Ermordung des Grafen Geert von Holſtein durch 
däniſche Ritter bildet. Elſelille wird wahnſinnig, als ſie 
den Mörder ihres Geliebten, eines treuen Gefolggmannes 
de3, I hwarzen Grafen, Heiraten fol, und diefer erfticht fich 


jelbit, als .er feine Braut fterben fieht.. 


— 1913. 37. — Die [höne Literatur — 29. März. — 


112 


Stücdlicherweife ift das im Jahre 1051 fpielende Drama 
Sarnepfid doch von völlig anderem Sclage. Freilich 
muß man zur Würdigung des Ganzen aus der Geichichte 
wiffen, daß die das GStüd endende Weisfagung von ber 
Eroberung Englands durch den kraftvollen Normannenherzog 
in Erfüllung gegangen ift. Indefjen kann man diefe Vorauss 
fegung dem Dichter zugeftehen, der ung den an feiner um- 
ehelichen Geburt jo fchwer tragenden Normannenherzog in 
feiner Härte und Sieghaftigfeit vorzuführen verftanden hat. 
Wu al3 Liebender verleugnet Herzog Wilhelm feine raube 
Art nicht, und Mathildens von Flandern zweimalige Zurüd- 
weifung, wie ihre jchlieplihde Erhörung des unheimlichen 
Werbers ift durch das leidvolle Schidjal ihrer an einen 
rohen Angelfadhjjen vermählten Schweiter begründet. Die 
Geftalt de3 tieffinnigen Narren ift nad Shafefpeare’fchem 
Vorbilde gut geraten, nur hätte der Dichter nicht überfehen 
folen, daß Shafeipeare feinen Narren wohl bedeutende, 
do niemald allzu weit ausgefponnene Reden in ven Mund 
legt. Nun, folde Yehler der Längen wiffen unfere Regif- 
jeure ja, au wenn fie fonft gefchichtlichen Dramen ziem- 
li ratlos gegenüberftehen, unfchwer zu beffern. Die beiden 
Perfonen der Liebenden, wie ber Schweiter und der alten, 
Mugen Königin aber find in ©.3 trefflich gebauten Kamben 
fo lebensvoll harafkterifiert, wie man es in neueren Dramen 
nicht oft findet. Die Dichtung feflelt beim Lefen vom erften 
biö zum legten Verd und dürfte auch auf ber Bühne tiefere 
Wirkung ausüben. Max Koch. 


Hranfführungen und Erfiaufführungen in Breslau, 
Leipzig und München. 


Tietz, Walter, 1813. Ein vaterländifches Feftfpiel in fünf Bildern. 
Uraufführung im Schaufpielhaufe zu Breslau am 11. März 1913. 


Die Erinnerung an die große Beit der Befreiungs- 
kriege fürdert jegt naturgemäß zahlreiche Gelegenheitädich- 
tungen jeglicher Urt zutage. Gie find, wenn man gerecht 
jein will, nicht bloß nad dem gewöhnlichen Yiterarifchen 
Mapitab, jondern auch ihrem bejonderen Zwede gemäß zu 
beurteilen. Das „zur SYahrhundertfeier des Landivehr- 
offizierforp8 Breslau“ von dem Oberleutnant d. 2. Rechts: 
anmwalt Tie gedichtete, von Mitgliedern des Landwehr: 
offizierforp8 und ihren Damen in forgfältigfter Einftudierung 
trefflih aufgeführte eftipiel follte neben ber allgemeinen 
deutichen eier im befonderen Schlefiend hervorragenden 
Anteil an der Erhebung Preußens, Errichtung und Taten 
der Sclefiihen Landwehr, wie den Bufammentritt der 
Lüßomwer und freiwilligen Jäger innerhalb Breslaug 
Mauern dor Wugen führen. Der außerordentliche Erfolg 
ber als veitabend des Dffierforps veranftalteten Wrauf: 
führung, der öffentliche Wiederholungen folgen follen, be- 
wies, daß dem dichteriich fehr begabten und hochgefinnten 
Berfafler die Löjung feiner Aufgabe voM gelungen war. 
Sn jehr geihicdter Weife verbindet er da3 Scidjal einer 
Ichlefiichen Gutsbelikerfamilie, deren beide Söhne troß des 
Schmerzes von Mutter und Braut als freiwillige Jäger 
ausziehen, mit der allgemeinen Gejchichte.e Den Höhepunkt 
ber Darftellung bildeten die bewegten Bolköfzenen vor dem 
Breslauer Nathaufe; die Verlefung des von Hippel ver- 
faßten berühmten Aufrufes „Un mein Volk“ geftaltete fich 
durch die Unterbrehungen von Bürgern und GStubenten, 
bie nad) kurzem Hader fich in vaterländifchem Gemeingefühl 
zum Eintritt ind Heer vereinen, zu einem tief ergreifenden, 
echt dramatiihen Bühnenvorgange. m weiteren Verlaufe 
gab Artur Kampfes Bild „Gold gab ih für Eifen” An- 
regung zu einer wirkam bewegten Maflenizene. Der Ab- 


ſchied der eben Verlobten mprbe zmwanglos zu einer Hul- 


113 


— 1913: 37. — Die [höne Literatur — 29. März. — 


114 





digung für Königin Luife, deren Hohes Vorbild allen 
preußifchen Srauen und Mädchen Kraft zu höchften Opfern 
gibt. Der Schlachtentod des jungen Bräutigams, der in 
ernfter Ahnung, joeben vor Landwehrleuten, Lützowern und 
freiwilligen Sägern, die in ihrer Sonderart gelennzeichnet 
werden, Körner „Gebet während der Schlacht” gefungen 
hatte, jchließt die Handlung des in fich wohl abgerundeten 
Stüdes. Ym Ausklang ift auf das Schidfal des Einzelnen 
wohl zu großer Nahdrud gelegt. Nicht die Rache für den 
in ebrlihem Kampfe Gefallenen, fondern die Rache für des 
Zandes linterdrüdung follte, wie fie den Grundton ded 
ganzen bildet, auch an der Leichenbabre des jungen Strei- 
terS bervortönen. Die inflechtung Arndtfher und Kör- 
nerjcher Lieder, von einzelnen wie von der Mafle ge- 
jungen, belebte die Handlung, und die Lager- und Kampf 
genen erfuhren durch die militärifhen Darfteller Leben 
und Echtheit, wie fie durch Berufzfchaufpieler in folchem 
Grade jelten erreicht werden. Schön und geichichtlich zu- 
treffend mird der Wert der Urndtichen Lieder für das 
ganze Volt von dem ald Landwehrmann fechtenden Bres- 
lauer Grobſchmid hervorgehoben. Dagegen hat der Ber- 
faffer Ieider fih die günftige Gelegenheit entgehen Yaffen, 
auch de3 größten Dichters feiner fchlefiihen Heimat zu ges 
denken. sofef von Eichendorff hat bis zum Waffenftillftand 
als Lützower, dann al3 Leutnant der fchlefifchen Landwehr 
mitgefochten und eine Meihe von Kriegsliedern gedichtet. 
Bei einer jchlefiihen Landwehrfeier follte feiner nicht ver- 
geflen werden. Max Koch. 


Beyerlein, Franz Adam, Frauen. Schaufpiel in vier Akten. Berlin, 
1913. PBita 


Errtaufführung im Schaufpielhaufe zu Leipzig am 15. Mär; 1913. 

Das nenefte Bühnenwert Beyerleins, das vieraktige 
Schaujpiel „Frauen“, das ohne nennenswerten Erfolg im 
debruar im Hamburger Thaliatheater feine Uraufführung 
erlebte, erzielte bei der eriten Aufführung im Schaufpiel- 
Haufe zu Leipzig, der Heimat des Dichters, einen fehr ftarfen 
äußeren Erfolg, an dem wohl die perfönliche Beliebtheit 
B.8 und eine im ganzen gute Wiedergabe den größten An« 
teil haben. Denn bad neue Werk bedeutet eine arge Ent 
täufhung für alle, die geglaubt Hatten, daß B. wie von 
„sena und Sedan” zu „Stirb und Werbe" einen Aufftieg 
aud) in feinem dramatischen Schaffen nehmen werde. Sein 
erjte3 und fehr viel gejpieltes Drama „Bapfenftreich” erwies 
ba8 VBorbandenfein eines guten und ficheren Snftinftes für 
theatraliihe Wirkungen und ferner ein vielverfprechendes 
Charakterifierungstalent. Davon ift in den „Frauen“ fehr 
wenig geblieben. Sein Hoflapellmeifter Thurneyfen entbehrt 
jo jehr der individuellen Züge, fo fehr der Ausarbeitung 
im Einzelnen, daß er in feinen pfychiichen Reaktionen ebenfo 
unverjtändlich bleibt, wie fein Verhältnis zu den beiden 
Srauen, feiner Ehefrau Regine und der von ihm ange 
Ihwärmten Rammerfängerin Welten. Ueberall, wo wir 
ein tiefered Eingehen erwarten, ftarrt ung äußerliches Ver- 
mweilen entgegen, fo daß eö zu einer wirklichen Ergründung 
der pigchologifchen Probleme in den beiden Frauennaturen 
und in ihrem Verhältnis zu dem Mann gar nicht fommt. 
Das foriwährende Spielen und bloße Andeuten macht damit 
dad Werk, anftatt zu einem Problemftüd, zu einem regel- 
rechten Ehebruchgdrama Tonventionelliter Art. Die Revolver: 
tomdödie im Teßten Aft befiegelt dies Urteil endgiltig. Wir 
ind um die Hoffnung ärmer gefchieden, daß B., der fchon 
mit jeinem Luftipiel „Das Wunder des heiligen Terenz“ 
nichtS fonderlih Bebeutendes mehr gefhaffen Hatte, uns 
gar nicht? mehr zu jagen hat und einen ähnlichen Nieder- 
gang angetreten hat, wie Subermann ald Dramatiler. 

PER u Franz E. Willmann. . 





 diefes Stüdes Dichter Tonnte fich zeigen. 


Nuederer, Yof., Die Morgenröte. Cine Komödie aus dem Jahre 
ne rungen, 1913. Süddeutfche Monatdhefte. (XIV, 2226. 8.) 
M , . 

Erftaufführung im Schaufpielfaus zu Münden am 8. März 1913. 

Thoma, Ludwig. Das Sänglingsheim. Burledte in einem Auf 
zuge. Münden, 1913. Langen. (IV, 496.8) 41. 

Uraufführung in den Münchener Kammerfpielen am 13. März 1913. 


Die erfte Zaflung der „Morgenröte” wurde feiner Zeit in 
Münden nicht zur Öffentliden Aufführung freigegeben. In 
einer Lola Montez-Komödie muß durch die Optik der Bühne 
die Geitalt Ludwigs I Heiner erjcheinen, al3 in der Ge 
Ihichte, in der diefe Epifode Hinter glanzvollen Kapiteln in 
den Hintergrund tritt. An einem literarifchen Yachblatte 
wird e8 die Wufgabe fein, die reinäfthetiichen Werte der 
Komödie zu unterjuchen, während bei einer Aufführung in 
Münden die Iofalen Momente und patriotiihen Bedenken 
faum auszufhalten find. NRuederer zeigt in dem Auf— 
bau feiner fünf Akte jtärferes Bühnentalent als in früheren 
Werken. Die Wirtshausfzenen de3 vormärzlichen München? 
find echt im Zone, plaftiich treten die Geftalten hervor. 
Bierfrohe Philifter weiß er mit Inappen, ficheren Strichen 
zu harafterifieren, freilich nur zu leicht läßt er fich ver- 
führen, die Konturen Farilirend zu verftärten. Raflig ift 
auch feine Lola. Wie fie den idealiftifchen Studenten er- 
obert, der auszog, um ihr feine Verachtung ins Geficht zu 
ichleudern, ift zweifellos mit fünftleriihem Können gemadtt. 
Die Schilderung der vor der allmäctigen Freundin des 
Königs, der natürlich unfichtbar bleibt, kriechenden Würden⸗ 
träger ift allzu fatirifch behandelt. Nicht übel ift als das 
Leitmotiv der Abenteurerin ber Wille zur Macht angedeutet. 
E3 Liegt in den fatirifchen Abfichten R.’3, daß das bier- 
Ihwere Volk erjt durch eine Erhöhung des Bierpreifes aus 
feiner Ruhe fich zu Tumulten aufrafft, die den König be- 
ftimmen, Lola Montez zu verbannen. Die Löfung ift dem 
Dichter nicht fo überfichtlich und plaftifch gelungen, wie der 
erite Teil. Die Aufführung unter des Autors glüdlicher 
Regie war recht gut. Frl. Woimode jah fo anmutsvoll 
aus, wie Stieler die Tänzerin für die Schönbeitsgalerie 
Ludwigs J gemalt hat, und wußte darüber hinaus die 
Kräfte des Temperamentes und der Verwegenbeit glaubhaft 
zu machen, die Lola zu ihrer ungewöhnlichen Laufbahn be- 
fähigten. Die Aufnahme mar eine ungeteilte. 

Wünfhte ich bei R. mande Stelle weg, die lediglich 
bezwedt, politiide Schlaglichter zu werfen, fo ift die Ten- 
denz Thomas durchgehend der politiihe Wit. „Das 
Säuglingsheim“" ift von einer Yüdin geftiftet, um allen 
Konfeifionen zu dienen. Der einer Eerifalen Mehrheit ges 
fügige Minifter weiß den paritätiichen Charakter des Hu- 
manitären Unternehmens zu bintertreiben. Verſehentlich 
bat er jedoch einen proteftantiihen Hausmeifter angeftellt, 
da3 würde Seine Erellenz zu Gall bringen, wenn der Bes. 
dienftete fich nicht entichlöffe, Fatholifch zu werden. Thoma 
hat ähnliche Dinge in feinen „Filfer“briefen im „Simpli- 
zijlimus" behandelt. „Das Säuglingsheim" ift nichts 
weiter al3 folch eine leicht Hingemworfene Satire. Ach ver- 
mag in berlei Stüden für die Bühne feinen Gewinn zu er- 
fehen, der Beifall, der Th. immer wieder Hervorrief, be- 
weift am Ende nur, daß die Majorität der Zufchauer auf 
dem politiihen Boden des Dichters fteht. Voraus ging 
die Premiere von Adolf Pauls Komödie „Hille Bobbe*. 
Der rhetoriihde Triumph der „ehrlihen‘ Freudenhaus— 
wirtin über die verlogenen, forrumpierten Stüßen der Ge- 
jelfchaft tat im ganzen nur theatralifhe Wirkung, gehoben 
freilich durch eine Fünftleriich ftarfe Wiedergabe. Auch 


L. G. Oberlaender. 





115 


— 1913. 37. — Die [hdne Literatur — 29. März — 


116 





Italienifcde Literatur. 


Berta, E. Augusto, La morte dell’ Ego. Turin, 1912. 
Nazionsale. Br 8. 8) L. 3, 80. 


Sanini, Osvaldo, Io! Ebd., 1913. (157 8.8) L. 4. 
Abba, G. C., RBitratti e proflli. Ebd., 1912. (187 8.8.) L. 2, 50. 


Sforza, G., e G. Gallavresi, Carteggio di A. Manzoni. 
Mailand, iı2. Hoepli. (610 8. 8.) L. 6, 50. 

Der fruchtbare Schriftjteller Berta behandelt in feinem 
Noman „Der Tod eines Schteiles" einen Turiofen Yall. 
Das junge Ehepaar Demetriv und Luciana lebt in be 
IHränften Verhältniffen, Schulden belaften den Hausftand 
und die rau bemüht fih durch Schneiderarbeit den unver» 
meidlihden Ruin aufzuhalten. Dabei verliert fie die Ge 
fundheit, und ihr Mann, mit einer frommen Lüge über 
erhaltenes Geld, führt fie in ein Seebad. Dort bleibt ihm 
nicht verborgen, daß feine Luciana den Vergleich mit ben 
Neizen anderer Damen nicht mehr aushalten fanı. Auch 
ihr wird Mar, daß die alte Liebesfeflel keine Anziehungs- 
fraft mehr Hat und auf dem Sterbelager, in gegenfeitiger 
Efftafe, verjpricht er ihr in den Tod zu folgen, fobald er 
alle Gläubiger befriedigt Hat. Dazu bietet ibm das Schidfal 
die Hand dur Berufung als Direktor einer Automobil« 
fabril.” Dort Hammert fi ein neues Leben, “Pflichten, 
allgemeine Anerkennung, gejelliger Umgang und zulebt die 
Liebe an ihn an. Wie feft er auch entfchlofien, das ber 
Toten gegebene Verjprechen zu erfüllen, wie oft er auch ber 
Ausführung nahe, immer tritt etwas in den Weg. Wie 
Har er auch das Gedächtnis der erften Frau vor Augen 
bat, ganz allmählich vermifcht fih damit unbewußte Liebe 
zu Emma. Se fehwächer der Kampf dagegen wird, befto 
mehr ergreift ihn die Verzweiflung des unerfüllten Ges 
lübdes. Wieder weiß das Schidjal den Ausweg. Auf 
einer tollen Automobilfahrt in den Tod hinein jchlägt er 
mit dem Kopfe jo wunderbar auf, daß die Gehirnorgane 
des Gedächtnifjes feines früheren Lebens gänzlich zerftört 
werben und er nach der Genefung jede Erinnerung an bie 
Tote verloren hat. Nun fteht auch nichts mehr im Wege, 
ein neues glüdliches Eheleben zu beginnen. ch weiß nicht, 
was die Mediziner zu Ddiefem patho⸗-pſychologiſchen Fall 
fagen. Der finnreich aufgebaute Roman ift jedenfalld äußerft 
geichidt durchgeführt in der guten, alten Manier, wo bie 
interefjante Erzählung alles galt. Und an geichidter Mache 
bat e3 der Verf. nicht fehlen Lafjen. Alle angeführten Per- 
fonen greifen direft oder indirelt in die Handlung ein und 
jede ftehbt am rechten Plab. 

Gedichtbände jeder Art und jeden Inhalts erfcheinen 
noch fortgejegt aus allen Winkeln Jtaliend und haben meist 
die Beit der Eintagdfliegen. Selten find Gedanken und 
Gefühle fo ausgedrüdt, daß fie weiteres Auffehen erregen, 
oder bie Poefie eine foldhe, daß fie wegen fchöner Form 
angenehm erflingt. Dsvaldo Sanini verfteht es, beiden 
gerecht zu werden. Drag e3 den Lefer auch FTühl Lafien, 
daß er einem ausgeprägten Bellimismus huldigt, alles, was 
die Menjchheit angeht, verachtet und am Liebften, wie Empe- 
bofles, fih in einen Zulfan ſtürzen möchte, wäre er gewiß, 
daß damit Leib und Seele für immer vernichtet bleiben, 
ſo iſt ihm jedenfalls gegeben, in reinem Stil und in —** 
heit ſeine Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Das gilt 
beſonders in dem Schlußgedicht, dem Höhepunkt ſeiner Emp⸗ 
findungen, in welchem in Gegenſatz zu ſeiner philoſophiſchen 
Theorie das Bild des Suchens nach dem erlöſenden Waſſer 
der Buddhalegende geſtellt iſt. 

KAus dem Nachlaß des Patrioten G. C. Abba der gari⸗ 
baldiniſchen Zeit erſcheint eine Anzahl kurzer Skizzen unter 
dem Titel Dilder und Umriſſe“ über eine Anzahl Freunde 


Sociotà 


und Gefährten des großen Condottiere, darunter die Namen 
Stefan Türr, Stefano Canzio, Nulla, der PBriefter Giovanni 
Verità, da8 Schriftftellerpaar Mario und Seffie White und 
andere, oft unbelannte Namen von Freiheitöhelden, in welchen 
ſich die große Bewegung kraftvoll reflektiert. Heute, wo 
die Freiheitstradition ſeiner Familie von Zeit zu Zeit auf 
ausländiſchem Boden aufgedüngt wird, fühlt man ſo recht 
beim Leſen der Skizzen, daß das, was einft, aus einer Not» 
wendigfeit geboren, glänzende Refultate erzielen fonnte, 
heute al3 Treibhauspflanze nur ein erfünfteltes Dafein friftet. 
Sn Bearbeitung find Ricordi garibaldini und Meditazioni 
sul Risorgimento. 

Der erite Teil des Briefwechiels von Alefiandro Man- 
zoni umfaßt die Jahre 1803—21, befteht aus 285 Stüden 
und ift von Gallaprefi mit erflärenden Fußnoten ver⸗ 
ſehen, die jedem Intereſſierten von Nutzen ſein werden. 
Folgen wirb ein zweiter Teil, ferner La Btoria della 
Colonna infame, Variet& inedita und Osservazioni sulla 
Morale cattolioa. 

Federico Brunswick. 





Jeitſchriften. 


Das un: en — für Bayerns Land und 
Bolt. dab. v. 3. Bei. 24. Zahıg., Nr. 22/ ünchen. 
Inh.: (22.) G. Staudhart, Der Re don ya Fr 
J. Swu ſter, Dr. Georg Friedrich Ritter v. Eichheimer (1764 —- 1854), 
der erſte bayeriſche Generalſtabsarzt der Armee. — Joſ. Seiling. 
Wie Auguſt Lewald 1823 das Iſartortheater rettete. — (22/23.) 8. 
v. Landmann, Bayerns Anteil an der deutichen — 1813. — 
Th. Dombart, Schmwabinger Lufthäufer. — (23.) Fr. Solleder, 
Der bayerifhe Wahrfager im Hodftift Würzburg. — ©. Herpog, 
Bayern und Münden in Friedrich Hebbeld Werten. — &. Hoerner, 
Balmen-Aberglauben. — M. Hader, Aus einem Frantemwald- Dorfe 


Der Brenuer. Halbmonatsfhrift, hub. von 2.v. Fider. 3. Jahız., 
nn 11. Snndbrud, Brenner Berlag. 

: 6. Dallago, Der große Unmwiffende. 1. (Familie). — 8 
Saw Das zierlihe Mädchen. — G. Wyöner, Teusean im 
Wald. — 2. E. Tefar, Bom Fortidrit. — &. Dallago, Weber 
Rafentheorie. — 8. B. Heinrich, Briefe aus der ——— 
Die Erſcheinung Georg Trakls). — Karikaturenfolge 59: 

Efterie, Karl Röd. 


Die Bräde. Monatsfchrift für Zeitinterpretation. Hrögbr.: K.Röttger. 
2. Jahrgang, Februar, 1913. Leipzig, Braund. 

Inh.: Rud. Baulfen, Hodler, Zuturiemus, Zukunft und ihre 
Gegner. — Ernft Baard, Auch ein Bottfuher. — TZrommcelftod, 
an. Aphorismen. — €. Bodemüpl, Wufikunterriht. — 

Shumig, Das Leben ded Bolkdorganiemusd. 4. 


Der Düherwurm. Cine BE für mE: Hgb. von 
W. Weihhardt. 3. Zabıg., 1. Heft. Dachau 
Snh.: PB. Bejeuhr, Die —R in der 5 Literatur. 
— Aus Whitmans Deutſchen Erinnerungen. — C. Bogl. Philofophie 
fürs Leben. — Hugo dv. Zihudi über Adolf v. Menzel. — Die Be» 
gegnung. — Der Iyrifche Reifende. 


DR en Welt. Red.:H. Stümde 15. Jahrg. Nr. 11. Leipzig 
igand. 
Inh.: H. Stüm er —— Sonntag und die Berliner März⸗ 
revolution 1848. — E. L. Stahl, Robert Browning als Dramatiker. 
— $. Biller, Sevilla in der Mufit. — Franz Dubipfy, Berliner 
Ron ertfaifon. — Dtto Keller, Mufildramatifde Statiftit ded Jahres 
91 8. Stümde md F. Dubiptp, Bon den Berliner Theatern 
1918113. Mi — Ludw. Klinenberger, Bon den Wiener Theatern 
1912/13. 8. 


Daheim, Re.: B. D. Höder 
Belbagen & Klafing. 

Snd.: Bon dem Berfaffer ded Aufıufe „An mein Bolt" (Th. © 

v. Hippel). — Ferdinande dv. —— — „Dad Bolt in Baffen“. 

— Fehr. Dito v. Mantauffil +. — Wafferfiugzeuge. — MWoodrom 

Bilten. — Der alte Leuchtturm von Lindau. — Der erſte zoologiſche 


49. Jahrgang, Nr. 24. Leipzig, 


117 


— 1913. 37. — Die [hÖöne Literatur — 29. März. — 


118 





Garten in Italien. — Der Winterflammgaft. Eine Bogelgefhichte. — 
Rene Hanfe, Die märkifhen Lienowe. Roman. (Hortf.) — F. Hoppe, 
Karfreitag in Serufalem. — H. Dalmer, Der Burzer-Tonl. Roman. 
(Fortſ.) — J. Höffner, Friedrich Hebbel. Zum 100. Geburtätag. 


Moderne Dramatik in kritifher Beleuchtung. Hgb. von R. Elöner. 
Heft 15. Pantowm-Berlin, Elöner. 


mb: Irant Wedekind, Franzidta. (26 ©. 8.) 4 0, X. 


Das literarifhe En. Hıögbr.: E&. Heilborn. 15. Jahrg, Heft 12. 
Berlin, Fleifhel & Co. 

Snh.: A. v. Bleihen-Rußwurm, Der Reg zur Empfindfam- 
feit. — Leon Kellner, Zohn Baldwortby. — John Balewortby, 
Aus „Der Demonftrationezug”. — E. Heilborn, Der Yaun Molon. 
— €. Defterbeld, Baudelairiana. —R. M. Meyer, Efiayiften. 2. 
— A. Elveffer, Die große Liebe. 


Edart. Ein deutfhes Literaturblatt. Shriftl.: W. FKahrenhorf. 
7. Zadrg., 5. Heft. Berlin. 
inh.: Hand Frand, Dad Drama Dtto Ludwigd. — Dito H. 
Brandt, Timm Kröger und feine Dihtungen. — B. Arminiug, 
Dito Ludwig, der Epiker. — Heinrich Spiere, Neue Lyrik. 2. 


Die Sriedens-Warte für zwifhenftaatliche Organifation. Hgbr.: Alfr. 
6. Fried. 15. Jahıg., Heft 3. Berlin. 

Anb.: Ueber und die Eintflut. — Richard Gädke, Die Politik 
Deutfhlande während des Balkankrieged. — D. Umfrid, Die fromme 
Diplomatie. — Der Fall Maurendreher. — Das Meine Heer. Bon 
einem Dffizier. — Die englifhedeutfche Flottenformel. — Kiderlen- 
Bacdter. — 9. ©. Haskell, Brief aus den Bereinigten Staaten. 
— L. P. Lochner, Ein intemationaler Stwdententongreß. — Karl 
Etrupp, Eine Lanze für die NRechtönatur des Bölkerrehtd. — D. 
Seufert, Das Ehriftentum und der Kampf gegen den Krieg. Eine 
Entgegnung. — Dar Seber, Geburtenrüdgang und Internationalid- 
aus. — Ritter, Goethe über den Krieg. 


Die Grenzbsten. Hregb. von &. Gleinow. 71. Jahrg, Nr. 10/11. 
Berlin, erlag der Grenzboten. 

Inh.: (10. Rihard Meplöny, Ehamberlaind Goethe. — 2. 
MRaap, Die Träger der inneren Kolonifatton in Preußen. — Ernft 
Sontag, Die Prefie und $ 198 Strafgefepbuches. — R.v. Damm, 
Dad eiferne Kreuz. — %. Dutmener, Peter d. Gr. und die Jefuiten. 
— Spectator, Geldnot. — (10/11.) Karl Krideberg, Briefe aus 
auebeldorf. — (11.) &. Eleinow, Fürften und Bölker. — E. Born- 
bat, GEnglifches und deutfches Friedenspräfenzredt. — Nadir, Die 
ander in Indien. — Ric dv. Sarlowig-Hartigfeh, Kritik und 
Publitum. — Klara Hofer, Hebbel und Heine. 


Hammer. Parteilofe Zeitfchrift für nationales Leben. Red.: Theod. 
gritfh. 12. Zahırg., Nr. 257. Leipzig, Fritfch. 

Ind.: Th. Fritfh, Zur Entftchungdgefchichte ded Alten Tefla- 

mente. — Brüning, War Kiderlen-Wachter ein Staatemann? — 
F1. Jaeger, Zur Seßhaftmachung der Landarbeiter. 


Die Heimat. Monatsfchrift d. Bereind 3. Pflege der Natur u. Landed- 
tunde in Schlesw.-Holftein, Hamburg u. Lübel. 23. Ig., Nr. 3. Kiel. 


Snh.: Zur 100. Wiederkehr ded Gekurtdtagcd Friedrih Hebbelß. 
Krumm, Friedrich Hebbel. Ein Lebender. (Mit Bild.) — Aus Friedrich 
Hebbeld Tagebühern. — Barteld, Friedrich Hebbel. Die Perfönlid- 
keit. (Mit Bildern.) — Aug Hebbeld Briefen. — Carſtens, Weffel- 
buren. (Mit Bildern) — Weyl, Rechtögefhidhtliches aus Schleöwig- 
Holftein, III: a) Gedenkichläge, b) Brühe. — Trede, Das Ehemnip- 
Bellmann-Dentmal in Altona. (Mit Bildern) — Menfing, Zur 
Bedeutung des Worted „Kratt”. 


Licht und Schatten. Wochenihrift für Schwarzweißtunft u. Dichtung: 

Hgb. von 9.9. Qumppenberg. 5 Jahrg., A. 23/24. Münden. 
Inh.: 23.) A. M. Frey, Die Blinde — Dtto Anthes, In 

der Nacht. — (24.) Alerander Eaftell, Seltfame Begegnung. 


Nilttär - Wochenblatt. Red.: v. Scriba. 98, Jahıg., Nr. 29/34 ' 
Berlin, Mittler & Sohn. | 

un: (29.) Die Aufgaben der 1. deutfchen Armee vom 2. bie 
bi 9. Auguft 1870. (Scht.) — (29/31.) Ungarn in militärgeograph. 
Beleuchtung. (Fortf.) — (0.) Zum 9. März 1913. — Kaifer Wilhelm I 
und die Militär-Ehrengerichte. — Bom Balkanfriege. 11. — (81.) 
Mafhinengewehr und Gefhüg. — Die Ausbildung unferer Offiziere 
de8 Beurlaubtenftanted. — (31 u. 34.) Regimentdabende. — (82/38.) 
Bereinfachung des Kontrollwefend bei den Bezirtätommandos. — (32.) 
Zur Erinnerung an tapfere Kämpfer 1813/1815. — Ueber die Pferde» 
mht im Königreich Preußen. — (88/84.) Neue® vom franzöj. Hrete. 
— (83.) Die Krankenpflege im Baltantriege. 2 — Reued von ber 


beigifhen Armee. — (34.) Größere Zruppenübungen in Gachlen, 
Württemberg und Bayern. — Die Entwidlung des Blugwefend in dem 
Jahıfünft 1908 His 1912 und ihre militärifhe Bedeutung. 


Unfer Bommerland. luftrierte Monatfchrift für Heimatpflege und 
Kultur, für Kultur, Kunft und Gefchichte fomwie für die wirtichaftt. 
Entwidiung Bommernd. Hgb. von?. Hamann. Yabrg. 1912/13. 
Heft 3. Stargard i. P., Pommernverlag. 


Snh.: ©. N. Bentlage, Pommerihe Sylveſterorakel. — M. 
Schultz, Notwendiger Ehup unferer vorgefhichtlihen Dentmäler. — 
A. Hans, Friedrich der Eroße in der Pommerfhen Sage. (Ehl.) — 
€. Müller, Mufitberühmte Pommern. (Fortf.) — Meriand Städte: 
bilder: Porig. — D. Altenburg, Paul Wendt. — Aus der Seit 
der fohweren Not. (Fortf.) — Adertneht, Die Wichtigkeit der Grün. 
dung von Volksbüchereien. — A. Flechtner⸗Lobach, Pommerſche 





Bolkatunft. 


Sonntagsbeilage Rr. 9/10 3. Boff. Zeitung 1912, Nr. 111, 124. 

Snb.: (9/10.) &. Anton, Beiftige Artung und Rechte der Frauen. 
— (9.) A. Bettelheim, Neue Sefamtausgaben Berthold Auerbadhe. 
— B. Bielhaber, Ein Urteil Kants über Rußland und die Orient 
frife. — E. Juon, Feuer. Eine naturwiffenfhaftliche Betrachtung. — 
(9/10.) Bor bundert Jahren. — (10) R. M. Meyer, Shlagwert- 
bildung und Shlagwort-Bildung. — I. Feuder, Das Eiferne Kreuz. 
am Sahrhunderterinnerung. — Klatt, Die Totenbeftattung bei den 

ermanen. 


nun Fllufriertes Sonntagsblatt. 6O. Jahrg., Nr. 28/ 24. 
erlin. 


Inh.: (23/24. Emma Kettner, Der Häßliche. — Ellen Rennert 
Alt und Jung. Aus dem Däniſchen überſetzt von Rhea Sternberg. — 
Deutſchlands Befreiungskämpfe. — (24) I. Stanjet, Der Sieges⸗ 
lauf des Oſterhaſen. — J. Knopf, Hans Oottlieb Pfeiffers Ofterei. 
Humoreske. — Käthe Damm, Die Frauen und die große Zeit. 





Ueber Landeu. Meer. Deutſche illuſtt. Jeitung. Red.: Rud. Presber. 
656. Jahrg., 109. Bd., Nr. 24. Stuttgart, Deutſche Verlagéanſtalt. 

Inh.: Georg an Die vier Könige. Roman. (Yortf) — 

A. Meindardt, Gräber und Sagen. — U. Dbermüller, Zug 

vogelflug. — GE. Schubert, Der Günftling des Kaiferd und die 

Brüder Jeſu. Novelle. — U. Teutenberg, Hebbeld Frauengeftalten. 


Die Wage. Redakt.: E. B. Zenker. 16. Yahrg., Rr. 9/10. Bin, 
Stern & Steiner. 

Inh.: (9.) Gracchus, Eine dunkle Geſchichte. — (9/10.) €. V. 
Zenker, Benedek. — (9.) Die Urſache von Nittners Todesſturz. — 
Wilbelm Kreß +. — A. Halbert, Sonntagskinder. — (10.) —2— 
M. Rother, Die — — F. Hirth, Bjömſtjerne 
Björnſons Lebenswerk. — E. v. Janiſchfeld, In Jasnaja Poljana. 


Die Woche. 16. Jahrg. Nr. 10/11. Berlin, Scherl. 

Inh.: (10.) D. Schäfer, 1813 bis 1913. — A. G. Hartmann, 
Frühling in det Akademie. Zur Ausſtellung in der Kgl. Akademie der 
Künſte in Berlin. — A. Hoel, Die norwegiſche Hilfserpedition für 
Schröder⸗Stranz. — I0 / 11. R. Strap, Start wie die Mark. Roman. 
(Fortſ.) — (10.) DO. Lummer, Yarbentücdhtigkeit und Farbenblindheit. 
— P.Lefort, Parifer Größen am Bortragdtifh. — Charlotte Gräfin 
Nittberg, Ein Flug über Leipzig. — Wera v. Huhn, Finale. Skizze. 
— €. Fıhr. v. Behmar, Die Amerikanerin im Sattel. — Käthe 
Damm, Familiendhronit und Familiengefhichte. — Die neuen deut- 
[hen Motorboote zur Rettung Shiffbrühiger. — (11) € Niemann, 
Ueberfeepoften. — H. €. Nebel, Eine deutfche Akademie in Rom. — 
Baledca Gräfin Bethufy-Huc, Momentaufnahmen von unterwegs. 
— 8. Mas, Ein Gang durd eine moderne Stadtverwaltung. — € 
Seefried-Gulgomwäti, Ländlicher Kleinbetrieb. — 9. F. Urban, 
Die Operette in Amerita. — 9. M. Appell, Der Träumer. Gtigze. 
— Die weiße Mode. — A. Krenn, Binterfport im Jungfraugebiet. 


Das freie Wort. Hıögb. v. May Henning. 12. Yahıg., Rr. 24. 
Frankfurt a. M., Reuer Frankfurter Berlag. . 
a M. Maurenbrecher, Die Ofterfünde. — M. — 
ur Bekämpfung des Geburtenrückgangs in Deutſchland. — Rockefeller 
und das deutſche Zentrum. Ein Beitrag zur Naturgeſchichte ded Zen⸗ 
trum?.) — ®. Bielhaber, Zur ge Rage. I. — F 
Zönnies, Harald Höffding zum 11. März 1913. 


Zeit im Bild, 11. Fahıg., Nr. 10/11. Red.: 5. Bodenftedt. München, 
Neue Deutſche Verlagsgeſellſchaft. 

Inh.: (10) Bidlingnaier, Zun Südpol. — F. Frekſa, 

Das Problem des Schlüſſelromans. — Pierpont Morgan. — Lujo 


119 


— 1913. 437. — Die jhdne Literatur — 29. März — 


120 





Brentano. — U: Soldfhmidt, Diskontogefilliihaft. — Der Frauen 
bantier. — €. v. Wolzogen, Peter Kar. Roman. — F. Hoeber, 
Augufte Rodin und die Until. — (11.) F. Endres, Dad Haug 
Romanow. — €. ©. Schilling, Paradiespögel. — F. Frekſa, 
Franf Norris. — E. Mell, Die glüdfeligen Infeln. — E. Bleib» 
treu, Aufruf an mein Boll. — AUbaelard, Zanzepidemire. 


Slluftrierte Zeitung. Red.: D. Sonne. 139. Band. Rr. 3637. 
Leipzig, J. 3. Weber. 
And: R. Bohle, Die Entwidlung ded hohen Nordend unter der 
Herrichaft des Haufes Romanow. — R. van der Borgbt, Die neue 
Bede. — Klug, Sch! Wochen bei der „Schwarzen Waffe” (Torpedo- 
fHlottille). — GBottburd Kurland, Wir, die wir jung find! srine — 
J. Bergner, Rieſen der Käferwelt. — K. Frigdor, Die Welt des 
abe — Aus Albreht Dürerd Paffion. — 8. Kühler, Yriedrid 
ebbel. 


Mitteilungen. 


Literatur. | 


Bon Berthold Auerbakh8 Werten veranftaltet der Berlag Heffe 
& Beder in Leipzig foeben eine wohlfeile Bolldaudgabe. Der Heraus 
geber, Dr. Anton Bettelheim, war ald Freund und Teflamentd 
vollftredter des Dichters bejonders zu diefer Aufgabe berufen, da ihm 
da8 gejamte Quellenmaterial zur Berfügung ftand, das er in der vorauf- 

efhidten Studie über Auerbahd Leben und Schaffen, fowie in den 
Einleitungen zu den einzelnen Werfen verwertete. Die Auswahl bes 
rüdfihtigt die bedeutendften Werke:. Die Schwarzwälder Dorfgeichichten 
(10 Bände), die Homane „Auf der Höhe” und „Spinoza“, woran fid 
zulegt eine Auslcefe aus dem „Schapkäitlein des Gevatteremanne” und 
den Kalendergefhichten” fchließt. (15 Zeile in 4 Ganzleinenbänden 
8 4, in 4 Halbfrangbänden 12 4, in 6 Kiebhaberbänten 14 4.) 

Eine Anzahl in weiteren Kreifen bekannter Perſönlichkeiten erläßt 
eine Einladung zur Unterzeichnung auf eine vierbändige Audgabe der 
Gefammelten Dichtungen des hervorragenden niederdeutfchen Dichters 
Sohann Hinrich Fehrs. (Einfache Ausgabe in Sanzleinen: 15 A, 
Xadenpreis20 „4; Liebbaber-Ausgabe in Sanzleder: 40 4, Tadenpreid 
50 #4), die im Berlag von Alfred Sanfjen ın Hamburg 1, Spitaler- 
ftraße 12, erfcheinen fol. Da mindeftind 1000 Exemplare gezeichnet 
fein müffen, wenn das Unternehmen zu Etande kommen fol, fo werden 
alle Freunde der Schöpfungen des Dichtere SE ihre Beftellung 
möglichft bald an den Verleger einzufenden. Die Lifte der Namen fou 
Fehrd an feinem 75. Geburtstag, dem 10. April 1913, überreicht 
werden, die Ausgabe felbft im Herbft fertig vorliegen. 

Der Berlag von ©. Fifcher in Berlin gibt von 24 ab jedem 
Eremplare ded Romand von Siegfried Krebs ‚„Anuguft Daniel von 
Binzer oder Das Ende der Romantit” eine Erklärung bei, in der aud- 
einandergifept wird, dag die in dem Roman auftretenden Geftalten 
nichts mit den gleichnamigen hiftorifhen Perfonen gemein haben, außer 
ein yaar Einzelheiten vom Beginn ihres äußeren Xebend; nichte jeden- 
falls vom Bejamtichidfal ihres Rebend; nichts vor allem vom Charakter. 
Ein Zwang der Phantafie lieg den Berfaffer feine ganz anders ge- 
arteten Menfchen mit den Hiftoriichen Namen verfehen ufm. Im vor. 
Sahrg., Nr. 26/27, Sy. 445 d. Bl. ift auf diefen Gegenjag aufmerkfam 
gemacht worden, und es dürfte doch fraglich erfcheinen, ob man aud 
unter Berüdfihtigung der vorgebrachten Gründe der dichterifchen Frei 
beit ein foldhe® Berfahren zu gute halten muß, wo es fih nidyt um 
Nebenperfonen, fondern um eine wohibelannte Perfönlichteit handelt, 
die fogar dem Roman den Namen gegeben bat. 

Das von und im lauf. Zahıg., Nr. 4, Sp. 6lfg. bei Gelegenheit 
feiner Uraufführung eingehend befprochene Drama von Heinrich Lilien: 
fein, „Der Tyrann‘’, erfhien kürzlich in Buchausgabe zu Gtutt- 
gart und Berlin, 1913, 3. ©. Cotta’fhe Buchhandlung Nachfolger. 
(154 ©. 8., .4 2, 50; geb. #4 3, 50.) — Ebenfo liegt nunmebr das 
vieraftige Schaufpiel von Johann Sigurjondfon, „Berg Eyvind 
und fein Weib‘, gedrudt vor, das wir in Nr. 2, Sp. 29 d. DI. 
befprachen, und zwar in der Sammlung dramatiicher Werke, die unter 
dem Xitel „Moderne Bühne” im Verlag von Erich Reig in Berlin 
erfcheint (96 ©. 8). 

Zum 1. April, dem Geburtdtag des Eifernen Kanzlerd, bringt der 
Berlag Yof. Scholz in Mainz mit einem neuen, dem 8. Bande feiner 
„Baterländifchen Bilderbücher, hab. von Wilhelm Kopde” eine erfreu- 
ne Oabe für die Jugend: „Bismard, mit Bildern von Karl Bauer” 
(16 ©. Qu.sker. 8,, Tart. 1.4). Der kurz geprägte Xert von W. 
Kopde und die kräftige Bilderfolge find wohlgecignet, dem großen Staate- 
mann ein Denkmal in den Herzen unferer Jugend zu frgen. 


Theater. 


An der Wiener Refidenzbühne gelangte im ehe Monate 
ein neues Stüd von Dvcerves „Biguebub?’ zur Uraufführung. Der 


Dichter ift fein Fremder mehr, wir baten ihm noch ald den Berfafier 


eines Kadettenftüd:s in Erinnerung. In der auf die Polizei gemünzten 
Satire „Piquebub?“ gibt ed etliche Szenen, die luftig genug anmuten 
und einen frifhen Humor ded Verf. erkennen lafjen. Xeider gelingt es 
ihm nicht, dem fchon ziemlich abgenupten Milieu neue Seiten abzuge- 
winnen. Immerhin: ein annchmbares Theaterftüd, das einem leichter 
empfänglichen Publitum harmlofe Unterhaltung verbürgt. Die Dar: 
ftelung traf ungemein fiher den Ton, auf den die Satire geftimmt 
ift, und fo ftellte fi, ein Erfolg ein, der eventuell aucd, länger anhalten 
tann. R. H. 

Im Stadttheater zu Jena kam am 12. März d. J. die Komödie 
„Tsrin Eveline“ des dort als Verlagsredakteur lebenden Dr. Alexander 
Elſter zur Uraufführung. Das Wert (der Verfaſſer nennt ed cine 
„kleine Komödie“) geht über die übliche Grenze des Einakters hinaus 
und behandelt in einer ſymboliſtiſch⸗reflektierenden Att ein ſchon von 
der Stoa aufgeſtelltes Thema, daß jeder tiefer veranlagte und ſenfible 
Menſch auf die Dauer nicht Freude und Befriedigung an ſchöner Sorg⸗ 
loſigkeit und an ungetrübtem Genuſſe empfinden könne. Ein an fich 
auch zur dramatiſchen Behandlung geeigneter Gedanke, der aber, wie 
bier, mit etwas zu akademiſcher Weisheit vorgetragen, an Lebendigkeit 
ſtark verlieten kann. Die „Törin Eveline“, eine Hofnärrin an einem 
Herzogshofe, iſt in der Komödie die Trägerin dieſer Idee. Dem Herzog, 
der in fie verliebt ift, aber für ihre inneren Erlebnifje fein Verftändnis 
bat, fucht fie durd) Veranftaltung eincd Bettlerfeited die Wahrheit ver- 
blümt nah Narrenart vorzuhalten, damit er das Schattendafein feiner 
Außerlihh pruntvollen Hofbaltung erfennen fol. Aber cr verftcht fie 
nit und fo entflicht Zörin Eveline mit cinem Hoflavalier, der ihr 
beffereg Sch erkennt und ihr in wahrer Xiebe zugetan ill. F. E. W. 

Die Uraufführung ded Schaufpield „Der Eroberer‘ von Dett. 
mar Heinrih Sarncpfi wurde am 12. März d. 3. im Düffeldorfer 
Stadttheater freundlich aufgenommen. Das in Derfen verfahte Wert 
behandelt die Werbung Wilhelmd von der Normandie um Mathilde 
von Flandern (vgl. oben Ey. 111fg.). 

Das dreiaktige Luftfpiel ‚Die Anftandspifite” von Robert 
Sauderf hatte bei der Uraufführung im Königsberger Stadttheater 
am 17. März d. $. einen freundlichen Erfolg. 

Das am 16. April 1908 zu Elberfeld in Uraufführung gebotene fünf- 
altige Drama „Nah Zena“ von Emft Söohngen wurde in ganz neuer 
Bearbeitung dur den Berf. und den Oberfpicheiter Michael Pihon am 
19. März d. 3. im Barmer Stadttheater wiederum vorgeführt. Db- 
wohl Anfäge zu einer tragifchen Entwidlung in dem nunmehr „„Helden- 
t0d°° betitelten Stud gemadıyt werden, haben die Berf. doch auf eine 
nähere Bezeichnung, ob Schaufpiel, Drama oder Tragödie, verzichtet 
und einfah 6 Bilder aus dem „Schickſal der elf Schillſchen Offiziere 
in vier Akten“ nebeneinandergeſtellt. Der an und für ſich ſchon feſ— 
ſelnde und rührende Stoff iſt hier dank einer äußerſt geſchickten Bühnen⸗ 
technik und der wirkungsvollen Aktſchlüſſe zu ergreifender Höhe gebracht. 
Einige Längen im Dialog und eine zu früh einſetzende Peripetie tun 
der erſchütternden Wucht des Geſamteindrucks nur wenig Abbruch. Das 
Stück wird an vaterländiſchen Gedenk- und Feſttagen mit Glück ver⸗ 
wendet werden koͤnnen. H. W. 

„Die Schildbürger“, ein Schwank nach der Volksſage in vier 
Bildern für Volk und Jugend von Marie Boltz, erzielte bei der Urauf— 
führung im fürſtlichen Theater zu Sondershauſen als harmlos⸗gefällige 
Versdichtung eine ſehr freundliche Aufnahme. 

Moritz Schäfers Luſtſpiel „Der Bürgerprinz“ fand bei der 
Uraufführung im Stadttheater zu Roſtock viel Beifall. 

Walter Nithack-Stahns Drama „Weltherr“, das in Görlitz 
zur Uraufführung gelangte, iſt eine weſentlich erweiterte und vertiefte 
Umarbeitung des früheren Schauſpiels „Markersdorf“. Im Mittel—⸗ 
punkt der Handlung ſtehen Napoleon und die Bauerefrau Roſine Hans— 
pach aus Markersdorf, die in ihrer Ehre von dem Kaiſer verletzt wird 
und ſich an ihm zu rächen ſucht. Das Schickal vereitelt den Todes⸗ 
anſchlag auf Napoleon, wirft aber doch einen Schatten auf den Ruhmes⸗ 
weg des Welteroberers. Die ſchlichte Bauersfrau iſt eine Verlörperung 
des fieghaften Volksgeiſtes, der ſchließlich über den gewaltigen Korſen 
triumphierte. Voſſ. te.) 

Kari Schönherrs meuefte dramatifche Arbeit, die vorerſt den 
Titel „Aus Imre Zeit‘ führt und in Tirol fpicht, wird 
im Münchner Künftlertheater zur Uraufführung gelangen. 

Albert Geigers griehifches Echerzipiel „„ Das Winzerfeft‘ wird 
im April d. $. am Karlöruher Hoftheater zufammen mit einem andern 
Einafter Geigers „Der Fremdling“ feine Uraufführung erlebın. 


Berſchiedenes. 


Die vor Jahren von der Witwe Hebbels mit einem Grundkapital 
von 3000 geſchaffene Hebbelſtiftung iſt jetzt mit dem 100. Ge⸗ 
burtstag des Dichters ins Leben getreten. Die Stiftung hat bereits 
ein Kapital von 32000 4 angeſammelt. Der Zweck der Stiftung iſt, 
holſteiniſche Dichter, die über dem Durchſchnittsmaß ſtehen, zu unter 
ſtützen. Die erſte Rate wurde dem plattdeutſchen Dichter Hinrich 
Fehrs in Itzehoe zugeſtellt, welcher 1200 4 erhielt. 


Berantwortl. Redakteur Prof. Dr. Eduard Zarnde in Leipzig, Kaifer-Wilhelmfiraße 8. — Drud von Breitlopf 4 Härtel in Leipzig. 





Die ichöne Literatur. 


Beilage zum Literarifchen Zentralblatt 
fiur Deutſchland. 








Herausgeber Prof. Dr. Ed. Zarncke in Leipzig, Kaiſer Wilhelmſtraße 8. 
Ur. Verlegt von Ednard Avemarins in Keipjig, Rofftrafie 5/7. 14. Jahrg. 
Erſcheint vierzehntäglich. 2 15. März 1913. Preis halbjährlich 3 Mark. 





Inhat andere Erzählungen, übertragen aus dem Däniſchen von Kih. diargeon 
Ariedrich Hesbel, eine Würdigung des Bienfcen eb Dichters zur Wiederkehr Kutfcher, Üderfegt aus dem Schwediichen von Berend. Nero, Die Küfte der 
feines 100. Beburtstages. von Eridh Ru (89. Kindheit, übertragen aus dem Dänifchen von Kiy. Sörenfen, Die Fahrt der 


s 
nf 

Die Tragödie des Ih. Hocdftetter, Die der ats ' Sim: Stadt im hohen Norden, überfeht aus dem Schwedifchen von Franzos. 
? 


Moderne Homane (13: Levita, Der nie. von Hude. Sa Faree Jomsburg, überſetzt von Anders. Nordſtröm, Bürger. Geidichten aus einer 
Dramen rauffüßrungen (95): Eulenberg, 1) Die Welt wil Ba — * un: überfegt aus dem Schwedifhen von Franzose. Sid, 
werden, 2) Die Bejhwitter, 3) Die Wunderfur. Heifeler, Beter und Kerl. überfe m Dänifchen von Klaiber. 


Wederfegungen nordifder Ersäßfer (97): Miqaelis, gens Himmelreic) und sehtfärktten * "hittelfungen (103). 








— —— BEN ®: Levita, * Ze König von YIuda. (93 |S Ben R., ak val. (94) 
sn ——— H.. Welt wil beirogen werden. — K., Jené Hi tk on andere Er Sie, M.. Ueberfegt von B. Klaiber. (w.) 
wider > "Die Wunderlur. (95.) Belkin Heberfept von H. 8 (98.) Siw Se E., Yale Alten. — aus dem Schwe 
Pt Briedeig, zum 100, — (0.) Nero Küfte der eb uevberſetzt von H. —* von M. Yranzos. (9. 
Hei . 8., Peter und Alerej. (96.) Kin. Edrenfen, ©. 9., Die Sahıt der Jomsburg. Ueber⸗ 
Del Arm. Ö., Auticher. Ueberfegtv. A.Berend.(98.) — L, ne Geſchichten aus einer Stadt jet von 9. Ander (v8 
Hochſtetter, 6. Sie Heiratsjagd. (95.) im hohen Norden. U erfept von Wi. Franzose. (99.)| Steiniger, 9., Die "Tragödie des Id. (98.) 
Sriedri ch fi ebbel. Studienjahr und die Jahre ſeines Heidelberger, Münchener 
— und zweiten Hamburger Aufenthal 
Eine Würdigung des Menſchen und Dichters zur Wiederkehr Gtife enfing a —0 ben FR en: — 
ſeines 100. Geburtstages. 


leiblichen und ſeeliſchen Tode bewahrt. „Neues Irren, neues 

Das Jahr 1813, in deſſen Erinnerung wir dankbar Leben“ überſchreibt er ſelbſt den zweilen großen Abſchnitt 
zurückſchauen und der Helden der Tat und des Geiſtes ge- ſeines Tagebuchs 1838. Durch ſeine oft rückſichtsloſe Offen⸗ 
denken, die unſerm Volke ihre nationale und innere Freiheit heit gegen ſich und ſeinen Nächſten und durch die Fülle der 
zurückgewinnen halfen, hat uns einen Mann geichentt, zu | Eintragungen, der „Reflerionen über Welt, Leben und Bücher, 
dem wir al3 zu einem unferer Größten auffehen dürfen: | Hauptjächlich aber über mich felbft”, jo überjchreibt er feine 
Ehriftiaon Friedrich Hebbel. Wu er war ein Held, ein | Tagebücher, ift e3 uns vergönnt, einen tiefen Einblid in 
@eiftesheld, der in unferer Literatur unvergängliche Werte | feine fuchende, gequälte Seele und in fein vielgeitaltiges, 
Ihuf, ein Lebenskünftler, der einen Kampf zu beflehen Hatte, | geradezu umfafjendes Denken und Dichten zu tun. Nach 
vor deſſen Größe wir erſchüttert ſtillſftehen. Nicht von der noch zehnjähriger Sturm- und Drangzeit, in der er ſuchend 
Zeit getragen, im harten Kampfe gegen die Zeit, gegen kleine wandert, in Kopenhagen, Paris und Rom Studien treibt, 
Menſchen und enge Verhältniſſe, gegen eine zum Teil ſeichte findet er in Wien eine Heimat an der Seite der Burg- 
und tendenziöfe Literatur feiner Tage kämpfte er ein Leben | theaterichaufpielerin Chriftine Enghaus. Jahre häuslichen 
in Einiamfeit, allein ala Menfch, allein ala Künftler, abfeits | Stillglüdes, Jahre reihen und allmählich auch belohnten 
von der großen Straße, auf der manch Heinerer Geift feinen | dichteriichen Schaffens folgen nun in Wien auf die unrubige, 
Weg zu Ruhm und Ehre, wenigftend aber zu befreiender | glüdarme Werdezeit. Ausgenommen einige Reifen und feinen 
Anerkennung durch die Mitwelt ging. „Wer nad) den Sternen | Sommeraufentbalt in feinem eigenen Heim in Orth bei 
reift, der jehe fich nicht nach Gefellihaft um”: darin juchte | Gmunden bat er Wien big zu feinem am 13. Dezember 
er Kraft für feine Wanderung auf dem einfamen und dor- | 1863 erfolgten Tode nicht mehr verlafien. 
nigen Pfade. Den: Eingeweihten Tünden wohl auch feine Tragödien, die 

Sn engen Berhältniffen wuchs Hebbel im Heinen dith- | jeinen Ruhm als Dichter begründeten, das bewegte, einzig- 
marjchener Städthen Weffelburen auf. PWaterhaus und | artige Leben diefes einfamen, Harten und doch jo leiden: 
Fugend, aus deren Schoß dem Menfchen fo große Lebens | fchaftlichen Dithmarjchen, aber nicht im Goethifhen Sinne 
werte eriwacdlen fünnen, waren jo drüdend, daß er fich nie | find fie „Bruchftüde einer großen Konfeffion”. Dazu, um 
ganz von ihrem unfeligen Einfluß Hat befreien können. In | Hebbels Perfönlichkeit ganz gerecht werden zu können, gehört 
einer der vielen trüben Stunden feines Lebens vertraut er | auch die Würdigung feiner bisher leider noch viel zu wenig 
feinem Tagebuch die Klage über eine verlorene Kindheit an: | bekannten Tagebücher und Briefe. 
„Rur wer Kind war, wird Mann; ich erbebte, als ich dies Was uns die Ueberfchrift feiner Tagebücher veripridht, 
(bei Tie) zum erftenmale Ya8; nun hatte das Gejpenft, das | das Halten fie: „mit Gedantenfchwere oft überreich befrachtet“, 
mid um mein Leben beftiehlt, einen Namen. Wie war nicht | enthalten fie Beobachtungen über feine eigene Entwidelung 
meine Kindheit finfter und öde!" Bon feinem durch die | ald Menfch und Dichter, Betrachtungen über Kunft, bejon- 
Srohn eines finfteren Alltags fchier erdrüdten Vater muß | der3 über Poefie, Analyjen feiner Werke, piychologifche Be⸗ 
er fchreiben: „Die Armut hatte die Stelle feiner Seele ein- | trachtungen und Erfahrungen, WUuseinanderfegungen mit 
genommen." Und wie er nach Licht und Leben Hungerte, | religiöfen Fragen, Urteile über Berfonen, die feinen Lebens. 
zeigen bie Worte der Dankbarkeit, die er in feinen Tage» | und Geiftesweg freuzten zc. Da fie die größte Zeit feines 
büchern und Briefen denen widmet, die etwas Sonne in | Lebens umfpannen, denn vom 22. Jahre an bis zu feinem 
bie finftere Jugend bringen, in die Beit feines unmwürdigen | Tode hielt er mit feinem Tagebuh BZwieipradh, jehen wir 
Schreiberdafeing in Wefjelburen, in das traurige Hamburger | durch fie ihn zum Dichter, zum Künftler heranreifen; wir 

Beilage zu Ar. 11 de Lit. Zentralbl. f. Deutfchland. 89 90 


91 1913. 6. — Die |hödne Literatur — 15. Mär — 92 





fämpfen mit ihm um wahres Menfchentum, wir freuen uns 
mit ihm über ben endlich errungenen Sieg. Man mag über 
den Wert oder Unwert von Tagebüchern ftreiten: Iegen wir 
den rechten Maßftab an, würdigen wir fie nad) dem, mas 
fie ung in dem ihnen eigenen Stil über die Perjönlichkeit 
des Verfaſſers offenbaren, jo müfjen wir Hebbel3 Tage- 
büchern einen der eriten Pläte unter den literarifch bedeut« 
famen Werfen diefer Gattung einräumen. Wohl ilt das 
Ganze eben al8 Tagebuch) ein buntes Vielerlei mit manchen 
Ungleichheiten, mit den verfchiedenartigiten Gegenfäßen in 
Snhalt und Form. Was aber diefem fcheinbaren Konglo- 
merat den großen Wert verleiht, ift einmal der alles um- 
fafjende Inhalt und die Tiefe der Gedanken, ift die Un- 
mittelbarfeit der Empfindung und die bei aller Urfprüng- 
lichfeit doch dDurchgebildete Ausdrudsform. Und bei all feiner 
Vielgejtaltigfeit rundet fi und da8 Ganze zu einer großen 
Einheit, zu den Belenntniffen eines Menichen, eines Künftlers. 
Seine Berjönlichfeit, daS fühlen wir warm und wahr beim 
Vertiefen in dieje bedeutfamen Blätter, ift e3, bie aus jeder 
Seite zu uns fpridht. 

Und das gilt in demfelben Grade von den Briefen Hebbel?. 
©o bilden fie eine Harmonifche Ergänzung feiner Tagebücher. 
Wenn Hebbel von Briefen al3 von „Schattenriffen der 
Seele" priht, wenn er von ihnen unbedingte Wahrheit 
fordert und jeden Zwang al3 Unnatur verwirft, fo fenn- 
zeichnet er damit feine eigenen Briefe in ihrem Charalter 
und in ihrer großen Bedeutung. Daß alles, was in den 
Kreis menjchlicher Betrachtung gezogen werden fanır, Gegen» 
ftand feiner Briefe fft, nimmt uns bei folch gewaltigem Geift 
nicht wunder. An erjter Stelle müffen die Briefe an Elife 
genannt werden, die durch ihren allumfaffenden Inhalt ung 
ein Spiegel für fein Werden und Wefen find. Ein nad 
den böchiten Bielen ftrebender Künftler wie er bedurfte not- 
wendig eined ausgedehnten Briefwechfeld mit Freunden, 
Künftlern, Gelebrten; das erhellt am beiten aus feiner tief 
finnigen Betradgtung über Schillers Briefwechjel mit Körner, 
in der er u. a. befennt: „Der Dichter fan der brieflichen 
Entäußerung feiner felbft durchaus nicht entbehren, er ift 
mit Notwendigkeit auf fie hingewiejen; denn er befindet fich 
oft in jenem Dämmerzuftande des Geiftes, der fo wenig ein 
völliges Beifichbehalten der auffteigenden Gedanken und 
Bilder verträgt als ein rüdhaltlofes Preisgeben berfelben 
an die Welt, und dem nur ber Brief, die Mittelftufe zmifchen 
Monolog und Produktion entipricht.” So bahnen Hebbels 
Tagebücher und Briefe ung den Weg zum Verftändnis feines 
Wejens, und deshalb gebührt ihnen ein bevorzugter Plab 
unter feinen Werfen. | 

Die dichterifche Grundanfhhauung Hebbels, die wir in 
den in feinen Tagebücdern und Briefen verftreuten Auf- 
zeichnungen erkennen, hat der Dichter zufammenfafjend nieder: 
gelegt in feinem „Wort über dad Drama“ und im „Vorwort 
zu Maria Magdalene". Sn feinen Tragddien nun gibt er 
ihnen vollendeten Ausdrud. Sie zeigen „das bedenkliche 
Verhältnis, worin dag aus dem urfprünglichen Nerus ent: 
lajjene Individuum dem Ganzen, deflen Teil e3 troß feiner 
unbegreiflicden Freiheit noch immer geblieben ift, gegenüber: 
fteht". Diefe „Ausdehnung des Willens“ machen folche 
Ausnahmemenjchen (Judith, Gplo, Herodes, Randaules) der 
Gefamtheit gegenüber fchuldig, und fo müfjen fie untergehen 
durch die notwendige Selbftforreftur der Welt, die in Auf: 
hebung der urjprüngliden Inlongruenz zwifchen dee und 
Erjheinung befteht. Ob alfo der Held an einer vortreff- 
ligen oder verwerflichen dee fcheitert, ift gleichgiltig. 
„Schon im Leben felbft, nicht erjt in der fo oder fo ges 
riteten Betätigung des Lebens Liegt der Keim zur tragifchen 
Entwidelung" (Tagebuh). Demnach gibt ed für Hebbel 


auch feine eigentliche Verföhnung, kann e8 feine geben. 
Das ift das Herbe, Unerbittliche feiner Tragit. So bricht 
Hebbel mit dem Schuldbegriff des deutfchen Haflifhen und 
wird der Schöpfer des neuen Dramas. Aus feinem Begriff 
des Tragijchen folgt, daß feine Tragddien in gewaltigen 
Zeiten, an Weltenwenden fpielen. 

Sn „Zudith” zeigt er ung den „Ichwindelnden Gipfel 
des Judentums" und „das fich überjtürzende Heidentum“. 
„Genoveva” Läht uns die Kodee des Chriftentung erleben. 
Mit „Maria Magdalene“ wird Hebbel der Schöpfer der 
neuen fozialen Dramas, über deffen dee er fich in Tage: 
buch äußert: „E3 war meine Abficht, daS bürgerliche Trauer- 
fpiel zu vegenerieren und zu zeigen, daß auch im eingc- 
Ichränkteften Kreis eine zerfcehmetternde Tragit möglich iſt“. 
Wir empfinden: alle handelnden Perfonen haben recht, und 
doch führt die Maßlofigfeit aller, zu der fie die ftarre Ge- 
bundenheit ihres Lebengfreifed zwingt, zum Untergang. 
Reinigende Kraft geht von den Werfen der Reifezeit des 
Dichterd aus. Sie predigen uns das hohe Evangelium 
wahren, reinen Menjchentumg. „Herodes und Mariamne", 
das zeitlich erfte diefer Dramen, zeigt und in Herodes den 
Reformator einer morfchen, in fich verjintenden Welt, dem 
aber zu feinem Lebenswert das wichtigfte fehlt: die wahre 
nnerlichkeit, die ihn befähigt Hätte, Wert und Würde des 
Menfchen zu erkennen und zu achten. Welches die Jdee der 
„Agnes Bernauer” ift, lehrt ung wieder fein Tagebuch; der 
Dichter wollte „die Schönheit von der tragijchen, den Unter: 
gang fich jelbft bedingenden Seite darftellen”. Mit Diefer 
dee des Opfers fehrt Hebbel zu einem Gedanken der 
„Senoveva” zurüd. Am Tebendigften verkörpert fich dieje 
dee in Agnes und im Herzog Ernft. Er muß um der 
Geſamtheit willen Ugnes opfern, und das bedingt fein Opfer 
der GSelbftüberwindung, der Thronentfagung. Durch des 
Dichter? „griehiihe" Tragödie „Üyges und fein Ring“ 
werden uns ähnlich Har wie in „Herodes und Mariamne“ 
zwei Wefenszüge feiner Tragit bewußt: der typifche Kampf 
un die Menjchheitsrechte des Individuums und bejonders 
das Problem des Verhältniffes der Gefchlehter (Kandaules 
wie Herodes freveln aus Mangel an Seelengröße an der 
Heiligkeit des weiblichen Geheimniffes), und das andere: ein 
über feine Zeit Erhabener will feiner Beit, die dafür noch 
nicht reif ift, ein höheres Gejeh geben, muß aber, da er den 
„Schlaf der Welt” zu früh geftört hat, diefer „Schuld” das 
Opfer feines Lebens bringen. Durch feine lehte dramatische 
Großtat, dur „Die Nibelungen” wollte Hebbel „den dra- 
matifchen Gehalt des Nibelungenliedes für die reale Bühne 
flüffig machen". Wie weit es ihm gelungen ift, den Echat, 
der in der germanifchen Sage fchlummert, zu heben, be- 
weisen die gewaltigen Erfolge, die die fo fchwer darzuftellende 
Trilogie bei den vielen Aufführungen erlebt hat, und das 
hier Schon zu Lebzeiten des Dichters. In der Idealgeſtalt 
Dietrih von Bern, der in fih am reinften die Idee „durch 
Dienen zum Werden“, zum Reifen der Volltommenheit ent- 
gegen, verkörpert, läßt uns der Dichter wieder einen tiefen 
Blid tun in eine neue reinere Zeit. | 

Hebbels Lyrif würdigt Karl Hendell mit folgenden Worten: 
„Hebbels Gedichte verleugnen natürlich die Hohe Denkerdichter- 
jtirn ihres Schöpfers nicht, aber durch die Tiefe der feelifchen 
Perjpektive, durch die Blutwärme des Herzens wie buch 
die Bildfraft feiner Kunft erhebt er fich wie nur einer zum 
echten Lyriker. Seine Lyrik ift wie feine ganze Perfönlich- 
feit im geheimnisvollen Meeresabgrunde der tiefften Lebens- 
probleme veranfert.“ 

Groß ald Menih, groß al3 Dichter, groß als Denter: 
jo fteht heute nach 100 Jahren Hebbel vor unferm geiftigen 
Auge. Ueber da8 Leben diejes Kämpfers, der fi) durch 


3 — 1913. M6. — Die [höne Literatur — 15. März. — 9 





rang zur Lebensbejahung, möchte ich eines feiner eigenen 
Belenntniffe jegen: Das Leben ift ein Kampf, und eben dies 
ift feine ſchönſte Eigenfchaft. 

Erich Rudel. 


Moderne Romane, ° 
Levite, Binedictug, Der König von Iude. Leinzig, 1912. Dietrich 
(Th. Wiicher). (376 ©. 8) # 5. 
zu Rudolf, Barzival. Hamburg, 1913. Zanffen. (392 ©. 8.) 
MD. 


Steiniger, Heinrich, Die Tragödie des Ih. Berlin, 1912. Fleifchel 
eo an es) 2 * 
Hochſtetter, Guſtav, Die Heiratsjagd. Humoriſtiſcher Roman. 

Berlin, 1912. Sentordia Deutjche Verlagsanftalt. (222 ©. 8.) #2. 

Wir leben in einer Zeit des Vergehens und Neumwerdeng, 
der Umbildung alter Werte, der Schaffung neuer; wie ein 
Neuland mutet das Gebiet der modernen Seele, wie e3 fich 
in der jüngften Literatur darftellt, den Beobachter an, ver: 
glichen mit den breiten befannten Maffen, den Tälern und 
Höhen der früheren Literaturepochen. Ihre Kennzeichnung 
erhält diefe neuefte Literatur einmal durch die pfgchologifche 
Bertiefung, die fich 5iß in die feinfte Bergliederung der 
Seelenericheinungen des Menfchen verliert und in dem Be- 
ftreben, etwas Neues, noch nicht Dagewefenes zu bieten, mit 
Vorliebe das piychopathiiche Gebiet ftreift oder gar betritt; 
und fodann durch die Verfchmelzung der finnfälligen Hand» 
fung mit religiöjen und philofophifchen Problemen. Ohne 
Zweifel hat Gerhart Hauptmann die ragende Stellung unter 
unfern zeitgenöfftschen Dichtern dem Umftande zu verdanten, 
daß fich in ihm jenes doppelte Kennzeichen der modernen 
Literatur am kräftigiten erhebt; Werke wie „Und Pippa 
tanzt“, „Emanuel Quint” find der vollendete Ausdrud des 
Sahrhundert3, dem die Stüßen einer Sahrtaufende alten 
Kultur durch die Entwidlung der SJehtzeit entriffen werden 
und da fich nun ratlos und zagend vor einer neuen Zukunft 
fieht, deren innerer Geftaltungsprozeß erit im Werben be» 
griffen if. Unter diefem Gefichtspuntte find die folgenden 
drei Romane zu betrachten. 

Benediktus Qevita verbindet in dem „König von Juda“ 
da3 Problem der Schaffung einer neuen Religion mit der 
Schilderung der Eroberung des heiligen Landes durch die 
Bioniften. Der Roman fpielt al3 „Bukunftsroman” in einer 
nicht zu fernen Zeit, die vielleicht in dreißig bi8 vierzig 
Jahren erreicht jein Fünnte, und trägt infolgedeflen, wie zu 
erwarten ift, den Stempel der Phantaftit. Held der realen 
Erſcheinungswelt ift Siegfried v. Simfon, beim Beginn der 
Erzählung Führer der deutichen Bionijten im Abgeordneten- 
baufe; in diefer Partei haben fich infolge des gejchloffenen 
Widerftandes der germantichen Welt fämtliche jüdifchen 
Stammesgenoffen, getaufte und ungetaufte, zufammengefunden. 
Unter der Führung v. Simfons wird Baläftina von der 
„beiligen Schar” den Türken entrifien, auf dem Schladht- 
feldbe am See Tiberia der Sieger durch den Buruf der 
Menge zum König von Juda erwählt. Er feitigt das Reich 
im Rampfe mit der Türkei, bricht den Widerftand der 
fanatifchorthodoren jüdifhen Maffe und richtet auf den 
Trümmern Serufalems das Neich der neuen Verheißung auf. 
Denn neben diefen realen Vorgängen bietet daS Bud) die 
Entwidlung einer neuen Religion. Held diefer fozufagen 
idealen Erfcheinungsmwelt ift ein früherer katholifcher Brieiter, 
der durch einen Zufall veranlaßt wird, fich der heiligen 
Schar anzufchließen. Er wird fchließlicd Verkünder einer 
neuen Wahrheit, die er im Kampfe mit der fanatijchen 
jüdischen Briefterfchaft durch feinen Opfertod befiegelt; das 


einzige Dogma diejer Religion, bie fi al3 Zufammenfafjung 
der einzelnen monotheiftifchen Konfeffionen charakterifiert, 
lautet: Wolle Glaubengfreiheit in der Religionsgemeinfchaft; 
ihre Bundamentaljäge find: Alles gefchieht nach Gejegen 
und Zwed; auch das Leiden; felig find daher, die da Leid 
tragen. Wie man fieht, arbeitet der Verf. mit billigen 
Effelten und wohlfeilen Gedanken. Weiter werden wir durch 
die oben angeführten Weisheiten in unferm Ringen nad 
neuen Erfenntniffen nicht gebracht. Das Prinzip der allge- 
meinen Duldung ift ja ficherlich wertvoll, eignet fich aber 
nicht zur Grundlage einer neuen Religion. Smmerbin find 
die Schilderungen der realen Umwelt lebendig und farben- 
träftig, der ideale Gehalt verfchiedener Charaktere, die freilich 
nicht da3 Recht der Originalität beanfpruchen können, bie 
reine Empfindung auf feruellem Gebiete find unbedingt zn 
oben, und das Ganze verdient ald Beugnis des jüdifchen 
Klaflengefühls die folgerichtige Beachtung der Gegenwart. 

Audolf Sanfoniz „Parzival” führt ung mitten in das 
moderne Zeben hinein, da8 uns aber nicht in feiner braufen- 
den Hülle felbjt ummogt, fondern gleichlam gedämpft, in 
Neflegen, die auf den. Lebensweg bes Hauptbelden fallen, 
jeine gewaltige Gegenwart äußert. Diefer felbft, Wolfram 
Heidenblut, jchreitet den alten Weg Barzivals von der Um 
erfahrenheit zur Erkenntnis, zum Bweifel, zur fchließlichen 
Selbjtüberwindung. Er ift der Sohn eines genialen KRapell- 
meifter3, der die Liebe der reichbegüterten Baroneß v. Ein- 
jiedel gewonnen bat, aber bald nach der Geburt feines Kindes 
ftirbt. Auf dem mütterliden Gute wächlt der Knabe auf, 
weich, empfindjam, mit Fugen tiefliegenden Uugen, die ver- 
fonnen ins Leben fpähen. Bald regt fi das Erbteil des 
Baterd in dem frühreifen Kinde, der Lehrer des Dorfes, 
felbft ein hochbeanlagter Mufiter, führt ihn in feine Kunft 
ein. Bor unjern Augen entwidelt fih der Knabe, ber in 
einer nordifchen Gropitadt feine Gymnafialbildung erhält, 
zum tiefempfindenden Süngling und genialen Klavierfpieler. 
In den Geitalten, die ihm nahetreten, weiß der Verf. bie 
verjchiedenften Seiten des Lebens vor unferen Bliden bloß 
zulegen. E8 gejchieht viel Unglüd und Leid, das aber nad) 
Unficht des Verf. aus dem Zwang einer unabweisbaren 
Präbdeftination auf der Menfchheit Laftet. Der Grundton bes 
Buches ift dementiprechend düfter; nur vorzudringen bis an 
die Örenze des gelobten Landes, wie Mofes bi8 zum Berge 
Nebo zu gelangen, wird fchon als glüdliches LoS gepriefene 
Den Helden felbft, der immer mehr den dunflen Mächten 
der Verneinung, des Lebensüberdruffes verfällt, rettet in 
leßter Stunde die Liebe Reginas, die ihm jchon als Kind 
teuer war. Und in dem ihm neu erftehenden Kraftgefühl 
fingen altvertraute Töne aus dem Grunde feines Innern 
auf: die Macht der Zdee, die in Zeju von Nazareth über 
die Erdenjchwere triumphierte, formt auch fein Seelenleben 
als beherrichender Grundton zu neuer Harmonie Wie man 
fieht, ift der Kern der Gedanken nicht neu, aber fie erfcheinen 
jedenfall in der gegebenen Beleuchtung und Gruppierung 
al3 originale Gebilde. Die Ausführung felbjt verdient 
hohes Lob, die auftretenden Menfchen find fcharf gejehen, 
vor allem find die Srauengeftalten in liebevollem Verſtändnis 
für Die weiblihde Eigenart erfchaut und gezeichnet; auch ftehen 
fie infolge einer Tiebenswürdigen Snlonfequenz bes Berf.s 
weniger unter dem Gefeb der PBrädeftination, indem fie Die 
jelbftändigen Bildnerinnen ihres Schidjals find. 

Während Sanfoni3 Roman zum Schluß verjöhnend aus- 
Hingt, fpriht aus Steiniters Werk der abfolute Geift 
der VBerneinung. Das Buch ift ein Kch-Roman, e3 behandelt 
die Tragödie einer Seele, die nur fich felbft zu lieben ver- 
mag, in feine andere dauernd überfließen kann und fchließlidh, 
in Einfamteit und Sehnfucht verzweifelnd, freiwillig aus 


95 — 1913. 36. — Die |höne Literatur — 15. März — 96 





dem Leben fcheidet. Man könnte ed die Tragödie des Ein- 
Samen nennen, aber der Verf. will ohne Zweifel mehr darin 
geben. Er verallgemeinert den tragiichen Gehalt des Buches 
zur Geichichte der Menjchheit überhaupt. Neben verjchiedenen 
Parallelerfheinungen in den Charakteren gibt bejonders die 
Begutachtung des Piychologen Stimanek darüber Aufichluß; 
„Sie leiden unter dem Ih. Alle Menichen, die vom Sch 
befeffen find, haben das gleihe Ih. Sie werden erwürgt, 
wie e3 die ganze Menfchheit wird. Die magifchen Kräfte, 
die einft in bie Menfchen einftrömen konnten, find nicht 
mehr da." Diefes Jch peinigt wie ein felbjtändiger Unhold 
feinen Träger und läßt ihn nie zur Ruhe fommen, e3 reißt 
ihn von der Seite des geliebten-ungeliebten Weibes und 
hebt ihn zum Schluß in den erjehnten Tod, den endlichen 
Befreier. Wir fehen, bier ift die Orenzlinie des Patho- 
logischen überfchritten; die Anerkennung der Verallgemeine- 
rung des Verf.d bedeutete einen Verzicht auf die Erhaltung 
bes Menfchengefchlehts. Wir haben in dem Einfamen ein 
Sndividuum vor uns, das der Kennzeichen des Typifchen 
wenigftens für die Wefenseinheit der Gejunden entbehrt. 
Ein folder Menih aber paßt nicht in den Mittelpunft eines 
Dichtwerls, ebenfo wenig wie der Baralytifer Gabriel 
Schilling! Man verweife nicht auf Oswald Alving in Ibſens 
„Seipenftern”, denn in dem Trama des nordifchen Meifters 
fteht nicht der Kranke, fondern die Schuld der Eltern als 
drohendes und mwarnendes Gefpenjt im eigentlichen Mittel 
punkt des Ganzen. Dabei foll willig anerfannt werden, 
daß die Ausführung der “dee vom künftleriichen Standpunft 
aus durchaus gelungen if. Un manden Stellen wird man 
in ber Uusmalung der Seelenfämpfe an Doftojewäfi erinnert, 
Ausdrud und Bilder zeugen von hohem dichterifchen Können, 
über der Schilderung des Liebeslebend am Lomerfee Tiegt 
ber feinfte Duft poetifcher Stimmungsmalerei. Für tief- 
Ihürfende Lejer wird der Roman ficherlih ein Genuß fein, 
aber ihre Zahl dürfte fich überjehen Iaffen. 

Nach der Tragödie das Satyripiel zur Entipannung! 
Der Roman Hocitetters von der Heiratsjagd ift zu dem 
Bwed wie geichaffen. Ein Iuftiges Buch, ein gutes Buch, 
in dem nedifche Kobolde ihr Mefen treiben und ein fröhlich» 
trauriger Sunggefelle, der feiner Einfamfeit Herzlich jatt ift, 
nad mandherlei Fährlichfeiten die Geliebte in den Ehehafen 
fteuert. Scharferjpähte Typen gleiten an unjeren Uugen 
vorüber, vortreffliche Menfchen und fchlechte, denen aber der 
Humor des Berf.3 das Unangenehme zu nehmen weiß. Dabei 
entbehrt das Buch nicht des tieferen Gehalts, denn es geißelt 
mit Scharfer Satire gewifje Gepflogenheiten von Berlin W., 
kraft deren es für felbitverftändlich gilt, das Glüd der 
Kinder durch die Hilfe einfichtiger HeiratSvermittler zu be- 
gründen. 

Karl Wilhelm Friederichs. 





Aramten. 


Mraufführungen in Leipzig. 


— Herbert, 1) Die Welt will betrogen werden. 2) Die 
Gefhwiher. 3) Die Wunderkur. Drei Einatter. Leipfig 1912 
Ad Manuftript gedrudt. 


Uraufführung im Schaufpielhaus zu Leipzig am 22. Februar 1913. 
Heifeler, Henry, Beter und Alegej. Tragödie. Leipzig, 1912. 
Inſel⸗Verlag. m ©.8) M3. : 1 
Uraufführung im Stadttheater zu Leipzig am 26. Februar 1913. 
Herbert Eulenberg gehört zu den Dichtern, die manch⸗ 


mal ihre Launen haben. Bricht die Laune in ernſthaften 
Werken durch und geſtaltet ſich dort zu irgendeiner burlesken 


oder grotesken Abweichung vom Stil des Ganzen, ſo ärgert 
man ſich weidlich. In dieſen drei Einaktern kommt uns 
aber der Rheinländer bewußt frohſinnig und wir empfinden 
die Sicherheit und Leichtigkeit außerordentlich angenehm, 
mit der er hier Stoffe wirllich poetiſch und witzig behandelt, 
die unter anderen Händen zu Poſſen und obſzönen Schwänken 
geworden wären. Es ſind wahrſcheinlich bloße Gelegenheits⸗ 
werke, mitten aus dem größeren Schaffen entſtanden und 
deshalb auch nur als Manuſkript gedruckt. Vielleicht ſollten 
ſie wirklich nur in intimerem Kreiſe geſpielt werden, nicht 
vor jeder beliebigen breiteren Oeffentlichkeit, die leicht die 
Feinheiten vergröbert. Geht doch unſerer Zeit nur allzu 
ſehr die Kunſt ab, ſich im Stillen lautlos zu freuen und 
mehr zu lächeln, als zu lachen. Denn auf die Lachſalven, 
wie fie bei der Uraufführung gelegentlich losplatzten, iſt 
dies Einakterterzett ganz und gar nicht eingeſtellt. In der 
Kunſt, ſelbſt gewagteren Situationen Humor abzugewinnen 
und ſtets vornehm zu bleiben, iſt uns in E. hier ein neuer 
Hans Sachs erſtanden, der berufen ſein könnte, eine Reform 
des heute faſt ganz dem Schwank verfallenen Luſtſpiels zu 
ſchaffen, wenn er dieſe Kunſt auf ein größeres Objekt an⸗ 
wenden wollte. Wie den meiſten Werken E.s geht auch 
dieſem Terzett ein Prolog voraus, der in prächtigen Stanzen 
für das Kommende Stimmung machen ſoll. Der erſte in 
Reimen vorgetragene Schwank „Die Welt will betrogen 
werden“ ſpielt in der Ausſtellung eines Kunſthändlers und 
geißelt mit viel Witz und Menſchenkenntnis den modernen 
Bilderſchwindel. Ein falſcher Rembrandt wird einem Muſeums⸗ 
geheimrat aufgehängt, während ein ehrlich ſchaffender Künſtler 
dabei ein Klagelied auf die Kunſt anſtimmt. Am beſten 
gelungen iſt das Mittelſtück, das Luſtſpielchen „Die Ge⸗ 
ſchwiſter“, das die Kunſt E.s ſo recht zeigt. Hier bekennt 
ein jung vermähltes, modernes und recht vorurteilsfreies 
Ehepaar ſich gegenſeitig ſeine Irrfahrten vor der Ehe, als 
deren Andenken die junge Frau ein herziges Mädchen, der 
junge Ehemann einen friſchen Buben mitbringt, die nun 
als Geſchwiſter über Kreuz, wie der Dichter ſagt, dem zu 
erwartenden erſten ehelichen Kind zugeſellt werden ſollen. 
Das iſt mit außerordentlicher Feinheit beobachtet und ſo 
poeſievoll behandelt, daß man trotz des gewagten Gegen⸗ 
ſtandes ſeine Freude daran haben kann. Den Beſchluß 
macht ein Schwank „Die Wunderkur“, der dem Dichter 
wiederum Gelegenheit zur Geißelung menſchlicher Schwächen 
und zur Offenbarung weiſer Lehren gibt, wie ſie hier dem 
Wunderdoktor Strophantus in den Mund gelegt werden. 
Der bringt es fertig, ein im Laufe der Jahre fich fremd 
gewordenes Ehepaar wieder zuſammenzuführen, die angeb⸗ 
liche körperliche Krankheit zumal der Frau auf pſychiſche 
Verirrungen zurückführend. So iſt der Arzt aus tieferer 
Menſchenkenntnis heraus mehr ein Seelſorger als ein Bringer 
äußerlicher, körperlicher Heilung. Was die drei kleinen, gar 
nicht anſpruchsvollen Einakter zu einem Ganzen zuſammen⸗ 
führt, iſt die erfriſchende Menſchlichkeit, die der Dichter E. 
ſucht und herauszuſtellen beſtrebt iſt. Das wird auch der 
anerkennen müſſen, der hier und da mit ſeinen Anſchauungen 
und äſthetiſchen Grundſätzen nicht harmonieren kann. 
Während die Dichter, die bisher die ruffiihe Thron- 
folgertragödie behandelten, entweder den Zaren Peter zum 
Helden nahmen, jo Zublinsfi und Erler, oder den Barewitich 
AUlerei, jo Immermann in feiner Trilogie, hat der in Deutjch- 
land feit Sahren jchaffende Ruffe Henry Heifeler in feinem 
Drama zwei Helden, Vater und Sohn, wie dies auch im 
Titel der Tragödie zum Ausdrud fommt. Der Kampf um 
die Krone zwifchen beiden ift Die äußere, der ewig fich wieber- 
holende Kampf zweier Generationen gegeneinander, ein 
beliebtes tragifche® Motiv („Don Carlos“), ift die innere 


97 — 1913. 6. — Die [höne Literatur — 15. März. — 98 


Handlung. Wie in der Gefchichte unterliegt der Sohn, der, 
des Hochverrat3 überwiejen, vom eigenen Vater hier das 
Gift gereicht befommt. In fünf dramatifch gefteigerten, tief 
ergreifenden Alten vollzieht fich in ſechs bildhaft geſehenen 
Szenen died Nebeneinander der Handlungen, vom Vichter 
mit fo ficherem Theaterinftinft Tonzipiert, daß die Tragödie 
mit der Wiedergabe fteht und fällt. Nur fcheinbar treten 
die äußeren VBorgäuge befonders in den Vordergrund. Ver 
große Zar fühlt fi allein und vereinfamt: die erite Ge- 
mahlin ift in ein Klofter verbannt; die zweite, Katharina, 
betrügt ihn mit ihrem Kammerherrn. Cr hatte alle Hoff- 
nung auf den Sohn gejeßt; aber er fühlt, daß diejer nicht 
im Stande ift, da8 begonnene, gewaltige Werk fortzufeßen. 
Alexej ſpürt dies Mißtrauen feines Baters; er will fich 
deshalb durch eine Verfchtwörung die Krone fihern, wird 
aber überrafcht und foll nun freiwillig der Krone entjagen. 
Diefes unerfchütterliche Verlangen ded Zaren, aus größter 
Entlfagung geboren, wie nur der geniale, über feinem Werk 
jtehende Dann fie üben kann, im Bewußtjein der ganzen 
darin liegenden Tragit, ftößt auf den Trog und das ehr- 
geizige Herrichergefühl des Barewitich, der zudem von ber 
verbannten Mutter unterjtügt wird. Dies Aufeinanderftoßen 
der beiden Terfönlichkeiten läßt nach ihrem Charakter einen 
verföhnlichen Ausgang von vornherein auggefchloffen erjcheinen. 
Bielleicht Liegt hierin die größte Schwäche der groß empfundenen 
und mit Ronfequenz durchgeführten Handlung. Alexej iſt 
zu fehr Sohn des Zaren, ald daß er zu einer Entfagung 
fähig wäre oder zur Annahme der Begnadigung aus der 
Hand des Vaters: Tieber will er den ausfichtslofen Kampf 
ehrlich zu Ende fehten. So gehen dieje beiden Menfchen 
dauernd aneinander vorüber, ohne je fich finden zu Fönnen. 
Der Bar al3 ber ftärfere fiegt. Daß er dem Sohne jelbit 
das Gift reicht, möchte man anfänglich al3 brutal empfinden. 
Boch wird man e3 verftehen, als eine aus der ganzen Beit- 
empfindung heraus gefehene Größe, die den Zaren zwingt, 
das unmenfhlifh Schwere felbft zu vollbringen, nur um 
niemand unter ihm Etehenden an die Majeftät des Blutes 
rühren zu lafjen. Bedeutend und für Heifelers weiteres 
Schaffen vielverjpredhend ift neben diejer piychologifchen 
Struktur auch der wohlgelungene, bis zulebt auf der Höhe 
fich haltende dramatifche Aufbau. Den echten Dichter erkennt 
man nicht nur an ber wohlklingenden und in ihrer Bild» 
baftigfeit an die Schule des Stefan George anklingenden 
Sprade, fondern aud) an der Poefie, mit der eine Geftalt, wie 
Alerejs Geliebte, Afrosja, durchmwoben ift, und aus manchen 
Epijoden, die fehr geeignet find, daS Beit- und Charalter- 
bild diefeg Dramas in wertvoller Weife zu vervollitändigen. 
Die dramatische Technik beherricht Heijeler durchaus; das öftere 
Borlommen des Monolog3, einer heute glüdlich übertvundenen 
Sorm, wird Hoffentlich in jpäteren Werfen unterbleiben. 
Wenn auch hierin und in manchem andern an die Klaffit 
vielfach erinnernd, fteht Heifeler doch durchaus auf dem 
Boden der Moderne. Das zeigt vor allem die Auffaffung 
des Wlerej als eines deladenten Neurafthenifers, die nur 
die Schwierigkeit in fich birgt, daß fie das ftarfe Eintreten 
des folchen Anmwandlungen doch völlig fremden Volks für 
Alezej hwer begreifen läßt. Der Erfolg war jehr bedeutjan 
und läßt das weitere dramatiihe Schaffen Heijelers mit 
befonderer Aufmerkjamtkeit verfolgen. Franz E. Willmann. 


Heberfehungen nordifcher Erzähler. 


Mihaelid, Karin, Jens Himmelreih und andere Erzählungen. 
Autorifierte Webertragung aus dem Dänifchen von Hermann Kiy. 
Tünzen, 1912. Singen. (1976&.8) 2. 


Hellftröm, Suftaf, Kutfcher. Roman. Einzig berechtigte Ueberfepung 
— Schwet iſchen von Alice Berend. Ebd., 1912. (212 ©. 8.) 


Nexö, Anderſen, Die Küſte der Kindheit. Novellen. Einzig be 
rechtigte Uebertragung aus dem Däniſchen von Hermann Kiy. er. 
1912. (167 ©.8) #2. 


Sörenfen,. & 3., Die Fahrt der ——— Ueberſetzt von Ida 
Anders. Berlin, 1912. Rip. (253 ©.8) .4 3; geb. .# 4. 


Nordftröm, Ludwig, Bürger. Geichichten aus einer Stadt im hohen 
Norden. Ginzig autorifierte Ueberfegung aus dem Schwebdiichen von 
Marie Franzod. Leirzig-Stedholm, 1912. Bonnier. (286 ©. 8.) 
A 3; geb. 4 4. 


Siwertz, Sigfid, Die Alten. Novellen. Einzig auteriflerte Ueber: 
fegung aus dem Echwedifchen von Marie Franzosd. Ebd. 1912. 
(332 ©. 8) #4 3, 50; geb. #4 4, 50. 


Sid, J. M. Ina. Berechtigte Ueberfegung aus dem Dänifchen von 
PB. Klaiber Gtuttgart, 1912. Gteintopf. (324 ©.8) #5. 
Rarin Michaelis’ neuer Novellenband zeigt die Ver 
fafferin zwar wieder etwas ernfthafter als in ihrem Senfa- 
tionsbuch, aber es ift auch Hier ein reichliches Maß an über- 
triebener, unmöglicher Piychologie zu Tonftatieren. So ijt 
die Titelnovelle ein Bradhtftüd unffarer und ziellofer Menichen- 
darftellung und ein Beweis dafür, daß die Sudt, inter: 
effant und doch Literarifch zu fein, bei Begabungen wie M. 
zu offenbaren Stilverwirrungen führt. M. Hat in feiner 
Weile das gehalten, was fie veripradh; das ift jehr bedauer- 
Lich angefihtS der mannigfachen Vorzüge, die auch no in 
diefem Buch zutage treten. 

Der Roman „Kutiher” von Hellftröm fchildert das 
Leben dreier Londoner Kutiher. Nun ift e3 nicht eigent- 
ih, wie man erwarten jollte, fo jehr das ihnen eigentüm- 
lihe Milieu, das zur Geftaltung gebracht wird, fondern 
es ift mehr eine Darftellung dreier Lebensläufe, die 
beruflich allerdings Berührungen, aber im großen und 
ganzen doch ihre eigene Linie haben. Im diefem Sinne 
ift e8 in erfter Reihe ein piychologifches Buch, eine Dar- 
stellung von drei „Charakteren”; Did, ber gemütvolle, 
innige, der durch Selbftmord, Tommy, der durftige, pathetifche, 
der im Gefängnis, und Fran, der kühle, berechnende, der 
in leidlihem Wohlitand endet. Der Grund, auf dem Die 
legte Tendenz des Buches aufgebaut wurde, ift die „Ironie 
des Schidjals”, die in den Gefchehniffen und den Worten 
des Buches durchbricht und fich zu bemweifen und zu über- 
zeugen fucht. 

„Die Küfte der Kindheit” von Alexander Nerd: diefer 
Titel ift wörtlih zu nehmen. Denn von feiner Jugend 
ipricht der Dichter, die er in der Gegend von Nerd auf 
Bornholm verbradte, am weißen Strand der Ballabucdt, 
im Revier der Höllen- und Paradicshügel. Er erzählt fait 
am allerwenigften von fich felbit, fondern mehr von Land 
und Leuten, Begebenheiten, die nun im Wiederjehen neu, 
farbiger und raumtiefer auftauchen, und deren beinahe jagen- 
ummobene Helden jchon unter der Erde Liegen. So rüdt 
e3 in eine Linie mit dem Buch von Sanfon „Die Infel“ 
und es ift interejlant zu fehen, wie bier zwei verjchiedene 
Temperamente unter der Gewalt der norbilchen Landichajt 
Familienähnlichkeit befommen. Das in vieler Beziehung 
vorzügliche Buch jet deshalb gern empfohlen. 

„Die Fahrt der Komdburg”, von ©. %. Sörenien, 
geht Hinauf nach Peteröburg und hinunter nad) London. 
Dben ladet man Holz ein und unten Kohlen. Da ift weiter 
nicht8 dabei, ein Srahtihiff, wie e3 Tag für Tag auf 
unferen Meeren herumfährt. Die Reife gebt glatt, fein 
Sturm, feine großen Ereigniffe gejchehen: und doch ift das 
Buch voller Leben, voll Bewegung und Handeln. Denn 
wir ftehen mitten in dem Sein diefer Fahrt, jchauen und 
hören und fühlen mit feinen paar Leuten. Der Dichter 


9 — 1913. MB 6. — Die fhöne Literatur — 15. Mi. — 


100 





bat die Kraft einer ftark gegenftändlichen Darftellung und 
die Kühnheit, aus dem Alltag ein Bleibendes herauszuge- 
ftalten. Gegen Ende des Buches nimmt und London und 
feine Welt auf, die wir mit einem merkwürdigen Auffen 
durhmwandern und defjen leidenichaftliche Ringen um bie 
Problematik des äußeren und inneren Gefchehens ©. dann 
als einen, allerdings wenig organiichen, Abfchluß gibt. 

Norditröm erzählt in feinem Buch „Bürger“ von einer 
Heinen Stadt und ihren Einwohnern. Nicht etwa, daß er 
gerade ein paar originelle Köpfe allein herausgegriffen hätte, 
ed genügen ihm auch die Dugendmenfchen. Und ihnen gebt 
er nach und findet dabei fich feldit. Yindet eine „unficht 
bare Welt, eine höhere, wunderbarere Stadt; und die 
man die wirkliche nennt, ift fozufagen nur das Sundament 
zu ber, deren Türme und Spiten in den Wolfen erglänzen 
und zuweilen vor grübelnden Augen auftauchen“. Mit ein» 
facher, befinnliher Spradhe werden die Fleinen Erlebnifje 
erzählt, mit viel Mitgefühl, au mit Humor, und doc 
nicht ohne die notwendige Kühle des Geftaltenden. 

Ein inhaltlih ganz ähnliches Buch) wie das eben ge- 
nannte ift Siwert3 „Die Alten”. Das Titelblatt, das 
eine auf 3/,12 ftehende Uhr zeigt, ift nicht nur fymbolilch; 
die erfte Gefchichte erzählt von Uhren und von einem Alten, 
deffen Leben fih darin erfchöpft, fie zu fammeln, und das 
in feiner Marotte doch vol ftilem und reihem Anhalt ift. 
Mit chönem Feinfinn erfahren wir beim Lejen au) an ung 
ein feines Hineinleben in die Atmojphäre des Wlterd, und 
eine ruhige, file und unaufdringlicde Technik ergänzt den 
Anbalt von der formalen Geite her. 

Sch freue mich, nachdem ich an gleicher Stelle das lebte 
Buch der LM. Sid habe ablehnen müfjen, heute um fo 
nachdrüdticher auf diefe Dichterin hinweifen zu können. Mit 
dem Roman „na“ bat fie fich wieder zurüdgefunden zu 
der fchönen Erzählungskunft von „Großmutter Urfulas 
Garten". na ift die Tochter eines Gutsherrn, eine Fönig- 
ih unnahbare Frau, die darunter leidet, daß alle die An- 
fprüche, welde die Deenichen an fie machen, fo Hein und 
eng find. hr gegenüber fteht Leo Falk, der Arzt, der auf 
fie immer mehr Einfluß gewinnt und fie rüdfichtslos in 
die Rolle einer Krantenpflegerin bineindrängt, und damit 
in Wahrheit auch große Forderungen an fie ftellt. Wie 
nun die Beiden langjam und dur fo viel ungefagte 
und unerflärbare Widerjprüche und Mißverftehen zueinander 
fommen, wie neben ihnen eine Reihe prächtig gejehener 
Geftalten das Gefüge der Erzählung ausfüllt und lebendig 
malt: das alles ift jehr jhön und mit reifer Teilnahme 
geftaltet. 

Rolf Gustaf Haebler. 


— 





Beitfihriften, 


Das Bayerland. Alluftrierte Wochenfchrift für Bayernd Land und 
Bolt. Hab. v. 3. Weiß. 24. Jahrg. Rı. 21. Münden. 


Inh.: &. Staudhart, Der Honigbauer von Nürnberg. — 8. 
v. Landmann, Bayernd Anteil an der deutfchen Erhebung 1813. — 
Jofepp Schufter, Dr. Georg Friedrih Nitter v. Eichheimer (1764— 
1854), der erfte bayerifche Generalftabsarzt ter Armce. — DM. Franken: 
burger, Neue Beiträge zur Gefchichte der Wandteppiche de bayer. 
Fürftenhaufes unter Albrehrtd V Regierung. — Aus dem Privatichen 
des Prinzregenten Suitpold von Bayern. 


Der Brenner. Halbmonatöfchrift, hab. von 2. v. FKider. 3. Jahrg., 
Heft 10. Inndbrud, Brenner Berlag. bis 


Inh.: L. E. Teſar, Gut und Böſe. — Peter Fellner, Knabe 
im Sommer. — Karl Linke, Die Taube. — C. Dallago, Gegen⸗ 
uderftellung. — Derf., Meine Einjamteit redet. — 8. B. Heinrich, 





Briefe aus der Abgefchiedenhrit. — Karitaturenfolge 58: M.v. Efterle, 
Ludwig von Hörmann. 


Bühne und Welt. Red.: 9. Stümde. 15. Jahrg. Nr. 10. Leipzig, 
G. Wigand. 

Inb.: Karl Birk, Otto Ludwigs „Pfarrroſe“. Eine Bühnenſtudie 
um 100. Geburtstag Otto Ludwigé (11. Februar 1913). — Friedrich 
Rofen thal, Alfred Serafh. — E. 8. Stahl, Engliihe Thraterfabrt. 
Reifveindrüde eined deutfchen Dramaturgen. — of. Lewinsty, Ge 
frräche mit Dito Ludwig. Nah Tagebuhaufzeihnungen. — Paul 4. 
Merbah md Walter Tursdzinfty, Bon den Berliner Zbeatern 
1912/13. 10. — Ludw. Klinenberger, Bon den Wiener Theatern 
1912/13. 7. — Die moderne TheatcrkunfteAueftclung in Mannheim. 


Daheim. NRed.: B. D. Höder. 49. Jahıgang, Rr. 22/23. Leipzig, 
Beldagen & Klafing. 


Snh.: (22.) Der Untergang von Scott Südpolarerpedition. — 
Dünung im Dgean. — Die Reuerwerbungen der Kal. Rational-Galerie 
in Berlin. — Kommerzienrat 2. Hugo Wolff-Röder. — Amtejubiläum 
dc8 Münchner Oberbürgermeiftere Dr. Wilbelm v. Borfht. — Die 
Bollentung des Bölterfhlachtdenfmalg bei Leipzig. — Die evangelifche 
Kühe in den Ballanftaatın und in der europäifchen Türkei. — 
Copyright by... — (22/23.) Lene Haafe, Die märtifchen Lienows. 
Roman. ont) — 9. Dalmer, Der Wurzer-Tonl. Roman. (Fortf.) 
— (22) A. Zanfon, Bom früblingdhellen Sarten. — %. Leon- 
hardt, San Lazzaro. — P. Rohrbah, Erfahrungen im englifchen 
Afrika. — (23.) Prinzregent Ludwig. — Kurt Schuſtehrus, Oberbürger⸗ 
meifter von Charlottenturg +. — Der Gründer von Adrianopel. — 
Eaijon in Kairo. — Zur Pivchologie did Türken. — Die biftorifche 
Weltuhr ded Bürgermeifterd Erasmus Ehrihd. — Berliner Mammut- 
Bille. — Fr. Shöning, Berlin, den 9. März 1888. Des alten 
Kaiferd Tod und lepte Bahr. — Georg Zifchert, Bom Teer zum 
Autoreifen. — ©. Uhl, Aus Frig Reuters glüdlichen Tagen. 


Das literarifche Ehe, Hrögbr.: &. Heilborn. 15. Jadıg., Heft 11. 
Berlin, Fleifhel & Eo. 


Inh.: Georg Ranfohoff, Rabelaid. — Helene Raff, Friedrich 
Naumann ald Schrififteller. — Fr. Raumann, Autobiograpbifche 
Stigze. — Karl Streder, Rihard M. Meyers „Riepiche”. — Nic. 
M. Meyer, Effayiften. 1. — 9. Eloeffer, Studen und Loyfon. 
— Walter v. Molo, Drama und Mode. 


Die Friedens-Warte für zwifenftaatlihe-Organifation. Hgbr.: Alfr. 
6. Fried. 15. ZJahıg., Heft 2. Berlin. 


Anh: Die gefundene Formel. — W. Bellardi, Das Problem 
eines internationalen Etaatengerichtöbofed. — R. Bädke, Abrüftung! 
— €. v. Liszt, Kanonenfutter. — Norman Angell, Ein offener 
Brief an die Kıiegd- und Friedendgefellihaft an der Univerfität Cam: 
bridge. — Erih Mühfam, Paul Scheerbart. — Wilh. Lamſzus, 
Bom Anarhismud zum Befep. (Die Diagnoſe eines europäiſchen Krieges. 


Die Grenzboten, Hregb. von ©. Eleinow. 71. Zahıg., Rr. 8/9. 
Berlin, Berlag der Grenzboten. 


Inh.: (K) G. Cleinow, Welf und Waibling. — R. Schacht, 
Schule und Kunſterziehung. — Für oder wider die innere Koloniſation? 
— An der Wiege des Königreichs Rumänien. — Momos, Etwas über 
die Aera Caſſirer. — Stützpunkte und Ueberſeetelegraphen. — (8/9.) 
Karl Krickeberg, Briefe aue Trebeldorf. — (9.) Rudolf Wagner, 
Kolonialer Fortſchritt im Jahre 1912. — W. Stapel, Vaterländiſche 
Jugendſchriften. — R. F. Kaindl, Die Deutſchen in Rumänien. — 
Franz Eißler, Eine Thefe Laffalled. — Frip Red-Malleczewen, 
Alte und neue Hamletforichung. 


Hammer. Parteilofe Zeitfhrift für nationales Leben. Red.: Theod. 
Fritſch. 11. Zahıg., Nr. 266. Leipzig, Fritic. 


Inh.: Tb. Fritfch, Neligiofe Beratungen. 1. — 9. Stege: 
mann, 2ebendbilder aus Defterreih. — Kathinta v. Rofen, Gegen 
die Fraucnrectlerinnen. 


Hehland. Monatsfchrift für alle Gebiete des Wiffend, der Literatur 
u. Kunft, brög. v. 8. Muth. 10. Jahrg. 5. Heft. München, Köfel. 


Snh.: Theodor Brauer, Die fozialkatholifhe Bewegung in Franf: 
veih. — Hand Roft, Im Wunderlande der jozialen Reformen. Streif- 
züge durch Auftralien und Neufeeland. — K. Lingen, Marte Schlichte- 

toll. Roman. — Franz Bosch, Genie und Zuralı Ein Beitrag zur 
ſycholo gie der Katurforfhun . — Dar Kejfelring, Der Kamyf 
gegen die Zuberkulofe. — E. Shmig, Hugo Wolf und die moderne 
ufil. — M. Kraß, Drofte-Hüldhpoff: Der spiritus familieris des 
Roßtäuſchers. — F. X. Kiefl, Aus ——**82 und Leben. — Abei⸗ 
mals eine „Revolution der Literatur“? 





101 


— 1918. 36. — Die [höne Literatur — 15. NRäyz — 


102 





Lit und Schatten. Wohenfärift für Schwarzweißfunft u. Dichtung. 
Hgb. von * v. Gumppenberg. 3. Jahrg., * 21/22. Münden. 

Inh.: (21.) Amold Zweig, Abreife. — (22.) 9. M. Appelt, 
Fun den Bergen. 


Militär - Wochenblatt. Red.: v. Scriba. 98. Jahrg., Nr. 23/28. 
Berlin, Mittler & Sohn. 

Inh.: (23.) Truppenjubiläen. — General Maitrot: Nos frontieres 
de lV’Est et du Nord. — Le service de deux ans et sa r&per- 
cussion sur leur defense. — Bom Balkanfriege. 10. — Reucd vom 
franzöfiſchen Heere. (Schl.) — (24.) Zur Erinnerung an unjeren brim« 
gegangenen Redakteur (v. Frobel +). — (24/25.) Gefechtsaufgaben bei 
Snfanteriebefichtigungen. — (25.) Zapanifche Difziplinar-Strafordnung. 
— (25 u. 28.) Regimentdabende. — (26.) Adrianopel. — „Die Kaifer- 
manöver in Deutichland 1912”. — Die Offizier-Zivilverforgung. — 
Das Hceredbudget für dad Jahr 1913 in den Niederlanden. — (27.) 
Große Truppenübungen im Jahre 1913. — Oberftleutnant Repington 
über Ten Ausbau der britifchen Wehrmaht. — Die neuen ruffifchen 
Beitimmungen für die Beförderung von Anwärtern der Armeeinfanterie 
und Kavallerie zu Stabeoffizieren. — Feldmarfchall Moltte und feine 

Strategenfabrit“. — (28.) Chronologifche Ucberficht der Ereignifie vor 
100 Jahren. (Forti.) — Die Aufgaben der erften deutfchen Armee vom 
2. big 9. Auguft 1870. — Ungarn in militärgeographifcher Beleuchtung. 

—, Beiheft Nr. 2 Schmwertfeger, Die Strategie Friedrichd 

des Großen im Tjähr. Kriege. (24 ©. 8. mit 1 Skizze.) 


Belbagen & Klafingd Monatähefte. Ne: H. v. Zobeltip. 
237. Zabra., 7. Heft. Bielefeld, Velbagen & Stlafing. 

Snb.: Bernhard Kellermann, Der Tunnel. Roman. (Eh) — 
Georg Wegener, China und Europa. — Otto Brautoff, Claude 
Monet. — Agnes Harder, Leiden und Träumen. Novelle — 5. 
Höffner, Hebbel und die Frau. — Auguft Sriefebah, Zrubhe und 
Schranf. — Aus der Zeit der Wiener Echufterbuben. Grinnerungen 
eines alten Wienerd. — 2. v. Koblenegg, Der Kagentifch. Roman. 
(Fortf.) — Moderne Graphik: Die drei Masken vor Don Juand Haus. 
Radierung von Hans Meid. — Paul Barhan, Das ruffifche Ballet. 
— Paul Rohrbach, Negerkultur. 

Rerb und Süd. Hrögb. von 8. Stein. 36. Jahıg., März 1913. 
Berlin, Schottlaender. 

Inh.: Sultan Abdul Hamid II, Gedanken und Grinnerungen. 
Zagebucdhblätter, bgb. von Ali Bahbi Bey. 2. — ©. A. Leinhaad, 
Kaiferin Friedrich im Lichte der Wahrheit. Eine Entgegnung auf die 
„ſenſationellen“ Enthüllungen in Guſtav Freytagd Briefen an feine 
Gattin. — Wilhelm Georg, Die Welfen. Kurze Betrachtungen zur 
Berlobung der Prinzeffin Bikioria Luife mit dem Herzog Ernft Auguft 
zu Braunjchweig-tüncburg. — C. Mühling, Alberto Panfa. — M. 
Roloff, Die turfifchen Eultane ald Kalifen. — Emft Sicyer, Die 
deutfchsenglifche Berftändigungstonferenz. 4/b. — ©. Sonnenfeld, 
Die Wahlreform in Ungarn. — 9. Riedler, „Umwandlung der 
Energie” (Motorifhe Wärmewirtichaft). — 3. Münz, Friedrich Hebbel. 
— €. Ludwig, Wagners „Erlöfung“. — D. Weddigen, Die Be 
jreiungefriege und die deutfche Literatur. — Gräfin 2. Urtult, Dad 
Haus de3 Hafled. Novellette. (Fortf.) — Hand Land, Alired von 
Ingelheims Lebensdrama. Roman. (Fortf.) 


Deutfche Ruudſchau. Hrsg. von Julius Rodenberg. 39. Jahre. 
Heit 6. Berlin, Gebr. Paetel. 

Inh.: ©. Didbuth, 1813. 1. — E. v. Handel- Mazzetti, 
Stephana Schwertner. Ein Steyrer Roman. (Fortf.) — Lebenserinne⸗ 
ungen. Aus dem Rahlaß von Rohus Fıhın. v. Liliencron. Mit 
einer Vorbemerkung von A. Bettelheim. 1. — L. Raſchdau, Gewalt⸗ 
taten im Balkanktiege. — O. Walzel, Friedrich Hebbel. 1813- 1913. 
— M. Lakſchmana Suri, Die Krönung zu Delhi. Ein modernes 
Sanskritdrama. Analyſe und teilweiſe Ueberſezung von C. Cappeller. 
— un v. Bunfen, Henrictte Beuerbah. — Mar Morrig, Bona- 
ventura. 


Sonutagsbeilage Rr. 7/8 3. Boff. Zeitung 1912, Rr. 85, 88. 

Inh.: (7.) 8. Witte, Die Abrüftungdpläne zur Zeit ded zweiten 
Kaiferreihd. — Th. Kappftein, Franz Delisfh. Zu feinem Hundert 
jahrtage (23. Februar). — B. Lindenberg, Preußend Frauen zur 
Beit nk Erhebung im Jahre 1813. — Hand Dropyfen, Zur 
Sharakteriftit der Dichterin Karihin, der deutfchhen Sappho. — (7/8.) 
Bor hundert Jahren. — (8) Mar Hein, Zum Gedächtnid König 
Sriedrihd I. (+ 25. Februar 1713). — R. Schoener, Eine neue 
römiſche Gefchichte (von E. Paris). — C. Sagel, Die Wünfcel: 
tutenfrage. 


® J — rg's Illuſtriertes Somtagsblatt. 60. Jahrg, Nr. 20/22. 
er 


Inh.: (/21.) Heinz Berg, Sein leßter Brief. Roman. (Fortſ.) 
— (20.) E. Heinze, Die ſtille Bucht. Etzaͤhlung. — (21.) Friedrich 


Thieme, Ein Danaer-Gefchent. Humoresk. — Kuriofitäten aus der 
Bogelwelt. — (22) Emma Kettner, Der Bäplihe. — E. Gahrns, 
Träum und Wirklichkeit. — Käthe Damm, Alte Anzeigen aus Stadt 
und Land. — Familienväter unter den Fiſchen. 


Der Türmer. Monatsſchrift für Gemüt und Geiſt. Hrögbre.: J. E. 
Frhr. v. Grotthuß. 15. Jahrg., H. 6. Stuttg., Greiner & Pfeiffer. 
Inh.: L. Gurlitt, Der vaterländiſche Gedanke in der Jugend⸗ 
literatur. — Eliſabeth Diakonoff. (Fortſ) — A. Fendrich, Vom 
Zurückſchauen. — Klara Hofer, Der Scheideweg. — Michgelsburg, 
Menſchen, die vorübergehen. — Max Roloff, Chriſten im türkiſchen 
Heere. — O. E. Meyer, David Livingſtone. — Thilo Schnurre, 
Volksſtimmung und Volkswünſche im Jahre 1348. — Paul Dehn, 
Die Mönchsrepublik Athos. — G. Beck, Zur Oſtmarkenpolitik. — 
W. Schuſter, Der Pſeudofrühling zur Jahreswende 1912/13. — K. 
Strecker, Hebbel und — — Herm. Kienzl, Berliner Theater 
Nundfhau. — Zur deutfchen Ausgabe der Werke Friedrihd d. Gr. — 
K. Storck, Künftlerorganifation. —- %. Kämpfer, Frieda Gented. 
— 8. Stord, Wieland der Schmich. 


Ueber Land u. Meer. Deutfche illuftr. Zeitung. Red.: Rud. Preöber. 
55. Yahrg., 109. Bd., Rr. 22/23. Stuttgart, Deutfche Berlagsanftalt, 
Snh.: 22/23.) Georg Engel, Die vier Könige. Roman. (Yortf.) 
— (23.) Karl Robert, Rapoleonmaler. — Paul Eohn, Auge und 
Ohr in ihrer feelifhen Bedeutung — Wilhelm Mießner, Das Er- 
wachen der Großftadt. — Rudwig Biro, Der Nekrolog. — W. A. 
Krannhalsd, Wanderung dur ein Badwerk. — (33.) 3.6. Wirth, 
Bredlaus Jahrbundertfeier. — Rihard Bop, „Ihr laßt den Armen 
huldig werden”. Skizze. — Hanns PBellar. — Dtto v. Loßberg, Das 
Bajonett. — Karl Friedrich, Die Elemente auf der Sene. — ®. 
Berndt, Schedenmenfhen. 


Die Wage. Redatt.: &. B. Benter. 16. Jahıg., Rx. 7/8. Wien, 
Etern & Steiner. 

Inh.: (7.) E. B. Zenker, Die Politik der Maffla, — Ferdinand 
Bronner, Grjberzog Rainer +. — Paul Siretean, Kunftanakyfe 
(Slofjen zur Bortragsjerie „Aus der eigenen Werkitatt”)., — Marim 
Anin, Dementia russia. — A. Halbert, Münchener Brief. — 8. 
Lauffen-NRorsti, Die Feldwahe — (8) 8. Iro, Großöſterreich⸗ 
ZTrialiömud-Deutfchöfterreih. Eine Rede. — E. v. Hofmanndthal, 
Das Haus den Mietern. — D. M. Fontana, Papa Spap. 


Die Wode, 15. Jahıg. Rr. 8/9. Berlin, Scherl. 

Inh.: (8) Stephan Kelule v. Stradonig, Hohenzollern und 
Eumberland. — Lothar Meyer, Kann die deutfche Landwirtfchaft ihre 
Produktion noc erheblich fteigern? — Schloß Gumberland in Ömunden. 
— Der tragifche Tod ded Eüdpolforfcherd Kap. Scott. — Die Rordifchen 
Spiele in Stodholm. — (8/9.) Rud. Strap, Stark wie die Mar. 
Roman. (Fortf.) — (8) A. D. Klaußmann, Kaviar und Auftern. — 
Elfe v. Boetticher, Die rufjifche Botfchaft in Berlin. — F. Bid- 

traf, Der Nusgen ded Marienkäferd. — Lucie Fer, Schnee. Winter 

ige. — Seo B. Warren, Erkranfte und ermüdete Metalle. Ein 
Bli in eine neue Wiffenfhaft. — (9.) Unter den Fittichen der Akademie. 
Ein Borwort zur Ausftchung in der Königl. Akademie der Künfte in 
Berlin. — Gil. v. Boctticher, Der erfte Romanow. — ©. Feld- 
mann, Ein Lebendflug. — Dla Alfen, Der Heine Hut. Eine Saifon- 
plauderei. — Kurt Aram, Bildungdprobe — Bigetfu Koyama, 
Gaſthausleben in Japan. — Paul Felir, Mufit aus alter Zeit. — 
Margarete Kind, O Accademia! Efije — A. ©. Hartmann, 
Eine Fahrt dur die Inſel Walcheren. — Reinhold Cronheim, Dee 
Menſchen Freund in Nacht und Eid (Polarhunde). 


Das freie Wort. Hrsgb. v. Max Henning. 12. Jahrg. Rr. 26. 
Frankfurt a. M., Neuer Frankfurter Verlag. 

Snh.: Politicus, 1813—1913. — Reay, Die Weltgefchichte 
vor 60 Jahren und heute. — 3. Sonntag, Zentrum, Batitan und 
Dreibund. — Der Kardinal Nagl. — 8. Burtitt, „Das Lebenöwert 
Lovid GCorinthe* in rer Berliner Sezeflion. 


Zeit im Bild. 11. Fahıg., Nr. 8/9. Red.: H. Bodenftedt. Münden- 
Neue Deutihe Berlagsgeiellichaft. 

Snb.: (8) Carl U. Bach, Lovid ECorinty. — Lothar Brieger, 
Die Wiederentdedung der deutihen Etadt. — Eolin Roß, Kurbinen. 
— RM Mell, Hugo Wolf. — Emft v. Wolzogen, Peter Karn. 
Roman. — 4 Goldfhmidt, Eyndilatögenofien. — Ehronik des 
politifhen und wirtfchaftlihen Lebende. — d) 8. 3. Wolf, Franz 
v. Stud. — Harden ale Redner. — Colin Ro, Das Maichinen- 
cwehr. — Edgar Steiger, Münchener Thenterfiim. — H. Simon, 

eliud. — Ein Königreich Aegypten ? 


Zeitung f. Lit., Kunft u. Wiff. Beilage ded Hamburg. Gorrefp. Rr.4/b. 


Inh.: (4) Hermann Abeld, Gine gemeinfame Schreibweife für 
die plattdeutiche Schriftiprache. — E. Waiblinger, Goethe ald Fauf. 





103 


— Grete Maffs, Neue Dramen. — (b.) Franz Geppert, Diedrich 
Spedmann. — WB. Kofh, Schelmen- und Abenteurer-Romane. — F 
Schmeißer, H. P. Fedderſen, d. Ae. 


Illuſtrierte Zeitung. Red.: O. Sonne. 139. Band. Nr. 3635 
und 3636. Leipzig, J. J. Weber. 

Inh.: (3636.) v. Kühl wetter, Eine Gefahr für unſere Kriegs⸗ 
bäfen. — Die Kaiſer⸗Wilhelm⸗Inſtitute für chemiſche Forſchung in 
Dahlem. — Meyer⸗Gerhard, Staatsſekretät Dr. Solfs afrikaniſche 
Reiſe. — Hermann Oncken, Die Löſung der welfiſchen Frage. — C. 
Lahm, Eduard Detaille. — J. Reißener, Frauenkunſt an deutſchen 
Bühnen: Das Braunfchweiger Hoftheater. — (3636. Grinnerunge- 
nummer 1813.) Theod. Lindner, 1813. — A. Four nier, Napoleon. 
— Ferd. Goetz, Friedrich Ludwig Yahn und feine Zurner in den 
Freibeitetriegen. — Walter Bloem, Das Lied ale Freiheitsfchwert. — 
A. Wulffius, Rußland im Jahre 1813. — Georg Kaufmann, 
Breslau im Yahre 1813. — Heinrih Wendt, Alt- und NeuBreslau. 
— Conrad Buchwald, Die Jahrhundertfiier in Breslau 1913. — 
Bad Salzbıunn. — F. A. Geißler, Befreite Liebe. Erzählung aus 
den Tagen dir Bölkerfhladht. — Felig Draefele. — Karl Krohne. 


—— — — 


Mitteilungen. 


Literatur. 


Unter den neueftien Bändchen von Neclamd Univerfal-Bibliothet 
befinden fich folgende beüctriftifhe Werte. Nr. 5504: Julius Cäfar, 
Tragödie von W. Shakefpearce, nah der von Hermann Gonrad 
revidierten Schlegel-Tiel’jchen Ueberfepung für die Bühne eingerichtet 
von Dr. Ludwig Weber (Bühnen-Shakefpeare, 25. Band). — Nr. 5606: 
Kinderherzen, von Paul Bourget. Autorifierte Ucberfepung aus 
dem Franzöflfhen und mit einem Vorwort über den Dichter verjehen 
von Martba Ediff. Die bier vorliegenden drei Erzählungen („Der 
Zaliöman”, „Frühreife Empfindungen“, „Auferftebung“) jind dem 
Sytlus »Drames de famille«e entnommen. — Nr. 5506: Die Laft. 
«in Bauerndrama in drei Aufzugen von Paul Zoder. — Nr. 5607: 
Berboten und andere Novellin von M. TZammd. Außer der Titel. 
novelle noh die „Erzählungen „Mitten drin!“, „Kein Edhritt vom 
Wege”, „Wenn die Toten erwachen”. — Nr. 5508/10: Diethelm von 
Buchenberg. Schwarzwälder Dorfgefchichte von Berthold NAuerbad. 
Mit einer Einleitung von Dr. Eugen Wolbe. Geh. #0, 60, in 
eleg. Suanzleinenband 1.4. (Berlag von Phil. Reclam jun. in Leipzig.) 

In „Sracers Schulauegaben Klaffifcher Werke, Neue Reihe, dab. 
von Er. Caftle und ©. Wilhelm“ veröffentlichte Prof. W. A. Hammer 
einen Neudrud zweier Erzählungen einer norddeutfchen und einer öfter 
reihifhen Dichterin: „Eine Formalität‘ von Rouife v. Francois 
(+ 1893) und „‚Al8 er heimtehrte“ von Ada Chriften (+ 1901). 
MWäbrend jıne den finanziellen Ruin einer wohlhabenden Familie und 
die fih Taraus ergebenden Konflikte fhildert, entwirft diefe ein farben- 
teihes Bild des Wiener Vorftadtlebend, worin inöbefondere Tas Denten,, 
züblen und Reden der Kinder allg wiedergegeben ift. (Reipgig 
Zeubner; 56 ©. 8., geb. .# 0, 50.) 

Eine weitfafiende, einheitlih audgeftattete Märchenfammiung bat 
dır Verlag Eugen Diederihd in Jena in Angriff genommen. Ihre 
drei Abteilungen (Boltdmärdhen und Kunftmärchen Europas, Märchen 
ded Drient® und der primitiven Völker) werden nach der Vollendung 
nit weniger ald 34 Bände umfchließen. Bon diefen „Märdjen der 
Weltliteratur, byb. von Prof. Dr. Friedriih von der Leyen und 
Dr. Paul Zaunert“ liegen bi8 jegt vor: 1) Kinder: und Haus- 
märcden gefammcelt durch die Brüder Grimm, Jubiläumdausgabe in 
wei Bänden, hyb. von Friedrich v. d. Leyen (XXVIL, 363 ©. 8.). 

ie neue Anordnung fließt die verwandten Märchen zu zufammen- 
gehörigen Gruppen; fie ftellt an den Anfang die Märchen, die mit 
uraltem ®lauben und der germanifchen Heldenzeit zufammenbängen, 
führt über die Wunder und Gläubigfeit des Rittertumd in das ge 
fdyäftige derbfrohe Xeben des deutichen Bürgers und Bauern und dann 
zurüd zu Feen und Wundergefchichten, die dem Einfluß ded Audlantes 
zu danken find. — 2) Dentfhe Märden feit Grimm, hab. von 
Paul Zaunert (XVI, 416 6.8.) Ein feinfinnige Audtefe aus dın 
in der Tadliteratur zerftreuten Märchenfhägen, 3. DB. aus Wolfe 
„Deutihen Märchen“, Pröple® „Kinder und Voltsmärchen“, Cols⸗ 
bornd „Märchen und Eagen“, Zingerle'd „Kinder und Hausmärchen 
aus Südteutfchland“, Ulrich Jahn „Pommerfhen Märchen“ ufw., 
wohlgeeignet, Jung und Alt neue unbefannte Gaben zu reichen. — 
3) J. K. A. Muſäus, Bolksmärchen der Deutſchen, in zwei Banten 
hgb. von Paul Zaunert (XXXVIII, 399 und 442 S. 8.). Der 
Zert geht gerechterweife auf die erfte Ausgabe (1782—87) zurüd, der 
einzigen, die ganz von Mufäud’ Hand ift. Einen befonderen Schmud 
hat die Berlagdhandlung dem Neudrud durch Beigabe der reizenden 
Holzihnitte Ludwig Richterd verlichen. — Das gefamte Unternehmen 
empfiehlt fi fowohl durdy feine gute Ausftattung wie durch feinen billigen 
Preis; jeder diefer prächtigen Bände koftet nur 8 4 in Pappband, 


— 1918. 6. — Die fhöne Literatur — 15. Mi — 


104 


5.4 in Leder. Ald nächfte Fortfegung werden „Plattdeutfche Märchen“ 
und „Nordiihe Märhen“ in Ausficht geftellt. 
Ein zweites erfreuliched Unternehmen des genannten Verlags ift 
die Neuberaudgabe der „„Deutfchen Volksbücher“ von Dr. Richard 
Benz. Auf die „Sieben weifen Meifter“, „D. Johann Fauf“, „Triftan 
und Kratden, „Till Eutenfpiegel* ift jept ald 5. Band „Yortunatus‘ 
gefolgt (244 ©. 8., geb. 4 4). Der Zert diefer „Hiftorie von For 
funati Glückſeckel und Wunfhhütlein“ folgt dem älteften erhaltenen 
Drude, Augsburg 1509, dem audy die eingeflohtenen Holzichnitte ent 
nommen find. In ciner befonderen Schrift: „Die deutfhen Boltebücher, 
ein Beitrag zur Geichichte der deutihen Dichtung“ gibt der Heraus- 
geber Rehenfhaft über Wert und Bedeutung diefer Literaturgattung 
für die Entwidiung der alten deutfchen Profa, fowie über feine Editione- 
arundfäge; eine dyronolonifche Ueberficht der Bolldbüch:r die 15. bie 
18. Yahrb. bildet den Schluß. (Jena, Diederihd; III, 64 ©. 8., 


fart. 1.4.) 

An weite Boltökreife wendet fih das in der Richtung von Hebeld 
„Rbeinifhem Hausfreund“ Tiegende Zahrbuh für 1913 ‚‚Der WVeg- 
gefährte‘‘, hab. von H. Corray (Berlag ven Edward Erwin Mener, 
Reirzig, Aarau, Wien, 219 ©. 8,, broidh. #2, 80, geb. #4 3, 30). 
Den Kefer feifeln Riteraturproben von Rofegger, Hebel, Widmann, 
Strindbirg, Rouffeau, Senfen, Dahn, Zolitoi, Sclma Layerlöf, Paul 
Keller, Spitteler, Spin Hedin, Lafcadio Hearn, Amundfen, ®eneral 
Booth, Friedrih d. Gr., Napoleon ujw. Unter dem Bilderichmud 
finden fih zwanzig Kunftblätter und vier farbige Reproduktionen von 
fchweizeriichen Künftlern, fowie cin Kalendarium mit Dürerleiften. 


Theater. 


ALS Auftakt zur Jahrhundertfeier brachte das kgl. Schauſpielhaus 
zu Dresden eine ſorgfältig vorbereitete, würdige Neueinſtudierung von 
Kleiſts „Hermannsſchlacht“, die ſeitdem andauernd volle Häuſer 
erzielt. Die Bühnenbilder ſind von wundervoller Plaſtik und großem 
Stimmungsteiz. Eine echt vaterländiſche Begeiſterung durchwehle die 
madtvellen Szenen, und wenn auch cinige Nebenrollen mit unzuläng- 
lichen Kräften bifept waren, fo vergaß man dody alle unvermeidlichen, 
fleinen Schwächen über der hinreißenden Leiſtung Theodor Beckers, 
deſſen überſchäumendes, ſtürmiſches Kraftheldentum in Hermann eine 
Geſtalt von bezwingender Wahrheit und prachtvoll geſteigertem Feuer 
ſchuf. Dieſer erſttklaſſigen Leiſtung unſerer Hofbühne ſtelte ſich eine 
Erſtaufführung der „Torgauer Heide“ ebenbürtig an die Seite, die 
zum 100. Geburtstag Otto Ludwigsé gegeben wurde. Auch hier 
hatte die Regie ein Buͤhnenbild von unvergeßlicher Schönheit geſchaffen, 
das mit den zahlloſen in der Nachtweihe verſchwimmenden Wachtfeuern 
und der wechſelnd bewegten Gruppe des Vordergrundes wie ein Ge⸗ 
mälde Menzels wirkte. Adolf Müller war in der Macke ded großen 
Preußenkönigs von verblüffender Echtheit. Dem friderizianiſchen Vor⸗ 
ſpiel folgte eine Neueinſtudierung des Luſtſpiels „Hauns Frei“ in 
der geſchickten Bearbeitung von Cordelia Ludwig. Das harmloſe, 
liebenswürdige Stücklein mit ſeiner ſonnigen Heiterkeit vergnügte das 
Publikum aufs beſte. — Der 6. März brachte eine Etſtaufführung von 
Bernard Shaws „Faunys erſtes Stück“. Für Shaw, der bei 
uns längſt hoftheaterfaͤhig iſt, ſteht dem Schauſpielhaus ein Stab von 
vorzũglichen Schauſpielkräften zur Verfügung, deren Spezialität flotte 
Satite und fein geſchliffene Plauderkunſt iſt. Ihnen war denn auch 
der große Erfolg der Komödie in erſter Linie zu danken, deren Schlag- 
kraft im übrigen nicht auf der Höhe der beſten Shaw'ſchen Stücke ſteht. 
Einige bedenkliche Langen ermüdeten. Am meiſten wurde die aller⸗ 
dings recht billige Verhöhnung der Londoner Kritik und die ſaftige 
Verſpottung der engliſchen Polizei belacht. Alexander Pache. 

Bei der Uraufführung im Stadttheater zu Roftod am 24. Februar 
d. 3. errang dad Luftfpiel „„Der Bärgerprinz‘ von Mori Schäfer 
einen großen Erfolg. 

Hermann Steins Einakterzyklus „Patrioten“, beftebend aus 
„Fremdenlegionät“, „Kronprinz“ und „Kaiſerparade“, hatte am 9. März 
d. J. bei der Uraufführung im Hamburger Stadttheater einen flür 


mifchen Erfolg. 

Der Einafterzuffus ,„‚Diebestuß‘‘, ‚Der Sänger ber Mar: 
feillaife‘’ und ‚„‚„Der Vermittler‘ von Richard Wolff gelangte in 
NRatibor mit ftaıtem Erfolg zur Uraufführung. 

Das dreiaftige Luftfpiel „„Der falfche $ 
Konrad erzielte bei der Uraufführung am 
nur fhwachen Beifall. 

Die vieraktige Komödie „Adam im rad’ von Brandt und 
Shöntban fand bei ihrer Uraufführung im Königäberger Neuen 
Shaufrielhaufe bei guter Aufführung einen — — 

Ernſt Hardt vollendete ein neues Drama „Schirni und Ger⸗ 
Kg da8 im Oktober d. 3. in Berlin feine Uraufführung er- 
eben joll. 

Dad Stuttgarter Hoftheater erwarb das neue Bühnenwert ‚„„Se: 
fährlihe Liebe’ von Wilhelm v. Scholz zur ——— 

Das ſoeben vollendete, problemreiche Ehedrama „Gertraud Ger⸗ 
meilen“ von Paul Apel wird im Oktober d. J. am Münchner Schau⸗ 
ſpielhaus ſeine Uraufführung finden. 


erkules“ von Traugott 
tadttheater in Kattowitz 


Beraniwertl. Redakteur Prof. Dr. Eduard Zarnde in Leipzig, Kaifer-Wilgelmfiraße 8. — Drud von Breitkopf 4 Hartel in Leipzig. 





Die ſchöne 


Literatur. 





Beilage zum Literariſchen Zentralblatt 
für Deutſchland. 


8, 


Heransgeber Arof. Dr. Ed. JZarncke in Leipzig, Baifer Wilhelmſtraße 8. 


Verlegt von Ednard Avenarias in Ketyzig, Koffirafie Bft, 


14, Inhrg, 





Erjcheint vierzehntäglic. 


— 12. April 1913. — 


Preis Halbjährfid 3 Mark. 





aodern⸗ Fraueuromane und Arauenerjäßtungen na Natel. Ic Hatı' | 


einen Kameraden. Lorting, Bor den Zoren. Rittland (Beinroth), Yen» 
feit® der Mauer. v. Mühlen Tas Rüthen. Böhme, Im meißen Rieide. 
Srant. Bıaniften. Häder, Schulzens Eommerfrifchler. v. Döring, Kindes 
scht. Danöfen, Parufhfe.. Bernhard, üdeiheid Rolande ehieal. 
vd. Buol. Ehrifiophoruß. Slaufins, Des Kampfes wert. Supper, Die 
. Mühle im falten Srund. Wolf, Bannefen, ein Buch der Armut und Yıbeit. 
Geſchichttiche neuen und Er äßlungen (126): Shredenbadh, Um die Wart- 
burg. Faula Hai riedrich, 88 ift erne Auft zu leben. Ienfen., 


Beftenftein. Schirofauer, Lafalle. Faefin.Korrodi, genten, But ben — 


Pramen (120).: Hinnerkt, Ehrſam und Genoſſen. Gößmann, Die Kinder 
Sotte® Mlelfandromicz. Beıus Bulgivage. Lehner und Bernhard, 
Drachenbrut. Bolze. —IXX Warneck, Der Morgen graut. ald« 
a Tin ‚erinze, Lauff, Der große König, in Szene gefett und bgb. vom 


Brauträhen en (132): Elaubel, L’Aunonce — a — 
Liliom, deutſch von Polgar. Bernftein, Rad mir.. rtbeimer, 
Schwert und Spi — Cſokor, Letzte épieie Witai, Sie Modifin. 
— ——— Le Secr 

—9— edenes (138): a Heimgärtners Tagebuch. 
———⏑————— 


Molnar, 





Alybabetifhes gabaltönericignie: 


— %, Bianiften. (12. 


Pauls, E. €, Kai Friedvrid. Es if eine Luft zu 


) 
Klelfandrewicz A. Venus Bulyivaga. (130.) Sößmann, M., Die Kinder Gottes. (130.) leben. (127. 
Bernhard, M. Adelheid nu Stidfal. (121)! Häder, u Schunens —— (12.) Rabel. — * hatt’ einen Kameraden. (121.) 
Bernftein. 9. Nah mir... 135.) elta, a Modifin. (13 willend (E. Heintoth), Ienfeit® der Bauer. 
—, Le Secret. (133.) et .. Ehrfam unb none: (130.) (122 


Böhme Be Im ißen Kleide. (123.) 
an (131.) 
‚ Ehriftophorue. (124.) 
E@laudel, 5. L’Annonee Faite A Marie. (132.) 
Elaufius. S., Te Kampfes wert. (125.) 


Lauff, I, Der 


FSenſen. ® Auf dem Beftenftein. (127.) 

roße le Ezene gefett und 
hob. von ®.». ülfen. 

Lehner, R. 93., und A. — Drachenbrut. 2 A. 


(131.) 
Lotting, E. Vor den Toten. (12. 


Nof fegger, ae ZTag ebuch. (138.) 
Sqirotauer, Yafall 
Säredendad. B., in die Bartsurg. (126 ) 
pp Die Mühle im am us (125.) 
Daldäler, ®.. Die Spinne (131 
arned, ©, Der Morgen graut. ısı) 


) 
Danöfen, 2, Marufdta na) Dolnar, E., Liliom. Deutſch von U. Polgar. — V. Schwert und Spindel. (136) 
—— v., Kindesrecht. (123 (135 ) Wo danneken. ein Buch der Armut und Arbeit. 
Faefi u. E. Rorrodi, Das porlfge Bürid, 1233.) | Mühlanu, H. v. Das Kükhen. (123.) A 





Moderne Frauenromane 
und Frauenerzählungen. 


Hagel Shriftiane, Jch hatt einen Kameraden. Roman. Leipzig, 
918. Brunow. (368 ©. 8, 4 4; gib. 6. 
— Eva, an den Toren. Noville. Berlin, 1912. Reiß. 


111©8) #2 


Rittlaud, Klaud Enſabeth Heinrotb), un. der Mauer, Roman. 
Dresden, 1912. Reißner. (425 © 8) #6. 


Mühlen, —— Das eo Berlin, 1912. Yleifchel 
& Co. 272 6.8) 43 


Seyfert. 805 ©. 8) 4 4; geb. A 6. 
Frauk, Joſefa, —— Roman. Wien und Leipzig, 1912. Brau⸗ 
müller. (895 ©. 8.) # 3. 


Hacker, Clara, — —— 


ae Dort 
gefhichte. Jena, 1912. Goftinoble. (168 ©. 8 


Döring, Margarete von,. Hindesredht. Cine un aus tet 


arogen! und vom Dorfe. Leipzig, 1912. Bolger. (167 €. 8.) 


Dau — a — Roman. München, 1912. Langen. 


50; get. A 3, 650. 


49 — einen Kameraden“ von Chriſtiane Ratzel 
erſcheint ſchon in zweiter Auflage. Es hat etwas wohltuend 
beruhigendes, zu ſehen, wie unerſchüttert der allgemeine 
Geſchmack durch die Jahrzehnte hindurch geblieben iſt. Trotz 
aller uns umgebenden Modernität des Empfindens haben 
wir doch noch immer eine große Menge Frauen, welche nach 
dieſer Lektüre greifen, und wer weiß, vielleicht iſt ſie nicht 
die ſchlechteſte, reinlich, ganz unterhaltend, ohne Aufregungen. 
Schablonenmenſchen, deren Konflikte uns nicht berühren, weil 
die Tragik von außen kommt, und ſie ihr hilflos gegenüber⸗ 
ſtehen, ohne recht zu wiſſen, was ſie mit ihr anfangen ſollen. 

Beilage zu Nr. 15 des Lit. Zentralbl. f. Deutſchland. 121 





Damit wäre das Buch abgetan, wenn es nicht in der 
Problemſtellung den Verſuch zur Vertiefung in ſich trüge. 
Es behandelt die Verſchiedenheit zwiſchen Judentum und 
Chriſtentum, oder ſchärfer ausgedrückt deutſchem Offiziers⸗ 
adel. Die Frau iſt zu ſehr Kliſchee, um zu feſſeln, dagegen 
ſind die Schilderungen des in ſich gefeſtigten Juden Leonhijos 


(eine anmutige Uebertragung des Namens Löwenſohn ins 


Spaniſche) und des pflichtbewußten jungen Offiziers beſſer 
gelungen. Ein weiterer Vorzug des Romans iſt, daß er 
gegen Schluß nicht nachläßt, ſondern daß man den ſehr be⸗ 
ſtimmten Eindruck gewinnt, es habe ſich die Verfaſſerin in 


den Stoff hineingearbeitet und ſei mit ihm gewachſen. Es 
Bohzme, Margarete, a — aleide. Roman. Dresden, 1912. | 


ijt deshalb möglih, daß wir ihr jpäter mit ungetrübter 
Sreude wieder begegnen, wenn fie einen Gegenftand feit 
anpadt und die vielen Alltagsgeipräche, durch die man fich 
mühjanı durchwindet, beifeite läßt. Aber ob fie dann eine 
zweite Auflage erlebt, erjcheint fraglich). 

Ebenfalls mit einem Qudenproblent befaßt fich die Novelle 
„Vor den Toren” von Eva Lotting. Ein rufficher Jude 
wandert nad) New York aus, weil ihn die Sehnjucht treibt, 
Kolonift zu werden. Frau und Rinder follen fpäter nadı- 
fommen, wenn er fein Ziel erreiht hat. Drüben aber padt 
ihn die Liebe zu einer fchönen Slaubensgenoffin, er ver 
Ichweigt, daß er Shon gebunden ift, und nimmt fie zum Weibe. 
Er wird Uderbauer in Joreh, fein Werk gelingt ihm, feine 
neue Samilie gedeiht, er forgt für die Seinen in Rußland, 
aber der Gedanke an feine Sünde Täßt ihn nicht lo. EB 
ift der Berfafferin nicht gelungen, für den Helden Mitgefühl 
zu erweden, aber die fchwere Stimmung, das Laftende ift 
im Tone der Erzählung bejonders gut getroffen; Diejes 
Gündigen, ohne die Kraft e3 zu tragen, diejes Sehnen nad) 
Sühne Hat etwas dumpfes und erjchütterndes zugleich. 

Einen ganz anderen Menihen zeigt und Klaus Nitt- 
fand (Elifabeth Heinroth) in ihrem Roman „Senjeits ber 

122 


123 


— 1913. M8. — Die [höne Literatur — 12. April. — 


124 





Mauer“. Xutta von Habersloh, eine fchöne tatkräftige Frau, 
übernimmt nah dem Tode ihre Mannes das herunter- 
gewirtichaftete Gut, bringt e3 wieder in die Höhe und leitet 
mit Erfolg eine Fifchzüchterei und andere Iohnende Neue- 
rungen. Sie forgt für ihre Kinder und tft ihnen eine treue 
Mutter, doch hält fie es für ihr felbftverjtändliches Necht, 
im übrigen fo zu leben, wie es ihrer genußfreudigen Natur 
entipricht. Uber auch darin ift fie eine Huge und äfthetifche 
dran, welde nicht nur ihrem Gefühl folgt, jondern aud) 
nah Schönheit und barmonischer Abrundung im Erlebnis 
ftrebt. Sie verfchentt zweimal ihre Neigung, ohne daß ihr 
Empfinden fo ftark ift, um fie zu einer zweiten Ehe zu be- 
wegen. ALS jedoch der Dann, dem fie ihr ganzes Leben 
weihen möchte, vor fie Hintritt, muß fie ihn ald wahrhaftige 
Yrau abweifen. Und mag fie auch über die Unfreiheit der 
Auffaffung gelächelt haben, fie fühlt, daB da eine Macht ift, 
die jogar ihre freie Seele angreift. Sie hat wohl ein reiches, 
bewegungspolles Leben führen können, aber auf eines muß 
fie verzichten, dem geliebten Dann ein Heiligtum zu fein. 
E3 ijt eine jehr feine, ganz unaufdringlicde Moral in diefem 
Buche. Den Forderungen feiner Natur mag nachgeben, wer 
fi ftart genug fühlt, aber vor einem darf er nicht zurüd. 
fhreden: die Folgen feiner Handlungen zu tragen. Ganz 
vorzüglich ift diefe Zrau gezeichnet, aus einem Guß, be 
greiflih und anziehend wie alled, was in der Natur tief 
begründet ift und aus ihr heraus erklärt wird. Wuch die 
Nebengeftalten find lebendig und die Entwidelung bleibt bis 
zum Schluß friih und fejlelnd. 

Einen Gegenfag zum vorigen, wie er fich nicht bejler 
finden ließe, bedeutet „Das Kätchen“, Roman von Helene 
v. Mübhlau. Nina, die junge Dtalerin, liebt und hat ein 
Verhältnis, ohne daß fich diefes aus der Stärke des Em- 
pfindeng erklären und begreifen ließe. Hier it feine Kraft, 
fondern nur Schwäche. Das hindert nicht, daß diejes gewiß 
häufige Gefchehnis mit Talent gejchildert wird, aber die 
Berfafierin hat in der Eharalterifierung in früheren Werken 
ſchon viel befjeres geleiftes. 

Margarethe Böhme „Im weißen Kleide” ift zu breit, 
der Stoff hätte zu einer Novelle gereicht. 

Bei „PBianilten” von Sofefa Frank gewinnt man ben 
Eindrud von zufammengejtellten Aufzeichnungen, e8 fehlt fo 
ziemlich) alle8, was zum Roman gehört, jedoch find an— 
fhauliche Schilderungen des Kreifed vorhanden, der um Lilzt 
entitand, und die Beftalt des Meifters felbft tritt epifoden- 
weife gewinnend und lebhaft hervor. 

In der Thüringer Dorfgefhichte „Schulzend Sommer- 
frifehler” wandelt Clara Höder auf Sherlof Holmes’ Pfaden. 
Das ift immer etwas gewagt, denn der fchredlich fchlaue 
Detektiv fängt an, bedenklih an unferen Nerven zu reißen, 
und ed bedürfte jchon eines großen Talentes, um ihn uns 
erträglich zu madıen. 

Margarethe dv. Dörings „Kinbesrecht“ ift gut gemeint; 
leider genügt das im literarifchen Leben nicht. 

Nah diefer nicht durchweg erquidlihen Wanderung 
fchließe ich mit Lydia Dandfens Roman „Marufchla”, der 
von jehr eigenartigem Talent zeugt und tragifche Konflikte 
und Gefchehniffe Icharfumriffen und in Inapper Form wieder⸗ 
gibt. Ihre Urt zu jehen und darzuftellen ift nicht die ge- 
läufige, und befonders3 reizvoll ift ihr überlegener Humor 
und der gänzlihe Mangel an Sentimentalität, mit dem fie 
ihre tragijchften Perjönlichkeiten nimmt. Man möchte fagen, 
fie behandelt fie ganz von ferne, und doch wieder fügt fie 
fih ihnen, gibt ihnen nach, nimmt fie, wie fie fich ihr offen- 
baren, mit ihren Schwächen und ihrer Größe Und es 
fommt und wieder einmal zum Bewußtjein, daß nicht das 
vollflommen Gute unfer Intereffe erwedt, fondern das, was 


wir al3 notwendig zum Bufammenhang und zur Harmonie 
der Dinge empfinden. J. Binz. 


Bernhard, Marie, Adelheid Rolauds Schickſal. Berlin, 1913. 
— ded Bereind der Bücherfreunde. (515 ©. 8) 4 4; geb. 
M 5. 

Sn der Form von Briefen, bie Üdelheid an ihren Ber- 
lobten, den Forichungsreifenden Günther, nach der weiten 
Ferne richtet, erzählt die Braut in dem Buche von Marie 
Bernhard die Gefhichte ihrer dDornenvollen Jugend. hr 
ffrupellofer Vater hat nach dem Tode ihrer edlen Mutter 
die fittenlofe Varist&-Sängerin Bella geheiratet, die das 
arme Mädchen auf ihrem ausfichtsreichen Wege zu ober 
Bühnenkunft hemmt und durch gejegliche Mittel in dem zur 
Hölle gewordenen Vaterhaufe feithält. Nur durch die Ehe 
mit einem ungeliebten Manne, der e8 aber auch nicht ehr- 
lih mit ihr meint, vermag fie die verhaßten Ketten zu 
iprengen, nachdem ihr Vater bereits phyfiih, geiftig und 
petuniär von der gewiflenlojen Schwiegermutter zugrunde 
gerichtet worden ift. WUdelheid findet jodann den ficheren 
Hafen in der Liebe zu Günther (Steinbredt, ihr in ber 
Not gewählter Gemapl, ift ausgewandert) und in der Rüd- 
fehr zu dem von Erfolg begleiteten Künftlerberuf. Der 
Stil des Romans ift flüffig, glänzend, wohlangemefjen der 
durch die fchwierigen Verhältniffe erzeugten Empfindfantleit 
des vielgeprüften, durch vornehme Wbftammung von ber 
Mutter und durch feufche, fledenlofe Gefinnung geadelten 
Mädchens, zu dem die in grellen Yarben entworfenen Zu- 
ftände der Berliner Halbweltfreife in fchroffen Gegenfaß 
geftellt find. Die fittlihe dee, daB Bielbewußtjein und 
Reinheit des Charakters jelbft in dem ärgften Schmuß ber 
Umgebung feit zu ftehen und fi durch ihn zur Reinheit 
emporzuringen vermag, verjöhnt mit den ftark realiftifch 
erfaßten Szenen, in benen die fittliche Werberbtheit ber 
Großftadt zum Vorwurf dient. Karl Fuchs. 


Buol, M. v., Chriſtophorus. Erzaͤhlun 
van Köln, 1912. J. P. Bachem. 
MN 


M. v. Buol ift Fein Neuling auf dem Gebiete der 
Erzählungsdihtung. Bon ihren früheren Werken, die, wie 
das vorliegende, gut ausgeftattete Buch, dem Tiroler Volks- 
leben gewidmet find, bat e3 die Novelle „Das Marterle“ 
wenigitend 6biß zur zweiten Uuflage gebradt. Mit ihrem 
„Shriftophorus” beweift die Verfaſſerin eine tüchtige, jym- 
patbifche Erzählergabe. Ar flotter, fchweizerich Frifcher und 
finnvoller Handlung entwidelt fie darin das Schidjal eines 
armen, beicheidenen Bauernbuben, dem ein während der 
Militärzeit verübter leichter Diebftahl, der ein Jahr Teltungs«- 
haft nad) fich zieht, zu lebenslänglihdem Glüdsverderben 
wird. Ulle Zeichen braver Gefinnung, die Ehriftl, ber 
Beitrafte, gibt und jelbft das zähe, vaterinnige Mühen feines 
Wegleiters, des alten, edlen Paterd Silvefter, find jo gut 
wie nutlos. Mißtrauen, Hartherzigkeit und Selbftiucht 
bürden dem gebrandmarften Chriftl immer neue Leidens 
Iaften auf. Seine tief wurzelnde Heimatliebe läßt ihn ben 
Peinigern und ihren Taten nicht entrinnen. Ein Haupt 
grund für das andauernde Martyrium ift dann feine über« 
große Scham vor der Mutter. Sn deren Herzen hätte er 
fiher einen rechten Untergrund für fein Lebensichifflein ge 
funden. Die unglaubliche Charakterfchwäche, die er, und 
nicht minder der Pater Silvefter, bei dem Suchen nad) der 
Mutterliebe beweift, unterbrüdt nicht wenig von dem Mit- 
gefühl des Lejers für ihn. Die Verfafjerin Hat fie offenbar 
hineingezeichnet, weil fie der Idee ihres Werkes und den 
daraus entſprungenen Forderungen für die Hauptcharakte⸗ 
riſtik nichtganz gewachſen war. Wilhelm Muller-Ruderadorf. 


aus dem Tiroler Bolld« 
68 6 8.) #4 3; geb. 


125 


— 1913. 88. — Die [höne Literatur — 12. Ari. — 


126 





Glaufind, Sabine, Ded Kampfes wert. Roman. Dredden und | 


Leipzig, 1913. H. Minden. (304 S. 8.) — 3. 


Mit geteilten Empfindungen lege ich dieſen Roman aus 
Hätte die Verfaſſerin die große und ſchwere 
Aufgabe, die ſie ſich geſtellt hat, ganz gelöſt, ſo wäre et⸗ 
Aber bei vielen ſchönen Anſätzen, 
J mit dem goldenen Türmen“ ſein perſönlichſtes pᷣroſabuch 


der Hand. 


was Großes gelungen. 
bei ausgedehnten Partien, die ein beträchtliches Können, 


insbeſondere ein tiefes pſychologiſches Verſtändnis zeigen, 
fehlt doch dem Ganzen die überzeugende Einheitlichkeit. 
Elemente des älteren, genau zugeſehen vielleicht ſpannenden, 


aber innerlich unwahren Familienblattromans drängen ſich 


ſtörend hinein in ein Buch, das in moderner Weije zeigen - 


will, wie zwei Perſoönlichkeiten, von denen jede ein Ganzes 


ſtärkſter Eigenart iſt, ſich nach heftigſtem Ringen zu harmo— 
Der große Bild⸗ 
hauer Lehnhartz, der auf alle weiblichen Herzen faſt be⸗ 
ſtrickkend wirkt, den aber ſchwere Erfahrungen zum Frauen⸗ 
einer kurzen 
find 


niſchem Zuſammenleben durchkämpfen. 


verächter gemacht, und Renate, die in 
erſten Ehe die bitterſten Erfahrungen gemacht hat, 
zweifellos intereſſante und bedeutende Menſchen; aber beide 
machen nicht den Eindruck voller Lebenswahrheit; am 
wenigſten paßt Renates zeitweilige merkwürdige Leiden— 
ſchaft für den ſchönen Bauernburſchen Vincenz zu dem 


Bilde, das wir in der Darſtellung ihres bitter ſchmerzlichen 


Kampfes mit ihrem nunmehrigen Gatten Lehnhartz um die 
Behauptung der Perfönlichleit von ihr gewinnen. Die in 


zweiter Linie ftehenden Perfonen haben meift die Einheit. 


lichkeit, die bei Lehnhar und Renate nur Halb erreicht ift; 
aber gerade bei den beiden wichtigften, bei dem Bauern- 
burishen Pincenz und bei Nenates junger Verwandten %e- 
licitas, die halb als Tiebenswürdiger Irrwiſch, halb als 
recht bösartig wirkt, fehlt fie doch eigentlich wieder. 
bine Claufius bat fich indeflen doch verheißungsvoll weiter 
entwidelt; vielleicht gelingt ihr das nächite Mal ein Wert 
aus einem Buffe. Edmund Lange. 


Supper, rt Die Mühle im ig Grund, Roman. Heil. 


bronn a. 1912. Ealzer. (323 &.8) 4 4; geb 


Run bringt ung Augufte Euvber wieder einmal einen 


Roman: und daß er anders ift alS die vielen Erzählungen, 
bie unfer überfatter Büchermarkt auf den Tiich wirft, das weiß 
man eigentlich jhon im Voraus. Denn dieje Dichterin hat 
etwas, das felten geworden ift und in jo herrlicher Kraft 
fpärlich nur noch treibt im bdeutichen Dichterwald: das ift 
Bodenftändigkeit, Verwachjenfein und wurzelitarfes Anklam» 
mern an bie heimatliche Scholle. Und daraus quillt dann 
jene ternige Darftellung von Menjchen, Schickſalen und 


Landſchaften, die eingeſpannt find in den Rahmen einer und 


derſelben Welt, ſo ſehr ſie auch vielleicht darüber hinaus 
oder darin crſtarren möchten: gegen den Lebensſaft ihrer 
Heimat kommen ſie nicht an. So ſind ſie alle nur Wir⸗ 
kungen und all ihr Handeln wird zur unbewußten und 
ungewollten Folge von dem, was über ihnen ſteht und ge— 


heimnisvoll ſeine von einem gefunden und lebenswarmen : 


Aberglauben erjpähten Vordeutungen bat. Das alles ift 


auch Wurzel der Geichichte von der „Mühle im falten 
die irgendwo im mwürttembergifhen Schwarzwald | 
fteht und bie Stätte und Ausgang fo vieler Schidfale ift. 


Grund“, 


a3 man je zum ARuhme der Dichterin gejagt, Tanıı bier 
wiederholt werden: ihre Bodenftändigfeit, bie Kraft ihrer 
tonzentrierten Darjtellungsform, innige Herzensgüte zu allem 
Menichlichen, Spannung ohne Aufdringlichkeit, religiöfe Kraft, 
herzliher Humor, lebendige8 Empfinden und lebendiges 
QDurchdenten, Erbenjchwere und Himmelsnähe, alles das 
un uns auch dies Bud lieb und wert. 
| Rolf Gustaf Haebler. 


Sas : 


Wolf, Johanna, Hannelen, ein Buch der Armnt und Arbeit. 
Frankfurt a. M., 1912. Nutten & Loening. (300 ©. 8) 4 3, 50. 
Der vergangene Winter ift reich geweien an wertvollen 
Perſönlichkeitsdokumenten. Frau Charitas Biſchoff hat ihrer 
wundervollen Biographie der Amalie Dietrich ein zweites 
Lebensbuch folgen laſſen, Guſtav Falke hat in der „Stadt 


voll leiſen Melodienklangs geſchaffen, Otto Anthes hat in 
ſeinem Heinz Hauſer ein feines Werk gegeben voll ruhiger 
Selbſtſicherheit, ſtellenweiſe mit überlegenem Lächeln und 
nicht ohne eine leichte Melancholie. Ihnen ſchließt ſich 
Johanna Wolff mit ihrem neuen Lebensbuch würdig an. 
Johanna Wolff erzählt im erſten Teil von Hannekens 
Kindheit bei Tilſit in Oſtpreußen. Von dem Vater, einem 
armen Schuhmacher, der früh ſtarb, von der Mutter, die 
ihm nach wenigen Jahren folgte und mit Armenbegräbnis 
beerdigt wurde, von der Nachbarin Frau Miſch, die die 
Waiſe aufnahm und mit Härte erzog. Wir hören von 
Nachbarn und Spielgefährten, von bittrer Armut, aber wir 
verfolgen dabei mit Teilnahme ein kräftiges Wufwärtd- 
ſtreben der kleinen Waiſe. Nach der Konfirmation kommt 
Hanneken in einen Kreis von „Erweckten“, verläßt die Hei⸗ 
mat und geht in das Haus eines ihrer Führer nach Memel. 
„Im Beruf“ heißt der zweite Teil des Buches. Die Waiſe 
kommt vorwärts, wird Kinderpflegerin, Diakoniſſin, Ge⸗ 
meindeſchweſter, Rote⸗Kreuz⸗Schweſter, macht in Hamburg 
die Cholerazeit mit und heiratet ſchließlich einen Ham⸗ 
burger Kaufmann. Dies der Inhalt äußerlich; außerdem 
zeigt er ſich in einer Fülle von Geſtalten, Verhältniſſen 
und Situationen, wie fie das Leben (was hier wohl als 
neu oder wenigſtens recht wenig bekannt herausgehoben 
werden muß) in den Kreiſen der „Erweckten“, der apoſtoli⸗ 
ſchen Gemeinde, der kirchlichen Diakoniſſen, der Rote⸗Kreuz⸗ 
Schweſtern mit ſich bringt. Innerlich bietet der Inhalt 
die Entwicklung eines Menſchen aus eigener Kraft zu per⸗ 
ſönlicher Selbſtändigkeit. In dieſer Welt von ausgeſtopften 
Kleiderpuppen, wie Carlyle ſagt, die einen ohne eigene 
Meinung anplappern und angrinſen, geſpenſterhaft anzu⸗ 
ſchauen für den Ernſthaften, da iſt Johanna Wolff eine 
Wirklichkeit, die alle Fexerei von ſich abgeſchüttelt hat und 
etwas iſt. Wie ſie das geworden iſt, aus ſich ſelbſt her⸗ 
aus, zeigt ihr Buch, und darum iſt es ein ſtarkes, gutes, 
kräftiges, ein richtiges Volksbuch, das Reinheit und Klar 
heit weckt, weil es aus Reinheit, Klarheit und menſchlicher 
Ueberfegenpeit über alles Kleine und Sleinliche geichrieben 
ift. Benno Diederich. 





Gelchichtlichetomane und Erzählungen. 


Schredenbad, Paul, Um die Ss: 1.—10. Taufend. Leipzig, 
1913. Staadmann. (311 ©.8) #4. 


Pauls, Eilhard Erich, Kai Friebrich Es iſt eine Luſt zu ea: 
Humburg, 1912. Echloeßmann. (251 S. 8.) Geb. in Lod. 4 4 


Jenſen, Wilhelm, Auf dem Veſtenſtein. Gin biftoriicher — 
1.— Dal Reipzig, 1913. Hefe & Beder. (235 €. 8.) 


41 
Full horn· vůcherei. Band 1. 


Schirokauer, Alfred, Laſalle. Ein Leben für Freiheit und Liebe. 
ee en 1.—15. Taufend. Berlin, 1912. Ric. Bong. 


n yo Mbrechts I Zeit führt ung Schredenbadh8 
freundliches Bud. König Albrecht freilih wird auch hier 
niemandem fympathifch, und die Sataftrophe, die über ihn 
durch feinen Neffen Johann von Schwaben hereinbricht, 
wird von bier aus aufs neue ala ein Gericht des Himmels 
erfrheinen. Freilich, jo weit führt und der Verf. garnicht. 


127 


Er zeigt uns in hellem Lichte die alte Trußburg ber thärin- 
gifchen Landgrafen bei Eifenadh. Des KHaifers Macht und 
der Städte Mittel und vieler Fürften reifige Nitter und 
Mannen ftürmen vergeblich gegen die Wartburg an. Syn 
ihren Mauern bewahrt Landgraf Briedrich I der Freidige 
vor dem Unfturm feiner Feinde das Teuerfte, dad ihm auf 
biefer Welt geworden ilt: Elifabeth von Lobedaburg, feine 
geliebte zweite Gattin, und fein junges Töchterlein. Schließ- 
ih wird die Lage der Wartburg fo gefährlih, daß der 
Landgraf Weib und Rind feinem Kreund und Lehrer Mark: 
wart, dem reifigen Bilchof von Neinhardtsbrunn, anver 
trauen muß. Peter von Wfpelt aber, der Tiftige und ver- 
fhlagene Herr von Mainz, verichafft dem Landgrafen bie 
nötigen Mittel, fo daß er mit neuen und reichlichen Kräften 
wider des Neiches Acht in den Krieg gegen den Raifer 
ziehen Tann. Bei Luda im Pleißnerland wird die große 
Schlaht geihhlagen und Friedrich vereinigt fi ald Sieger 
mit feinen Lieben auf der Wartburg. E38 ift eine erfreu- 
liche Schilderung aus einer trüben Beit. Die lare Moral 
Peters von Mainz: „ich bin dem zu Dienften, der mir am 


meiften Nuten bringt; heute betrüg ich den Kailer und. 


morgen, jo e3 mir gefällt, den Landgrafen”, gibt einer 
weit verbreiteten Stimmung Wusdrud. Bon Reinheit und 
Treue, Aufrichtigleit und Mut, wie fie auf der Wartburg 
und um ben Landgrafen herum zu Haufe find, fo auch von 
Seelenfchmerz und Herzeleid, von denen die Landgräfin und 
ihre grauen beimgejucht werden, gibt des Verf. ein Iebens- 
volles, liebliches Bild. | 

Ein reizpolles, freundliches Bild ift e8 auch, das Pauls 
von dem Knaben Briedel entwirft, der mit feinem Herrn 
Kai Friedrih von Gronenberg den Dftfeeftrand und bie 
blauen Seen feiner Heimat verlaffen hat. Er ift mit ihm 
ind getürmte Erfurt eingezogen, wo Eobanus Heffus, der 
Arzt, bei vollen Kannen und mit hochtönenden Worten doc) 
eigentlih ein großer Schaumfchläger iſt. Wber freilich ift 
e3 eine Luft zu leben, und der Becher der Lebensfreude 
wird bi8 zur Neige geleert von Scholaftifern und Huma- 
niften, von PBoeten und Sophiften, zumal an dem Tage, 
an dem Kat Friedrich zum Dr. jur. promoviert wurde. Da 
ruft der Heine Vriedel übermütig durch Erfurt Straßen 
„vivat Gronomontanus* und mit beiden Händen ftreut er 
feine Herren Geld aus. Bei dem folgenden Tumult in 
Erfurt, an dem fi) Bauern, Bürger und unzufriedene Unis 
verfitätögenofjen beteiligen, wird Wriebel verwundet und 
ftirbt in feines Herrn Armen. Das ift die trübe Kehr- 
feite diefes glänzenden Lebens, und da wird e3 Kai Friedrich 
Har: nur wer Das Leid Tennt, Tann Mitleid üben; bei Gott 
aber ift die Gnade, und am Ende des Lebens fteht die Er: 
löſung. Auf Kampf und Leid folgt der Sieg: ba Ift e8 
doh eine Luft zu leben. Der kulturgefchichtliche Hinter: 
grund ift mit liebevoller Vertiefung gefchildert; Bauern- und 
Bürgerunruben find ba bunfle Ferment, das auf die 
fommenden foztalen Umwälzungen hinweift. Die Darftellung 
der Doltorfeier ift farbenfroh und ansprechend; die Duntel- 
männerbriefe find mit frifhem Humor eingefügt. 

Sn die Mitte des 16. Yahrh. führt uns der (lebte, nad} 
gelafjene?) Roman Jenfens. Freundliche Schilderungen aus 
einem friedlihen Hausmweien im Süben Tirold werden uns 
geboten. Zreilich zu biefem Frieden ift e8 aud bier erft 
nad) langen wäjten Kämpfen gelommen. Exft die Frunds- 
berger haben wie ein reinigendes Gewitter Ruhe unter 
den Bauern fchaffen müffen. Wie nun aber immer noch 
friedlihe Kaufleute Bozen3 verichwinden, da verdichtet fich 
die Vermutung, dab die Burgherrfchaft auf dem Weitenftein 
Ihuld an diefem Uebel fei. Durch einen Züngling wird 
mit höchiter, gefährlichfter Unftrengung Der Weg zum Velten 


— 1913. 338. — Die {höne Literatur — 12. April. — 


128 


fteine geöffnet. E38 find mancherlei anfprechende Momente 
in diejem freundlichen Buch, das uns als letter Gruß von 
Wilhelm Senjen Lieb fein follte. Uber der Verlag bat feine 
neue Sammlung damit Teineswegs glänzend eingeleitet: eine 
folde Unmenge von Drudfehlern habe id) noch nie gejehen. 
Dazu kommen viele grammatijche, orthographifche und ftili- 
ftiiche Sehler, die der Korrektor hätte tilgen müflen. E3 ift 
bier nicht der Drt, fie aufzuführen: intereffant wäre es, zu 
erfahren, wer dad Manuflript für den Drud hergerichtet 
bat. Hoffentlich läßt der Verlag bald einen gereinigten 
Tert ericheinen. | 
Schirolauers „Lafalle” wird vermutlich viel getauft 
und gelejen werden. Schlecht ift dad Buch nicht; Die vielen 
Beilagen an Bildern, Handichriften» und Drudproben geben 
dem Buch auch einen gewiffen Wert. Uber ein Hiftorifcher. 
Roman ift folch populäre Biographie nicht mehr. Pilan 
terien find auch in diefem Werke zahlreih; fie empfehlen 
die Bong’shen Bücher nicht gerade. Der Untertitel „Ein 
Leben für tsreiheit und Liebe“ ift nicht ganz vorfichtig ge- 
wählt; Lafalles Eitelkeit und Liebeleien fpielen bei S. die 
größte Rolle. Otto Lerche. 


Faeſi, Robert, und Eduard Korropi, Das ———— ürich. Minia⸗ 
turen aus dem 18. Jahrhundert. Zürich, 1913. Verlag des Leſe⸗ 
zirfeld Hottingen. (168 ©. 8.) Geb. Frs. 3, 60; Vorzugsausgabe 
mit Vignetten nach Salomon Geßner in Kupferdruck, Originalleder⸗ 
band Fis. 10. 


Das wunderhübſche Bändchen im Stil des 18. Jahrh. 
enthält vier Stücke: „Bodmer, der Vater der Jünglinge“ 
von Faeſi, „Der junge Mozart im Hauſe Salomon Geß— 
ners“, „Die ſchönen Seelen. Aus dem Tagebuch einer 
empfindſamen Zürcherin“, beide von Korrodi, und „Ein 
Abend in der Künſtlergeſellſchaft“ von Faeſi. Es ſind 
„kulturgeſchichtliche Novellen“, ſie ſtehen zwiſchen Forſchung 
und Dichtung, überbrücken die Kluft zwiſchen beiden Ge⸗ 
bieten und nehmen von beiden Seiten geiſtreich, gemütvoll 
und vor allem geſchmackvoll, was ihnen behagt, nur daß 
ſie eben als Kulturbilder den „Falken“, den Lebenskeim 
der Novelle im ſtrengen Sinne Paul Heyſes, einzufangen 
nicht bemüht ſind. Die jungen Zürcher Dichter (ſo dürfen 
ſie fortan beide heißen, nachdem Eduard Korrodi bisher 
nur durch Arbeiten über ſchweizeriſche Literatur bekannt 
war) wandeln auf den Spuren ihres großen Landsmannes 
Gottfried Keller und geraten durch die Wahl ihrer Stoffe 
mit ihm in Wettbewerb, und es iſt nicht zu viel geſagt, 
wenn man verſichert, daß ſie dabei durchaus mit Ehren 
beſtehen. Gottfried Keller gibt auf köſtlichen Seiten ſeiner 
Züricher Novelle vom „Landvogt von Greifenſee“ ſo nebenbei 
ein meiſterliches Porträt des alten Bodmer, wie er unter 
ſeinen Jüngern ſich bewegt und im Kreiſe Salomon Geßners 
über den Abfall des ſeraphiſchen Jünglings Wieland klagt, 
der ſeine heilige Vaterfreundſchaft ſchnöde damit belohnte, 
daß er „immer mehr mit allen möglichen Weibern zu ver⸗ 
kehren begann und damit endete, der frivolſte und lieder⸗ 
lichſte Verſeſchmied.. zu werden, der jemals gelebt“. Faeſi 
führt uns nun mit ſeinem erſten Miniaturbilde in die 
Geburtsſtunde jenes Zerwürfniſſes, indem er beim Bodmer⸗ 
jubiläum 1756 den jungen Wieland im Bürcher Groß 
münfter erftmald vom Genius Shaleipeares berührt werden 
und vom „Sommernadtstraum” den Keim feines „Oberon“ 
empfangen läßt. Wie nun die übrigen Geftalten, von Bod- 
mers Mitjtreiter Breitinger und Lavater, ben Knaben Befta- 
[0331 und Landolt (Kellertihen Angedentens) an bis zu Goethe 
und Karl Auguft durch die Hallen der alten Swinglikirche 
oder die Gafjen des alten Zürich gehen, bas läßt fich nicht 
nacherzäbfen, da8 muß man lefen. Korrodis Mozart-Seßnew 
Erzählung, in ber das Rokoko der Mufit fich mit dem ber 


129 


— 1913. 88. — Die [hÖdne Literatur — 12. April. — 


130 





Malerei und Dichtung die Hand reicht, heifcht folches Lob 
noch entihiedener. Die Darftellung, bei der KRorrodi doch 
gewiß durch den Stoff einen fehweren Stand Hatte zwischen 
den Sihlwaldizenen in Kellers Novelle und Mörifes „Mozart 
auf der Reife nah Prag”, ift unnachahmlich ſchön zumal 
an den Stellen, die mujifalifhe Stimmungen geben, und 
darf fi Fühnlich vor den beiden großen Nebenbuhlern fehen 
lofjen. Mir ift von den vier Bildern dies das Tiebfte. — 
Der junge Goethe in Zürich, einmal ald8 Werther in Kopf 
und Herzen der empfindfamen Bürcher Zünglinge und Jung— 
frauen jchwirrend und dann in eigener zauberifcher Perfon 
im Kreife Schultheß-LTavater, ift der Gegenftand der zweiten 
SGeihichte Korrodis. Prachtvoll gelungen ift die Figur des 
fo ganz unwertheriichen Zürcher Zungheren EafparX—= Eicher, 
jo wage ih zu raten, und feine fentimentale Partnerin 
Gleophea ristiere ich al3 eine Zellerin anzuſprechen trotz 
Korrodi8 Warnung, daß „nach ihrem Namen zu fürjcheln 
zwedio8 wäre" (©. 94 fg.). Baefi führt uns im Iebten 
Stüd in die liebenswürdige Zürcher Künftlergejellfchaft, der 
die Malerdichter David Heß, der „geiftreiche Dilettant”, deffen 
Lebensbild Landolt3 von Keller al3 Quelle feines „Landvogt 
von Greifenjee” bezeichnet wird, Martin Ufteri, der Dichter 
bon „rent euch des Lebens”, und Ulrich Hegner angehören. 
Wir haben die Silhouetten der drei Charafterföpfe und die 
ganze Atmojphäre des Zürich etwa von 1808 fchon bevor 
wir mit ihnen in den größern Kreis treten, der auf des 
alten Salomon Landolt Gut in der VBorftadt Enge zu fröß- 
lihem Tun ihrer Harrt. Mittelpunkt ift der unvermüftliche 
Zandolt jelbit, der um feinen fälligen Beitrag in das Maler- 
buch der Bejelihaft gemahnt wird. Ein heute noch vor- 
handenes Bildchen von David Heß in eben diefem Maler- 
buch ftellt diefe „Erefution in der Enge” dar. Hödjft er- 
göglich find die unebierten Späße und Reime, mit denen 
fi) der alte Soldat wehrt, und wir bedauern, daß Korrodi 
in feiner fchönen Neuausgabe von Heß’ Lebensbild Landolts 
(dgl. Ref. im 63. Jahrg. [1912], Nr. 6, Sp. 191 fg. d. BL.) 
nicht Gelegenheit nahm, den „Nachtrag einiger Charakter 
züge und Schwänfe von Sal. Landolt, bie nicht gebrudt 


werden durften”, aus der Zürcher Handichrift vollftändig zu 


veröffentliden; man müßte dann, ob jene Verslein alle dem 
alten Salomon felbft oder feinem jungen Yreunde Faefi gut- 
zufchreiben wären. In dem reizenden Zirkel der Miniaturen 
vermißt man nur Klopftods3 Bürcherfeefahrt, die Faefi indes 
an anderer Stelle, in der „Zürcher Köylle” poetifch erzählt hat. 
Der Lejezirkel Hottingen, bie fchon zu Lebzeiten Kellers 
blühende größte literarifche Gefellichaft Zürich, deren reizende 
Seldwyler Feier von 1889 Adolf Frey in feinen „Erinne- 
rungen an ©. Keller” (©. 144 fg.) befchreibt, will den Er- 
trag des Buches dem Baufonds für ein Gottfried Keller- 
Haus in Hürich zuweilen. Sinnreicher und freundlicher 
fann für ein würdiges Heim der fünftlerifchen und menich 
lihen Hinterlaffenfchaft Meifter Gottfrieds nicht geworben 
werden als mit diefem Buche. Paul Wüst. 


>= me m — — ——— —— —— — — — 


Aramen. 

Hinnerk, Otto, Ehrſam und Genoſſen. Komödie in drei Akten. 
Heidelberg, 1912. Saturnverlag H. Meifter. (68 ©. 8.) 4 2. 

Göhmann, Mihacl, Die Kinder Gottes. Trauerfpiel in vier Alten. 
Mittelchrendah, 1912. Beutner. (93 ©. 8.) 

Alekfandrowicz, Amold, Benns Bulgivaga. Xragitomödie in drei 
Aufzugen. Berlin und Leipzig, 1912. Modernes Verlagsbureau 
E. Birgand. (706.8) 4 2, 0. 

Lehner, Rud. Aul,, und Adolf Bernhard, Drachenbrut. Spiel in 
drei Zeilen. Klofterneuturg, 1912. Lechner. (87 ©. 8.) 

DBolze, Wilhelm, Afchermittwocdh. Drama in drei Aufzügen. Leipzig, 
1912. &cnien-Berlag (97 ©. 8.) Geb. 4 3. 


WVarned, Eugen, Der Morgen grant. Drama in vier Aufzügen. 
Hannover-Döhren, D. F. Kaifer. (59 ©. 8) #1, 2%. 
Waldhier, Hugo, Die Spinne. Schaufpiel in fünf Aufzügen. Berlin 
ar Feixeis— 1912. Modernes Verlagsbureau C. Wigand. (110 ©. 
JM... 


Bon aU diefen fieben Dramatilern kennt allein Hinnerf 
das Geheimnis der dramatiichen Konzentration. Seine er» 
gößliche Diebestomödie „Ehrfam und Genofjen” gehört zu 
den jeltenen Stüden, die nirgendwo an Längen franlen. 
In frifchem, Iebhaft bewegtem Tempo rollen fich die Ted 
verjchlungenen Vorgänge ab, biß zum Schluß die Spannung 
wach Haltend. Eine wunderliche, närrifche Welt, die ber 
Hehler und Diebe in einem verrotteten Duodezftaat des 
18. Jahrhunderts, ift in Bildern von derben und Inappen 
Striden mit Hogarthicher Schärfe feitgehalten. Die Runft 
der Charafteriftil, über die H. verfügt, verfteht es, felbjt 
einen jo abgefeimten Burfchen wie Triller in ein liebens- 
würdiges Licht zu fegen, fodaß man fich redlich freut, wenn 
er der alle, die ihm Ehrfam ald Meifter der Diebesbande 
geftellt, vermöge feiner Schlauheit entrinnt und die niedliche 
line, Ehrfams verwitibtes Schwiegertöchterlein, heimführen 
darf, die ihn gemiß noch vollends von feiner fpibfindigen 
Diebsmoral heilen wird. Un faftiger Derbheit im Ge 
Ihmad der alten Niederländer mangelt e8 dieſer Komödie 
nicht, aber felbjt die gemwagteften Szenen atmen eine ges 
funde Natürlichkeit, Feine Luft an der Pikanterie. Es ſteckt 
überhaupt eine fajt Shafefpearefche Kraft und Gefundheit 
in dem Ganzen. Nur will mir die Yigur des Ehrfam etwas 
fonftruiert erjcheinen; feine hmwärmerifche Liebe zu Mathias, 
feinem Sohn, der fih aus Gram über des Vater Ber- 
bredertum das Leben nahm, wirkt ein wenig gemacht, 
gerade weil das ganze in der Dichtung entrollte Weltbild 
jo frei von aller falfeden Sentimentalität if. H. verfügt 
über einen fchlagkräftigen, ftraffen Dialog, der jeder Wort- 
Ihwelgerei abhold ift, ja bisweilen in feinem Hang zur 
förnigen Knappheit an eine Art Telegrammftil ftreift. Bei 
dem Mangel an wirklich guten Komödien fann man fich der 
neuen Werkes von H. aufrichtig freuen. E3 gehört in die 
ehrenvolle Nahbarfchaft von Kleifts „Herbrochenem Krug”, 
Hauptmanns „Biberpelz" und NRojenows „Kater Lampe“. 

Die übrigen fieben Dramen Fönnen erft in einem ge- 
willen Abftand von H.3 Komödie genannt werden. Göß- 
mann offenbart zwar in feinem Trauerfpiel „Die Kinder 
Gottes" eine höchft wadere, tolerante Gefinnung, und über 
die Eonfeffionellen Probleme wird manch gutes und tüchtiges 
BVort gejagt, namentlich die Katechijationsizene im britten 
U (frei nach Uriel Acofta) ftellt dem warmen und freien 
Herzen des DVerf.d das ehrendite Zeugnis aus, aber man 
erinnert fich, aU die fchönen und mannhaften SFdeen fchon 
viel mwuchtiger und Harer im „Nathan“ gelefen zu haben. 
Dazu fehlt e3 völlig an Beherrfcyung der dramatiichen 
Technik. Unfägliche Längen und naive Abfichtlichleiten er- 
müden bald. Ein unausrottbarer Hang des Heldenpaares, 
fih in Igriihen Monologen auszuftrömen, erhöht auch nicht 
gerade die Bühnenwirkfamfeit der Dichtung, die an ge 
Iungenen Einzelheiten ebenfo reich ift wie an plumpen Ent- 
gleifungen eines ungeläuterten Geihmads, dem offenbar 
beim Ringen um die dee die Sorm zur Nebenfache wurde, 
Das beweift auch die ftillofe Mifhung von mwohllautenden, 
gleichnisichönen Werfen mit nadter, trodener Jambenproſa. 

Ein bischen reihlih viel Sumpf ift in der Tragilomöpdie 
von Uletfjandromicz ausgebreitet. Das ijt ja an fi 
no fein Vorwurf. Bedentlih wird ed nur, wenn man, 
wie bier, fühlt, daß die Schilderung ded Sumpfes echt und 
erlebt ift, und alles, was über Kunft und Reinheit geredet 


wird (die beide natürlich fiegen), eben nur — geredet wird. 
* * 


131 


Der Held Mard, ein Maler, defjen moraliide Schlappheit 
in feltfamem Wiberfpruch zu feinem Traftvollen Familien- 
namen fteht, ift ein enger Vetter von Sudermannd „Willy 
Janikow“. Auch die fymbolische Rolle, die ein Bild, Hier 
eine „Venus Bulgivaga”, im Stüde fpielt, erinnert allzu 
offenherzig an „Sodom8 Ende”, während bei Glaja, dem 
Model des unanftändigen Gemäldes, wieder Wedelinds 
- „Rulu* Pate geftanden hat. Auch fonft meift das Buch 
mancherlei Abhängfeiten auf. Die Handlung, allenfalls für 
einen Einafter genügend, ift ungebührlich gedehnt. Bur 
Charafteriftit dienen immer wieder diefelben fauftdid aufge: 
tragenen Yarben, die Wirkungen werden durch mwiederholteg 
Unterftreichen nur abgeihwädht. Immerhin ift die Handlung 
nicht übel erdacht, um aber eine wirkliche Tragilomödie zu 
fchreiben, fehlt e8 dem Verf. an jchlagendem Wib. Ge 
häufte Cochonnerien fünnen dafür nicht entjchädigen. 

Die beiden Autorenvon „Drachenbrut”, RehnerundBern- 
hard, haben eine fehr Hübfche Fdee gehabt, aberihr Talent reichte 
nicht aus zur dichteriichen Geftaltung. In grauer Borzeitließen 
fi die ehrgeizigen Helden mafjenweife vonden giftigen Drachen 
auffrefien; jest ift e8 der felbjtgejchaffene Drache Sport, 
ber die refordfüchtigen Menfchen vernichtet. Diefem modernen 
Ccheufal gegenüber find bie antifen Lindwürmer noch harm- 
108 zu nennen. Ein netter Einfall, der im eriten Bild am 
Schidjal ded Reden Wolfhart, im zweiten und dritten an 
einem Wviatifer bewiejen wird, bei dem offenbar Chavez 
Modell geftanden, der 1910 beim Alpenfernflug verunglüdte. 
Das PVorjpiel ift nah Stil und Anhalt allerdings „der 
reinfte Zrinyg”, wie die Verf. in richtiger Selbitironie ihren 
Weronauten bemerken laffen. Der zweite Teil ähnelt mehr 
einem Sport-Feuilleton oder einem „Eingefandt” in einer 
Sportzeitung als einem dramatiidhen Spiel, und beim 
legten Teil, dem Fiebertraum des Abgeftürzten, verjagt die 
dichterifche Intuition völlig: die Fiebererfcheinungen find fo 
troden und wirklich wie möglich, ohne jede Dämonie. Im 
Stil wechjelt PBapiernes mit fogenannten „Ichönen Stellen“. 

Geinem Erftlingsdrama „Alchermittwoh”, das alle 
Merkmale blutigen Anfängertums- trägt, Schidt Bolze un 
nötigermeife eine Dramatifche Vorrede voraus („bilde, Künftler, 
rede nicht!“), die aus Tauter Gemeinplägen befteht. Ein 
dilettantiſches Verfinfen in allerlei Nebenfächlichkeiten, eine 
tödliche Redfeligkeit und eine Häufung unausftehlicher Tri- 
vialitäten find die Hauptfehler des Stüdes, die nur 3. T. 
durch einen gewifjen jugendlichen Enthufiagmus der Emp- 
findung wettgemadjt werden. | 

Einen Dramenhelden von der gefährliden Sorte ftellt 
WBarned auf die Beine: immer, wenn ihm der dramatijche 
Atem ausgeht, deflamiert diefer fchredliche Menich feine 
eignen Igriichen Gedichte. Ym übrigen foll diefer „Student 
im vorlegten Semefter“ ein Weltverbejferer und Verkünder 
neuer „Werte“ fein, doch befteht fein ganzes bahnbrechendes 
Heldentum darin, daß er nicht mit zur Kommunion geht 
(weshalb den Papa prompt der Schlag rührt) und einen 
praftiichen, reichlich) mit Lyrik garnierten Verjuch zur freien 
Liebe unternimmt. E3 wird viel Mafulatur geredet und 
die dramatische Form mit erftaunlicher Naivetät mißhandelt. 
Alles mag ja ganz gut gemeint fein, aber das gibt doc) 
W. noch nicht da Recht, fein Phrafengebimmel zu drama- 
tifieren. 

Dagegen bat Waldhier in feinem Scaufpiel „Die 
Spinne” eine gute und faubere Arbeit geleiftet. Bon allen 
Beröffentlichungen des „Mobdernen PBerlagsbureaus”, die 
ich bisher Tennen gelernt, ift diejes Buch bei weiten die 
beſte. Es empfiehlt fih durch gewandten, flüffigen Dialog, 
fihere Charafteriftit und flotte Handlung, die zwar nicht 
allzu eigenartig ift, aber ficheren Bühneninftinft verrät. 


— 1913. M 8. — Die [höne Literatur — 12. April. — 


132 


Nur könnte W. mit feinen Regieanweilungen für die Schau- 
ipieler etwas fparjanıer fein. Alexander Pache. 


Lauff, Iofef, Der große König. Zur Feier ded 200jährigen G:- 
burtdtaged Friedrichd des Großen in Szene gefegt und heraus— 
gegeben von Georg von Hülfen. Mufit von Weiland Seiner 

ajeftät dem König. Berlin [1912]. Oldenbourg. (XVII, 89 €. 

4) #7, 50. 

An einer prunfoollen Wusgabe übergibt der Intendant 
der KRönigliden Schaufpiele in Berlin der Deffentlichfeit 
bas von Sofef Lauff für die dortige Gedenkfeier verfaßte 
Beftipiel, daS von dem Autor felber in einer die Korm 
feiner Arbeit fachlich begründenden Einleitung bevormwortet 
wird. Der „Selbjtanfündigung der Hiftorifhen Miffion“ 
Sriedrihs (Rheinsberg) fol in einem zmeiten Bild Die 
„erite Starke Beglaubigung feiner Größe” (dev Morgen von 
Hohenfriedberg) und im dritten und lebten „der in Abend- 
ftimmung gehaltene Rüdblid" (Sansfouci) folgen. Ihren 
bleibenden Wert erhält die Buchausgabe diefer bühnen- 
wirkiamen Gelegenbeitsarbeit durch die Beigabe der Mufif- 
noten von 13 zum Teil fonft nicht leicht erreichbaren Rome 
pofitionen Friedrichs, welche Profeffor Dr. Georg Thouret 
mit gutem Gefhmad ausgewählt und mit einer mohl- 
orientierenden Erläuterung verjehen hat. Rier forgfältig 
reproduzierte bunte Szenenaufnahmen, zahlreiche Tertbilder 
nah Photographien der Mitwirkenden jowie ein Noten- 
faffimile in Friedrichs Niederfchriit ergänzen das fchön ger 
drudte Werk. Ernst Leopold Stahl. 


Hranfführungen in Scanffurt a. M., Wien und Paris. 


Glaudel, Paul, L’Annonce Faite A Marie. Ein Moyiterium in 
einem Borfpiel und vier Alten. 


Deutfhe Uraufführung im Neuen Theater zu Frankfurt a. M. am 
31. März 1913. 
Das Myfterium des in Frankfurt a. M. als franzöfifcher 
Generaltonful Tebenden Dichters Paul Claudel, das im 
Rahmen der Rammerfpiele am 31. März feine deutiche Ur» 
aufführung erlebte, wurde nad) den eigenen Worten des 
Verf.s geichaffen in Heftigem Widerftand gegen die Literatur 
bes Bmweifels, der Mutlofigkeit, des Weltichmerzes und der 
Berneinung, ‚die zur Beit der Entjtehung des Werles in 
Tranfreich vorherrfchte.e Der Dichter tritt alfo mit bes 
wußter Tendenz folchen Anſchauungen gegenüber in der 
Meberzeugung, daß die „Verfündigung“ (L’Annonce Faite 
& Marie), deren Andenken dreimal täglich durch die Sloden 
gewedt wird, im menfchlichen Herzen die Triebfraft der 
Sehnsucht, des Vertrauen? und der Hoffnung belebt, und 
daß dagegen nicht Not, nicht Nacht jemald werden auf- 
fommen fönnen. Diefer Ueberzeugung ift da3 Drame C.s 
entiprungen; diefer Gedanke, daß Gott gerade in bem 
Schwaden und Armfeligen mächtig ift, daß er ihn mit Hilfe 
des Geiftes und der Gnade die mächtigften Heilwirkungen 
ausüben Iaffen Tann, wird an einem Eonfreten Beifpiel zum 
Ausdrud gebradt. Im Mittelpunkt fteht Violaine, die von 
ihrem die neue Welt nicht begreifenden Vater verlaffen, von 
ihrem Bräutigam Jacques mit feiner nur aufs Wefentliche 
gerichteten Seele verfannt, von ihrer Mutter und ihrer 
harten und befchränkten Schweiter Mara verraten wird. 
Durh einen Ruß, den fie in voller Unfchuld, in reinem 
Mitleid, dem ausjägigen Dombaufünftler Pierre de Craon 
gibt, wird fie felber mit Uusfag geichlagen und muß als 
eine Art weiblicher Hiob ald Uusmwurf der menjchlichen Ge 
jelichaft leben. Doch fie verliert nicht die Hoffnung. Das 
Wunder der Weihnachtsnacht wird in ihr lebendig, die 
Stoden läuten und richten ihre Seele ganz auf die wunder- 
wirfende Liebe. Sie empfängt die Verkündigung, und bie 


133 


— 1913. M 8. — Die [höne Literatur — 12. April. — 


134 





Wirfung ift derart, daß um das arme Mädchen herum von 
überall her die Mächte des Lebens und Wiederauflebeng 
fih offenbaren: Sie maht da8 tote Kind ihrer Schweiter 
Mara lebendig, Pierre de Craon wird von feinem Ausjah 
geheilt; ja fie wirkt weiter: ihr Durch Krieg zerrüttetes 
Vaterland, die gefamte durch die Kirchenfpaltung zerriffene 
Ehriftenheit atmet wieder auf und findet fich zurüd zu den 
Segnungen der Gefehlichkeit und des anerfennenden Geiltes. 
Gleich der Lerche, die entzüdt vom wiedergeborenen Lande 
zum Himmel auffteigt, entflieht auch ihre Seele, nur Heil 
und Segen der Welt Hinterlaffend. Gleich der Lerche 
findet auch der Künftler Pierre, nachdem er durch Violaine 
geheilt ift, den ganzen Schwung jeines Herzens wieder. Er, 
ein zweiter Amfortas, bat bisher an dem Wideripruch von 
Seele und Sinnlichkeit (hier der Ausfas) gelitten. Nun 
zeigt ihm fein geläutertes Herz den Sonnenweg zu Gott, 
und er findet neue Freudigfeit und Kraft. Auch die übrigen 
erfennen, daß fie die Aufgaben, die ihnen das Leben ge 
ftellt hat, jeder feinem innerften Wejen gehorchend, vollführt 
haben. Selbft Mara, die ihre Schweiter zu bejeitigen 
verfuchte, in der Ahnung, daß das wiedererwedte Kind 
feiht ein neues Band zwilchen VBiolaine und Jacques knüpfen 
fönnte, Hat nur gehandelt wie fie mußte, denn wie in der 
Natur alles jeinem vorgeftedten Biele zuftrebt, fo erfüllt fi 
auh das Schidjal. — Man fieht, es ift Feine Leichte Auf- 
gabe, an die der Dichter fich gewagt Hat, in unferer aufs 
Wirflihe gerichteten Beit ein Werl auf die Bühne zu 
bringen, da8 auf einer durchaus geiftigen, unrealen Grund: 
lage aufgebaut ift, über dem ein religiös-myftiicher Hauch 
gebreitet liegt, und dag dem Wunderglauben einen breiten 
Plot einräumt. Man muß fchon mit allem Ernft ver- 
juden, fih rüdhaltslos in eine unirdiiche Stimmung zu ver- 
jeben, wenn man dem Dichter gerecht werden will. Man 
muß auch ein wenig vertraut fein mit den Grundlagen des 
geiftlihen Spiels, de3 Myfteriumd im Mittelalter. Dann 
wird man freilich bald merken, daß wir durchaus im 
eigentlichen Mittelalter uns befinden, trogdem E. die Zeit 
in ein „Mittelalter freier Erfindung“ verlegt wiffen will. 
Mar wird auch feftitellen, daß der Dichter im Grunde nur 
Altes in neuer Verbrämung, mit Maeterlind’fchen Anklängen 
durchfegt, gibt, und daß wir vielfach an das mittelalterliche 
Veihnachtzipiel, an den „Urmen Heinrich” Hartmanns von 
Aue, an die Kreuzzugsdichtungen und andere Epen bes 
Mittelalters erinnert werben. — Die Sprache E.3 ift von 
gropem Wohllaut, wenn auch mitunter die Reden allzu lang 
und predigtgleich geraten find. Weberhaupt hätte fich der 
Dichter auf eine kürzere Szenenfolge beichränfen follen. Die 
wirflihen Vorgänge find doch zu einfach, ala daß fie drei- 
einhalb Stunden lang Spannung und nterefje wach zu 
halten vermöchten. Den tieferen Sinn des geiftlichen Spiels 
aber durch allzu lange Reben von der Bühne herab au$- 
deuten zu wollen, ift unmöglich, denn die Dramatif wird 
dadurch zu breit ausgefponnener Epit und ermüdet auf Die 
Dauer. So war denn der Beifall fein allzu Iauter. Die 
Zuhörer konnten fich offenbar nicht fo ganz zurechtfinden 
mit den ungewöhnlichen Vorgängen und mwurben durch bie 
Länge des legten Aftes fichtlich abgeftumpft. Gleichwohl 
konnte fich der anwefende Dichter mehrmals zeigen, ebenfo 
die Darfteller des Parifer „Iheätre de L’Deuvre*, die fidh 
zum zweiten Male an die nicht leichte Aufgabe gewagt 
hatten. (Das erfte Mal wurde das Werk, ebenfall® vor 
einem gefchloffenen Hörerfreis, im Dezember vorigen Jahres 
in Paris aufgeführt.) Befonders verdient Madame Lara 
hervorgehoben zu werden, bie der Violaine allen Liebreiz 
und alle fchmerzuolle Unfchuld in Spiel und Sprache zu 
geben wußte, die diefer vom Dichter mit großer Liebe ge- 


zeichneten Srauengeitalt zufommt. Wu der Vater (Herr 
ZugnePoe) war vortrefflih, während Herr Magnat als 
Pierre de Craon, bei fonft ausgezeichnetem Spiel, zum 
Schluß leider in ein den Franzofen häufig eigenes über- 
triebenes Pathos verfiel. Die übrigen Mitwirkenden boten 
nichtS bejonderes; aud) die begleitenden mufifalifchen Bartien 
bätten bei befjerer Bejegung eine weit größere Wirkung er- 
zielen Tönnen. Richard Dobse. 


Molner, Srang, Liliom. Cine Borftadilegende in ficben Bildern 
Deutfh von Alfıed Polgar. 


rau nbaung im Theater in der Zofephftadt zu Wien am 28. Februar 


Bernftein, Hcnri, Rad) mir... Komödie in drei Alten. 
Uraufführung an der Neuen Bühne zu Wien am 24. Februar 19183. 


Sm allgemeinen darf man behaupten, daß Bühnenmerke, 
die ihre Handlung in Yorm von Bildern abrollen Lafien, 
der dramatifchen Spannung entbehren. Molnars Bor 
ftadtlegende, die fieben Bilder enthält, madjt eine höchit er« 
freulihe Ausnahme. Die Handlung gerät niemals ing 
Stoden und trogdem der Borhang jehsmal fällt, bleiben 
wir treue Gefährten des Dichters, der ung in reale und 
phantaftifche Gebiete führt. a, die Phantafie, ich möchte 
lagen das Märchenhafte, das fpielt bei M. allezeit eine 
große Role. Auch in „Liliom” Hält er daran feft und 
dort, wo er den Mebergang vom rein Menjchlichen zum 
Phantafievollen durchführt, dort läßt er es uns faum merken. 
Und das Tommt daher, weil Diefer Webergang fih ganz 
natürlih ergibt und weder durch erfünftelte Situationen, 
noch durch eine überladene Sprache geichaffen wird. Sehr 
fympathifch berührt e8 ung, daß er diesmal allen billigen 
Effekten und Trids aus dem Wege geht. Seine Vorftadt- 
legende wirkt in ihren ernten und Iuftigen Momenten immer 
gleich ftarf, den Zuhörer und Bufchauer überfällt Leinen 
Augenblid lang irgendwelche Müdigkeit oder Langeweile. 
Die Handlung von „Lillom” ift jo gar nicht Tompliziert. 
Liliom ift ein etwas rüder Gefelle, dabei aber ein Menfch 
mit einer eigentlich guten Seele. Er ift Ringeljpielausrufer 
im Budapefter Stadtwäldchen und der Liebling aller Dienft- 
mädchen, die fich dort nach des Tages Mühen mit und 
ohne Einwilligung ihrer Herrichaften ein Stelldichein geben. 
Auch Julie, ein junges, gejundes Mädel, fommt öfters nach 
dem Stadtwäldchen und eines Abendes werden Julie und 
Liliom in ihrer Liebe Handeldeins. Er wird zwar von 
feiner eiferfüchtigen Chefin deshalb entlaffen und auch Sulie 
verliert ihren Dienitplag, aber fie lieben fi und leiden 
gemeinjam Not. Er zeigt fih faul und roher denn je, 
prügelt fogar Julie, die feine Yrau geworden ift und ein 
merfliher und merkwürdiger Umfchwung in feinem Wefen 
tritt erft ein, als ihm Yulie das Geheimnis verrät, daß 
fie fih Mutter fühlt. Weußerlich läßt Liliom zwar nur 
wenig merfen, daß ihm Ddiefes verratene Geheimnis irgend- 
welche freude bereite, aber in Augenbliden, wo er fich allein 
wähnt, vermöchte er fein Vaterglüd in alle Welt auszu«. 
pofaunen. Diefe Szene gehört zu den dichterifch wertvollften- 
und fchönften des Stüdes. Doch bei al der Freude, die 
Liliom nunmehr beherricht, bereitet ihm die Geldbejchaffung- 
zur Linderung der Not große Sorgen. Und fo läßt er 
ih von einem abgefeimten Verbrecher zu einem Raubmord- 
überreden. Ein Babrikskaffterer fol überfallen und feiner: 
Barichaft beraubt werben. Das Attentat mißlingt jedoch, 
der eine Berbrecher enttommt noch rechtzeitig, Liliom fällt 
aber der Polizei in die Hände, nachdem er jchon vorher 
die Hälfte der zu raubenden Barichaft im Kartenfpiel ver- 
foren hat. Diefer Eöftliche, ironifche Bug ift von M. ge- 
Ihidt ausgenübt worden. Das Ende vom Lied. ift, daß. 


135 


fi Liliom mit dem Meffer, das für den Mord des Fabrif- 
faifieres beftimmt war, felbit tötet. Und nun beginnt der 
zweite Teil der Legende, oder vielmehr es folgt dem Drama 
die eigentliche Legende. Liliom liegt auf der Totenbahre, 
da erhält er den VBefuch der Himmel3polizei, über deren 
Aufforderung er nad) dem SYenfeit? zu fommen Hat, um 
dort einem Verhör unterzogen zu werden. Liliom ericheint 
nun tatfählih vor dem Himmelsfommiflar, zeigt fich aber 
auch vor diefem, wie auf Erden, roh und reuelod. Das 
eingehende, ber jchönften Färbung nicht entbehrende Verhör 
mit ihm endet damit, daß er die Bewilligung erhält, nad) 
fechzehnjähriger „Haft im Yegefeuer" auf einen Tag lang 
zur Erde zurüdkehren zu dürfen, um dafelbft eine gute Tat 
zu vollführen. Im lebten Bilde fehen wir Liliom tatjäch- 
ih vor dem Haufe feiner Frau und Tochter. Natürlich 
unerlannt. Er verjegt feinem Kinde einen Schlag über die 
Hand und an diefem Schlag, der troß feiner Ausgiebigfeit 
dem Kinde Teine Schmerzen verurfacht, erfennt die Mutter 
den Vater ihres Kindes. Liliom kehrt ind SJenfeit3 zurüd 
und M.3 Märchen ift zu Ende. M. Hat mit diejem Liliom 
und Diefer Julie zwei Menjchen von Fleifh und Blut ge 
Ihaffen. Die feinften und niederträchtigiten Regungen menid)- 
licher Seelen hat der Dichter abgelaufcht und damit fein 
jtarfe8 Talent bewiejen. Zragif und Sentimentalitäten hat 
er mit jenem wunderbar fonnigen Humor jo hübfch zu ver- 
brämen veritanden, daß man einzelne Unebenheiten, die durch 
dad Milieu unbedingt gegeben find, fo gar nicht voll und 
ganz gewahr wird. Daß ichließlih das Werk einen fo 
feflelnden Eindrud Hinterläßt, ift nicht in lebter Linie ein 
Berbdienft Zarnos und der Niefe, welche den beiden Figuren 
mit ihrem großen ChHarafterifierungstatent jo meifterhaft 
beilamen. Nicht zu unterfchägen ift aber fchließlich auch 
Alfred Polgars deutiche Uebertragung der Dichtung, der man 
e8 nur zu deutlich anmerft, daß ihr ein gewandter GStilift 
feine Mitarbeit geliehen hat. 

Bei Henri Bernftein haben wir allmählich ein jedes 
Staunen und eine jede Verwunderung verlernt. Früher 
einmal, da Hatte er noch zuweilen originelle Einfälle, die 
er dank feiner Routine praftiih und aufmerffam zu ver- 
werten wußte. Uber heute wieberholt er fich in allen feinen 
Stüden. Nur die Namen der Perfonen wechleln, bie 
Situationen bleiben. Eine Heine Einleitung, dazwifchen 
die berühmt gewordene effeftuolle Bernfteinizene mit dem 
zumeijt verjühnenden Ausklang. Nach diefem Nezept ift 
au jeine neuefte Komödie „Nach mir...“ gearbeitet. Da 
it ein fteinreicher Delfpefulant mit einer natürlich noch 
immer hübjchen rau. Diefer Delfpekulant verliert mit der 
Beit nicht nur fein eigenes Geld, er greift auch fremdes, 
ihm anvertrautes Gut an und verliert es gleichfalls. Was 
tiegt ihm nun alfo näher als der Revolver! Bei Henri 
Bernftein fpielt ja biefe Waffe ftet3 die Hauptrolle. Alfo 
der Herr Delfpekulant trägt fich bereit3 mit Selbftmord; 
gedanken, da fommt er darauf, daß ihn feine holde Gattin 
betrügt. Und wer ift der Geliebte diefer vernadhläffigten 
Frau? Natürlich) ein junger Mann und noch dazu derfelbe, 
defien Geld der Delfpefulant gleichfalls verloren hat. Nun 
fommt die große Auseinanderfegung. Die berühmte Bern 
fteinfzene, in der e3 garjtig donnert und bligt und in ber 
man jedesmal dad Gefühl Hat, al3 ob zumindeft Bomben 
plagen müßten. Uber da erfahrungsgemäß nad einem Ge 
witter Sonnenfchein folgt, jo entichließt fi Henri Bernſtein 
felbjtredend zu einem verföhnlichen Wusgang. Alfo in diefem 
Fall: Der ruinierte Delfpekulant bringt fih nicht mehr um, 
jeine Yrau verzichtet auf den um viel jüngeren Liebhaber 
und Henri Bernftein lacht fih neuerdings ins Fäuftchen. 
Warum? Nun, weli er zum foundfovielten Male wieder fein 


— 1913. 388. — Die fhöne Literatur — 12. April. — 


nad außerhalb der engen Schloßmauern jehnt. 


136 


Publiftum zwei Stunden lang mit einem oberflächlich gezimmer- 
ten, im Dialog allerdings nicht ganz uninterefjanten Stüd in 
feinem Banne gehalten Hat. Henri Bernftein gehört noch immer 
zu jenen Uutoren, dem ein Bublitum leicht auffigt, weil er 
einmal, lang, lang ilt e8 ber, da8 eine oder das andere 
beilere Theaterjtüd geichrieben bat. Wber wie lange wird 
ed mit den dramatiichen Aufjitern noch gehen? ch fürchte, 
daß für ihn fchon fehr bald der Tag der Ubrechnung fommen 


wird. 


a Paul, Schwert und Spindel. Sähaufpiel in einem 
u 


Aufzug. 

Uraufführung an der NRefidenzbühne zu Wien am 14. Mir; 1913. 
Gfofer, Franz Iheodor, Leute Spiele. Tragilomödie in einem Akt. 
Uraufführung an der Nefidenzbühne zu Wien am 14. März 1913. 


Heltai, Eugen, Die Mopiftin. Komödie in 3 Alten. 
Uraufführung an der Freien Bolldbühne zu Wien am 19. März 1913. 


Die Frau bed Baron Hochberg, der ungemein auf 
Standesehre und Standesbemwußtjein Hält, nahm es vor 
mehr als fünfzehn Jahren mit der ehelichen Treue nicht jehr 
genau. Und ald der Baron diejer Untreue endlich jatt 
war, da jagte er fie furzerhand aus dem Haufe. Zu einer 
gerichtlichen Enticheibung Tieß er es damals allerdings nicht 
tommen, weil er, feinem ‘Brinzipe getreu, einen jeden öffent- 
Iihen Skandal unbedingt vermieden willen wollte. Seiner 
beranwachfenden Tochter Lidy jedoch erzählte er das Märchen, 
daß ihre Mutter in einer Heilanftalt fei oder jo etwas 
ähnliches. Da nun die Handlung des Stüdes einfegt, ift 
Lidy feit drei oder vier Monaten bereits verheiratet und 
zwar ijt der Mann ihrer Wahl Doltor Alfred Heger, aljo 
einer bürgerlicher Herkunft. Bei ihrer Ehe entichied eben 
das Herz. Die junge Ehe ber beiden jcheint anfangs eine 
überaus glüdliche werden zu wollen. Uber ein Senjationd- 
prozeß, der gerade bie ganze Stadt in Aufregung hält, 
bringt e3 an den Tag, daß fih die Baronin Hochberg, die 
inzwilchen einen anderen Namen angenommen hatte, mit 
Kuppelei befaßt. Doc nicht genug daran. Wu, daß 
Alfred vor drei Kahren ein Verhältnis mit einer Dame 
aus der Halbwelt unterhielt, erfährt jet Lidy, die unter 
der Wucht der peinlichen Gejchehniffe zufammenbridt. Sie 
will von Alfred nichts mehr wiffen. Um liebiten möchte 
fie auf und davon, wie fie fi) ja überhaupt fchon feit ihrer 
Kindheit, mit dem leichten Blut ihrer Mutter in den Adern, 
Alfred 
wirbt neuerdings um ſie und in einer vom Autor ſehr 
ſchön geführten Szene finden ſich beide Herzen aufs Neue. 
Der alte Baron Hochberg, durch und durch Adelsmenſch, iſt 
zwar mit dieſer Wendung gar nicht einverſtanden, aber er 
bleibt machtlos. Alfred und Lidy werden Wien alsbald 
verlaſſen und irgendwo in der Welt ein ruhiges Plätzchen 
für ihre gegenſeitige Liebe und ihr zu erwartendes Kind 
aufſuchen. In den Rahmen eines verhältnismäßig knappen 
Einakters hat Wertheimer mit bewährtem ſympathiſchem 
dramatiſchen Geſchick eine äußerſt lebendige Handlung ein⸗ 
geflochten. Die Charakteriſtik der ſcharfen Gegenſätze zwiſchen 
Ariſtokratie und Bürgertum iſt ihm trefflich gelungen und 
ein leiſer, feiner Humor, der ſtellenweiſe durchſickert, gibt 
der ernſten Sache ein freundliches Geſicht. Ganz beſonders 
mit einer Figur des anregenden Stückes, mit dem Hofrat 
Kaempf, hat W. eine echt wieneriſche, originelle Figur ge— 
ſchaffen, wie ſie heute etwa nur noch bei Hermann Bahr 
anzutreffen iſt und die Karl Ettlinger mit diskreten Mitteln 
wunderbar verkörperte. 

E3 würde mir auch wirkliche Yreude bereiten, wenn ich 
Yranz Theodor Cſokor, eines der jüngften Talente auf 
ben verichiedenartigften Literarifchen Gebieten, fo rückhaltlos 


137 





Ioben Tönnte, wie ich es eben bei Paul Wertheimer getan 
habe. &.8 Einfall, den er in feiner angeblich fchon vor 
einigen Jahren gefchriebenen Tragifomödie „Lebte Spiele” 
verwendet, ift aber Ieider nicht? anderes al3 ein billiger 
Nervenkigel, ein dramatifch belanglojer Steth, dem man 
niht3 abgewinnen fann. Der Effelt geht ihm bier über 
alles, jelbjt über die vielen Leichen, die der 27. Zuli 1794, 
der Tag, an dem Nobespierre von Tallien geftürzt wurde, 
gefordert hat. C. hat aus diefer aufregenden Beit eine 
Epijode herausgegriffen, nämlich jene von Thereje Cabarrug, 
die von Nobespierre ded Hochverrat3 befchuldigf, in einem 
dumpfen Barifer Vorftadtfeller auf ihre Hinrichtung warten 
muß. Als Geliebte Talliens erhofft fie noch bis zum lebten 
Augenblide ihre Rettung. Vorerjt dadurch, daß fie fich dem 
Sefängnisftommandanten Hert6 anbietet und ihn durch ihre 
förperlihen Reize vollftändig für ji) gewinnen will, dann 
ipäter, al3 fie von der Abficht Tallieng, Robespierre zu 
ftärzen, erfährt, daß fie mit Herts eine Schachpartie fo 
lange Hinaugzieht, bis fie Tallien endlich befreit und Herte 
zum Scaffot wandert. Mella Mars, die den Uebergang 
vom Kabarett zur Bühne vollzog, Hatte fich die Rolle der 
toketten GCabarrus zum Debüt gewählt. E3 mußte aber 
ein Mißerfolg werden, weil die fchaufpieleriichen Fähigkeiten 
fie beinahe völlig im Stiche ließen. Die glänzende Difeufe, 
die bejte vielleicht, die heute da3 deutiche Kabarett befikt, 
entpuppte fich al3 eine Hilfloje Schaufpielerin, die nur durch 
den eigenartigen Reiz ihrer Perfönlichkeit die Schwächen 
ihrer Darftelungsfunft einigermaßen verjchleierte. | 
Eugen Heltaifannteic) bißher nur aus einigen wenigen 
fatirifchen Märchen, die mir ab und zu zu Geficht kamen. 
Aber in diefen Märchen befundete er ein Talent, um welches 
ihn fo mancher erfolgreihe Bühnenautor beneiden Tonnte. 
Sn der Komödie „Die Mopdiftin“ (die deutiche Ueberfegung 
joll von Sri Grünbaun ftanımen) fommen nun die reizenden 
Märckeneinfälle, die er jo oft hat, zur allerbeften Geltung 
und Wirkung. Eine feine, fanfte Sronie, ein zarter Humor, 
einzelne Iuftige Wendungen im Dialog machen diefe Komödie 
im hHöcdjften Grade bühnenwirkffam. Wieder einmal ein 
Beweis dafür, daß es nicht nur ausgewacjene Ehebrüche 
fein müffen, die heute ein Theaterpublitum unterhalten fünnen. 
Ein junges und armed Modiltenmäbchen empfindet ihr 
Schidjal hart und ungeredht, und fjehnt fih aus Diefer 
Atmojphäre Heraus. H. will ja, daß es ein Märchen fein 
fol und jo wird aus der armen Modiftin förmlich über 
Nacht ein berühmter Operettenftar, der fich felbitverftändlich 
auch einen Grafen eingefangen Hat. Wlles gebt ihr nad) 
Wunſch aus: Liebe und Erfolge. Da überfommt fie zum 
Ende ber Saijon eine Laune, anders fann man wohl Dies, 
was jebt fommt, nicht nennen, und fie legt die berühmte 
Diva ab, verzichtet. auf ihren Grafen, der fich gerade jebt 
erjt ernftlich in fie verliebt hat, und flüchtet wieder in dag 
armjelige Kämmerlein, um den Sommer über eine Mobiftin 
fein zu können. Al Modiftin macht fie eine neue Erobe- 
rung, die eines vermögenslojen Malers, doch jelbitverjtänd- 
lich Tann dies zu gar nicht führen, weil fih zur rechten 
Zeit wieder bie Sehnjucht nad} den fchönen Toiletten, nach der 
Bühne und nah dem Grafen einftellt.e Der Traum der 
ſchönen Märchenprinzeffin ift zu Ende, Eugen Heltai lüftet 
artig den Hut und empfiehlt fi) von feinem lieben Publitum 
mit dem ficheren Bewußtjein, e3 mehr ald zwei Stunden 
fang anfjpruch3los aber Töjtlich unterhalten zu haben. Maria 
Karften war als Operettenftar und Modiftin die Sonne des 
Stüdes. Bon ihrer Jugend und ihrer Erfcheinung geht 
ein Liebreiz aus, der mit dem jtarfen Talent diefer Künft- 
lerin fo Hübfch die Wage zu Halten verfteht. | 
er Bu. . - Rudolf Huppert. . 


— 1913. 8. — Die [höne Literatur — 12. April. — 


138 
Bernitein, Henıy, Le Beoret. Drama in drei Aufzügen. 
Uraufführung auf dem Xheater des Bouffes Parisiene, zu Pari$, 
im März 1918. N 

Die Bedeutung diefer neueften und vielleicht tiefiten 

Schöpfung von H. Bernjtein liegt durchaus in der Dar. 
ftelung eines einzigen Charaftertypus begründet, Des voll 
endeten Symbol3 zerjtörungslüfterner Schadenfreude. Einige 
Kritifer, 3. B. Louis Schneider, glauben für die Haupt: 
heldin des Dramas, Gabrielle Jeannelot, dad Wort „Cha⸗ 
rafter” nicht einmal anwenden zu dürfen, da diefer Ausdrud 
den Begriff einer gewiſſen geiſtigen Herrſchaft über die. 
Neigungen einfchliege. Mit Recht fegt er an die Stelle 

desfelben die Bezeichnung „Temperament“. abrielle leidet, 
fagt der genannte Fritifer, eher an einem phyfiichen den‘ 
moralifchen Gebrehen. Sehr treffend vergleicht er Bern: 
fteins Heldin mit Racines „Phedre”, nur find die Leidens 
fchaften verfcieden: hier allmächtige Liebesbrunft, dort 
glüdkzerftörende Schadenfreude. Auch Dtto Ludwigs Auf 
fafjung von der Natur der Shafeipeare’ichen Helden, Die, 
von einer einzigen Leidenjchaft Frankhaft ergriffen, ohn« 
mächtig bi3 zum Tode rajen, würde auf Gabrielle fidh wohl 
anwenden lafjen. „Sie ift eine Märtyrin, aber zugleich ein 

Monftrum”, jagt Thouvenin in den »Annales politiques 
et litterairese. Durch teufliſche Intrige ift e8 Gabrielle . 
gelungen, die Vermählung ihrer nächiten Freundin Henriette 
mit Charlie Ponta-Tullie zu Hintertreiben. Ohne Erfolg 
verjucht fie ein zweites Mal ihre Kunft. Henriette wird 
die Gemahlin des Gefandtichaftsattaches Denis le Guenn. 
Konnte Gabrielle die Verbindung der beiden nicht verhindern, 
fo will fie doch wenigftens das Glüd der VBermählten zer. 
ftören. Sie weiß eine Einladung derfelben auf das Land» 
gut der Frau von Savageat zu bewirken, den früheren 
Verlobten Henriettens dorthin zu loden und den ahnungs« 
ofen Denis le Guenn zum Beugen einer feurigen Liebes 
erklärung der beiden zu machen. ®abrielles Biel ift erreicht, 
fie erzittert in Wonne, denn das Lebensglüd ihrer ver- 
trauenden Freundin hat fie rettungslos zeritört: Und dennod - 
geftattet und der Dichter nicht, ohne Erbarmen über die. 
Srevlerin den Stab zu breden. Während fie Wonne 
empfindet über das Gelingen ihres teuflifchen Unternehmens, 
ihaubert fie zurüd vor dem Bilde ihrer inneren Verworfen= 
heit. Der Konflikt diefer zwei Seelen in einer Bruft ift 
von grauenhafter Tragil. Gabrielle jelbjt verzmeifelt an 
der Möglichkeit ihrer Seelenheilung; aber dennody zeigt 
ung der Dichter die Vollendung diejer Heilung am Schlufle 
feines Dramas. Bur glüdlihen Darftelung eines piycho- 
logifchen Vorganges diefer Art bedurfte e3 in „Sphigenie 
auf Tauris” der ganzen Dichterkraft eines Goethe. Bern 
ftein möchte aber wohl den Wert feines Dramas bedeutend 
gefchädigt haben, da die und Faum glaubliche fittliche Ex 
hebung der Verbrecdherin Gabrielle feiner Schöpfung zu fehr 
das Gepräge pinchologifcher Unmahrfcheinlichkeit verleiht. 

N. Sevenig. 





VUerſchiedenes. 


Roſegger, Peter, Heimgärtners Tagebuch. Leipzig, 1912. Staad- 
mann. (428 S. 8.) 4 4; geb. A 5. 

Juſt da ich im Begriff bin, über „Heimgärtners Tage⸗ 
buch“ zu berichten, kommt mir ein Zeitungsartikel vor die 
Augen, der feſtſtellt, daß auf den letzten drei Münchener 
„Dulten“ (im Norden nennt mans Jahrmarkt) beim „Billigen 
Bücher-Mann“ Roſegger mit 226 verkauften Bänden an 
der Spitze marſchiert. Dann kommt Liliencron mit 96 Stück. 
Alſo Roſegger (von deſſen „Als ich noch der Waldbauerubub 


139 


— 1913, 188. — Die [Hdne Literatur — 12. April. — 


140 





war" allein auf der lehten Chriftlinbfpult 116 Stüd ab- 
gefegt wurden) allen weit voran! Und das erfreuliche daran 
it, daß die Käufer fat durchweg den Volksichichten ent 
ftammen, von denen man am wenigften ernfte literarifche 
Sintereflen erwarten follte. In Münden! Im Schatten 
des Hofbräuhaufes! Sa richtig, da fchreibt der Heimgärtner 
Nofegger auf S. 168 feines Tagebuchd, daß alle Literatur 
im Hofbräubaus erfäufe. Das erinnere ihn an den Aus 
fpruch eines biederen Bayern: „Ih a teuers Büadh! Taufen, 
wo3 glaubns denn? Dafür Triag ih vierzig Krüngl Bier. 
Bierzig Krüagl! Na gelnd, bo fchauns!" Sch greife da 
aljo eine von den wenigen, fehr wenigen Tagebucdhaufzeich- 
nungen heraus, denen ich entjchieden widerfprechen möchte. 
BVenn fie aber den Tatjachen entipricht, dann ift nad) obiger 
Statiftit unfer NRojegger wenigftend dem Münchener doch 
mehr wert, al3 fo und fo viel „Krüagl”. Un einer andern 
Stelle befämpft der Heimgärtner das Beitreben der reichd- 
deutihen Schriftfteller, eine Schufrift von 50 Sahren für 
ihre Werke zu verlangen. Er meint: „nad dreißig Jahren 
mag der eine oder der andere . . . noch Iebenzfähig fein: 
ein halbes Jahrhundert begräbt ung alle.” Das wäre gut 
für die große Mehrzahl, für die Vielzuvielen. Uber zu 
denen gehört nun einmal Rofegger nit. Die Münchener 
Dult bemeift es. Der Dichter ift von dem vorliegenden 
Buche, das er ein „Öffentliches Tagebuch“ nennt, nicht be 
friedigt, weil „fo manche Dinge des Tages, die man äußer- 
li und innerlich erlebt, nicht Hinausgegeben werben können“. 
Das ift ganz gewiß richtig, trifft aber wiederum nicht auf 
die äußerlidhen und noch weniger auf die innerlichen Erlebniffe 
eines Rofegger zu. Bon denen können nicht genug „hinaus- 
gegeben” werden. Wenn alfo irgend ein Tagebuch eine 
Dafeinsberehtigung Hat, fo ift dies „Heimgärtnerd Tage: 
buch“, diefed Schapfäftlein, in dem die Gedantenperlen eines 
jeden Jahres zu einem töftlichen Diadem zufammengefaßt 
find. Nofeggers bekannte Monatsfchrift „Heimgarten“, von 
dem da3 vorliegende Tagebuch gewiffermaßen einen Ertraft 
(id gebraudhe abfichtlih das Fremdwort) bildet, ift troß 
manch abfprechender Beurteilung literarifcher Snob3 eine 
Sundgrube gefunder Gedanken; fie ift ein ftarfer Hort deutich- 
völfifcher Kultur in der Sühmark. Wir können dem Berf. 
und dem Verlag nur dankbar fein, daß er und biefen 
blühenden, duftenden Strauß auf den VBüchertifch ftellte. 
Damit aber die gejunde Poefie des fteiriichen Walddichters 
dem deutichen Volke noch zugänglicher wird, fo möchte ich 
dem rührigen Staadmann’jchen Verlag den VBorichlag machen: 
Wie wäre ed mit einer guten billigen Volfsausgabe, etwa 
in Kleinen Bändchen, der NRojegger’ihen Werte? Damit 
würden fi der Dichter und der Verlag den Dank des 
deutſchen Volles verdienen. Fritz Oertel. 





Beitfihriften. 


Die Achre, Wochenſchrift für Dichtung, Konzert, Theater und Unter- 
haltungen. 1. Jahrg, Nr. 6/7. Züri, Gteinmann. 

Inb.: (6/7.) 8. Bleibtreu, Das Ehatefpeare-Problem. — (6.) 

6. Hedinger, Meber Bernard Eham. — 4. Döring, Die Kunft 

ald Mode. — GE. Heinemann, Die Empfindung bed Schaufpiclerd. 

— PB. Lang, Etwad vom Reinhardtfchen „Dedipus”. — (7.) Ihfen- 

dbämmern. — ®. Hauff, Niepfhed Kampf gegen den Peffimismus, 


Dad Bayerlaud. Fllufttierte Wochenfchrift für Bayernd Land und 
Bolt. Hab. dv. 3. Weiß. 24. Yabrg., Nr. 24/25. München. 
Inh.: (24) 8. Maffinger, König Mar Zofeph und der Straußen- 

wirt von Lambah. — ©. Ferdi, Zum u ften Geburtstag der 

Grau Herzogin Mdelgunde don Modena. — (24/25.) ©. Till, PBor- 

träte ded Prinzregenten Luitpold aus verfchiedenen Lebendaltern. — 

(25.) M. Haushofer, Ein verlorner Eteig. — 8. v. Landmann, 

Bayeınd Anteil an- der deutfchen Erhebung 1818. — &. Hoerner, 





Wille und Erkenntnis. — R. 


Vom Oſterei. — J. Schlicht, Baveriſche Oſterbräuche. — Volks— 
kundliches von Palmſonntag, Karwoche und Oſtern. — A. Schubart, 
Bayerns wichtigſte Kaltwaſſerfiſche. 


Der Brenner. Halbmonatsſchrift, hgb. von L. v. Ficker. 3. Jahrg., 
Heft 12. Innsbruck, Brenner⸗Verlag. 

Inh.: C. Dallago, Der große Unwiſſende. II. — D. Koſz- 
tolanyi, Das grüne Tagebuch. — K. Linke, Im Boot. — Minnie 
Bamberger, Vom Tode. — G. M. Roderich, Arthur Rimbaud. 
— C. Dallago, Die Wiedergeburt des Fleiſches. — F. Th. Cſokor, 
Das neue Verbrechen. — Karikaturenfolge 60: M. v. Efterle, Karl 
Borromäus Heinrich. 


Der Bücherwurm. Eine Monatsſchrift für Bücherfreunde. Hgb. von 
W. Weichardt. 3. Jahrg. 2. Heft. Dachau. 
Inh.: G. Hirſchfeld, Zu Gerhart Hauptmanns fünfzigſtem Ge⸗ 
burtetag. — Verführer und Verführte. 


Bühne und Welt. Red.: H. Stümcke. 15. Jahrg., Nr. 12. Leipzig, 
.Wigand. 
Inh.: P. A. Merbach, Friedrich Hebbel im deutſchen Lied. — 
E. Kilian, Zur Inſzenierung von Hebbels „Oenoveva“. — J. Bell, 
John Galeworihy. — F. Dubitzky, Bühnenkünſtler als Opernhelden. 
— €. Menfb, Der Geiftlihe auf der Bühne — W. TZurszinfko, 
Bon din Berliner Theatern 1912/13. XII. 


Daheim. Red.: PB. D. Höder. 49. Jahrgang, Rı. 25/27. Leipzig, 
Belbagen & Klafing. 

Inh.: (25.) Die Jahrhundertfiier der Bollderhebung. — E. N. 
Piper, »Votes for Women!« — Die Jubiläumsausftellung der 
Berliner Akademie der Künfte — U. Behr, Deutibe Sicdlungen in 
Südprafilien. — Das Eirrihieben in Baugen. — (25/27.) 8. Haafe, 
Die märkifhen Lienowe. Roman. (Forti.) — (25.) Die Einfegnung dee 
Lüßowſchen Freitorpd in der Dorzlirhe zu Rogau. — R. €. Wer: 
man, DOfterferien im Dichungel. — D. Krad, Nah jwanzig Jahren. 
Skizze. — H. Shmwebel, Auguft Hermann Frande als ‘Berfönlich- 
keit. — (35/27.) 9. Dalmer, Der Wurzer-Tonl. Roman. (Foriſ.) — 
(26.) König Georg I von Brieheniand +. — Erinnerungen an die 
Sreiheitsfriege. — Die Romanomws feier in Gt. Petersburg. — Kaijer 
Nikolaus II von Rußland. — ©. ©. Urff, Der neue Truppenübunge 
plag für dad 18. Armertorpd. — W. Calm, Dice fFliegerfrankheit. — 
Georg Freiherr von DOmpteda. Zu feinem 50. Gcburtdtage — BP. 
Weiglin, Abfeitd vom Wege. Eıne Reifebetrahtung. — 9. Hand» 
wert, Friederife Brion (+ 3. April 1813). — (27.) 1813. — Rad 
der Erfturmung Adrianopele. — Der Beginn der Nennfaifon in Karl 
borft. — Die verhinderte Mobilmahung. Eine Phantafic. — Deutſches 
Kunftgewerbe im Auslande. — E, Kammerhojf, Johann Hinricy 
Fehrs. — DW. Kleefeld, Bedeutung der mechanifchen Inftiumente für 
die Mufil. — P. Zauled, Bismard-Erinnerungen. 


Dentfch:Defterreih. Wohenfchrift für Politik, Kunft und Kultur. 
Hrögbr.: B. Samaffa. 1. Zubry., Heft 14. Wien. 

Snh.: Moeller van den Brud, Probleme im Baltitum. — €. 
Keil, Der Kampf um die Jugend. (Schülerwereinigungen.) — Kaindl, 
Die Kulturarbeit der Karpatbendeutfhen. — 9. v. Drafenopvid, 
Smetal, Der Tod de3 Könige Frode. 
— 8. Schoßleitner, Der neue Höhlenmenfd. 


Das et Ehe, Hrögbr.: E. Heilborn. 15. Jahrg. Heft 18. 


Berlin, Fleiihel & Co. 

SInh.: Ed. Hey, Begriffe und Formen der Bibliothef. — G. Eh. 
Bry, Heinrih Federer. — $. u: Autobiographifhe Skizze. — 
W. Shumann, 1813. — R. Bechel, KünitlerRovellen. — ©. 
Minde-⸗Pouet, Neue Kleiftliteratur. I — U. Eloeffer, „Bürger 
Schippel“. — G. Witlomwsti, Bon der Rripziger Bühne. 


Edart. Ein deutfhes Literaturblatt. Shriftl.: W. Fahrenhorfl. 
7. Zabre.,-6. Heft. Berlin. 

Inh.: 8. Streder, Hebbel ald Dramatiker. — 3. Havemann 
Scan Paul. Zum 150. Geburtstag. — WB. Rup, Menfhliches, Reli 
giöſes, Dichteriſches. — A. Bieſe, Erinnerungen an -Heinrih Seidel. 
(Fortſ.) — T. Kröger, Wieb Muthen. Novelle. (Fortſ.) 


Die Greuzboten. Hrogb. von G. Cleinow. 71. Jahrg., Rr. 12/13. 
Berlin, Verlag der Grenzboten. 

Inh.: (12.) G. Cleinow, Heeresverſtärkung 19138. — (12/13.) 
Bohtermann, Zur Entvölkerungsftrage. — (12.) Wuttig, F. W. 
Raiffeiſen. — Nadir, Die Englaͤnder in Indien. — K. Freye, Zu 
Sean Pauld Hundertundfünfzigitem Geburtstag, — D. €. Frhr. v. 
Dungern, Bulgarifhe Balladen. — Spectator, Amerilaniiches. 
— (13.) ©. &leinow, Diplomaten-Erziehung. Eine Erinnerung zu 
Bismards Geburtstag. — Die Ueberwindung des europäifchen Kibi« 


141 


— 1913. 38. — Die [höne Literatur — 12. Uri. — 


142 





liömus: ©. 3. Plotte, Weihe der Kraft. M. Goldftein, Das 
MWertproblem. — Kämpfe unferer Lehrerfhaft: $. Rommel, Die 
Schule deö Lebend. P. Sauer, Zulaffung der Boltöfhullehrer zum 
Univerfirtätäftubium. Anmerkung der Schriftleitung zu diefer Frage. 
©. Raub, Pbilologenvorbildung. M. Pollap, Weiblihe Leitung 
hoͤherer Maͤdchenſchulen. 


Hammer. Parteiloſe Zeitſchrift für nationales Leben. Red.: Theod. 
Fritſch. 18. Jahrg., Nr. 268. Leipzig, Fritſch. 

Inh.: R. Hartmut, Deutſch⸗-Oeſterreich unter ſlaviſcher Herr⸗ 
ſchaft. — Brüning, War Kiderlen⸗Waechter ein Staatéemann? II. 
— Ph. Stauff, Die Bergefhäftung der Regierungstreife. — A. dv. 
Oppel⸗Fredersdorf, Ottomar Beta *. 


Hochland. Monatoſchrift für alle Gebiete des Wiſſens, der Literatur 
u. Kunſt, hrsg. v. K. Muth. 10. Jahrg. 6. Heft. München, Köſel. 


Inh.: K. Muth, Friedr. Hebbel. Ein Beitrag zur Würdigung 
der Schöpferkraft des denkenden Geiſtes. — H. Obermaier, Eiszeit⸗ 
kunſt. — K. Linzen, Marte Schlichtegroll. Rman. — Th. Brauer, 
Die ſozialkatholiſche Bewegung in Frankreich. — Chr. Flaskamp, 
Lyriſche Zeichnungen. — H. Roſt, Im Wunderlande der ſozialen Re- 
formen. Streifzüge durch Auſtralien und Neuſeeland. — E. Schmitz, 
„Ariadne“ von Richard Strauß. — E. Wasmann S. J., Zur Er—⸗ 
innerung an Friedrich Wasmann. — W. Lutosbawéôki, Prophezeiungen. 


Das Laud. Organ des Deutſchen Vereins für ländliche Wohlfahrts⸗ 
und Heimatpflege. Red.:H. Sohnrey. 21. Zahıg., Nr. 9/12. Berlin. 
Trowitzſch & Sohn. 

Inh.: (9 Landarbeiterorganiſationen. — Willecke, Wie kann den 
Landarbeitern ein beſſerer Anſchluß in wirtſchaftlicher und ſozialer 
gun geboten werden. — %. Heldmann, cher Gründung von 

ildungsvercinen auf dem Lande. — 2. Katfcher, Die Sartenftadt 

Hellerau. — E. Lahmann, Wehmar in der fFranzofenzeit. (1800 

bid 1815). — %. Peter, Falbing im niederöfterreihiichen Wein« 

lande. — (10.) H. Sohnrey, Bericht über das Gefchäftsjahr 1912/13 

des Deutfchen Bereind. 1) Dentfchriit über heimatliche Jugendzeit⸗ 

fhriften im Dienfte der YJugendpflege. — (11.) Siebzehnte Hauptverfamm- 
lung tes Deutfchen Bereind. — Gräfin m Lippe-Oberfhönfeld, 

Aus der Landpflegearbeit. — W. Admis, Die Beteiligung der Land» 

arbeiter an ven ländlichen DOrganifationn. — €. Seefried-Qul- 

N Die polnifhen Bauern. — (12) P. Liefegang, Das 
idhtfpiel auf dem Lande. (Kinematograph.) — Sell, Zum Gedädt- 

nid Fricdrih Wilhelm Raiffeifeng an feinem Todestag, den 11. März 

1888. — NR. PBeichhte, Friedrih Hebbel und die Heimat. — R. 

Ziegler, Dorfbilder aus Siebenbürgen. 


Militär - Wochenblatt. Red.: v. Scriba. 98. Jahıg., Nr. Bb/d1 
Berlin, Mittler & Sohn. 

Inh.: (35.) Chronologifhe Weberfiht der Greigniffe vor 100 
Jahren. — Kompagniebefihtigung. — (35/36.) Neues vom franzöfifchen 
Heere. (Forif.) — (36.) Truppenjutiläen. — Der Wert der rumänifchen 
Befeftiguugen für die Landesverteidigung. — (36/37.) Bon der fran 
zöffhen Artillerie. — (86 u. 39.) Das Heer der Bireinigten Staaten 
von Nordamerita zu Ende des Jahres 1912. — (87/38) Regimente- 
abende. — (39.; Größere Kavalerieverbände im Frieden? — Neue 
ftanzöfiſche Infanterie-Truppenteile. — Feld⸗ und Fußartillerie⸗Offizier— 
korrs in Frankreich. — Regimentsabende. — (40.) Die Tätigkeit des 
Flugzeugbeobachters im Feldktieg. — Erſatz für Maſchinengewehre bei 
der däniſchen Inſanterie — Dom Baltanfriege. ZU. — Wider die 
franzöfiihe Fremdenlegion. — NRegimentsabende — (41.) Die neue 
Heeresvorlage. 

—, Beiheft 1913, Nr. 3/4. ©.v. Yanfon, Tfufhima (20 ©.) 
— Baudoin, Aus Tagebüchern freiwilliger Jäger 1813/14 des Col» 
bergichen SInfanterieregimentd. (35 ©.) 


Mitteilungen aus dem Onidbern, 
Rr. 3. Hamburg. 


Snh.: 3. BDödewadt, Johann Hinrich Fehrd ald Dollender des 
Dorfromand. — ©. R. S hnitger, Ueber einige plattdeutfche Straßen- 
namen in Hamburg. 


Süddeutſche Monatshefte. Hgb. v. P.R. Coſſmann. 10. Jahrg. 
6. Heft. Münden. 


Red.: PB. Wriede. 6. Jahre. 


Inh.: Ernft v. Düring, Niedergang ded osmanifchen Reiches. 
1) Die Verwaltung — R. Huldfchiner, Briefe von einer Weltreife. 
— J. G. Loͤchl, Aigner Lebenslauf. — I. Hofmiller, Augufte 
Eupper. — 8. N. v. Müller, Die Briefe Miqueld an Marquard» 
fen. — 9. Gteinger, Der Hausfhwamm. Erzählung. — F. Moefch 
lin, Die Kette. — 9. Niemeyer, Ungedrudte Gedichte von Küdert. 
— 5. Shmidt, Zur Enteignungsfrage in den DOftmarten. — Spec- 
tator Sermanicus, Die Berminderung der fübwefafrikanijchen 


Eauptruppe. — €. Behrens, Die Zungtürten. — 5. Herbft, Iſt 
die Entwidlungsderregung jungfräulicher Eier möglich? 


Belhagen & ai legt Mouatshefte, Red.: H. v. Zobeltig. 

27. Jahrg. 8. Heft. Bielefeld, Delhagen & Klafing. 

Inh.: M. v. Boehn, Soddoma. — F. v. RL Die Heh- 
jagd. Roman. (Fortf.) — Ih. Bautierfils, Ein Befud beim Grafen 
Bismard, Berfailles, Oktober 1870. — W. Hörftel, Der Golf von 
Rapallo. — 8. Berger, Die Sänger der Befteiungdfriege. — K. H. 
Strobl, Gradus ad Parnassum. — D. Roerke, Nordfeereife auf 
einem Fifhdampfer. — W. Frhr. v. Rummel, Graf Zeppelin bei der 
Arbeit. — B. dv. Kohlenegg, Der Kapıntifh. Roman. — €. ©. 
Seeliger, P. 8. Hartwig und PB. F. Höder, Bon deutfchen 
Bühnen. — D. Goebel, Dämmerung. — D. Lederer, Moderne 
Graphit: A. Moifft. 


Rord und Süd. Hrögb. von L. Stein 36. Yahıg., April 1918. 
Berlin, Schottlaender. 

Andh.: Woodrow Wilfon, Almanah großer Amerikaner. Au 
torifierte Meberfepung dv. H. Winand. — Sultan Abdul Samid IL 
Gedanken und Erinnerungen. Tagebuchblätter, hgb. v. Ali Vahbi 
Bey. — Graf A. Apponyi, Die ungariſche Wahlreform. — L. 
Stein, An der Wiege der deutſchen Nationalidee. Eine Jahrhundert⸗ 
betrachtung. — A. Polly, Zar und Volt. Perſönliche Eindrücke von 
der Romanowfeier. — W. Bauer⸗Thoma, Ein Blick hinter die 
Kuliſſen der mexikaniſchen Revolution. — A. Palme, Der ruſſiſche 
Unterricht an den höheren Lehranſtalten und Univerfitäten Preußens. 
— 6. Hatibing, Beiftige Kultur. — Sauer, Antike und moderne 
Demofratic. — R. Seligmann, Zur Ebarakteriftit der neueren ruf« 
fifhen Literatur. — Gräfin v. Urfull, Das Haus des Haffed. Novel 
lette. Schl.) — dv. Hentig, Hermann Fürft zu Hohenlohe-fangenburg +. 
5. Land, Alfred von AIngelheims Lebenddrama. Roman. (Fortf.) 


Deutfhe Henne, Hrög. v. R. Fleifher. 38. Jahıg. März 1913, 
Etuttgart, Deutfhe Berlagsanftalt. 

Ind.: Das Ginvernehmen der Mächte und die Erhaltung des 
europäifchen Friedene. Bon einem audländifchen ehemaligen Diplomaten. 
— Benetetto Cirmeni, Die Gropmächte und der Drientlrieg. — 
Graf Aloi® Karolyi. Ein Beitrag zur Gefchichte der öfterreich..ungar. 
Diplomatie. — Erich v. Driygalsli, Ean fjranziöto und Panama. 
— Politische Bricfe dd Grafen Hugo zu Münfter an Edwin v. Man» 
teuffel aus den 3. 1852 bi 1853. (Kortf.) — H.NRohne, Die Wahr: 
beit über die deutfchen und frangöfifchen Gefhüge im Ballantriege. — 
v. Ullmann, Belämpfung von Kriegsepidemien und Bölkerredht. — 
A. Hohe, Schülerfelbfimorde. — Germain Bapft, Das franzöflfche 
DObertommando in der Schlaht bei Bravclotte-St. Privat. (Fortf.) — 
Karl B. Hofmann, Die Schmudfleine im Altertum. — Hand F. 
Helmolt, Euftav Freytags Briefe an Albrecht v. Stoſch. (Schl.) — 
Mehmed Djavid Bey, Die Zutunft der türkiſchen Finanzen. 


Saturn. Eine Monatsſchrift, hgb. von H. Meiſter und H. Groß⸗ 
berger. 3. Heft. Heidelberg u. Leipzig, Saturnverlag. 4 0, 50. 


Inh.: H. Gerke, Der Ziegelarbeiter. — O. Kraus, Eine ver⸗ 
gleichende Individualpſychologie. — A. Hugle, Lublinskis Erwachen. 


Senutagsbeilage Rr. 11/12 3. Boff. Zeitung 1912, Nr. 187, 148. 

Inh.: (11.) V. Tornius, Lucrezia Borgias Muſenhof. — P. 
Fechter, William Turner. — S. Günther, Dzeaniſche Salzablage⸗ 
rungen. — Vor 100 Jahren. — (12. F. Poppenberg, Der Roman 
des Abenteurers. — E. Zabel, Hermann Kletke. — P. Bellardi, 
Die Tirolertompagnie im vũßowſchen Freikorpe. Nach Familienpapieren. 
— V. Franz, Atemtünſiler. 


nt Illuftrierted Sonntagsblatt. 60. Jahrg., Nr. 26 / 26. 
erlin. 

Inh.: (26.) H. Billing, Zwei Männer. Aus dem Schwediſchen 
überſezt von E. Vilmar. — Deuiſchlande Befreiungekäͤmpfe. — (26.) 
M. Hoffmann, Liede und Zrompetenblain. — 9. Bindler- 
Zannenberg, Auf dem Eifinbahndamm. Erzählung. — Die deutfchen 
Bolkstrachten. (Wit 8 Abb.) 


Ueber Land u. Meer. Deutfche iltuftr. Zeitung. Red.: Rud. Preöber. 
55. Zahrg., 109. Bp., Rr. 25/27. Stuttgart, Deutfhe Berlagsanftalt. 
Inh: (25/27.) ©. Engel, Die vier Könige. Roman. (Fortf.) — 
(25.) A. Rupemann, Louis ©. Gambier, ein Maler Paläftınae. — 
Sydia Dandfen, Paflanten. Skizze. — Hand Barth, Aus alten 
Italienijgen Städten. — Hans Oftwald, Kaffet die Kindlein zu und 
tommen. — (26.) ®. Haldy, Sondirlinge der Pflanzenwelt. — 8. 
Knag, Don Quijote — Hihaıd Tobien, Der Dampir. Erzäh— 
lung aus dem Balkan. — Ed. Blaghoff-Lejeune, Das Penfionate. 
jahr in der Schweiz. — (27.) E. v. Hefie-Wartegg, Am Rordrand 
der tunififchen Sahara. — Alerander Mofztowsti, Der Bormund. 
Stizze. — O. Chr. Fiſcher, Deutſchlande finanzielle Mobilmacung. 


143 


— Zahn, Reuzeitlihe Sartenanlagen. — Intereffante und berühmte 
Brüden. | 


Die Wange. Revalt.: &.B. Zenker. 16. Jahrg., Rr. 11/12. Wien, 

Stern & Steiner. 

Inh.: (11) Grachus, Bündnisé oder Fuſion? — E. V. Zenker, 
Benedek. (Schl.) — M. Brunner, Der moderne Menſch und Gott. 
(Bortrag dv. Dr. H. Ehmidt). — U. Brendel: Ex libris-Augftellung. 
— Hehbil- Feier im Burgtbeater. — U. Ullendorf, Der Fron Hanned. — 
-(12.) B. Zenfer: Defterreihifhe Finanzfragen 2) Niue Edulden und 
—— — E. v. Hofmannsthal: Krieg und Fruchtabtreibung. 

. Hoernes, „Wilhelm Kreß *“. Eine Entgegnung. — Finanzielle 
Oſtern. — P. Siretean: Otto Ludwig. — J. Vincenz, Eine 
Oſtergeſchichte. 


Der Weckruf. Monatsſchrift für individueſle Kultur. Schriftl.: R. O. 
Koppin. Sabre. 1913, Nr. 3. Weimar, Weckruf⸗Verlag. 

Inh.: C. J. David, Hebbel (zum 18. März 1913). — H. Pudor, 
Vergangenheitskultus. — R. O. Koppin, Imwpreſſionismus, ſein Weſen 
und Wert. — M. Jungnickel, Herbſttirche. — . Wottou, Seſora 
Bermudez. — E. K. Schmidt, Tauenßienſtraße. 


Die Woche. 16. Jahrg. Rr. 12/13. Berlin, Scherl. 

Inh.: (12.) R. Seeberg, Fröbhliche Oſtern! — J. Jagen⸗ 
teufel, Frübjahregejaid. — Ein ungedrucktes Gedicht von Theodor 
Körner. — E. Irht. v. Wechmar, Rathenew. — (12/13) R. Stratz, 
Stark wie die Mark. Roman. (Fortſ.) — (12. K. Aram, Der Superlativ. 
Eine ſprachliche Betrachtung. — Wandgemälde in den Kirchen Jeru—⸗ 
ſalems — Hildebrandt, Vergnügungsluftfahrten. — M. Mewis, 
Die Birke muß ſich ängſtigen. Eine Oſtererinnetung. — E. v. Böt⸗ 
ticher, Schloß Peterhof, die Sommerreſidenz des Zaren. — (13.) A. 
Belar, Eine Weltzentrale für Weiter- und Erdbebenbeobachtungen. 
— M. v. Bunſen, Die engliſche Lady. — H. v. Hülſen, Früh— 
lingsbummel. — M. L. Becker, Die Kinder des Genies. Roman. — 
E. Leonhardt, Die Bergſtraße. — A. Flament, Die vornehme 
Pariſerin im Koſtüm. — F. Schwinning, Ein arabiſches Volksfeſt. 


Das freie Wort. Seh. v. May Henning. 13. Jayız., Rr. 1, 
Frantfurt a, M., Neuer Brantfurter Berlag. 

Inh: M. Maurenbreher, Die große Stunde ber Linken. — 
8. Wich mann, Fleiſchnot und Wehrkraſt. — M. Schwann, Die 
deutſche Gefahr. — J. Sonntag, Italien vor der Trennung von 
Staat und Kirche. — M. Roloff, Der Islam und die Wiſſenſchaft. 
— V. O. Weber, Hebbel als Menſch. Ein Gedenkwort zu ſeinem 
100. Geburtstage. 


Zeit im Bild. 11. Jahrg., Nr. 12/13. Red.: H. Bodenſtedt. München, 
Neue Deutſche Verlagsgeſellſchaft. 

Inh.: (12. Zeichnungen vom Sternickelprozeß. — Bod, Apachen 
und Suffragetten. — K. Arnold, Siegftied Wagner. — W. Fred, 
Sternheim der Spötter. — A. Saager, Ferdinand Hodler. — C. 
Roß, Torpedoboote. — Deutſche Bank. — (18.) R. H. France, 
Oſterblumen. — L. Brentano, 1813 und 1913. — Alfred Kerr. 
— A. Mell, Hebbel und Wagner. — G. Hermann, Jean Paul. 
— E. v. Wolzogen, Peter Karn. Roman. — A. Steinitzer, Das 
Geſchenk des Nils. — H. Ol den, EKin ekelhafter Kerl. Novelle. — P. 
Marc, BPyzanz. — J. Schlaf, Oſtern in meinem Heimateneſt. — A. 
Brücher, Fluüg und Flugwertkzeuge. — Die Milliarde. — C. Jung, 
Moderne Odontotechnik. — H. Heſſe, Aus der Jugendzeit. 


Zeitung f. Lit., Kunft u. Wiff. Beilage des Hamburg. Eorrefp. Rr.6/7. 
-- Snb.: (6) & Müller, BWeltanfhauung und. Kunftanfhauung 
Friedrih Hebbeld. — M. Leweld, Dr. Cook und der Nordpol. — 
B. Wege, Freiherr von Etein und der Zentral-Berwaltungsrat. — 
8. Geppert, Neue Romane und Novellen. 


Slluftrierte Zeitung. Red.: D. Sonne. 139. Band. Nr. 3638 
bis 3640. Reipzig, 3. 3. Weber, 

Inh.: (3638.) 9. Heyne, Die Darftellung der Pieta in der Malerei 
vom Mittelatter bi® zum 17. Jabrh. — Alıyüdifhe Sräber. — Oſtet⸗ 
bräudie in Mazedonien. — 8. Staby, Sägerfrübling. — Gartın« 
frübling. — F. Roeder, Die Bedeutung der Heeresverpflegung für 
den - Erfolg im Kriege. — 3. Neuberg, Zwei neue internationale 
Abkommen für Eeeunfälle. — David Livingftone. — Bad Deynhaufen. 
— BD. Tornius, Die Refoım di8 Trauringed. — Prof. Paul Ajcher 
fon +. — €. Reinsrdeg, Bom Dfterhafen und den Oftereiern. — 
3. Beutel, Die Kartoffel im Reiche Ted Lurud. — Das neue Bere 
waltungsgebäude der Hamburg-Amerikartiniee — Wilhelm Rofcers 


Büfte von Eeffner. — 13639.) Arthur Holitfcher, Kanada, die 


jüngere Hälfte Nord-Umeritae. — &. Hopkins, Ein Ueberblic über 
die Berfaffungs« und allgemeine Gefhichte Kanadad. — W.J. Elliot, 
Landwirtihaft in Kanada. - H. Hucho, Kanadas Holzverhältniffe. 


— 1913. M 8. — Die fhöne Literatur — 12. Upil. — 


144 


— B.Roadhoufe, Der Obftbau in Kanada. — ©. %. Lane, Dad 
Paradies ded Weitmannd. — Die kanadifhen Indianer. — Die Boden- 
[häpe und die unbenupten Waflerfräfte Kanadad. — Baalhe, Kanada, 
dad Land der Zukunft. — Jamced White, Die geograpbifhe Lage 
Kanatas und ihre Einwirkung auf die wirtfchaftliche Entwidiung 3 
Landes. — GE. Hopkins, Das Tranfportwefen in Kanada. — €. 
Brown, Kanada und feine Kunft. — S. T. Meldrum, Die Indu- 
ftrie Kanadad. — Fr. Field, Gelegenheiten zu nugbringenden ®eld- 
anlagen in Kanada. — Dad Bankweien in Kanada. — Die Provinz 
Quebec. — Ontario. — Manitoba. — Eid-Winnipeg. — Sasfatoon, 
die Wunterftadt Kanadad. — Britiich- Kolumbien. — Bancouver. — 
€. 4. Fabariud, Kanada und die deutfhe Auswanderung — 
Bufav Strefemann, Bom Deutfdefanadiihen Wırtfhaftsverein. 
— (3640.) Zum Thronwechiel in Griechenland. — Gottbard Kur- 
fand, „Wir, die wir jung find !* Skizze. — Die finanzielle und wirt- 
fhaftlihe Entwidlung Rußlands. — Alfond Paquet, Die Mongokkit. 
— Arthur Dobety, Dir Maler Buftav Schönleber. — C. Shefn 6. 
Eliteinforgen im Zierleben. — H. T. Krocber, Der Ermeiterungdbau 
— — in Weimar. — E. Stein, Die Fortſchritte kommu⸗ 
naler Arbeit. 





Mitteilungen. 


Literatur. 


Die „DBibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens“, die 
in Jahrgängen zu 13 Bänden erſcheint, bietet, ihrem Titel entiprechend, 
einerſeits dem Leſer eine reiche Auswahl feſſelnder Novellen und 
Romane, andrerſeits abwechſelnd Aufſätze und Skizzen aus dem Gebiete 
der Naturwiſſenſchaften, der Geſchichte, der Länder- und Völkerkunde 
uſw. Dem 1. Bande des 37. Jahrgangs, den wir im vor. Jahrg., 
Nr. 18, Sp. 319 d. Bl. anzeigten, ſind inzwiſchen ſechs weitere ge⸗ 
folgt, in denen der Roman „Ave carifjima!” von E. v. Adlersfeld-Bal« 
ieftrem zu Ente geführt wird. Außerdem enthält der 2. Band die 
Novele „Prinzeifin Aimbe* von Frita von Raimann, die Novclette 
„Das Wahlrecht der Frau” von Rutdolf Treuen, die phantaſtiſche Ge⸗ 
ſchichte „Das wiedırgefuntıne Paradies” von Fr. Colar Kühne, der 
3. Band die Novitle „Eine Alleinftehend«” von Emma Hauehofer Rırk 
und die Detcktivgefchichte „ir und Uraus” von W. Harb, der 4. Band 
die Novelle „Der Screibtifch did Großvaterd” von Robert Kobliauſch 
und die Skizze aus der Großſtadt „Und als das Brot gebacken war“ 
von Eugen Stangen, der 5. Band die Novelle „Lebſt du?“ von Lenore Pany, 
die Erzählung „Herzenegolgatha“ von C. Camill und die militäriſche 
Humoreske „Der Zauberſtab“ von W. G. Schmidt, der 6. Band die 
Weihnachtsgeſchichte „Die Heimfahrt“ von O. Höcker, die Novellette 
„Im Jugendland“ von Elſe Franken und die Erzählung aus den al⸗ 
baniſchen Bergen „Die Beſſa“ von E. Schulze⸗Schwekhauſen, der 
7. Band den Pariſer Roman „Die Apachen“ von Fritz Levon, die 
Novelle „Ich ſage nein!“ von Henriette v. Meerheimb, die Grzäblung 
aus dın Echredindtagen von Port Arthur „Unter tem Andrrasfreug 
von Rich. Totien und die Humoreske „Die literarifche Braut“ von 
Alois Ulreich. Die zierlichen Bände, deren jeder in Leinwand gebunden 
nur # 0, 75 koftet, find hübfch illuftriert (Stuttgart, Union Deutfche 
Verlagsgeſellſchafth. 

Gerade zum 76. Geburtstag des namhaften niederdeutſchen Dichters 
Johann Hinrich Fehrs erſcheint unter dem Titel „Holſtenart“ eine 
woblgetroffene Auewahl aus ſeinen Schöpfungen, herauegegeben von 
Jacob Bödewadt (Hamburg 1913, Alfred Janſſen. 77 S. 8. Kart. 

0, 50. Die Beröffintlihung, die den 1. Band der Sammlung 
„Quickboru⸗Bücher“ hisg. vom „Quickborn“, Bereinigung don Freuns 
den niederdeutſcher Sprache und Literatur in Hamburg, bildet, iſt ſehr 
verdienſtlich. Sie enthält nach einer feſſelnden, das Weſentliche er⸗ 
ſchöpfenden und liebevoll durchgeführten Einleitung eine Anzahl Stücke, 
die hoffentlich viele zu dem Wunſche anregen werden, den ganzen 
Dichter kennen zu lernen. Auch aus dem praächtigen Roman „Maren“ 
ſind wirkungsvolle Proben gegeben. 

Mar Dautbendey vollendete foeben ein Meined Eyod „Die 
Untergangsftunde der Titanic‘, das zum Fahreötage der Kataftroybe 
al® dreißigfted Flugblatt im Berlage von Alfred Richard Meyer, 
Berlin: Wilmersdorf, erfcheinen wird. 


Theater. 


Am Stadttheater zu Eaffel hatte dad Drama ‚‚Die Benebiktiner‘ 
des heimischen Berfaffere Kuno einen LRofalerfolg, Widerfprud wurde 
mit Empörung. unterdrüdt. Die Technik ift etwa der cined mittel- 
alterlihen Epicled vergleichbar, die Epracbe ift pathetifch, ſchöngefärbt, 
aber auch manicriert. Kine Vorliebe für Sentenzen läßt fi nicht be« 
ftreiten, leider find ed alte Wahrheiten. Ben irgend einer dramatifchen 
Konzentration, einer ficher entwidelten Handlung kann feine Rede fein, 
felbft der Konflikt ift matt herausgebracht. 

Das neue Drama Paul Langenfcheidts „rlomw‘‘ findet im 
Herbft d. 3. feine Uraufführung im Stadttheater zu Bremerhaven. . 


Berantwortl. Nedaktenr Prof. Dr. Eduard Zarnde in Leipzig, Katfer-RBilhelmftraße 8. — Drud von Breitlopf & Härtel in Leipzig. 


Die ſchöne 


Literatur. 





Beilage zum Literariſchen Zentralblatt 
für Deutſchland. 


Ar. 9, 


Herausgeber Prof. Dr. Ed. Rarnıke in Leipzig, Raifer Wilhelmfirafe 8. 


Veriegt von Eduard Avemarins iu Kelpyig, Rokfiraie 5/7. 


4. Jahrg. 








Erſcheint vierzehntäglich. 


26. April 1913. 


Preis halbjährlich 3 Mark. 





Sofef Bicdor Widmann als Zenie (145): D LDmARR, Ausgewählte 


uilletons, berarcögegeben von Dr. War Widma 


Moderne Ftauenromane und Firanenerz Fer en 148): Biebt ß. Das Eifen 
erg. 


im euer. Gtaıt, Diona tıfa. Robi 
35 Wink Tu Dein Herz mir fhenten. Bufch 
Dief., Die Berlannten. 
heilige — 
ammelte Erzaͤhlu 
erf.. Variſer — Varon v. 


ie beiden Wolfe Hart⸗ 


Karlweis, Der Zauberlehrling. Menz, Die 


en und Monellen (151): son amer, 


kull, Kankafiſche Novellen 


u ch 
halm, Der Paſcha Schwerdtfeger, — — Ich kenne 


Ehe biegen brechen? 


delfchläge ; 
Ben ange: 


Sie. Michel, Das Iehte Weinen. Luda, Winland. Keffer, Lulas ———— 
Das Verbrechen der Eliſe Geitler. Krobath, Schalfefahrt. Friedrich, 
Der arme Fiſcher. Porez de Ayala, A. M. G. er Drei Märchen. 

Dramen (155): Yrbr. v. Hartlieb. Noel. San tacboule, die Erzählerin. 
Herdener, Sonnenopfer. Häbler, gudas fhario tb. 

—— — (156): Birinsti, Rodion Kastoinilom. Bo &, Ein 

tte 

Eyrik u: Eiſenlohr, Des deutſchen — Her 
Schellenberg, Aus meiner Stiße. 22: Zwi 
nen Mareih, Stille nden. ——— 

erdens Zug. eitrgrirten ( (160) Wittellungen (165). 


en ammerfchläge. 
en S — E und Geelen- 
es Lebens und des 





fp as ndaltsvergei@nis. 
Birin Ad ger dion ——— (156.) -, , Benelfcni e. Ust 
Build. ‚ Die an un N "no 


- olsaamer, ®., Barifer Erzählungen. (152.) 
auberlehrling. (150.) 


——— Die beiden Wolfsberg. (149. h 
NRof fenberg. M., Des Lebens und des Werdene Zug. 


(160.) 
—, Ehe biegen oder brechen? (150. Bee 8% Kate ‚ gangtofer. Das Berbredgen der seaint — Dt 8., Aus meiner Gtille. (159.) 
Sifenlohr. M. $., Tes — Ürbeiters Herz | Eliſe Belle (163.) Sau. IR. er Novellen. (152.) 
und a e. (159.) robath. — (164.) Stark, H. * gifa. (148 
rn Tb., Der arme De ee) o a, E., Binane 1153.) Erebitie, &., Ein Quiterfohn. (157 
äbler. R. ©. Judas Sfharioth. (156 Mareic, Stille Stunden. (160.) Urkull, Baron W. v., Kaulaſiſche Novellen. (152.) 
enoum, 8. Macbouie, die Graäbferin. (155.) Denz. d. "Ele heilige Kümmernis. (151.) Biebig, ©., Das Eifen im euer. (148.) 
artlieb, ®. Schr. v oel. (1586.) Mihel. R.. Das lebte u (153.) Bof. Swifchen ©Sinnenglüd und Eeeienfiichin. (159.) 
artwig, WINK Du Zein Herz mır Unis (149.)| Böreya de Annie, .M.D.G. (Ad majorem Dei | Widmann, 3. B., Ausgewählte Wenilletons. Hegb. 
egeler. M ©. Drei a .) gloriam.) 1154.) a. Diar Widmann. (145.) 


Herdener, 9. Sonnenopfer. 


Rittner, Th., Ich kenne Sie. (153.) 


Withalm, H. Der Paſcha. — 








Joſef Aictor Widmann als Fenilletoniſt. 


Widmann, 3. B., Ausgewählte Yenilletons. —— von 
Dr. Mar Widmann. ‚arauenieiß, 1913. Huber & Co. (XV, 
267 ©. 8) Geb. 4 6 

Biel zu früh ift Widmann im vorigen Jahre geftorben. 

Nicht nur für feine Freunde, die den gütigen und tapferen 

Mann nie vergefjen werden: für die eben jebt auch außer- 

halb der Schweiz ftetig wachjende ®emeinde feiner Lefer 

vorab. Denn wenn Widmann auch in feiner länger denn 
dreißig Jahre währenden Tätigkeit al8 Feuilletonredakteur 
des Berner „Bund“ fih als Kritiker und Effayift voll Hatte 
auswirken Tönnen, fo ijt do gar mancher Ianggehegte 
dichterifche Plan durch eben diefe Berufsarbeit zurüdgedrängt 
worden und entweder mit dem Dichter ind Grab gegangen, 
oder nur al3 Brudftüd auf ung gefommen, wie „Obilot“, 
deren verheißungsvolle Anfähe ein lieblicheg Motiv ver 

Bawan-Epifode aus Wolfram von Eihenbah8 Parzival auf 

greifen und mit der Widmann eigentümlichen poetifchen 

Selbftändigfeit neu wenden und entwideln. Die Sübdeutfchen 

Monat3hefte, deren Mitarbeiter Widmann langehin gewefen 

ift, Haben im September 1912 da3 jchöne Fragment abge- 

drudt. Mit fchmerzliher Rührung finden wir in dem ung 
heute vorliegenden Bande den fchalthaften und gemütvollen 

Auffad „Meine Tugend und fittliche Verwilderung” wieder, 

in dem Widmann darüber plaudert, wieviel Opfer an Zeit 

und Kraft der Dichter in ihm dem gewifienhaften literarijchen 

Berichterftatter fortwährend habe bringen müffen, wobei er 

uns unter der Hand in die Entftehung feiner „Obilot“ einen 

Blid tun läßt. Das Wort, daß niemand die Feder anfehen 

lönne, ohne an jeiner eigenen Biographie zu arbeiten, gilt 

für wenige fo wie für Widmann, der fein freie und frifches 


Herz in jede Zeile Hineintrug, mochte fie auch „bloß" 


einem Feuilleton gehören. E3 ift ein erftaunliches a 
Beilage zu Nr. 17 des Lit. Bentralbl. f. Deutichland. 


feiner Lebensfülle, daß eine fchimmernde Neihe vollendeter 
Dichtungen, ala deren tieffte mir „Der Heilige und die 
Tiere” gilt, neben und zwifchen diefer Tagesichriftitellerei 
entjtehen tonnten, von welcher Widmanns Kollege an ber 
Neuen Züricher Zeitung, Dr. Hans Trog (deffen 1897 er 
fhienene jech8 Vorträge über EC. 3. Meyer zu den erften 
Büchern gehörten, die das tiefere Verjtändnis des Dichters 
erichlofjen), in feinem zu einer feinen Widmanncharafteriftit 
vertieften Geleitwort mit Recht jagt, daß in ihr etwas lebe, 
was ihr über den Tag Hinaus Reiz und Wert verleibe. 
Nicht zulegt darum, weil Widmannd Werke auh in 
diefen Auffägen werden. Der Dichter des Evangeliums 
der Tiere redet fon aus den älteren über „Shafeipeare 
und den modernen Mitleidsgedanten" und „Die Sünden 
Gottes”; er webt an diefen feinen qualvollen Lieblings- 
gedanken weiter in den neueren von „Hund und Menich”, 
„Leonardo da Binci und den Tieren”, „Sven Heding 
Tieren”. Hand in Hand gehen mit diefen etwa jechs 
Aufjäge über Blaubensprobleme, die den tief Neligidien, 
aber ganz und gar Unfirchlichen, der feiner Ueberzeugung 
vor Sahren da Opfer eines Lehramtes bringen mußte, 
ftet3 erneut bis ins Snnerite bewegten und bier in dem 
„Wort über Belehrungsverjude in ertremis" und den 
„NReligionsgedanfen des Sozialismus" wohl ihren charafte- 
riftifchjten Ausdrud gefunden haben. Der echt Widmanniche 
„Reifeplaufh mit Neltor Müslin“ und der zugehörige 
"Tolajer“ verraten den naturfreudigen Hutor der „Tourijten- 
novellen”, in deren Sphäre auch die andern Neijebilder 
des Bandes fallen. Die „Empfindfame literarifhe Alters« 
verfaltung” (S. 194 fg.) mag man fon in Widmanns 
Berner Roman „Vie Patrizierin“ finden, in deren Hand 
lung das dort angerufene Frühlingszitat aus Goethes Taflo 
bedeutfam eingreift. Neben folchen Heiter getönten per- 
fönlichen Belenntniffen ftehen ernfthafte Auslaffungen über 
; 146 


147 


— 1913. 39. — Die [hÖöne Literatur — 26. April — 


148 





allerlei Kulturfragen durchaus nicht Bloß Literariicher Art. 
E83 tennzeichnet Widmann, daß er feine Gedanken über 
viele Gebiete Schidt, ohne je oberflächlich zu werden. Und 
andererjeit3 trieb e3 ihn auch in feinem eigenften Gebiete, 
der literarifchen Kritik, ftet3 über die engeren &renzen bes 
Gegenftandes hinaus in da allgemein Menfchliche des 
Problems. Die fünf erften Auffäge, über Briefe Gverhes, 
Hölderlins, C. . Meyers, WUretins und Heinere Werke 
Uriofts zeigen, wie ihm eine bloße Bücherbeiprethung Unlaf 
zum Cntwurf eines perjünlichen Porträt werden Tonnte. 
Dabei nahm er das eigentliche Referat gewiſſenhaft wie 
wenige. Niemand von denen, deren Bücher er etwa in 
der Beilage de3 „Bund“ beiprocdhen Hat (ihre Baht ift 
Legion, und aud dem Schreiber diejes ift e8 1911 zweimal 
geihehen), wird ihm das Bengnis verfagen fünnen, daß er 
bis zur Selbftverleugnung in die Gedanken anderer fi 
einzufühlen verftand und fein Urteil immer, auch menn es 
ablehnend war, vielmehr alsdann befonders, jorgfältig be 
gründete. Bupörderft auf keinem NRedaltionspulte follten 
feine Fenilletong fehlen ald Borbild und Beweis dafür, 
dag man aus dem Tage und für den Tag und dabei dod 
fo gediegen ſchreiben kann, daß nahezu jede HNegenfion, 
Kundgebung, Plauderei das Gepräge wenn nicht der Un- 
vergänglichkeit, jo doch der Stäte und Dauerhaitigfeit 
erhält, ohne bei alledem je langweilig zu werden. 
feien von den fünf Nahrufen die auf Kohannes Brahms, 
Gottfried Keller und deflen Biographen Jakob Bächtold 
hervorgehoben. Ueberall hat er das Ichöne Wort aus feiner 
Blauderei „Am Gartenzaun Epikurs“: „Der Charalter ift 
für den Schaffenden das eigentlid enticheidende Moment“, 
an jich felbjt bewährt. Wenn man dad Schrifttum der 


deutihen Echweiz von dem großen Bufammenhang der 


deutigen Literatur abtrennen und zu einem Titerariichen 
Sonderreihe machen Tönnte, deiien Goethe Gottfried Keller, 
deflen Schiller E. 3. Meyer wäre, fo müßte 3.23. Widmann 
die Nolle des „tapferen Leffing” zufallen, für deffen Wefen 


Rellerd Sinngedicht die Schöne Formel gefunden hat: „Die 
ewige Augend und Geichidlichkeit zu allen Dingen, der 


unbedingte gute Wille ohne Falih und im euer vergoldet.” 


Ein Sohn 3. 8. Widmanns, Dr. Mar Widmann, hat : 


zulammen mit Trog die Ausgabe beforgt und die 37 Stüde 
innerlih finnvol jo geordnet, daß etwa adt Gruppen 
fahlid verwandter Uufjäge derart aufeinander folgen, daß 
für den nachdenklihen Xefer die Linien deutlich werden, 
weldde von einer zur andern Hinüberführen, und aus 
bem Bande bei al feiner Bımtheit Do das gefchloffene 
Bild einer reichen Perfönlichkeit ung entgegentreten muß. 
Das Bud ift gut ausgeftattet, und ip vermifle nur ein 
guted Kopfbild Widmanns als Titelihmud. Jeder, ber 
ed in die Hand nimmt, muß wünjchen, daß e3 meitefte 
Verbreitung finde. Für diefen Gall jtellen die Heransgeber 
einen zweiten Band in Ausſicht. Widmanns ſchrift⸗ 
ſtelleriſches Erbe iſt reich. Der Inſelverlag hat kürzlich ein 
Heftchen ſeiner Aufſätze bloß über die Dichtungen Ricarda 
Huchs verſenden können, und allein mit dem, was Widmann 
etwa über neuere Schweizer Dichter, über Gottfried Kellers 
Dichtungen oder Bücher über Keller jeweils beim Erſcheinen 
geſchrieben hat, ließe ſich ein gewichtiger Band füllen. 
Hoffen wir, daß aud die Widmannbriefe, deren Heraus 
gabe feine Yamilie vorbereitet, nicht allzulange mehr auf 
KH warten lafjen, damit bald eine Beichreibung feines 
Vebend möglich werde, von dem die ferner Stehenden 
bisher faft nur aus den von Bächtold herausgegebenen 
Briefen Gottfried Kellerd einige Umeißlinten hatten ent- 
nehmen können. Paul Wüst. 





Hier 





Hoderne Srauenromane 
und Sranenerzählungen. 


Viebig, Clara, Das Eifen im Yener. Roman. Berlin, 1913. 
Bleche & Co. (88 ©. 8.) 4 6. 


Slara Viebig ift heute unzweifelhaft eine ber bebeu- 


temdften Erjheinungen anf dem Gebiete des Frauenromans. 


Shre KRunft bat etwas Umfafiendes: fie ift reich und kraft- 
vol, wo fie fi auch betätigt. Diesmal führt uns bie 
Dichterin das alte Berlin von 1840 bis 1866 ver Angen 
und läßt es in vollem Umfange lebendig werden. Wie im 
ven Erzählungen aus der Eifel das hohe Venn mit größter 
Unjchaulichkeit gejchildert war, wie der herbe Eifelwind ix 
braufenden Allorden die Haudlung ummebte, jo jpürt man 
in dem nenen Roman einem Grühlingswinde gleich das 
Wehen und Herannagen einer neuen Zeit, wo am Wlten ge 
rättelt wird, ıwo Männerfräfte nottun, und wo das „Eilen 
im teuer“ glähen muß, um neue Werte zu fchaffen. Das 
vormärzliche Berlin lebt wirklich auf und gibt dem Roman 
eine nicht zu unterſchätzende kulturgeſchichtliche Note. Die 
Erzaählung ſelbſt iſt wieder mit der gewohnten Meiſterſchaft 
der Viebig aufgebaut. Nur der Schluß bereitete mir eine 
gelinde Enttäuſchung; er iſt allzu ſchnell herbeigeführt und 
läßt mauche wichtige Frage offen. Im Mittelpunkt ſteht 
der Schloſſer Hetmann Henze, eine Kraftnatur, eine Geſtalt 
von überſchäumendem Lebens⸗ und Schaffensmut, ſelbherr⸗ 
lich, voll „goldener Rückſichtslofigkeiten“ und doch im 
Grunde eine gutmütige Ratur. Um diele beionders wohl 
gelungene Yigur ftellen fich die übrigen Berjonen, die ihr 
alle gewiffermaßen untergeordnet find, denn immer wieder 
tritt der Schloffermeifter Henze, gleihfam als die Ber- 
!örperung de kraftvollen Draufgängertums in einer Beit 
des Sturmd und Drangs hervor und beaufprucdht unfere 
ganze Aufmerkfamkeit. Wie Hi Henze fein Leben wit 
eigener Yaujt jchmiedet, wie er zugleich auch der eigentliche 
Lenker der Gefchide feiner Zrau und feiner Tochter wird, 
das ijt Har und deutlich berausgearbeitet. . Daneben ver 
lieren aber trogdem aud die vielen Nebenperjonen, die ge 
Igidt in die Handlung eingreifen, nichts au Bebeutung. 
Ganz präcdtig jind vor allem der Hausfnecht Gottlieb, der 
ehemalige Student und Zreiheitstämpfer und fpätere ehr 
ame Bajtor Sohn, die Heine liebreizende Minne Schulze, 
gezeichnet. Ueberhaupt ift das Kunjtmittel, die Gegenfäge 
wirtjam herauszuarbeiten, ausgiebig verwandt und bildet 
einen Hauptreig des Romans, der in feiner Bejamtheit ben 
früheren Erzählungen der B. würdig an die Seite zu Stellen iſt. 
Richerd Dohse. 


Start, Hedwig, Mona Life. Roman. Münden, 1912. Bereinigte 
Kmıtanjtattın A.®., (1142 ©. 8) 4 2. 

Nobieel, Die beiden Wolfsberg. Ein öflerreihifber Offizierdtoman. 
Rab dem Engliiaen dir Zruu Emilio v. Papowera frei bearbeitet. 
VWien⸗Leipzig, 1918. Braumuüller (677 ©. 8.) # ©. 

Hartwig, Georg (Emmy KRompi), BIER Du Dein DHery mir 

ten. Roman. Etattgart-Berlinteipgig, 1918. Unten. (426 ©. 

.) 4, geb. 5. 

Buſch, Paula, Ehe biegen eder brechen? Roman. Bexlin⸗Leipzi 
2012 Moves Berlagsrurau Kurt Wiegand. (384 ©. * 


Dieſ. Die Bertaunten. Sin Zirkusroman. Ebenda, 1912. (521 ©. 
8) .44. 


Karlweis, Marta, Der Sunberfehrling. Erzähhung. Rindhen, 1918. 
Süddeutſche Monatehefie. (147 8. 8) 4 1, 6; geb. A 2, M. 

Menz, Ada, Die heilige Kümmerniß, Homan. Bıulin, 1983. 
Are Juncker. LIT E8) #8. 


„Viel Büchermachens iſt kein Ende,“ Aagte yon Salumo. 
Es ſcheint alſo ſchon damals Leute gegeben zu haben, die 


148 


fich (e8 boſte es, was es wolle) durchaus „arriviert“ ſehen 
möchten. Zu denen gehört offenbar auch Hedwig Start, 
deren „Mona Lifa” von einer Hilffofigkeit im Mufbau, in 
der Gelteltung, teilmeile au im Stil ifi, das eine Be 
fprechung des Geichichtchend im Initerefie ber Berfafferin 
beſſer unterbleibt. 

Olga Robideld Offizirsroman „Die beiden MWolf3- 
bergs“ ih ebenfo umfangreich (676 Seiten) als herzlich 
unbedentend. Die Ur⸗Verjafſerin Emily von Laßowska iſt 
offenbar die Gattin eines öſterreichiſchen Offiziers und ge⸗ 
bürtige Engländerin, die wohl teilweiſe eigene Erlebniſſe 
in ihrem engliſchen Roman niedergelegt hat. Leider hat 
die Bearbeiterin R. die altfränkiſch⸗engliſche Erzählertechnik 
ãbernommen. Die zum Teil reichlich kitſchigen Kapitel— 
ũberſchrifien, z. B. „Im Trubel der Geſelligkeit“, „Damen⸗ 
wohl“, Wendungen, wie: „meine freundlichen Leſer“ „Zur 
näheren Erklärung ſei hiermit dem Leſer mitgeteilt, daß 
uſw.“, und am Schluſſe: „doch kein rechtlich Denkender 
darf deshalb der Heldin unſerer Erzählunge() einen Stein 
nachwerfen“, zeigen, daß die Bearbeiterin keine Ahnung von 
moderner Technik hat. Verſtimmend wirken auch der teil⸗ 
weiſe nachläffige Stil („diesbezüglich') und die vielen 
nicht im Dialog, wo ſie ſich ſchließlich aus dem Milien 
ergäben, enthaltenen Auſtriazismen. Feuilletoniſtiſche Plaude⸗ 
reien, wie S. 142 bis 146, kulturhiſtoriſche und geo 
graphiſche Jußnoten (S. 432) und Aehnliches ſind mindeſtens 
überflüſſig und wirken durch ihre Lehrhaftigkeit unerfreu⸗ 
lich. Immerhin iſt eine gewiſſe Flüſſigkeit der Handlung 
und die Glätte des oft öſterreichiſch munteren Dialogs, der 
ſich freilich ſelten über die üblichen konventionellen Formen 
erhebt, anzuerkennen. Die Fabel iſt in der Hauptſache 

dieſelbe, wie in Rudolph Stratz's „Seine engliſche 
rau“. Die verwöhnte, feingebildete Englänberin, die ihr 
Gleihgewicht in der etwas mufftgen Luft öfterreichiichen 
Garnifonlebend zu verlieren droht, im ihrer Heimat aber 
old Abtrünnige behandelt wird, und reuig zurüdtehrt. Eine 
wunderliche Doppelbeit der Titerariihen Ereigniſſe! 

Auch Seorg Hartwig (Emmy Koeppel) gleitet in ihrem 
neuen Roman „Billt Du Dein Herz mir fchenten“ fanft 
in den audgefahrenen Geleifen einer Heimburg, Bernhard, 
Berner dahn. Man Tann diefe problemarme, nicht ein 
mal weue Geichichte „getroft jedem jungen Mädchen auf den 
Meihnechtstiich legen“, und dad war wohl die Abficht der 
Berfaflerin. Das Schidjal der unbändig folgen, Schönen 
nnd reichen Harda and ihrer armen Stiefihrwefter Lisfa, 
Aichenbrödeld und üblichen Badflfches, der mis „Tüh“ und 
„ullig“, „Donnerchen" und „Wetterdgen” um fich wirft, 
Heht im Mittelpunkt. Hardad Hofjfahrt zerbricht in einer 
verfahrenen Ehe wit einem eleganten, bereit etwas ver- 
lallten, aber Durch und duch fchuftigen rumäniichen Grafen, 
der nebenbei ihr Bermögen verjurt, bis fie ihren erften 
Bräutigam, den ebenfo blonden, wie tugendreichen Haupt 
mann mit ben „Larmefinroten” Streifen Eriegt. Das Wichen- 
brödel Liäla Tommt mit ihrem Berebrer auch unter bie 
Haube, ihrem geſchwollenen Vormunde und Onkel zum 
Trotz, der das neckiſche Nichtchen für fſich haben wollte. 
Afo: „Das Lafter fällt, die Tugend ſiegt. .“ Immerhin 
iſt dieſer Familientiſchroman ſehr flüffig und geſchickt ge⸗ 
ſchrieben. Nur möchte ſich die Verfaſſerin vor Wendungen, 
wie: „mit dem allerſeltſamſten Vorgefühl, an ſeiner Bruſt 
zu ruhen“, „allerwirkſamſt“ uſw. hüten. Darum möchte 
ich alleruntertänigſt“ bitten. Was der Verfaſſerin auf 
S. 438 mit dem Notizbuchblatt Müllbrichs paſſiert iſt, iſt 
Drollig, aber etwas fehr heilel, Der Titel des Buches 
he zu dußerlih und hängt mit dem Thema nicht recht zu 
EMIEEER, 


— 1913. 89. — Die |hödne Literatur — %. Upril. — 


150 


Paula But legt zwei Romane auf den Bikckertiich. 
Biver Arbeiten von einer derartigen Berfchiedenheit, daß 
man fih erftaunt fragt, ob wirffich diejelbe Verfaflerim deu 
dur und durch dilettantifchen, Titfchigen, au Unwahrfcheim 
lichkeiten, Alltäglichkeiten, durchaus falihden Schilderungen, 
wie z. B. in dem ganz unmöglichen Eheſcheidungstermin, wim⸗ 
melnden Roman „Che biegen oder brechen?“ und den recht 
tüchtigen, wenn au wandmal in der Schilderung etwas 
zu breiten Zirfusroman „Die Berlannten” geichrieben bat. 
Das teltiamfte aber it, daß der Berlag den Birkfusromen 
vor dem andern bat erjcheinen lafien! ft „She biegen 
oder brechen ?“ vielleicht fo mit „untergebrachk“ worden? 

Dafür würde au die namentlich im Drad recht minder 
wertige auf möglichite Eriparung der „Herftellungstoften“ 
abzielende Ausitattung ſprechen. Eine Beſprechung dieſes 
Buches wäre „peinvolle Plage, Müh' ohne Zweck“ Anders 
liegt die Sache mit den „Verkannten“. Dieſer Zirkusroman 
iſt dem Vater der Verfaſſerin gewidmet, dem weitbekannten 
Zirkusbeſitzer Buſch. Alſo daher ihre Vertrautheit mit der 
Welt der Manege. Freilich iſt ſie der Verſuchung erlegen, 
einen reinen Modellroman zu ſchaffen, was ſie im Vorwort 
auch ehrlich zugibt. Paula Buſch will uns die „pauvres 
saltimbanques und ihre Kunſt“ wenſchlich näher bringen, 
will die „Verkannten und Mißverſtandenen“ gegen die Wer 
urteile der bürgerlichen Welt verteidigen. Und ſie tut es 
in einer erfreulichen, uns zuſagenden Art, die unſere Teil—⸗ 
nahme an dem Lebens⸗ und Leidensweg der kleinen Artiſtin 
Mira Bereoni faſt durchweg wachhält. Die Menge der 
Geſtalten wirkt nie erdrückend. Manche dieſer Bohemiens 
ſind wie Silhouetten geſchnitten. Einige Szenen, ich greife 
die wunderhübſche Schilderung der Abreiſe eines Zirkus⸗ 
ſonderzuges heraus, ſind mit ſo liebevoller Anſchaulichkeit 
geſchildert, daß man ſeine Freude daran haben kann. Hin 
und wieder läuft ja noch manch eine Stilholperei unter, 
3.8. ihon im Vorwort: „ganz zum Gegenfab hierzu“, 
©. 179 „... willigte der Direltor auf Bahlung einer 
Monatsgage ein”. Uber fie find felten. Leider wimmelt 
e8 von Drudiehlern namentlich in ben fremdfprachlichen 
Ausdrüden! WBleibt die Verfafferin in dem ihr vertrauten 
Milieu und lernt fie, ihre Stoffe no mehr zu Tonzen- 
trieren, dann Tann man vielleicht noch befiered non ihr 
erwarten. | 

Die Erzählung von Marta Karlweis „Der Bauber- 
lebrling“ ift ein Kabinettftüd aus dem Wiener bürgerlichen 
Gejellichaftsleben. Georg Hübner, ein feingeichliffener, wohl- 

epflegter Literat, pflücdt in heißer Stunde ein Mädchen der 
eften Gejellichaft, die fchöne, rote Katharina Steinbach, 
die wilde Schwefter der blonden, filbrigfeinen Eliſabeth, 
einer „filbernen Muttergottes". IS reine, ftarke Liebe zu 
diefem „Sonnenftrahl*, diefem füßen „zwitichernden Vogel“ 
in ihm empormädft, als er fieht, daß Elifabeth fich ihm 
entgegenneigt, da tritt der Gedanke an jene Nacht da- 
zwiichen; er kann die Geifter, die er rief, nicht mehr los 
werden; er darf die Hände nicht ausftreden nach der reinen 
Elifabeth, „die Hände, die noch heiß waren von der Slnt 
ihrer Schweiter*. Und damit zerbricht er die Liebe in fich 
und in Elijabeth, feiner filbernen Muttergottee. Marta 
Rarlweis behandelt das für eine Fran recht heiffe Thema 
mit einer Feinheit, die weit abrüdt von jener Losgelafien- 
heit erotifierender Literatinnen. GSelbft in der Schilde⸗ 
rung der Stunde, in der fich die rote Katharina in aphro- 
difiicher und doch Feufcher Nadtheit bingibt, vergißt Die 
Berfaflerin nicht die fchuldige Selbftzucht. Die Berfaflerin 
meiftert die Sprache mit abjoluter Sicherheit und vermeidet 
dabei jede abfichtliche Neutönerei. Sie ift eine der erfreulichen 
Erſcheinungen im Meiche ber modernen -Frauenliteratur. 


151 


— 1913. 39. — Die [höne Literatur — 26. April. — 


152 





Dasselbe Lob kann ih Uda Menz ſpenden. Ihr Roman 
„Die Heilige Rümmernis* ift alles andere, qls ein „glattes* 
Buch. Sie madt dem „Lejepublitum“ aud nit die ges 
ringſten Zugeftändniffe und ftellt nicht geringe Anforderungen 
an die Aufnahmefähigkeit des Lejers. Die junge Dichterin 
ift eine fcharffinnige Seelenanatomin, fie geht in Dämmernde 
piychologiiche Tiefen mit einer Sicherheit, mit einer Schwin- 
delfreiheit, die unbedingte Achtung verdient. Allerdings 
erregen ihre Geftalten mehr piychologifches, faft möchte man 
fagen patbologifches Interefie, al3 daß fie wärmendes Licht 
ausftrahlen. Die Berfafferin führt und in die troftlojen 
Einöden an der preußiich-polniihen Grenze, in die Be 
amtenwelt eines HBuchthaufes. Diefe Menichen würgen fich 
ale durh ein Leben des unfrucdhtbaren Ningens gegen 
die „Heilige Kümmernis”, die Troftlofigfeit des grauen All 
tags, die Unfruchtbarkeit. Nebenbei bemerkt: der Verfaflerin 
fheint die Legende von der „Heiligen Kümmernis”, der 
Märtyrerin Wilgifortis, der bärtigen and Kreuz gebefteten 
Aungfrau, die in Defterreic) und in Südbdeutichland verehrt 
wird, nicht befannt zu fein, fie hätte fonft vielleicht nicht 
den etwas irreführenden Titel gewählt. Die Sprache der 
verheißungsvollen Dichterin iſt durchaus eigen und faft 
ganz frei von Schlacken. 
Wortbildungen wie das „Sich⸗umejeden⸗Preis⸗Einleben⸗ 
Wollen“ und die Anwendung des „klaſſiſch“ gewordenen 
Begriffs der „gottgewollten Abhängigkeit“. Wir können 
von der Verfafſerin zuverſichtlich noch Gutes erwarten. 

Fritz Oertel. 





Gefammelte Erzählungen und Honellen, 


Holzamer, Wilhelm, Bendelichläge. —— und Legenden. 
Berlin, 1912. Fieiſchel & Co. (268 S 43. 


Derſ., Pariſer Erzählungen. Ebd., 1912. = e. 8) 43. 


Uglull, Baron Woldemar von, Kanulafifge Novellen. Berlin-Lichter 
feide, 1912. „ Runge. (129 ©. 8.) .# 1, 50; geb. # 2, 60 


Withalm, Hanns, Der Balda. — aus dem Orient. 
Zürich, 1912. Orel Füßli. 83 S. 8.) 41. 

Schwerdtfeger, Robert, Sechs Novellen. —— a. M., 1912. 
uͤtten & Loening. (236 ©. 8) 4 3; geb. # 4, 60. 


Nittner, Ihaddäus, Zch kenne Sie. Novellen. und geipzig 
) #3. 


1912. Deufh-Defterreihifher Verlag. (308 S 
— us 2 legte Weinen. Novellen. Ebd., 1912. 
) 
Novellen und Legenden. Ebd., 1912. 


* gut Mita, 
310 ©. 8.) 


— er, Hermann, st Langkofler. Das Verbreden ber Elife 
eitler. Zmei Erzäblungen. Sranffurt a. M., 1912. NRütten & 
Loenıng. (247 ©. 8.) 4 3; geb. .# 4, 50. 


Krobath, Karl, Schalksfahrt. Luſtige Geſchi n aus 
ee 1912. un (107 Er 8.) 5 : — 
Zwei Novellenbände „Pendelſchläge“ — „Pariſer Er⸗ 
zählungen“: das iſt nun, neben einem Gedichtband, das 
legte dichteri ſche Vermächtnis, das uns der ſo früh ver— 
ſtorbene Wilhelm Hol zamer hinterlaſſen hat. Und noch 
einmal ſagt man ſich: welch eine kraftvolle und ernſte Be—⸗— 
gabung wurde hier vorzeitig vernichtet. Wenn auch, nament— 
lich in den „Pendelſchlägen“, nur Novelletten und Skizzen 
geſammelt ſind, ſo laſſen auch ſie ſchon den reifen Geſtalter 
erkennen, der, mit ſicherem Blick für das Weſentliche, den 
Kern einer Geichichte berauszubeben verftand. Was find 
das für fein beobachtete Stüde: Der große Reichtum, Sein 
Sieg, Die Wegzehr. Wie voll von weicher, träumerifcher 
Stimmung die Skizzen und Legenden: rühling, Gelbe 
Hedenrofen, Die alte Uhr, und das Kleine Kabinettftüd 


Vielleicht vermeidet fie künftig: 


„Veilchen“. Welh milder Hauch menfchlichen Verſtehens 
und Berzeihens liegt über der Helgoländer Geichichte von 
der armen „Zütje Kranje”. Und endlich die Iehte Arbeit 
des Dichters, die einige Tage vor feinem Tode geichrieben 
wurde: wie Har und deutlich hauen wir auch Hier nod 
einmal die Traftvolle Eigenart Holzamers. Ä 

Bon den „Parijer Erzählungen” fcheint mir die zweite 
„Aus dem Leben des Arno Strozzi“ die wertvoller. Es 
ift die Erzählung von der wechielvollen Laufbahn eines 
Fünftlers, in die gefchidt die tragifche Geftalt Clariſſens 
verwoben ift, die zu Grunde gebt an dem Ziwieipalt zwijchen 
ebler Freundfchaft und Liebe. Ein feines Seelengemälde, 
das und H. bier entworfen hat, mit einer gewiflen refig- 
nierten und melancholiichen Unterftimmung, wie wir fie fo 
oft bei dem Dichter antreffen. Die erfte Novelle „Kleine 
Sefchichte” betitelt, ift ein Lebendechter und naturaliftiich 
getreuer Ausichnitt aus dem BParifer Leben, die Gejchichte 
einer Heinen Pariferin, die aus dürftigen Berhältniffen 
fommt, fich tapfer gegen alle Verfuhungen wehrt, eine 
Weile auch mit ihrem Geliebten im Glüd lebt, um dann, 
ala fie verlaffen wird, im Dunkel der Weltitadt unter: 
zutauden. Auch Hier pulit ein warmes Gefühl für alles, 
was menfhlid und allzu menfhlid ift, wenngleich das 
Ganze nit von fo ausgeiprochener H.icher Eigenart it. 
So liegt denn nun das Lebenswert des Dichterd abge 
ichlofien vor uns bis zu den „PBendelichlägen“ der Stunden 
feiner lebten Tage, und es bleibt der Wunih, daß viele 
zu dem greifen möchten, wa8 alles uns Wilhelm Holzamer 
gegeben hat. Sie werden alle, deifen bin ich ficher, reich 
beichentt die geiftige Werkftatt des Dichters verlaffen. 

Sn eine Titerarifch wenig erfchlofjene Welt führt uns 
Baron Urkull. Sn feinen von einer warmen Begeifterung 
für feinen Gegenftand zeugenden „Kaufafiihen Novellen“ 
hören wir von der Urt und den Gebräuden und Sitten 
der Bergvölter des Kaufafus mit ihren ausgeprägten Ehr- 
und Nachebegriffen, mit ihrer bi8 zur Zollfühnheit ge- 
fteigerten Tapferkeit, die vor nichts zurüdichredt. Ergreifende 
Töne weiß der Berf. anzufchlagen, wenn er von den Helden 
erzählt, die ihr Dorf bis auf den legten Mann verteidigen 
gegen die Uebermadt der Ruffen. Auch die tragiiche Ber 
gebenheit zweier unfchuldig den Tod erleidender Kaufafier 
wirft grelle Streiflichter auf die Zuftände in den dortigen 
Grenzgebieten. Einige Sagen und Gejänge aus der Bor: 
zeit ergänzen das lejenswerte Buch. 

Auch Withalmsd Erzählungen find nicht alltäglicher 
Natur. Sie fpielen im Drient, in Urabien und bejonders 
Uegypten und geben ausgezeichnete Heine Proben von den 
orientalifhen Lebensgewohnheiten und Wbjonderlichkeiten 
(fiehe „Hafchiich“" und „Der Paicha*, der die Entehrung 
feiner Frau auf graufamfte Weife rät), von der Eigenart 
der Eingeborenen („Der Ranonier”), von eigenen und frems- 
den Erlebniffen. Der Verf. ift ein guter Kenner der Ber- 
hältnifje; was er berichtet, ijt Har und fnapp erzählt, wenn 
auh mitunter in einer reichlich derben und nicht bejonders 
forgfältigen Sprade. 

Ein bemerfenswertes Talent verrät R. Schwerdtfeger 
in feinen „Sech3 Novellen”, ein Talent, daS bejonders für 
die pigchologiiche Kleinkunft eingejtellt if. Es find alles 
in jeder Beziehung befondere Vorkommniffe, die und der 
Berf. berichtet und uns Scharf und Far vor die Seele führt. 
Einmal, in der meiner Empfindung nach beiten Novelle 
„Ein galantes Abenteuer”, hören wir, wie eine Srau, um 
ihrem alternden, aber von ihr geliebten Gatten den er- 
jehnten Erben zu fchenten, fich bewußt einem jungen Manne, 
einer Neifebelanntfchaft, Hingibt. Eine andere hat den an- 
fang3 gleichartigen, jpäter aber jo verichiedenen Werdegang 


163 


— 1913. 939. — Die fhöne Literatur — 26. April. — 


154 





zweier Bwillinge zum Theme. Cine dritte handelt. von 
dem eigenartigen Schidfal eines Studenten, der fich in 
einen al3 Mädchen verkleideten Süngling verkiebt. Für 
alle diefe Sonderbegebenheiten weiß der Berf. Iebhaftes 
Sutereffe zu erweden durch die Art feiner Erzählung, die 
nicht8 LVehrhaftes oder Erzwungenes an fich bat, wozu die 
Stoffe zum Teil leicht verleiten Tönnen, fondern immer 
feiih und anfchaulich bleibt, gelegentlich, wie 3. B: in der 
Novelle „Die Nichte”, einen erquiclichen, leicht ironifierem 
den Humor aufweift. 


Anders zu werten ift TH. Rittners Rovellenfammlung 


„3 Tenne Sie". Wtmeten Schwerbifegerd Erzählungen 
eine wohltuende Frifche und Mlarheit, jo ift hier vieles 
wohl abfichtlich verfchleiert und verfchwommen. Mit Aus 
nahme von ganz wenigen, zu denen ich in erfter Linie die 
gut gelungenen Skizzen „Ein Charakter und „Die Wand* 
rechnen möchte, ift alles in ein Halbduntel der Empfindung 
und in ein zum Teil übertrieben bizarres Gewanh gebüllt; 
deijen Weiz. ich nicht auszufoften vermag. 

Die im gleichen Verlag veröffentlichten Novellen Robert 
Michels find Dagegen gut beobachtete Heine Ausfchnitte 
aus dem Leben, durchweg erniter Natur. Die einzige 
größere Erzählung „Der Jäger” ift zugleich auch die beite. 
De im Mittelpunkt ftehende eigenartige Perfönlicheit des 
jungen Oberförfterfohnes tft in ihrer Charafterveranlagung 
trog all ihrer Bejonderheiten glaubhaft gezeichnet und folge- 
richtig bi zu dem nach vielen tragiichen Gejchehniffen glück 
lichen Abichluß durchgeführt. 

Auch das dritte Buch aus dem Deutich-Defterreichifchen Ber- 
lag, Ludas „Winland*, enthält eine lefenswerte Sammlung 
wertvoller Novellen. Db die Erzählungen nun legendarifchen 
Charakters find oder moherne piychologifche Dinge erörtern, 
immer weiß der Verf. durch die lebendige und geiftreiche 
Art feiner Darftellung zu fefjeln. Befonderd wertvoll ers 
iheinen mir die Novellen „Winland”, „Eine Naht” und 
„Alte Briefe”. Auch die beiden Stimmungsbilder „Mond- 
Ihein-Fdylle” und „Vorfrähling” find voll poetifchen Rgjzes. 
Alles in allem: ein Buch, dag warm empfohlen werben 


kann. 

Das gleiche iſt von Keſſers beiden Novellen zu ſagen, 
die eine gewiſſe innere Verwandtheit und Aehnlichkeit mits 
einander verbindet. In beiden wird eine plötzliche tiefe 
Liebe zwei jungen Menſchen zum Verhängnis, einmal Lukas 
Langkofler, dem Scholaren, der nach Paris an den Hof 
Karls IX zieht, das andere Mal der weltfremden, uner⸗ 
fahrenen Gertrud. Wie der erſtere hineingeriſſen wird in 
den Strudel des Hoflebens zur Zeit Karls IX, wie er Mit⸗ 
wiſſer und Teilnehmer wird an den Ränken und Intriguen, 
die dieſen umgeben, wie er ſich in der Liebe zu einer der 
ſchönen Hofdamen vergißt und dadurch ums Leben kommt, 
alles das iſt mit großer Lebendigkeit und hiſtoriſcher Treue 
vom Verf. erzählt. Sein Stil iſt gewandt, anſchaulich und 
feſſelnd. Alltäglicher, aber gleich lebenswahr iſt das Schickſal 
des jungen Mädchens, das ſich in unerfahrener Liebe einem 
Schauſpieler hingibt. Die alte Dienerin, die ihr die Mutter 
erſetzt und die ſelbſt in jungen Jahren von einem Manne 
treulos mit ihrem Kinde allein gelaſſen wurde, rächt nun 
ihre junge Herrin, indem fie den Schauſpieler tötet. Ihr 
gilt der Mord klein gegen das große Unglück, das dieſer 
über Gertruds Seele und Körper gebracht hat. Der Schluß 
dieſer Tragödie iſt etwas gewaltſam und allzu plötzlich, 
doch verſteht es der Verf. auch hier, dank ſeiner eindring— 
lichen Sprache, gute Wirkungen zu erzielen. 

Zum Beſchluß ſei noch recht eindringlich auf ein ſchmales 
Büchlein hingewieſen, das voll iſt von einem echten und 
volkstümlichen Humor. In flottem und luſtigem Tempo 


geht die Schallksfahrt“ Karl Krobaths durch das Kärntner⸗ 
land, und was er dabei alles gehört, erlebt und erlaufcht, 
hat er nun mit heimgenommen und friſch und ungezwungen 
erzaͤhlt. Auch allerhand Volksgebräuche und Landbesſitien 
kommen darin vor, ſo daß auch nach dieſer Seite hin das 
Buch Genuß gewährt. Richard Dohse. 


Sriedrih, Theodor, Der arme er. Leipzigt ‚ 1912. 
®. Al. U 42. a“ EN 


be Ayala, Ramon, A. M. D. 6. Berlin, 1912. Bonby. 
(269 ©. 8) #4. Ä 
ode M. ©., Drei Märden. Berlimkeipzig, 1912. Modernes 
erlagsbureau Curt Wigand. (65 ©. 8) 4 y 
Der Held in Friedrichs „Armem Zifcher“ ift ein Ver- 
treter jener zahlreichen Menfchen, die in ihrem Begehren 


ohne Ende die ungeläuterte Adamsnatur feinen Augenblid 


ablegen, die fich nie wohlfühlen in ihrer Haut und ewig 
die Schranfen ihres Standes durchbrechen möchten. In 
ihm äußert fih auch, der moderne Bug des gefchwächten 
Bewußtfeins der Selbftverantwortlichkeit und der ftete Hang, 
andere enträjtet für ihren Schiffbruh im Leben zur Ber 
antwortung zu ziehen. Da erfcheint ein Pfarrer ald ob- 
stetrix animorum und führt den. Berirrten auf den rechten 
Weg zurüd. Weit entfernt, alle die fchwierigen Probleme, 
an die er rührt, wirklich zur Löjung zu bringen, entledigt 
er fich. feiner Aufgabe doch nicht ohne Geihid. Die Ge 
IHichte ift gut ergählt und mandhe Figur, wie 3. B. des 
die Beit und ihre Bedürfniffe vajch erfaflenden Tatenmenfchen 
„eiperjen, gut geraten, wie auch die feines Widerparts, des 
gegen den Yortfchritt der Beit mit ungenügenden Mitteln 
anfämpfenden alten Hanfen. 

Die wie mit Scheidewafler geichriebene, äbende Satire 
gegen die Jejuiten al3 Jugendbildner >A. M. D. G.« (ad 
majorem Dei gloriam) von Perez de Ayala ift ein jeden 
fall3 jehr intereffantes Buch und eine wohltuende Abmwerhs« 
fung nach der abgeftandenen, faden Buderwafjerbelletriftit 
mit ihren ftereotgpen Kommerzienräten, Badfifchen und Leut- 
nants. Seit &. 5. Meyerd „Die Leiden eines Knaben“ 
erfchien wohl leine jo vernichtende FKritif gegen die Päda- 
gogit der Gejellichait Zeju. Wenn man auch weiß, daß 
den Seiuiten viel Faliches nachgefagt wurde, daß man 3. B. 
die perfönlichen Meinungen Marianas. mit Unrecht ala die 
offiziellen des ganzen Ordens Hinftellte, daß man fogar den 
Ausipruch ihres Todfeindes BI. Pascal: »Nous corrigeons 
le vice du moyen par la puret6 du fine in der Form 
„Der Bwed Heiligt die Mittel" als ihren eigenen ausgab, 
\o wird man fich doch dem mächtigen Eindrud diejer von 
Lebendigkeit, Sadlichleit und Gegenftändlichkeit erfüllten 
Schilderungen, die wie Selbfterlebtes anmuten, nicht ver- 
ichließen können. Auch die wiederholte Erfahrungstatfache, 
daß alle Erziehungstünfte der Sefuiten nicht felten verfagen 
und, anftatt religiöjer Upologeten, WUpojtaten und radi- 
tale Sreigeiiter fchaffen, finden wir überzeugend wieder 


‚gegeben. Neben den tiefen Schatten fehlt e8 auch nicht an 
Dem tyrannifchen, graufamen, in. 


hellen Lichtgeftalten. 
feinem Abjcheu gegen das Schnarhen und Sichumjchauen: 
der Schüler lächerliden P. Erana, dem „Kaninchen“, fteht 
der vornehme, grundgütige, etwas traumfjüchtige Sequeros, 
dem AJugendquäler und Liebling des Superiord, P. Mur, 
der troß feiner Gelehrfamkeit zurüdgefehte, weltfrembde 
P. Utienza gegenüber. Der Verf. unterläßt e8 auch nicht, 
auf die unter der Dede frommer, asketiicher Uebungen in 
dem „Kolleg für den Gymnafialunterriht zur unbefledten 
Empfängnis" in Regium fchleichenden jeruellen Bergehungen 
von Seiten der Lehrer und Schüler Hinzumeijen, weiß aber 


den wibderlichen Eindrud, den fie Herporrufen Fönnten, ab, 
”% 





155 


zufchwächen, indem er fie mehr mit leifem Finger andeutet, 
als in draftifchem, auf den Sinnenfitel berecjnetem Raffine- 
ment fchildert. Auch ein Diskreter Humor läßt manche 
fonft bedenkliche Szene zuläffig erfcheinen. Es ſei nur noch 
auf die Löftliche Epifode Hingewiejen, in der die Bordell- 
wirtin Telva le8 Burres im Kolleg erfcheint. Die auf 
biefe8 Buch verwendete Zeit wird auch anjpruchsvolleren 
Lefern nicht verloren erjcheinen. 

Die „Drei Märchen” von Hegeler fcheinen wohl aus 
dem eriten Flügelprüfen eines fein Talent verfuchenden 
Schriftftellers hHervorgegangen. Wir haben dabei eine be- 
fondere Schwungfraft feiner Phantafie nicht entdeden können. 

Josef Frank. 





Aramen. 
Hartlieb, Wladimir Freiberr v., Roel. Ein dramatifched Gedicht. 
Wien und Leipzig, 1912. Hugo Heller. (130 ©.8.) 4 2,50. 


Hansum, Kerimde, (Frau Maria von Hobe), Machoule, die Er- 
zäblerin. Ecaufpiel nah einer alten Legende in drei Alten und 
an — Wien, 1913. Tempsky. Leipzig, Freytag. (83 ©. 8.) 
AM 3,60. 

Herdener, Haldi, Sonnenopfer. Ein Lied. Bern, 1913. A. Francke. 
476.8) #2. 


Freiherr von Hartlieb fingt in feiner Gedanken⸗ 
Dichtung, die dem Drama nur die Form entnimmt, ein 
hartes Lied von MWeltverzweiflung und Weltveracdhtung. 
Schon der Titel befundet die Gefolgichaft Byrons, denn 
Noel ift einer der Vornamen des englifchen Dichters, ebenfo 
wie der Grundton des Ganzen durch das ald Motto vor 
angeftellte Wort de8 Byronichen Kain gekennzeichnet wird: 
„Denen Leben fchenken, die doh nur Leiden und dann 
fterben werden, das, dünkt mich, ift Fortpflanzung nur des 
Todes, Bervielfahung de8 Mordes." Yerner bat aud 
Shelleyg „Fee Mab“ auf dag Werk befruchtend gewirkt. 
Wejentlich neue Seiten find dem Thema faum abgerungen, 
wie denn eine Ueberholung der engliihen Vorbilder auf 
diefem Gebiet faum möglich erfcheint; immerhin aber tragen 
verjchiedene Teile namentlich des vierten Uftes („im Reiche 
der Gedanken“) originale Prägung, wobei nur zu bedauern 
iit, daB die burleste Färbung der dritten Szene („auf dem 
legten Sterne") den Stilzufammenhang zerftört. Troß 
diejer Gefamtausftellung ijt da8 Ganze dennoch al3 Zeugnis 
einer verheißungsvollen Dichterfraft wertvoll, namentlich 
verdienen die rein Igriihen Bartien hohes Lob. 

Yrau Maria dv. Hobe hat in ihrer Dichtung, der ein 
Vorwort Carmen Sylva3 uneingefchränfte Bewunderung 
zoltt, eine alte türkifhe Legende mit Geichid dramatifiert. 
Ohne Zweifel ift der Zdealismus, der aus dem Drama zu 
und fpricht, jenes Lob aus königlihem Munde wert; bie 
Würde des reinen Weibes triumphiert über finnliche Ges 
bundenheit: die Heldin Machboule, die durch das Gelübde 
erwiger Keujchheit nach Väterbrauchh das Necht erwirkt Hat, 
ald Anwalt des Boll, al3 fogenannte Erzählerin, dem 
Sultan gleichgeftellt zu fein, wählt, um ihr Gelübbe zu 
halten, freiwilligen Tod, al3 die Liebe des Sultans gleiche 
Ölut in ihr entzündet. Ganz hat allerdings die drama- 
tiihe Kunft der Dichterin nicht ausgereicht, die Spuren 
der Legende im Drama zu verwifchen, das Auf und Ab- 
treten der Berjonen ift nicht immer durch die dramatische 
Entwidlung bedingt. Doch zeigt die zweite Hälfte bes 
Stüdes echtdramatifhe Spannung, und reizvolle Bühnen- 
bilder Laffen die ganze Fülle orientalifcher Stimmung und 
Poefie vor den Sinnen des Lefers erftehen. 

Auch die dritte Dichtung, Haldi Herdeners „Sonnen- 
opfer“, ift ein tiefgrünbiges Belenntnis der weiblichen 


— 1913. 39. — Die [hHöne Literatur — 26. Upril. — 


156 


Seele. 3 ift augenblidlid mobern, die Menfchen der 
Setzeit mit ihrem intenfiven Gefühls- und Gedantenleben 
in da8 Wltertum zu verfegen. So werden wir bier auf 
das Eiland der Göttin Kalypfo verjegt und find Beuge 
ihres Seelenltampfes, in dem fie ihre unerwiberte Liebe zu 
dem heimmwehfiehen Ddyfjeus überwindet; fie entläßt am 
Schluß den tränenreihen Dulder, der zu fpät merkt, weld 
koſtbares Juwel ihm in der Liebe der herrlichen Göttin 
verloren gebt. Buzugeben ift, daß die Empfindungen, die 
in der ihrem Wefen nad rein Iyrifhen Dichtung aus- 
geiprochen werden, hochideal und daß die Verje zum größten 
Teil von beftridendem Wohllaut find; diefes Zugeitändnis 
darf uns aber nicht hindern zu befennen, daß wir die 
modern-jentimentale Auffafjung beider Hauptperfonen für 
eine völlige Verfennung der natürlich-naiven Genußfreudig- 
feit der Antike halten: nad Homer und Hefiod ijt der 
göttliche Dulder fieben Sabre bei Kalypfo zu Gafte und 
zeugt troß jeines Heimmeh3 mit ihr zwei ftattliche Söhne. 
Karl Wilhelm Friederichs. 


Säbler, Rolf Guftav, Yupas Ylchariotd. Drama in drei Alten. 
Zripzig, 1912. Barth. (86 ©.8.) #1, 80. 

Bereit3 Goethe Hat darauf Hingewiefen, daß die pfycho- 
logifde Begründung von Zudas’ Verrat eine Hauptaufgabe 
für den Dichter fei, der ed wagen würde in neuerer Beit 
die bibliihde Erzählung zum Gegenftande feiner Dichtung 
zu wählen. SBebbel ift dann in den Entwürfen zu feinem 
Ehriftusdrama fo weit gegangen, den Sab niederzufchreiben: 
Sudas fei der gläubigite aller. Aber wie viele fih nun 
auch daran verjucht haben, da8 Ergebnis, wie Artur Quther 
e3 in feinem „Beitrag zur vergleichenden Literaturgefchichte 
Sefus und Judas in der Dichtung” (Hanau 1910) zog, 
fiel nicht ehr erfreulich für die neuere Dichtung aus. 
Neben dem Herrn muß Judas als Gegenipieler immer zu 
jehr herabgedrüdt ericheinen. E83 ift daher von Häbler 
ein ganz glüdlicher VBerfuh, ohne weitere® Yudas, den 
glühenden VBaterlandd» und Treiheitsfreund, in ben Mittel: 
punft zu jtellen und die Perfon des Herrn, von Dem 
natürlich fortwährend die Rede fein muß, gar nicht felber 
auftreten zu laffen. Nach den verichiedeniten Seiten fehen 
wir Yudas’ Charakter beleuchtet, im Verkehr mit ven 
PHarifäern, den Römern, mit dem fchlidten Simon Petrus. 
Un Stelle von Maria von Magdala ijt die jüdifche 
Hetäre Chloe getreten. Daß Zudas auf ihr Verhältnis zu 
Selu eiferfüchtig wird, ijt weder gut erfunden, noch für 
fein Handeln nötig, denn dies erfolgt im Drama durchaus 
aus dem idealen Grunde, daß er den zögernden Meffias 
zum Losfchlagen und der Errichtung des erträumten Meffia 
reiches zwingen will. Die Hinter dem Vorhang geiprochenen 
Worte Sefu, daß ihr jehen werdet des Menjhen Sohn in 
den Wollen des Himmels, laffen den edlen Verräter für 
einen Augenblid an dag Gelingen feines Planes glauben, 
um ihn dann um fo tiefer in rettungslofe Verzweiflung zu 
ftürzen. Kaiphas verfteht ihn: 

„Du glaubteft an ihn Bid zu allerlept, 

da Schon die andern ihn verleugneten, 

und glaubteft am ftärkiten, ald Du ihn verrieteft.“ 
Leider hat der begabte Verfafjer auf den Bau feiner Verfe 
allzu wenig Wert gelegt und auch mancher fprachlichen 
Härten fih in feinem gebdanfenvollen, anziehenden Leje- 
drama jhuldig gemadht. M. K. 


Mraufführungen in Gera und Wien. 
Birinsti, Leo, NRobion NRaskolnitow. Tragödie in drei Alten. 

Uraufführung im Hoftbeater zu Bera am 9. April d. 3. 
US der junge ruffifhe Dramatifer Birinski mit der 
Tragödie des Nihilismus „Moloh” und fpäter mit Der 


157 


Tragilomödie „Narrentanz” an die Deffentlichleit trat, ent- 
fand ein ernfter Meinungsaustaufh darüber, ob hier 
Hoffnungen auf eine gedeihliche ‚Weiterentwidlung vor« 
handen feien oder nicht. Denn in beiden Dramen offenbarte 
B. ftarken Theaterinftinkt; die Yrage blieb nur offen, ob 
er in diefen Werfen an Gogol und feine fatirifch-ironifche 
Tendenz antnüpfend, wirklich jelbitändig von innen heraus 
fchaffe oder ob etwa nur ein Gefallen an fenjationeller 
Tragif fih mit ftarl formalem Talent verbunden habe, 
da3 durch äußere Wirkung über die innere Bedeutungs- 
loſigkeit hinwegtäuſche. Dieſe Frage kann auch jetzt nach 
ſeinem dritten Bühnenwerk noch nicht endgiltig beantwortet 
werden, das unter dem Titel „Rodion Raskolnikow“ mit 
ſtarkem äußeren Erfolge ſeine Uraufführung erlebte. B. 
hat damit einen Verſuch wiederholt, den früher Eugen 
Babel mit feinem Einfühlungsvermögen in die ruſſiſche 
Volksſeele unternommen hatte, und den Romanhelden aus 
„Schuld und Sühne“ von Fedor Doſtojewski zum Helden 
einer Tragödie gemacht. Dabei mag ihn die auf ruſſiſches 
melancholiſches Phlegma berechnete Breite des Romans 
gereizt haben, die er durch Zuſammenziehung auf drei 
knappe Akte hat zwingen wollen. An und für ſich ſpricht 
es nicht ſehr zu Gunſten B.s, daß er ſich durch Dramati⸗ 
fierung eines Romans von vornherein der wichtigen Auf— 
gabe des Dramatikers entzogen hat, den Rohſtoff ſelbſtändig 
zu geſtalten, die Probleme zu ſtellen und die Menſchen in 
ihrer Handlungsweiſe zu motivieren. Inhaltlich ſteht das 
Stück völlig auf den Schultern Doſtojewskis, der alle 
Perſonen ihrem Charakter nach und alle Handlung in 
ihrer inneren Motivierung genau vorgeſchrieben hat. Da 
wo B. nun Eigenes geben ſollte, verſagt er durchaus: die 
Umformung des Romanſtoffes in eine wirklich dramatiſch 
unanfechtbare Handlung iſt ihm nicht gelungen. Vielleicht 
aus dem prinzipiellen und tiefer liegenden Grunde, daß es 
überhaupt nicht möglich iſt, die epiſche Breite der ganz 
anderen Bedingungen unterworfenen Kunſtform des Romans 
kurzerhand in drei Akte zu zwängen. Die Expoſition zeigt 
uns Raskolnikow in ſeinem Grübeln über das Verbrechen 
und deſſen Natur und Entſtehung; ſie motiviert auch die 
zwiſchen dem erſten und zweiten Akte liegende grauenvolle 
Mordtat als den Wunſch Raskolnikows, der Mitwelt ſeinen 
Mut zu zeigen. Der zweite Akt bietet im Weſentlichen 
Zuſtandsſchilderung; der dritte bringt dann das Geſtändnis 
und den Gang zum Gericht. Die Unmöglichkeit aber, die 
reihe Handlung des Romans auf die Bühne zu bringen, 
bat den Dichter genötigt, die drei Alte mit langatmigen, 
aber infolge ihrer glänzenden Dialektik intereffanten Unter- 
Haltungen über das Verbrechen auszufüllen, die jedoch mit 
dramatischer Kunst nicht mehr zu tun Haben, und eben 
nur in der Kunſtform des Romans möglich find. Der 
trogdem zuftande gefommene äußere Erfolg ijt alfo mehr 
dem an fich danktbaren Stoff und einer guten Technil, 
aber nicht inneren Vorzügen zuzufchreiben. 


F. E. Willmann. 


Trebitih, Siegfried, Ein Mutterfohe. Schaufpiel in drei Alten. 
Uraufführung im 8. ?. Hofburgtheater zu Wien am 10. April 1913. 


Iſt da8 Wiener Burgtheater wirklich zur Verfuchshühne 
für unfähige Dramatiker herabgefunfen und müfjen wirklich 
auch die unmöglichiten Stüde aufgeführt werden, nur weil 
deren Berfafler einem gewilfen Teile der Wiener Publiziftit 
entftammen oder doch naheitehen? Dieje Frage drängt fich 
unwillfürlich jedem unbefangenen Beobachter auf, ber unfer 
altehrwürdiges Kunftinftitut von Niederlage zu Niederlage 
fohreiten fieht und fih über die Urfachen diefer traurigen 


ie 


— 1913. 9. — Die [höne Literatur — 26. April. — 


158 


Erſcheinung Rechenihaft zu geben fucht. Auch der lebte 
verunglüdte Ubend Täßt wohl kaum eine andere Erklärung 
zu. Denn man braucht wahrlid fein Dramaturg von 
Fach und mit großer Bühnenerfahrung audgeftattet zu fein, 
um fon nach der flüchtigften Lektüre von Trebitfch' 
„Mutterjohn” Ddieje Arbeit als gänzlich verfehlt und für 
eine ernjte Bühne ungeeignet zu erkennen. Das Stüd 
beruht auf unmöglichen, wenn auch mit Spibfindigfeit aus- 
geflügelten Grundlagen. Der talentlofe, neurafthenifche 
Sohn Richard eines biederen Beichenlehrerd und einer hoch 
gradig Hufteriichen Mutter fühlt fich berufen, ein großer 
Maler zu werden. Uber bisher Hat er nur Stümperarbeit 
geliefert und wird deshalb von der weit tatkräftigeren, 
bon ihm angebeteten Malerin Laura dv. Witrowsfa ab- 
gewiefen und auf den Beitpunft vertröfte, wo er einmal 
wirkliche Leiftungen werde aufweijen fünnen. Doc feine 
franfe Mutter glaubt an feine große Zukunft und da er 
ihr einmal den Ausfpruch Michelangelo’3 zitiert, der be- 
hauptet haben fol, er Hätte ohne die vornehmen Uhnen 
in jeinem Blute nicht jo viel leiften Lönnen, macht fie ihm 
die bei ihr zur firen dee gewordene Eröffnung, fie habe 
fh einft einem fchönen Kavalier in einem fchwachen 
Augenblid ergeben, und er fei Die Frucht diefer Begegnung 
und alfo adeligen Geblüteg. Dieje Mitteilung, die auf 
jeden normalen Menfhen niederfchlagend gewirkt Hätte, 
verjegt Richard in die höchite Begeifterung. Nun fühlt er 
fid mit neuem Leben erfüllt und, was das Merkwürdigfte 
ift (denn bisher wußte man nichts davon, daß adelige 
Abftammung auch fehlendes Künftlertalent erjegt), er malt 
plöglich jchöne Bilder, Die jogar von der Jury ausgezeichnet 
werden; auch ift er fchon nahe daran, Laura für fich zu 
gewinnen. Da erjcheint jener Artftofrat, der angebliche 
einftige Geliebte feiner Mutter, ein General und Kunft- 
mäcen, auf dem Plane und Richard Hat nichts Eiligeres 
zu tun, als fich ihm als fein Sohn zu erkennen zu geben. 
Uber der vermeintliche Vater bereitet ihm eine große Ent 
täufhung und erflärt mit feinem Ehrenmworte, nie mit der 
Mutter anders al3 platonifch verkehrt zu Haben. Diefe 
und eine darauffolgende Szene, worin Richard ungeftüm 
die DBaterjchaft des Wriftofraten fordert und diefen, weil 
er fih nicht dazu befennen will, mit Vorwürfen überhäuft, 
wirfen geradezu grotesf, und haben bei den Bufchauern 
einen vom Wutor gänzlich unbeabfichtigten Heiterfeitserfolg 
erzielt. Um aber dem Widerfinn des Ganzen die Frone 
aufzufegen, bat die nun erlangte fchredfihe Gemwißheit, 
ehelicher und nicht unehelicher Geburt zu fein, bei Richard 
nicht nur einen Verzweiflungsausbrucd, jondern, was nod) 
erftaunlicher ift, das plögliche Wiederverfiegen feines ers 
wachten Talentes und feiner Schaffensluft zur Folge. Der 
fo fchnöde verleugnete Vater erbarmt fich des armen Narren 
(denn als folden müffen wir ihn wohl mit dem General 
betrachten) und nimmt ihn mit fich nach Haufe; die Zukunft 
ift in Duntel gehüllt. Diefer Höchft ungereimte und un- 
erquidliche Inhalt ift durch einen Dialog, der fih in blut- 
leeren Abjtraktionen und endlofen Kunftgefprächen ergeht, 
nit anziehender geftaltet. Kurz, e83 war ein troftlofer 
Ubend und man Tann nur das aufriditigfte Mitleid mit 
ben audgezeichneten Künftlern des Burgtheater haben, Die 
fih fortwährend mit jo undantbaren, zwedlofen Aufgaben 
abmühen und leeren Hirngefpinnjten den Unfchein der 
Lebensfähigteit verleihen follen. 

Ä Carl Seefeld. 





169 


— 1918. 9. — Die [höne Literatur — 26. April. — 


160 





Lyrik. 
Eiſenlohr, R. It. Des dentſchen Arbeiters Fa un Hammer: 
ſchläge M.Gladbach, 1918. Volksverein. . 81.8) 41,280. 
— Ernſt Ludwig, Aus meiner Stille. Gedichte. Er 
kurg, 1910. Haltyone-Berlag (64 ©.4) #1, 50; geb. 42, 
Bo, Dtto, Zwifchen Sinnenglüd und Seelenfrieden. Gedichte 
und Ueberfegungen. Berlin, 1912. Güfferott. (79 ©. 8.) 4 2. 
— Karl, Stile Stunden. Berlin, 1918. Boll & Picardt. 
95 ©. 8) 42. 


Mofenberg, Morig, Des Lebens nnd bed Werdend Zug. Ge⸗ 
dichte. Straßburg i. E., 1912. Einger. 61 S. 4.) 41. 

Das Büchlein „Des bdeutichen Arbeiterd Herz. unb 
Hammerjchläge”, das wir nicht des Werted wegen an erfter 
Stelle berüdfichtigen, ift eine neue Gabe auf dem Gebiete 
der Spezialanthologie. E3 fol mit feinen 38 Stüden, die 
hauptfächlich Iyrifcher und Igrifchrepiicher Art find, das Wert 
der jchwieligen Hand verherrlichen und zur Stärkung edlen 
Selbftbewußtfeins im jchwerringenden Arbeiter und Bauern- 
tum beitragen. Leider vermochte der noch redht junge Her« 
ausgeber die hohe und bedeutende Abficht, die er auch durch 
ein Start religiös gejtimmtes Vorwort fundtut, nicht in ber 
friedigende Tat umzufegen. Bei der Umihau nad ent« 
iprechenden Quellen vor allem bat er es fich ein bischen zu 
leicht gemadt. Ein gut Teil der ausgewählten Gedichte 
ufm. könnte durch einwandfreiere oder vollwertige Gaben 
erjegt werden. Bon Eifenlohr felbft ift nur „Das Gebet 
des Taglöhners* (©. 72/73) des Drudes würdig. Seine 
übrigen, im VBordergrunde der Sammlung fich aufdrängenden 
Bersfrüchte offenbaren dilettantifche Unreife. Nicht befler 
fteht e3 mit einigen Ejchelbadichen Gedichten und den 
Stüden von Lindner (4), Hielfcher (1) und M. Herbert (1). 
Die wichtige Forderung, auch dem äfthetifch nicht anfpruchs- 
vollen Lejer kunfttüchtige Poefie vorzufegen, fei hier nad 
drüdlich ausgefprochen. Unangenehm für Gegner tendenzidfer 
Kunftbeftrebungen ift wohl dann die Wahrnehmung, daß der 
tatholiihe Herausgeber Dichter feines Belenntniffes bevor» 
zugt. Daraus erklärt fich auch zweifellos der vorbezeichnete. 
Mangel. 

Von dem jungen Weimarer Lyriler Ernft Ludwig 
Schellenberg beligen wir bereit3 einige Buchichöpfungen, 
die an vielverfprechenden, ftimmung- und formfeinen Broben 
reih find. Sch. ift eines jener deutſch und geſund 
gebliebenen modernen Talente unferes Volles, die bei 
den formell und jprachlich vornehmen Neutönern franzöfilcher 
Lyrik erfolgreich in die Schule gingen. Wu in feinem 
vornehm ausgejtatteten Wert „Uns meiner Stille” erweift 
er fich als ein zartfühliger Kunftariftofrat eigenfter, aber 
niemal3 unnatürlich gefchraubter und Frankhaft fonderlicher 
Urt. Necht bezeichnend für feine Gejamtweife ift das fol 
gende Igrifche Selbfthefenntnis: 

Zum Ausgang. 
Mich führt mein ſtiller Pfad durch Dämmerlicht; 
Den ſchreit ich einſam. Aus verlor'nen Tagen 
Weht mir ans Ohr ein frommes Glockenſchlagen, 
Und dankbar lauſchend, neig' ich mein Geſicht. 
Und wie ein Kind ſich Herbſtzeitloſen flicht, 
Um fie verfhämt im blonden Haar zu tragen, 
So muß ich leife, fchlante Berfe fagen 
Und forme fie zu tröftendem Gedicht. 
Wer will mich fchelten, daß ed nicht der Mai, 
Nicht Sturmmwind ift, von dem ich raufchend finge? 
Dap ich nicht laut mit Welt und Schidfal ringe? 
Nur in der Stille wachfen mir die Dinge, 
Und aud) ich felber werde weit dabei, 
Daß ich fie wie ein Bruder eng umjchlinge. 

Wie ein wahllos zufammengepreßtes Bündel gewöhnlicher 
Teldblumen neben einem forgam und fparjam gebundenen 
Liltenftrauß eriheint Otto Voß’ „Bwilchen Sinnenglüd und 
Seelenfrieden”" gegenüber dem Werke Schellenbergs. Die 


eigenen Poeme, die uns ®. in den Kapiteln „Wetur unb 
Liebe," „Seelenlämpfe” und „Scherz und Spott“ beichert, 
offenbaren techniſch oft erſchreckende Rückſtändigkeit. Häßlich 
und bildlich falſch ſind Wendungen wie: 

„Dedes Grau ſchien une gewichen, 

Bleiches Zagen fortgeſchlichen 

Vor des Lichtmeers Purpurflut.“ 


„Kletternd über Dached Spipen 

Sprang die Sonn’ empor im Lauf.” 
Die beften Broben gibt der erfte Teil des Buches. „Wid- 
mung“ und „Geborgen” feien für Freunde befcheidener, 
herzlicher Perfünlichfeitsdichtung hervorgehoben. In „Seelen- 
fämpfe” zeigt fi) 3. als gottleugnender, pefifimiftiiher und 
mit dem Gedanken des Selbjtmords3 fpielender Geift. Die 
fünftlerifch und ftofflic” minderwertigften Stüde findet man 
im dritten Teile. Beachtenswert find die „Zweizeiler“, die, 
abgefehen von der boshaften Uebertreibung und der atheijti- 
ihen, cHriftentumsfeindlihen Tendenz in einzelnen Epi- 
grammen, gut zupaden. Die größte dichteriiche Befähigung 
beweift B. durch feine in freizügiger FSormung vorgenom- 
menen „Ueberjegungen” (4. Zeil) „Aus den Liedern der 
Sappho” und der „Lieder Catull3 an Lesbia”. 

Dem Bande „Stille Stunden” von Karl Marefch tut 
man fon durch bloße Angabe feines Titels und Verlages 
reichliche Ehre qu. Das ungefchidt Dilettantifche darin Täßt 
auf einen jungen Verfaffer jchließen. 

Mori Rojenbergs Reimbeft, das Findhaft Unkleres, 
Bermworrenes und jprachli Höchft Ungefchidtes, ja Häufig 
Tehlerhaftes bringt, gehört zu dem Mindermwertigften, mas 
Geichäftsgeiit jemals auf KRoften des „Spenders” zum Buch» 
werk zu machen wagte. Wilhelm Müller-Rüdersdorf. 





Zeitſchriften. 


Das land. Flluftrierte Wochenfchrift für Bayerns Land und 
Bolt. Hab. v. I, Weit. 24. Yahıg., Nr. 26/27. München. 
Snh.: (26/27) U. Steinberger, Der Traum vom Slüd, — 
3 Sturm, Eine Drientreife des Johann Georg von Preyfing im 
abre 1561. — F. Hader, Karfreitagsprogeffionen in Bayern vor 
der Aufflärung. — (26.) A. Dreber, Franz Trautmann. — (26/27.) 
9. Steinberger, Die Refidenz in Würzburg. — (26.) Th. Dom- 
bart, al Luſthäuſer. — F. Schuſter, Schloß Nattern⸗ 
berg. — (27.) F. A. Meyer, Die Frühlingsfeier im Allgäu. 


Der Breuner. Halbmonatsſchrift, hgb. von L. v. Ficker. 3. Jahrg., 
Heft 13. Innsbruck, Brenner⸗Verlag. 
Inh.: C. Dallago, Der große Unwiſſende. III. (Waldgänge.) 
W. Kauders, Einkehr. — W. Scheller, Jean Paul. — Benedikt, 
Inns brucker Kunſtſchau. XIX. — Karikaturenfolge 61: M. v. Eſterle, 
Dr. Auguſt Lieber. 


Das Buch für Alle. Red.: Th. Freund. Jahrgang 19183, Heft 18/18. 


Stuttgart, Union. 
Inh.: (15/18.) ©. Hartwig (Emmy Koeppel), Bleib bir treu! 


Roman. (FZortf.) — (16.) Die Erhöhung des Rildammes bei Affuan. 


— Die Krönung ded Königs Stephan Dufhan zum Zaren der Serben 
und Griechen in Skoplje (Mesküb). — Neapolitaniſche Fiſchverkäufer. 
— (15/18) ®. Urban, Des Wunfhes Ende. Der Roman einer 
Frau. (Fortf) — (15.) Ein Drama in der Mondnadt. — Rah dem 
Shiffbruh. — Biehauftion auf einer argentinifhen Yarm. — Die 
Sefangprobe vor dem Intendanten. — U. Römer, Kiewitt. Humoresfe. 
— B. Kabel, Alzu gut verborgene Schäge. — (16) Dic Be 
freiungdhalle bei Kelheim. — Ein Beförderungsmittel der Ariftokratie 
in Korea. — Berbör eined der Spionage verdächtigen Bulgaren in 
einem rumänifchen Grengort. — Die Feier des Geburtöfefted ded Pro 
pheten in Tripoli (Syrien). — Die Strandung bed englifhen Dampfers 
nBeronefe* bei Oporto. — Steinbodjagd im Kaufafus. — IljeDora 
Zanner, Die Frühlingdreife Novelette — U. D. Klaußmann, 
Der moderne Berufsbund. — (17.) Der Unterfeefchlitten für Taucher. 
— Der Tanz Samfond ded Starken in Krafaudorf bei Murau (Öteier- 
mark). — Am Florafeft in Herculaneum. — Ein Winpmühlenbrand. 
— Aufllärungsritt in den Befreiungätriegen. — D. Hoeder, Sturm: 
fahrt. Erzählung. — Elfe Franken, Schwiegermütter. — (18.) Suda- 


161 


— 1913. 389. — Die Ihöne Literatur — 26. April. — 


162 





nefifhe Tänzer in Zunid. — Der Yabnenträger von Vionville. — 
Bange Minuten. — An der Audgabeftelle der Zeugengebühren beim 
Landgericht I in Berlin. — Braunfhweig. — Das tragifche Ende der 
Herzogin Maria von Burgund. — Hochzeitdfahrt auf dem Achenfee. — 
©. Barintay, Ein Geheimnid. Novellette.e — R. Tobien, Dad 
Eignalbud ded „Haireddin Barbaroffa*. Epiſode aus dem Balkankrieg. 


Bühne uud Welt. Red.:H. Stümde. 15. Jahıg., Nr. 13. Leipzig, 
G. Wigand. 

Inh.: F. Rupp, Conrad Ekhof und die Herzogin Anna Amalia 
von Weimar. Ungedruckte Briefe. Mit kritiſchen Erläuterungen. — E. 
L. Stahl, Das altdeutſche Oſterſpiel. — W. Turs intty, Der 
Hervorruf. — Derſ., Bon den Berliner Theatern 1912/13. XII. — 
®. Shaumberg, Don den Münchener Theatern. — 8. Klinen- 
berger, Bon den Wiener Theatern 1912/13. IX. 


Daheim. NRed.: PB. D. Höder. 49. Jahrgang, Nr. 28/29. Leipzig, 
Belhagen & Klafing. 

Inh: (28.) Weibliche Ehefd deutfcher Regimenter. — Dtto March +. 
— Karl Günther, Turnen und Sport. — Das neue Heimatmufeum 
in Burtebude. — Oberhofs und Domprediger D. Diyander. Zu feinen 
70. Geburtötage. — (28/29.) Lene Haafe, Die märkifchen Lienome. 
Roman. (Fortf.) — 127,28.) Ad. Zimmermann, Ald Gaft deurfcher 
Ingenieure im Taurus. — Martin Jacobi, Bon der Berliner Sing» 
atademic. — (28/29.) Ada v. Gerspdorff, Erinnerungen. — 28/29.) 
Helene Dalmer, Der Wurzer-Tonl, Roman. (Yortl.; — (29.) Die 
Behrvorlage im Reichstag. — Wiener Porträtphotographien in Berlin. 
— Brof. Dr. Adolf Siaby +. — Die Erneuerung der Petrifirche in 
Tüblbeim a. d. Ruhr. — M. Conrad, Abnoimer Wanderttieb. — 
Die Sartentunft von heute. | 


Denti-Defterreih. Wohenihrift für Politit, Kunft und Kultur. 
Hrögbr.: PB. Samaffa. 1. Zahrg., Heft 15/16. Wien. 

Inh.: 15.) ©. Heimfelfen, Stimmungen aud Bodnien. — R. 
Nitter Fürer von Haimendorf, Die Wohltätigkeit in ibrer Ent 
wicklung. — PB. Debn, Bor hundert Jahren. — F. Himmelbauer, 
Drei Parabeln. — Th. Antropp, Der Wiener Theaterwinter. — 
M. v. Stern, Aphorismen. — (16.) PB. Samaffa, Wettrüften. — 
A. Flanz, Slaviſche Landesſprachen an deutſchen Mittelſchulen. — 
E. Schwiſedland, Erſte Schritte zur Alkoholbekämpfung. — E. Ertl, 
Drei Tage. — H. Greinz, Feuilletons eines Dichters. 


Das literariſche Dentſch-Oeſterreich. Wiener Wochenſchrift für 
Literatut und Kunſt, Politik und Volkswirtſchaft. Hrsgor.: Leon 
Schlein⸗Saville. 183. Jahrg., Nr. 640/641. Wien, Lechner 
& Som. 

Smb.: (640) M. Eaftle, Defterreih-Ungamd Stellung in der 
Levante. — D. Geller, Die Torggelftube. — (640/641.) Florentiner 
Bilder und Träume. — (640.) R. Darcu, Wahrheiten. — U. 8. Zip, 
Nichts zolfrei. — ©. Faber, Largheitoe. — Roda Roda, Lebo- 
witſch Joſchlele. — L. Buch srucker, Der Budlige - M. Schloß, 
Die Kriegemarine und die Sozialdemokratie. — 641.) Irene Wabl- 
ſttöm. — Wie Napoleon 1812 die große Armee verließ. — J. V. 
Berger, Die Selbſternährung der Monarchie. — K. v. Lang, Ge—⸗ 
nügt unſer Rektutenkontingent? 


Das literariſche Echo. Hrsgbr.: E. Heilborn. 15. Jahrg., Heft 14. 
Berlin, len & Co. , ——— 

Inh.: O. Ewald, Ueber philoſophiſche und literarhiſtoriſche 
Methode. — W. Dünwald, Guſtav Freytag und Ilſe. — P. Ernſt, 
Ein Romantiker. — L. Bertrand, Phantafien. — C. V. Suſan, 
Steingrimur Thorſteinsſon. — St. Thorſteins ſon, Schwanengeſang 
auf der Heide. — ©. Minde-Pouet, Reue Kleiftliteratur. ir. — 
F. Schotthoefer, Aus Pariſer Theatern. 


Die — Hrsgb. von G. Cleinow. 71. Jahrg. Nr. 14/16. 
Berlin, Verlag der Grenzboten. 

Inh.: (14.) Frhr. A. v. Woellwarth, England und Rußland 
in Perfien. — H.O laſer, Fürſtliche Gegner Bismarcks. — P. Wentzzke, 
Vom alten und vom neuen Reichsarchiv. — B. Prilipp, Die iriſche 
Renaiſſance und George Moore. — Spectator, Die Wehrſteuern 
und die wirtſchaftliche Lage. — (16.) W. v. Maſſow, Das werdende 
Albanien. — W. M. Becker, Mehr Herder? — Metz, Schon wieder 
ein Gegner der inneren Koloniſation! — K. Guenther, Die Rodia. 
Erzählung aus Ceylon. 


Sammer. Barteilofe Zeitfchrift für nationales Leben. Red.: Theod- 
Fritſch. 12. Zahıg., Ar. 259. Leipzig, Fritic. 
Inh.: Th. Fritſch, Eine Aufrchnung. — A. Bartels, Friedrich 
— Brunin 8, Wie Frauen nit fein ſollen. — Fiſcher, 
. W. Raiffeiſen (4 11. März 1888). 





Die Heimat. Monatsſchrift d. Vereins z. Pflege der Ratur⸗u. Landes⸗ 
tkunde in Schlesw. Holſtein, Hamburg u. Lübeck. 28. Ig., NRr. 4. Kiel. 
Inh.: Bödewaldt, Johann Hinrich Fehrs. — Fehrs, En 
Sünndag merrn in 'e Wek. — Menſing, Proben aus dem Schleswig-⸗ 
Holfteinifchen Wörterbud. II. — Meyer, Plattdeutihe Ausdrüde und 
Medendarten. — Karftend, Bur un Dagglöhner. I. — Lorenpen, 
Pflege der alten charakteriftifchen Dorfblumen. 


Der Horizont. Audblide auf Literatur und Leben. 2. Fabıg., 1. Heft. 
Berlin, Eurtius. 

Anh.: Was gewinnt und verliert Aegupten durch die Engländer? 
nach dem Briefe eined Unparteiifchen aus Kaito. — J. H. Breafted, 
Argypten. Das Land. Deutfh von S. Ranfe. — Hymnen eined Könige. 
Proben altäguptifcher Voefie aus Breafted-Rante, Gefchichte Aeguptene. 
— Die ägyptiſche Himmeiskuh. Aus Braeſted⸗Ranke, Geſchichte Aegyp⸗ 
tens. — Das ägpytiſche Muſeum zu Kairo. 


Hochland. Monatsſchrift für alle Gebiete des Wiſſens, der Literatu 
u. Kunſt, hrsg. v. K. Muth. 10. Jahrg. 7. Heft. München, Köſel. 
Inh.: H. Grauert, Zum Regentenwechſel in Bayern. — K. 
Linzen, Marte Schlichtegroll. Rman. — K. Muth, Ein Apoſtel 
der Freiheit und Liebe: Frödsric Ozanam. — %. Kolberg, Die Be 
freiungäfriege und die bildende Kunft. — 8. Dieterich, Bulgarien 
einft und jept. — E. Shmig, Zur Frage der modernen Kirchenmufil. 


Der Kompaß. Red.: E. Börlad. 9. Iahıg., Heft 2/14. Stuttgart, 
Kohlhammer. 

Inh.: (2/3.) A. Supper, Die Dachrinne. (Fortſ.) — .) J. 
Siebe, Das große und das kleine Lenerl. (Schl.) — Zur Mobili⸗ 
ſierung der Balkanſtaaten. — H. Dreßler, Die Todesfahrt. — B. 
Sanden, Eine Hochzeitereiſe. — W. Kemter, Das Steinhorn. — 
Die Winterſchutzdecke der Edelroſen. — Aus dem Leben der Weſpen. 
— (3/4.) M. Itommmershaufen, Der Ubrladen. — (3.) v. Gneiſt, 
Wie fich der hrimgekebrte Eommerfrifchler feine Erholung dauernd er 
hält. — Die Baltanvölker: 1. Montenegro. — Bom Madfenfpiel der 
Sinfetten. — Belobnte Ehrlichkeit. — (4/7.) L. Glaß, Ein Schweſter⸗ 
berz. — (4) Die Ballanvöller: 3. Die Serben. — Wa Mutterliebe 
vermag! — H. Radeftod, Die gefangene Prinzeffin. — (4/6.) A. 
Burger, Aus fhweren Tagen. — (4.) Die Kultur der Hyazinthen 
auf Släfen. — €. Gros, Dad Augenliht der Blinden. — (6.) 
Botteler, Die Echlaftrantpeit. — Die Balkanvölker: 3. Die Bul« 
garen. — M. Eberhardt, Weihnahtsaufführung. — Ludwig Uhland 
ale Stiefellneht. — 8. Tingwaldt, Wirbelftürme und Wetterfäufen. 
— 6.) 3. Siebe, Die Heimkehr. — ©. Kleinbah, Berfühnt. — 
(6/9.) M. Körner, Sriede auf Erden. — (6.) Die Ballanvöller: 
4. Die Griehen. — Alpdrücken. — (7.) E. Rolfs, Ihr Zukünftiger. 
(7 / 9) A. Supper, Auch Eine. — (7. M. Eitner, Froͤhliche Weih⸗ 
nacht. — Prinzregent Luitpold von Bayern *. — Die Balkanvoͤlker: 
5. Die Türken. — Weibnachten auf der Landſtraße. — (8/13.) R. 
Greinz, Der Stiegel Bader. — (8.) H. Schlüter, Die Neujahrs⸗ 
beichte. — K. Stehr, [Um Mitternacht. — 6. Günther, Der 
Bäuerin Porträt. — R. Aderhold und R. Goethe, Der Krebs der 
Obſtbäume und ſeine Behandlung. — (9.) M. Robér, Pantſchas 
Wintermantel. — Greeven, „Da naht es ſchnell wie Gewitterſchein ...“ 
— (9/10.) H. Villinger, „Gecken los!“ — (9.) H. Quadt, Deutſche 
Pflihttreue. — Etwas über Winter und Sommer. — Roda Roda, 
Miine Nichte Poldi. — E. Rhan, Wad muß die Frau von der Ges 
flügelzucht wiffen? — Hochgebirgdtouren im Winter. — (10.) Raub 
eugfang in Deufh-Sütweftafritı. — Dad Eiferne Kreuz und feine 

edeutung. — Anno 1813. — Warum Hand Schmidt ein Zemperenzler 
wurde. — Unglüdsfälle dur celektrifhe Hocipannungsanlagen. — 
Baummunden. — Die Lebensfähigkeit der Samen. — (11.) Ueber 
Schußverlegungen und ihre Heilung. — Bon Jungfernreben (Ampe- 
lopsis). — D. Genft, Eccfiih und Seefifhhandel. — (11/13) M. 
K. Böttcher, Rekrut Wurmbeißer. — (12.) H. Kürenberg, Die 
weiße Schürze. — Die Fremdenlegion. — Altes und Neued über fünft- 
lihe Brut. — Zufammenfpiel. — Der Wille zur Gefundbeit. — M. 
Doberenz«Eberlein, Himmelsfhlüffel. — Hafenfragwunden an 
DOpftbäumen. — (13.) Botteler, Ueber Atemgnmnaftit. — Käte 
Lubowsti, Ofterhafen. — Unfere Schwalben. — 8. Tolftoi, Kleine 
Mädchen weifer ale reife Männer. — ©. Hedin, Ein fehwieriger Fluß- 
übergang Hedind. — €. Rhan, Nüslihe Winte über dad Brüten. 
— (14) 9. Arnold, Perude? Novelle. — M. 8. Böttcher, Eine 
Heldin von Anno 1813. (Johanna Stegen.) — Zwei edle Menfchen- 
freunde: F. W. Raiffeifen und Dr. David LKivingftone. — Albanien. 
Die 300: Jahrfeier der Romanowe. — E. Kettner, Nadı vierzig Fahren. 








Licht und Schatten. Bochenfhrift für Schwarzweißfunft u. Dichtung. 


Hob. von H.v. Bumppenberg. 3. Zahıg., Nr. 26,27. Münden. 
Snh.: (26.) Dito Zopf, Die Berufung ded Hugo van der Goes. 
Eine Xegende. — (27.) Carl Buffe, Zufchu der Narr. — Frip Sänger, 
Warum .. .? Weil —! 





168 


— 1918. 389. — Die ſchöne Literatur — 26. April. — 


164 





Beutieär- WBodenblatt. Rev: u. Gcriba. 98. Jahrg. Rr. 42/48. 
Berlin, Minler & Cohn. 

And.: (423 u. 48.) Chronologiſche Ueberſicht der Ereigniſſe vor 
hundert Jahren. — (42/43. Die Maſchinengewehre beim Anugriff der 
Infanterie. — (43.) Vom Balkankriege. — v. Löbell's Jabresberichte 
über das Heer⸗ und Kriezzweſen. — (3/ 47.) Zur neuen Heeres⸗ 
vorlage. — (483/44.) Die Truppenbewegungen bis zum Beginn des 
—A 1813 und das Treffen bei Möckern⸗Dannigkow 
am 5. April. — (44.) Zum Jubilaͤum des 2. Hannoverſchen Infanterie⸗ 
regiments Nr. 77. — Vierzigjähriges Inhaberjubilaͤnm des Königlich 
Bapyerifhen 7. Infanterieregiment® Prinz Leopold. — (44/46.) Der 
Sefepentwurf zur Wiedereinführung der dreijährigen Dienitzeit im fran 
zöftichen Heere. — (44 u. 47.) Regimentsabende. — (45.) Ein Erinne: 
rangdtag Seiner Königlichen Hoheit Des Prinz Regenten Qudiwig ven 
Bayern. — (45.) Der Ausbau der Wehrmaht in Defterreih-Ungarn. 
— (45/46.) Betrifft Zruppenjubiläen. — (46.) Milutärtebniihe Um 
fdau: Aus dem Sebiete der drahtlofen Zelegraphie. — Kraftfahrprogen. 
— Die Führung in den neueflen Kriegen. — (47.) Enplande Wehr 
organifation am Scheidewege. — Warum Defterreih-Iingarn den Sande 
fat NRovipazar räumen mußte. — (47/48.) Ein neues engliiches 
Kavallerieregliment (Cavalry Traininig 1913), — (48.) Zur Auf. 
bringung ter erhöhten Rekrutenquote. — Eine „Deutiche Wehrnummer” 
der Yluftrierten Zeitung. 


Deutfhe Reune, Hräg..v. R. Fleifher. 88. Jahrg. April 1918. 
Gtuttgart, Deutſche Berlagsanftalt. 


Inh.: Sir Eh. Bruce, Eine Brüde zwifhen der Tripelentente 
und dem Dreibund. — W. H. de Beaufort, Die Großmädhte und 
ber Friede. — v. Soerp, Ueber die Herresverftärtung und über die 
einmalige Forderung einer Milliarde. Ein Schreiben an die Redaftion 
der „Deutihen Revue. — 8. vd. Shlözer, Mirikanifhe Briefe. — 
$. Hoffmann, Gibt ed für den Wettftreit der Flottenrüflungen eine 
Strenge? — Schülerballaf. — Frhr. v. Hengelmüller, Graf Alois 
Karolyi. Ein Beitrag zur Beichichte der öfterreih-ungarifchen Diplo: 
matie. — Die Türkei vor den beiden a. Kriegen 1910/1911. Aue» 
üge aus den Aufzeichnungen und dem Tagebuch eincd Diplomaten. — 

utius Ernft Prinz zur Rippe, Petroleum und Petroleummonopo!. 
— PVolitifche Briefe ded Brafen Hugo zu Münftır an Edwin v. Man- 
tenffel aud den Jahren 1852 und 1853. Norıf.) — Herzogin v.Roban, 
Meber die zeitgemöfflfchen frangöfifhen Dichterinnen. — 8. Riezier, 
Bolt und Staat. — ©. Sant. 
der Schladbt bei Bravelott»&t. Privat. (Fortf.) — v. Deines, Die 
Eage von der Weberlegenheit der ram Eh Wen Artillerie. — R. Heiler: 
zum Sedähtnid der Erhebung von 1813. — Frhr. v. Yettel, Graf 

ehrenthal. Ein Gedentblatt. 


Saturn. Eine Monatöfchrift, hab. von H. Meifter und H. Groß⸗ 
berger. 4. Heft. Heidelberg u. Leipzig, Saturnverlag. #0, 50. 


en Glfe Lasfer-Schüler, Der Amolläufer; Der Derwiſch; 
Handihrift; Friedrih von Schennie; Karl Kraus. 


Gonntagdbeilage Nr. 13/14 3. Boff. Zeitung 1912, Ar. 159, 172. 

Inhalt: (13.) E. Peterſen, Otto Jahn. — O. F. Genſichen, 
Zu Friederike Brions hundertſten Todestag. — V. Fleury, Ein 
franzofifched Urteil über Kofegger. — (13/14) Bor 100 Jahren. — 
(14) M. v. Wildenbrud, Leer und Sdwert. — P. Holzhauſen, 
Aus der Bergangenheit der Srrenanftalin. — DB. v. Strang, Die 
Funfentelegrapbie in unferen Kolonien. 


—— Illuſtriertes Sountagsblatt. 60. Jahrg. Nr. N/28. 
erlin. 

Inh.: (27/28.) Hedda v. Schmid, Auf dem Gipfel. — (27.) Anna 
Egmann, Die roten Roſen. Deutſch von Berndard Mann. — Der 
Kampf um die Einführung der Chloroformnarkoſe. — (28.) Georg 
Schulpe- Bahite, Die verkehröpolitifhe Bedeutung ded Panama- 
Kanald. — Behandlung der Zimmerpflanzen. — M. Bolte, Moderne 

ichzudht. — Paula Kaldewey, Die Pflihtfortbildungsfhule für 
ädchen in Berlin. 


Der Türmer. Monatefchrift für Gemüt und Weifl. Hraabr.: J. €. 
Frhr. v. Orotthuß. 15. Jahrg., H. 7. Gtuttg., Breiner & Pfeiffer. 
Snb.: Hey, Das Reiheamt für deutfhe Eprache. — Elifabeth 
Diakonoff (Fortf.) — H. Renner, Bom Etein und von der Gecle. 
— Müllerzürih, Mein Bidmard. — Marie v. Hutten, Leben. 
— Lütde, Die Kirche ale Verſammlungslokal. — F. Beder: 
Blätter vom vorigen Jahre. — fr. Knauer, Das Geheimnid der 
Perlen. — Der vogelfreie Ehuldner. — D. Gorbad, Neomalthuſia⸗ 
nismus. — Napoleon I ald Dichter. — Das fehmerzlofe Sterben. — 
Die Mode. — Monte Earlo.. — Bollötümlihe Heilmittel. — Die 
Leere" des Weltraumd und die Unendlichkeit der Welt. — Weber, 
Die Anllagen gegen die deutfhe Schule. — 8. Freye, Jean Paul 
Friedrih Richter. — H. Kienzl, Berliner Theater-Rundfhau. — R. 


Das franzöfiihe Oberfommando in 


Stord, Kunftkandel, — Friedrich Keller. — K. Storck, Die Noſe 
—39 Liebesgatrien. — Idealiſten. — Philipp Scharwentas Alaviev 
muſik. 


Ueber Landeu. Meer. Deutſche illuſtt. Zeitung. Red.: Rud. Presber. 
65. Jahtg., 110. Bd., Nr. 28/29. Stuttgart, Deutſche Verlagsanſtalt. 
Inh.: (28/29.) Georg Engel, Die vier Könige. Roman. (Fortſ.) 
— (38.) Mas Weinberg, Aus Wiener Bıldbaueıateliers. — 
Friedrih Deligfh, Eumer und Alta. — (28/29.) Hans v. Kablen⸗ 
berg, Im Roten, Waggonbetrachtungen eines Mitteleuropäers. — 
(28. Dito v. Lafberg, Mit der Feder an der Front. — (29.) Emil 
Gebhart, — in Toul im 16. und 17. Jahrh. — Wilhelm 
Scheuermannu, Moderne Burgbauten. — Das Veibrecherſchiff. — 
G. Mühlen⸗Schulte, Bambuſen. — Friederike Btion. 


Die Wage. Redakt.: E. B. Zenker. 16. Jadıg., Rr. 19/14. Wien. 
Stern & Steiner. 

Inh.: (13.) H. Fernau, Das Rüſtungsproblem in Frankreich. — 
Eibylla M. Nother, London und die Sufftagetties. — B. Siretean, 
Dito Ludwig (Schl.) — U. Brendel, Zerdinaud Brenners Bolts- 
drama „Baterland“. — Gt. Pollatſchet, Der Fall Stefan Bro 
mann. — (14.) E. V. Zenker, Vor der Enticheidung. — J. Turn⸗ 
wald, Der deutſch-böhmiſche Ausgleich — M. Brunner, Kine 
Mittelmeerfahrt mit der Austro-Amerioana. — P. Siretean, Jens 
Peter Jacobſen. 


Der Weckruf. Monaisſchrift für individuelle Kultur. Schriftl.: R. O. 
Koppin. Jabrg. 1918, Nr. 4. Weimar, WedrujeBerlag. 


Inh.: Reiner: Die Evolution des Menſchengeſchlechts. — 
Döring, Die Kunſt als Mode. — Hermann, VBom Charaktter des 
Ehemanns. — Koppin, Vom Weſen der Gotilk. 


Das freie Wort. ge v. May Henning. 18. Japıqg, Ar 2. 
Frankfurt « DM., Reuer Frantfurter Verlag. 

Inh.: M. Maurenbrecher, Die große Stunde verpaßt. — U 
Ritter, Rüftung und PBoliit. — B. Meyer, Die Behrvorlage. — 
H. Botthoff, Die Generalprobe zur preußiihen Landtagswahl, — 
Gine „Rettung“ Metternidhe. — €. Steiniger, Koalıtionstämpf 
und Angeftchhtenbewegung. — B. van Eupen, Zentrumereligion in 
ver Ehule. — DM. Lima, Der Internationale Freidentettongreß 
u Liſſabon. — Paul Hip, Die zeitgemäße Stellungnahme zum 
Atheismus. 


Die Woche. 16. Jahrg. Nr. 14/15. Berlin, Scherl. 


Inh.: (14. Gabriele Reuter, Suffragetten und das Frauen⸗ 
ſtimmrecht. — Julius Hart, Literariſche Entdeckungen. — Brühjahrd- 
toiletten in Karlöhorft. — Balesfa Gräfin von Berhufy-Huc, Mo- 
mentaufnahmen von unterwegd. — (14/15.) Marie Luife Beder, Die 
Kinder ded Senied. Roman. (Zortf.) — (14) Hand Dominik, Fein 
technit. — Bettina Wirth, In der Wiener Militärkanzlei. — Alfred 
Georg Hartmann, Dad unvelannte Holland. — Rudolph Gtrag, 
Sur wie die Marl. — Johannes Döhle, Jm Eihenihälwald. — 
Baut Plüfchke, Ein Räuber am Flußgrund (der Bari). — (1) ©. 
von Bredow, Zur Anfiedlungdfrage. — F. von Kuczunsta, Tagebuch 
eines öfterrereichifcheungarifchen Seeoffizierd. — Siegmund Feldmann, 
Das Eafb Anglaid in Paride. — Fra Diavolo, Geihmadihulen. 
— Bictor Dttmann, Die Berlegenheit der Hände. — Eıfe von 
Boettiher, Beim Maler Zlja Repin. — Mar Bernbart, Me 
daillen aus den Befreiumgdftiegen. — Udo Dammer, Wie der Saftan 
gewonnen wird. 


Zlluftrierte Zeitung. Red.: D. Sonne. 139. Band, Rr. 3641 
und 3642. Reipzig, 3. 3. Weber. 

Anh.: (3641) Hand Delbrüd, Das Verhältnid ded Heeres zum 
oberften Ariegdherrn. — Ditomar Frhr. v. d. Often-Gaden-Rhein, 
Die biftorifhe Entwicklung des deutſchen Heeres. — v. Yanfon, 
Deutfchlande weltpolitiiche Aufgaben und fein Heer. — v.Boß, Der 
Aufbau des deutfchen Reihähreree. — Buftaf Lehmann, Bon den 
neuen preußifchen Fahnen. — Friedrih Bramann, Das Heer als 
Zriebfraft der Bildung, —J und Wirtſchaft unſeres Volkes. — 
Guido Kreutzer, Der Ritt ins Glück. Novelle. — Georg Cardinal 
v. Widdern, Die Kriegführung an den rückwärtigen Verbindungen. — 
Frobenius, Unſer Feſtungs⸗ und Küſtenverteidigungoweſen. — Georg 
Schmidt, Der deutſche Kriegsſanitätsdienſt. — Gold beck, Auf Re—⸗ 
montekommando. — Kortegarn, Der Sport in der Atmee. — Kurd 
Schwabe, Die Kaiſerlichen Schußtruppen in den afrikaniſchen Ge— 
bicten. — Voelcker, Heerweſen und Vollkswirtſchaft. — Rheiniſche 
Metallwaren- und Maſchinen⸗Fabrik in Düſſeldorf, — Oberſoleſiſche 
Ciſen⸗Induſtrie. — Die Bismarckhütte in Oberſchlefien. — Stahlwerk 
Becker in Willich (Rheinland). — Decar Meyer, Der Werdegang der 
deutſchen Uniformtuche. — Die Bedeutung der Lohgerberei für Heer 
und Marine. — Derſ., Wie unſere Mauſergewehre für Armee und 


166 


— 1918. 39. — Die (Höne Literatur — %. April. — 





Marine bergeftellt werten. — Pulver und ge — W. Haken, 
Die Optik in der modernen ſtriegfübrung. — Das Handwerkszeug des 
Kriegsſschirurgen. — Das Luftſchiff Schütte-Lanz. — Flugwerkzeuge. — 
Luftſchiffhallen. — Hübner, Der deutſche Wehrverein, eine zwingende 
Notwendigkeit der Feit. — Georg Körting, Volksgeſundheit und 
Heer. — F. Ad. Beyerlein, Die ſchweren Krümper. — (8642.) Stutari 
und Montenegro. — J. Thienemann, Eine neue Methode in der 
Vogelzugforſchung. — Albert Kleemann, Der Bär. Eine Geſchichte 


ame der Siowalei. — Friederike Brion. — Der Maler Wilhelm Gauſe. 


— Leo Wehrlhi, Außerordentlicher Niederwaſſerſtand des Rheinfalls 
bei Schaffhauſen. — Der neue Verkehrspalaſt in München. — Georg 
Dawes Goethe⸗Bildnis. — Von Vorläufern der Richard-Wagner-Gem- 
tenarfeiern. — Ein ſteiriſches Juwel, Rohitſch⸗Sauerbrunn. 





Mitteilungen. 


Literatur. 


Unter den jüngften Beröffentlihungen von Reclams Uriverfal- 
Bibliothek befinden fich folgende beületriftiiche Werte. Nr. 5511/12: 
Franz v. Kobell, Gedichte in oberbanrifcher Mundart, ausgewählt 
von Frip Gundlab. Der Hegtr. bat das Bänden zur Erläuterang 
mit einem Dialıft-Wörterverzeiänid umd eingelaen Anmerkungen, fowit 
einer biographifcheliterarifchen Einleitung ausgeftattet (Preid 4 0, 40, 
in ®anzleinenband 4 0, 80). ine Ausleie aud Kobelld „Bedichten 
in pfälzifher Mundart” wird demnächſt ebenfalls in der Univ⸗Bibliothet 
erſcheinen. — Nr. 158613: Friedrich Hebbel, Der Rubin und andere 
Novellen. Außer der Titelnovelle enthält das Bändchen noch: „Matiteo“, 
„Herr Haidvogel und ſeine Familie“, „Anna“, „Pauls morkwürdigſte 
Nacht“, „Die Kuh“, „Der Schneidermeiſter Nepomuk Schlägel auf der 
Freurenjagd”, „Eine Naht im Yägerbanfe”. — Nr. 5514: Augufl 
Strindberg, Mieifter Diaf, Schaufviel in fünf Aufzügen. Einzig 
awtorifierte, vom Berf. durchgefehene Ueberfegung von &. Braufemetter. 
— Nr. 5515: Hand Ludwig Rofegger, Peter Lenz und andere Ge 
ſchichten. Ubgefehen von der im Zitel genannten umfaßt dag Heft nod 
Die Meinen bumoriftiihen Skizzen: Das große X.; Der Geiftesblitz; 
Petar Srinfti, der Held; Der Egoift; Das billige Zimmer; Der Danf- 
vaub; Der enge Rod; Reklame; Die Natur ift bankrott. — Rr. 5516: 
EG orrer, Lahende Erben und andere Rovclkn. Der Inhalt diefee 
mt einem Bildnid der Perfafferin ausgeftatteten Bändcdhend umfapt 
uch die Grzäblungen „Ucherminihen”, „Die Tragödie des MWeibes“, 
„Im Blütenihunee”, „Die Nachfolgerin”, „Das möblierte Fräulein”, 
„Engel”. — Der Preis jeder Nr. beträgt nur 2 0, 20. 


Nene Zeitſchrifben. 


Der Cotta'ſche Verlag in Stuttgart beabfichtigt, eine monatlich 
erſcheinende Redue don vornehmem Gepräge herauezugeben. Das erfte 
Heft der neuen Monagatéſchrift, die im Hinblick auf das Wappenbild 
des Cotta'ſchen Verlages „Der Greif“ heißen wird, gelangt im Herbſt 
zur Ausgabe. „Der Greif“ ſoll wichtige Fragen auf den Gebieten der 
allgemeinen Kultur, des Staatslebens, der Künfte, Wiffenibaften und 
Kiseratur beiprihen. Didier werden mit erzäblenden und lyriſchen 
Beiträgen zu Worte fommen, danchen ift die Publikation intereffanter 
Memoirenwerte und Briefwedhfrl geplant. Auch mandperlei literariidhe 
Dolumense aus dem Gotta’jhen Archive follen bier gum erfienmal ver 
ößentliht werden. Jedes Heft bildet ein für fich abgeichloffenes Ganze. 
Die Herausgabe haben Raıl Rodner und Dr. Edmund von der 
Hellen übernommm. 


Theater, 


Mit der Erftaufführung von He bbeld Genovena hat dad Dresdner. 


Gofiheater am 12. Aprild. %. den giwaltigen Sihtußftein auf den Bau dee 
De getümt, an dem csjahr.lang mit allen Aufgebot feiner fünfl- 
erifchen und techniichen Kräfte Ihuf. Ein Zyklus der adht Meifter- 
deamen Hebbels fol atE Abshiedsvorftelung im alten Kaufe gegeben 
werden. 


dem wir bier die Grjliegung Hebbels im eıfter Linie danken, hat die 


gewaltige Dibtumg für die hieige Bühne bearbeitet. Diefe gekhmad- 


volle und Höchft geihidte Bühnenbearbeitung war der Hauptgewinn des 
imtereffanen Abends. Laubes bundwertsmäßige Zurechtitugung von 
3853 und Dingelkedid mangelhafte Bearbeitung von 1858 find heute 
wicht mehr braudtar. Zeiß ficht auch Kilians Inſzenierungéverſuch, 
idber den Yiefer kürztih in „Bühne und Weli“ berichtete, völlig felb⸗ 
fbändig gegenüber. Der gewaltige Umfang ded Dramas ift auf knapp 
zwei Drittel geßürrgt, über 1600 Verſe wurden geftrichen (trogdem dauerte 
ir Aufführung noch bid gegen Mitternaht). Den Strichen find vor 
em die vielen rein epiichen Partien, befonderd auch die zahl» 
reihen breiten Monologe je Opfer gefallen, ohne daß dadurch die 
dramarifhe Struktur geihädigt worden ‚wäre. Die widhtige Epifode 
des Juden (frũher meiſt en), wie das zarte poetiiche Nacıipiel 
find erhalten geblichen. Die ganze erfie, merträglich epifihe Szene 


Welche andere deutfche Bühne hat diefe Riefenarbeit noch ger . 
feiftet ?_ Der feinfirmige Hebbefforfher, Dramaturg Dr. Carl Zeiß, : 





ded vierten Attes ift ebenfalld audgemerzt, der gefährliche vierte AM 
energifh zufammengefaßt; im fünften Akte werden die beiden erfien 
Szrnen ganz getilgt. Die 14 Berwandlungen find durch diefe Sträche 
und eine Gebt gefchicte neutrale Burgdekoration, in der dad Stüd Bis 
zur erften Hälfte des dritten Aftes fpielt, auf 9 reduziert. Zur Jahre 
hundertfeier hatte Rewingerd Regie bdiefe problemreihe Dichtung amd 
forgfältigfte einftudiert, wenn fie aud von vornherein nicht mit einem 
dauernden Gewinn für den Spielplan rechnen durfte. Die frübmitsel- 
alterliche Zeitftimmung, zum Schiuß der Zauber des deutfchen Waides 
waren wundervoll getroffen. Im der Darftellung ftanden einzelne Epir 
feden, Filcherd Jude und die Here der Bardon-Müller am böchſten. 
Becher ald Solo, wohl eine der fchwierigften, nie reftlod zu bewälti« 
genden Nollen, rafte wie ein berrifcher Hultan, der aber neben bien- 
dendem Feuer no zuviel Raub und Schlamm audwarf. Die Aufe 
nahme des feltfamen Werkes kam jener gleich, von der Hebbel 1841 
nad) der erften Borlefung ded Stüded in feinem Tagebuch berichtet: 
Die Hörerfhaft war wie zerfgmettert von der peinvollen Wirken 
und nahm die legten drei Alte mit erfchüttertem Schweigen auf. er 
nad, dem Rairwl, das die fchrillen Diffonanzen in wehe Harmmie 
Iöft, wurde die Darftellerin der Senoveva, Gertrud Treßnig, herzlich 
gefeiert. ‘ Alexander Pache. 


„Das Frühftück veim Miniſter“, beeiaktige Komödie von T. 
Heinrich, erzielte Bei der Uraufführung am 6. April d. 3. im Stadt. 
theater zu Barmen lebhaften Beifall. 

Marimilian Boettchers Luſtſpiel „Das Glück des Hanſes“ 
wurde bei der Uraufführung im Deutſchen Theater zu Hannover am 
12. April d. J. anfangs nicht ohne Widerſpruch, im ſegten Alte aber 
ſeyr beifällig aufgenommen. 

„Biedermeier“, ein dreiaktiges Laſtſpiel von Walther Stein, 

erlebte am 16. April d. I. im Neuen Shaufpichaus zu KRönigdberg 
i. Pr. feine erfolgreiche Uraufführung. 
. Im Genfer Srand-Theater ging um pleichen Tage die Urauf- 
führung einer drei Abende füllenden „Deutfhen Trilogie" von Mathias 
Merbard zu Ende Das cıfle Drama behandelt in fentimenteler 
Rührfeligkeit unter dem Titel >A la gleire d’aimer« die TIragdbie 
von Mevyerling; dag zweite, »La princesse HEel&ne<«, nimmt auf bie 
Abenteuer der chemali Kronpringfin von Sachſen Bezug; das 
legte an erfolgreichfte jchildert den ergreifenden Tod König Ludwigs II 
von Bayern. 

Im KRarlöruber Hofthonter wurde am 18. Upil d. J. Hebbels 
„Genovena‘ zum erften Male aufgeführt. Die Bühneneinrichtumg, 
welche der dortige Dramaturg Dr. Alwin Kronadher hierfür fhuf, Kat 
vor andern Berfuden diefer Art den Borzug, daß fe die pfychologiie 
Entwidiung ®olos in deffen faft unverfürzten Monologen eindringlich 
verauzarbeitet, fonst aber anf möglichft zafhe Abwidlung der Vor⸗ 
gänge hinzielt. Höchſt bedenklich jedoch muB man die Acnderung finden, 
daß die Worte von Dragoß Breite über die Entfähmung der Welt 
einem neu binzugedichteten Edyupgeifte der Genov:va in den Mund ges 
legt werden, weidher fie ald Lieberkeitung vom 5. Aufzuge zum Nach⸗ 
fpiele fpriht. Für diefen eigenmädhtigen Eingriff in die Struktur Ver 
Handlung vermag Dr. Kronacher auch in einem audzgömerie bereits 
befannten, demnädhft in der „Szene“ erfcheinenden dramaturgifhen Auf 
faye feine wirklich KRidhaltigen Gründe anzugeben. Rudolf Raab. 

Das. fünfaktige Schauipiel „Gefährliche Liebe” von Wilhelm 
v. Scholz erzielte bei der Uraufführung im Stuttgarter Hoffheater am 
18. April d. 3. dank der lobenswerten Darſtellung einen ehrlichen Erfelg. 

Roberto Braccos Schaufriel „Keine Quelle‘‘, eine Schilderung 
von d’Annunziod Lichesleben, fand dei feiner Erfkaufführung im Deut 
hen Bolkssheater zu Wien am 19. April d. 3. einen freundtichen Erfellg. 

Die dreiaktige Komödie „Meogalltance”‘ von Rudolf Strauß, 
eme Satire auf die Diplomatie, erntete bei der Urauffügeung im Std 
theater zu Tropran ftarten Beifall. 

„Tine Bergangenheit‘‘, Schaufpiel in drei Uten won Bam» 
baldi, deutfh von M. Wulff, wird noch im Laufe diefed Monate 
am Schifiertheater zu Altona zur Uraufführung gelangen. 

Baron Henri Rothfchild in Parid beendete ein Theaterküß 
„Crbſus⸗, das im laufenden Frühjahr in Ronden zur Mrauffühuung 
beſtimmt iſt und dad der Berf. zu diefem Zwed felber ind Engläche 
überfegte. In dem dreiaktigen Drama fpielt der Junge Erifud Sorbia 
die Nolle des armen Schludirs und überzeugt fi dabei von der 
Grundiofigkeit feine? Berdachted, daß er von feinen Fremden nur feines 
BeldeE wegen verehrt und gefeiert werde. 

„Die Brüder Raramafow”, eine Bearbeitung de8 Romand yon 
Doftojeweti, die Franz Diei aus dem Franzöͤſiſchen ins Deutfſche 
übertragen hat, wird als erfie Uraufführung der kommenden Spielgeikt 
im Berliner Leffingtheater in Szene geben. 

„Drlow’ betitelt fi ein Drama, das Paul Rangenfheidt 
foeben vollendete und das feine Uraufführung im Herbft d. 3. im Stiadr 
theater zu Bremerhaven findet. 

Hand Hauptmann fiellte Torben ein abendfüllendes Luſtſpid 
4 rulein vom Blobus fertig, das vom Neuen S . 
haus in Königbberg 1. Pr. pur Mrauffährung erworben wurde. 


167 


OTROBLUEDLLGAGUEL SOSE aa aaa 


AUGTOERNAULTEOLTIETORRANADASUSERERDOGAALRESERRRRAULATLRELUOUSGOGRLELDLURUNUGDEROGANURTRUNZDOGERLANNARUERLLGBONGBSLETTTTGSUGRNULURULEBOGSNGONGSSGGERUGGGGGRELATITUGASEREREUAGUNGEUSSTEANGRRURUNSETEGRAAALERDERUBUGGOSSANAURERGLSLUGRGSNGAGAAGLRLALGLGGRELAAAATLRETETRRUDLLLDTTTRRRRFROTR 


— 1913. 489. — Die [HÖdne Literatur — 26. April. — 


H.HAESSELVERLAG LEIPZIG 





Jakob Voßharts 


Novellen und Erzählungen: 


Im Nebel. Erzählungen aus den Schweizer Bergen. Brojh. M. 4—, geb. M.5—. 
Das Bergdorf. Erzählung. Brojgiert M. 2.80, gebunden M. 3.75. | 
Die Barettlitohter. Novelle. Brofgiert M. 2.80, gebunden M. 3.75. 

Durd) Schmerzen empor. Novellen. Brofchiert M.2.80, gebunden M. 3.75. 
srüh vollendet. Novelle. Brofchiert DI. 2.80, gebunden M. 3.75. 
Erdſchollen. Novellen und Skizgen. Brofhiert M. 4.—, gebunden M.5.—. 





e mehr ich von diejem Erzähler Ieje, um jo größer wird mein NReipelt vor feinem Können, 

jeiner ruhigen Reife, feiner ganzen aufrechten Berjönlichleit. Das große Publitum 
Icheint allerdings anderer Anficht zu fein, es hat diefen Mann nicht gerade verwöhnt, und 
während Ernit Zahn in den Höchiten Auflagen |chwelgt, Tann man die wenigen Werte des 
Züricher Gymnaſialrektors noch immer in den Erjtdruden haben. Er jelbjt fieht nicht da- 
nad) aus, als ob er fi) diejerhalb grämte, aber der Ktritifer muß dem PBublitum ins Ge- 
wiljen reden. Er muß ihm nachdrüdlich jagen, daß es ein Unrecht ift, diejen Ihlichten und 
Itarfen Öeltalter zu vernadjläfjigen. Man joll ihn nur einmal Iefen — dann [hafft er ji) 
I\hon ganz allein feine Gemeinde. Sie wird ja wohl nie bejonders groß werden, denn Das 
heutige Deutfchland, das in Leben und Literatur fo vielfach auf den bloßen Schein gejtellt 
ilt, hat für diefe ruhigen, |tarfen, mannhaften Perjönlichkeiten wenig Sinn. Es zieht die 
lich) Tünftlih erhigenden, „Itärfelnden“ und weiblid’-artijtiichen Talente bei weitem vor, und 
der Schweizer Literaturheiland heikt heut befanntlid) Carl Spitteler. Aber es gibt ja no 
immer Leute, die da nicht mitmachen, und gerade ihnen empfehle ich Fatob Bohhart. Er 
blendet nicht durch aphoriſtiſche Feuerwerke, er bügelt nicht „auf Glanz“, er ijt gar nicht 
„genial“, ex gibt feinen Anlaß zu geijtreihen Kritifen. Uber er hat in aller Ruhe und Stille 


- ein paar Erzählungen fertig gebracht, von denen id) wünfchte, daß ic) fie gejhrieben hätte. 


Carl Bujfe. 


Berantwertl. Redakteur Prof. Dr. Eduard Zarnde in Leipzig, Raller-Wilbelmfiraße 8. — Drud von Breitlopf & Härtel in Leipzig. 


168 


rn 


STOUHIUOSODBERELORDLDOSEOLDEROUBEBBEUOERBESGRROODERLELUOGDBBRRULLUGGRORUOOOUBOGUSEROBBRURGRUSRRRURDLANEEENGE 


Die ſchöne 


Literatur. 


Beilage zum Literariſchen Zentralblatt 
für Deutſchland. 


Ir. 10, 


Erſcheint vierzehntäglich. 


Heransgeber Arof. Dr. Ed. Rarnıke in Leipzig, Kaifer Wilbelmftrafe 8. 


Verlegt von Ednard Avcnarins iu Keiyıig, Roßfirafie 5/7. 


> 10. Mai 1913. 


14. Jahrg. 


Preis Halbjährlih 3 Mark. 





ondalt. 
aruo Bol, der e. Bon Yrany E. Willmann. (169. 
6. at —— (17) ) 
f, ein Studentendbud aus alter und neuer Zeit. 
Damaskus, humoriftiihe Novellen. Roffan, Der Weg zur Sonne. Ehinger, 
Siterarifches Defiert. 
Dramen. Yreuffüßrungen (173): Heinrich (Zölle), Das Wrühflüd beim 


( 
: Hohldbaum, Der ewige Lenz 
Preober, Ter Zag von 


Minifter. Geiger, Der Gremdling; Derf., Das ——— Simons⸗Meß, 
Kaiſerliche Hoheit. überfett von DOtten und Lothar. reyer, Die rau des 
Kommandeurs. i 
Galeworthy. Kampf. 
Ayvrit (178): — Dämmernde Welten; Derſ., Harzetzauber. Mend⸗ 
eim, In Lebenefluten, im Tatenfturm. Gräfin Keiſerlingk, Gedichte. 
Seitſchriften (180). YMittellungen (183). 


Bara, Vie Frau von vierzig Jahren. Bronner, Baterland. 


Aſpbadetiſches IZnhaltsverzeinis. einrich, Th. Das Frühftück beim Miniſter. (113.) Simons⸗Meß, J. A., Kaiferliche point: Ueberfett 
Bronner, 5, Baterland. (177.) ohlbaum, R.. Der ewige Lenztampf. (171.) von &. Dtten und R. Lothar. (175.) 
Dreyer. M., Die Frau des Kommandenrs. (176.) eyſerlingk. C. Gräfin, Gedichte. 2 henau, 9. ©., Dämmernde Welten. (178.) 
Echinger, 5, Literariihes Deflert. (173.) Mendheim, M., In Lebenafluten, im Tatenfturm. | —. Harzeözauber. (179.) 
$alswortbn. 3. Kampf. (173.) ; Bara, ©.. Die Frau von biernig Jahren. (177.) 
werdet U, Das Winzerfel. (174.) Bresder, R., Der Tag von Damastus. (172) Willmann, %. &, Arno Holz, der Fünfzigjährige 
_, Fremdling. (174.) IRoffan, H., Eer Weg ygur Sonne. (173.) (169.) 





Arno Holz, der Sünfzigjährige, 


Bor einiger Beit ift wieder einer der in den lebten 
Kabren fih unerfreulich mehrenden Aufrufe ergangen, in 
denen zeitgendffiihe Schriftfteller und Gelehrte für einen 
bedeutenderen Dichter oder deffen Hinterbliebene um Unter 
ftügung bitten. Ein ernftes Wort fcheint Hier nicht unans» 
gebracht, wenn man immer wieder Namen unter den Yuf 
rufen Tieft von Männern, die von mehr Glüd in ihren Litera- 
tiichen Erfolgen reden Tönnen und Dank ihrer guten Be- 


ziehungen zu einflußreichen Leuten in vornehmerer Weife | 


helfend eingreifen könnten oder die rechtzeitiger fich erinnern 
jollten, daß ein Dichter wie Arno Holz; mit fünfzig Sahren 
„in einer Dachhfammer hodt*”. Es ift beihämend, Namen 
darunter zu finden von Männern, die wohl Gelegenheit 
und Macht gehabt hätten, fich des zweifellos zu Unrecht 
Bergefjenen eher anzunehmen, ftatt jebt aus feinem Geburts» 
tag Rapital Schlagen zu wollen und das Volk dafür ver- 
antwortlich zu machen, daß ed dem Dichter fo fchlecht gebe. 
Wenn auch bei den Hauptmannfeiern des Guten zweifellos 
zu viel getan wurde und nun das Verhalten gegenüber 
Holz im krafjen Gegenjat fteht, fo ift doch zu erörtern, ob 
dies Bolköurteil nicht das Richtige traf, und die in dem 
Aufrufe liegenden Vorwürfe mit verboppelter Wucht gegen 
die Unterzeichner des Aufrufes zurüdfallen, die auf einmal 
eine von ihnen fallen gelafiene Dichterperjönlichkeit zu einer 
Größe ftempeln wollen, ftatt fie richtig einzufchäßen. 

Diele Heberjchäßung trifftjedenfalld auch zu bei einem Buche, 
da3 zum erften Male da3 gefamte Schaffen von Arno Holz 
darftellt und al Gabe zu feinem 50. Geburtötage will- 
fommen fein foll.*) Leider hat aber Robert Reh nicht das 
Mindeftmaß Objektivität aufbringen fönnen, um fein Bud) 
al3 wifjenichaftlich oder auch nur literarfritiih brauchbare 
Beröffentlihung anfprechen zu Iafjen; ganz im Gegenjag 
zu Schlentherd Hauptmannbud, das zwar durchaus für den 
Dichter eintritt, aber dazu bei glänzender Darftellung doc 
fritifch bleibt. 

Die zeitgenöffiiche Kritit und Literaturgeichichte Hat fich 
reichlich mit Arno Holz, feinem Schaffen und feiner Be 
deutung befaßt und ift dabei zu wejentlich anderen Ergeb- 


*%, Mobert Re, Arno Holz und feine künftlerifhe, weltkulturclie 
Bedeutung. Gin Mahn: und Wedruf an das deutfche Boll. Dreöden, 
1913. Carl Reiöner. (233 6.8) 4 3. 


Beilage zu Nr. 19 des Lit. Zentralbl. f. Deutidjlant. 169 


niſſen gekommen. 


wird, läßt ſich nicht vorausſehen. 





Was fpäter geurteilt werben wird, ob 
man die ihm heute zuteil gewordene Einjhägung tadeln 
Einftweilen ift Holz in 
feiner Bedeutung feftgelegt als jehr bebeutfamer Vorläufer 


des Naturalismus, ald welcher er allgemein anerkannt ift, 


al8 welcher er aber auch das fast allgemeine Schidjal aller 
Wegbereiter teilen und Hinter den fpäter kommenden, 


größeren Erfcheinungen feiner Zeit zurüdtreten muß. Das 
it für Holz Hauptmann, der gleichaltrige, der fih aud) 


nicht ohne viele Kämpfe durchgefeßt hat und von dem man 
nicht fagen Tann, daß er im Großen und Ganzen durch 
Konzeffionen an das Bublitum dazu gelangt if. Man wird 
Adolf Bartels Recht geben müflen, wenn er in feiner Litera- 
turgefchichte Inapp fagt: „Sit die Enwidlung von Urno 
Holz, der in feinem „Dafnis“ überflüfjigerweife die ganze 
Gemeinheit der Periode nach dem Dreißigjährigen Kriege 
nachgedichtet Hat und in feinem „Traumulus" ein gewöhn- 
liches Bühnenftüd gegeben bat, noch ſonderlich ausſichts⸗ 
reih?* Und man wird diefe Trage angefichtS der Tragd- 
die „Sgnorabimus“ nur wiederholen können. Was bejagt 
gegenüber der geringen Ausficht, die das neue Stüd auf 
allgemeinere Beachtung hat, die Polemik in der DBorrede, 
die fich gegen Hauptmann wendet? Um feiner literatur- 
geichichtlichen Bedeutung willen Hat Soergel in „Dichtung 
und Dichter der Zeit" Arno Holz zweimal veichlichfte Be- 
adptung gefchentt, einmal als Holz die Periode des Fonjequenten 
Naturalismus eröffnete, dann al3 er die Revolution der 
Lyrik heraufbefchwor. Aber auch diefer dem Naturalismus 
freundlicher al3 Bartels gefinnte Kritifer bleibt bei der reinen 
literatuchiftorifchen Wertung ftehen und vermag Holz nicht 
mehr al3 die Bedeutung eines Wegbahners, Unregerö zu 
gönnen, wie fie auch Gerhart Hauptmann in feiner Wid- 
mung des Dramas „Bor Sonnenaufgang“ an Holz zum 
AUusdrud gebracht hat. 

Seine „Familie Selide” und feine „Sozialariftobraten" 
find Anfänge gewejen, die auf weitere jtärlere Dramen 
hoffen ließen. Statt deffen kam ber „Zraumulus“, der 
ein ganz gutes Theaterftüd ift und heute noch wegen der 
gut geftaltbaren Titelrolle al3 Paradeftüd ausgejucht wird. 
Für die Literatur bedeutet er nichts. Auch in der Lyrif 
ist Holz nur Beginn, nicht der Führer von einer neuen 
Richtung geworden, ob er gleich an feine Führerrolle glaubte. 
Dabei ift noch zu bedenken, daß gerade an den bedeutend» 

170 


171 


— 1918. 3 10. — Die [höne Literatur — 10. Mai. — 


172 





ften Werken teils Sohannes Schlaf, teils Jerichle als Mit- 
arbeiter in Betradht kommen, deren Anteil man nicht zu 
Hein wirb bemefjen dürfen. 

Was ihm nicht minder wie Schlaf abgeht, ift die ftete 
Weiterentwidlung, und die zwingende Eigenart der PBerjön- 
lichkeit, die wirkliche Größe, die dem Hauptvertreter des 
Naturalismus, Gerhart Hauptmann, zu einem Siege ver- 
hoffen Hat; wenn auch die Frage, ob es nicht ein fchein- 
barer Sieg ift, erft von der Geichichte wird entichieden 
werden fönnen. Un Holz und Schlaf zeigt fih für ung 
das Schidjal des Naturalismus al3 einer verlorenen Pofi- 
tion, als Antwort der Beitgenoffen auf die Trageftellung 
biefer ausficht3lofen Welt- und Runftanihauung. 

Km Ganzen dünft uns deshalb die große Ugitation für 
Urno Holz verfehlt. Mögen die mit ihren Gerifjen zu 
Nate gehen, deren Wufgabe e3 gewefen, rechtzeitig von dem 
Schaffen des fchwerbedrängten Manned zu berichten. m 
deutfchen Blätterwalde hat e3 die ganzen Sahre anders 
geraufcht und der ftille, weltfremde DOftpreuße mußte hinter 
lauten Schreiern zurüdtreten, die noch nicht einmal fo viel 
wie er in der Literaturgefchichte zu bedeuten haben. Hier liegen 
die Verfehlungen, deren man fi) gegenüber Holz fchuldig 
gemacht hat und die weder mit überfchwänglichen Geburtd- 
tagsartifeln noch mit öffentliden Sammlungen wieder gut 
zu machen find. Was im einzelnen da3 neuefte Drama 
„Ssgnorabimus” (bei Carl Reißner in Dresden) an Werten 
bringt und in unferer Seit bedeutet, davon foll fpäter die 
Nede fein. Einftweilen läßt der dithyrambiihe Ton, den 
bei feiner Befprehung Robert Reg anjchlägt, wenig Hoff 
nungen auffeimen, daß bier etwas Tördernäwertes ge- 
Ichrieben warb. Franz E. Willmann. 





Gefammelte Erzählungen und Nonellen. 


Hohlbaum, Robert, Der ewige — . Ein Studentenbuch 
all und nıuer Zeit. Leipzig, 1913. Zenten-Berlag. (233 ©. 8.) 
43. 


Presber, Rudolf, Der Tag von Damaskus. Humoriſtiſche Novellen. 
Stuttgart und Verlin, 1913. Deutſche Verlags⸗Anſtalt. (328 S. 8.) 
A 3, geb. 4 4. 

oh Henry, Der Weg zur Sonne, Novellen. Berlin-Leipzig, 

2 2 Moderned Berlagdbureaun Kurt Wigand, (874 ©. 8.) 

Edhinger, Frigyes, Literarifches Deffert. Münden, 1912. Stahr & 
Bunt. (180 ©. 8. 8) 4 1, 20; geb. # 1, 80. 

Der aus Deiterreihifh-Schlefien gebürtige, in Wien mohn- 

‚ bafte junge Lyriker Robert HSohlbaum bietet und Diesmal 

fünf Gefchichten, bie fich beutiche Studenten in ihrem Vereins» 

haus zu Brag 1897 erzählen, kurz bevor fie fich gegen ben 

Unfturm der Tichechen mit den deutfchen Arbeitern zufammen- 

[hließen. Während der Lektüre bes flott gefchriebenen Buches 

„ummogt" einen „das himmeljchwellende Lied von ber 

Jugend ewigem Kampf” (S. 233), und man Tönnte alle 

Novellen wegen der treffenden Eharakteriftil der Perfonen 

als „Hiftorifche” gelten laffen, wenn in ber umfangreichiten, 

der im übrigen eine „ausgezeichnete Milteufchilderung“ 

(S.171)nicht abzufprechen ift, Die Einheitder Beit befler gewahrt 

wäre. Die erfte Novelle, „Die Prager”, handelt von dem 

Schidfal eines adeligen deutfhen Studenten in Prag Furz 

vor der alademifhen Auswanderung (1409), al3 der Beicht- 

vater der Königin, San Hus, den Führer der tichechifchen 

Parteifpielte. „Simplieius Academicus“, an Grimmelshaufens 

„Simpliciffimus” erinnernd, Handelt wieder von einem 

adeligen Studenten, den zur Beit des Dreißigjährigen Krieges 

das, etwas zu naturaliftifch gefchilderte (vgl. bef. das Spott- 
lied ©. 56), rohe ftudentifche Treiben anmwidert, und der 


beshalb Kriegsdienfte bei den Schweden nimmt, bei denen 
er e3 aber, nachdem Guftan Adolf in feinen Armen gestorben 
(gute Skizzierung der Schlaht von Lüten!), wegen ber in 
den langen Winterquartieren einreißenden Zuchtlofigteit nicht 
befjer trifft. „Der fterbende Cato* , die größte der fünf 
Novellen, behandelt die Auflehnung der jungen Afademiler 
Leipzig gegen Gottfcheds Diktatur. Die Zeit wird beftimmt 
durch Rofts Dichtung „Das Vorfpiel”, die im Jahre 1742 
erihien, aber nicht auf den Brettern ald Drama (mohl 
Berwehllung mit der Neuberin „allerkoftbaritem Schat"), 
jondern in Buchform als fatirifch-epifches Gedicht. Bon ben 
Berfonen diefer Novelle lebten nun im genannten Nahre 


‚außer Gottiched (der aber noch nicht „60 Zahre auf dem 


Rüden“ hatte), der Neuberin und NRoft zwar nody Schwabe, 
Gärtner, Käftner, Gellert, Henrici (ber nicht „Heinrich“, 
londern „EHriftian Friedrih“" mit Vornamen hieß und wohl- 
beitallteer Oberpoftlommilfarius war) und Corvinus (der 
aber 65 Jahre alt war) in Leipzig; dagegen bezogen ob. 
Urn. Ebert (übrigens der Sohn eines Hamburger Stadt 
foldaten) und BZachariä (defien „Renommifte" 1744 ver 
Öffentlicht wurde) erft 1743, Klopftod gar 1746 bie bortige 
Univerfität, und ©. %. Breitlopf war 1742 23 Yahre alt 
und hatte das Verlagsgeichäft feines Vater? 3. ©. noch 
nicht übernommen. Die Bäunemannin aber war bereits 
1740 geftorben; fie war auch nicht in Leipzig, wo fie nie 
gewejen, jondern in Göttingen zur Dichterin gekrönt (Ber- 
wedhllung mit der Bieglerin!) und befaß nicht den Doftor- 
titel. Ferner Tonnte fi) Gottiched 1742 noch nicht wieber 
verheiraten, da er feine gelehrte Gattin erft 1762 durch 
den Tod verlor. Endlich ift feine Tragddie „Der fterbende 
Cato“ nicht erft 1742 fertig geworden, fondern fehon 1732 
erichienen. Die Novelle „Brifch auf, mein Volt!“ Tchildert 
die Kämpfe der Studenten in einer fleinen deutfchen Univerfitäts- 
ftadt gegen die Napoleonifche Fremdherrihaft. Und „Der 
Staatsrat”, eine Gefchichte, die „gegenüber den früheren 
den Vorzug hat, daß fie völlig auf Wahrheit beruht“ (S. 206), 
handelt von einem Burfchenfchafter, der für ein als ftaats- 
gefährlich befundenes freiheitliches Gedicht Durch einen ftreber- 
baften Beamten zwei Jahre Zeitung erhält, wovon ihn felbft 
fein ald reiheitsfämpfer mit dem Eifernen Kreuze ge— 
ihmüdter Vater beim Könige von Preußen nicht Ioszubitten 
bermag. 

Rudolf Bresber gilt mit Recht für einen ber befleren 
Vertreter der fomifchen (nicht eigentlih „Humoriftifchen“) 
Erzählung. Seine fünf neuen „Novellen“ erinnern oft an 
Slapbrenner und Saphir, und find ein Genuß für Literarifche 
Veinjchmeder, aber nur in Einzelheiten, nicht im ganzen. 
Die Kompofition läßt manches zu wünfchen übrig, und fo 
werden wir von Presber wohl feinen fomifchen Roman von 
Bedeutung zu erwarten haben. Das zeigt gleich das erite 
und längfte Stüd, das für das Buch den Titel hergegeben 
hat: von den 150 Seiten find S. 22—109 der Vorgefchichte 
eingeräumt! Bresbers Satire nimmt am meiften die Nerzte 
und Öymnafiallehrer mit, ferner die Beitungsfchreiber, Leichen- 
redner, Schaufpieler, Vermieterinnen, aber auch die Barm« 
berzigen Schweitern. Ergößliche Streiflichter werden auf 
die Freiburger Univerfität in den 80er Jahren geworfen; 
da wird mandem das Bild des ewigen Privatdozenten ber 
gerichtlihen Medizin (S. 193 fg.), der ein Verdauungsfolleg 
für alle Fakultäten las, wieder lebendig, fowie das des 
jugendüberjchäumenden Ertraordinarius der Literaturgefchichte 
(S. 271 fg.), der fein Nezept für angehende Dichter, daß 
fie erjt etwas & la Goethe erleben müßten, felbft fo gründ- 
ih befolgte, daß er fi) dort unmöglich machte und erft 
nah Sahren an einer nördlicheren Univerfität einen neuen 
Wirkungsfreis fand. Echtfomifch wirkt 3.8. die euphemiftifche 


173 


Um freibung von „Wucderer” (S. 230): „er hatte vie 
noblen Bejuch von Offizieren, die aber nie im Schmud derl 
Uniform Tamen, und von gut gefleideten Gentlemen, bie 
in der gefchlofjenen YUutomobildrojchte vorfuhren. Als er 
beerdigt wurde, ging freilich feiner diejer vornehmen Belannten 
leidtragend Hinter der Leiche”, jowie die Verjchweigung, 
daß der „blonde Herr Guttentag”, der Held des Iebten 
Stüdes, ein Jude ift, was immer nur angedeutet wird. 
Ausdrüde aber wie „da3 Blau feiner Sehwerkzeuge” (S. 182 
und 192) für „jeine Augen” und „das chinefiihe Labial” 
(S. 204) für „Tee" muten nicht jonderlih an. Bedenklich 
ericheinen mir Wibeleien wie die über den Tod von Fridolin 
Bater (S. 164) und den von Klärchens Mutter (S. 91), 
die Erwähnung der eventuellen Mitfchuld Hugos an den 
Drillingen 145), da3 Bild vom „ganz” nadten 
Barbier, an dem der Sonnenftrahl „herumfingert” (S. 224). 

Die drei Novellen von Henry Roffan (wohl Dedname 
für einen füddeutihen Maler) find teil in der Sprache 
des Alltags, teild im Kauderwelfch der Boheme, mit vielen 
unnötigen $remdwörtern, überhaupt recht nadhläffig geichrieben. 
Die Titelnovelle fchildert den Werdegang eines Malers in 
fünf Stationen, wird aber erjt gegen Ende einigermaßen 
genießbar. Den Hauptinhalt aller Novellen bilden Liebes- 
abenteuer mit gefallenen Theaterdamen; andere fcheint der 
Berfafler nicht zu kennen. Von Poefie ift nichts zu fpüren, 
nur die „Morgenftimmung nad durdmwacter Nacht“ (S.348 fg.) 
tönnte in Betracht fommen; dem Autor find ja aud) Homer 
und Horaz nichtS weiter ald „vergilbte Dichter” (©. 212). 
Bon einem jüdifchen Gefchäftsmann wird ©. 111 gejagt, 
er „wäre jederzeit bereit gewefen, neben anderen Eiden aud) 
den Mobernifteneid abzulegen”! ' Der Verlag hätte für 
befieres Papier jorgen jollen. 

Bloße Stilübungen enthält das Büchlein von Frigyes 
Ehinger, das zu früh dem Schreibpulte entflogen ift. 
Der noch junge Verf., der aber fchon viel von der Welt 
gejeben bat, wird fich erft auf fich felbit befinnen mäüfjen. 
Einiges Talent jcheint vorhanden zu fein; man vergleiche 
die Schilderung der Pußta (S. 41 fg.), den Fiebertraum 
vom Sturm auf der See (S. 115 fg.) und die Erinnerung 
an den unter die Schriftfteller gegangenen Lehrer (©. 131 fg.). 
Aber das meifte ift in der Skizze ftedden geblieben. 

Heinrich Klenz. 





Aramen. 
Hraufführungen in Becnen, Karlsruhe, Königsberg und 
en. 


Heinrich, Th., [= Th. H. Tölfe), Das Frühftüd beim Minifter. 
Komödie in 3 Alten. 
Uraufführung im Stadttheater zu Barmen am 6. April 1913. 


. -&3 ift immerhin ein Ereignis, wenn unfere an wahr- 
haft guten Komödien arme Zeit wieder einmal ein finn- und 
ftilvolles Wert diefer Gattung hervorbringt, zumal wenn 
ein in Theaterfragen Tundiger, Tünftleriich durchgebildeter 
und gereifter Mann dahinter fieht. Das mit prächtiger 
Satire gewürzte Stüd verfuht an einzelnen fein beobachteten 
Eharaktertöpfen die Stellung der verjchiedenen Menjchen- 
gattungen zur Politif zu zeichnen. Die Einführung durd) 
eine famofe Stadtverordnetenfigung, deren Geftaltung nicht 
ohne Schwierigkeiten war, ift meijterhaft gelungen und eines 
Thoma würdig. Ebenfo verdient der dritte Alt, der die 
Ereigniffe „von Hinten aufrollt”, unfere Bewunderung. Mit 
Geſchick hat es der Berfaffer verftanden, die Spannung big 
zum lebten Yugenblid feftzubalten, obwohl der BZufchauer 
von vornherein bie Wandlung ber radikal gefinnten Haupt⸗ 


— 1913. 310. — Die [Hödne Literatur — 10. Mai. — 


174 


perjon zu einem regierungsfreundlicden Bürger ahnt. Man 
möchte dem ficher beobachteten und flott geftalteten Stüd 
einen glüdlichen Bühnenweg wünichen. H. Wegener. 


Geiger, Albert, Der Fremblinug. Dichtung in 1 Akt. 
Derf., Das Winzerfeh. Ein griechifhes Scherzfpiel. 
Uraufführung im Hoftheater in Karldrube am 24. April 19183. 


Die durch unverfennbare Enttäufchungen eher angefpornte 
al3 verminderte Beharrlichkeit, mit der Albert Geiger zum 
Drama ftrebt, hätte etwas Nührendes an fich, wäre fie nicht 
zugleih ein Beweis faljcher Selbitbewertung. Schon das 
erzählende Schaffen bes ald Lyriler Bedeutung beanfpruchenden 
Dichters erichöpft fih in dem eng umgrenzten Gebiete neu- 
romantifher Stimmungskunft, worin bei ihm allerdings 
ein ferngefundes Naturempfinden erquidend zum Wusdrud 
tommt. Geigers Geftaltungsvermögen drängtnach Charakteren, 
die ihre Kräfte nicht gerne an der Außenwelt reiben, fondern 
im fanften Auskflingen ihrer Seelenharmonie ein befcheidenes 
Süd finden. Für die Welt der Tragödie, two fi) hart im 
Raume die Sachen ftoßen, find fie nicht geichaffen. Die 
tragifhe Mufe hat denn auch weder feinem „Zriftan” noch 
dem „Weib des Uria” einen Kranz zuerfannt. Sie wird 
ihn dem „Sremdling“ ebenfall3 verfagen müflen. Sehnfudt 
nach dem Meere, der „großen Wiege feines Dafeind“, treibt 
den gealterten Ddyfjeus abermals hinaus ins ungewiſſe 
Wagefpiel der Wogen. Der unermeßlichen See fühlt er 
fih wejensverwandt. Wie jene an der Oberfläche ewig 
bewegt dahinrollt, in der Tiefe aber regungslos verharrt, 
fo hat der ruhelofe Held im Wandel und Wechfel das Föft- 
lichfte Gut des Mannes, fih jelbft gefunden. Naufilaa 
allein, die vom Leben und von der Liebe unbefriedigte 
Tochter des Alfinoos, verfteht feine Urt. Einft war fie zu 
ihm in Liebe entbrannt und auch Ddyffeus hatte fih nur 
ichweren Herzend von der hochgemuten Jungfrau getrennt, 
die hierauf einem ungeliebten Danne Gattin wurde. Nun 
tritt fie als Dkutter zweier Tiebereifer Töchter dem unftäten 
Wanderer entgegen, als ihn die Gewäflfer zum zweiten Male 
an die Snfel fpülen, deren Bervohner PBofeidon für die ehe- 
dem feinem Feinde gewährte Gaftfreundihaft fo furchtbar 
gezüchtigt hat, daB auch nur den Namen des Ddyffeus zu 
nennen fürderhin bei Todesftrafe verboten it. Trobdem 
der Meergott durch Wettergreuel und Wunderzeichen aufs 
neue feinen Groll befindet, ift Naufilaa entfchloffen, jebt 
den fpätgewonnenen Geliebten auf feiner lebten Fahrt zu 
begleiten. Allein diejer verweiit fie auf ihre Mutterpflichten 
und Steuert, von fühnem Titanentroge Durchdrungen, zu felbft« 
gewolltem Verderben in die wildaufgepeitichten Fluten. Un 
dem PBhänlenjchiffe, das einft dem unheilvollen Yremdling 
das Geleit gegeben Hatte und dafür von Pofeidon famt 
Bemannung in ftarres Geftein umgewandelt worden war, 
zerichellt fein Bahrzeug. WBor den Uugen der erfterbenden 
Naufifaa verfchlingen ihn die Wellen. E8 ift zu beflagen, 
daß Geiger die Herrliche Naufifau-Epifode der Ddyffee zur 
Grundlage einer Dihtung gemacht Hat, die an Berfahren- 
heit ihresgleichen fucht. Unfertig und unausgeglichen fließen 
Motive durcheinander, von denen jedes einzelne den Keim 
einer ergreifenden Tragödie in fich birgt. Da jedoch keines 
zur vollen Entfaltung gelangt, ftehen fie fi nur Hindernd 
im Wege und laffen eine befreiende Gelamtwirkung nicht 
auflommen. Budem ift die Sprache doch recht überladen 
von fchwülftigem Pathos und billigen Kraftreden, wenn 
auh hin und wieder poetiich Hocheinzufchägende lyriſche 
Stellen auftauchen. — Dem Scherzfpiele, das auf diefen Ein- 
after folgte, Liegt zweifellos ein glücklicher Gedante zu Grunde. 
Der milefiihe Stuber Meton wirbt um Myrrhina, das 


175 


— 1913. 310. — Die [hd ne Literatur — 10. Mai. — 


176 


- 





Ichlaue Töchterchen des begüterten und einfältigen Weinguts- 
befiber8 Phanes, dem der vornehme Bräutigam trefflich 
behagt. Das Mädchen aber Hat fich bereit3 den armen 
Bildhauer Agathon, einen Künftler „ganz aus fich heraus“, 
zum Liebften auserforen. Beide prellen nun den faden und 
übelberüchtigten Geden mit Hilfe eines tüchtigen Raufches 
und einer ded Wegs baherziehenden Somddiantenbande 
(Entlarvung des Böjewichts durch das Schaufpiel im Schau- 
Ipiel) um die erhoffte Beute. Zuletzt läßt ſich auch der 


Bater durch den Halb bittenden, Halb drohenden Zuſpruch 


bes Ugathon zu Gunften bes Liebespaares umftimmen. Die 
Ausführung diefer dee fteht Hinfichtlich der Charakteriftit 
auf ebenfo fchwaden Füßen wie das erite Stüd und leidet 
noch unter erfchredlichen Längen. Den Vergleich mit dem 
altgriehifchen Satyrdrama, welden eine wohlmollende Hei- 
mifche Kritit gezogen hat und der fheinbar auch verfchiedene 
Anordnungen der Regie beberrichte, hält fie jchon wegen 
ihrer plumpen Schwere nicht aus, ganz abgejehen davon, 
daß ihre Komik ein eigentümliches Gemilch von antiker und 
moderner Poffenhaftigfeit darftellt. Die Wufführung der 
beiden Werke verlief unter der Leitung Dr. Kronachers be 
friedigend, wen man gleich dem „Winzerfeit” ein bejchleunig- 
teres Tempo wünfchen durfte. Das Publilum hielt mit dem 
Beifall anfangs etwas zurüd, doch brachte der Schluß bes 
Abends einen Adhtungserfolg. Rudolf Raab. 


Simsnd-Meh, 3. U, Kaiferlide Hoheit. Luftfpiel. Aus dem 
Holländiihen überfept und für die deutfche Bühne bearbeitet von 
Eife Otten und Rudolf Lothar. 


Deutiche Uraufführung im Neuen Schaufpielhaus zu Königäberg i. Pr. 
am 3. nl 1918, —— a 
Ein uraltes Quftipielmotiv, deifen unfehlbare Publikums- 
wirkung, wie man fagen kann, die Jahrtaufende Hindurch 
nicht8 von ihrer Unmittelbarfeit eingebüßt hat, ift e8, auf 
dem fich das Luftipiel „Katferlicde Hoheit” des in Deuticd- 
and zur Zeit noch gänzlich unbekannten Holländiichen Schrift. 
ftellers 3. U. Simons-Meß aufbaut. Im Mittelpunft der 
Handlung fteht die Perfon des Schriftftellerd Dolf von 
Erdelens, eines im Grunde unfäglich hohlen, nichtigen Ge- 
fellen, der aber infolge feiner Begabung, feine PBerfon gejchidt 
in Szene zu fegen, in feinen Sreifen ald Leuchte auf dem 
Gebiet des geiftigen Lebens verehrt wird. Wuf einer Er- 
holungsreife nah Italien macht er in einem Hotel in der 
Niviera Station, wo gerade ein ruffifcher Großfürft erwartet 
wird. Da „Laiferlihde Hoheit“ jedoch zum Entfeben der 
Hoteldireftion ausbleibt, übernimmt Erdelens, der eine ver- 
blüffende Uehnlichkeit mit dem Fürften aufweift, die Rolle 
bes Fürften zu fpielen. Natürlich erfcheint feine Hoheit im 
weiteren Verlauf des Stüdes doch auf der Bildfläche, woraus 
fih dann die üblihen Verwirrungen und Mißverſtändniſſe 
ergeben, bis fih zum Schluß die ganze Wffäre in eitel 
Wohlgefallen auflöftl. Das Stüd enthält zweifellos nament- 
li in der Charafteriftit des Audh-Schriftitellerd Erdelens, 
der in einigen Zügen an bfend Hjalmar erinnert, Anfäte 
zu einer Komödie größeren Stils. Leider ift die Fünftlerifche 
Kraft des Verf.s nicht ftark genug, fih auf dem literarifchen 
Niveau halten zu können; je weiter die Handlung fortichreitet, 
in defto jtärferem Maße gewinnt der gefchidte Macher, der 
in erjter Linie darauf ausgeht, dem Unterhaltungsbedürfnis 
bed Publitums gerecht zu werden, über den Künftler bie 
Oberberrihaft. So wäre e3 doch eine pigchologifch inter- 
ejlante Aufgabe gewejen, zu zeigen, wie fi) Erdelens nad 
und nad) derart in die Rolle des ruffiichen Fürften einlebt, 
daß in feiner eigenen Vorjtellung fein Jh und die PBerfön- 
lichleit, die er feiner Ummelt vorgegaufelt, in einander über- 
gehen. Statt defien hat der Verf. e8 vorgezogen, bie 
berfönmlicde Verwechjelungspofie zu fchreiben. Immerhin 


“einander zieht. 


zeugt das Stüd von Humor und guter Beobaditungsgabe, 
und dank diefer Eigenichaften, die ed auf alle Fälle in bie 
Reihe der befjeren Erzeugnifje feiner Gattung ftellen, fowie 
ber geichidten Technik, über die der Verf. verfügt, wird es 
fih vielleicht für einige Jahre auf der deutichen Bühne 
Heimatörechte erwerben. Heinz Michaelis. 


Br Mar, Die Fran des Rommandenrd. Schaufpiel in drei 
en. 


Uraufführung im ?. k. Hofburgtheater zu Wien am 24. April 1913. 


Man täte Unrecht daran, wollte man Mar Dreyers 
neues Schauspiel „Die Frau des Kommandeurs" ohne wei- 
teres mit jenen auf der beutfchen Bühne fo zahlreichen und 
beliebten ODffizierd- und Soldatenftüden zufammenmerfen, 
die dem ftet3 regen Sinterefie bes Publilums für das Ka— 
fernenleben ihr Dafein verdanten und oft nur zur Be 
friedigung der Schauluft der Menge beftimmt find. Die 
feeliichen Konflikte, auf denen jenes Schaufpiel aufgebaut 
ift, könnten ebenfogut auch in jeder andern Ummelt fidh ab- 
ipielen und gewinnen nur durch die für Ungehörige des 
Militärftandes Herrichenden befonderen Ehrbegriffe und ge- 
fellichaftliden Verhaltungsregeln ihre eigenartige Yärbung 
und Bufpigung. Der Oberftleutnant und Regimentslom- 
mandeur Lorenz Gildemeifter und feine fhöne Gattin Luife, 
geb. von Ellenbroof, find ein etwas ungleiches Paar. Er, 
aus dem Kaufmannzftande hervorgegangen, ift ein guter 
Mechner, ganz Pünktlichkeit und Ordnungsliebe nnd feinem 
militäriichen Berufe mit Hingebungsvollem Eifer zugetan. 
Sie dagegen, bie, von adeliger Herkunft, auf dem väter- 
Iihen Gute mit großer Freiheit erzogen wurde, ift eine mehr 
träumerifche, Shmwärmerifche Natur, die feinen Sinn und kein 
Verftändnis für militärifche Dinge und die militärische Ge 
felfchaft Hat, dagegen für Mufit und PBoefie begeijtert ift 
und darüber den Haushalt trog guten Willens recht ders 
nadhjläffigt, ja in ihrer wirtfchaftlihen Unbeholfenheit jogar 
in Schulden gerät. Nun kommt ein junger Leutnant, 
Peter Thormann, in das Regiement, befjen Geiftes- und &e 
mütsverfaffung ganz ähnlich wie die der Kommandeursfran 
geartet ift: er ift durch und durch unmilitärifh und Die 
militärifche Disziplin widerftrebt ihm; Dagegen ift er ein 
guter Klavierfpieler, intereffiert ficd Lebhaft für bie Dicht- 
funft und feufzt unter einer großen Schuldenlaft. Kein 
Wunder, daß bie große Seelenverwandtichaft die beiden zu 
Wie nun aber Frau Luife den Leutnant, 
der wegen einer argen Disziplinwidrigfeit mit Strafe be- 
droht wird, vor der in ihrem Haufe verfammelten Reg 
mentsgejellichaft mit Eifer verteidigt, wie fie dann den beim 
Nennen Verwundeten in feiner Wohnung befuht und ber 
Leutnant, alles mit Buftimmung ded3 Kommandeurs, zur 
Pflege in deifen Wohnung überführt wird, ba bemädhtigt 
fih die Klatih- und Skandaljucht des übrigens völlig reinen 
Berbältnifies zwifchen Leutnant und KRommandeursfrau. 
Die Folge davon ift, daß der Kommandeur nicht nur wegen 
einer anzüglichen Bemerkung des Majord ein Buell mit 
diefem zu beftehen hat, fondern daß er fogar feine Stellung 
in die Schanze fchlägt, al3 ihm vom Divifionsfommandenr 
der bienftliche Befehl erteilt wird, den Leutnant aus feinem 
Haufe zu entfernen und er fi diefem Befehle mit der Be 
gründung widerjegt, in feinem Haufe fei nur er ber 
Herr. Die aufopferungspolle Großmut und das in feine 
Gattin gefebte feljenfefte Vertrauen des Kommandeurs finden 
den verdienten Lohn. Der Leutnant feheidet in dankbarer 
Bewunderung freiwillig aus dem Haufe feines edlen Bor- 
gejetten und Frau Luife, die nun erit da8 Wejen ihres 
Gatten in beflen ganzer Größe erkannt hat, wendet fich 
ihm in rveuiger und rüdhaltslojfer Liebe zu. Mögen aud) 


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— 1913. 3810. — Die [hHöne Literatur — 10. Mai. — 


178 





Bweifel darüber geftattet fein, ob folche faft-übermenichliche 
Seelengröße, wie die vom Kommandeur bewiejene, fiber- 
Haupt im Bereiche der Wahrfcheinlichkeit Liege und ob fein 
Verhalten vom militärifchen Standpunkte aus zuläffig fei, 
fo fallen doch derlei Bedenken gegenüber einem Bühnen- 
werk nicht fchwer ins Gewicht, das, fein gearbeitet, ftet3 in 
Spannung erhält und mit einem vortrefflichen, oft auch 
geiftreihen und wißigen Dialoge ausgeitattet if. Was 
haben wir nicht im Laufe der lebten Beit für ganz anders 
geartete3, ungereimtes und Hirnverbranntes Zeug unter der 
Buftimmung der maßgebenden Kritit über uns ergehen 
laflen möüfjen! Wir freuen uns baher, enblih einmal 
wieder von einem Linftleriihen Erfolge des Burgtbeaters 
berichten zu können, mag fi} au biefer Erfolg im Hin- 
blid auf Zufammenfegung und Geichmad der jegigen Burg- 
theaterbejucher vielleicht nicht auch ala ein folder von nad} 
Baltiger finanzieller Wirkung erweijen. Carl Seefeld. 


Eil, Die Fran von vierzig Jahren. ESchaufpiel in drei 
en. a 


Uraufführung an der Reuen Bühne zu Wien am 4. April 1913, 
Brenner, Ferdinand, Vaterland. Bollddrama in fünf Aufzügen, 
Nraufführung am Deutjchen Bolkötheater zu Wien am 5. April 1913- 


Buhaudgabe: Wien, Karl Fromme. (89 ©. 8.) 8. 2, 40. 


Gelsworthy, Sohn, Kampf. Schuufpiel in vier Bildern. 
Uraufführung an der Boltdbühne zu Wien am 11. April 1913. 


Sil Bara, ein Wiener Literat, der jeit Jahren in Lon- 
don journaliftiih und jchriftftellerifch fchafft, Hat mit einem 
neuen Wert den Weg in feine Heimat gefunden. Cr bat 
fchon immer zu den talentvolliten Literaten der Yung- 
Wiener Garde gezählt und inzwifchen wirffich hübſche und 
anerfennenswerte Hortichritte gemadht. An feinem neuen 
Schanipiel „Die Zrau von vierzig Jahren” gibt er ung 
Gelegenheit, daß wir uns hiervon überzeugen Tünnen. 
Hört man den Titel, fo liegt die Annahme nahe, daß er 
fih zu diefer feinen, fauberen dramatifchen Arbeit durch das 
fenfationelle Werk der Dänin Karin Michaelis anleiten ließ. 
Das alternde Mädchen fteht im Worgrunde biefer mit 
ruhiger und überlegener Hand geführten Handlung, bie freis 


li Teine bejonderen Höhepunkte Tennt, und niemals in 


Efftafe verjegt, uns aber wenigftend vom Anfang bis zum 


Ende fefjelt. Die arme Leonie, fo wie fie der Verf. zeichnet, 


lebt fiherlih in taufenden Eremplaren unter uns, und wer 
einen fcharfen Bid für Lebenzichidjale Hat, kann an ihr 


fiherlich nicht achtlo8 vorübergehen. Die arme Leonie liebt ' 


einen Mann und als Bräutigam ftirbt er ihr. Einen 
Zungen bat er zurüdgelafien und dem will fie Mutter fein. 


It es ihm auch folange in aufrichtiger Bärtlichkeit, bis 


diefer Junge erwachlen ward und ihre Mutterliebe fich in 
wahre, echte Frauenliebe verwandelt. 
Liebe feitend des Zungen nicht von Dauer fein. Der Früh- 
ling erjcheint ihm in Gejtalt eines entzüdenden Mädchens 
und die arme Leonie muß fich dreinfinden: Nugend gehört 


eben zur Jugend. Diefer Sinn kommt in dem Schaufpiel - 


bes Berf. ohne jede Ueberlabenheit in Dialog, gejhmadvoll 


zum Wusdrud. Er vermeidet billige Effekte und darum | 
darf man fich feines dramatifchen Talentes doppelt freuen. | 


Helene Zehdmer hatte wundervolle Momente als alterndes 


Mädchen, das um diefes bischen Liebe erfolglos fämpft, und 
Herr Romberg, der doch langjam aber fiher den Weg ins 


Burgtheater findet, war mit feiner liebenswürbigen und 
natürlichen Iugendlichleit ganz auf feinem Plae. 

Mit einem Tiroler Drama erinnerte uns Ferdinand 
Bronyer (Franz Abamus) daran, daß feine Liebe zur 
dramatiichen Kunft noch nicht: ganz erlofchen iſt. Der Zeit. 


Natürlich Tann die : 





‚raum, ber- zwilchen bem. realiftiichen-Drama „Die Familie 


Wawroch“, dem jozial>politifchen Stubentenftüd „Schmelz, 
der Nibelunge* ‚und den: „Baterland” Liegt, ift allerdings 
groß und man hätte e3 gewiß fehr gerne gejehen, wenn 
Adamus-Bronner eine andere Entwidlung genommen hätte, 
als eben dieje, bie ihm bas Tiroler Drama „Vaterland“ 
entjiehen ließ. Man fchreibt 1809 und in Tirol geht es 
arg zu. Die Tranzofen haufen dort erbarmungslos und 
den Tharerwirt Peter Siegmayr' aus lang Toftet’3 das 
Leben. Das ganze Drum und Dran En wir natürlich 


‚einmal in der Schule gelernt und beinahe nicht anders hat 


e3 und jebt der Verf. in feinem patriotifchen Bilderbogen 
gebracht, der alte Epifoden fehr Yebendig veranihauficht. 
us Zubiläumsftüd wird diefes Tiroler Heldendrama jedoch 
allzeit feinen unbeftrittenen Wert behalten. Won Bronner- 
AUdamus erwarten wir aber, daß er als Dramatiler wieder 
dort einjege, wo er vor Jahren fo Hoffnungsvol aufgehört 


bat. | 

Den engliihen Dichter John Salsworthy Fennt man 
bei uns wenig. Er Hat zwar fon etliche Romane und 
Dramen gefchrieben, die fich mit fozialen Fragen befaflen 
und in England mit Anerlennung genannt werden, bei 
ung aber hat er fich erft jegt mit dem vieraktigen Drama 
„Kampf“ eingeführt, das die Wiener Vollsbühne Türzlih 
erfolgreich aus der Taufe gehoben Hat. „KRampf” ift ein 
Stüd, das bei ung vor Hauptmanns „Webern“ möglicher 
weile Senfation gemacht hätte. Uber fo bat uns Diefes 
englifhe Wert Taum etwas Neues zu jagen. Sn Wales 
ftreifen die WUrbeiter einer großen Weißblechfabrift bereits 
jech8 Monate lang und trog aller Kompromißvorfchläge, bie 
feitend beider Parteien, Sabrifänten und Arbeiter, gemacht 
werben, ift feine Einigung zu erzielen. Uber bauptjächlich 
deshalb, weil jomwohl Zohn Anthony, der Vorfibende des 
Verwaltungsrates, als au) David Roberts, der Führer der 
Arbeiter, zwei große Starrlöpfe find. Srgend ein Kom⸗ 
promiß würde jeder von ihnen als eine perjünliche Nieder- 
lage empfinden und fo wird der gegenjeitige Kampf fdhier 
endlo8 geführt, bi beide Führer, im enticheidenden Wugen- 
blid von ihren Leuten im Stiche gelafjen, doch in den ur 
ſprünglichen Kompromißvorſchlag einwilligen müſſen. Es 
hat den Anſchein, als ob der Verf. mit dieſem Stück eine 
Satire auf den Kampf ſchreiben wollte, der ewig zwiſchen 
Kapital und Arbeit herrſcht. Es liegt eine ſympathiſche 
Ironie über all den geſchickt geführten Szenen, die uns den 
Verf. als einen ſicheren Kenner der ſozialen Mißſtände 
ſchätzen laſſen. Er beſitzt auch ſtarken Bühneninſtinkt. Aber 
trotzdem dies Streikſtück ſoviele Vorzüge aufweiſt und uns 
in ein Milieu hineinführt, in dem Spannung und Auf— 
regung vorwiegen, fehlt ihm das mitreißende Moment. 
Rudolf Forſter und Emil Lindner verkörperten Kapital und 
Arbeit mit zwei ungemein fanatiſch⸗impulſiven Figuren und 
erwarben fich damit den Dank des Publikums und des 
engliſchen Dichters, deſſen übrigen älteren und neueren 
Werken man nach dieſer ſchmackhhaften Probe recht bald auf 
Wiener Bühnen begegnen möchte. Rudolf Huppert. 





| Lyrik. 

Thenuan, Hans Georg, Dämmernbe Welten. Gedichte. Leipzig, 
1913. Tuekulum⸗Verlag. (VIII, 94 S. Gr. 8.) A 8, 50; geb. 
in Lwd. A 4, Lurusausg. 4 6. 

Derſ., Harzeszauber. Poetiſche Reiſebilder. Ebd. 1913. (47 S. 
6.8) #2, 50, geb. in Lwb. 4 3, Lurusausg. 4 4. 

: Die: beiden Gaben des Leipziger Dichters find vorzüglich 
ausgeftättet; Umfchlag und. Vignetten entflammen der ge 


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— 1913. 8 10. — Die [höne Literatur — 10. Mai — 


180 





wandten Hand des Leipziger Beichners Alfred Thiele; nur 
dba8 Format hätte etwas Feiner gewählt werden bürfen. 

Das erfte Bändchen ift, nach einem „Prolog“ benannten 
poetifchen Vorwort, in die drei Abjchnitte „Luft und Leid“, 
„Leben und Streben" und „Wahrheit und Klarheit” ges 
gliedert. Der Dichter ift von Haus aus Sdealift, der der 
ganzen Welt vertraute, biß er ihren Trug erlannte und 
zum Nealiften wurde. 

„Und dennoh gliminen feine Ydeale 

In feinem Herzen oftmals wieder auf, 

Wenn er allein mit fih im Waldestale 

Bol Eehnfuht folgt ded Mondes flilem Lauf!“ 
(Prolog.) 

So liebt er noch immer die Menfchen, die er zu größerer 
Vervollfommnung führen möchte, wie er an ber Heimat 
hängt und die ganze Natur fehnfüchtig umfaßt. Man ver 
gleiche die Gedichte „Liebesfülle* (S. 43 fg.), „Was ift 
Liebe?" (©. 54), „Alchermittwoh" (S. 11 fg.), „Segen ber 
Arbeit” (©. 89 fg.), bezw. „Sruß an mein Heimattal” (S. 32) 
und da3 volfsliedmäßige „Ich wandle durch den grünen 
Wald" (S. 47 fg). Gedantenlgrit und Spruchweisheit 
wiegen vor. Dramatijche Einfleidung zeigt das Zwiegeſpräch 
„Berftand und Dichter” (S. 69— 75). Mehr der epifchen 
Gattung ift „Zohannisblumen” (S. 19—23) zuzurechnen. 
3 fehlt zwar nicht an einigen Gelegenheitägedichten unbe 
deutenden Inhaltes, aber auch diefe macht die immer ge 
fällige Form annehmbar. Dabei ift gegen Wltertümliches 
wie „fruh” (©. 4) und „Slüde” (S. 16), auch Mundartliches 
wie „vorgeflunfelt" (S. 7) und „Brud" (S. 17), wo e3 
nicht gegen den Ton des betreffenden &edichtes verftößt, 
nicht8 einzuwenden; ftatt „jühnen” (S. 42) ift wohl „Tühnen“ 
I der mittelhochdeutjchen Bedeutung von „verfühnen”) zu 
eſen. 

Der „Harzeszauber“ enthält 100 größere und kleinere 
ſtimmungsvolle Gedichte, die u. a. den Brocken, Goslar, 
Harzburg, Ilſenburg, Wernigerode, Blankenburg beſingen. 
Zum Schluß hat den Dichter der Kyffhäuſer zu einem 
patriotiſchen Liede begeiſtert. Auch der Humor iſt vertreten 
(vgl. z. B. S. 36). Das Büchlein wird bei denen, die den 
Harz ſchon kennen, liebe Erinnerungen wecken, und iſt außer⸗ 
dem geeignet, dem romantiſchen Berglande neue Freunde 
zu werben. Klenz. 


Mendheim, Mar, Yu Lebensfinten, im Tatenfinrm. Leipzig, 1912. 
A. Hahn. (78 S. 8) #1, 0. 

Mor Mendheimsd Sammlung „neuer Gedichte” febt 
feine früheren Igrifchen Dichtungen in demfelben heiteren, 
optimiftiichen Ton und der gefchmeidigen Form fort. Seine 
Lebenstunft fymbolifiert er am beften in dem Gebicht „Früh: 
ling”, worin er nicht deffen Schönheit an fich, fondern deffen 
ftürmtjche, braufende Ankunft feiert. Die Gedichte am Schluffe 
des Bändchens bejchäftigen fich faft ausfchließlich mit der 
Liebe jenjeitd der Grenze bes Guten. Mag man da aud 
mit dem zuweilen frivolen Tone nicht einverftanden fein, 
fo find fie dafür ungemein wigig, bummelwibig. Das Ießte 
berfelben, „Nire und Taucher”, bringt wahrhaft Löftliche 
Einfälle. K. Fuchs. 


Renferlingt, Geile Gräfin, Gedichte. Berlin, 1912. Gutenberg. 
erlag. (76 ©8) 42. 

In den Gedichten, Die ung die Verfafferin vorlegt, finden 
ih bisweilen überrafchend feine Stüde, wie 5. ®. „Vor 
Heine Denkmal in Korfu” und „Heimat Erde“. Ueber 
dem ganzen Heinen Band Tiegt ein Hauch zarten und 
tiefinnerlihen Srauentums, der ihn weit über ben Durch 
ſchnitt hinaushebt. Nichts ift gequält in biefen Gedichten, 


wenig Spelulation und viel wirkliches Gefühl. Stim- 
mungen, wie fie der Augenblid ihr gab, hat fi die Ber- 
fafferin in natürlichfter Weile vom Herzen geichrieben und 
gerade deshalb mag es vielleicht manch einen loden, nach 
dem Keinen Bande zu greifen. H. v. Hentig. 





Beitfchriften. 


eg Fluftrierte Wochenfhrift für Bayernd Land und 


Spb. v. 3. Weiß. 24. Yahrg., Ar. 28/29. Münden. 


Das 
Bolt. 
Snh.: (29.) Maria Kronenbitter- Buchner, Wie dad Krinninger- 
Dimdl einen Shap fand. — J. 3. Hull, Die Münzreibe des Pfalz 
grafen und Herzogs Wolfgang von Zweibrüden-Beldenz. — G.A.Rudt, 
Altfräntifche Gedenkblätter an die Zürkeneinfillee — Hand Stein» 
berger, Die Refidenz in Würzburg. — Prinz-Regent Ludwig bei 
Helmfladt 1866. — (29.) Buito Hartmann, Afchaffendurg. — 
Dtto Riedner, Die zu Aſchaffenburgs als ſtädtiſchen Gemein⸗ 
weſens. — Adolf Dyroff, Von alten Schulen Aſchaffenburgs. — R. 
Wehſarg, Speſſartgold. 


Der Brenner. Halbmonatöfhrift, Hab. von L. v. Ficker. 3. Jahrg., 
Heft 14. Innsbruck, Brenner⸗Verlag. 

Inh.: Carl Dallago, Der große Unwiſſende. 4) Beſißz. — R. 
Smekal, Landſchaftliches Etleben. — K. B. Heinrich, Confteor. 
— Will Scheller, Ein Bild Hölderlins. — Benedikt, Innsbrucker 
Kunſtſchau. 20. — Karifaturenfolge 62: M. v. Eſterle, Dr. Pera⸗ 
thoner (Bozen). 

Ben und Welt. Red.:H. Stümde. 15. Jahrg., Rr.14. Leipzig, 

. BWigand. 


Inh: Karl Zeiß, Hebbels Lünftlerifhe Höhe. — Trip Rupp, 
Eontad Efhof und die Herzogin Anna Amalia von Weimar. lLnges 


drudte Briefe. Mit Pritifchen Erläuterungen. (Schl.) — €. Kerber, 


Neues über Ludwig Tiedd Shateipeare-Studien. — Ella Menfc, 
Die Jugendbühne. — Clara Ruge, Die amerikanifhen Theater in 
New Dort. — W. Turszinſky u. F. Du bitzky, Don den Berliner 
Theatern 1912/13. 14. — Ludw. Klinenberger, Bon den Wiener 
Theatern 1912/13. 10. 


Daheim. NRed.: PB. D. Höder. 49. Jahrgang, Nr. 30/31. Leipzig, 
Velhagen & Klafing. 

Inh.: (30.) Die neue Sternwarte in Neubabeldberg, — Dad 
Naiffeifen-Dentmal in Neuwied. — Wafferfhuhe und Faltboot. — 
Stankreih und Stalien in NRordaftifa und der Jdlam. — Königin 
Sophie von Briehenland. — Garl Leonhard Beder. Zum 70. Ge 
kurtötag. — Karl Hagenbed +. — Die „Helden“ von Ranıy. — W. 
Kopde, Wilhelm Dromerd SGiegedgang. Eine Lrbensgeichichte. — Ad. 
Zimmermann, Als Saft deutfcher Ingenieure im Taurus. (Scht.) 
— Paul Bey, Deutfhe Holzplaftit. — (30/31.) Lene Haafe, Die 
märkifchen Lienowd. (Fortf.) — (30.) C. R. Kreufhner +, Bom Volke: 
lied der Deutfch- Böhmen und Deutih-Mährer. — (31.) Der „Impe- 
rator”. — Pauline Schanz +. — Bei Friedrih Nicolai. — Die Pfad 
finder ded Jungs Deurfhland-Bereind. — Dtto Lindekam, Gefälſchte 
Bogeleier. — Eine ideale Sommerfrifche nad dem Herzen don Keberecht 
Hühnchen. — W. Kotzde, Wilhelm Drömers Siegesgang. Eine Lebens⸗ 
geidihte — Aa von Gersdorff, Erinnerungen. — Marianne 

ewis, Meifen. Eine Charakterftudie. — Paul Beiglin, Anton 
Den — Zu ſeinem 70. Geburtstage. — J. Höffner, Die Schule 
er Ehe. 


Deuntſch⸗Oeſterreich. Wochenſchrift für Politik, Kunſt und Kultur. 
Hrsgbr.: P. Samaſſa. 1. Jahrg., Heft 17/18. Wien. 

Inh.: (17. A. C. Popovici, Magyaren und Rumänen. — A. 
Flanz, Slaviſche Landesſprachen an deutſchen Mittelſchulen. (Schl.) 
— Carl Peters, Brief aus Algerien. — Paul Samaſſa, Die 
ſterbende Türkei. — A. Hagenauer, Föhn. — Eugen GOuglia, 
Stizzenblätter von einer norddeutſchen Städtereiſe — (18.) Paul 
Samaſſa, Unſere auswärtige Politik. J. — Moeller van den 
Brud, Die baltiſche Zukunft. — K. Schoßleitner, Volkébildung 
und Wehrpflicht. — W. Fiſcher, Das Glück im Brunnen. — Herm. 
Ubell, Häßlihe Kunft. 


Das | he Ehe. Hıögbr.: &. Heilborn. 15. Jahıg., Heft 15. 
Berlin, Fleiihel & Ev. 

Inh.: W. v. Molo, Das befte Buch. — Henri Guilbeaug, 
Philsas Lebesgue. — Ph. Lebesgue, Autobiographiſche Skizze. — 
M. ———— d, Ludwigs Wagner. Buch. — E. Heilborn, Sterbens⸗ 
Orgie. — W. Nithack⸗Stahn, Aus der Welt der Schule. 





181 


— 1913. 10. — Die [höne Literatur — 10. Mai. — 


182 





Die Greuzboten. Hrgb. von G. Cleinow. 71. Zabıg., Rr. 16/17. 
Berlin, Verlag der Grenzboten. 


Inb.: (16.) G. Cleinow, Kanzlerreden. — K. Reuſchel, Kirch⸗ 
ſpielvogt Mohr. Zur Pſychologie Hebbels und moderner Kritik. — 
Janus, Vom Kriege? — K. Guenther, Die Rodia. Erzählung aus 
Ceylon. — Moritz Goldſtein, Kino⸗Dramaturgie. — Spectator, 
Reichskriegsſchaz und Währung. — (17.) A. Naſchr, Verfaſſungs⸗ 
kämpfe in Mecklenburg. — Erich Keup, Der wiriſchaftliche Wert der 
bäuerlichen Koloniſation im Oſten. — T. Friedemann, Georg 
Kerſchenſteiners Begriff der Arbeitsſchule. — An der Wiege des König⸗ 
— — — Graf E. v. Beftarp, Präludien zu einem Ritt 
in Perfien. 


Hammer. Parteilofe Zeitfchrift für nationales Leben. Red.: Theod. 
Fritſch. 18. Jahrg., Nr. . Leipzig, Fritſch. 
Inh.: Th. Fritſch, Religiöſe Betrachtungen. 2. — A. Ritter, 
Die oͤſterreichiſche Frage. — Der Kaiſer und das Offizierkorps. Bon 
einem Inaktiven. 


Zicht und Schatten. Wochenſchrift für Schwarzweißkunſt u. Dichtung. 
Hgb. von * v. Gumppenberg. ß Jahrg., a. Bar. nd 
Snh.: (28) A. M. Frey, Der Kapentneht. — Erich W. Cech, 
Die neue Tatfahe. — (29.) Sg. Hirfchfeld, Sarom, der Dieb. — 
Hand Kyfer, Der Zauberer. — Frig Müller, Das Schwerfte. 


Militär - Wochenblatt. Red.: v. Scriba. 98. Jahrg, Rr. 49/66. 
Berlin, Mittler & Sohn. 


Inh.: (49.) Ein neues englifhes Kavalleriereglement. (Sch!.), — 
Zornifter oder Rudjad? — „Mit den fiegreihen Bulgaren”. — Get- 
fabel im italien.stürkifchen und im Balkanfriege. — (50.) Die Wehr- 
traft Deutihlande im Vergleich mit der der anderen europäifchen Groß⸗ 
mädhte. — Dad Militär-Handbuh des Königreihd Bayern. — Er- 
böhung der Marfchleiftungen der Infanterie durch einen Fußfchoner. — 
Regimentsabende. — (53.) Die Beweggründe Bazained. — Neuerungen 
im hinefifhen Militär-Schulwelen. — „Kaifer Wilhelm IL und fein 

eer”. — Neuerungen in der 0 Armee. — Bevorftehende 

uppenverfhiebungen (befonderd der Feldartillerie) in Franfreih. — 
mDie Wahrheit über Adrianopel”. — (54.) „Eriebniffe und Eindrüde 
1870 bi8 1890“ von Anton v. Werner. — Die Kämpfe der fpanifchen 
Zruppen im Er-Rif 1911/12. — (65.) Zum 60Ojähr. nititärtubiläum 
des Generalfeldmarſchalls Grafen Bottlieb v. Haefeler. — Der Sinfanteric 
Halbzug. — Bom Ballankriege. 13. — Dad Heer der Bereinigten 
Staaten von Nordamerifa zu Ende de Jahres 1912. 3. — Regiment? 
abende. — (56.) Heeredetat 1913. — Die erfte türkifche Offenfive nad 
dem Waffenftilftand, vom 8. bid 10. Februar 1913. — Großgörfen. 
— Bulver ohne MRündungdfeuer. 


ne Hab. v. P. R. Coſſmann. 10. Jahrg 


Inh.: E. v. Düring, Niedergang des Osmaniſchen Reiches. — 
W. Renger, Hinrichtungen als Volksfeſte. — E. Traumann, Lebende 
Schatten in Goethes Fauſt. — R. Huldſchiner, Briefe von einer 
Beltreiſe. — J. Weichelt, Eine Szene (Dramolet). — 6. Thoma, 
Wem Gott will rechte Gunſt erweiſen. — Juſtus von Liebig, Unver⸗ 
öffentlichte Briefe. — Rade, Theologiſche Fakultäten, auch ſuͤr Frank⸗ 
furt und Hambura. — W. Diehl, Zur Jugendgeſchichte G. Chr. 
Lichtenbergs. — J. G. Löchl, Aigner Lebenslauf (Die zweite Ehe). 
— Johannes Miquel, Die Briefe an Marquardſen. — O. Pietſch, 
Piloten. Erzählung. 


Rorb und Süd. Hrögb. von 2. Stein. 87. Jahıg., Mai 1913. 
Berlin, Schottlaender. 


Snh.: Klaus Bernifen, Die dänifhe Volkshochſchule. — Mar 
Straf Betbufy-Huc, Die Wehrvorlage und der Reichöfanzler. — 
Ludwig Stein, Die Ueberwindung ded Kodmopolitißmud durd die 
Rationalide. — % R. de la Efpriella, Zar Ferdinand I von 
Bulgarien. — Rud. Rotheit, Balkanbrofhüren. — Mar Roloff, 
Die mubammedanifhe Propaganda der Neuzeit. — %. 8. Graf v. 
Boltolini, Der rote Hut (Kartinale und Papftwmahl. — 9. v. 
Bfilugf-Harttung, Friedrih d. Gr. ald Baumeifter. — 6. Mard, 
Die Philofophie Henri Bergfone. — H. Kraft, Gefunde Ernährung. 
— 6. Liffauer, „1813. — N. Herrmann, Elirir de Barbizon. 
— 5. Land, Alfred von Ingelheims Lebensdrama. Roman. (Fortf.) 





Deutfhe Runbfhan. Hrög. von Zulius Rodenberg. 39. Jahrg. 
Heft 7 Berlin, Gebr. Paetel. 

Ind.: E. v. Handel-Mazzetti, Stepbana Schweriner. Ein 
Steyrer Roman. (Fortf.) V. — Lebenderinnerungen. Aus dem an 
von Rochus Freiberen v. Lilieneron. IL. — ©. Didhuth, 1818. II. 
— Ch. Lady Blennerbaffett, Diöraeli im Parlament. 1837 bis 


1846. — M.v. Bunfen, Spanifch-portugiefifche Burgen und Bärten. I. 
— Der Kampf wider die Konfumvereine — D. PBniomer, Die Edda. 
— 5. Mofer, Alfred Huggenberger. 


Sonntagsbeilage Nr. 15/16 3. Boff. Zeitung 1918, Rr. 185, 198, 
Snb.: (15.) 2. Katfher, Ein großer Stilkünftler (Taine). — F. 
erholg, Die Berliner Univerfität im 3.1813. — €. Horn, Wielands 
dee eined XTheatervorhangd. — (15/16.) Bor 100 Jahren. — (16.) 
K. Witte, Die Sendung Schwarzentergd nah Parid. — 8. Hilde 
brand, Gabriel Rieffer. — ©. R. Krufe, Reue Lorging- Briefe. 


G ——— Illuſtriertes Sonntagsblatt. 60. Jahrg. Nr. 29/80. 
erlin. 


Inh.: (29.) Hedda v. Schmid, Auf dem Gipfel. (Schl.) — A. 
v. Heyded-Erone, Mirko und Fatme. Eine Epiſode aus Monte⸗ 
negro. — Höhlenvögel. — (80.) Zuife Roth, Ein Bermädtnid. — 
F. Sturm, Rah fechzehn Jahrın. Eine wahre Gefhichte aus dem 
Ballankrieg. — U. Linde, Etwas vom Regenfjhirm. 


Ueber Land u. Meer. Deutfche illuftr. Zeitung. Red.: Rud. Presber. 
55. Yahrg., 110. Bd., Nr. 30/31. Stuttgart, Deutfche Verlagsanftalt. 


Inh. (30/31.) Liedbet Dill, Birago. Roman aus dem Saargebiet. 
— (30.) Curt Bauer, Das römifhe Modell. — (30/31.) Hans v. 
Kahlenberg, Im Rollen. Waggonbetrachtungen eines Mitteleuropäere. 
— (30.) &. Rund, Die Beteiligung der privaten Schiffbauinduftrie 
am Ausbau unferer Kriegöflotte. — Wild. Bölfche, Xiberia und dad 
Zwergflußpferd. — (31.) Hermann Rof Fr Hand Loofhen. — 
Karl Bleibtreu, Großgörfhen (2. Mai 1813), — Zfolde Kurz, 
Ein Befuh in Korintd. — Die ESuffragetten. 


Die Wage. Redakt.: E. V. Zenker. 16. Jahrg., Nr. 15/16. Wien, 
Stern & Steiner. 

Inh.: (15.) Verus, Zur ſüdſlawiſchen Frage. — J. B. Pattewa, 
Die Stellung der Frau in Bulgarien. — Herm. Kienzl, Königliche 
Reklame. — Hofoper⸗Reformen: Ein Generalmuſikdirektor. — Alfred 
Ullendorf, Vom Hohne des Lebens. — (16. E. V. Zenker, Neue 
Kriſen. — Die Frauenſtimmrechts⸗-Bewegung in Deſterreich. — A. 
Halbert, Die Tragikomödie des Starrſinns. (Zu Artur Schnißlers 
„Profeſſor Bernhardi“.) — Charles Foley, Der Tod von Madame 
de Pompadour. 


Die Woche. 16. Jahrg. Rr. 16/18. Berlin, Scherl. 

Inh.: (16) Gruber, Zur Frage des Frauenſtudiums. — H. 
Waldeyer, Vom Teppichfieber und von Teppichfreunden. — J. Lorm, 
Exotiſche Buͤhnentoiletten. — (16/ 18.) Marie Luiſe Becker, Die Kinder 
des Genies. — (16. Lothar v. Waldenburg, Der Schmetterlings⸗ 
fang. — Bettina Wirth, Wiener —— — Hermann Scheffler, 
In der Hauptſtadt Rumäniens. — (16/ 18.) Rudolph Stratz, Stark 
wie die Mark. Roman. (Fortſ.) — (16.) Heinz Karl Heiland, Sport 
und Spiel auf Java. — Grete Warneyer, Wildwachfende Frühlingd« 
Beau: — (17.) Zuliud Hart, Bom naiven Bublitum. — H. Hidaffy, 

eber dad Springen. — 8. Shulze-Brüd, Weinverfleigerungen in 
Zrier. — Hand Domini, Petroleum, Benzin und Benzol. — Theo 
Neiper, Ein Tag auf der Kaiferjaht „Hohenzollern“. — Alfred 
sn Hartmann, Im füdlichen Holland. — Moderne Sporttfleibder. 
— Kobert Potonisd, Die Waffen der Pflanze. — (18.) Hilde» 
brandt, Grenzflugverfehr. — Anna Schellenberg, Frauenftimm- 
recht. — Bettina Wirth, Bei E. M. Ziehrer. — Die Internationale 
Baufahausftellung in Leipzig. — Carl Hamburger, Das Kätfel 
des Bogelzuged. — Urjula v. Wedel, Ein Fürftenheim bei Cannes 
(Villa ded Erbprinzen von Sachfen-Meiningen). — gb Wildhagen, 
Das Kölner on — Peter Robinfon, Die Witwe. Sfizze. 
Henry F. Urban, Die Kadetten von Weft-Point. — H. vd. Schroetter, 
Seefiſche und Kochkunſt. 


Das freie Wort. Hrégb. v. Mar Henning. 13. Jahrg., Nr. 3. 
Frantfurt a. M., Reuer Frankfurter Berlag. 


Inh.: M. Maurenbrecher, Der Heilige Geift. — E. Arnold, 
Eifaß-Rothringen. 1. Gedanken und Bedenken eines Altveutfchen. — 
Neay, Mittelmeerprobleme. — Herm. Gernau, Zur Pfychologie der 
Arbeiterbewegung. — Herbert Weil, Freiftudentifhe Wandlungen. — 
Arminius, Römifhe Brutalität und ihre Siege. 


Beitung f. Lit., Kunft u. Wiff. Beilage ded Hamburg. Eorrefp. Rr.8/9. 


Inh: 8.) ©. Hermann, Bon Alfred "Mombert zu Gerhard 
Moerner. — Erich Jäniſch, Ein pam er Hebbel-Fund. — Hand 
Harbed, Was beißt Gtilifierung? — 8 F. Hoe ber, Turbinen⸗ 
halle der A.E.G. in Berlin. — E. v. Monſterberg, Reue Vers⸗ 
bücher. — Pädagogifche Schriften Kerfchenfteiners. 


183 


— 1913. 43 10. — Die [HÖöme Literatur — 10. Mai. — 


184 





Zllufrierte Zeitung. Red.: DO. Sonne 139. Band. Nr. 8643 
und 3644. Leipzig, 3. 3. Weber. | 


nb.: (3643.) D.€. Schmitt, Gadfend Fürften und ihre Echlöffer. 


— B. Shumann, Die Refidenz Dresden. — Doenges, Die kpl. 
Sammlungen zu Dredden. — Die ?. fühl. Porzellanmanufaktur zu 
Meißen. — 9. Fehrmann, Eine Fahrt in die Sähfifhe Schweiz. 
— 8. Gtettenheim, Leipzig ald Univerfitätd- und Mufitfladt. — 
H. Pfeiffer, Leipzig, der Mittelpunkt des deutfhen Buchgewerbes 
und des fähflihen Handeld. — ESädhfifhe Staatseifenbahnen. — PB. 
Daehne, Chemnig, dad Herz der fähftfhen Induftrie — F. H. 
Löfher, Das fählifhe Erzgebirge. — Shanz, Das fähflfhe Bogt- 
land. — Emil Kod, Die Laufif. — Dreöden als fremden und 
Snduftrieftadt. — Zittau, die Perle der Oberlaufig. — Freiberg t. Sa. 
— Mar Kirfhftein, Das Bild ded Botticcli. Novelle. — (3644.) 
Billiom Sloane, Die yolitifhen Parteien in den Bercinigten Etuaten 
von Amerifa. — E. Trapp, Rihard Wagneıd „Barfifal” in Zürich. 
— Hırm. Eßmein, Gabriel v. Geidl. — Albert Kleemann, Der 
Bär. Eine Gefchichte aus der Slowakei. — Dito Weber, Der Dricn- 
talit Prof. Hugo Windler +. — Die Ehrenurktunde der Drestner 
Hygiene-Ausftellung von Mar Klinger. — Heinrih Dove, Die An 
ſprüche des praktiſchen Lebens an Geſetzgebung und Rechtſprechung. — 
Die Ricolaiſche Buchhandlung in Berlin. — Wilh. F. Brand, Neuere 
englifche Romane. — Dtto Sonne, Die Uraufführung von Draefeled 
„Merlin. — Gufl. Blomquift, Anna Boberg und ihre Kunft. — 
Römiſche Erdfchanzen bei der Saalburg. — Eduard Fuchs, Der 
Sammler. — R. Franc, Eifenpflanzen und wachfendes Eifen. — 
re in Burtehude. — Die ESeilfhwebrbahn Lana 
giljoch. 





Aitteilungen. 


Literatur. 


Die auf zwölf Baͤnde berechnete hiſtoriſch⸗kritiſche Ausgabe von 
Börnes Werken, die Ludwig Geiger in der „Goldenen Klaſſiker⸗ 
Bibliothek“ des Deutſchen Verlagshauſes Bong & Co. zu Berlin ver 
öffentlicht und deren Beginn (Band 1 bis 3) im vor. Jahrg., Nr. 5, 
Sp. 96 d. Bl. angezeigt wurde, erfuhr ſoeben eine weitere Förderung 
durch Erfcheinen von Band 6 und 7: „Briefe aus Parid“, mit einer 
aufichlußreichen Einleitung hab. von Alfred Stern, und „Menzel der 
Franzojenfrefier”, hgb. von Rudolf Fürft. Die 115 „Briefe aus Paris” 
find befanntlihd aus der Korrefpondenz mit Jeanette Wohl hervor 
gegangen, darum ift ed mit Dank zu begrüßen, daß der Hrögbr. fich 
entfchloffen hat, Börned Briefe an die engbefreundete Frau aus dem 
Nahlag zum erftenmal gefammelt, eingeleitet und fommentiert bier 
im Rahmen der vier Iepten Bände herauszugeben. Den Anfang macht 
Band 9, der vom Juli 1818 bid zum Yuni 1822 reiht und wie ber 
gefamte DBriefwechfel ald Denkmal eines menfhlih tiefen Verhältniſſes 
u einer edlen Frau don bleibendem Werte ift. Reichtihe Tritifhe und 
! lihe Anmerkungen find nah ten Grundfägen der vorliegenden Aus» 
gabe auch den vorliegenden drei Bänden beigegeben. eder Band koftet 
brofh. 2 4, geb. 3 4, in Kiebhaberhalbfrang 4 4, 50. 

Bon „Reclam Univerfal » Bibliothek‘ (Leipzig, Philipp 
Reclam jun.) en folgende anzichende Fortfegungen vor. Nr. 5624: 
Sun 7. Bd. Gefammelt und dgb. von G.R. Krufe Den 
z' alt bilden: Ditomar Enking, XZheodor Körner in Leipzig”; A. 

elmar, „An mein Boll; ©. Jaeger, „Die heilige Nacht”; M. 
DBolterd, „Die neue Zeit“. Nr. 5527: „Semütömenfhen!” Schwant 
in drei Aufzügen von Frip Friedmann: Frederih. Nr 5628/29: 
„sofeph im Schnee.“ Eine Ehmarzwälder Dorfgefhichte von Bert» 
hold Auerbah. Mit einer Einleitung von Dr. Gugen WBolbe. 
Nr. 56530: „D-ZugGefhichten“. Humoreöten von Buftav Hodhftetter. 
Der Preis jeder Nummer beträgt befanntlih nur 4 0, 20. 


Die neueften Bändchen der bei der deutfchen Leferwelt belichten 
Sotta’ihen Handbibliothet bringen „Hans Beinharts Abentener‘‘ 
von Heinrih Seidel nebit den Erzählungen „Der Lindendaum“ und 
„Waldfräulein Hechta“, fowie von Karl Emil Franzose „Der Hiob 
von Unterady‘' famt den Gefchichten „Frühling im Winter”, „Sophie“ 
und „Kofjowicz’ Race“. Der Preid des erftgenannten Bindchend be 
trägt brofch. „4 0, 60, geb. „4 0,30, das zweite koftet brojch. 4 O, 40, 
geb. .# 0, 70. (Berlag von Gotta Rahf. in Stuttgart.) 


Theater. 


Altona Im Shillertbeater fand die deutfche Uraufführung eines 
dreiaftigen Schaufpield von Silvio Zambaldi ftatt, dem die deutfche 
ee M. Wulff den Titel „Eine Vergangenheit’ gegeben 
hat. Das Gtüd erzielte ftarken Erfolg. 


Berlin. Das vieraktige Schaufpiel „Kinder der Großſtadt“ 
von Wilhelm Braun wurde vom — zur Uraufführung an⸗ 
genommen. 


Erfurt. Im Stadttheater wurden am 24. April d. J. zwei 
Stücke zur Uraufführung ——— ihr Verfaſſer, Oberlehret Kari Engel⸗ 
hard, nannte den einen Einakter „„Liebe‘‘, den anderen „Tod. Für 
die Literatur find fie bereitö begraben, weil ihnen die Lebendfähigkeit 
fehlt; Anfäge allein reichen nicht aus. Im erften Dramolet handelt 
8 fih um einen Junen, ebebrüchigen Künftler, der in fangen theore⸗ 
tifhen Dialogen feine Frau überzeugen will, daß die wahre Liebe ver« 
zeiht, und der in dem Kinde einen unbewußten Helfer findet, um fich 
mit feiner betrogenen Frau wieder audzuföhnen. Der andere Einafter 
ift um einiges bleffer. Ein friefiicher Fifcher hat bei Rettung Scdiff- 
brüciger einen Sohn verloren und wagt nun aufs Neue die Rettung 
der fait Derlorenen. Der Raturaliömus der Handlung ficht aber im 
äftpetifchen Wirerfprudh mit der poctifhen Fiktion, daß cine junge, 
frante, mit dem Tode ringende Frau leichter flirbt, ald der alte Fifcher, 
der oft dem Tod ind Auge gefchaut hat, fuggeriert, man müffe den 
Zod lieben. Im ganzen waren ed bilettantifche Dichtereien ohne 
weiteren literarifchen Wert. F. E. W. 


Frankfurt a M. Die Mraufführung der Borfadtlegende in 

un Bildern und einem fzenifchen — „Ziltem‘‘ von Stanz 

olnar im . am 1. Mai d. 3. war erfolgreidg, ob- 
fhon hier und da Widerfpruch erhoben wurde. 


reiburg i. Br. Dad Drama „Das Wundermädchen von 
Berlin’‘ von Dr. Hannd Heinz Ewers erntete bei der Uraufführung 
im Stadttheater am 30. April d. 3. einen flarfen Erfolg troß heftigen 
MWiderfpruhe. Dad Stüd fpielt in den Berliner Märztagen 1849. 


sumatug Dad neue Märchenfpiel in vier Alten „„Daß 
Mäbdchen von Stormyr“ von Selma Ragerlöf wird im Gtadt« 
theater zur Uraufführung gelangen. Die dramatifche Bearbeitung ihrer 
Meifternovelle „„ Herrn Arnes Gcheimmis‘! dur Gerhart Haupt- 
mann wird im Laufe ded Winters in Deutfhland aufgeführt werden. 


Königdberg t. Pr. „„Kaiferlide Hoheit’, Auftfpiel nach dem 
Holländifchen dd Simon Mees, für die deutiche Bühne frei bearkeitet 
von Elje Dtten und Rudolf Lothar, erwies fih bei der Urauf- 
führung am 24. April d. 3. im Neuen ESchaufpielhaufe als theater- 
wirfjamed Stüd. 

Mannheim 9YIm Hof und Nationaltheater wurde die deutiche 
Uraufführung dc dreiaktigen Luftipield „‚„Seidene ee von 
Algot Sandberg in der Ueberfegung aus dem Ehwedilden bon 
Dr. Sohn Joſephſon mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Das 
Etüd ift eine luftige Verfpottung der Eheprinzipien der modernflen 
Frauenbewegung. 

Nürnberg. Das neue Luftipiel „„Eheqnarteti’’ von Richard 
Wilde und Rihard Wurmfeld wurde vom Intimen Theater zur 
Uraufführung angenommen. 


Prag. Im Deutfchen Randedtbeater fand die Uraufführung des 
Luftfpield „Die ewige AngR‘ von ro Feld viel Beifall. 


Berſchiedenes. 


Den Freunden des alten Wiener Burgtheaters ward kürzlich ein 
auderlefener Genuß dadurch zu teil, daß die Hoffchaufpielerin Frau 
Augufte Wilbrandt-Baudiud in einem öffentlichen PVortrage 
‚zheatererinnerungen‘‘ zum Beften gab. If ed fhon an fi ein 
Vergnügen, die trog ihrer Jahre noch immer fchöne und vornehme 
Dame mit den berühmten, herrlichen, nur jept leider beim Borlefen 
durch eine Brille in ihrer Wirkung etwas beeinträchtigten Augen zu ſehen 
und ihre — und ſeelenvolle Stimme zu hören, ſo geſtaltete der 
Inhalt des Vortrags den Abend vollends für Alle zur wehmutsvollen 
Freude, die ſich noch der Glanzzeit des Burgtheaters erinnern und 
deſſen große Kũnſtler zum Zeil perſönlich gekannt und bewundert haben. 
Was Frau Wilbrandt vorbrachte, war weniger ein regelrechter Vortrag, 
ald eine zwanglofe, anmutige Plauderei, in der fie ihre perfönlichen 
Beziehungen zu einigen jener Heroen, wie: Anjhüg, Fichtner, Loewe, 
La Roche u. a. in anekdotifher Korm fchilderte und befonderd aud 
ihren einftigen Direktor Heinrih Laube durch einzelne treffende Züge 
fennzeichnete, wobei fie dem Vielbewunderten un® Bielverleumdeten 
dolle Gercchtigkeit zu erweifen fuchte. Vielleicht Härte mander fich die 

Erinnerungen“ etwa® vertiefter und umfaffender und dem in allzu 
anft gejchwungenen Linien bingeworfenen Bilde etwas fchärfere Stride 
beigefellt gewunidt. Aber auch fo, wie cr war, hat der durch liebend» 
würdigen Humor beliebte Vortrag in den Zuhörern den erquidendften 
Eindrud Hinterlaffen und nur den Wunfch rege gemacht, die geiftvolle 
Künftlerin möge noch vet oft aus. dem gewiß reichen Echape ihrer 
„zheatererinnerungen” fhöpfen und unge damit einiged Kabjal in der 
troftlojen Dede der dramatifchen Gegenwart bieten. Carl Seefeld. 


Berantwerti. Nedaltenr Prof. Dr. Eduard Zarnde in Leipzig, Kaifer-Wilhelmfirafe 8. — Drud von Breittopf & Härtel in Leipzig. 


Die fchöne 


Literatur, 


Beilage zum Literarifchen Zentralblatt 
für Deutichland. 


Ir. 12, 


Heransgeber Arof. Dr. Ed. Rarnıke in Reipzig, Kaifer Wilhelmftraße 8. 


Verlegt von Ednard Anenarins in Keipiig, Woffiraie 5/7. 


14, Jahrg. 





Erſcheint vierzehntäglich. 


27. Juni 1913. 


Preis Halbjägrlic 3 Mark. 








Indat: 

Geſchicht lich⸗ em und Er —8 (201): Sondlad, Maria von Mag 
dala. Brockes, Cajus von Derbe. Kaboth, Die Sonnenburg. Yarlan, 
Are Irrfahrt. v. Molo, Ums Menſchentum. ein nun 1. Zeil. 

Dofe, Im Kampf um die Nordmark. ®Beißler, Das hohe Lid 
Erräßfungen und ange (206;: Bolt, Spizzero! Thom, einbeleid, ine 
nter Tieren. Madjera. Trau Foefie fucht Serben. Sräfin Keyferlingt, 
Märkten. Ruedt, Der Pfarrer von Gretic. 

Moderne Pramen 1207): Haffenteufel, Unter Kameraden. Andre, Ein 

er Sonnwendtag. 


Kartenhaus. EBchönherr, 
— und 9 1209): Fuch8, Katharina von Viedici, ein Renaiffancefhanfpiel. 
A und gi (209) : Bedold. Der Ewige und die Stunde. Knodt, Bom 
Bruder T Mitten in der a Lüdtke, Lieder eines 
Eudenden, — Nornengaſt. Sehr v. M nchhaufen Das 


im Harniſch. Graf zu Löwenſtein, Herl' Herl; Derſ, Im Sold —* 


—ñ—— —— — — 





Aventiurens. Seeliger, Schlefien. Graf —— Fünfzig Wiener 
Gedichte. Reinhard, Ernte aus der Wadıau. Benau, Bon sl. uns Liebe. 
Breleutbner, Bon Tiefen zu Höhn. Pollal-Radala, Krühlingshlüten 
—Sriüblingsreif. Nottländer, Afrifanifhe Kriegslieder. Chrift, Dieine 
erften Gedichte. Soedede, Goldaten-, Kriegs: und Wanderlieder. Wendel, 
HRomanzen und Lieder. Wendel, Sedidte. Satheim, Mannificat. Fey, 
ge Pflügen. Löwe, Neue deutfche Brettllieder (Shanfond). Pult, Ein 

ahr AL dIer, Mein Himmele. Ballayya, Im goldenen Licht. God» 
niaf, Lieder vom Leben. ÖSuggenberger, Sinterm Pflug, 5. Auflage. 
Rofegger. Mein Lied. Kernftod. Zageweifen. Nidhter, Kornblum und 
wölde NRufen, beitere und ernfte Dichtungen. 

Englifhe Romane (217): Baroness Orczy, A True Woman. Atherton, 

alia France and her Times. Thurston, Thirteen. Williamson, The 
Guests of Hercules. Castle, Love gilds {he Scene. 
Zeitſchriften (220). Mitteilungen (223). 











Alphabetifhes Suhaltsverzeignis. gi gasnbero er, U, Hinterm Pin: (216.) Beefeutüner, 2., Bon ‚Ziefen zu Höh’n. (j213.) 
Andre, M. S. Ein Kartenhaus. 1209.) h, 9., Die Sonnenbur. 03.) Bult, €, Ein Iahr. (218.) 
Atherton, G., Julia France and her Times. (218.) | Xernftod, D., Tagemweifen. 16) Reinhait, ®.. Ernte aus der Wadan. (213.) 
genen, S.. Ei Lenz und Liebe. (213. Leyſe iig . Gräfin M rain. Br Richter, %., Kornblum und wölde Rufen. (217.) 
Bolt, - Sig ero! (2U6 ) Knod om „Druder Tod”. (210.) Rofegger, B., Mein Lied. (2186. 
———— Gajus von Derbe, der Gefährte des | Xhber. D.. Unter Tieren. (207.) Nottländer, aciten ine Kriegslieder. (214.) 
Paulus. En, Löwe, 2., Neue deutsche Brettllieder na: (215.)!Ruedt, ©. M., Der Pfarrer von Oretfd. (207.) 
Castle, ga and E., Love gilds the — (220.) gömwenftein, Dt. Graf zu, Her! 12.) Satheim, A., Magnificat. (215.) 
EChrift, A., Meine erften Gedichte. (214. ‚Im Sold Frau Üventiurene. ( 12. © hönberr, Der Sonnwendtag. (208.) 
Tofe, 3, Im Kampf um die Rordmart. 20) güdtfe, %.. Lieder eines Sucenden. 21. Säiüler, ©. Mitten in der Brandung. au. ) 
Engelhardt, 2., Nomengaft. (211) Madjera, ®.. Frau Poeſie ſucht — 207.) Seeliger, €. ‚ Sclefien. (212.) 
Fey. N., Hinter Bflügen. (215.) Molo, ®. v., Ums Menfhentum. Ein Shiller-Roman. | Thom, 4., Eindeieib, (206.) 
—8 — Katharina von Wiedici. (208.) 1. Teil. 1. bie 5. ae (204.) Thurston, F T., Thirteen. (219.) 
Geißler. m. Das hohe Licht. Se Münchhaufen, Frhr.v., Das Herz nn (212.) ee ‚Im — eidt. (215.) 
Godniat, 2., Lieder vom Leben. (216.)- Orczy, Baroness, A True Woman. Wendel, 8., Gedidte. (214.) 


Soedede. Eoldaten., Kriegs- u. Wanderlieder. (214.) 


Gondlad. ©.. Maria von — (201.) Bfaundler, $., Mn 
gerlan- u. Satreine Irrfahrt. .) Bollat-Radala, 
affenteufel, ©., Unter an. (207.) zeif. (213.) 


Petzo Id, A., Der Ewige und die ee (210.) 
immele. (215.) Wi 
rlblingstiäten—rüglinges Williamso 3 O. N. and A. N., Th 


Wendel, W., Romanzen und Lieder. ct) 
de enburg. A. Graf. —— edichte. 12.) 
., The Quests of Her- 
cules. (219.) 





Geſchichtliche Komane und Erzählungen. 


Gondlad, C., Maria von Magdala. Aus der Zeit ein erzäplt. 
Mainz, 1912. Kirchheim & Co. (586 ©. 8.) 44 


Brodes, %., Cajus von Derbe, der Gefährte des Baulud, Ein 
Bild vom Kämpfen und Werden in der älteften ne 
Hille a.©., 1913. Mühlmann. (386 und 15 ©. 8.) 


Rabatt, H., Die Sonnenburg. Gin Roman aus dem 
Dredden, 1912. Reißner. (332 ©. 8) #4. 


Harlan, W., Catreins Sie Ar a Altflandern. Berlin, 
1912. DO: & Cr 


Mole, W Ums Menfhhentum. n nn Eriter 
3 5 N Berlin und Keipgig, 1912. Edhufter & Röffler. 
) Mi 


Doſe, J. Im um die run 
1912. Stiftungdverlag. (478 ©. 8.) 


Die beiden an erfter Stelle — Romane find 
jehr ftark theologifch orientiert. Site beanspruchen einen 
erhöhten Grad von Aufmerffamkeit und werden voll nur 
einen theologifch intereffierten Lejer befriedigen. Das ift 
von Gondlachs Buche mit einer gewiſſen Einſchränkung 
zu ſagen, denn G.s „Maria von Magdala“ iſt kein hiſtoriſcher, 
jondern ein Iegendarijcher Roman. Maria von Magbdala, 
die große Sünderin, nach der Legende eine Schwefter des 
Lazarus und der Martha in Bethanien, ift wohl eine Ge 
ftalt, die noch heute manche intereffanten Büge bietet. Der 
Lerf. hat mit vieljeitiger Kenntnis und großer Gelehriam- 
feit eine anmutende und in allem wefentlichen einwandfreie 

Beilage zu Nr. 23 des Lit. Zentralbl. f. Deutfchland. 201 


Ne aa Potödam, 


. Schilderung von dem Baläftina der Beit EChrifti gemadht. 


Die Szenen von Selu Leiden und Sterben find nicht ohne 
Würde und Wahrheit herausgelommen. Daneben machen 
fih viele Einzelheiten weniger angenehm bemerkbar: Das 
Schweißtuch der Veronika, die Entrüdung der Mutter Dlaria, 
und einige andere, nur auf fchwacjen legendariichen Füßen 
beruhende Mitteilungen weijen dem Buche einen ganz 
beftimmten Leferfreis zu. Für diefen mag auch eine Notiz 
auf ©. 56 hingehen: „in Galiläa Hatte er (Jejus) dem Petrus 
die Gewalt erteilt, zu Löfen und zu binden die Seelen in 
feinem Namen, hatte ihm und feinen rechtmäßigen Nach- 
folgern das ausſchließliche Hirtenamt ſeiner Kirche über⸗ 
geben.“ Das Buch, das in vieler Hinſicht auf den gelehrten 
Forſchungen des Lazariſten Pater Dr. L. Rietſch beruht, 
wird ſicher viel Freude und Anerkennung in katholiſchen 
Kreiſen finden. 

Demgegenüber vom evangeliſchen Standpunkt aus ge— 
ſchrieben zu ſein ſcheint mir das Lebensbild, das Brockes 
von Cajus von Derbe entwirft. Doch iſt kein ſtreng kon⸗ 
feſſioneller Standpdunkt, wie er in dem Buche Gondlachs 
entſchieden vorherrſcht, eingenommen. Ganz ausgezeichnet 
iſt es dem Verf. gelungen, den Synkretismus auf religiöſem 
Gebiet zur Zeit Chriſti, wie er beſonders in Kleinaſien 
hervortritt, zu ſchildern. Wir ſehen in guten Bildern neben⸗ 
einander geſtellt die Anhänger von Iſis und Oſiris, die 
Mithrasgläubigen und die Verehrer der bekannten großen 
griehifch-römischen Gottheiten. Einen neuen Bug in Dies 
Gemiſch von Religionen und Kulten bringen die Jünger 

202 


203 


des Asklepios: fie verfünden eine Menfch gewordene Gott- 
heit, die der Welt und den Menfchen vor allen Dingen 
Heiland fein will, die fie erlöfen wird von allen Mühen 
und Krankheiten. Wieder etwas ganz fremdes findet fich 
in den beiden Gottheiten Ahuramafzda und Ahriman, deren 
Unhänger aus dem fernen Dften neue Ideen und Lebens» 
anfhauungen bringen. Solde und andere unflar über: 
Tieferte und infonfequent fortgebildete Religionsanfchauungen 
ftoßen in Kleinafien auf da8 Judentum: die Gegenfähe der 
Meinungen werden un ein bedeutendes verichärft. In 
diejes religiöfe Gewirr hinein platt da3 von Paulus mit 
göttlicher Kraft verfündigte Evangelium von Jefus CHriftus. 
Da beginnen erft recht große Schwierigkeiten einzutreten, 
als es fih darum Handelt, ob die Heiden ohne weiteres 
Chriften werden dürften, oder ob fie fich vorher durch Die 
Beichneidung ein Anreht an dem Erbe Siraeld erwerben 
müßten. Die Rämpfe, die Paulus in Sleinafien nad) feinem 
eigenen Bericht durchgumachen hatte, erfahren hier von Brodes 
eine freundliche Darftelung. Alles, was ein Menfch jener 
Beit an religiöfen Schwierigfeiten hat durchmachen müffen, 
findet fich in dem Leben des aus der evangelifchen Gefchichte 
befannten Cajus von Derbe. Aus einem aufgeflärten Heid» 
niiden Haufe ftammend, ift er felbjt ein eifriger Unhänger 
des Asktlepios, er fommt mit dem großen Apollonius zus 
fammen und lernt den Zanberer Simon Tennen; die Liebe 
zu Mirjam bringt ihn in Berührung mit dem Yudentum, 
durch Paulus wird er CHrift, durch den Bruder feiner 
ipäteren Gattin dann Jude, und ſchließlich nach Irrtum 
über Irrtum ein fröhlicher Bekenner des pauliniſchen Chriſten— 
tums von der Rechtfertigung durch den Glauben und der 
Freiheit vom Geſetz. Das Buch iſt gut geſchrieben und 
ſtützt ſich in ſeinem Inhalt in erſter Linie auf die evangeliſche 
Ueberlieferung, ferner auf die neueren Forſchungen von 
Harnack, v. Dobſchütz, Deißmann, Schürer u. a. Es iſt 
ihm ein großer Kreis nachdenklicher und intereſſierter Leſer 
zu wünſchen. 

Kaboth hat ſeiner „Sonnenburg“ den umfaſſenden 
Untertitel gegeben: ein Roman aus dem Mittelalter. Da 
iſt es denn ſehr merkwürdig zu ſehen, was für Vorſtellungen 
von mittelalterlichen Menſchen und Einrichtungen in den 
Köpfen mancher Schriftſteller exiſtieren. Hauptſächlich handelt 
e3 fich in dem Roman um den Kampf Gerhard von Mainz 
gegen die Sonnenburg, in der König Adolfs Iehte Getreue 
den Tod finden. Argend ein wirklich lebenswahres Bild 
bat der ganze Roman nicht aufzumweifen. Gerhard von Eppen- 
ftein, der Mainzer Erzbifchof, Täßt 3.8. auf ©. 28 feine 
Fauſt ſo wuchtig auf ben Marmortifch herabjaufen, daß die 
Platte in Stüde fpringt. In folhem angenehmen Unter- 
- Haltungston bewegt fich diefer „Kirchenträger”, fol wohl 
heißen Tirchlicher Würdenträger, weiter. Die auftretenden 
Perjonen verfuhen ab und zu in einer mittelhochdeutfchen 
Umgangsipradde zu jprechen, für deren Erfindung Kaboth dem— 
nädhjit ein D. R. G. M. beanfpruchen darf. Beſonders ſchön 
ift Dies Mittelhochdeutih, wenn es fchriftlicd angewandt 
wird. Vabelhafte Dinge weiß der Berf. gar von den 
Creignifjen bei Albrecht3 Krönung zu berichten. Doch genug 
davon. Wir hatten fürzlich Gelegenheit, einen ftofflich ver- 
wandten Roman an diefer Stelle anzuzeigen: Kaboth mag 
fih an diefem vorzüglichen Roman ein Beifpiel nehmen, denn 
Paul Schredenbach !) gibt wirklich ein lebensvolles Bild aus 
dem Unfange des 14. Jahrhunderts. 

Die kurze Novelle Harlans ift eine äußerft Tiebens- 
würdige Erzählung. Die tatholifche Fran Bädermeifter Ubelmuß 
ihren Mann verlafjen, weil er ein ungebildeter Patron ift und 


1) „Um die Wartburg“ vgl. Schöne Kiteratur Nr 13, Sp. 128. 


— 1913. 3 12. — Die [höne Literatur — 7. uni. — 


204 


gar die Apficht Hat, zu den Kalviniften überzutreten. &3 
ift die Zeit vor den großen Ereigniffen in Holland, Die 
religiöje und nationale Erregung hateinen gewiljen Spannungs» 
grad erreicht, der fi vorab einmal entladen muß. Die 
vornehme Frau Übel wird von einem Franzisfaner nad) 
Gent geleitet, und verlebt dort bei einer alten Spanierin 
ftille Tage, bis der Reipelt vor ihrem berühmt gewordenen 
Gatten fie wieder die Schelde hinunter und in feine Arme 
treibt. E83 ift eine freundliche Schilderung aus Altflandern, 
abgeklärt und ruhig, und recht behaglich zu Iejen, au) gut 
gedrudt und ausgeitattet. 

Nachdem neuerdings neben den Hiftorifchen Roman durch 
9. dv. Schölers!) „Rafael von Urbino“ der Tunfthiftorifche 
Roman getreten ift, eine Abart, die nicht mit ganz unge: 
mifchter Freude zu begrüßen ift, Haben wir in dem Sciller- 
roman Walters v. Molo nicht etwa gar den Literarhiftorifchen 
Roman. Auch die Berquidung von Biographie und Hiftorie 
mit Roman, deren Reinktultur in den Hiftorifhen Romanen 
des Verlages Bong zu finden ift, ich verweife nur auf die 
auch Hier angezeigten Bücher über Louife de La Valliere 
und über Lafjalle von Dora Dunder, bezw. von Schirofauer?), 
wird von W. v. Molo nicht mitgemadt. Und fomit ift 
diefer Roman etwa ganz Neues. AlS er ungefähr vor 
Sahresfrift in der „Täglichen Rundfchau” erichien, da glaubte 
der Berf., jeinem Werk eine furze Darlegung der Gründe 
voranjtellen zu müjjen, die ihn zum Schreiben veranlaßten. 
Eine joldhe Captatio benevolentiae hat der Meifter nun nicht 
mehr nötig; der Schillerroman hat, wie felten ein biftorifcher 
Roman, jchnell einen großen Kreis von Freunden gefunden, 
die dem Verf. böchitens daraus einen Vorwurf machen, 
daß er folange auf die angekündigten Fortfegungen Hat 
warten lajjer. Der vorliegende Teil des Romans handelt 
bon Schillers jungen Jahren. Wem unter den Gebildeten 
in Deutfchland ift die Lebensgefchichte Schillers nicht bes 
fannt? wer wird in diefem Buche etwas Neues an Tat- 
jahen fuhen? Die Schillerphilologie hat uns feit Tanger 
Beit fhon über das Leben und den Entwidlungsgang des 
Dichters, big in alle Einzelheiten binein, orientiert. Und 
Doch ift Diejes Buch fo unendlich intereffant, e8 gibt fo unendlich 
viel perfönlich-innerlich Erlebtes zu Schiller, es ift mit einer 
jo unbegrenzten Liebe zu Schiller gefchrieben! Das Heimat. 
land und das PVaterhaug, die milde Fromme Mutter und 
der bedrängte und pedantiiche Vater ftehen fo Tebenswahr 
da, wie in faum einer Biographie des Dichters, und Schiller 
jelbft ift Hier endlich einmal wieder Tolofjal lebig geworden, troß 
Danneder und Pallesfe. Um fein erwachendes Menfchentum, 
deffen der junge Afademiefchüler fih mehr mit Schreden 
al3 mit Yreude bewußt wird, zu erretten, um die in ihm 
ftürmenden und freißenden Kräfte zur Entfaltung und zur 
Aube zu bringen, verläßt der junge Schiller die engen 
Kreijefeiner Heimat, und die Erziehungsanftalt feines Herzogs: 
aber auch die Freunde und die Fargen Tage einer doch forg- 
lofen Jugend liegen damit Hinter ihm. Qor ihm Tiegt Die 
ungewille Bufunft: wird Dalberg feine Verfprechungen 
halten? „Hinter ihm grollte der Donner!" Wir haben 
das fichere Gefühl: das Menjchentum ift gerettet, der Geift 
hat die Formen und das Syitem überwunden, er wird mit 
den Wdlersfittichen de3 Genies weiter per aspera ad astra 
ftürmen. 

Wie ganz anders mutet das zulebt genannte Buch von 
Johannes Doſe an! E3 ift mir immer eine Freude, mid 
mit einem Buche von Dofe zu beichäftigen. Seine Bücher 
haben den Vorzug, daß fie fozufagen einer inneren Gewalt 

1) vgl. Schöne Riteratur 1912, Nr. 1, Sy. 3. 


2) vgl. Schöne Literatur 1912, Nr. 26/27, Sp. 442 und Echöne 
Literatur 1913, Nr. 8, Sp. 128. 


205 


— 1913. 312. — Die [höne Literatur — 7. Juni. — 


206 





abgezwungen find. Wa3 lange in dem Dichter nach Geftals 


tung rang, wa3 lange hin und her überlegt ift, das ift in 
guter Stunde mit einem heißen Herzen geitaltet: auch Dofe 
muß dann jchreiben wie Molo; aber e8 ijt nicht die Ent- 
widlung eines Menfchen, die ihm zu fchaffen macht. Große, 
gewaltige Beitereigniffe führen feine Yeder. So gab er im 
vorigen Jahr mit dem „Bonapartefeind”!) ein ermwünfchtes 
Gegenftüd zu der heute fich jo breit machenden, Tritiffofen 
Napoleonverehrung. Diesmal betritt er ein Gebiet, das 
ihm, wie e3 fcheint, innerlich noch näher fteht: feine fchles- 
wigeholfteinifche Heimaterde, die im Kampfe um ihr Deutich- 
tum gegen die dänilhe Fremdherrichaft fat unmenschliche 
Qualen und Erniedrigungen erlitten hat. So gewinnt fein 
Buch einen für die Heutige Beit recht ftarken politifchen 
Beigeſchmack. Diefer Beigefchmadf mag dazu beitragen, daß 
man die3 Buch viel angreifen wird. Was in diefem Buche 
gegen die Dänen zu lejen ift, Hat man neuerdings Taum 
gegen den obligaten, faft üblichen „Erbfeind” zu fchreiben 
gewagt: aus übergroßer weltbürgerlicher Beicheidenheit und 
Vorſicht. Mit feiner antidänischen Tendenz fteht und fällt 
da3 Wert, ed Tann nur eine ganz fubjeltive Beurteilung 
erfahren. Denn die eigentliche Gejchichte, die der Berf. 
von feinen Helden erzählt, ift zwar ſehr freundlich und 
liebenswürdig, die Charaktere find felbftverftändlich recht 
vortrefflich gefchildert, wundervoll it 3. B. gezeigt, wie bie 
Säidjütin Bodil Hanfen aus einer begeifterten Dänin eine 
Deutiche werden muß, aber all das bleibt zurüd Hinter der 
ftändigen Predigt des Verfaflers: gebt euch Hinfichtlich der 
Dänen feinen jchwächlicden, humanen Ideen Bin; fo wie 
die Dänen eure Vorfahren behandelt haben, müßtet ihr fie 
eigentlich wieder behandeln: unmenihlid, fanatifch grau» 
fam, denn fie find fein Kulturvolf. Diefe Tendenz ijt wohl 
ftark aufgetragen, fie ift etwas aufdringlich, freilich, aber 
wer heute im Lärm des Tages gehört werden will, der 
muß laute Töne anichlagen. So fteht Ref. nicht an, Dofes 
ihleswig-holfteinifches Buch als eine durchaus erfreuliche 
Ericheinung zu bezeichnen. Waren doch die Jahre 1851 
bis 1864 für die Elbherzogtümer eine Zeit von jo gewaltiger 
Not, wie fie im 19. Zahrh. Fein anderes Volt hat durch 
machen müfjen. Und da darf man dem fchleswig-holfteinifchen 
Dichter Schon einen befonders ftarfen Ton geftatten. 
Otto Lerche. 


1) vgl. Schöne Riteratur 1912, Nr. 1, Sp. 4. 


Bee Mas, Das hohe Licht. Leiyzig, 1913. 8. Etaadmann. 
(7 6.8) #4; geb. 5. 

Auch diefer Tehte Roman Geiflers gibt einen Aus 
ichnitt aus dem italieniichen Volfsleben an der Grenze 
zwifchen Welichland und Tirol. Die Wlpenlandichaft ift 
ebenjo plaftifch erichaut und gebildet, wie die Bauern und 
Bäuerinnen von Santa Ferrara; kräftig, in leuchtenden 
Sarben heben fie fih ab von dem Haren Hintergrunde der 
iharfen Höhenluft. Meber Land und Leute hat der Dichter 
die gleihe Stimmung des Schroffen und Badigen, de3 
Srotesten und Urwüchfigen zu breiten verftanden und fo 
eine innere Einheit von Natur und Menjch geichaffen, die 
dem Werke feine nachhaltigite Wirfung und den tiefiten 
tünftlerifchen Gehalt verleiht. Nur meinen wir vor einem 
Zuviel dDiefes virtuofen Könnens warnen zu müffen. Wir 
önnten auf diefer Bahn nach dem gejchichtlichen und Tulturs 
hiftorifchen Romane leicht zu einem ethnographiichen Tommen 
und den Dichter auf einem Gebiete fih mit dem Forjcher 
in einen Wettftreit einlaflen fehen, bei dem er auch fchlieh- 
lich den kürzeren würde ziehen müfjen: denn fremdes Volfs- 
tum zu ergründen und darzuftellen fol der Wilfenichaft 
überlafien bleiben, das Menichlicde an fich fei die Domäne 


des Künftlerd. Greilich Geißler hat diefe Grenze nicht 
überjchritten, wenn auch die Führung der Handlung der 
geſchloſſenen Einheitlichkeit entbehrt, der Ubficht des Dichters 
gemäß entbehren fol. Das Anterefje ift im wefentlichen 
auf zwei Frauen, die fhöne, Hochgemute Merceda, die Wirtin 
im „Hohen Lichte”, und auf ihr Gegenbild Beatrice, vers 
teilt; die trogigen Schmugglergeftalten und einfamen Hirten- 
fonderlinge, fo trefflich fie gezeichnet find, bilden gegen bdiefe 
rauen doch mehr die Staffage; Merceda beherriht das 
erjte Drittel, die andere die breite Mitte und erft gegen 
den Schluß finden fich ihre Wege wieder innerlich zufammen. 
Die Sprache, knapp und gedrängt im Dialog, ift reih an 
Iyriihen Schönheiten, hier und da an des Dichterd Lieder- 
epen erinnernd, ja ihnen innerlichft verwandt, denn im 
Grunde ift auch diefer aus der Schönheit geborene Roman 
eine Folge von Gedichten in Profa. A. Lonke. 





Erzählungen und Märdhen. 


Bolt, Nitlaus, Svizzera! Die Gefhichte einer Jugend. Gtuttgart, 
1913. ESteintopf. (246 6.8) #4 


Thom, Andread, Lindeleid. Erzählung. Frankfurt a. M., 1913, 
va Anftalt Rütten & Roening. (290 ©. 8.) 4 3, 50; geb. 
4 


Kyber, Manfred, Unter Tieren. Berlin⸗Charlottenburg, 1913. Vita. 
(246 ©. 8) #4 3; geb. 4 4. 

Madjera, Wolfgang, Fran Boefie fucht Herberge. Ein Märchen: 
franz. Wien, 1913. Gerlah & Wiedling (207 ©. 8) #4. 


alles: Helene Gräfin, Märchen. Berlin-Leipzig, 1912. Modernes 
erlagsbureau Curt Wigand. (114 ©. 8) #2. 


Nuedt, Dito Mar, Der ——— von Gretſch. Erzählung. Ebd., 
1912. (172 S. 8.) 4 3, 50. 

Das Lied und das Lob der unermüdlichen, harten und 
gefahrvollen Arbeit fingt Niklaus Bolt in feiner Erzählung 
vom Bau der Jungfraubahn. Welch ein prächtiger Burfch, 
diefer „Svuizzero”, diefer junge, tatenmutige Oberländer, 
der vom einfachen Urbeiter, der im Tagesfrohn fein Leben 
beim Bahnbau aufs Spiel jest, biß zum Stellvertreter des 
Ingenieurs ſich hinaufarbeitet. Welch ein frijches, prädh- 
tige8 Buch au, das von ihm erzählt! Anſchaulich ſchil⸗ 
dert e8 die Urbeit an einem Werke, von defjen Einzelheiten 
man fonft wenig oder gar nichts erfährt. Voll Leben und 
Bewegung find die Inappen Skizzen und Bilder, Die es 
entrolt. Man tut einen Haren Einblid in den ganzen 
Betrieb eines Werkes, das in der Technik einzig dafteht 
und das Hier eine Darftellung gefunden hat, die in ihrer 
Eigenart außerordentlich feffelnd wirkt. Die vornehme und 
gediegene äußere Ausftattung, ſowie 40 prächtig ausgeführte 
Sederzeichnungen des Malers Rud. Münger verleihen dem 
empfehlenswerten Werle noch einen befonderen Reiz. 

Ein eigenartige Buch ift auch die Erzählung „Linde 
leid" von Undreas Thom, einem mir bisher unbelannten 
Diter. Eigenartig im beften Sinne ded Wortes, ohne 
jedes jpannende Geichhehen und doch fo voll an inneren 
Erlebnilfen, die die Seele des einen budligen Mädchens, 
deifen Kindheit wir miterleben, bi3 zum Rande füllen. E38 
tft unmöglich, von dem Anhalt, von al dem, was um die 
Heine Lindeleid gefchieht und was auf fie einwirkt, auch 
nur andeutungsweife zu erzählen. Es hieße einem Schmetter- 
ling den Glanz feiner Flügel rauben, einer Blume den 
Duft nehmen oder ein fchönes Gedicht in einzelne Teile 
zerlegen urd zerpflüden. Und ein Gedicht ift dieſes Buch, 
trog der epifchen, vielleicht mitunter etwas allzu weit 
ichweifigen Form, Igriich durch und durch, verträumt, ver- 
fonnen, vo heimlicher Schönheit und wunderfamer Märchen- 


207 


ſtimmung. So follte man denn diejes Buch nehmen und 
e3 genießen wie ein Märchen, Iangfam, Seite um Geite. 
Dem viel verheißenden Dichter aber ein frohes Glückauf 
für die Vollendung de3 zweiten Bandes, auf den man mit 
Necht große Erwartungen feben darf. 

Manfred Kyber ift ein Meifter des modernen Märchens. 
Das Hat er auch in feinem neueften Buch „Unter Tieren“ 
bewiejen. Ein präcdtige® Buch, das viel Verftändnis, viel 
warm Empfundenes, viel Geiftreiches und fein Satirifches 
enthält. Manche der Furzen Skizzen von den Taten und 
Meinungen der Tiere find Löftliche Heine Rabinettftüde. ch 
zähle dazu die lehrreiche Geihichte vom Raben Jakob Kratel- 
Kafel, von den beiden Bären, von der leichtfinnigen Maus, 
bon dem Heinen, im Käfig gefangenen Vogel, den „der 
große Augenblid”, der ihm feinen Flug ins Freie geftattet, 
jo graufam enttäufht. Auch „Stumme Bitten“, „Auf 
freiem Felde” und „Unter ung Ungeziefer” find bejonders 
gut gelungene Stüde. Die Komik und Tragik der Tiere 
ift gleicherweife behandelt, und die mancherlei Aehnlichkeiten 
und Wechfelbeziehungen zwilchen Tier- und Menfchenleben 
find mit feinfühliger Hand aufgededt, fo daß die Lektüre 
des auögezeichneten, amüfanten und zugleich Tehrreichen 
Buches warm empfohlen werden fann. 

Auch Wolfgang Madjera Hat und einen Märchentranz 
gewunden, deffen man fich freuen fann. Er ift voll Duft 
und Poefie. Und einzelne Blätter find darunter, auf denen 
viel bittere Wahrheit und eine Klare Erkenntnis der Dinge 
diefer Welt zu Iefen fteht, jo in den fchöniten „Zu fpät”, 
„Das alte Buch“, „Sleichniffe" u. a. Dazwiſchen einge— 
ftreut ift allerhand Satirifches, wie „Ein Märlein von der 
Liebe” oder melancholifch-träumerifche und ftimmungsvolle 
Skizzen wie „Den Frühling verfäumt”. Immer aber fpürt 
man ben Dichter, der mit Glüd nach Vollstümlichkeit ftrebt 
und ber endlih, was bei manchen Themen ficherlich eine 
gewilfe Schwierigkeit bieten mochte, feinen Vorwurf ſtets 
in bie für da8 Märchen gebotene fnappe und are Form 
der Skizze zu bannen veriteht. 

Ganz brav und bieder erzählt, aber auch nichts weiter, 
find die „Märchen“ der Gräfin Keyferlingt, und fo mag 
man fie immerhin gelten Iaffen. 

Dtto Mar Ruedt dagegen follte das Schreiben Iaflen. 
Es ift verlorne Liebesmüh! Mit einer ganz und gar 
banalen, trodenen, poefielofen, grammatifch und ftiliftiich 
völlig unzulänglichen Schreibweife fommt man einem Stoff 
nicht bei, der den Kampf des modernen Geiltlichen behan- 
dein vol, der durch den Uustritt aus der Kirche endlich 
zum Wufftieg in einem weltlichen Amt gelangt. or folchen 
mehr als dilettantenhaften Büchern brauht man au nicht 
weiter zu warnen. Sie richten fih von felbft. 


Richard Dohse. 





Moderne Bramen, 


Haffenteufel, Gngelbert, Unter Kameraden. ee in vier 
Aufzügen. Wien, 1918. Berlag Die Arbeit. (53 ©. 8 


Audré, M. E., Ein Kartenhaus. Alltagd«-Komödie in vier Akten. 
Zwelte, vom Autor völlig neu bearbeitete Auflage. München, 1913. 
Douglad. (132 ©. 8) 4 2, 50. 


a Karl, Der Sonnwendtag. Drama. 
Ihaffung 1912. Leipzig, 1913. Staadmann. 
och. 4 3. 

Man Hat den Eindrud, daß Haffenteufel einen ganz 
beitinmten, erlebten Vorgang im Sinne hat, wenn er ung 
Ihildert, wie ein mit Leib und Seele der Wrbeiterjchaft 


— — Neu⸗ 
(128 S. 8.) 42; 


— 1913. M 12. — Die ſchöne Literatur. — 7. Juni. — 


208 


ergebener Gewerkſchaftsſekretär erſt bis aufs äußerſte aus— 
genutzt, dann brutal unter Rechtsbeugung entlaſſen wird, 
weil er den Bureaubeamten der Gewerkſchaft durch ſeine 
Ehrlichkeit unbequem iſt. Aber wenn nach dem Sprichwort 
die Entrüſtung zu Verſen entflammen kann, ſo vermochte 
ſie doch den Verf. nicht zu einem Schauſpiel fähig zu machen. 
Was er uns gibt, iſt nicht mehr als eine recht mangelhafte 
dialogiſierte Proſaerzählung des mißlingenden Streiks und 
der gelingenden Intrigue gegen den verdienſtvollen Gewerk—⸗ 
ſchaftsſekretär. 

Dramatiſche Spannung und ſcharf gezeichnete Charaktere 
beleben dagegen AUndr6s Leidensgefchichte einer Elugen, 
tapferen Stau, die alles tut, um ihren wegen Schwinbeleien 
verhafteten Gatten vor dem Zuchthaus zu bewahren, zum 
Danke dafür aber von dem treulofen, frivolen Schürzen- 
jäger und feiner hochmütigen Mutter mighandelt wird. Ihr 
Entihluß zur Scheidung aber jcheitert an ihrer Liebe zu 
ihrem Kinde, das bei der Trennung der Gatten der Mutter 
des Mannes zur Erziehung ausgeliefert würde. Mit Shienz 
Nora bricht Frau Harta dem gegenüber in die bittere lage 
über die weltfremde Ungerechtigkeit unferer den Buchitaben 
heiligenden, den Geift tötenden Gejete au. Zur Auffüh- 
rung würden die lang gedehnten vier Akte fich nicht eignen, 
aber der Lefer folgt mit Teilnahme dem in frifcher natür- 
licher Proja geführten Dialoge. 

Die nunmehr vorlisgende Faffung des „Sonnwendtags” 
ift die dritte Bearbeitung des Stüdes. Die frühelte, 1902 
gedructe, fenne ich nicht, aber gegenüber der zweiten, 1904 
abgefchloffenen, durfte Schönherr jedenfall3 von einer 
„vollſtändigen Neuſchaffung“ ſprechen. Das Hauptmotiv 
des unfreiwilligen Brudermordes iſt ausgeſchieden; dafür 
hat die Roſnerbäuerin nicht bloß ihren Namen, ſondern 
auch ihre fromme Harmloſigkeit verloren. Die an ihre 
Stelle getretene Trankwalderin will ihren jüngſten Sohn 
Hans der Kirche weihen, um den eigenen Ehebruch, in dem 
ſie ihn mit dem ſcheinheiligen Sittſamkeitsſchnüffler Wendl 
erzeugt hat, zu ſühnen, und bewirkt ſelber ihres Lieblings 
tötlichen Sturz in die Teufelsklamm, um ſeine Seele zu 
retten. Hans ſelber iſt nicht mehr der von dem Agitator 
Jungwitmair mißleitete grüne Junge, ſondern bereits ein 
ausgemachter Schurke. Die heiße Sinnlichkeit der Mutter 
hvben deren drei Söhne, der an Seele und Leib verkommene 
Franz iſt neu hinzugekommen, geerbt. Die Mutter aber 
hat die von Hans ſchwangere Anna Maria ihrem Aelteſten, 
dem Arbeitstier Martin aufgeladen. Der will ſich wohl 
töten, als er den Zuſtand ſeiner eben angetrauten Frau 
erfährt, aber die ſtarke Lebensluſt ſiegt und er verzeiht dem 
jungen Weibe. Der Jungwitmair iſt aus dem liſtigen Ver— 
führer zu einem halben Dämon geworden, der früher nur 
angedeutete Charakter des milden Pfarrers wurde nun im 
ſcharfen Gegenſatz zu den eifernden Geſchäftschriſten gebracht; 
wie Anzengrubers Kirchfelder wird er am Schluſſe abgeſetzt. 
Mit dem Jungfernbund ſind ſatiriſche, faſt ariſtophaniſche 
Szenen eingefügt, die Einteilung in Akte iſt ganz gefallen. 
Als geſchloſſenes Theaterſtück verdient die frühere Faſſung 
der Brüdertragödie den Vorzug. Die Umdichtung läßt die 
Belaſtung durch Vererbung mütterlicher Sinnenluſt wie den 
Fluch einer Schickſalſtragödie wirken. Max Koch. 


Hranfführnng in Eifenad). 
Face, Herbert, Katharina von Medici, ein Renaiftancefhaufpicl in 
ten. 


Uraufführung im Stadttheater zu Eifenah am 13. Mai 1913. 
Das war eine gar fchrwache Feftvorjtellung, mit der man 


. den in Eijenach tagenden Deutfchen Bühnenverein beglüden 


209 


wollte. Herbert Fuchs, der Verfafler der „Katharina von 
Medici“, ift auf den Brettern noch ein Neuling; das würde 
niht3 befagen, wenn nur wenigftens eine Hoffnung vor- 
Banden wäre auf eine gefunde, mehr veriprecdende Weiter- 
entwidlung. Er hat ein Renaiffancefchaufpiel fchaffen wollen; 
aber es ift ein böfes Theaterftüd daraus geworden, in bem 
aud) fein Hauch der Renaifjance, nicht3 von ihren Broblemen 
und hwülen Empfindungen zu fpüren ift. Saft jchemenhaft 
zieht da die übliche Handlung mit Intriguen und Liebes 
affairen an ung vorbei, ohne daß die Hauptjache recht eigent- 
lid Mar ift. Exft gegen den Schluß hin erfahren wir, daf 
ed fi um den Kampf zweier Menichen handelt, der Katharina 
und deö Herzogs Yranz von Buife, die beide Renaiffance-Fraft- 
naturen jein follten, und doc infolge ungenügender piycho- 
logifcher Durcharbeitung auch nur fchemenhaft, unglaubwürdig 
wirken. Denn viel mehr al3 Handlung und den üblichen Huf 
wand entbehrlicher, vielfah gar nicht zu Wort kommender 
Perjonen hat Fuchs nicht geboten. Dabei ift der Stoff reichlich 
intereffant und für bramatifche Bearbeitung dankbar. Es ift 
ber Sieg ber Katharina, Mutter Franz’ I von Frankreich 
und Schwiegermutter der Maria Stuart, über ihren poli- 
tiihen Gegner, den Herzog von Guife, der, fchon ein König 
fi) wähnend, wieder nah furzem Traum zum DBafallen 
berabfintt. Von dieſem pſychologiſch äußerſt dankbaren 
Erleben merken wir gar nichts; Fuchs verſagt hier gänzlich 
und beſchränkt ſich ganz auf äußere Theaterei, die natürlich 
völlig wertlos iſt und das Schickſal des Stückes befiegelt. 


Franz E. Willmann. 










Lyrik und Epik. 
Fegolb, Alfons, Der Ewige und die Stunde. Gedichte. Leipzig, 
1912. Grdgeift-Berlag. (VIIL 132 ©. Or. 8) #3. 


Knodt, Karl Ernst, Vom »Bruder Tod«. 80 Gedichte. Bens- 
heim a. B., 1912. Selbstverlag. (91 S. Kl. 8.) 

Schäler, Guftaf, Mitten in der Brandung. Gedichte. Leipzig, 
1911. Edardt. (180 ©. 8) #4 3, 50. 

Lüdtke, Franz, Lieber eines Suchenden. Liffai. 3., 1912. Eulig. 
120 © 8) #1, 50; geb. 2. 

Engelgardt, Karl, Nornengaft. Balladenbarfe. 
3. Ginger. (148 ©. 4.) u ’ 

Nünhhanfen, Fıbr. Börried von, Das Herz im Harniſch. Neue 
I mad Rieder. 1. Zaufend. a Fleiihel & Co. 
133 ©. 8) #3, 50. 

Löwenfein, Mar Graf zu 
lieder. Augdburg, 1912. 
geb. 4 2, 


Derf., Yan: Gold Frau Wventinrens. Gbd., 1912. (54 ©. 8.) 

Seeliger, Ewald Gerhard, Schlefien. Ein Yu Balladen. Münden, 
1911. ©. Mütter. (190 ©. 8) .# 3, 50. 

— Albrecht Graf, Fünfzig Wiener Gedichte. te und 


nen.) Wien, 1911. Gerlach &-Biedling. (167 ©. A. 8.) Geb. 
#2, 80. 


Reinhard, Frik, Ernte ans ber Wachau. Gedichte. Wien, 1918. 
Berlagsanſtalt Reform. (1 6. 16) 4 1, 20. 


Benan, Harmhold, Von Lenz und Liebe. Gedichte. Ebd., 1912. 
46.8) 41,20. 


Breleuthuer, 2., Bon Tiefen an Höh’n. Gedichte, Ebb., 1913, 
(100 ©. 8.) #1, 80. a u 





Straßburg, 1912. 


Her! Her! Landötnechtd und Reiter 
Zampart & Co. (100 ©. 8.) 4 1,20; 


Folat-Radala, Aladar, Yrählingehläten — Zrählingsreif. Ge: 
dichte. et — En 


Rottländer, Afrikani 
Kunſt au *3 


ER ee Meine erften Gedichte, Reipzig, D. Branditetter. 


e een Leipzig, Verlag für Literatur, 


— 1913. 9 12. — Die fhöne Literatur — 7. um. — 


210 


Goebecke, C., Soldaten⸗, Kriegs⸗ und Wanderlieder. Dresden, 
1912. Pierfon. (188 €. 8) #2, 50. 


Wendel, Walther, Bomanzen und Lieder. Strassburg, 1912. 
Heitz. (92 8.8) #2. 


Wendel, Victor, Gedichte. (Privatdruck.) (21 8. 4.) 


Sakheim, Arthur, Magnifleat. Gedichte. Dresden, 1912. 
Reissner. (61 8.8) #2. 


Fey, Nikolaus, Hinter Pfiägen. Bilder der Sehnsucht und 
ergänglichkeit. Wandsbeck i. H., 1912. Claudius-Verlag 
A. M. F. Martens. (80 9. 8) Geb. 4 3. 


Löwe, Ludwig, Reue deuntſche Brettllieder (Chanſons). Ernſtes 
und Heiteres. Wien, 1912. Verlag Wiener Literariſche Geſellſchaft. 
(61 S. 8.) 4 1, 26. 


Pult, Eduard, Ein Jahr. Ein Versbuch. Innsbruch, Wagner. 
80 ©. 8) 


Pfaundler, Hermann, Mein Himmele. Neue Dichtungen. 
Ebd., 1912. (149 9.8) 44. 


Ballazza, Karl, m goldenen Licht. Gedichte. Zefhen, 1912. 
Pro adfa in Komm. (70 ©. fi. 5 K. 2. ſh 


Godniak, Ludwig, Lieder vom Leben. Berlin⸗Friedenau, 1912. 
Bureau Karl Fiſcher. (19 S. 8.) 4 0, 70. 


Huggenberger, Alfred, Hinterm Pflug. Verſe eines Bauern. 
— Frauenfeld, 1911. Huber & Co. (189 S. Kl. 8.) 


' 


Rofegger, Peter, Mein Lieb. 1. bi8 10. Taufend. Leipzig, 1912, 
taadınann. 232 ©.8) # 1,80. . er 


Keruftol, Ditofar, Tageweifen, Gedichte. München, 1912. Braun 
& Schneider. (142 ©. 8) 43. 


Nichter, Franz, Korublum uud wölde Nuſen. Heitere und ernfte 
Dihtungen. Warnddorf, 1912. Gtrade. (125 ©. 8.) 


Die Sündflut von Gedichtfammlungen, bie fic Jahr 
um Jahr in beängſtigendem Schwalle über den deutſchen 
Büchermarkt dahinwälzt, verhindert, daß manch ein Lyriker 
zur Geltung komme, der es verdiente. Zumal, wenn er 
abſeits von Lärm und Laſt der großen Heerſtraße wandelnd 
auf die heute ſchier unentbehrliche Unterſtützung der Markt⸗ 
Ihreierei, verichämtermweife Neflame genannt, verzichtet ober 
vielleicht verzichten muß. Solh ein Lyriker ift Alfons 
nun Shm ift das Wefen der Dinge ein Wandeln im 

nge: 

ß Ein Sehnen aus Hülle, 

Aus Raum und Zeit, 


quellenden Fuͤlle 
er Ewigkeit. 


Er huldigt dem Wahlſpruch: „Die allerhbchſte Kraft ent⸗ 
ſpringt aus fröhlicher Gelaſſenheit.“ Aber er iſt weich, 
verträumt, oft genug auch gefühlsſelig, was wohl mit ſeiner 
ſüdoſtdeutſchen Herkunft zuſammenhängt. Indes ſeine Ge⸗ 
fühlsſeligkeit artet niemals aus. Davor bewahrt ihn das 
ſoziale Gewiſſen, die Erkenntnis des geſellſchaftlich⸗wirtſchaft⸗ 
lichen Elends, das der Dichter, ſo ich recht berichtet bin, 
an ſich ſelbſt reichlich erfahren hat, foll er doch längere 
Zeit hindurch Fabrikarbeiter geweſen ſein. Eine Reihe tief⸗ 
empfundener Arbeiterlieder zeugt auch von innerem Ver—⸗ 
haltnis zu dieſem Stande. Jedenfalls wäre dann die Fülle 
von tiefen und ſchönen Gedanken, die Friſche und Klarheit 
im Ausdruck und nicht zuletzt: die künſtleriſche Form doppelt 
zu werten. Manchmal erinnert die Auffaſſung und Durch⸗ 
dringung ſogar geradezu an Konrad Ferdinand Meyer. 
Ohne Zweifel gehoͤrt dieſer Dichter ſchon jetzt zu den beſten 
Dichtern des jüngeren Deutſch-Heſterreich. 

Des Rheinheſſen Karl Ernſt Knodt Name iſt bereits 
anerkannt und mit Recht geachtet. Er ſchöpft aus Urtiefen 
kriſtallklaren, waldfriſchen Labetrunk voll der erhebendften 
Koſtlichkeit. In feinem jüngſten Buche windet er dem 
Tode einen reichen, vollen Kranz. Aber nicht aus bleichen 

* 


211 


— 1913. M 12. — Die jhöne Literatur — 7. uni. — 


212 





Asphobelen mit dunklen Bypreffenreijern und Stechpalmen, 
fondern aus Kornblumen, wilden Mohn und Getreideähren, 
gebettet auf das glänzend grüne Blattwerf der Sahlweide, 
wie das einem Bruder zufommt. Denn al3 Bruder be- 
grüßt ihn der. Dichter, ähnlich dem wunderbaren Heiligen 
von Affıfi in feinem „Sonnengefange*. Im Sommer, zur 
Sonnenzeit, wenn reif da3 Feld ift und reif das Herz, 
wenn bie Welt in goldenen Wehren fteht, wünjcht ber 
Dichter von Hinnen zu gehen: 

So voll von Sonne — ift fo fhön das Ende. 

Man ftirbt da nit. Die Eichel Klingt. 

Die Achre legt fih in des Lebend Hände — 

Und eine Teife Lerche fingt . . . 
Sn des Lebens Händel So ift denn der Tod für ihn fein 
Abichluß, Feine Vernichtung, fondern neue Wiederkehr, Neu- 
geburt zu höherer Natur: Tod ijt ein tolles Wort und 
Totfein nur Ungeborenfein, aus dem fich neues Leben ent- 
widelt und das Leben ift ewig, fein Reigen immermwad). 
So reicht biefer Dichter dem vorhin beiprochenen Pebold die 
Hand zum brüderliden Bunde und wandelt mit ihm die 
gleiche Bahn. 

US dritter gefellt fi ihnen der Märler Guftaf Schüler 
Hinzu. Eine tief gläubige Natur wie Knodt, atmet er feine 
Undadht in religiöfen Liedern voll tiefinnerlicher Ergriffen- 
beit und frommer Verzüdung aus. Die Art, wie er den 
Gegenftand auffaßt, hat einen großen Bug an fi) und läßt 
den Anhalt gleihfam in erhabener Arbeit hervortreten. 
Seine geiftlichen Lieder enthalten mehr Erhebung und Troft, 
al8 Dugende von Pojtilen und Zraftätlein unterjchiedlicher 
Belenntniffe. Uber der Dichter wandelt auch offenen Blids 
durh Natur und DMenichenleben, die er ftimmungsvoll zu 
verflären weiß und wer ihn begleitet, der fühlt gar bald 
die Wahrheit feiner Berfe: 

Das ift ein Löftlih Ding: nah Sonne gehn 

Und dann, eb’ mand geglaubt, in Sonne ftehn, 

Die Wege alle find in Yicht getan, 

Wohin du gehft, hebt neues Leuchten an. 

Du mußt nur hören und du mußt nur fehn — 

E83 if ein Löftlih Ding, nah Sonne gehn. 
Schülers jüngftes Buch ift in jeder Hinficht ein Andachts» 
buch im tiefften, ebeliten Sinne des Wortes. 

Bildet bei diefen drei Dichtern die Lebensfreudigfeit, 
das Sicheinsfühlen mit der Natur, der Glaube, freilich in 
verfchiedenartiger Form, den gemeinfamen Wejendgrundzug, 
weift der Oftmärfer Franz Lüdtle ein vielfach anderes 
AUntlit. Der Leitjat feiner Dichtung ift tiefeg Schmerzen, 
das Gefühl des Leids über große Menfchen und Zeiten, 
die Hinabgejunfen find ing Wejenlofe und an die nur noch 
verwitterte Riefenmale erinnern. Das eben ift das Drüdendfte, 
Duälendfte, zumal für den feiner Bejaiteten, den Dichter, 
daB roh-ftofflihe Dinge den Menichen, und fei e3 der 
Größte, weit überleben. Er kommt aus dem Dunkel und 
geht wieder ind Dunkel zurüd, aber der Hünenftein, den 
ihm die Genofjen getürmt, bleibt und ragt in die Lüfte 
heute wie vielleiht zu feinen Lebzeiten, vor hundert und 
aber Hundert Sahren. E83 ift der Schmerz der Kreatur, 
der den Dichter bei diefer Betrachtung überwältigt. Uber 
2. geht nicht darin auf; dag beweilt das fraftvolle Gedicht: 
„Deutihes Gebet“. 2. ift Stimmungd und Gedanken 
Iyriler zu gleicher Zeit; die Stimmung, mit welcher er die 
tiefen und anregenden Gedanken umfleidet, ift dDurchdrungen 
von Boefie. 

Verſenkt ſich Lüdtke als Lyriker in die Vergangenheit, 
tut es der Thüringer Karl Engelhardt als Epiker. Er 
iſt einer von jenen deutſchen Dichtern, die über den Schön⸗ 
rednern, Myſtagogen und Krampfhaft⸗Volkstümlichen mehr 
oder weniger gefliſſentlich überſehen, abſeits ſtehen müſſen, 


obzwar ſie in Wahrheit das deutſche Schrifttum vertreten. 
In dieſem Buche bietet der Dichter vor allem Neudichtungen 
von eddiſchen Romanzen, ſo des Wielandliedes, des Ge⸗ 
ſangs bei Frodis Mühle ꝛc. Auch für ſeine eigenen Dich— 
tungen ſchöpft der Dichter mit Vorliebe aus den nordiſchen 
Sagen, dann aus denen ſeiner engeren Heimat Heſſen. 
Alles in wuchtiger, aber gefälliger Form, mit getriebenem 
Goldgerät zu vergleichen, voll echt dichteriſchen Schwunges, 
großzügig in Erfaſſung und Wiedergabe und wirkungsvoll 
abgeſtimmt. Hier iſt wieder einmal echte Poeſie großen 
Stils, hier haben wir wieder einmal einen Dichter vor 
uns, dem ein Ehrenplatz in der zeitgenöſſiſchen Dichtung 
mit vollem Rechte gebührt, weit eher als ſo manchem 
der Modernen, der dank der Reklametrommel in jedem 
Schulbuch zu finden iſt, wohin er aber ebenſo wenig ge— 
hört, wie Pilatus ind Credo! 

Aus dem Balladenbuche des Niederfachien Freiherrn 
Börries dv. Mündhaufen Klingt ein heller, ritterlicher 
Ton wie aus den altgäliichen Liedern von Artus’ Tafel 
runde. Gedichte jolchen Inhalts gelingen ihm denn aud 
am beften, wie überhaupt diejenigen, in denen der Dichter 
fein Standesbewußtjein pflegen fann. ndes: er Huldigt 
durchaus nit dem landläufigen Adelsbegriff, fein Edel⸗ 
mann entjtammt Bauernfippen und fchämt fich des Urfprungs 
nicht, e3 ift der biderbe, unter Bauern aufgewachfene Junker 
mit Mark in den Knochen, in wilden Beiten, wenn bie 
Standarten jubelnd im Wind flattern, und die Pfefferjäde 
angitvol in fi zufammenfriedhen, ein ftrader hocdgemuter 
Zandstnechtsführer, wie ihn faum ein Fähnlein voranf- 
reiten ja. Uus Ddiefem Gedanken heraus wundert er fidh 
nicht mit Unrecht, daß Lerchen und deutiche Dichter noch 
fingen mögen, wo giftige Pfeile Hin und wider ziihen und 
der Schlag von wüjten Prügeln dröhnt und der lebte 
Nittertag verglüht. 

Das elle Unkraut, dad aus heiligem Boden 

Hoch über alle blonden Aehren ftie 

Kein Winter kann’d aus deutfcher Erde roden, 

Nur einer pflügt fo tief, das ift der Krieg. 
Die männliche, echt germanifche und zugleich adlige Sinnes- 
rihtung gibt auch der Lyrif des beiten zeitgenöffiichen 
Balladendichters einen großen Bug. 

Ritterliche Klänge liebt auch der Bayer Graf Mar zu 
Löwenftein. Frifchfrohe Landstnechts- und Minnelieder, 
Balladen und Romanzen, zumeift volfstümlich empfunden, 
voll Lebens» und Liebesdrang und herzhafter Draufgängerei. 
Im einzelnen fehlt e8 an Kern, wie an Gefchlofjenbeit, 
aber die Schneidigfeit, mit der der Dichter die Hinderniffe 
nimmt, läßt das überfjehen; übrigen® wird die mit den 
Sahren zunehmende Selbftkritit richtigftelend eingreifen. 

Ewald Gerhard Seeligers heimiiche (fchlefifche) Bal- 
laden oder wie fie wegen der breiten Anlage und Behand- 
lung eigentlich heißen müßten: NRomanzen erfreuen vor 
allem durch ihre Gefinnungstüchtigkeit, wie auch durch ihren 
behäbigen, trodenen Humor. Demgemäß gelingen ihm denn 
auh Schilderungen von Helden aus dem BPatrizierftande 
am beiten. Schade, daB das Buch vom Anfang bis zum 
Ende jchier in einer und derjelben Vers», ja fogar Strophen» 
art gedichtet ift, das gibt ihm auf die Dauer etwas Ein- 
fürmiges. 

Das lette Buch des jüngftverftorbenen Tirolerd Grafen 
Ulbreht Widenburg ift noh um ein gut Teil Iofal- 
patriotiicher al3 das eben erwähnte. Bildet defien Quelle 
die Geichichte und Sage eines Landes, fo fchöpft diefes aus 
Sage und Geihichte einer einzigen Stadt, nämlich der 
Kaijerftadt an der Donau. Auch die Iyrifchen Gedichte im 
erften Teil des Buches beichäftigen fich mit dem „froben, 


213 


— 1913. 3 12. — Die Ihöne Literatur — 7. Juni. — 


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teuren, deutichen Wien”, dem übrigens die ganze Samm- 
fung gewidmet wird und zwar mit tiefempfundenen Strophen, 
in denen fich auch treue, bdeutjch-völfifche Gefinnung aus- 
Ipricht: bei Angehörigen des deutichen Adels in Defterreich 
befanntlich eine äußerft feltene Erfcheinung! W.3 Liebe 
zur Raiferftadt ift echt, er liebt fie in ihren Wahrzeichen: 
bem Stefansdom und dem Stod im Eijen, mit der Wienerin, 
den SKappelbuben, Deutichmeiftern, Wäjcher - Netten und 
Damen vom Stand, dem Nobel- und VBollsprater; Tiebt fie 
in all ihrer ForfchHeit mit „ihre Tanz und Gftanz”, jedoch 
ohne eine Spur von Gefühlsdufeligkeit, wie das leider bei 
fo vielen Wiener Lobfängern der Fall it. Uber auch das 
urväterlihe Wien in feiner Markigfeit überfieht der gräf 
fihe Dichter niht. Konrad Borlauff, Starhemberg, der 
TürfensLoui8 (Ludwig von Baden) u. a. m. erhalten ihr 
wohlverbientes Qorbeerreis, zulegt fiedelt der liebe Auguftin 
den Kehraus. Graf Widenburg weiß einmal allerliebit zu 
plaudern und zu tändeln, ein andermal marlig zu charak- 
terifieren, allenthalben aber durch frobgemuten Humor zu 
erfreuen. Bon den beutjch-öfterreichiichen Dichtern feiner 
Richtung ohne Frage der bedeutendite. 

Wenn ich die Beipredhung von Fri Reinhards Ge 
dichten folgen laffe, geichieht das Tediglih aus äußeren 
Gründen. Er befingt nämlih die Wachau, die von Sage, 
Geihihte und Dichtung fo reich umjponnenen Donauufer 
fnapp vor Wien. R3 Wille tft gut, aber fein Können, 
wenigjtens dermalen, äußerit geringfügig. 

D Dürenftein, du alte Stadt, 

Du Perle der Wachau, 

Ragt über dir der Felſengrat, 

Bluht vorn die grüne Yu —, 
fo und ähnlich dichtet er. Daneben wimmelt e8 von Reimen, 
wie Scholle : Barole, führt: unbeirrt un. |. f. Da RR. nod 
jung ift (entfchuldigt er fich doch, daß er von feinem „Lebens- 
gang erjt zwei Sahrzehnte kennen lernte”) und da er au 
eine gewifje poetiiche Stimmung hervorzubringen verjtebt, 
fowie über bübfche Einfälle (vgl. die mundartlicden Ger 
dichtchen) verfügt, ift e8 bei ftrenger Selbitzucht nicht aus- 
geichloffen, daß er fpäterhin Gutes Ieiften Fünnte. 

Die nächften beiden Gedichtbücher weilen viel zu gemein- 
fame Züge auf, um nicht zufammen bejprocdhen zu werben. 
Ihren Verfaſſern iſt ein gewiſſes dichterifches Empfinden zu 
eigen, ſie verſtehen ſich in der Sprache, die für ſie dichtet 
und denkt, einmal mehr einmal weniger gut auszudrücken, 
aber weder fie noch der Leſer wird beſonders warm und 
angeregt, kurz, ſie haben dem und jenem wirklichen Dichter 
es abgeguckt, wie er ſich räuſpert und wie er ſpuckt, indes 
dem Geheimnis: was ein Gedicht zum Gedichte macht, ſind 
fie, wenigſtens vorläufig, nicht auf die Spur gekommen. 
Harmhold Benau beherrſcht die Form vortrefflich und ver⸗ 
wendet auch große Sorgfalt auf Rhythmus und Reim, um 
ſo bedauerlicher, daß er alten Wein in neue Schläuche 
gießt; L. Preleuthners Form iſt ſtarr, riſſig und kantig, 
oftmals gewaltſam eingerenkt, der Reim billig, der Rhythmus 
ſchwerfällig; auch Preleuthner hält allbekannte Gedanken und 
Gefühle feil, aber hin und wieder beſtrebt er ſich, in die 
Tiefe zu ſteigen. 

Ueber die folgenden drei „Dichter“ könnte ich mich noch 
weit kürzer faſſen, aber das Kleeblatt iſt viel zu poſſierlich, 
um ſeine gereimten Ungereimtheiten mit einem Worte (etwa 
in der Art von Goethes Freunde Merck) abzutun. Aladar 
Pollak⸗Radala z. B. behauptet im Vorwort ſeiner Ge⸗ 
dichte, ohne eine Miene zu verziehen, ſie ſeien unter „Heines 
und Goethes Einfluß” entftanden, teilt fie in drei Perioden 
ein (alfo ganz wie bei Schiller) und behält fich alle Rechte 
vor (alfo auch auf die Perioden?). Gern böte ich von den 


unter befagtem Einfluß in der 3., alfo reifften Beriode Her- 
geftellten Erzeugniffen eine Eleine Koftprobe, aber ich fcheue 
einen urheberrechtlichen Prozeß, wofür mir aber der Lefer 
ficherlich dankbar fein wird, zumal fo er zu Magenverftim- 
mungen hinneigt. Wenn Pollaf hübih im Lande bleibt 
und fih redlic) mit den Küffen einer gewiflen &...... a 
nährt, höchitens einmal im „Land der Schlanken, ganz nah 
beim Sordansquell” niederfibt, um fi von Engelein etwas 
bormufizieren zu laffen, jchweift Rottländer (furzweg Rott« 
länder wie Goethe) im heißen Afrifa herum und läßt ala 
„adlig Mann“ fein „altes Eljen balde wieder glühen“. 
Daß er unter Umftänden feine Beit bat, auf reine Reime 
zu jehen, wird jeder Nedliche begreifen. So friftet denn 
der vielbeichäftigte Dichter-Soldat fich fümmerlich durch das 
Leben mit Tränen und Tönen, ift betrübet, obgleich er 
tiebet u. |. f. (nur Löwe und Schläfe fehlt, Teider!: und 
paßte doch jo gut für einen Afrifander: z.B. ich fchoß den 
Löwen durch alle beide Schläfen).. Was den Inhalt diefer 
Kriegslieder anbelangt, erjcheint er mir wirr, aber das mag 
jo Sitte fein bei afrifanischen Kriegsliedern, vielleicht auch 
infolge der tropifchen Hite. Der Dritte diefer Dichter 
gruppe, Andreas EHriit, dichtet folgendermaßen: 

So wird mander ftolge Mann, 

Der eine Reife maden fann, 

Der zu Haufe mit Büchern und Heft 

Betreibt ein großes Ladengefhäft, 

Um feiner Größe zu gedenten, 

Seine Schritte zum Weltmarkt Ienken, 

Wenn er auch nichts fauft, 

Schier fih nur verlauft, 

Um den Fortfchritt, der gefchehn, 

Mit eignen Augen dann zu fehn u. f. f. 
Braut ed mehr, um den Lefer in die Büfche zu jagen? 

Warum küſſen ſich die Menſchen? fragt Kater⸗Philoſoph 
Hidigeigei, ſchwieriger wäre die Frage geweſen: warum 
dichten wohl die Menſchen, zumal wenn ſie gar keine Be- 
fähigung dafür Haben? Wber das wird immer ein piycho- 
logijches Rätjel bleiben! 

Kriegerifch geitimmt ift auh C. Goedecke, nur daß 
er es in der Heimat tut. WUber feine Begeifterung für 
Mars und beifen Söhne beichränft fi doch zumeift auf 
Sriedenszeiten, wo Soldat zu fein weit anheimelnder ift, 
Ihon wegen der ausgebürfteten Uniform und dito Stiefel. 
G.s Gedichte weden im Lejer fo gar Feine mitfchrwingende 
Saite. Snhalt und Form find in gleicher Weife fchal, 
Worte, Worte, nichts ald Worte: in Verſe und Reime ge- 
modelt. 

Walther Wendel zeigt doch wenigftens hin und wieder 
ein bischen Srifche. Dafür aber überläßt er fich einer 
unter Beitgenofjen geradezu verblüffenden Liederlichleit in 
ber Form. Wendungen wie „das Elfentind ward ’boren“ 
und „ber Zauber, der fie g’minnet” finden fih faft auf 
Schritt und Tritt. Dabei Hat diefer „Dichter” den Mut, 
auf die Kritifer Toszuholzen, diefe „Bappenkönige”, wie er 
fie nennt, welche den „friichen Autor, den jungen, gehar- 
nifchten Ritter” ganz mit Tinte zu beiprigen und al feine 
Slitter zu verderben beflifjen find, aber die „frifchen, mutigen 
Noffe” Laufen ohne fie weiter, natürlich: wohin es ihnen 
gefällt, wobei fie unter „mächtigem Bäumen“ jeden, der 
„in den Weg fich ftellet, überrennen in ihrem Lauf!" Wie 
man fieht, ein Mann, mit dem nicht gut Slirichen eflen ift, 
e3 wird. alfo gebeten, das Täfelcden zu beachten, das da 
beiagt: nicht anrühren! 

Mit dem Namensbruder diefes mit fo wenig Necht jelbit- 
bewußten Romanzendichter8 treten wir in den Kreid der 
„Modernen“. Sndes gehört Biltor Wendel doch nur 
mittelbar dazu, nämlich dadurh, daß er ab und zu neu- 
tönerifche Wendungen gebraudt. Anfonft verfteht er es, 


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Igrifhe Stimmungen auf impreifioniftticde Weife mit feinem 
Talent barzuftellen, zumal gelingt ihm da3 in den Gigi- 
Iianen, denen Liliencron ganz gut zu Pate geftanden haben 
fönnte, fo lebhaft erinnern fie an feine Art; auch Gtiraud’s 
Pierrot Lunaire Halt in einem und dem andern Gedichte 
leife nad). 

Arthur Satheim wandelt dburhaus in Dauthendey 
Momberts Fußftapfen. Da gibt es: „filberne Krüge voll 
Gefang, amarantne Azaleen, müde Brände, vereinfamte 
Hände, bejahrten Ballaft, erftarrte Legenden”, da fingen 
„unfichtbare Geifter in der Gloden Liftigem Weigen von 
Ipinnender Unwiederbringlichleit”, die „Santt Magdalena 
des Quentin Mafiys trägt das Gefäß der fchimmernden 
Biele“, mild, mit „grünenden Kronen raunen die Bronce- 
Yianden und „ratlos, blaß und verwegen blüht die Blume 
der Qualen“, bis zulegt die „Blühjehnjucht al8 grauen- 
verzerrte Türkife fajt verglimmend“, verklingt: 

„Maplofes, Stimmlofed zügelt 

Bange, erftarrende Rippen.” 
Rurz: wir haben den ganzen myftagogiichen Kram der ver- 
ftiegenen Wortfunft vor ung, die „pielerifchen faire-la-main- 
Bere”, wie Schaufal ftammelnd bewundert, eines jener 
Nuancenmenjchen mit differenzierter Seele, die apofalyp- 
tiſchen Unſinn ſchwatzen. 

Nikolaus Fey's Dichten ſteht im Zeichen des vor einiger 
Zeit ſo hoch im Kurs geſtiegenen Amerikaners Walt Whit- 
man. Leider fehlt ſeinen Streckverſen der im ganzen macht⸗ 
volle, beſeelende Rhythmus des Vorbildes. Fey verfügt 
über eine ungewöhnlich rege Einbildungskraft, ſeine kecken 
Bilder ſind voll Schwung, Kraft und Bewegung, vor allem 
aber ſinnfällig, beſonders gelingt ihm die Verkörperlichung 
gleichſam von Naturbildern. Schade, daß die dichteriſche 
Verklärung fehlt! 

Eine andere Gattung der modernen Lyrik, das Brettl⸗ 
lied, vertritt Ludwig Löwe's Büchlein. Uber diefe Chan- 
ſons ſind, wie der Verf. ſelbſt im Leitgedicht ſagt: harm⸗ 
los. Wenigſtens bis auf einige Wendungen, die ſchon 
einmal zu den Kunſtgriffen dieſes Handwerks gehören. Die 
Lieder ſelbſt ſind Mittelware, nicht gerade gut, aber auch 
nicht gerade ſchlecht; es fehlt ihnen fühlbar an allem, was 
man von einem richtigen Gedichte und gar von einem Liede 
zu fordern gewohnt iſt. 

Aus diefem Gedränge von halber und ganzer Unfähig- 
feit binaus in das Weite, Freie zu kommen, tut einem 
um jo wohler, wenn man allfogleich auf einen Dichter wie 
den Tiroler Eduard Pult ftößt. Das find Gedichte, bie 
den Namen verdienen. Ein anmutige® Talent, das fi 
in zart abgetönten Landfichaftsbildern, Naturftimmungen 
und Liebesdichtungen fchön entfaltet. Anhalt und Yorm 
Hingen barmonifch zufammen, die Empfindung ift tief und 
warm, allenthalben fpürt man den Puls eines Tiebens- 
werfen Dichterherzeng Heraus. Eine weiche, verträumte, 
verjonnene Stimmung liegt über dem Ganzen und macht 
die chlichten Verje angenehm, wie etwa eine Lichtung mitten 
im jungen Zaubwalde, durch den mit Ieifem Gemurmel eine 
Quelle fließt. 

Ein echter Lyriker ift auch Pults Landsmann Hermann 
v. PBfaundler. Neben verträumter Sehnjudt, die er 
(manchmal mit leifem Unflang an Rille) in anmutenden 
Verjen malt, offenbart fich in feinen Gedichten tief-inniges 
Heimat- und Naturgefühl; auch gemütvolle Liebeslieder ges 
lingen ihm. 3 wäre fehr zu wünfchen, daß er der Yorm 
mehr Wufmerkfamfeit jchentte, oft genug beeinträchtigen 
Ichiefe Uusdrüde, platte Wendungen den Eindrud. 

Heimat und Raturgefühl, Behagen am häuslichen Herbe 
und friedjeliger Stimmung kennzeichnen Karl Vallaz za's 


Verſe. Auch bei ihm verdichtet fih ab und zu bie Liebe 
zur deutfchen Heimat zu einem fhönempfundenen völkifchen 
Troft- und Aufmunterungslied. Ein anjprechendes Iyrifches 
Talent, da3 Inhalt und Form in ſchönen Zuſammenklang 
zu bringen verftebt. 

Ludwig Godniat gehört nur mittelbar zu Diefer Gruppe. 
Seine Gedichte bieten Ausschnitte aus dem Leben armer, 
glüdverftoßener Denfchen, deren leibliche und feelifhe Qualen 
er jchliht, aber mit warmer Empfindung darftelt.e Am 
beiten gelingen ihm Szenen, in denen harter Arbeit im 
Sabritbagno oder auf glühend heißem Uderfelde der Kranz 
gewunden wird. Auch der männlichen „Troßgedichte” mag 
ehrend erwähnt werden. 

Befingt Godniat die Arbeit des Bauern vom Stand- 
punkt eines freundlich gefinnten Zufchauers, fo tut e8 der 
Schweizer Alfred Huggenberger als einer, der jelbit mit 
Hand anlegt und al die Mühen am eigenen Leibe erfährt, 
denn er ift feines Zeichens wirklich Bauer. Zugleich Dichter 
der Empfindung in Natur und Dienjchenleben, begabt mit 
feinem Sinn für quellenden Rhythmus, wie er ja auch dem 
Volkslied zu eigen if. Und nicht zulegt verfügt diefer 
Dichter-Bauer über ein erftaunliches Maß von künftlerifchem 
Talt; er jagt nie zu viel, aber auch nie zu wenig. Den 
Anhalt diefer vollwertigen Gedichte bildet das Leben eines 
Bauern mit feinen Wrbeiten, Sorgen, Leiden und Freuben ; 
hin und wieder tauchen auch Erinnerungen an vergefjene 
Großtaten der Väter und Ahnen auf, beftehend in ber 
Urbarmahung von Wüfteneien oder in Kämpfen um bie 
sreiheit der Scholle, alles in mannbafter, einfacher, aber 
gefühlvoller Weife, ohne jede Empfindjamfeit oder hohe 
Geberde. Der Dichter Iiebt offenbar feinen Beruf trob des 
fargen und laftenreichen Lebens, da3 er bietet, denn: 

Reif’ legt ih auf den Pfad der Mühe 

Ded Glüded wunderbarer Schein, 
tworunter er nicht jo fehr das Glüd des Wohlitandes, fon- 
bern weit eher da3 Glüd reblicher Pflichterfüllung und 
eines mit der Natur in enger Beziehung ftehenden Mannes 
veriteht, wie fein erhabenes Gedicht: „Weggefährten” an- 
deutet und das nicht weniger Haffiihe „Wir Bauern“ be 
ſtätigt. H.s fchönem Buche gebührt ein Ehrenplah in der 
Bücherei, fowohl wegen jeines Künftlergeijtes, wie auch ob 
feines Snhalt3, in welddem einem der waderften, beutichen 
Stände, dem Kern und Marf unferes Volkes, ein verdienter 
unverwelflidher Kranz gewunden wird. 

Wie Huggenberger, erjcheint auch der Steiermärker Peter 
NRofegger feit verwachlen mit der Heimatliden Scholle, 
wenn au aus dem armen Waldbauernbuben ein mit Recht 
hochgeadhteter und berühmter Schriftiteller geworden ilt. 
Seine Neigungen gehören der Heimat und feinem Volte, 
wie diefe Auswahl aus feinen Verjen beweift. Prunkloſe 
Gedichte voll Gemüt und Empfindung, gejund und männ- 
lih in der Denfart, auch fchalthaftem Humor nicht fremd, 
vieles im Ton des Volkglieves. Eines der fchönften Ge- 
dichte ift dag „Gebet“ für das Ichwergeprüfte deutiche Volt 
in Delterreih, das die treue völfifche Weberzeugung des 
greifen Dichter3 ind Hellfte Licht ftellen würde, wenn nicht 
männiglid) wüßte, daß er e3 war, der unferem deutichen 
Schulverein durch feinen Aufruf einen Kriegsihab von 
nahebei 3 Millionen zugeführt hat. 

Seinem Landsmann und Gleichitrebenden, dem Dichter 
in der Mönchstutte oder wie er fich felbft nennt: dem 
Burgpfaffen von Feftenburg: Ottolar Kernftod gebührt 
ein breifadher Kranz. Buerft ein voller, üppiger Kranz dem 
Dichter, dann einer dem Dichter und Briefter in einer 
Berfon, endlich ein folder dem fchtwarz«rotsgoldenen Brieiter- 
Dichter Deutſch⸗Oeſterreichss. Unter den Tatholiichen Geift- 


217 


ihen deuticher Ubkunft in Defterreich ift der Auguftiner- 
horderr und Pfarrer auf der alten WRitterburg in der 
Dfifteiermarf ein weißer Rabe, man Tann faft fagen: der 
einzige weiße Rabe; er ift nämlich durch und durch deutjch- 
völfiih gefinnt, während feine Standesgenofjen faft durch 
wegs eine mehr oder weniger feindjelige Haltung gegenüber 
ber nationalen Bewegung einnehmen. x$n begeifterten und 
begeifternden Liedern voll Tünftlerifhen Schwunges und 
echter tiefer Liebe für fein angeftammtes Volk erhebt diefer 
deutfche Mönch feine hallende Stimme, mahnend, ftärfend 
und befreiend. Mit Recht darf er von fich fagen: 

Und wenn mein Bolt um Hilfe fchreit, 

Steh tatınlod und fiumm 

Sch nicht beifeit. Mich brennt fein Leid, 

Beſeligt ſeine Seligkeit, 

Denn auch im prieſterlichen Kleid: 

Civis Germanus sum! 
As Dank dafür ift ihm die Liebe und Verehrung aller 
Deutfch-Defterreicher zuteil geworden, joweit fie völfiich 
fühlen und für die bedrohten Güter unfjeres Vätererbes im 
Kampfe Stehen. Aber nicht nur al3 gewaltiger Heerrufer 
im Streite und al3 Lobfänger deuticher Männer, wie 
Schiller, Schill, Zahn, Andreas Hofer, Bismard, Friedrich 
des Einzigen (man bente doch: ein Fatholifcher Geiftlicher 
al3 Berherrlicher des eifernen Kanzler und des alten Frib!), 
nit nur al3 Poet von biderben Land3tnecht- und Vaganten- 
liedern verdient 8. volle Anerkennung, fondern auch als 
Dichter edel-[höner Lieder menichlich-allgemeinen Inhalts, 
wie auch kernhafter Sprüche. RK. ift unter den deutichen 
Dihtern der Gegenwart einer der liebenswürdigiten uud 
berzlichiten, auf den Defterreih mit vollem Recht ftolz 
fein Tann. 

Das ftarke Heimatgefühl, das die zuleht beiprochenen 
Dichter bejeelt, gewinnt bei dem Deutihböhmen Franz 
Richter infolge des Gebrauhd der Mundart doppelt an 
Kraft, Tiefe und Würze. Das Bud) ift in norbböhmifcher 
Mundart gefchrieben, wie fie in und um Deutich»Gabel ge 
Iprocden wird; den Inhalt bilden Gedichte, Vierzeiler, Ges 
Ihihten und Stimmung3bilder, friih und froh aus dem 
Herzen herausgefichrieben, ganz in der Gefühld- und Dent- 
weile des Volkes, daß jeder, wenigftens wenn er unverbildet 
it und vom ftilifierten und fterilifierten Baum mit graun« 
verzerrenden Türkifen nicht genofjen hat, feine helle Freude 
daran haben muß. 

Ottokar Stauf v. d. March. 





Englifchye Romane, 


Orexzy, Baroness, A True Woman. Leipzig, 1912. Tauchnitz. 
(310 8. 8) .# 1, 60. 


u. gemis, Julia France and her Times. 2 vols. 


Ebd., 1912. (296; 287 8. 8.) Je .# 1, 60. 
Thurston, E. T., Thirteen. Ebd., 1912. (2478. 8.) .# 1, 60. 


Williamson, C. N. and A. N., The Guests of Hercules. 2 vols. 
Ebd., 1912. (294; 286 8. 8) Je .# 1, 60 

Ein geheimnispoller Mord und die geichidte Verfchleierung 
der mufteriöfen Tat bis zum Schluß bilden den Kern bes 
Senjationsromang »A True Woman«. Daß ein alter Lord 
um jeines geliebten Neffen willen den plöglich auftauchenden 
Sohn feines älteren Bruders, welcher der eigentlich berechtigte 
Erbe des Titeld und Vermögen? wäre, heimlich tötet, von 
einem Abenteurer jedoch, welcher fich der Papiere des Er- 
mordeten bemächtigt hat, gezwungen wird, ihn als Erben 
anzuerfennen und feinen eigenen Neffen zu entfernen; daß 
ber Alte Schließlich auf diefelbe Weile wie früher den Sohn 


— 1913. 38 12. — Die [höne Literatur. — 7. Juni. — 


218 


feines Bruders, auch den Erpreſſer umbringt, durch eine 
Neihe verhängnispoller Umftände aber fein Neffe Ddiefer 
Tat befchuldigt wird; daß der Neffe aus Liebe zu feinem 
Dheim, obwohl er von diefem verftoßen wurde, lieber fi 
ſelbſt als fchuldig Hinftellen und den Tod durch Henfers- 
Hand erdulden will, als feinen Oheim zu verraten, bis 
der leßtere endlich, ber auf dem Krankenlager von der ver 
hängisvollen Entwidlung der Dinge nichts erfahren hatte, 
auf Betreiben der Verlobten des jungen Erben auf dem 
Totenbette die Tat aufflärt: darin beitehen die nicht immer 
ftreng motivierten Vorgänge, welche auf analytifchem Wege 
aufgerollt werden und das Geihid der Verfaferin verraten, 
durch ihre Gruppierung fowohl wie auch durch einzelne 
Epifoden (Gericht3verhandlung zc.), die für den Kriminal- 
roman charakteriftiihe Spannung zu erweden." Piychologie 


| wird man, ja darf man darin faum fehen,; verwahrt fi 


doch die Verfafjerin felbft fehr energifch dagegen: für Tolftof, 
Doftojemsty und alle die ruffifchen und flandinavifhen Wirr- 
föpfe, welche Schwarz in Weiß und Net in Unrecht ver- 
fehren, hat ihre Heldin (und man darf deren Meinung 
wohl mit der der Verfaflerin identifizieren) nur ein Achjel- 
zuden der Verachtung. Wenn diefer Bug nur nebenbei er 
wähnt werden foll, fo erzeugt ein anderer durch feine be- 
ftändige Wiederholung beim Lejer Ermüdung und Weber 
druß: die Betonung englifcher Art, da von oft unbegründetem 
Selbftbewußtfein getragene Bochen auf nationale Eigentüms- 
lichkeiten, die, genau bejehen, nicht einmal alle ein auss 
ichließlicheg Privilegium der angelfächliichen Rafje find. Ges 
meint tft vor allem ein Grundzug in der Charakteriftif der 
beiden Hauptgeftalten Lule und Louifa: die von der gejell- 
ichaftlichen Konvention geforderte Form und den äußeren 
Schein des Gleichmuts auch bei der heftigften inneren Er- 
regung zu bewahren. Daß Louifa »a commonplace woman« 
ift, »an absolutely ordinary woman«, daß Lules Gefichts- 
ausdrud »marble-like and impassive« fcheint, wie der eines 
»good-looking, well-bred Englishman«, welder, obwohl 
eben im Begriffe, die zu feiner Verhaftung erjchienenen 
Polizeibeamten zu empfangen, »looked in his elegant attire 
ready to start off for some social function«: dieſe Beobach— 
tungen Tehren mit geringen Variationen wie ein ftändiger 
Refrain immer wieder. Diefe Eigentümlichfeit wird jedoch 
bei dem großen Leferfreis, den der von wohlberechneter, 
geichieft gefteigerter Spannung durchdrungene Roman gewiß 
finden wird, feinen nachteiligen Eindrud hervorrufen. 
Gertrude Atherton, die fi) eines weitverbreiteten und 
wohlverdienten Aufes erfreut, der fih namentlich auf ihre 
zahlreichen Erzählungen und Schilderungen au dem ameri- 
tanifchen, insbefondere dem falifornifchen Leben gründet, 
betritt mit ihrem großangelegten Roman »Julia France and 
her Times« (fchon der Titel zeigt das Beftreben der Verfaflerin, 
ein Beitbild zu fchaffen) den Boden Ult-Englands, der 
allerdings bezeichnender Weife als die Muttererde der 
Suffragetten-Bewegung betrachtet wird. Dak Julia France 
mit einem degenerierten Nriftofraten, der fpäter ind Tollhaus 
fommt, eine unglüdliche Ehe ichließt, ift wohl aud im 
Sinne der Verfafferin nicht al8 Argument für die Wahl 
berechtigung: der Yrau aufzufaffen. Webrigend gewinnt bie 
al8 Suffragette und Ueberweib Tonventionell gezeichnete 
Heldin ganz offenbar das ntereffe der Verfaſſerin ſowohl 
al8 des Lejer3 von dem Wugenblide an, als „Er" in den 
Kreis des Geſchehens eintritt. Gerade dieſe Bartien gehören 
zu ben gelungeniten des ftellenweife etwas langatmig ger 
ratenen Romanes: wie das Meberweib fi) zum Urmeib 
wandelt, zum Urweib freilich einer höheren Urt, das nicht 
Herrfcherin fein will, noch Beherrichte, jondern an der Seite 
des gleichen Bielen zuftrebenden Mannes als Kampfgenoifin 


219 


mitftreiten möchte; nur jchade, daß die dieſes Problem 
entmwidelnde Szene zwijchen dem jungen Kalifornier Daniel 
Tay und Julia France nicht ganz auf der Höhe fteht. In 
diefer inneren Umwandlung der Heldin, in dem Hervor- 
brechen der primitiven Smftinkte der Liebe und Eiferfucht 
ift ficherlich eine3 der interefjanteflen Probleme gelegen, 
welches die moderne Frauenbewegung der Literatur Darbieten 
fann, und darin ift die Bedeutung diejes Beitromans eher 
zu fuchen, al in der weder fehr Tonfreten und überzeugenden, 
noch auch fehr plaftiichen Schilderung der Gegenwart und 
ihrer lebendigen Beitrebungen. _ 

Die Uermften und die Urmen find die Helden in den 
meiften der dreizehn, zum Teil recht fpannend, immer aber 
anfpruchslos und chlicht erzählten Geichichten von E. Temple 
Thurfton. Das Eigenartige des VBormwurfs fällt bejonders 
in der erjten Erzählung von dem Kleinen Jungen auf, der 
fein Leben opfert, nachdem er e8 dur Anfauf eines Paares 
Hofenträger um einen Schilling al3 Prämie verfichert Hat, 
um fo feinem Vater die Verficherungsfumme von fünfzig 
Pfund zu verfchaffen, der es aber faum begreifen Tann, daß 
jein Leben einen fo unermeßlihen Wert haben follte. — 
So ein reiher Urmer ift au) der Blinde, deffen Frau fo 
Ihönes Haar Hat, daß fie tagsüber al3 Aeflame für ein 
Haarwuchsmittel hinter einem Schaufenfter fitt, und der 
von anderen hören muß, wie häßlich fie fei. Er aber weiß 
e3 befjer, er Tennt ihr Inneres. Noch ein armer Blinder 
begegnet ung, ein Wahnfinniger, der da8 Perpetuum mobile 
erfunden zu haben glaubt, in feiner Ruhelofigfeit felbft ein 
Symbol des Berpetuum mobile. Mehreren biefer Erzählungen 
ift der Hang zum Symbolifieren eigen, der fich Häufig zu 
allgemeinen Sägen und Betrachtungen fchematifiert. Das 
zeigt fih auch in »The Dearest Possession«. Gemeint ift 
the manhood. Das traurige Schidfal de8 Mannes, der 
al Sandwihman in Weiberkleidung durch die Straßen 
zieht, gelangt zu echt tragifcher Wirkung. Weniger originell, 
wenn auch mit Humor erzählt, erjcheint die Erfindung in 
»Keats and Orange«: Vater und Tochter, die beide auf 
Heiratsfüßen geben, treffen einander auf dem Wege einer 
Heiratövermittlung. Allen Erzählungen gemeinfam ift neben 
oder troß der einfachen Urt, die Dinge fo barzuftellen, wie 
fie wirklich find, die Feinheit der pſychologiſchen Nuan⸗ 
cierung. 

„Die Gäfte des Herkules" find die Abenteurer und 
Glüdsritter, Hoffenden und rejignierten, verzweifelnden und 
gejegneten Menjchen, die in Monte Carlo dem rollenden 
Gold nachjagen. In diefen Strudel wird ein unfchuldiges 
Kind hineingerifjen, das feine Erziehung in einem fchottifchen 
Klofter gefunden hat, dag ganz zufälligerweife zwei Namens» 
fchweitern hat, von denen die eine dazu dient, der Heldin 
ihre eigene ehebrecherifhe Schuld aufzubürden, die andere 
das menſchliche Biel verfolgt, die Wahrheit aufzudeden und 
die Ehre der Freundin wiederherzuftellen. Wie Mary Grant, 
vom Glüd begünftigt, immer größere Neichtümer anhäuft, 
fpäter auf demjelben Wege, wie fie ihn erworben, ihren 
reihen Gewinn einbüßt, wie fie einem berabgefommenen 
englifchen Ariftofratenpaar in die gewiffenlofen Hände fällt, 
bon diejen auf verbrecherifche Weile faft an den Rand des 
Grabes gebradht und nur dur die alle Hinderniffe über- 
windende Liebe ihres römifchen Romeo gerettet wird, der 
fie ald Schugengel auf allen ihren gefahrvollen Wegen be- 
gleitet, bildet den weiteren Inhalt des an fpannenden Epi- 
foden reihen Romans, der durch feine grellen Situationen 
und Effekte, feine Zufallswirfungen und Mare Charafteriftit 
als Kinodrama die angemeffenfte Geftaltung und das Publikum 
gefunden Hätte, da8 er verdient. 

Max Lederer. 


— 1913. 3 12. — Die [höne Literatur — 7. Juni. — 


220 


Castle, Charles and Egerton, Love gilds the Scene. Leipzig, 
1912. Tauchnitz. (327 8.8) #4 1, 60. 


Tauchnitz Edition. Vol. 4333. 


»Love gilds the Scene« von Charles und Egerton 
Caftle enthält anſpruchsloſe Geſchichten und Intriguen 
aus der Zeit der altväterlichen Poſtkutſchen und Straßen⸗ 
räuber, die allerdings wenig Originalität aufweiſen. Denn 
daß der Betrunkene die Zeiger einer Uhr doppelt ſieht, daß 
ein reicher Friſeur ſich als Mann von altem Adel mit einem 
ganz unmöglichen Namen aufſpielt, iſt nicht eben erſtaun⸗ 
lich neu. Auch die Eheſchmiede von Gretna Green taucht 
in einer leichten Veränderung wieder auf. Bon den fon- 
ftigen Geftalten fcheint uns befonders unterhaltend die der 
tränenreihen Irau Flora Standifh, die von dem fhwarzen 
Leibdiener der Frau Kitty Kilcroney mit einem »waterpot« 
verglichen wird, und die der leichtfinnigen Molly Lanfone 
und ihres Ehegatten. Die Iofen Szenen werden nur durch 
die in ihnen auftretenden gleichen Hauptperfonen Iofe ver» 
Mmüpft und zufammengebalten. Josef Frank. 





Beitfchriften, 


Das Bayerland. Slluftrierte Wochenfchrift für Bayernd Land und 
Bolt. Hab. dv. 3. Weiß. 24. Zahıg., Rr. 32/33. München. 

Inh.: (32/33.) ©. v. Böhm, Chriftian IV, der Große, von 
run — Karl Pöhlmann, Die Pilgerreife des Herzogs 
Alsrander von Zweibrüden nach tem heiligen Sande 1495 und 1496. 
— Sofepb Prigl, Das ehemalige Zeidelgeriht zu Feucht. — Auguft 
Sieghbardt, Das ehemalige Nonnentlofter Engelthal bei Hersbrud. 
— (32.) U. Beder, Pfälzifhed aus England. — H. U. Ried, Bor 
und frühgefchichtliche Funde des Jahres 1912 in den drei altbaycrifchen 
Kreifen und Schwaben. — U. Mattner, Pfingftmanderung im Bayc- 
rifchen Wald. — H. Steinberger, Bom alten Bodkeller in Münden. 
— (33.) 9. Schmid, Der Greid. — Hugo Margaraff, Das neue 
Berkehröminifterialgebäude. — H. Holland, Emil Kirchner. — M. 
Skhinnerl, Alte und merkwürdige Bäume Bapyeınd. 


Der Brenner. Halbmonatdfhrift, Hab. von &.v. Fider 3. Jahız., 
Heft 16. SInnsbrud, Brenner:Berlag. 
Snh.: Carl Dallago, Der große Unmwiffende. 6) Dad Kind. — 
Defider Kofztolänyi, Großvater. — R. Huldfhiner, Vorzeit. — 
artmann, Brirner Ehronif. 18. — Karilaturenfolge 64: Mar v. 
fterle, Abgeordneter Dr. Kofler. 


Bühne und Welt. Red.:H. Stümde. 15. Zahıg., Nr. 16. Leipzig, 
G. Wigand. 

Inh.: Carlos Droſte, Wagnerſche Charaktertypen. Der Lehrbub' 
David und ſeine bedeutendſten Darſteller. — F. Dubitzky, Wagners 
Opernſtoffe in anderen Vertonungen. — E. Hoeffner, Der Operetten⸗ 
portier. — E. Gagliardi, Florentiner Theater. 


Die Chronik. Vormals „Das literariſche Deutſch-Oeſterreich“. Wiener 
Wochenſchrift. Schriftl: L. Schlein⸗Saville. 15. Jahrg., Nr. 644. 
Wien. 

Inh.: Max Schloß, Albanien ein zweites Schleswig⸗Holſtein. — 

Die feierliche Eröffnung der Adria⸗Ausſtellung. Ein Rundgang durch 

dieſelbe. — Navigator, Trieſt im Lichte der Zukunft. — Die For— 

derung 2 Abfaged in Bulgarien. — Die techniſchen Leiftungen 
der Adria«Auöftellung. 


Daheim. NRed.: P. DO. Höder. 49. Jahrgang, Nr. 34/35. Leipzig, 
Belbagen & Klafing. 

Inh.: (34) Zur Bermäblung der Prinzeffin Viktoria Luife von 
Preußen. — Gmunden. — Die Kaiferlette.e — Die Große Berliner 
Kunftausftellung. — Das Trachtenfeft in Mahrt bei Heiligenftadt. — 
Die Weihe der Wacenburg. — (34/35.) W. Kopde, Wilhelm Drömers 
Siegedgang. Eine Lebentgefhichte. !(Yortf.) — Carry Brachvogel, 
Sofıfad Slüd. Erzählung. (Fortf.) — Ernft Decfey, Peter Rofegger. 
(Fortf.) — (34.) Kaifer Friedrich. Der Tragödie legter Akt. Zum 29. Mai 
1913. — Die Sanatorium Piyhofe. — Bon der Waterlant. — (36.) 
Zur Hochzeit in unferem Katferhaufe. — Wingolfsbund. — Die kpl. 
RandedsTurnlehreranftalt in Spandau. — 8. Shilling, Mafatumbe. 


— Die Zahıhundert-Ausftelung in Bredlau. — €. Weber, Unjere 


221 


Dorftapelle. Jugenderinnerungen. — 2. Sempel Chuchul, Dad ncue 
Pompeji. — A. Zanfon, Wenn die Rebe blüht. 





Das literarifche En. Hrögbr.: E. Heilborn. 15. Zahrg., Heft 17. 
Berlin, Seile & Co. 


Inh.: A. Köſter, Etich Schmidt. — E. Pernerſtorfer, Ein 
polniſcher Bauernroman. — O. €. Leff ing Rabindra Nath Tagore. 
— Rabindra Nath TZagore, Aus »Gitanjalice. — Marie v. Bunfen, 
Das Exemplar. — $. v. Zobeltig, Reifen und Reifende. 


Die Grenzboten. Hrögb. von ©. Sleinow. 72. Jahıg., Nr. 20/21. 
Berlin, Berlag der Grenzboten. 

Inh.: (20.) Franz Fromme, Die Gärung in sn — Felir 
Draun, Anfelm Feuerbach und feine Zeit. — Nadir, Die Englänter 
in Indien. — Kurt Hager, Die Bezichungen des Heimatfchuged zu 
den Fragen ded modernen Staatdlehend. — (21.) Darius, Deutfcher 
Imperialismus. — 9. v0. Newald, Neidhardt v. Gneifenau. — N. 
Meplöny, Roman und Epos. — P. Loreng, Welttenntnid und 
Beltanihauung auf unferen höheren Schulen. — Mar Qudwig, 
Sturm. Roman. — Frip Red-Malleczewen, Emil Ludwig contra 
Rihard Wagner. — Spectator, Nad der Entfpannung. 


Hammer. Parteilofe Zeitfehrift für nationales Leben. Ned.: Theod. 
sritfh. 12. Zahıg., Nr. 262. Leipzig, Fritich. 
Ind.: Theod. Fritfch, Ungenügende Zn — M. Ritzen— 
thaler, Das wiedergeborene Frankreich — F. Roderich, Waren⸗ 
häuſer und öffentliche Sittlichkeit. 


Die Heimat. Monatsſchrift d. Vereins z. Pflege der Natur⸗ u. Landes⸗ 
tunde in Schleöw.-Holftein, Hamburg u. Lübed. 23. Ig., Nr. 6. Kiel. 

SInh.: Kaifer Wilhelm II und Schleswig-Holftein. — Mühlen» 
hardt, Unfere Kaiferin Augufte Victoria. (Mit Bildern) — Erid- 
fen, Helgoland unter diutfcher Herrfchaft. (Mit Bildern.) — ee 
hoff, Die Kieler Woche. (Mit Bilden) — Priege, Der Kaifer 
Wilhelm: Kanal und feine Erweiterung. 1. (Mit Bildern) — 20» 
tengen, Das Kieler Schloß. 1. (Mit Bildern.) 


Hochland, Monatsfhrift für alle Gebiete des Wiffens, ‚der Literatur 
u. Kunft, Hrög. v. 8. Muth. 10. Jahrg. 9. Heft. München, Köfel. 
Inh: ©. Sicmen?, Der Mafftat. Eine Unterhaltung im 
Gifenbapnzuge zmwifchen Düffeldorf und Dortmund. — K. gingen, 
Marte Schlichtegroll. Roman. — M. Spahn, Zum 25 jährigen 
Regierungsjubiläum Kaifer Wilbelmd II. — R. Saitfhid, Zofef 
Böred. Eine Charakterfhilderung — H. Brauert, Zum Regenten- 
wehfel in Bayern. — MR. ten Hompel, NReht, Kunft, Moral und 
Sitilichkeitsverbrechen. — E. Schmitz, Karl Löwe und Richard Wagner. 


Dad Land. Drgan des Deutfchen Bereinz für Tändlihe Wohl ahrts⸗ 
und Heimatpflege. Red. H. Sohnrey. 21. Jahrg., Nr. 13/ 16. Berlin, 
Trowitzſch & Sohn. 

Inh.: (13.) R. Henſeling, Die Wilmowösliſtiftung zur Förde 
rung kultureller Beſtrebungen auf dem Lande. — Freiin Lita zu Put⸗ 
liß, Zahnpflege in der Weftprignig. — Elia Hielfger, Die Mit- 
arbeit Der Frau in der Landgemcinde. — Helene Wend, Die Land⸗ 
ftauen im Herrenhauſe. — Der unheimliche Knecht. — F. Spieß, 
Wie ſchreibe ich Heimatsgeſchichte? — W. Lennemann, Vor deinem 
Ackerſelde. — (14) K. Schliemann, Geſangpflege auf dem Lande. 
— Öriebel, Die Kinomatographenzenfur. — Shmittmann, Die 
landwirtſchaftliche Betriebskrankenkaſſe nach der Reichsverſicherungs⸗ 





otdnung. — Sell, Der Erſte Deutſche Dorfkirchentag. — G. Bran— 


des, Ein neues Werk über das nicederſächſiſche Bauernhaus. — H. 
Gobnrey, Bor allem! — %. Bochmer, Kaiferd Töchterlein. — 
3. Öebhardt, Nite Bräuche in der Qüneburger Heide. — (15.) Tiffert, 
Ländliche Helferinnen. — Fr. Lembte, Die Landfluht der Beamten 
und die Eifenbahnverwaltung. — Der wirfhaftlihe Wert der bäuer- 
liden Kolonifation im Iften. — PB. Knuth, Erforfhung der Heim- 
arkeit in Weftpreugen. — Ramdohr, Zur Sugendpflege auf bem 
Bande. — N. Nuzinger, Der Berggrunder. — a. Ahrens, Ein 
Pfingſtbrauch im eig — (16.) Kaifer-Jubiläum und 
ländlihe Wohlfartäpflege. — D. Seifert, Pfarrer Sell. — $. Held» 
man, Ueber Einrichtung von Badeanftalten auf dem Lande. — Gul- 
gowäti, Ausftellung für Hauffleiß und Boltetunft in der Kafchubei. 
— Dentfchrift zur inneren Kolonifation in Djtpreußen und Pommern 
joiwie im Regierungdbezirt Frankfurt a. DO. — R. Dohfe, Daud un 
Diwel. Ein niederdeutfcher Totentanz. — WB. Müller, Brautllage. 
— M. Lucas, Alte Sprüche aus der Gegend von Reval. 


Licht und Schatten. Wocenichrift für Schwarzweißfunft u. Dichtung. 
Hab. von —* Gumppenberg. 5 Zahrg., Nr. 32/33. München. 

Inh.: (32.) Alegander Eaftell, Variete. — 9. Shan, Homo 

sum. — (33.) E. Walter Geh, Das Ballettmätel. — H. Oreinz, 


— 1913. M 12. — Die [hÖdÖne Literatur — 7. uni. — 


222 


Der Häplihe. — a &. Badendied, Das Märden vom Dichter 
und feinen drei Söhnen. 


— — — — — — — 
Militaͤr⸗Wochenblatt. Red.: v. Scriba. 98. Jahıg., Nr. 62/64. 
Berlin, Mittler & Sohn. 


aus (62.) Chronologifche Heberficht der Ereigniffe vor 100 Jahren. 
(Kortl.) — Das niederländische Küſtenſchutzgeſetz — Neue Nachrichten 
über Flugmwefen in Rußland. — Ein Borfchlag zur Bewaffnung der 
Kavallerie. — Militärtechnifhe Umfhau. Flugveranitaltungen und Flug⸗ 
zeuge. — (63.) Fünfzigjähriges Dienſtjubiläum des Generaloberſt Graͤf 
v. Se. — Ruffifhe Anfichten über Kavallericorganifation. — (63/64.) 
Der englifhe Heeredhauspalt 1913/14. — Baupen. — (63.) Unfere 
Difiziere des Beurlaubtenftandes. — Regimentdabende. — (64.) Weißen- 
burg und Wörth. 
a ee 1 een a nn le FE er ul un ne 
Kord und Süd. Hrögb. von R. Stein. 37. Zabrg., Suni 1913. 
Berlin, Schottlaender. (Kaifer-Jubiläumsnummer.) 

Inh.: Bildnis und eigenhändige Unterfchrift Kaifer Wilhelms IL. 
— 2. Stein, Die Kaiferjubiläumdnummer von „Nord und Süd“. — 
M. Graf Bethufy-Huc, Die Icpien 25 Jahre deutihen Staaté— 
lebend. — D, Frhr. von der Dften-Saden-Rhein, 25 Jahre 
Kriegsherr. — Büchſel, Der Kaifer und die Flotte. — v. Franken: 
berg, Die Entwidlung unferer nationalen Luftfahrt. — W. Oſt⸗ 
wald, Entwicklungslinien der Geſamtwiſſenſchaft im letzten Viertel⸗ 
jahrhundert. — E. Troeltſch, Die wiſſenſchaftliche Theologie im 
letzten Vierteljahrhundert. — A. Klaar, Die deutſche Literatur des 
leßten Vierteljahrhunderts. — Margarete Herrmann, 26 Jahre deut⸗ 
ſcher Muſik. — A. Riedler, Wiſſenſchaftliche Technik. — A. Amers— 
dorffer, Die Kunft der lepten 25 Jahre. — P. Shwark, Der 
Kaifer und die Schulreform. — Wuermeling, Der Kaifer und die 
Sozialreform. — Rieper, Der deutfhe Handel im legten PViertel- 
jahrhundert (1888-1913). — 3. Gerftmeyer, Die Entwidlung 
unferer Kolonien unter Kaijer Wilhelm IL. — 8. Mommfen, Das 
Kreditwefen in Deutichland im legten DVierteljahrhundert. — Beufen:- 
berg, Die Entwidlung der Schwerinduftrie in der Regierungszeit 
Wilhelmd I. — ®. v. Siemens, 25 Jahre elektrifcher Energie 
berforgung. — 2. Stein, Die Fortfchritte der internationalen Ber 
ftändigung unter der Regierungszeit ded Kaiferd. — Fıhr. E.v. Plener, 
Kaifer Wilhelm und Defterreich. 


Sonntagsbeilage Nr. 19/20 3. Boff. Zeitung 1912, Nr. 235, 246. 


Inh.: (19) Ludwig Geiger, Literarifche Geheimberichte aus dem 
Bormärz. — Dtto Reich, Geflügelte Worte in der Befchichte Frank 
reihe. — Paul Nemip, Ein märkifcher Vorläufer Darwind. — F. 
Tetzner, El-Obeid. — (19/20.) Bor hundert Jahren. — (20.) Mar 
Kraufe, Erinnerungen an Adolf Slaby. — ©. Schulz, Au eine 
Zubiläumsfeicr 1813—1863—1913. — Anna Bernhardi, Werwolf: 
und Bampyrfagen. 


ul ae nn nee nn u u rn ie a a de en 

an Illuftriertesd Sonntagsblatt, 60. Jahrg, Nr.33/34. 
erlin. 

Inh: (33/34.) RAuife Roth, Ein Bermäctnid. Roman. (Fortf.) — 

E. Heinze, Die Milhkup. Humoreste. — 2. Schmid, Photograppicrte 

Mufit. — Alerander Peterdi, Das Achte. Aus dem Ungarifchen 

er rk — Margarete Hüttig, Die Neue. Eine einfache 
eſchichte. 





Der Türmer. Monatsſchriſt für Gemüt und Geiſt. Hrsgbr.: J. E. 
Frhr. v. Grotthuß. 185. Jahrg., H. 8. Stuttg., Greiner & Pfeiffer. 

Inh.: M. Ritzenthaler, Das junge Frankreich. — Eliſabeth 
Diakonoff. (Fortf) — Tanneck, Unſoziale Juſtiz. — Tommaſſo 
Gallarati Scotti, Der Prophet. — O. Bora, Der fozialdemo- 
fratiihe Stimmzetteltultud. — 2. Stadthbagen-Pug6, Der Kirfch- 
baum. — Ein vergeffener Held der Freipeitöfriege (Hermann von Boyin). 
— ©. Korn, Uerzteftreit und Kaffendrud. — Die Tragik des Lehrer⸗ 
berufs. — Was auf franzöſiſchen Bühnen geſpielt wird. — Schlachten⸗ 
glück. — Hülſen, Er ſtehe feſt und ſehe ſich hier um. — Hermann 
Kiſenzl, Berliner Theater-Rundſchau. — Berſ., Der Briefwechſel 
zwiſchen Nietzſche und Strindberg. — Storck, Richard Wagner in 
der Karikatur. — Originalkunſt fuͤrs Volk. — Karl Storck, Wagner 
und wir. — Derf., Erfter internationaler mufitpädagogifcher Kongreß. 
— 7. Lienbard, Zwei Menfchenalter. 





Ueber Land u. Meer. Deutfche illuftr. Seitung. Red.: Rud. Preöber. 
65. Jahrg., 110. Bd., Nr. 35/36. Stuttgart, Deutfche Berlagdanftalt. 


Inh.: (35/36.) Liedbet Dill, Pirago. Roman aus dem Saar 
gebiet. (Fortf.) — (35.) Langheld, Deutfd-Dftafrika einft und jept. 
— (35/36.) Hand v. Kahlenberg, Im Rollen. (Fortf.) — (35.) Kunft- 
ausftellung und Kunftgebäude in Stuttgart. — Erih Mapdfad, Die 
Bücher Friedrichs d. ©r. — (36.) Walther Schul, Hamburgs neue 
Wefthäfen bei Walterhof. — Julius Kapp, Weib und Liebe im Leben 


223 


und Schaffen Rihard Wagnerd. — M. Relten, Die „Salerie der 
Preisträger” in Madrid. — Karl Ettlinger, Doppelbier. 


Die Wage. Redakt.: E. B. Zenker. 16. Jahrg. Nr. 19/20. Wien, 
Stern & Steiner. 

Inh.: (19.) Gracchus, Die Bilanz. — Julius Ofner, Joſef 
Unger +. — G. Hubbard, Die diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen 
Kirche und Staat. 3. — E. V. Zenker, Sören Kierkegaards Liebes⸗ 
leben. — E. v. Janiſchfeld, Die militante Frau. — (20.) Max 
Morold, Zum 100. Geburtstage Richard Wagners. — E. Meller, 
Richard Wagners Lebenswerk und Schöpfung. — J. Reitler, Ueber 
Parſifalſchutz und Parſifalſchũtzer. — Einige Züge and dem Leben Richard 
Wagners. — Gedenktage. — R. Bernreiter, Richard Wagner. 


Die Woche. 15. Jahrg. Nr. 21/22. Berlin, Scherl. 


Inh.: (21.) K. Brunner, Der Kinomatograph im Leben der 
Völker. — Hedwig Heyl, Der Brautſchatz der 0 Viktoria Luiſe 
von Preußen. — Goethes „Fauſt“ in Zofio. — (21,22.) Olga Wohl⸗ 
brück, Sonnenbrut. Roman. — (21.) F. Sktowronnek, Der Bach. 
Eine Studie. — Helleus Amerikanerinnen. — F. Wildhagen, Das 
Muſikhiſtoriſche Muſeum von W. Heyer in Köln. — (21/22.) Marie 
Luiſe Becker, Die Kinder des Genies. Roman. (Fortſ.) — (21.) Die 
Berner Alpenbahn. — (22.) K. Aram, Nach dem Kriege. Balkan⸗ 
erlebniſſe und Erkenntniſſe. 1) Bulgariſche Bauern. — Ein Gartenfeſt 
der Berliner Geſellſchaft. — Ernſt Franck, Das Anftedfträußchen. 
Plauderei. — Der Goldfund von Eberswalde. — Timm Kröger, In 
der Eiderniederung. — H. Blankenburg, Dr. Jen, der neue chinc⸗ 
ſiſche Geſandte in Berlin. — R. Thom, Eine Fahrt nach Südweſt⸗ 
alaska. — Wilhelmine Bird, Ein Kapitel vom Pudding. 


Das freie Wort. Hrsgb. v. Mar Henning. 13. Jahrg., Nr. 4. 
Frankfurt a. M., Neuer Frankfurter Verlag. 

Inh.: Die Berner Verſtändigungskonferenz. — Ernſt Arnold, 
Elſaß⸗Lothringen. 3. Gedanken und Bedenken eines Altdeutſchen. — 
A. Wirth, Plutokratiſche Weltpolitik. — H. Treu, „Laß ſie betteln 
gehn, wenn ſie hungrig ſind!“ — le Kongreß. — U. 
Schweizer, Zur Wurdigung ded Aufllärungszeitaltere. — Walther 
Raufbenberger, Richard Wagner in der Walhalla. 


Ylluftrierte Zeitung. Red.: D. Sonne. 139. Band. Nr. 3647 
und 3648. Keipzig, 3. 3. Weber. 

Inh.: (3647.) R. Clauß, Die Leiftungen der reichdgefeglichen 
Arbeiterverfiherung. — Die Infel Ada Kal. — DB. Torniug, Die 
Internationale BaufahAusfticlung in Leipzig 1913. — Cornelius 
Burlitt, Die gefhichtlihe Entwidlung ded Bauwefend. — E. Merdel, 
Ingenicurbautunf. — Th. Goede, Der moderne Städtebau. — 
H. Muthefiud, Die deutfche Arditeltur der Orgenwart. — Billy 
Lange, Bartenkunft. — Erih Hacnel, Raumkunft. — H. Kampff- 
meder, Die deutfche Bartenftadibewegung. — Fr. Seeßelberg, Die 
baufünftleriichen Beftrebungen des Werdandibundee. — H. Albrecht, 
Bauberatung. — ©. Wolf, Heimatfhup im Baumefen. — Kauf: 
mann, Ucher Bedeutung und Erfolge der gewerblichen Unfallverhütung. 
— Hellmurb Wolff, Statifhe Graphit. — (3648.) Die Hochzeit im 
deutfhen Kaiferhaufe. — Martin Prodtauer, Der Becher de? 
Pitaliendruderd. Novelle aus dim Ende did 14. Jahrh. — DB. v. 
Modbielsti, Dad Deutfche Stadion in Berlin. — Arthur Dobäfky, 
Die große Stuttgarter Kunftaugfticlung. — H. Reiöhauer, Eie- 
zeitliche Spuren im Hochgebirge und Zieflande. — Die Breslauer Jahr: 
bundertausftellung.. — %. €. Willmann, Die Wugner-Gcdächtnie- 
ausftellung im Stadtgeihichtlihen Mufeum zu Leipzig. — W. Pietb, 
Das Stettiner Stadtmufeum auf der Halenterraffe. — Der Komponift 
Siovanni Sgambati. 


Mitteilungen. 


Riteratur. 


Der Jahrgang 1913. der „„Bibliothel der Unterhaltung und 
des Wiffens‘ (Stuttgart, Union Deutfche Berlagdgefellihaft), deſſen 
erftie Bände in Nr. 8, Sp. 144 d. DI. angezeigt wurden, bietet in 
feiner Fortjegung abermals eine reihe Auswahl des Belehrenden und 
Unterhaltenden. Bon den belletriftifchen Beiträgen de8 8. bie 11. Bandı3 
erwähnen wir den Parifer Roman „Die Arahın“ von rip Revon, 
den Roman „Die fchöne XTrebnig” von Hand Beer, die Novellen 
„Wenn die Masken fallen” von Karl Ed. Klopfer, „Die Welt der 
anderen” von Ruife Weftlich, „Mi Violet” von Quife v. Rohrfcheidt 
und „Fräulein Bankdirktor” von Frig Flcchtner, die Novelletten „Der 
rote Fled” von Fr. Holger, „Der Ruf des Kindes” von Elje KArafft 


— 1913. M 12. — Die [Höne Literatur — 7. Juni. — 


224 


und „Rätfel Slüd“ von E. v. Weitra, die Humorcafe „Herfuled mit 
der Feder“ von Karl Schüler, die hiftorifche Skizze „Untir ‘Prinz Eugen 
vor Belgrad“ von U. Dolleczet, die Erzählung aud dem Bühnen- 
leben „Das Iepte Spiel” von Buftav Finke» Bulter, die moderne 
Muftererzählung „Die Entführung” von Heinrih Binder, die Gejchichte 
aus der Sommerfrifhe „Soufous cerfte Liebe” von Karen WFugerdt, 
fowie das Idyll „Mein Nickverhältnis“ von Otto Mettethauſen. Von 
kulturgeſchichtlichem Intereſſe ſind z. B. die Aufſätze über das fran—⸗ 
gliee Heer, über die mittelalterlihen Totentänze und „Rofenzucht und 

ofenihmud”. Der Preis jedes diefer geihmadvellen Bändchen be: 
trägt nur #0, 75. 


Berſchiedenes. 


Ein Berbaud öfterreichiſcher Kinvantoren wird ſich bereits im 
Laufe des Monats Juni d. J. in Wien konſtituieren. Dieſes Unter— 
nehmen geht von einer Anzahl namhafter Wiener Schriftſteller aus. 
Die Organiſation hat als einen ihrer wichtigſten Punkte die Wahrung 
der moraliſchen und wirtſchaftlichen Intereſſen ihrer Mitglieder auf— 
geſtellt, dech wird ihr Hauptaugenmert auch auf den Schutz des geiſtigen 
Eigentums gerichtet ſein. Durch dieſen Zuſammenſchluß der Kino: 
autoren wird eine weitere künſtleriſche Rervollkommnung des Films 
angeſtrebt. Alle Anfragen und Betrittserklärungen ſind vorläufig an 
Schriftſteller Rudolf Huppert, Wien 9, Althanplatz 2, zu richten. 

Theater. 


Ballenſtedt am Harz. Im Schloßtheater der kleinen anhal—⸗ 
tifhen Nebenrefidenz, einem 150 Jahre alten, alſo etwa aus der 
gleichen Zeit wie das Lauchſtedter Goethetheater ſtammenden Mufen- 
tempel von prachtvoll intimer Wirkung, gab man erſtmalig die vom 
Deſſauer Hoftheaterintendanten Carl Bömſly geſchaffene Bühnenbear⸗ 
beitung von Otto Lndwigd hinterlaffenem Scaufpiel „Das Frän- 
fein von Scnderi’ (Buchaudgabe bei Defterheld & Eo., Berlin, 1912, 
126 ©. 8., Preis 2.9). Während alle früheren Bearkeitungen diefes 
reifiten, aber vom Dichter wenig geliebten Jugendwerked, fo die von 
Wildenbruh, Buchholz und Lewinefy, die fämtlih in den neunziger 
Zahren einige wenige Male in Berlin, Dresden, Wien und Münden 
zur Aufführung kamen, der ganzen Struktur ded von Otto Ludwig 
ganz bühnenmwidrig verfaßten, durdy unerträgliche Längen fich audzcich 
nenden Werkes doch zu nahe traten und fehr ftarke Eingriffe vomahmen, 
befchräntt fi) Bömly auf finnvolle Kürzungen und Strihe in den drei 
eriten Alten und bat die beiden legten zu einem vierten zufammen« 
gezogen. Dur die Beibehaltung des Originalfchluffes fleht diefe Be» 
arbeitung dem Werke des Dichterd am nächften und bietet zugleich die 
für die Bedürfnifie der Bühne notwendige fnappere Form. Was auch 
jegt noch einen dauernden Erfolg und die erwünjcte Einbürgerung auf 
der deutfchen Bühne immerhin zweifelhaft erfcheinen faffen muß, ift der 
im Herzen der ganzen Dichtung verborgene dramaturgifhe Orundfehler, 
der die eigentliche Zitelbeldin in den erften zwei, ja drei Aufzügen 
ungebührlih in den Hintergrund treten läßt, dagegen in der dämoniſch— 
yhantaftifchen, ganz mit ten Augen €. T. N. Hoffmannd gefchenen 
Seftalt ded Goltihymiedd Gardillac einen die größere Hälfte did ganzen 
Stüdfed beherrfchenden zweiten Hlden erftchen ließ. Diefe von Romantif 
erfüllte, dabei erftaunlich naturaliftifch empfundene und in ihren patho= 
logifchen Zuftänden geradezu modern gefehene Figur bat nicht nur von 
jeher die Darfteller, fo den genannten Tewindtn, gereist, fondern jogar 
Ludwigs eigene Zodhter Gordelia veranlaft, um dad Werk für die 
Bühne zu retten, von Wilbrandt beraten, nur die drei erften Alte zu 
einem Drama „Cardillac” zufammenzunebmen und das Fräulein ven 
Scuderi auf die Tätigkeit einer Ncbenfigur zu befchränfen: ein drama- 
turgifcher radifaler Eingriff, der fich durchaus nicht rechtfertigen ließ 
und Gordelia Qudwig wohl aud veranlaßte, diefe Bearbeitung unter 
dem Dednamen Chr. Dito beraudjugeben. Die vom Deffauer Hof 
haufpiel unter Leitung ded Herren Mehring dargebotene Erftaufführung 
ließ die neue Bühnenbearbeitung ald einen gludlihen Bilebungsverfuch 
erfcheinen. F. E. Willmann. 

Hellerau bei Dredden. Die beutfche Uraufführung von Paul 
Claudels „Berkündigung“ findıt am 3. Juli d. I. im großen 
Feſtſaal der Dalcroze⸗Schule ſtatt. 

München. Das Luſtſpiel „Burg Weibertren“ von Friedrich 
Bartels wurde im Reſidenztheater bei der Uraufführung am 30. Mai 
d. J. von der Mehrheit der Zuhörer mit ſtarkem Beifall aufgenommen. 

Naumburg a. S. Das Freiheitsdrama „Völkerfrühliung“ von 
Max Dürr, Amäsrichter in Göppingen, erzielte am 20. Mai d. J. 
bei ſeiner Uraufführung im Staditheater einen durchſchlagenden Erfolg. 

Ebenda wird an dem Literariſchen Abend der Einakter⸗-Cyklus 
„Die Schatten leben“ von Max Kempner-Hochſtädt Anfang 
Juni d. J. zur Uraufführung gelangen. 





Berichtigung. 
In Nr. 10, Sp. 171, 3. 23 v. u. lies: Nahr & Funk. 


Berantmoril. Redafteur Prof. Dr. Ednard Zarnce in Leipzig, Kaiſer⸗Wilhelmſtraße 8. — Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig. 





Die ſchöne 


Literatur. 


Beilage zum Literariſchen Zentralblatt 
für Deutſchland. 


Nr. II, 


Aeransgeber Arof. Dr. Ed. Rarnıke in Leipzig, Kaifer Wilhelmftraße 8. 


Verlegt von Eduard Anenarins in Keipzig, Roffirake 5/7. 


14. Jahrg, 





Erſcheint vierzehntäglich. 


2 24. Mai 1913. 


Preis halbjährlich 3 Mark. 





Moderne Romane (1808): Ar ma Der goldene Schein. Halbert, Die 
Die Oberrälder. Bold, Seefahrt ift 


@üngeriu hinter dem Vorhang. Bod, 
not! Segeſſer von Örnunnega, Blat der Induftriel ©. Gottberg, 
Bon Radern, Kaiferliher Minifterrefident. Eonte €E capinelli, Lebensfreude. 
Holm. Gtopel lauf. 


euere Rinodramen von Aleyander Elfter, 1) Ausländifhe Films. (188. 


tanfführungen (191): Enlenberg, Das Scheimmittel (Banjanabum). — 


Dierten, Mitternahtöfonne. Mann» 5 affer. 
Zeitſchriften (146). Mitteilungen (199). 


mann, Jetthen Gebert. 
Fyrik (192): Berrim,. Erfie Ernte. 
wörth. Phantafie und Herz. v.W., Sagen der Diufelmänner. d. Heidenftam, 


Gedichte, übertragen von Stieve. Freiinv. Gaudy, Lebenshöhen. Yreitag, 


Gefammelte Gedichte. 

Bedertragungen nordifder äßfer (193): v. RK obl, Der Weg durd) die Nadıt, 
überfeßt von Dann. Sürgenten, Die große Erpebition, übertragen von Kiy. 
EChrencron-Kidde, Wlieze Deonbergs große Tage, überfegt von Leslien. 
Stjoldborg,. Sara, überfegt von Heldt. Lieblein, Der legte feinee Ge⸗ 
ſchlechts, überfest von Klaiber. Michaelis, Xreu wie Golt. Biörnfon, 
Legenden, deutfh von Hoyer und v. Sumppenberg. Larfen, Der fpringende 
Bau überfegt von Klepetar und Jacob: Anders. daulland, Eli vom 

warzw 





— ea. Baudy, A an d., Lebenshöhen. (193.) Larfen, 8. Der Intingene Bunt. Ueberfegt von 9. 
Björnfon, 'Bj., Legenden. Deutih von N. Hoyer| Gottberg, , Bon Radern, Kaiferlicher Minifter- | 8 epetar und 9. Jacob-Anders. (196. 
und H. v. umppenberg. (195.) refident. Ü si, Lieblein, S, Der letzte ſeines Geſchlechts. Ueberſetzt 
Dock, A., Die Oberwälder. 1187.) al bert, A. Die Sängerin hinter dem — (186.)) von P. Zlaiber. 1191.) 
Ehrencron-Kidde. 4. Mieze Monbergs große Tage. alla a, Eli vom Schwarzwaſſer. (185.) Mannswörth, J. M., Phantaſie und ar (192.) 
eier de von %. gestien ( Heidenffam, ®v Gedichte. Im einer Auswagl | Merten, 9. Re. — 
Neuere ——— 1) Anséländiſche Filme. übertragen von F. Etieo e. (193.) Michaelis, Treu wie Golb. 


iR ermann, ©.. 
— S. Das Geheimmittel ee): 
. rührendes Luftfpiel in einem Alte. (191. 
©., a ift not! (187. 
Geſammelte Gedichte. (193.) 
Der goldene Schein. (185.) 


o Im, C., 
Sürgenfen, I., 
un Lip. (194. 
elle 


sea v. M. an. (194.) 


Moderne Romane, 


— Hans, Der goldene Schein. 
— Münden, 1912, Yanus»Berlag. 
ni 


Ein Roman aus dem 
(378 ©. 8.) 


Haltert, A., Die Sängerin hinter dem Vorhang. Ein — 
— Münden. ‚Leipzig, 1912. Hans Sahe-PVerlag. (139 ©. 8.) 


& Go. (282 ©. 8 


Fock, Gorch, Seefahrt ie — 
Ologau j. 28268) #3. 


Gesefler von Brunnegg, D., Blats der 3” ie! Roman. Drid 
—— Reıpner. (817 Fu ö ö 


Gsttberg, Dito v., Bon a a REEL 
Reman. Berlin, 1912. Fleifhel & Co. (287 ©.8) 4 3, 50. 


Scapinelli, Carl Conte, Lebensfrende. a u Reipzig, 


Bol, Alfıcd, Die ———— Roman. Berlin, 1912. E. Fleiſchel 
.) 


Roman. Hamburg, 1913. M. 


o. J. (1912). 3. Minden. (871 E. 8) 4 4 
Holm, Carl, Stayellauf. Huamburgifcher — Hamburg, 1918. 
M. Glogau jr. 1202 & 3) . 


Hans Friedrich zeichnet einen Spätromantifer, einen 
fünftlerifch tief, aber im wefentlichen vezeptiv empfindenden 
Menihen, den er, nah Sahren des „Taumels” durch das 
Bhilifterium einer alltäglichen „Ehe” am Ende als reinen 
„Zoren“ zur Läuterung eines freilich vagen Neuchriſten⸗ 
tums vorſichtig hinübergeleite. Der Roman hält ſich in 
der großen Tradition des deutſchen Bildungsromans, er iſt 
autobiographiſch und doch typiſch zugleich für jene Gene— 
ration, die, etwa um 1900 zum geiſtigen Leben erwacht, 
das intlih gleichſam rückwärts gewendet, nach der unter—⸗ 
gehenden Literaturſonne zu, in die ſachte veramerikaniſierte 
Wirklichkeit des zwanzigſten Jahrhunderts ſich hinein— 
geihoben fieht. Diefe Menfhen gelangen nicht zu Fünft- 
leriiher Reife, für die übrigens alle Refonanz fehlen würde; 
derzensgüte, bes Genius fanftere Schwefter, wird ihr Teil, 
wie dies vielleicht überhaupt der tiefe Srrtum ihres halb⸗ 
verfehlten Lebens war: ſie wähnten ſich groß und waren 

Beilage zu Nr. 21 des Lit. Zentralbl. f. Deutſchland. 186 


Jettchen Gebert. 
Etapellauf. (188.) 
Die große Erpedition. Webertragen 


‚U. v., Der Weg durch die Nat. Neberfett von 


Sgaufpiel. (191. | Berrim, ve '$.. Erfte Ernte. Tas) 


agen der DMufelmänner. (193.) 
gen aelli C. Eonte, ‘ebenefernde a 
— — von Brunnegg, DO ‚ Blag br duftriel 


Stiolosors. 9., Sara. Ueberfegt von2.Heldt. (194.) 


gut. Das Buch, das fo verfhiedenartige Lebensabfchnitte 
behandelt, ift nun offenbar auch noch in verjchiedenen Zeiten 
gejchrieben, wodurch die erftrebte Uufzeigung des „Zufanımen- 
bangs des Ganzen”, nach einem vorgejegten fchönen Wort 
von Grillparzer, erjchwert wird. Auch treten Nebenfiguren 
zu ftark hervor; am Anfang 3. B., in der Sturm- und 
Drangzeit des Helden in München, Treuzt feinen Weg eine 
Malerin. Hierbei fchnappt der Verf. ab, läßt feinen Helden 
ftehen, um diefe große Malerin (die Kunftgefchichte Tennt 
feine) in feminiftifcher Weife zu idealifieren. Nicht fie wird 
für den Helden zu einer Epifode des Taumel3, fondern er für fie; 
ich glaube nicht, daß dies AUbficht des Verf. war, die geiftige Be- 
deutung feines Helden gleich von Anfang an jo zu ver 
neinen! Ungewollt ift es wohl aud, wenn er bei diejer 
romantifchen Gefchichte in romantifierenden Stil verfällt, 
ebenfo wie er fpäter, bei der Schilderung der Ehe, troß 
angeftrengter Sronie, oft jchönftens in den Gartenlaubenton 
hineingerät. Erft im dritten Teile des Buches, in dem der 
reine Tor fich findet, Hingt auch des Dichters eigener Stil 
überzeugend und echt, fo daß fi von ihm, nach diefem an- 
ziehenden aber unausgeglichenen Buche, ein Wert gleich 
mäßiger Reife erhoffen läßt. 

Die Idee, daß eine von der ftiefmütterlihen Natur Durch 
einen Budel entftellte Sängerin Hinter einem Vorhang das 
Publitum entzüdt und jchließlich jogar eines großen Künftlers 
Gattin wird, könnte gewiß einen großen Dichter reizen. 
Halberts geiftung ift feider mit diejer dee im wejent- 
lichen zu Ende; die feeliihe Pein der Entitellten, die in 
realiftiichen Einzelheiten überwältigend fein fünnte, kommt 
bei ihm nur inIygrifchen Ergüffen zum Uusdrud, die allerdings oft 
ans Tragifche heranreichen. DieLöfung des Konfütts, die Ehe, 
wird vom Verf. nach Kopenhagen verlegt, wohin Held und 
Heldin ganz unmotiviert reiſen müſſen. Die glückliche 
Schilderung dieſer gewiß ſchönen Stadt muß den Leſer dar⸗ 
über hinwegtäuſchen, „daß die Sache furchtbar unwahrſchein⸗ 
lich iſt“, wie Tiech einmal eine ſeiner Perſonen von ſeinem 
Drama ſagen läßt. Der Stil zeigt Blüten wie: „im 

186 


187 


Wagen untergebracht, verfchwand der Weinreiz” und: „fie 
war von Kindesbeinen an unter der öffentlichen Kontrolle“ 
(S. 62), da fol nur heißen: fie wurde frübzeitig in Die 
Gefellichaft eingeführt. E83 würde vielleicht noch jchöner 
fein, wenn ber Verf. die betreffende Dame diefen Sah 
in einer größeren Gejellichaft felbft jagen Tieße. 

Da ift Bods Buch von den „Obermwäldern”, aus dem 
hohen Vogelöberg, eine jolide Sadye. Wie der junge Lehrer 
im Dorf unter den mwiderftrebenden Bauern eine Darlehn3- 
faffe gründet, wie dieje unter der Verwaltung des fpefu- 
lativ veranlagten „Krämers Karl" beinahe pleite geht, wie 
aber am Ende doch die Schwere der ewig fruchtbaren Erde 
das erregt pendelnde Menfchenhäuflein wieder ind Gleich. 
gewicht bringt, das ift mit reifer, ihrer Fähigkeiten und 
ihrer Grenzen fich gleicherweife bewußten Kunft getreulich 
dargeitellt. 

Mit ähnlich Hochftehender Heimatkunft, aber noch viel 
treuberziger und natürlicher, weil mit reichlidher Verwendung 
des Dialekts, erzählt Gorh Fod vom Schollenfifcher Klaus 
Mewes und feinem Sohn Klaus Störtebefer. Der nord» 
deutiche Feine Hybdriot ift gemalt mit der Kinderliebe Dtto 
Ernfts, dem Humor Fri Reuters, und doch Iebt au in 
ihm, wie der Verf. ſelbſt ſagt, Uhlands „Knab' vom Berge“ : 
„Bang dött id ne warın, ans komm id ne no See!" Um 
hübjcheften ift die Sache, wie er, mit größter Lebensgefahr, 
dem er nachreift, weil diefer ihm nicht „Abdjüft“ ge- 
agt hat. 

Didleibig, dilettantiich, verworren präfentiert fih Se- 
gejier von Bruneggs Geihhichte von der Bauernfamilie, 
die almählih in die Großinduftrie und damit in die Geld- 
ariftofratie hineinwähft. Das offenbare Talent des Verf. 
artet leider allzuoft in Uebertreibung aus; die Gegenfäte 
des modernen Lebens werden mit den grellften Superlativen 
geichildert, die Hauptthefe des Verf., die zu fein fcheint: 
Wir leben in einer großen Konfufion, wird fonfus vorge 
tragen, wa8 ja doch ein Afthetifches Mißverftändniz ift. Für 
den Traffen Stil des Verf. ein Beifpiel: Al ein Baftor 
feinen alten Vater, einen „Inorrigen“ Bauer, feine religi- 
dfen Zweifel offenbart und die Abficht äußert, fein Umt 
niederzulegen, raft, brüllt, fchäumt, tobt und mütet diefer 
und fchreit fchließlih: „De Friegft a paar fulche Gepfefferte 
iber'n Nifchel, daß de mit an ferchterlichen Gauffer drei 
Ellen in de Hehe huppft!" 

Ein Wenige von diefem Kraftmeiertum ftedt auch in 
Gottbergs Herm „von Radern“, dem deutichen Diplos 
maten mit der eifernen Sauft, „le terrible Radern”, wie ihn 
angebli die Franzofen nennen (gemeint ift wohl enfant 
terrible),. Biefe Kinogröße wird fogar mit dem böfen 
Eajtro in Venezuela im Handumdrehen fertig; kurz und 
erfolgreich ift überhaupt feine Devife, dafür ift er eben 
deutjcher Diplomat! Die Frau eines Kollegen, die ihn ver- 
führen will, läßt er abfallen, aber den Krieg liebt er über 
alles. Die Leiden (der anderen) Yafjen ihn ganz fühl: „Es 
ift Unfinn (!), von den Schreden des Krieges zu reden; ber 
Beritand jagt jih, wo man Holz Haut, da fallen Spähne.“ 
Der alte Blücher, der doh audh nit „zu den Halbs 
männden gehörte, die Romane fchreiben”, wie der Verf. 
diefeg Romans fo Ichön fagt, dachte darüber anders. Das 
Buch enthält aber, abgefehen von diefen zum Wideripruch 
heraugsfordernden Meinungsäußerungen, zahlreiche gute ob» 
jektive, 3. T. glänzende Schilderungen aus drei Erbteilen, 
aus Korea, wo die Japaner mit den Rufen zufammen« 
ftoßen, au3 dem genannten Venezuela und endlich aus 
Marofto. 

Die Theorie der „Lebensfreude” in Scapinellis 
Roman, die der Großinduftrielle Speih verzapft, ift nur 


— 1913. M 11. — Die [hd ne Literatur — 24 Mat. — 


188 


die Teichte philofophiiche Verbrämung einer guten Unter 
haltungstleftüre, deren Hauptinhalt die Liebesirrungen des 
genannten Speit mit der beinahe untröftlien Witwe eines 
Münchner Großbaumeifterd einerfeits, die Eheirrung des 
Urditelten Bet mit der Schaufpielerin Thefy andererfeits 
bilden. Das ift recht gefchict, fpannend und vielfach ge 
radezu vorzüglich erzählt. 

Auh Holms Stapellauf der „Germania“, auf der 
Werft der Herren Eybenhart, geht in jedem Sinne redjt 
glatt von ftatten. Später ftören zwar Sozialiften bezw. 
Anardiften den Betrieb, werden aber dur den Revolver 
einer gut fchießenden Dame gründlich ad absurdum geführt. 
Die Herren Eyßenhart können, ebenfo wie der Herr Berf. 
in Bälde einem neuen „Stapellauf” entgegenfehen, wie 
denn überhaupt auf der literarifchen Werft Deutichlands troß 
der jchlechten Zeiten die Stapelläufe jener gebrechlichen 
Papierichiffchen, die fich moderne Romane nennen, erichredend 
häufig werden. E3 ift mir bei einem längeren Aufenthalt 
in Srantreich fchmerzlich aufgefallen, daß dort die Mafjen- 
fabrifation der Titerariiden Durchfchnittäware noch Tange 
nicht diefe Höhe erreicht hat, wodurdh ein gewiljer Naum 
bleibt für die Literatur. Gustäv Jakob. 


Henere Kinodramen. 
J. 
Ausländiſche Films. 


Gegner der Kinokunſt werden den Kopf ſchütteln, wenn 
ſie in dieſem Blatte eine Beſprechung von Kinowerken finden 
und werden dies als eine Ueberſchätzung kinodramatiſcher 
Arbeit anſehen, weil dieſe mit Literatur nichts zu tun habe. 
Der Gegner des Kinos, die ſo denken, werden es aber immer 
weniger!), denn wir erlebten in letzter Zeit einen Auf— 
ſchwung in der Beſchaffenheit der Kinoſtücke, der die Be⸗ 
achtung der literariſchen Kritik ſehr wohl verdient. Neben 
ſehr vielem Unbrauchbaren, neben Fehlſchlägen und recht 
minderwertigem Zeug ſtehen doch bereits Werke, die man 
nicht als Quantité négligeable auch in literariſcher Hinſicht 
betrachten darf. Den ernſten Beſtrebungen, die hier ob— 
walten, fann e3 nur förderlich fein, wenn ſie in literariſchen 
Kreifen ernft genommen werden und wenn man der Film- 
Dramaturgie die Meinung der älteren Schweiter, der Tite- 
rariihen Dramaturgie, nicht vorenthält. 

Nun Tann natürlich aus der Fülle des Gebotenen nur 
einige8 Marfante herausgehoben und ein gewifler Ueber- 
blid nur in Auswahl gegeben werden. 

Bum befjeren Verftändnig mag man von vorn herein 
einige Gattungen aufftellen, die fi zum Teil wenigftens 
mit nationalen Cigentümlichkeiten deden. Wir Haben da 
die feit Ianger Beit geihäbten amerikanischen Silms, deren 
zwei Gipfelpuntte das Wild-Weft-Stüd und die Bunny 
Komödie find. Das Wild Weft-Stüd?) vereinigt die beiden 
Eigenfchaften, die mir für ein gutes Kinoflüd unerläßlich 
ericheinen, nämlich eine einfache are Handlung, verbunden 
mit eindrudsvollen Bildwirkungen, die ihrerfeit3 eines ges 
willen ethnologiichen oder geographifchen Intereſſes nicht 
ermangeln. Wenn dieje Art fich allmählich felbft erichöpft, fo 
bat fie jedenfalls nicht unbedeutende Werte bereits gejchaffen. 
Die amerilaniiche Komödie, deren Hauptträger der gewiß 
vielen befannte, wohlbeleibte Komiker Bunny?) ift, zeichnet 


; i des neuelten geharmifchten Artikeld von Zuliud Bab in 
er „Hilfe“. 
"s) Namentlich von den Filmfirmen „Bronho” und „Bifon“. 
8, Ztala-Filmtompagnie. 


189 


— 1913. 8 11. — Die [höne Literatur — 24. Mai. — 


1% 





fi vielfach durch einen ruhigen, nicht übertreibenden Humor 
aus, ließ allerdings in den legten Stüden, die ich fah, nad). 

Die Amerikaner haben namentlih auch ausgezeichnete 
Tierdramen gefchaffen, von denen das Stück „Könige der 
Wälder” !) fih als eine Hervorragende Finematographifche 
Leitung darftellte, die inhaltlih nicht anfpruchsvoll, Lite 
rariich alfo unbedeutend, aber bildnerifch überrafchend gut 
war, jo daß man es als ein volfstümliches, ergreifendes Stüd 
bezeichnen darf. Größere Ambitionen hat „Cleopatra“ mit 
der jchönen Helen Gardner in der Titelrolle, und manches 
Gute ift aus der Edifon-Compagnie hervorgegangen, ohne 
daß mir einzelnes Markante im Gedächtnis geblieben wäre. 
Doh kann und fol damit natürlich Fein abjoluter Mapftab 
angelegt werben. 

Eines gleichen Unjehens erfreuen fich die franzöfiichen 
Films, da auch dort feit Jahren ernjt gearbeitet wird. 
Gaumont und Path6 fröres beherrfchen feit langem und 
immer noch den Markt, und wenn fie auch, wie mir im 
ganzen fcheinen will, nicht Die inhaltliche Vertiefung pflegen, 
die neuerdings die befjeren deutjchen und italienifchen Film- 
ftüde zeigen, jo ift den Franzojen immer ein ficherer Ge- 
Ihmad nachzurühmen, der fie, wenn auch der Benfor feine 
Schuldigkeit tut, vor allzu großen Entgleifungen fchüßt. 
Namentlich die Komödien mit der reizenden Filmfchaufpielerin 
Suzanne Grandais fallen durch Natürlichkeit, Sicherheit und 
ungezwungenen Humor angenehm auf (z.B. „Hummer auf 
franzöfifche Art“, „Leo flirtet” und anderes). Eines ihrer 
neueften ernften Stüde („Geichieden vom Glüd”) war bildlich 
ausgezeichnet, inhaltlich nicht ohne Fehler, vor allem nicht 
ausreichend in der Motivierung. Denn obidhon man das 
finotaugliche Prinzip der Bewegung, des nicht rechtzeitig 
Eintreffens, für die dramatifche Kataftrophe benuste, fehlte 
biefem eben gerade die innere Notwendigkeit. Aus Gaumonts 
Schöpfungen find mir ferner zwei hervorragende Kinodramen 
in der Erinnerung geblieben: „Verkfungene Lieder”, das mit 
\höner poetifcher Wertung den natürlichen Stimmungszauber 
verwirklicht und einen aus der Natur und dem Schidfal gleicher- 
maßen herauswachlenden tragischen Ton findet, und „Ein 
Held der Feder”, ein Stüd, das bie Tragödie des Bud- 
ligen gibt und mit gefchicdter Betonung des Anfchaulichen 
den geiftigen Ehrgeiz in Kontraft zu der Lächerlichkeit der 
Seftalt fett. Das find Werke, die aus der Fülle des Kinos 
Hoff heransragen und, wenn man fie an einem Kinvabend 
zujällig trifft, für viele Nieten entichädigen, denen man ja 
bei dem heutigen Betrieb und der Garantielofigfeit der 
Programme nicht zuvor entfliehen Tann. 

Bon den nordifchen Films, die von dem internatio» 
nalen Bublitum fehr gefchäßt werben, wollen wir an biefer 
Stelle nur die befonderd berühmt gewordenen Afta Nielfen- 
Stüde nennen. Man hat ta Nielfen die allergrößte Ber 
wunderung entgegengebracht, man hat ihr aber ebenfo die 
Ihwerften Vorwürfe über Entgleifungen ihrer Darftellungsart 
gemacht. Es iſt wohl wahr, daß fie namentlich in ben 
früheren Stüden, die noch unter dänifcher Flagge fegelten, 
viel auf Senfation ausgegangen ift und e3 oft nicht vers 
mieden hat, mit einer ftarkfen Erotik zu liebäugeln. Uber 
wenn dies nicht gerade im Kino gefchähe, wo e3 jeder 
Bildungsflaffe des Volkes ohne Einfchränfung zugänglich 
it, fo dürfte man diefe Eigenart der Afta Nielfen eher 
als befondere Note Iobend nennen. Denn es ift wirklich 
eine darftellerifche Eigenart von außerorbdentlihem Meiz und 
ih bin der Anficht, daß die perfönliche Art der Afta Nielfen 
fe jelbft in den gewagteften Situationen nie unvornehm 
werden läßt. Dazu Tommt, dab die Stüde, die Urban 





1) SeligFilm. 


Sad für fie verfaßt, in der lebten Zeit immer beffer ge- 
worden find. Sie hat jebt ihren Wirfungskreis nach Deutjch- 
land verlegt, und ich will ihre neueren Arbeiten deshalb erft 
bei den deutichen Yilms näher betrachten. 

Viel von fich reden machen neuerdings bie italienifchen 
Films. Namentlih ift e3 der Film »Quo vadis?« nad) 
dem Roman von Sienkiewicz, der eine internationale Be- 
rühmtheit erlangt hat. Auch er ift natürlich nicht unange- 
fohten, und mancher Fritiiche Beurteiler erblidt darin nur 
Senfation und Nervenaufregung, ohne daß die erforberliche 
Naturtreue erreicht wird und vielmehr das grobe Geihüß, 
das in dem Roman von Sienkiewicz aufgefahren wird, 
nod) vergröbert erjcheint. Immerhin tft das Ganze eine 
erftaunliche Tinematographiiche Leiftung und, wenn ber 
Roman einmal da ift, darf man es als Illuſtration 
jeher wohl gelten laffen. Wie ein Buchroman aber auch fei: 
dur Finematographifche Darftelung Yäßt er fich natürlich 
niemal3 erjegen und es fragt fih, ob man nicht davon 
ablommen jollte, Buchdramen und Romane zu verfilmen, und 
lieber nur die Gegenftände, die fich für Tinematographifche 
Wiedergabe eignen, ohne Rüädficht auf ein beftehendes Werk 
der Literatur im Sinne der Fünftleriichen Anforderungen 
des Kinos Tomponieren follte! Eine reinere Lünftlerifche 
Wirkung würde dann jedenfall erreicht. Die Staliener, 
bon denen wir ja bier fpredhen, haben es in einzelnen 
neueren Gefellichaftsitüden bewielen, daß fie Elar aufgebaute 
und zielfichere Kinoftüde zu verfaffen verftehen (3. B. „Mes- 
alliance*, „Qater" von Ermete Bacconi und „Gewitter 
ftürme”, um nur ein paar der neueren zu nennen). Ge 
rade in diefem lebten Stüd, in dem es fih um die Liebe 
einer Yrau zu dem Bruder ihres Mannes handelt, ift der 
jeelifche Konflift von Unfang big zu Endefolgerichtig aufgebaut, 
durchgeführt und gelöjt und zwar mit einer Eindringlichkeit 
der äußeren Anfchauungsmittel, daß Tein Yweifel über die 
innere Wahrheit des Gebotenen bleibt. Leider hatte die 
Benfur einige wichtige Stufen der Entwidlung beraus- 
geichnitten und auch einige zur Verdeutlichung dringend 
notwendige Worte durch zahmere Worte, die aber den Sinn 
der Sache nicht treffen, erfegt. Diefe Praxis der Benfur 
ift bedauerlih in Werfen, die ernjt genommen zu werden 
verdienen und die man ja von vorn herein für Kinder 
vorftellungen verbieten Tann. Nur die gegenwärtig über- 
triebene moralifche AUngft, die über dem Kino waltet, 
fann derartige unfünftlerifche Verfügungen der Benfur er 
klären. 

Es ließe ſich ſelbſtverſtändlich noch vieles über die Eigen⸗ 
arten der ausländiſchen Films und über einzelne Leiſtungen 
unter ihnen ſagen, doch fehlt Hier der Raum dazu. Sr 
einem weiteren Artikel follen dann die deutichen SKinoftüde 
furz überblidt werden. 

Um es hier gleich zu betonen, ift in diefem Weberblid 
natürlich nur das hervorgehoben, wa8 über dem Durch 
chnitt fteht und befonderer Beachtung wert if. Das Tiegt 
in der Natur der Sade. Denn es it an diefer Stelle 
nicht erforderlih, die fo vielfach jchon gegeißelten Yus- 
wüchle des Kinos und die fchlechten Kinoftüde, die Teiner 
erniten Rritil Stand halten, noch einmal tot zu fchlagen. 
Denn gerade aus diefen wollen ja die bejjeren Kinotheater, 
die ung Titerarifch überhaupt etwas angehen können, mit 
Macht Herausfommen, während mir dag Programm der zu 
tiefft ftehenden Kientöppe im einzelnen durchaus unbelannt 
ift und ebenjo wenig der Kritit zugänglich fit, wie bie 
Schunbdliteratur hors de concours bei der literariichen Kritik 
fteht. Viel ift e8 aber allerdings nicht, was einem dauernd 
oder nur längere Beit im Gedächtnis haften bleibt, wobei 
freilich zu beachten ift, daß au ein reger Kinobeſucher 


191 


— 1913. 3 11. — Die [Hdne Literatur — 24 Mai. — 


192 





manches Gute zufälligerweife nicht fieht und deshalb dar- 
über nicht reden Tann. Die belehrenden Films, die Tages- 
bilder und die tollen (und oft törichten) Burlesfen fcheiden 
bei unferer Iiterarifchen Betrachtung ja jowiejo aus. 
Alexander Elster. 


Hranfführungen in Breslau und Frankfurt a. M. 
Eufenberg, Herbert, Das Geheimmittel (Panfanabum). Ein rührendes 
Quftfpiel in einem Alte. 
Uraufführung im Lobetheater zu Bredlau am 10. Mai 1913. 


Das in einer Upothele eines „richtigen Klatjchneftes“ 
fpielende Stüd bildet den dritten der vier Einalter, die 
Eulenberg unter dem Titel „Ernfte Schwänfe“ (Leipzig, 
1913, Wolff, S. 51—83) nach dem unerreichten Vorbild der 
Schnitlerichen Einafterreihen zufammengeitellt hat. Nach der 
biefigen Uraufführung, bei der übrigens infolge ded nahen 
Sclufjfes der Spielzeit von Seiten der Darjteller und Regie 
alles gefchah, das Stüd um feine Wirkung zu bringen, muß 
man gejtehen, daß Leipzig und Königsberg jehr gut daran 
taten, ala fie ihre Aufführungen der „Ernften Schwänte* 
auf die Nummern 1, 2 und 4 beichräntten. Der Prolog 
verfündet, die „vier luftigen Stüde“ (eine dem Titel felbit 
widerfprechende Bezeichnung) feien „recht au8 dem Rüden 
unferer Beit geichnitten”. Aber den dritten Schwanf hätte 
ohne weiteres Kobebue gejchrieben Haben fünnen. Ein Apo- 
tbefer fommt, um feine äußerft jhmalen Einkünfte zu ver- 
beffern, auf den Einfall, jelber ein Allheilmittel zu fabri» 
zieren, das er al8 Sendung des nad) Umerifa ausgewanderten 
Ontel3 feines furdhtfamen Provifors Jeremias ausgibt. Auf 
Drängen bes Kreisphufilus geiteht Jeremias den Schwindel 
ein, wa8 dem Apotheker Anlaß zu einer flammenden, bier 
jedoch völlig unberechtigten Standrede gegen die allzuvielen 
Vorichriften und Gefeßesparagraphen in Deutichland gibt. 
Da der Upothefer indefjen zu den Honoratioren des Städt« 
chend gehört, beichließen Kreisphyfilus und Bürgermeifter, 
die ganze Sadhe zu vertufchen, und Seremiag erhält die 
brieflihe Nachricht, daß fein amerikanischer Erbonfel im 
Urmenhaufe geitorben fei. Wären nicht manche der Reime, 
in deren Anwendung Eulenberg überhaupt Gewandtheit und 
Humor beweift, fehr luftig, jo würde man den Humor ebenfo 
wie den Ernft in diefem dritten Einakter vergeblich fuchen. 
Auch beim ftärkiten Glauben an Eulenbergs Begabung konnte 
man e3 den Bujchauern nicht verübeln, daß fie das fchlecht 
geipielte Stüd auszifchten. Max Koch. 


Hermann, Georg, Jetichen Bebert. Schaufpiel in fünf Akten. 
— im Schauſpielhaus zu Frankfurt a. M. am 10. Mai 


Wer das ſtille Jettchen Gebert und die übrigen Ge— 
ſtalten aus dem Roman Georg Hermanns kannte, mußte 
von vorne herein um das Daſein Jettchens auf der Bühne 
Sorge tragen. Und nun hat es ſich bei der Frankfurter 
Uraufführung am 10. Mai klar und deutlich erwieſen, 
daß man dem Roman laſſen ſoll was des Romans und 
dem Drama was des Dramas iſt, daß man nicht ungeſtraft 
eine Form in die andere gießt, zumal bei einem Profa- 
werk, das wie „Jettchen Gebert“ in üppiger epiſcher Breite 
angelegt iſt und das ſeine beſonderen Feinheiten gerade in 
einer eingehenden Milieuzeichnung und einer liebevollen 
Kleinmalerei aufweiſt. Die Bühne verlangt Bewegung und 
Handlung. Hier aber iſt alles behagliche Zuſtandsſchilde—⸗ 
rung, die man wohl als willkommene Beigabe auch auf 
dem Theater gerne ſieht, nicht aber als ausſchließliche Haupt⸗ 
ſache, fünf lange Akte hindurch. Die erſten vier ging das 


Publikum trotz der vielen ermüdenden Längen willig mit, 


weil man ſehr wohl an einer Reihe von ſtimmungsvollen 
Einzelheiten, an manchem guten Wort und an vielen fein- 
gefchliffenen dichterifchen Wendungen feine Freude Haben 
konnte. E83 Hatichte jogar mehrfach Beifall, jo daß der 
anweſende Verf. fih einige Male zeigen Tonntee Dann 
aber folgte der Schlußaft, und diefer zeigte deutlih, daß 
das Schaufpiel, ald Ganzes betrachtet, ein mißglüdter Ver⸗ 
fu war. Hier, auf dem Hochzeitsfeite Jettchens und Julius 
Sacobys traten bie dichterifchen Feinheiten merklich zurüd 
Hinter einer unerquidlihen Fülle von draftilchen und pein- 
lihen Einzelheiten; der jüdifche Wit überwucherte, und ber 
Gegenfab zmwifchen der berechnenden jüdischen Sippe ber 
Sacobys und der ganz anders gearteten der Gebertö wirkte 
allzu krab. Auch die Szene, wo Settchen die ganze Situa- 
tion nicht mehr erträgt und hinausftürzt, wirkte auf der 
Bühne zu theatralifch, kurz, e3 war ein Verlegenheitsichluß, 
der denn auch verdientermaßen fein Berjtändnis bei Den 
Zuhörern fand. Man zifchte vernehmlich und begrub das 
Drama von „Settchen Gebert" fang- und Hanglod, troß 
der hervorragenden Darftellung. Richard Dohse. 





Lyrik, 


Berrim, Urih C. F., Erfte Ernte. 
Leipzig, 1912. I. Singer. (68 ©. 8.) 


Merten, Hınd M., Mitteruachtöfoune. Gedichte. 
(123 ©. 8.) #4 2, 50. 


Mannswörtd, Jofef Maria, Bhantafie und Herz. Eine Auswahl 
von Grdihten und Liedern. Evd., 1912. (155 ©. 8) 4 2, 50. 


W., — v. Sagen der Muſelmänner. Ebd., 1912. (106 ©. 8.) 
42. 


Gedichte. Straßburg und 
#41. 


Ebd., 1912. 


Seiner diefer vier Lyriler verdient eine längere Be 
Iprehung. Inhalt und Form ihrer Lieder find (mit Aus⸗ 
nahme des Anonymus) althergebracht und ohne Träftige 
Eigenart; aber ſelbſt bei G. v. W., der ſeinen orientaliſchen 
Sagen ein prunkvolles und ſeltſames Versgewand zu weben 
ſucht, reicht die ſprachliche Fertigkeit bei weitem nicht aus, 
bleibt das Vollbringen hinter dem Wollen bedenklich zurück. 
Die meiſte Empfindung verraten noch ein paar Verſe 
Perrims, obwohl auch deſſen „Erſte Ernte“ viel taube 
Aehren enthält; aber das ſchmale Bändchen empfiehlt ſich 
immerhin durch ſeine Anſpruchsloſigkeit und ein ehrliches 
Ringen, den oft ſchwerflüſſigen Gedanken die rechte Geſtalt 
zu geben. 

Was dagegen Merten und Mannswörth an Bana- 
tät der Einfälle und Farbloſigkeit herkömmlicher Stim⸗ 
mungen zu bieten wagen, ift erjtaunlich naiv, noch naiver 
der ftete Mißbrauch der Reime. Befonder8 Dannsmwörth 
Iheint feine Uhnung davon zu haben, daß Reim Gleidy 
Hang bedeutet; er jchwelgt geradezu in Mißtönen und greu- 
lichen Härten, und wenn es fich wirklich einmal bei ihm 
reimt, dann find es ficher nur die altehrwürdigen Wort. 
fippen Liebe— Triebe, Bruft— Luft und ihre nächiten Un- 
verwandten, mit denen ein gejchmadvoller Dichter doch Heute 
feinen Umgang mehr pflegen dürfte. Auch mit der Gram- 
matif fteht Mannswörth, der in ber Anordnung feiner 
„Auswahl“ (mie muß erjt die Gefamtmaffe fein!) jehr an- 
pruch8voll tut, zuweilen auf gejpanntem Fuße. Es fol 
gern zugegeben werden, daß fich bei Merten auch allerlei 
glatte und jaubere Gedichtlein finden; aber ift e3 denn 
wirklich nötig, das hundertmal Gefagte und Gereimte wieder 
zu reimen und gar druden zu laffen? PBerrim fcheint ja 
eine Entwidlung zu veriprechen, aber auch er muß erft das 
Inſtrument feiner Runft, die Sprache, beherrfchen Lernen. 


193 


Es i ſeltſam: ein Muſiker würde nicht wagen, öffentlich 
anfzutreten, bevor ex nicht zum mindeften fehlerfrei zu jpielen 
verfteht, aber unjere Dichter muten ihrem Publitum zu, 
ihre erften ftolpernden Gehverfuchhe mit anzufjehen; fie ver- 
ewigen ihre Iyrifchen Ererzitien und Sfandierproben in 
Druderihwärze, ohne fi erft die Mühe zu nehmen, die 
einfachfte Technik ihrer Kunft mwenigftens äußerlih zu er- 
lernen. 

Der Berfaffer der „Sagen der Mufelmänner" will durch 
feine Dichtungen, wie e3 in der Vorrede Heißt, „eine größere 
Wertichägung der Mufelmänner” erweden; gewiß eine löb- 
liche Abficht in den Zeiten des Ballantrieges. Dabei find 
aber die gewählten Motive mit einer fol” mortreichen 
Breite behandelt und meift von fo rührender Harmlofigkeit, 
daß man, von wachjjender Langeweile gelähmt, da8 Buch) 
nur mühfam zu Ende lejen Tann. 

Alexander Pache. 


Heidenfiam, Berner von, Gedichte. In einer Auswahl übertragen 
sn Stieve. Berlin-Wilmerddorf, 1912. (76 ©. 8.) 4 3; geb. 
Ueberfeßungen ausländifcher Lyrik bedeuten faft immer 
einen Berfuh am untaugliden Objelt. Das geht mit 
Heidenftams „Bedichten” auch fo, obwohl diejer Dichter 
inhaltlich ftarf fefjelt. Uber der Zufammenklang von Sinn, 
Rhythmus, Klang und innerer Form fehlt, muß fehlen. Der 
Ueberjeter jteuert eine gute, vielleicht inhaltlih zu betonte 
Einführung bei: ed wäre interefjanter, Hiftoriihe und for 
male Daten zu geben. Die Ausjtattung ift gut und eigen- 
artig. Rolf Gustaf Haebler. 


Sauby, Alice Freiin v., Lebenshöhen. an Balladen und Lieder. 
Leipzig, 1912. Georg Wigand. (155 ©. 8.) MH 2, 50. 


reitag, Pauline, Sefammelte Gedichte, Leipzig, 1912. 2. Hirfch. 
u ©.8) 41,80. * ß 


„Lebenshöhen“ nennt Alice Freiin von Gaudy, eine 
unſerer weitbekannten und geſchätzten Dichterinnen, ihre 
neueſte Sammlung balladenartiger, lyriſcher und lyriſch⸗ 
epiſcher Versſchöpfungen. Faſt durchweg charakteriſiert ſie 
ſich damit wieder als Meiſterin kraftvoller, ausdrucksreicher, 
ſpannungsfriſcher und bedeutender Handlung. Sprache und 
Reim ſind gleichfalls Beweiſe eines reifen, gewandten und 
ſtimmungsſicheren Talentes. Ihre Stoffe ſchöpfte die Dichterin 
aus verſchiedenſten Quellen. Außer den fünf Stücken, die 
„vom großen König“ Friedrich II handeln, erwähne ich 
die „lübeckiſchen Sagen“, die „Kynaſtſagen“ und die „weſt—⸗ 
fäliſchen Sagen“. Eine gute Leiſtung in der Reihe der 
anderen Balladengaben iſt z. B. „Die Glocke von Dunbar“. 
Auch in dem Kapitel „Bilder und Träume“, das Objektives 
und Subjektives umfaßt, trifft man recht tüchtige Vers— 
ſchöpfungen. 

Die „Geſammelten Gedichte“ Pauline Freitags haben 
keinen literariſchen Wert. Das dem Büchlein beigefügte 
Bildnis der ältlichen Verfaſſerin zeigt, daß dieſe ihre „Poeten⸗ 
perſönlichkeit“ und deren Schöpfungen für recht bedeutend 
hält. Wilhelm Müller-Rüdersdorf. 





Hebertragungen nordifcher Erzähler. 


Kol, Ange von, Der Weg burd, die Nat. Erzählung. Berech⸗ 
tigte Uederfepung aud dem Dänifchen von M., Mann. Frankfurt 
.M., 1912. Rütten & Loening. (291 ©. 8.) AA; geb. MB. 


Yürgenfen, Jürgen, Die große Expebition. Ein Kongoroman. 
— —— — von ſ. Kiy. Ebd., 1912. ( ©. 8.) 


4; geb. 


— 1913. M 11. — Die Ihöne Literatur — 24. Mai. — 


in der Verzweiflung das Kind tötet. 


194 


Ehreneron-Kipde, 4 , Miee Monbergs große Tage. Autorifierte 
Ucberfegung aus dem Dünifhen von 8 Leski Leipzig, 19182. 
Merſeburger. (182 S. 8.) # 2, 25; geb. #4 3 


Skjoldborg, Johan, Sara. Die Gefhichte einer giche, u, 
aus dem Dänifchen von 2. Heldt. Ebv., 1912. (173 © 

Lieblein, Severin, Der Tette feines Geſchlechts. Die et 
einer Jugend. Heberfegung von PB. Klaiber. Ebd., 1912. 
A 2, 50. 

nen: Karin, Tren wie Gold. Aus dım — 53 
1912. S. Fiſcher. (1415 S. 8.) 4 1; geb. 4 1, 26. 


Bijörnfon, Björnftierne, Legenden. Deutih von Riels Hoyer und 
Di von Bumppenberg. Münden, 1913. Sg. Müller. (138 ©. 8.) 


Berlin, 


Larfen, Karl, Der fpringende Bunt. Ucherfegung von 9. Ben 
a %. Jacob« ann Berlin, 1912. Geis. U 
M 2 


DaB Buch von Uage dv. Kohl erzählt von einem Mann, 
dem vor zwei Jahren feine über alles geliebte Yrau ver 
gewaltigt und getötet wurde und der nun dem Mörder 
gegenüber geftellt wird und eine feltfame Wandlung erfährt. 
Während in ihm bis jebt das Yurchtbare jener Tat nicht 
im Bewußtjein gelebt Hat, bricht e8 nun mit elementarer 
Gewalt hervor, in einer viflonären Erregung glaubt er fich 
auf den Mörder einftürzen zu fehen, und als er dann am 
andern Morgen in Wirklichkeit jenem Kerl gegenüberfteht, 
da erlebt er, was bisher in ihm nur philojophifch-theoretifche 
Ueberzeugung war: daß alles, Gut und Böfe, einen not 
wenbigen und finnvollen Zufammenhang Hat. Und dies 
ift feine Erlöfungg. Man fann inhaltlih natürlich fehr 
verfchiedener Meinung fein, aber anertennen muß man un. 
bedingt die ganz außerorbentlihe Kraft und Gewalt ber 
Darftelung. Die Piychologie (des allerdings hierfür dank 
baren Stoffes) ift zuweilen von grandiofer Wucht; auch Die 
Ueberjeßung fcheint vortrefflich zu fein, nirgends empfindet 
man Unklarheiten und Unficherheit in der Ausdrudstraft. 

An die Wildnis des Kongogebiets führt und „Die große 
Expedition” von Zürgenfen und in den beißen Kampf, 
den Europa und feine Bivilifation fämpft um jenes Stüd 
Erde. Wir erleben (augenfcheinlich auf genaue, felbft an 
fich erfahrene Erlebniffe gegründet) von dem fernen Helden» 
tum derer, die aus den mannigfadhften Gründen Ruhm 
ober Vergefienheit oder Ereignis in den unbelannten und 
gefährlichen Urwäldern Afrikas fuchen. Wber damit ift noch 
lange fein „Kongoroman”, fein Kunftwert gegeben; erft 
dadurd, dab die Menichen in und über den Gefchehnifien 
ftehen und in ihnen ihr erfüllendes Schidfal finden, wird 
die bloß Stofflich intereffante Erzählung zum gefchloffenen 
Dichtwerl. Und gerabe dies ift mit eindringlicher Kraft 
geftaltet. Ä 

„Mieze Monberg3 große Tage“: das find all die vielen 
Ihönen und reichen Tage einer Kindheit, die jo ober fo 
jeder Menfch erlebt, mit gleicher Kraft und gleicher Inner- 
lichfeit wie die Feine Heldin diefeg Buches. Herzlich und 
mit reifer Geftaltungstraft hat die Verfafferin, A. Ehren- 
erons»Ridde, biefe Erzählung geichrieben, die ich befonders 
als Lektüre für beichaulich veranlagte Kinder über 10 Jahren 
empfehlen Tann. 

Stjoldborgs Buch trägt ben Untertitel „Die Ge- 
chichte einer Liebe”. Es ift nichts neues, was da erzählt 
wird: daß ein reicher Bauernfohn die Liebe einer Magd 
nimmt, fie und ihr Kind verläßt und daß die Mutter dann 
Darin liegt der, 
übrigens nicht fehr bedeutende, Wert des Buches nicht. 
Sondern in ber durchaus fympathiihen Urt, wie die Er 
eignifje mit dem Drum und Dran des Milieus erzählt 
werden. Aber e3 muß andererjeit3 gejagt werden, daß bie 
Piyhologie und die ganze Form Durchichnittäbegabung. er 


195 


fennen läßt und daß infolgedeflen die Notwendigteit diejer 
Uebertragung in Frage geftellt werden Kann. 

Lieblein erzählt von einem ungen, der unter den 
nicht alltäglichen Verbältniffen eines oben im Norden Nor- 
wegens gelegenen großen Gutes aufwädft.e Das Bud) ift 
in mehr als einer Hinficht intereffant: und es fcheint mir, 
al8 ob die Augendgefchichte dem Verf. nur der notwendige 
Unlaß wäre, um über allerlei andere Dinge zu fprechen, 
die in Natur und Menfchen jener Gegenden feit je eng 
und abjonderlih verankert find. E8 ift eine eigenartige 
und für ung „tultivierte” jehr Iehrreiche Welt, Die ung der 
Dichter in diefem Buch entgegenhält, eine Welt ftarker Ur⸗ 
Iprünglichkeit und echten Menfchentums. 

Um die eheliche Treue des Vaters zu bewachen, geht Regine, 
die Heldin des Romans von FE. Michaelis, mit ihm auf See. 
Und esilt ein halbironijches, halb traurige Spiel des Schidfalg, 
daß fie, die den Vater halten will, dadurch fallen muß. Sn 
diefer Gegenbemwegung Liegt ficherlich ein großer artiftiicher 
Neiz; und es bedeutet nicht mehr und nicht weniger als 


ein Lob, wenn man im Technifchen mit den: Buch zufammen- . 


geht. Uber ein anderes ift, ob man im ganzen mit dem 
Roman einverftanden ift. Und da jcheint mir das Problem 
Doch nicht tief genug angepadt: e3 fehlt die mitreißenbe 
Geberde der innerlihen Nähe und es bleibt darum mehr 
der Eindrud de3 Konftruftiven als des DOrganifchen. 

Den Stoff zu ben „Legenden“ verbantt Bijdrnfon 
Victor Hugo. Wber unter feiner Hand ift aus diefen Legen- 
den doch etwas mehr geworden, als nur Dolmetjcherarbeit. 
Daß wir erft heute die feinen und gerundeten Beilen zu 
lefen befommen, hat feinen Grund darin, daß B. fie zu 
Lebzeiten nicht herausgeben wollte und darum erft jet 
eine Veröffentlihung möglid wurde. Die Ausftattung ift 
ausgezeichnet, große und fräftige Typen wahren jehr jchön 
den Charakter der Erzählungen. Eine vielleicht etwas über- 
Ihwängliche, aber fein nachfühlende Einleitung bat Niels 
Hoyer vorangeftellt. 

Das Buh von KR. Larjen enthält zwei Novellen, bie 
inhaltlich” manche Wehnlichkeit haben, ohne Wiederholungen 
zu bedeuten. Die erfte fchildert das Ende eines Mannes, 
ber als Kaflierer einer Bank Veruntreuungen begangen hat, 
die nun entdedt werden. Sn den Inappen Raum von ein 
paar Stunden ilt bier ein Leben bineingepreßt und mit 
fehr feiner novelliftifcher Kraft gegeben. Wielleicht Hätte 
: die Veberjegung ftiliftifch noch etwas mehr die ruhige Linie 
des Ganzen betonen und auch in der Gefte des Erzählten 
das ftilifierend Konftruftive der Novelle deutlicher geftalten 
dürfen. Um fo mehr enttäufchte die zweite Novelle. Gie 
ift in der Form und im Inhalt unklar und lange nicht 
gefeilt genug, um als Kunft wirken zu können. Schade; 
denn die erfte Novelle machte einen Haren und gelonnten 
Eindrud. Rolf Gustaf Haebler. 


Sanlland, Andreas, Eli vom Schwarzwaſſer. Deutſch von Quife 
Wolf. Berlin, o. 3. (1912). rel under. (7868) #2; 
geb. .# 3. 

Der Gelft der nordiihen Sagas ftrömt ung aus diefem, 
bon Luife Wolf talentvoll überfegten Roman entgegen. 
Eigenartig wunderbar, graufig wild, fpufhaft und fpannend 
feffelt und Haufland in den Bann des Gtaunend, Be 
wunderns und Miterlebend vom Anfang bis zum Ende. 
Seine Sprade ift Inapp begrenzt und troßdem reih an 
farbeniprühenden Bildern. E3 gibt Leine Farbe, feinen 
Ton der Sprache, den H. nicht Yennt, und feine Werke zu 
Iefen ift ein Genuß. Sie find anziehend wie die gejamte 
nordifhe Kunft, und etwas Urkräftiges, etiwas Göttliches 
liegt in ihnen, da8 und immer wieder zu ihnen Hinziebt. 


— 1913. 11. — Die [höne Literatur — 24. Mai. — 


196 


Bon H.3 Schaffen möchte ich jagen: Er findet im Fleinften 
Punkte die größte Kraft und Iegt ins Eeinfte Werk bie 
höchſte Kunſt. Carl Thelen. 





Beitfihriften, 


Dad Bayerlaud. Aluftrierte MWochenfhrift für Bayernd Land und 
Bolt. Hob. v. 3. Weiß. 24. Jahrg, Rr. 30/31. Münden. 

nh.: (30.) 8. Maffinger, Die Geihichte vom Oberft Qumpusd 
in Münden. — Elifabett Schanderl, Henriette Adelaide von Sapoyen, 
Kurfürftin von Bayern (1652—1677). — H. A. Ried, Bor und früß- 
gefhichtliche Funde des Jahres 1912 in den drei altbayerifchen Kreifen 
und Schwaben. — Fr. Frank, Ueber einige flaviihe DOrtönamen 
Dberfrantene. — 9. Holland, Eebaftian Habenfhaden. — Weber- 
baus in Augsburg. — F. Solleder, Siegmund v. Riezler. — (31.) 
A. Ritter, Der Pfalzreife ded Prinzregenten gewidmet: Zum Bill- 
tomm. — 3 Weiß, Eine Pfalzreife vor WO Fahren. — 8. Pohl 
mann, Die Pilgerreife de Herzogd Alcrander von Zweibrüden nad 
dem heiligen Lande 1495/%6. — ©. v. Böhm, Chriftian IV, 
der Große, von Pfalz-Zweibrüdn. — U. Beder, Piälzifhes aus 
England. — Derf., Der Erbauer des Zweibrücker Herzogsſchloſſes. — 
Chr. Böhm, Pfälzifhe Matonnenftatuen. 


Der Brenner. Halbmonatsfchrift, hub. von L.v. Fider. 3. Jahrg., 
Heft 15. Inndbrud, Brenner: Berlag. 

Snh.: &. Dallago, Der große Unwiffende, V: Wintertage. — 
Bil Scheller, Berfuh über Lyril. — M. Sailo, Das lepte Ziel. 
— Martina Wied, Romane der Lrbendmitte. — Karikaturenfolge 68: 
Mar v. Efterle, Profeffor Dr. Johann Loos. 


Bühne und Welt. Red.: 5. Stümde. 15. Jahrg., Rr.15. Leipzig, 
G. Wigand. 

Inh.: H. Nentwig, GEefahren des Theaters in der Franzoſenzeit. 
— A. Neißer, Opernſaiſon an der Riviera. — O. Geller, Friedrich 
Bafıl. — VW. Turszinfty, Don den Berliner Theatern 1912/13. 16. 
— U. Lindner, Bon den Hamburger Theatern 1912/13. — Ludwi 
Klinenberger, Bon den Wiener Theatern 1912/13. 11. — Sofe 
Neitler, Die Wiener Hofoperntrife. — Ed. Trapp, „Parfifal“ in Zürich. 


Die Chronik. Bormald „Das literarifche Deutf-Defterreih". Wiener 
Wochenſchrift. Schriftl.: %.Schlein-Sapille. 16. FJahıg., Nr. 642 
und 643. Wien. 

Snh.: (642.) St. Liht, NRüdwirkung der Ballanfrife auf die 
MWirtichaftspolitit Defterreidh-Ungarnd. — FFreilager in Salonili. — 
Bortrag über die „Adria“ mit Bezugnahme auf die am 30. April I. I. 
zu cröffnende Ausftelung. — (643.) R. Riedl, Die wirtfhaftlichen 
Zuftände Dalmatiend. — Adriafahrten. — %. Karminsti, Trieft ale 
öfterreichifchee Handeldemporium. — Der Gewinn der Adria-Ausftellung. 
— Berger, Die militärpolitifche Situation der einzelnen Ballan- 
ftaaten nad) dem Balfanlriege. 


Daheim. NRed.: PB. D. Höder. 49. Jahrgang, Nr. 32/33. Leipzig, 
Delbagen & Klafinp. 

Ind.:(32.) FriedrihHuffong, Bredlauer Spaziergänge. — Muſiker⸗ 
filfouetten. — Die erfte Berliner Mufiffeftwohe. — Gabriel von 
Seidl +. — Erih Schmidt u. Gedächtnis. — Ein ſeltenes Jubiläum. 
— (32/33.) W. Kogde, Wilhelm Dromerd Siegesgang. Eine Lebens⸗ 
efhichte. — 132.) Du bift wie eine Blume. Eine Plauderei über 
A aucnamen. — Frida Schanz, Burg Perfen. Zagebudblätter. — 
Lene Haafe, Die märkifchen Lienowd. Roman. (Schluß) — Ada 
von Gersdorff, Erinnerungen. — (33.) Zur filbernen Hochzeit des 
Prinzen Heinrich von Preußen. — Die jüngfte Nationalität in Europa. 
— Tatoͤl, ein griechifches Königsidyl. — Künftlerifhe Schügenjdeiben. 
— Schulpforta. Zur Gedädhtnisfeier der alma mater Portensis. — 
Die Leipziger Baufah-Ausftellung. — Eine wertvolle jüdweftafrifanijche 
Farm. — Ferdinand Pfohl, Rihard Wugner, der Befreier. — Buftav 
Manz, Drei Frauen. — Carry Brachvogel, Joſefas Glück. Er- 
äblung. — Dtto E. Artbauer, Köder und Wirklichkeit. Ein Kapitel 
rembenlegton. 


Das literarifde Ede. Hrögbr.: E. Heilborn. 15. Sahrg., Heft 16. 
Berlin, Seifen & 6». 

Inh: 8. Feuhtmanger, Koften und Preis der geiftigen Arbeit. 
— Karl Goldmann, „Zar. — Willy Rath, Elara Biebigs Alt- 
berliner Roman. — Kite Müller, Zrifhe Voltdlieder. — H. Ume» 
lung, Neues von Clemens Brentano. — W. Hegeler, Der lebte 
Taler. — B. dv. Molo, Dramatifhe Strategie. — Edwin Rollett, 
Eine Eilhouette Saphir von M. v. Schwind. 





197 


Eckart. Gin deutihes Literaturblatt. Shriftl.: W. Fahrenhorft. 
7. Sahra., 7. Heft. Berlin. 

Snh.: H A Krüger, Die deutfche Kiteratur vor 100 Jahren. 

— A. Bien, Sören Kierfegaard und Regine Difen. Zur 100. Wieder 

fehr von Kierkegaardd Geburtdtag. — H. Bethge, Theodor Stormd 

Augendiyrit. — U. Biefe, Erinnerungen an Heinrich Seidel. (Schi. 

— E. Ackerknecht, Neue Erzählungstunft. 6. — Timm Kröger, 
BWieb Mutden. Novelle. (Schl.) 


Die Erenzbsten. Hrögb. von ©. Gleinomw. 72. Zahıg., Rr. 18/19. 
Berlin, "Berlag der Grenzboten. 


Snh.: (18) W. v. Maffow, Nah dem Fall von Skutari. — P. 
Haud, Nihard Wagnerd Parfifal. — An ver Wiege des Königreiche 
Rumänien. — (18/19.) 8. Federn, Der vorfichtige Freier. Novelle. 
— (18) $. Friedridh, Gobincaus Renaiffance in altem und neuem 
Sewande. — ©. Gleinow, Die deutfhe Rheinmündung. — (19.) 
Derf., Krupp. — H. v. Dirkfen, Srundlagen ded Y$mperialismus. 
— M. Soldftein, Niepfhe und fein Biograpf. — 4. Hellwig, 
Kriminaliftifche Snftitute. — M. Adam, Briefe aus der Frühromantit. 
— %. Badomw, Der Kampf gegen dad Opium in China. 


Sammer. Parteilofe Zeitfchrift für nationales Leben. Red.: Theod. 
Fritfh. 12. Yabıg., Nr. 261. Leipzig, Fritich. 
Inh.: F. Roderich, Die Tridd der Warenhäufer. — Shöler- 
mann, Don deutfcher Schulbildung und perfönlicher Erziehung. — 
Der Kaifer und tags Dffizierforpd. 2. Bon cinem Snaftiven. 


Die Heimat. Monatsfhrift d. Vereins z. Pflege der Natur u. Landes- 
funde in Schledw.-Holftein, Hamburg u. Lübed. 23. Fg., Nr. 5. Kiel. 

Inh.: Henge, Die Höhle im Segeberger Kalkberg. (Mit Bildern.) 
— Glafen, Was die Neuftädter Kirchenbucher aus der Kriegdzeit vor 
100 Zahren berichten. — Sud, Das Dldedloer VBogtding in den erften 
Fahrzehnten ded vorigen Fahrhundertd. — Harder, Die ältere Grab» 
maltunft in EchledwigsHolftein. 1. (Mit Bildern.) — Clausſen, Das 
Boitweten Schledwig-Holfteind vor 100 Jahren. — Karftens, Bur 
un Dagglöbner. 2. — Philippfen, Die Land- u. Eüßmafjerfchneden 
der nordfriefiihen Infeln. — Meder, Die Schmetterlingsfauna bes 
Rmdöhurger Kreifed. (Mit Bildern.) — Meyer, Plattdeutfche Sprid- 
wörter und Redensarten. 


Hochland. Monatsfhrift für alle Gebiete des Wiſſens, der Literatur 
u. Aunft, brög. v. 8. Muth. 10. Jahrg. 8. Heft. München, Köfel. 
Inh.: R. Saitfhid, Zofef Börred. Eine Eharafterfchilderung. 
— 8, Lingen, Marte Sclichtegroll. Roman. — 3. Mumbauer, 
Sören Kieikegaard. — Mar Schwarz, ®igantifhe Bauten. Im 
pieffionen aus Rom. — H. Ö rauert, Zum Regentenwechfel in Bayern. 
— Martin WBadernagel, Hand Holbeind Madonnendarftellungen. — 
E.S5hmig, Zum 100. Geburtstag Rihard Wagnerd. — P. Paulin, 
Paul Elaudel und das neue Drama. — F. Herwig, Neue Romane. 
— Das deutiche Heer ald Kulturfattor. 


Licht und Schatten. Wochenfhrift für Echwarzweißfunft u. Dichtung. 
Hpb. von H.v. Öumppenberg. 3. Jahrg. Ah. 30,31. Münden. 
Snd.: (30. 8. H. Strobel, Die Brube — Mar Jungnidel, 
So um die Seht. — (31.) H. M. Appell, Die Jagdgefchichte. — 
2. Brieger, Die unbelannte Geliebte. 


— — m — — 
Militär⸗Wochenblatt. Red.: v. Scriba. 88. Jahrg. Nr. 57/61. 

Berlin, Mittler & Sohn. 

Inh.: (57.) Der Stand der Wehrvorlage. — Chronologiſche Ueber⸗ 
ſicht der Ereigniſſe vor 100 Jahren. (Fortſ.) — Großgörſchen. (Schl.) 
— Maſchinengewehre im —R6 — Beftimmungen für die 
Uehungen des Beurlaubtenftanded im Rechnungdjahre 1913. — (58/59.) 
Die Erhebung Preußen? 1813 im Lichte unferer Zeit. Was lernt be 
fonders der Offizier hieraus? — Bom Baltanfriege. 15. — (58.) Ans 
figpten über nächtliche Unternehmungen in Franfreih. — Regimentd- 
abende. — (59.) Truppen-Fubiläen. — Die Nrtillerieaufflärung. — 
(60.) Die Pferde der fFeldartillerie. — Kriegdgefhichte in Karten. — 
(60/61.) Neued vom franzöfifchen Heere. — Seuchen im Felde und ihre 
Belämpfung im Operationdgebiete. — (61.) Das Neitergefcht bei Aar⸗ 
huus am 31. Mai 1849. — „Kaifer Wilhelm II und das Baterland”. 
— Gefundheitdzuftand der franzöfifchen Armee. — Dentmal zu Ehren 
der Königlich Deutfhen Legion. — Regimentsabente. 

—, Beiheft 1913, Nr. 5. Roth, Mit der Armee des Kronprinzen 
von Radhod bid Schweinfchädel. Bortrag. 186.) —Neipel, Wafhington 
ald Heerführer. Vortrag. (25 ©.) 


Süddeutfhe Monatöhefte. Hub. v.P.R. Eoffmann. 10. Jahızg. 
— München. 


8. Heft. 
Inh.: H. Bock, Einiged über Fernfehen und Borausfehen. — 9. 
Driefh, Bitalidmus ald Grundlage einer eg € El 


Pöplmann, Zur Erklärung Friedrih Raumannd. — €. 


— 1913. 9 11. — Die [höne Literatur — 24. Mai. — 


198 


lings, Siraffenfhladhten in Deutfhoftaftila. — H. Pfipner, Bart 
und Bühne — 3. Miquel, Briefe an Marquardfen (Regierungszeit 
Wilhelm ID. — 3. G. Löchl, Aigner Kebendlauf (Die dritte (che. 
— D. Xoerte, Zopfbeitridter Hahn. Novelle — E&. Bernerftorfer, 
Deiterreihifche Zuftände. — PB. Bufhing, Dad — allgemeine 
Opfer. — J. Hofmiller, Thomas Manns neue Erzählung. — Joſ. 
Ruederer, Die Widerſinnigkeiten unſeres Daſeins. 


Velhagen & Klaſings Monatshefte. Red.: H. v. Zobeltiß. 
27. Jahrg., 9. Heft. Bielefeld, Velhagen & Klafing. 

Inh.: F. v. Zobeltitz, Die Hetzjagd. Roman. (Fortf.) — Fıhr. 
v. d. Golß, Scharnhorſt. — H. Roſenhagen, Karl Buchholz. — 
O. v. Gottberg, Der ſiebenjährige Frauenkrieg. — H. C. Starken, 
Morgenarbeit. — Th. Gauthier fils, Ein Beſuch beim Grafen Bis⸗ 
marck, Verſailles, Ottober 1870. (Schl.) — Franz Servaes, Eine 
Jugendliebe. Novellette. 


Heft 8. Berlin, Gebr. Paetel. 8 Jahrg 


Snh.: € v. Handel-Maszzetti, GStephana Schwertner. Ein 
Steyrer Roman. (ortf.) — Lebenserinnerungen. Aus dem a don 
Rehus Frhrn. v. Liliencron (Ehl.) — ©. Dilhuth, 1813. 3. 
— Dtto Bafhin, Die Eisdverhältniffe ded Meered. — Marie v. 
Bunfen, Spanifh-portugiefifhe Burgen und Gärten. (Fortf.) — J. 
Neinke, Wichtige Probleme der Weltanfhauung — P. ©. Hoff- 
mann, Die parlamentarifche Regierung in den britifchen Tochterftaaten. 
— Briefe aus alter und neuer Zeit. — I. Rodenberg, Efcheberg. 


Deutſche Revne. Hrög. v. R. Fleifcher. 88. Jahıg. Mai 1918, 
Etuttgart, Deutihe Verlagsanftalt. E 


Inh.: Zur europäifhen Lage. — Lord Avebury, Tripolid und 
Balkan. — Eir Mar Wächter, England, Deutfchland und der Friede 
Europas. — Sthr. v. d. Bolg, 1813. Die Generalprobe von Groß» 
ee am 2. Mai 1813. — v. Hengelmüller, ®raf Alois Karolyi. 

in Beitrag zur Gefhichte der öfterreichifch-ungariichen Diplomatie. 
— Fızet Fuad-Pafcha, Ein Mißgefhi der turkifchen Armee in den 
Kämpfen bei Zichataldfcha. — Edvardo Maragliano, Neue Perfpek- 
tiven im Kampf gegen die Zuberkulofe. — Politifche Briefe des Grafen 
Hugo zu Münfter an Edwin v. Manteuffel aus der Zeit ded Krim: 
frieged. (Fortf.) —v. Zmehl, Grenzfhug. — Germain Bapft, Das 
frangöfiihe Oberfommando in der Echladt bei Gravelotte-St. Privat. 
(Schluß.) — Die Türkei vor din beiden legten Kriegen 1910/11. Aus 
zuge aud den Aufzeichnungen und dem Tagebuch eincd Diplomaten. 
(Fortf.) — v. Deines, Zur Wehrvorlage. — F. Hoffmann, Ein 
führung zweijähriger Dienftzeit in der Marine — Belir Meyer, 
Der Weltwcchfelgerichtähof. — Friedrich Gi eſe, Mißſtände im breußifihen 
Kirchenfteuerredht. 


Saturn. Eine Monatsfchrift, dab. von H. Meifter und H. Groß» 
berger. 5. Heft. Heidelberg u. Leipzig, Satumverlag. 4 0, 50, 


Snh.: Paul Mayer, Fiebermonolog — Ditto Stoefjl, Alt- 
deutfhe Novellen. — Hermann Koch, Der Ultrarefraltorr. — Felir 
Adnaourow, Der Fall Sogol. — Ehrenbaum-Degele, Finale. 
— Paul Dppenhbeimer, Aphorismen. — Hermann Meifter, Reue 
Iyrifhe Flugblätter. 


Sonntagsbeilege Nr. 17/18 3. Boff. Zeitung 1912, Nr. 211, 222. 


Inh.: (17. A. Eloeffer, Sören Kierlegaard. Zu feinem 100. &e- 
burtötag. — €. Potthoff, Die Entfichungsgeihichte des „Parfifal”, 
— F. v. Belfh, Elektrizität und Auto. — (17/18.) Bor 100 Jahren. 
— (18) Rid. M. Meyer, Erih Schmidt. — Paul Holzhbaufen, 
Auf der Walftatt von Lügen. — &. E. Lehmann, Ferdinand Laffalle. 


Ö Auen ber 98 Zlluftriertes Sonuntagsblatt. 60. Jahrg., Nr.31/32. 


erlin. 

Inh.: (31/32.) uife Roth, Ein Bermädtnid. Roman. (Fortf.) — 
(31.) ©. H. Witte, E83 brennt. Skizze — Merfwürdige Uhren. — 
(32.) Hedwig Nicolay, Der Ehmur. Novelle. — 8. Schmidt, Der 
Zigeuner und feine Mufil, — Margarete Hüttig, Die Neue. Eine 
einfache Geſchichte. 


Ueber Land u. Meer. Deutfche illuftr. Zeitung. Red.: Rud. Presber. 
65. Yahıg., 110. Bd., Nr. 32/33. Stuttgart, Deutfche Berlagsanftalt. 


Inh.: (32/33.) Liber Dill, Virage. Roman aus dem Saar- 
aaa — (32.) Willy Rath, Der Zeichner Emil Preetoriud. — Jul. 
nopf, Die Pfingfttomödie. — Peter Hamecdher, Siovanni Boccaccio. 
— Moderne Aufnahmen der auöfterbenden Indianer. — (32/33.) Hand 
v. Kahlenberg, Im Rollen. Waggonbetrahtungen eined Mittel« 
europäers. (Fortf.) — (33.) Lambert, Schwäbifche Schlöffer. — Ed. 
Sn Auslandreifen. — St. Georg, der Schupbeilige von Portofino. 
— Theodor Elemend, Kunftgenuß beim Reifen. — Hand Oftwald, 
Berühmte Kneipen. 





200 





199 — 1918. 8 11. — Die [hdne Literatur — 24. Mai. — 
Die Wage, Redalt.: EB. Zenker. 16. Jahrg, Rr. 17/18. Wien, Literariſche Preiſe. 
Stern & Gteiner. Der Rat der Johanned-Faftenrath- Stiftung in Köln bewilligte 


Snh.: 17.) € B. Zenter, Die Zmwangslage — (17/18.) Buftav 
Hubbard, Die diplomatifchen Beziehungen zwifchen Kirche und Staat. 
— (17.) Baul Siretean, Ibjend „Brand“ auf der Bühne — A. v. 
Dereger, Die Bilder ded Murillo. — (18.) F. Ölafer, Die Staatd- 
philofophie ded Präfidenten Wilfon. — Frig Telmann, Der Fall 
Sterle und die auftrositalienifchen Beziehungen. — Mar Brunner, 
Dgeanfahrt. 


Der Wedruf. Monatefchrift für individuelle Kultur. Schriftl.: R. O. 
Koppin. Yabrg. 1913, Nr. 1. Weimar, Wedruf-Berlag. 

Inh.: Seude, Die künftlerifche Perfönlichkeit. — Koppin, Zum 
Kampf um die neue Weltanfhauung — ZJungnidel, Der Kirmed- 
engel. — David, Ler Parfifal. — Koppin, Balter Eald. — 
v. Voß, NRovellette. — Böhler, Gedanken beim Betrachten eined 
Erdglobus. 


Die Woche. 16. Jahrg. Kr. 198/20. Berlin, Scherl. 

Inh.: (19.) Hans Hausrath, Waldäſthetik. — Der neue deutſche 
Edelſtein „Heliodor“. — Hermann Ritter, Alt und Neu⸗Köln. — 
(19/20.) Luiſe Becker, Die Kinder des Genies. Roman. (Fortſ.) — 
(19) A. Worſter, Körperpflege und Ernährung in den Tropen. — 
v. Kühlwetter, Etwas von Segelſchiffen. — Ludwig Klinenberger, 
Die Kunſt am Herd. — Gertrud Papendick, Das Buch mit den 
Siegeln. Skizze. — Die Ruſſenjacke. — Jul. Deſterreich, 

ilder aus der Rhön. — (20.) Georg von Skal, Die Amerikaniſierungs⸗ 
ſucht und ihre Folgen. — Victor Dttmann, Die Jahrhundert⸗Aus— 
ſtellung in Breslau. — Hans von Dehlſchläger, Eröffnung der 
Berliner Großen Kunſtausſtellung. — A. Wiatrak, Eine Fahrt durch 
Guatemala. — Alfred Georg Hartmann, Nazarener und Romantiker 
in Berlin. Die Sammlung Paul Kaufmann. — Eberhard Frhr. 
von Wechmar, Ausländiſches Wild in der Mark. — Brenta Piawe, 
Die Tante. Skizze. — Moderne Sonnenſchirme. — H. H. Krißinger, 
Ein Beſuch ar der Sternwarte Bohtlamp. — Geo B. Warren, 
Lebensführung. Plaubderei. 


Das freie Wert. Sub: dv. May Henning. 13. Jahıg., Nr. 3. 
Sranffurt a. M., Neuer Frankfurter Berlag. 

Inh.: Die Kirche Ehrifti vor dem Richtftuhl deö Heiligen Geiftes. 
— Emft Arnold, Elfap-Lothringen. II. Gedanken und Bedenken 
eines Altdeutfchen. — 2. Heyde, Die Gratgänger. — Philalerhes, 
Der ulttamontane Schwindel mit dem Mailänder Religioneedikt. — 
A. Lauinger, Der Kampf um die Luft. — Intbronifation in Köln. 
— Mar Roloff, Der Drden der Senuffid. — Mar Henning, Dad 
aftrale Geheimnis des Chriftentumd nah A. Niemojewöti. 


Alluftrierte Zeitung. Red.: D. Sonne 1839. Band. Nr. 3645 
und 8646. Leipzig, 3. 3. Weber. 


Snb.: (3645.) Das albanifhe Problem. — Stade, Die abnorme 
Aprilmwitterung 1913 und ihre Urfahen. — Anton v. Berner. — M. 
Bittrih, Der Schapwagen. — Die Geheimfchrift der LügomsYäger. 
— Ein neues Opernhaus in PBarid. — Th. Lewald, Die nationale 
Bedeutung internationaler Ausftellungen. — Das Reptilionbaus ded 
Leipziger Zoologifhen Bartend. — Reimördes, Die Birke ale 
Pfingjtbaum. — Agnes Harder, Unter der Mitternachtfonne. — 
(8646.) Fr. Slafenapp, Das Leben Rihard Wagnerd. — Hugo 
Dinger, Rihard Wagner und die Srauen. — E. Hagemann, 
Rihard Wagner und die Dekorationskunft. — Arthur Baudner, 
Rihart-Wagner-Medaillentunft. — ©. 3. Wolf, Rihart-Wagner- 
Dentmäler. — Eduard Fuchs, Die Karikatur ald Wegbahner. — 
Karl Etord, Richard Wagner und das Oper